„Verbrenn das Negativ“ von dem Horrorfilm, Josh Winning

Januar 28, 2026

Es ist (k)ein einfacher Auftrag für die Journalistin Laura Warren. Für das britische Magazin „Zeppelin“ soll sie einen Bericht über die Dreharbeiten für eine Horrorfilmserie schreiben. Ein, zwei Impressionen vom Set, ein Interview mit der Hauptdarstellerin, eines mit dem Regisseur und fertig ist der hundertprozentig unkritische Artikel, der dann zum Start der Streamingserie erscheint.

Wenn es da nicht ein kleines Problem gäbe, das Laura erst während des Flugs nach Los Angeles auffällt. Bei dem Film handelt es sich um das Remake eines inzwischen als Kultfilm gehandelten Slasherfilms aus den frühen neunziger Jahre. Seinen Status als Kultfilm verdankt „The Guesthouse“ vor allem dem Umstand, dass während und nach den Dreharbeiten alle Beteiligten unter seltsamen Umständen starben. Die Hauptdarstellerin des verfluchten Films, die damals siebenjährige Polly Tremaine, tauchte kurz darauf unter, siedelte nach England über und veränderte ihren Namen in Laura Warren.

Seit den damaligen Ereignissen war sie nicht mehr in Los Angeles. Schon während des Flugs bekommt sie eine Panickattacke. Kurz nach der Landung, auf dem Weg zu ihrem Hotel, sieht sie, wie sich ein Mann von einer Brücke stürzt. Und das ist erst der Anfang einer Reihe unnatürlicher Todesfälle.

Als sie in Verdacht gerät, die Mörderin zu sein, beginnt sie, ziemlich schnell begleitet von einem seltsamen Medium, das die Dreharbeiten begleiten soll, und ihrer jüngeren Schwester, die schon immer eine erfolgreiche Filmkarriere starten wollte, den Täter und den sie verfolgenden Dämon, den Needle Man, zu suchen. Ach ja, der Needle Man ist der Dämon aus dem Film.

In „Verbrenn das Negativ“ erzählt Josh Winning, souverän zwischen Horrorthriller und Rätselkrimi schwankend, eine spannende Geschichte. Denn selbstverständlich ist jeder verdächtig (auch die Protagonistin) und natürlich könnte es, immerhin handelt es sich um eine Horrorgeschichte, den Dämon wirklich geben. Winning streut die Verdachtsmomente geschickt, spielt dabei mit der Form des Horrorfilms und erwähnt und zitiert etliche Horrorfilme und Slasherfilme. Auch in höchster Not können die Figuren einen auf die aktuelle Situation passenden Horrorfilm erwähnen und so erklären, weshalb etwas eine vielversprechende Spur oder eine sehr dumme, um nicht zu sagen lebensgefährliche Idee ist. Sie tun es dann doch. Dazwischen gibt es noch etwas Hollywood-Klatsch und Informationen über das Drehen von Filmen.

All das streut Filmjournalist Winning (u. a. Radio Times, Den of Geek) locker in die Geschichte ein.

Das macht seinen 2023 für den Bram-Stoker-Award in der Kategorie „Superior Achievement in a Novel“ nomininierten Horrorthriller zu einer absoluten Leseempfehlung für alle, die einen spannenden Horrorthriller lesen wollen und keine Angst vor einer schlaflosen Nacht mit einem echten Pageturner haben.

Josh Winning: Verbrenn das Negativ

(übersetzt von Stefan Lux)

Suhrkamp, 2025

384 Seiten

18 Euro

Originalausgabe

Burn the Negative

G. P. Putnam’s Sons, 2023

Hinweise

Homepage von Josh Winning

Fantastic Fiction über Josh Winning

Suhrkamp über Josh Winning

Perlentaucher über „Verbrenn das Negativ“


TV-Tipp für den 28. Januar: Der gute Hirte

Januar 27, 2026

Weil der Film so selten gezeigt wird

ZDFneo, 23.45

Der gute Hirte (The good Shepherd, USA 2006)

Regie: Robert de Niro

Drehbuch: Eric Roth

Hochkarätig besetztes CIA-Biopic, das die Geschichte des Geheimdienstes zwischen dem Zweiten Weltkrieg und den sechziger Jahren anhand des Lebens von Edward Wilson von der Spionageabwehr erzählt.

„Der gute Hirte“ war für mehrere renommierte Preise nominiert, wie den Oscar für die Ausstattung, und erhielt auch einige. Hauptsächlich für die Ausstattung und, auf der Berlinale, für das Ensemble.

Auch für den Edgar war Eric Roths Drehbuch nominiert. Den Preis der International Thriller Writers (ITW) als bester Thriller erhielt „Der gute Hirte“.

Und das fand ich dann doch ziemlich rätselhaft. Denn letztendlich ist Robert de Niros Film doch nur gut ausgestattetes, gut besetztes, ziemlich zähes Ausstattungskino.

Mit Matt Damon, Angelina Jolie, Alec Baldwin, Tammy Blanchard, Billy Crudup, Robert De Niro, Keir Dullea, Michael Gambon, Martina Gedeck, William Hurt, Timothy Hutton, Gabriel Macht, Joe Pesci, John Turturro

Wiederholung: Donnerstag, 29. Januar, 04.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der gute Hirte“

Wikipedia über „Der gute Hirte“ (deutsch, englisch)


Cover der Woche

Januar 27, 2026

Der erste Fall für Bernie Gunther und der Beginn einer beachtlichen Karriere.


Neu im Kino/Filmkritik: „Bin ich im falschen Film?“ fragen sich „Die progressiven Nostalgiker“ und die „Lesbian Space Princess“

Januar 27, 2026

Nehmen wir uns noch schnell zwei Komödien vor, die bereits am Donnerstag anliefen. In der einen fühlen die Protagonisten sich im falschen Film. In dem anderen Film fühlen wir uns im falschen Film.

Dieser ist die „Lesbian Space Princess“. Science-Fiction-Filme, in denen ein strahlender, oft überaus wohlproportionierter Held die Welt und nebenbei das Universum rettet, haben wir schon einige gesehen. Auch Filme, in denen der Held viele fremde Welten besucht, kennen wir einige. In dem Animationsfilm von Leela Varghese und Emma Hough Hobbs werden zuerst einmal die Geschlechterverhältnisse auf den Kopf gestellt. Die Lesben sind die Guten. Die Straight White Maliens die Bösen. Und das gesamte Universum ist hundertfünfzigprozentig queer. Die Lesbian Space Princess ist am Filmanfang eine introvertierte, absolut nicht abenteuerlustige junge Prinzessin. Als ihre Freundin, die Kopfgeldjägerin Kiki entführt wird, beginnt für Prinzessin Saira das Abenteuer ihres Lebens. Denn sie muss ihre Freundin und die Ordnung des Universums retten.

Der auf der Berlinale 2025 mit dem Teddy-Award und dem 2. Platz beim Panorama-Publikumspreis ausgezeichnete Animationsfilm „Lesbian Space Princess“ ruht sich leider etwas zu sehr auf der konsequent umgesetzten Idee aus, die Geschlechterverhältnisse umzudrehen. Das sich dann entwickelnde Abenteuer folgt den bekannten Plotmodellen mit den bekannten Figuren; nur dass hier die Geschlechter vertauscht wurden und Frauen Frauen lieben. Das ist für einen Film für Erwachsene etwas zu eindimensional. Und an die richtet sich, wie ein Blick auf die FSK-16-Freigabe zeigt, das spaßige und überaus bunte Weltraumabenteuer.

In der französischen Komödie „Die progressiven Nostalgiker“ glauben die beiden Protagonisten, dass sie plötzlich im falschen Film sind. Michel (Didier Bourdon) und Hélène Dupuis (Elsa Zylberstein) leben 1958 in Frankreich in einer kleinbürgerlichen Bilderbuchvorstadt eine Vorzeigeehe. Er ist in einer Bank angestellt und grundsätzlich ablehnend gegenüber neuen Erfindungen und Ideen. Sie macht den Haushalt und kümmert sich liebevoll um ihren Mann und die Kinder. Es ist perfekt. Sie können sich kein anderes Leben vorstellen.

Dann kommt es im Keller zu einem Unglück mit der nagelneuen Waschmaschine und schwuppdiwupp landen sie in der für sie überaus schockierenden Gegenwart. Plötzlich dürfen Frauen nicht nur Auto fahren, sondern auch anspruchsvolle Führungsaufgaben übernehmen. So leitet jetzt Hélène eine Bank und sagt den ihr untergebenen Männern, was sie tun sollen. Computer und all die Dinge, die es vor siebzig Jahren noch nicht gab, sind vor allem für Michel ein Buch mit mehr als sieben Siegeln. Die Hausarbeit, zu der er von seiner berufstätigen Frau verdonnert wird, überfordert ihn. Das hat damals Hélène doch alles klaglos übernommen. Und da reden wir noch nicht von der Politik. In den Fünfzigern hatte Frankreich noch wundervolle Kolonien.

Wie bei der „Lesbian Space Princess“ ist auch in den „Progressiven Nostalgikern“ ein Tausch der Perspektive die Hauptinspirationsquelle des Films. Vinciane Millereauie fragte sich, wie Menschen aus den fünfziger Jahren die Gegenwart erleben würden und malt das überaus detailfreudig in den schönsten Farben aus. Dass sich aus dieser Idee keine richtige Story entwickelt verzeiht man angesichts des konstant zum Schmunzeln anregenden Gagfeuerwerks, den spielfreudigen Schauspieler und der durchgehend gelungenen Ausstattung gerne.

Lesbian Space Princess (Lesbian Space Princess, Australien 2025)

Regie: Leela Varghese, Emma Hough Hobbs

Drehbuch: Leela Varghese, Emma Hough Hobbs

mit (im Original den Stimmen von) Shabana Azeez, Bernie Van Tiel, Gemma Chua-Tran, Jordan Raskopoulos

(in der deutschen Fassung den Stimmen von) Genet Zegay, Lana Cooper, Lena Urzendowsky, Katy Karrenbauer, Jasmin Tabatabai

Länge: 87 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Lesbian Space Princess“

Metacritic über „Lesbian Space Princess“

Rotten Tomatoes über „Lesbian Space Princess“

Wikipedia über „Lesbian Space Princess“ (deutsch, englisch)

Die progressiven Nostalgiker (C’était mieux demain, Frankreich/Belgien 2025)

Regie: Vinciane Millereau

Drehbuch: Julien Lambroschini, Vinciane Millereau

mit Elsa Zylberstein, Didier Bourdon, Mathilde Le Borgne, Aurore Clément, Maxim Foster, Romain Cottard

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

AlloCiné über „Die progressiven Nostalgiker“

Moviepilot über „Die progressiven Nostalgiker“

Wikipedia über „Die progressiven Nostalgiker“ (deutsch, französisch)


TV-Tipp für den 27. Januar: Ich bin! Margot Friedländer

Januar 26, 2026

3sat, 21.45

Ich bin! Margot Friedländer (Deutschland 2023)

Regie: Raymond Ley

Drehbuch: Hannah Ley, Raymond Ley

Gelungenes, mit dem Deutschejn Fernsehpreis ausgezeichnetes Dokudrama über die 1921 geborene Holcaust-Überlebende Margot Friedländer. Ihr Leben wird in einer Mischung aus Spielszenen und Interviews erzählt.

mit Margot Friedländer, Julia Anna Grob, Ilona Schulz, Hannah Ley, Cai Cohrs, Peter Lewys Preston, Iris Berben, Charly Hübner, Axel Prahl, Herbert Knaup

Hinweise

Filmportal über „Ich bin! Margot Friedländer“

Wikipedia über „Ich bin! Margot Friedländer“ und Margot Friedländer (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Hamnet“, Hamlet, Shakespeare, seine Frau und ihr toter Sohn

Januar 26, 2026

Nach ihrem weitgehend ungeliebtem Ausflug ins Superheldengenre mit dem Marvel-Film „Eternals“ kehrt „Nomadland“-Regisseurin Chloé Zhao mit „Hamnet“ wieder in irdische Gefilde zurück und reist weit in die Vergangenheit in das Zeitalter von William Shakespeare. Basierend auf Maggie O’Farrells Roman „Judith und Hamnet“ erzählt sie, strikt chronologisch, die Geschichte von Agnes (Jessie Buckley), ihrem Mann William (Paul Mescal), ihrem früh verstorbenen Sohn Hamnet und wie die Eltern die Trauer über den Pesttod ihres elfjährigen Sohnes verarbeiten. William schreibt das Theaterstück „Hamlet“. Als Agnes es sieht, hat es eine ungeahnt befreiende, über den Tod Hamnets tröstende Wirkung auf sie.

William ist nämlich William Shakespeare. Der Film erzählt eine mehr oder weniger frei erfundene Geschichte aus seinem Leben. Er verficht dabei die These, dass Shakespeare in seinem Stück „Hamlet“ seine Trauer über den Tod seines Sohnes verarbeitet. Ob das stimmt und über das genaue Verhältnis von Wahrheit und Fiktion können sich die Shakespearianer den Kopf zerbrechen. Für den Zuschauer bleibt, uh, nach allgemeiner Einschätzung ein grandioses, zutiefst bewegendes Drama über Shakespeares Frau Agnes, Shakespeare, ihre Liebe und die Kraft der Kunst. Die meisten Kritiken versprechen auch einem erhöhten Taschentuchkonsum, der sich vor allem im Finale niederschlägt. Inzwischen ist „Hamnet“ ein vielfach ausgezeichnetes, unter anderem der diesjährige Golden Globe für den besten Film, und für weitere wichtige Preise, unter anderem den Oscar als bester Film des Jahres, nominiertes Drama.

Im Mittelpunkt des Dramas steht allerdings nicht der Dichter, sondern die Frau des Dichters. Agnes ist eine allein lebende Frau mit einer tiefen Verbindung zur Natur. Sie sammelt Kräuter und heilt. Sie findet gefallen an den von William geschriebenen Versen und dem Poeten. Als sie sich kennen lernen, arbeitet er als Lehrer an der Dorfschule. Sein späterer Ruhm ist in dem Moment noch nicht einmal erahnbar. Sie heiraten und kriegen Kinder.

Weil er in London sein muss, um als Dichter bekannt zu werden, schickt sie ihn nach der Hochzeit dorthin. Er soll seiner Berufung nachgehen. Sie bleibt im ländlichen Straford-upon-Avon, zieht ihre gemeinsamen Kinder groß, lebt im Einklang mit der Natur und sammelt weiterhin im Wald Heilkräuter. Es ist ein ruhiges Leben ohne große Konflikte. Wenn ein Kind sehr krank ist oder im Sterben liegt, eilt William aus London herbei und verschwindet schnell wieder aus Agnes‘ Leben und der Filmgeschichte.

Diese Konzentration auf die Frau des Künstlers, die in der hochgelobten Romanvorlage funktionieren kann, funktioniert im Film nicht. Über Shakespeare und sein Leben in London erfahren wir nichts. Er könnte, ohne dass man etwas im Film ändern müsste (gut, das Finale mit der Theateraufführung müsste wohl etwas anders begründet werden), genausogut ein Seefahrer sein. Er ist nicht da. Er hat keinen Einfluss auf das Leben von Agnes und ihren Kindern. Er ist der prototypische abwesende Mann.

Trotzdem könnte eine interessante Geschichte erzählt werden. Aber Agnes ist so sehr mit sich im reinen, dass ihre Geschichte kein dramatisches Potential hat. Es gibt keine Konflikte. Nie muss sie eine Entscheidung treffen, die ihr schwer fällt. Ihren Mann schickt sie kurz nach der Hochzeit weg. Er soll seinen Traum leben. Schlimme Ereignisse, wie Hamnets Tod durch die Pest, kann sie nicht beeinflussen. Er passiert einfach. Ihr Leben ist nur eine Abfolge zufälliger Ereignisse, die mit dem Besuch einer Theateraufführung endet, die uns als wichtig verkauft wird. Zhao inszeniert das in schönen Bildern. Max Richter unterlegt es musikalisch. 

Hamnet (Hamnet, USA 2025)

Regie: Chloé Zhao

Drehbuch: Chloé Zhao, Maggie O’Farrell

LV: Maggie O’Farrell: Hamnet, 2020 (Judith und Hamnet)

mit Jessie Buckley, Paul Mescal, Emily Watson, Joe Alwyn, Jacobi Jupe, Olivia Lynes, Justine Mitchell, David Wilmot, Louisa Harland

Länge: 126 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Hamnet“

Metacritic über „Hamnet“

Rotten Tomatoes über „Hamnet“

Wikipedia über „Hamnet“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Chloé Zhaos „Nomadland“ (Nomadland, USA 2020)

Meine Besprechung von Chloé Zhaos „Eternals“ (Eternals, USA 2021) (ein Marvel-Film)


TV-Tipp für den 26. Januar: Son of Saul

Januar 25, 2026

Arte, 21.55

Son of Saul (Saul fia, Ungarn 2015)

Regie: László Nemes

Drehbuch: László Nemes, Clara Royer

Saul Ausländer ist 1944 einer der Juden im Sonderkommando im KZ Auschwitz-Birkenau. Als ein Junge zunächst die Gaskammer überlebt, möchte er ihn später nach jüdischem Ritus beerdigen.

Beeindruckendes, aufwühlendes Drama, das zahlreiche Preise erhielt: unter anderem den FIPRESCI und den Großen Preis der Jury in Cannes und den Bafta, Golden Globe und Oscar als bester ausländischer Film. „Son of Saul“ gelingt es das Grauen des KZ zu zeigen, ohne es zu zeigen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Anschließend, um 23.40 Uhr zeigt Arte die 53-minütige neue Doku „Weltkarriere einer Lüge – Die Protokolle der Weisen von Zion“.

mit Géza Röhrig, Levente Molnár, Urs Rechn, Todd Charmont, Sándor Zsótér, Marcin Czarnik, Jerzy Walczak

Wiederholung: Samstag, 7. Februar, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Son of Saul“

Metacritic über „Son of Saul“

Rotten Tomatoes über „Son of Saul“

Wikipedia über „Son of Saul“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von László Nemes‘ „Son of Saul“ (Saul fia, Ungarn 2015)

Meine Besprechung von László Nemes‘ „Sunset“ (Napszállta, Ungarn/Frankreich 2018)

 


TV-Tipp für den 25. Januar: Albert Nobbs

Januar 24, 2026

Arte, 20.15

Albert Nobbs (Albert Nobbs, Großbritannien/Irland 2011)

Regie: Rodrigo García

Drehbuch: Gabriella Prekop, John Banville, Glenn Close, István Szabó (Filmgeschichte)

LV: George Moore: The Singular Life of Albert Nobbs, 1918 (erstmals erschienen in „A Story-Teller’s Holiday“)

Dublin, Ende des 19. Jahrhunderts: Albert Nobbs ist in einem piekfeinen Hotel ein tadelloser Butler. Niemand ahnt, dass Nobbs eine Frau ist. Eines Tages verliebt er sich in den Maler Hubert. Ebenfalls eine Frau. Sie beschließen gemeinsam ein Geschäft zu eröffnen.

Klassisches Schauspielerkino mit einem starkem Ensemble,

Glenn Close spielte Albert Nobbs erstmals 1982 im Theater. Sie war auch die treibende Kraft hinter der Verfilmung, der ihr verdiente Nominierungen als beste Hauptdarstellerin für den Oscar, den Golden Globe und den Preis der Screen Actors Guild einbrachte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Glenn Close, Mia Wasikowska, Aaron Johnson, Janet McTeer, Brendan Gleeson, Pauline Collins, Jonathan Rhys Meyers

Hinweise

Moviepilot über „Albert Nobbs“

Metacritic über „Albert Nobbs“

Rotten Tomatoes über „Altert Nobbs“

Wikipedia über „Albert Nobbs“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Benjamin Blacks „Der Lemur“ (The Lemur, 2008)

Meine Besprechung von Rodrigo Garcias „Albert Nobbs“ (Albert Nobbs, Großbritannien/Irland 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: „Die Stimme von Hind Rajab“, packender Thriller, erzählt mit problematischen Mitteln

Januar 24, 2026

Die Stimme von Hind Rajab“ basiert auf einer wahren Geschichte. Kaouther Ben Hania erzählt sie packend als Thriller mit einer klaren Zuordnung von Gut und Böse.

Und ungefähr in diesem Moment beginnen die Probleme.

Hind Rajab war ein sechsjähriges Mädchen, das am 29. Januar 2024 die Notrufzentrale des Palästinensischen Roten Halbmonds, dem dortigen Roten Kreuz, anrief. Sie versteckt sich in einem unter Beschuss stehendem Auto.

Bei uns würde in dem Moment der Rettungswagen losgeschickt. Einige Minuten später – hier in Berlin um, meistens unter, zehn Minuten – wäre das Mädchen gerettet. Im Gazastreifen ist das nicht so einfach. Vor einer Rettung muss ein sicherer, penibel geplanter Rettungsweg organisiert werden. Das bedeutet Absprachen mit den Israelis und anderen Konfliktparteien. Denn der Schichtleiter will keine weiteren seiner Sanitäter im Kugelhagel verlieren. Die Israelis sind in dem Kriegsgebiet in dem Moment die größte Konfliktpartei. Sie können die Rettung ermöglichen. Oder verhindern. Als gesichtslose Bösewichter des Films zögern und verhindern sie die Rettung.

Kaouther Ben Hania konzentriert sich in ihrem Spielfilm auf die Notrufzentrale und die dort anwesenden Menschen, die am Telefon Anrufe entgegennehmen und Rettungswagen und Ärzte losschicken. Omar nimmt den aus Gaza kommenden Anruf von Hind Rajab entgegen. Er redet mit ihr. Wenn es für ihn zu viel wird, übernehmen Kollegen das Gespräch. Er ist von Hinds Leid emotional so betroffen, dass er auch hinter dem Rücken von seinem Chef versucht, Hilfe zu organiseren.

Von Hind Rajab hören wir in der Originalfassung nur ihre Stimme am Telefon. Und hier wird es schwierig. Denn Kaouther Ben Hanian hat die Originalaufnahmen verwendet. Hinds Mutter war mit der Verwendung der Stimme ihrer Tochter einverstanden. Der Thriller entstand in Zusammenarbeit mit dem Palästinensischen Roten Halbmond. Ben Hania geht offen damit um. Und das macht es vielleicht sogar noch schwieriger.

Denn diese Originalaufnahmen entfalten eine beträchtliche emotionale Wirkung. Es sind die letzten Worte eines zu Tode geängstigten Kindes. Verantwortlich für Hinds Tod ist allein Israel.

Die Stimme von Hind Rajab“ erzählt nicht nur eine spannende Geschichte, ähnlich den Thrillern „The Guilty“ (Dänemark 2018) und „The Call – Leg nicht auf“ (USA 2013), sondern er ist auch Propaganda, die eben durch das Verwenden der Originaltonbänder berührt und emotionalisiert. Schnell ergreift man für eine Seite in dem Konflikt Partei.

Inwiefern man diese Verwischen der Grenze zwischen Dokumentar- und Spielfilm goutiert, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich selbst habe da ein eher schlechtes Gefühl, das ich auch hätte, wenn die Orginalstimme von einem in Brandenburg verunglücktem Brandburger käme, der bei der dortigen Rettungsstelle anruft und auf Hilfe wartet, während er verblutet. Im schlechtesten Fall würde die Originalstimme für einen billigen dramaturgischen Effekt benutzt, im besten Fall – und das ist „Die Stimme von Hind Rajab“ – emotionalisiert sie und lässt einen bedingungslos für eine Seite Partei ergreifen. Zu diesem Effekt trägt auch bei, dass Ben Hania idealtypisch und gekonnt die Thrillerkonventionen benutzt, wie eine kurze Meldung in einer Tageszeitung nur einen kleinen Ausschnitt aus der Realität betrachtet und folgerichtig auf jede Analyse verzichtet.

Als Fazit dieser Zerrisenheit bleiben drei Worte: sehenswert, diskussionswürdig, problematisch.

Die Stimme von Hind Rajab (The Voice of Hind Rajab/Sawt Hind Rajab, Tunesien/Frankreich 2025)

Regie: Kaouther Ben Hania

Drehbuch: Kaouther Ben Hania

mit Saja Kilani, Motaz Malhees, Clara Khoury, Amer Hlehel

Länge: 89 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

AlloCiné über „Die Stimme von Hind Rajab“

Moviepilot über „Die Stimme von Hind Rajab“

Metacritic über „Die Stimme von Hind Rajab“

Rotten Tomatoes über „Die Stimme von Hind Rajab“

Wikipedia über „Die Stimme von Hind Rajab“ (deutsch, englisch, französisch) und Hind Rajab (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 24. Januar: All eure Gesichter

Januar 23, 2026

One, 20.15

All eure Gesichter (Je verrai toujours vos visages, Frankreich 2023)

Regie: Jeanne Herry

Drehbuch: Jeanne Herry, Chloé Rudolf

TV-Premiere. Karg inszeniertes, sich auf seine Schauspieler, die sich teils im Stuhlkreis, teils direkt gegenüber sitzen, konzentrierendes, sehenswertes Dialogdrama, das anhand einier Beispielfälle zeigt, wie die Idee der ‚restorative justice‘ (bei uns vergleichbar mit dem Täter-Opfer-Ausgleich) angewandt wird.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Birane Ba, Leïla Bekhti, Dali Benssalah, Elodie Bouchez, Suliane Brahim, Jean-Pierre Darroussin, Adèle Exarchopolous, Gilles Lellouche, Miou-Miou, Denis Podalydès

Wiederholung: Montag, 26. Januar, 23.40 Uhr

Hinweise

AlloCiné über „All eure Gesichter“

Moviepilot über „All eure Gesichter“

Rotten Tomatoes über „All eure Gesichter“

Wikipedia über „All eure Gesichter“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Jeanne Herrys „All eure Gesichter“ (Je verrai toujours vos visages, Frankreich 2023)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: „Die drei ??? – Toteninsel“, eine Abenteuergeschichte für Kinder

Januar 23, 2026

Dieses mal wollen „Die drei ???“ ihren Ferien nicht mit einem neuen Fall, sondern mit – nun, der andere Plan wird aufgeschoben, weil jetzt erst einmal das Telefon klingelt und sie dann doch einen Fall haben. Der Fall hat etwas mit dem Geschäftsmann, Miliardär und Wohltäter von Rocky Beach, Joseph Saito Hadden, zu tun und es geht um einen ebenso geheimnisvollen wie wertvollen Schatz, der auf der Pazifikinsel Makatao versteckt sein soll. Ein Betreten der als Toteninsel bekannten Insel ist lebensgefährlich, weil sie eine heilige Stätte und Ruhestätte von Toten ist und der auf der Insel aktive Vulkan demnächst ausbrechen könnte. Es gibt also zwei gute Gründe, Makatao nicht zu betreten.

Eine mehr als halbseidene Gruppe Schatzsucher mit wissenschaftlichem Background und zunächst unklaren Verbindungen zu dem Geheimbund Sphinx, tut es, weil Hadden sie dafür fürstlich entlohnt.

Die drei ??? – das sind die drei jugendlichen Detektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, die in Rocky Beach, einem Vorort von Los Angeles, zur Schule gehen (der uninteressante Teil ihres Lebens) und Kriminalfälle lösen (der interessante Teil ihres Lebens) – machen sich auf den Weg zur Insel, weil Peter durch eine Verkettung unglücklicher Umstände von den Schatzsuchern auf ihrem Schiff mitgenommen wird. Sie wollen ihren Freund retten. Außerdem sind sie sehr neugierige Teenager.

Die drei ??? – Toteninsel“ ist der dritte Film mit Julius Weckauf, Nevio Wendt und Levi Brandl als jugendliche Detektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews. Jördis Triebel und Florian Lukas spielen wieder Tante Mathilda und Onkel Titus, die Zieheltern von Justus. Dieses Mal haben sie nur einen kurzen Auftritt am Filmanfang und -ende. Die Regie übernahm wieder Tim Dünschede. Das Drehbuch ist wieder von Anil Kizilbuga. Für Kontinuität ist also in jeder Beziehung gesorgt.

Wie schon in dem ersten Film „Erbe des Drachen“ geht es wieder auf Reisen.

Aber bis Justus, Peter und Bob in Richtung Makatao aufbrechen, ermitteln sie einen großen Teil der Filmzeit in Rocky Beach.

Während der erste „Die drei ???“-Film mit diesem Team (es gibt auch ältere „Die drei ???“-Filme mit anderen Schauspielern) mit einem Filmdreh in einem Schloss in Transsylvanien ein wenig in Richtung Horrorgeschichte zwinkerte und fiel Potential in punkto filmischer Anspielungen unnötig verspielte, gefiel „Die drei ??? und der Karpartenhund“ als ziemlich überzeugend geplottete Rätselkriminalgeschichte mit einigen passenden Anspielungen. „Toteninsel“ ist nun eine Abenteuergeschichte und eine Schatzsuche, die in Richtung „Uncharted“, den „Die Mumie“-Filmen (mit Brendan Fraser), Tomb Raider und Indiana Jones zwinkert.

Erwachsene dürften etwas enttäuscht über den Mangel an lustvoll zitierten Abenteuerfilm-Klassikern sein. Sie dürften sich auch über die Motivation des Bösewichts und seinen Plan, mit dem er in den Besitz des Schatzes von Makatao gelangen will, ärgern. Der Fall selbst entwickelt sich flott und in schönster Pulp-Manier, in dem eine überraschende Wendung auf die nächste überraschende Wendung folgt und ein Rätsel auf das nächste Rätsel aufgetürmt wird, bis wahrscheinlich sogar der Autor der Geschichte den Überblick verliert.

Für Kinder ist „Toteninsel“ eine unterhaltsame und spannende Abenteuergeschichte, die sich vor allem an Kinder vor der Pubertät richtet.

Zum Schluss muss noch eine neue Entwicklung in der Welt der „Drei ???“ angesprochen werden. Am Ende von „Die drei ??? und der Karpatenhund“ erhalten die Detektive einen MG. Nachdem die drei Detektive vorher über Jahrzehnte nicht alterten, hat Peter seinen Führerschein gemacht und er darf jetzt Auto fahren. Justus und Bob sind demnächst alt genug für ihre Führerscheine. In ihrem neuesten Film sitzen sie öfter im Auto. Handlungsentscheidend ist das nicht.

Verglichen mit der neuesten Entwicklung im „Die drei ???“-Kosmos war das allerdings nur eine kleine Änderung. Dieses Mal hilft ihnen Jelena Charkova. Bob lernte die Rollstuhlfahrerin im Krankenhaus kennen, befreundete sich mit ihr und ist begeistert von ihren Fähigkeiten am Computer. Sie ist die beste Hackerin von Rocky Beach. Mühelos dringt sie in jede Datenbank ein. Im Lauf der Geschichte muss sie das öfter tun. Auch wenn sich in diesem Fall ihre Arbeit auf reine Zuarbeit beschränkt, wildert sie in Bobs Arbeitsgebiet „Recherchen und Archiv“ und stört das fein austarierte, seit Ewigkeiten in vielen Abenteuern etablierte Gleichgewicht zwischen den drei ???. Sie ist keine Bereicherung des Teams, sondern nur eine überflüssige Figur, die eine Aufgabe übernimmt, die schon einer der drei Fragezeichen erledigte. Insofern wirkt sie wie ein überflüssiges Zugeständnis an den Zeitgeist. Mit einem weiblichen Detektivtrio, das mit den drei ??? konkurriert, hätte ich dagegen kein Problem. Auch nicht mit einer Kinderserie (und das sind „Die drei ???“), in der nur Mädels ermitteln. Gemischte Ermittlerteams gab es ja schon bei Enid Blyton.

Doch zurück zum Film. „Die drei ??? – Toteninsel“ ist ein spannender Abenteuerfilm für Kinder, den sie sich ohne erwachsene Begleitung ansehen können. Trotzdem hätte die Story besser konstruiert und die Dialoge besser geschrieben sein können. Gleiches gilt für die schauspielerischen Leistungen.

André Marx schrieb wieder einen reichhaltig illustrierten Filmroman, in dem er die Filmgeschichte gelungen nacherzählt.

Die drei ??? – Toteninsel (Deutschland 2026)

Regie: Tim Dünschede

Drehbuch: Anil Kizilbuga, André Marx (dramaturgische Beratung)

LV: André Marx: Die drei ??? – Toteninsel, 2001

mit Julius Weckauf, Nevio Wendt, Levi Brandl, Andreas Pietschmann, Jannik Schümann, Jördis Triebel, Florian Lukas, Filip Schnack, Katja Lechthaler, Philipp Christopher, Momo Beier, Pascal Buchsbaum, Amal Keller, Simon Kluth, Florentine Behrend

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 6 Jahre (und primär, wie die Bücher, bis 12/14 Jahre)

Der Roman zum Film (mit vielen Filmbildern – eine gut geschriebene und entsprechend lesenswerte Romanfassung des Films)

André Marx: Die drei ??? – Toteninsel

Kosmos, 2025

208 Seiten

13 Euro

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Die drei ??? – Toteninsel“

Moviepilot über „Die drei ??? – Toteninsel“

Kosmos über „Die drei ???“

Wikipedia über „Die drei ???“ (deutsch, englisch) und über „Die drei ??? – Toteninsel“

Meine Besprechung von Tim Dünschedes „Limbo“ (Deutschland 2019)

Meine Besprechung von Tim Dünschedes „Die drei ??? – Erbe des Drachen“ (Deutschland 2023)

Meine Besprechung von Tim Dünschedes „Die drei ??? und der Karpatenhund“ (Deutschland 2025) (und von André Marx‘ Filmroman)


TV-Tipp für den 23. Januar: Der einzige Zeuge

Januar 22, 2026

Bayern, 00.15

Der einzige Zeuge (Witness, USA 1985)

Regie Peter Weir

Drehbuch: Earl W. Wallace, William Kelley (nach einer Geschichte von William Kelley, Pamela Wallace und Earl W. Wallace)

In Philadelphia beobachtet ein achtjähriger Amish-Junge einen Polizistenmord. Auf dem Polizeirevier kann der Junge die Mörder identifizieren: es sind Kollegen des ermittelnden Detective John Book. Book muss mit dem Zeugen und seiner Mutter bei den Amish untertauchen. Dort entdeckt er eine Welt, die absolut nichts mit seiner Welt zu tun hat.

Polizeifilmklassiker, der im Genrekostüm die Geschichte eines Culture Clash erzählt.

„Weir hat einen überaus spannenden (Kriminal-)Film geschaffen, der auf Action – mit Ausnahme der gewalttätigen Schlusssequenz, die sich aber aus der Fabel völlig motiviert – weitgehend verzichten kann, weil er von Menschen handelt, die von sich aus faszinierend genug sind.“ (Fischer Film Almanach 1986)

Das Drehbuch erhielt den Edgar Allan Poe Award, den Writers Guild of America Award (WGA Award) und den Drehbuchoscar. Peter Weir und Harrison Ford waren für Oscars nominiert und als bester Film war „Der einzige Zeuge“ ebenfalls nominiert. Die Schmonzette „Jenseits von Afrika“ erhielt dann den Oscar als bester Film.

mit Harrison Ford, Kelly McGillis, Jan Rubes, Josef Sommer, Lukas Haas, Alexander Godunov, Danny Glover, Viggo Mortensen (Debüt)

Hinweise

Metacritic über “Der einzige Zeuge”

Rotten Tomatoes über “Der einzige Zeuge”

Wikipedia über „Der einzige Zeuge“ (deutsch, englisch) und über Peter Weir (deutsch, englisch)

Senses of Cinema über Peter Weir

The Peter Weir Cave (eine Fanseite)

Meine Besprechung der “Peter Weir Collection” (mit “Die Autos, die Paris auffrassen”, “Picknick am Valentinstag”, “Die letzte Flut” und “Wenn der Klempner kommt”)

Peter Weir in der Kriminalakte


Die Oscar-Nominierungen 2026

Januar 22, 2026

Die 98. Oscars werden am 15. März im Dolby Theatre in Los Angeles vergeben. Und ehe ich gleich die heute präsentierte vollständige Liste der Nominierten veröffentliche, einige Gedanken dazu:

Für die Zahlenfreaks:

Saints & Sinners“ (Sinners) erhielt 16 Nominierungen. Das ist ein Rekord und normalerweise für viele Gewinne.

One Battle after another“ erhielt 13 Nominierungen.

Marty Supreme“, „Frankenstein“ und „Sentimental Values“, der Gewinner etlicher Europäischer Filmpreise, unter anderem als bester Films, erhielten jeweils 9 Nominierungen.

Avatar: Fire and Ash“ ist für zwei Oscars nominiert: beste Kostüme und Visual Effects.

Wicked – Teil 2“ erhielt keine einzige Nominierung. Der erste Teil erhielt 10 Nominierungen und gewann 2 Oscars.

Weil ich davon ausgehe, dass „One Battle after another“, das unter anderem den Golden-Globe-Gewinner als bestes Musical oder Comedy erhielt, in den Hauptkategorien (bester Film, Regie, Drehbuch abräumt, bei den Schauspielkategorien auch einige Oscars gewinnen wird und die Kamera ebenfalls preiswürdig ist) gewinnen wird, sage ich jetzt, dass der Film für mich der große Favorit ist.

Saints & Sinners“, ebenfalls gelungen, dürfte in einigen anderen Kategorien gewinnen.

Der Oscar für den besten internationalen Film dürfte an „Sentimental Values“ gehen.

Soweit mein Blick in die Glaskugel.

Das gesagt, sind eigentlich alle nominierten Filme sehenswert.

Nominiert sind in 24 Kategorien:

Best Motion Picture of the Year

Bugonia (Ed Guiney, Andrew Lowe, Yorgos Lanthimos, Emma Stone, Lars Knudsen)

F1 (Chad Oman, Brad Pitt, Dede Gardner, Jeremy Kleiner, Joseph Kosinski, Jerry Bruckheimer)

Frankenstein (Guillermo del Toro, J. Miles Dale, Scott Stuber)

Hamnet (Liza Marshall, Pippa Harris, Nicolas Gonda, Steven Spielberg, Sam Mendes)

Marty Supreme (Eli Bush, Ronald Bronstein, Josh Safdie, Anthony Katagas, Timothée Chalamet) (wird zum Kinostart abgefeiert)

One Battle After Another (Adam Somner, Sara Murphy, Paul Thomas Anderson)

The Secret Agent (Emilie Lesclaux)

Sentimental Value (Maria Ekerhovd, Andrea Berentsen Ottmar)

Blood & Sinners (Sinners) (Zinzi Coogler, Sev Ohanian, Ryan Coogler)

Train Dreams (Marissa McMahon, Teddy Schwarzman, Will Janowitz, Ashley Schlaifer, Michael Heimler)

Best Achievement in Directing

Chloé Zhao (Hamnet)

Paul Thomas Anderson (One Battle After Another)

Ryan Coogler (Blood & Sinners)

Joachim Trier (Sentimental Value)

Josh Safdie (Marty Supreme)

Best Original Screenplay

Blue Moon (Robert Kaplow)

Ein einfacher Unfall (Jafar Panahi, Shadmehr Rastin, Nader Saïvar, Mehdi Mahmoudian)

Marty Supreme (Josh Safdie, Nader Saïvar, Shadmehr Rastin, Mehdi Mahmoudian)

Sentimental Value (Joachim Trier, Eskil Vogt)

Blood & Sinners (Ryan Coogler)

Best Adapted Screenplay

Bugonia (Will Tracy)

Frankenstein (Guillermo del Toro)

Hamnet (Maggie O’Farrell, Chloé Zhao)

One Battle After Another (Paul Thomas Anderson)

Train Dreams (Clint Bentley, Greg Kwedar)

Best International Feature Film

The Secret Agent (Brazil)

Ein einfacher Unfall (France)

Sentimental Value (Norway)

Sirât (Spain)

Die Stimme von Hind Rajab (Tunisia)

Best Animated Feature Film

Arco (Ugo Bienvenu, Félix de Givry, Sophie Mas, Natalie Portman)

KPop Demon Hunters (Maggie Kang, Chris Appelhans, Michelle Wong)

Little Amélie or The Character of Rain (Maïlys Vallade, Liane-Cho Han Jin Kuang, Nidia Santiago, Henri Magalon)

Zoomania 2 (Jared Bush, Byron Howard, Yvett Merino)

Elio (Madeline Sharafian, Domee Shi, Adrian Molina, Mary Alice Drumm)

Best Performance by an Actor in a Leading Role

Timothée Chalamet (Marty Supreme)

Leonardo DiCaprio (One Battle After Another)

Ethan Hawke (Blue Moon)

Michael B. Jordan (Blood & Sinners)

Wagner Moura (The Secret Agent)

Best Performance by an Actress in a Leading Role

Jessie Buckley (Hamnet)

Rose Byrne (If I Had Legs I’d Kick You)

Renate Reinsve (Sentimental Value)

Emma Stone (Bugonia)

Kate Hudson (Song Sung Blue)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role

Benicio Del Toro (One Battle After Another)

Sean Penn (One Battle After Another)

Stellan Skarsgård (Sentimental Value)

Jacob Elordi (Frankenstein)

Delroy Lindo (Blood & Sinners)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role

Elle Fanning (Sentimental Value)

Inga Ibsdotter Lilleaas (Sentimental Value)

Amy Madigan (Weapons – Die Stunde des Verschwindens)

Teyana Taylor (One Battle After Another)

Wunmi Mosaku (Blood & Sinners)

Best Achievement in Cinematography

Frankenstein (Dan Laustsen)

Marty Supreme (Darius Khondji)

One Battle After Another (Michael Bauman)

Blood & Sinners (Autumn Durald Arkapaw)

Train Dreams (Adolpho Veloso)

Best Achievement in Film Editing

F1 (Stephen Mirrione)

Marty Supreme (Ronald Bronstein, Josh Safdie)

One Battle After Another (Andy Jurgensen)

Blood & Sinners (Michael P. Shawver)

Sentimental Value (Olivier Bugge CouttéO)

Best Achievement in Production Design

Frankenstein (Tamara Deverell (production designer), Shane Vieau (set decorator))

Hamnet (Fiona Crombie (production designer), Alice Felton (set decorator))

Marty Supreme (Jack Fisk (production designer), Adam Willis (set decorator))

Blood & Sinners (Hannah Beachler (production designer), Monique Champagne (set decorator))

One Battle After Another (Florencia Martin (production designer), Anthony Carlino (set decorator))

Best Achievement in Costume Design

Frankenstein (Kate Hawley)

Hamnet (Malgosia Turzanska)

Blood & Sinners (Ruth E. Carter)

Marty Supreme (Miyako Bellizzi)

Avatar: Fire and Ash (Deborah L. Scott)

Best Sound

F1 (Gareth John, Al Nelson, Gwendolyn Yates Whittle, Gary A. Rizzo, Juan Peralta)

Frankenstein (Greg Chapman, Nathan Robitaille, Nelson Ferreira, Christian T. Cooke, Brad Zoern)

One Battle After Another (José Antonio García, Christopher Scarabosio, Tony Villaflor)

Blood & Sinners (Chris Welcker, Benjamin A. Burtt, Felipe Pacheco, Brandon Proctor, Steve Boeddeker)

Sirât (Amanda Villavieja, Laia Casanovas, Yasmina Praderas)

Best Achievement in Makeup and Hairstyling

Frankenstein (Mike Hill, Jordan Samuel, Cliona Furey)

Kokuhô (Kyôko Toyokawa, Naomi Hibino, Tadashi Nishimatsu)

Blood & Sinners (Ken Diaz, Michael Fontaine, Shunika Terry)

The Smashing Machine (Kazu Hiro, Glen P. Griffin, Björn Rehbein)

The Ugly Stepsister (Thomas Foldberg, Anne Cathrine Sauerberg)

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures (Original Score)

Bugonia (Jerskin Fendrix)

Frankenstein ( Alexandre Desplat)

Hamnet (Max Richter)

Blood & Sinners (Ludwig Göransson)

One Battle After Another (Jonny Greenwood)

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures (Original Song)

Diane Warren: Relentless (Diane Warren (music and lyric)) für „Dear Me“

KPop Demon Hunters (EJAE(music and lyric), Mark Sonnenblick, Joong Gyu-kwak, Lee Yu-han, Nam Hee-dong, Teddy Park, Jeong Seong-Hoon) für „Golden“

Blood & Sinners (Ludwig Göransson (music and lyric), Raphael Saadiq (music and lyric)) für „I Lied to You“

Viva Verdi (Nicholas Pike (music and lyric)) für „Sweet Dreams of Joy“

Train Dreams (Nick Cave (music and lyric), Bryce Dessner (music)) für „Train Dreams“

Best Achievement in Visual Effects

Avatar: Fire and Ash (Joe Letteri, Richard Baneham, Eric Saindon, Daniel Barrett)

F1 (Ryan Tudhope, Nicolas Chevallier, Robert Harrington, Keith Dawson)

Jurassic World: Die Wiedergeburt (David Vickery, Stephen Aplin, Charmaine Chan, Neil Corbould)

The Lost Bus (Charlie Noble, David Zaretti, Russell Bowen, Brandon K. McLaughlin)

Blood & Sinners (Michael Ralla, Espen Nordahl, Guido Wolter, Donnie Dean)

Best Documentary Feature

The Alabama Solution (Andrew Jarecki, Charlotte Kaufman)

Come See Me in the Good Light (Ryan White, Jessica Hargrave, Tig Notaro, Stef Willen)

Cutting Through Rocks (Sara Khaki, Mohammadreza Eyni)

Ein Nobody gegen Putin (Nominierte noch nicht veröffentlicht)

The Perfect Neighbor (Geeta Gandbhir, Alisa Payne, Nikon Kwantu, Sam Bisbee)

Best Animated Short Film

Schmetterling (Florence Miailhe, Ron Dyens)

Forevergreen (Nathan Engelhardt, Jeremy Spears)

Das Mädchen, das Perlen weinte (Chris Lavis, Maciek Szczerbowski)

Retirement Plan (John Kelly, Andrew Freedman)

The Three Sisters (Konstantin Bronzit)

Best Live Action Short Film

Butcher’s Stain (Meyer Levinson-Blount, Oron Caspi)

A Friend of Dorothy (Lee Knight, James Dean)

Jane Austen’s Period Drama (Julia Aks, Steve Pinder)

The Singers (Sam A. Davis, Jack Piatt)

Deux personnes échangeant de la salive (Alexandre Singh, Natalie Musteata)

Best Documentary Short Film

All die leeren Zimmer (Joshua Seftel, Conall Jones)

Armed Only with a Camera: The Life and Death of Brent Renaud (Craig Renaud, Juan Arredondo)

Children No More: Were and are Gone (Hilla Medalia, Sheila Nevins)

The Devil Is Busy (Christalyn Hampton, Geeta Gandbhir)

Perfectly a Strangeness (Alison McAlpine)

Best Casting (eine neue Kategorie)

Hamnet (Nina Gold)

Marty Supreme (Jennifer Venditti)

One Battle After Another (Cassandra Kulukundis)

The Secret Agent (Gabriel Domingues)

Blood & Sinners (Francine Maisler)

Honorary Award

Tom Cruise

Wynn Thomas

Debbie Allen


Neu im Kino/Filmkritik: Über den Screenlife-Science-Fiction-Thriller „Mercy“

Januar 22, 2026

Mit „Barmherzigkeit“ oder „Gnade” hat das „Mercy”-Programm nichts zu tun. Es wurde in Kalifornien installiert als Mittel gegen die überbordende Kriminalität. Das Programm simuliert ein Gerichtsverfahren mit Verteidigung, Jury und Richter mittels den in verschiedenen Datenbanken erhältlichen Informationen und Künstlicher Intelligenz. Am Ende steht das Urteil. Meistens die Todesstrafe, die sofort vollstreckt wird. Das Programm ist der feuchte Traum eines Law&Order-Fanatikers – und der Alptraum jedes Menschen, der auch nur im Ansatz an so etwas wie ein faires Gerichtsverfahren und den Rechtsstaat glaubt.

Die Regierung ist über die hundertprozentige Verurteilungsrate und die spürbar abgenommene Kriminalität hocherfreut.

Jetzt, wir schreiben den 14. August 2029, erwacht LAPD-Detective Chris Raven (Chris Pratt), einer der ersten und lautstärksten Befürworter des Programms, in einem Mercy-Gerichtssaal. Judge Maddox (Rebecca Ferguson), eine KI-Visualisierung, sagt ihm, dass er angeklagt sei, seine Frau ermordet zu haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass er die Tat begangen hat, liegt in diesem Moment bei fast 100 Prozent. Raven kann jetzt sofort die Tat gestehen, oder in den folgenden neunzig Minuten, die im Film in Echtzeit gezeigt werden, seine Unschuld beweisen. Dafür kann er alle im System gespeicherten Daten, wozu auch Bodycam-Aufnahmen, diverse Überwachungskameras, Smartphone-Aufnahmen und Chats gehören, anfordern und bestimmte Menschen anrufen.

Raven beteuert seine Unschuld. Und obwohl der Fall auf den ersten Blick wasserdicht ist, beginnt er zu kämpfen.

Timur Bekmambetow („Wanted“, „Ben Hur“) erzählt die Geschichte in Echtzeit und in einem Raum, der im Film pompös groß ist. Raven ist an einen ebenso pompösen Rollstuhl gefesselt. Er kann nur seine Finger bewegen. Mit diesen und seiner Stimme kann er Programme und Dateien aufrufen. Diese Dateien schweben dann durch den Raum. Aber all der visuelle Bohei kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Mercy” ein Desktop-Thriller ist, wie die von Bekmambetow produzierten Thriller „Searching“ (2018)

und „Missing” (2023). In diesen beiden sehenswerten Filmen, die ausschließlich vor einem Computerbildschirm spielen, beeindruckte, wie gut der Blick auf die relevanten Informationen gelenkt wurde. In „Missing“ war außerdem schockierend, auch wenn die Macher sicher etwas übertrieben, wie viele Informationen über einen Menschen in öffentlichen zugänglichen Datenbanken gefunden werden können.

In „Mercy” erledigen diese Blickführung des Zuschauers eine extrovertierte Kamera, viele Schnitte und teils die Grenze zur Lächerlichkeit überschreitenden Dialoge zwischen Raven und Maddox in einem Pseudo-Gerichtsprozess. In ihm werden alle Regeln eines ordnungsgemäßen Gerichtsverfahrens ignoriert zugunsten einer schlechten TV-Show, in der der Angeklagte sich zum Schein verteidigen darf. Er hat keinen Anwalt, kennt die Beweise gegen ihn nicht, hat in den meisten Fällen keine Ahnung, wie er seine Unschuld beweisen kann, und er ist unter extremem Zeitdruck. Da würde sogar Perry Mason ins Schwitzen geraten.

Judge Maddox verhält sich öfter wie eine schlecht programmierte Software. In der einen Sekunde klingt sie wie eine unparteiische Richterin, in der nächsten wie ein schlecht programmiertes altertümliches Sprachprogramm, das, eine bestimmte Antwort erwartend, stupide die letzte Frage wiederholt, im übernächtsten pocht sie auf Regeln, die sie einige Sekunden später über den Haufen wirft und am Ende agiert sie vollkommen frei.

Der Plot ist, wenn wir das ganze technische Brimborioum weglassen, ein Standard-Noir-Plot: ein Unschuldiger muss beweisen, dass er ein Verbrechen (meistens einen Mord) nicht begangen hat. Auch wenn wir in diesem Fall nicht wissen, ob Raven unschuldig ist, ändert das nichts an dem Plotmuster.

Bekmambetow erzählt, nach einem Drehbuch von Marco van Belle, diese Geschichte mit vielen technischen Spielereien in Echtzeit. Und damit ungeduldige Zuschauer immer darüber informiert sind, wann der Film endet, blinkt eine rückwärts ablaufende Uhr in Richtung spätestem Prozessende. Denn selbstverständlich kann der Angeklagte mit einem Geständnis den Prozess jederzeit verkürzen. (Mich lenkte diese Uhr immer wieder ab, weil sie mir zuverlässig verriet, an welchem Punkt in der Geschichte wir sind und wann das Drama endet.)

Über die Story selbst sollte nicht weiter nachgedacht werden. Zu vieles ist dann unlogisch oder nicht konsequent durchdacht. Das gilt für den Kriminalfall und die Welt, in der der Thriller spielt.

Am Ende ist „Mercy“, auch wegen der Optik, nur ein vernachlässigbarer Streamingfilm, der sich ins Kino verirrt hat.

Mercy (Mercy, USA 2026)

Regie: Timur Bekmambetow

Drehbuch: Marco van Belle

mit Chris Pratt, Rebecca Ferguson, Kali Reis, Annabelle Wallis, Chris Sullivan, Kylie Rogers

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Mercy“

Metacritic über „Mercy“

Rotten Tomatoes über „Mercy“

Wikipedia über „Mercy“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Timur Bekmambetows „Abraham Lincoln, Vampirjäger (Abraham Lincoln: Vampire Hunter, USA 2012)

Meine Besprechung von Timur Bekmambetows „Ben Hur“ (Ben-Hur, USA 2016)


TV-Tipp für den 22. Januar: In den besten Händen

Januar 21, 2026

One, 23.20

In den besten Händen (La Fracture, Frankreich 2021)

Regie: Catherine Corsini

Drehbuch: Catherine Corsini

Paris, Dezember 2018: Draußen protestieren die Gelbwesten. Drinnen herrscht in der Notaufnahme eines Krankenhaues das (künstlerisch enorm verdichtete) normale Chaos mit überfordertem Personal und hysterischen Patienten, die wir im Lauf der Nacht besser kennen lernen.

Hochenergetisch, mit viel Schwarzem Humor, durchaus plakativ und mit pseudokumentarischer Handkamera erzählter Einblick in das französische Gesundheitswesen. Dabei wird die Notaufnahme zu einem Mikrokosmos der französischen Gesellschaft, ihrer Probleme und Verwerfungen. Sehenswert!

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Marina Foïs, Valeria Bruni Tedeschi, Pio Marmaï, Aissatou Diallo Sagna, Caroline Estremo, Jean-Louis Coulloc’h, Camille Sansterre, Marin Laurens, Ferdinand Perez

Hinweise

AlloCiné über „In den besten Händen“

Moviepilot über „In den besten Händen“

Metacritic über „In den besten Händen“

Rotten Tomatoes über „In den besten Händen“

Wikipedia über „In den besten Händen“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Catherine Orsinis „La belle saison – Eine Sommerliebe“ (La belle saison, Frankreich/Belgien 2015) und der Blu-ray

Meine Besprechung von Catherine Corsinis „In den besten Händen“ (La Fracture, Frankreich 2021)

Meine Besprechung von Catherine Corsinis „Rückkehr nach Korsika“ (Le retour, Frankreich 2023)


TV-Tipp für den 21. Januar: Bad Director

Januar 20, 2026

Herzlichen Glückwunsch zum heutigen Geburtstag, Oskar Roehler!

Arte, 22.55

Bad Director (Deuschland 2023)

Regie: Oskar Roehler

Drehbuch: Oskar Roehler

LV: Oskar Roehler: Selbstverfickung, 2017

Regisseur Gregor Samsa (Oliver Masucci) ist dauerfrustriert und findet alles zum Kotzen. Bis er sich in eine Prostituierte verliebt.

TV-Premiere. Ein typischer Roehler. „Bad Director“ ist kein perfekter Film, sondern eine über zweistündige bewusst dilettantische Dauerprovokation, ein gnadenloser Rundumschlag – und eine köstliche, vor Selbstironie strotzende Mediensatire, die mit 131 Minuten, wie jeder Rant, zu lang geraten ist.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Oliver Masucci, Bella Dayne, Anne Ratte-Polle, Elie Kaempfen, Götz Otto, Jürgen Tröster, Anton Rattinger, Norbert Ghafouri, Samuel Finzi

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Bad Director“

Moviepilot über „Bad Director“

Wikipedia über „Bad Director“

Meine Besprechung von Oskar Roehlers „Tod den Hippies – Es lebe der Punk!“ (Deutschland 2015)

Meine Besprechung von Oskar Roehlers „HERRliche Zeiten“ (Deutschland 2018)

Meine Besprechung von Oskar Roehlers „Bad Director“ (Deuschland 2023)


Cover der Woche

Januar 20, 2026

Feine Privatdetektivkrimiserie. Lesebefehl!


TV-Tipp für den 20. Januar: Anatomie eines Falls

Januar 19, 2026

MDR, 22.55

Anatomie eines Falls (Anatomie d’une chute, Frankreich 2023)

Regie: Justine Triet

Drehbuch: Justine Triet, Arthur Harari

Fiel Samuel Maleski aus dem Fenster oder half seine Frau Sandra Voyter etwas nach? Über zweieinhalb spannende Stunden rollt Justine Triet diesen Fall akribisch auf.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Sandra Hüller, Swann Arlaud, Milo Machado Graner, Antoine Reinartz, Samuel Theis, Jehnny Beth

Hinweise

Moviepilot über „Anatomie eines Falls“

AlloCiné über „Anatomie eines Falls“

Metacritic über „Anatomie eines Falls“

Rotten Tomatoes über „Anatomie eines Falls“

Wikipedia über „Anatomie eines Falls“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Justine Triets „Anatomie eines Falls“ (Anatomie d’une chute, Frankreich 2023)


R. i. P. Ralph Towner

Januar 19, 2026

R. i. P. Ralph Towner (1. März 1940, Chehalis, Washington – 18. Januar 2026, Rom, Italien)

Einer der großen Jazzgitarristen, Abteilung Fusion und Weltmusik, klassisch ausgebildet, normalerweise Akustikgitarre spielend und ein stilprägender ECM-Künstler der ersten Stunde.

Deshalb, ohne weitere Worte:

Ralph Towner spielt

Ralph Towner redet

Weitere Informationen über ihn auf seiner Homepage, bei ECM und Allmusic.


TV-Tipp für den 19. Januar: Die untreue Frau

Januar 18, 2026

Arte, 20.15

Die untreue Frau (La Femme infidéle, Frankreich/Italien 1968)

Regie: Claude Chabrol

Drehbuch: Claude Chabrol

Anwalt Charles glaubt, dass seine Frau Hélène ihn betrügt. Ein von ihm engagierte Privatdetektiv bestätigt Charles‘ Verdacht. Er besucht den Nebenbuhler und tötet ihn im Affekt. Wie wird seine Frau darauf reagieren?

Ein Chabrol-Klassiker

Und wer danach tiefer in die Welt von Chabrol eintauchen will, kann in der Arte Mediathek im Moment sieben seiner Spielfilme (alle entstanden zwischen 1967 und 1971 und damit alle Klassiker) und drei Dokumentation über sein Werk ansehen.

mit Stéphane Audran, Michel Bouquet, Maurice Ronet, Michel Duchaussoy, Guy Marly, Serge Bento

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die untreue Frau“

Wikipedia über „Die untreue Frau“ (deutsch, englisch, französisch) und Claude Chabrol (deutsch, englisch, französisch)

Mein Nachruf auf Claude Chabrol

Claude Chabrol in der Kriminalakte