Vox, 22.10 Leverage: Bruchlandung/Auf dünnem Eis(USA 2012, Regie: John Rogers, Marc Roskin)
Drehbuch: John Rogers, M. Scott Veach, Paul Guyot
Erfinder: John Rogers, Chris Downey
Das wurde aber auch Zeit: arg lieblos strahlt Vox die fünfte und letzte Staffel der witzigen Gaunerserie „Leverage“ aus. In den USA lief sie bereits vor zwei Jahren. In fünfzehn Folgen helfen Nathan Ford und sein aus Verbrechern bestehendes Team Menschen, denen sonst niemand hilft, gegen die ganz großen Gauner.
Wer mehr „Leverage“ will: In den USA erschienen nach dem Serienende die von der Serie inspierierten „Leverage“-Romane „The Zoo Job“ von Keith R. A. DeCandido, „The Con Job“ von Matt Forbeck und „The Bestseller Job“ von Greg Cox.
mit Timothy Hutton (Nathan Ford), Gina Bellman (Sophie Devereaux), Christian Kane (Eliot Spencer), Beth Riesgraf (Parker), Aldis Hodge (Alec Hardison)
Wahrscheinlich werden alle zusehen wollen, wie ein Haufen Männer hinter einem Ball herrennt, aber es gibt auch
Arte, 20.15
Das unsichtbare Mädchen (Deutschland 2011, Regie: Dominik Graf)
Drehbuch: Friedrich Ani, Ina Jung
Vor elf Jahren verschwand die achtjährige Sina. Obwohl ihre Leiche nie gefunden wird, ist ihr Mörder, ein geistig behinderter junger Mann, schnell gefunden. Als Tanner bei aktuellen Ermittlungen über diesen alten Fall stolpert, zweifelt er immer mehr, ob damals wirklcih der richtige Mann verurteilt wurde.
Gewohnt guter Krimi von Dominik Graf, nach einem Drehbuch von Friedrich Ani und Ina Jung, die für eine Doku über die 2001 spurlos in Oberfranken verschwundene Peggy recherchierte. Ihre Recherchen bildeten die Grundlage für „Das unsichtbare Mädchen“.
mit Elmar Wepper, Ulrich Noethen, Ronald Zehrfeld, Silke Bodenstein, Tim Bergmann
Milan (Olivier Marchal) und Victor (Jacques Gamblin) sind Jugendfreunde, waren Nachtclubbesitzer, die vor sechs Jahren, aufgrund eines finanziellen Engpasses, ein illegales Geschäft in Mexiko durchzogen, mächtig Ärger bekamen, und sich danach trennten. Victor eröffnete ein Nobelrestaurant. Milan betreibt den Nachtclub weiter.
Da wird Serki (Carlo Brandt) vorzeitig aus der Haft entlassen. Er kommt nach Paris, um sich an Victor und Milan für den Verrat in Mexiko zu rächen.
Und was jetzt der Auftakt zu einem spannendem französisichem Thriller, gerne mit einer ordentlichen Portion Noir und Action, werden könnte, wird zu einer erstaunlich langweiligen Angelegenheit. Immerhin schrieb Regisseur Edgar Marie auch am Drehbuch für „A Gang Story“ mit, das Olivier Marchal verfilmte. Der Ex-Polizist Marchal selbst war als Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler in etliche Filme involviert, die in den vergangenen Jahren bei Genrefans zum glänzenden Ruf von französischen Kriminalfilmen beitrugen. Ich sage nur „36 – Tödliche Rivalen“, „MR 73 – Bis dass der Tod dich erlöst“ und „Diamond 13“.
Aber hier liefern sie ein laues Lüftchen ab, das wie die auf Spielfilmlänge gestreckte Nebengeschichte eines anderen Films wirkt. Denn über Milan und Victor erfahren wir fast nichts und die Beschwörung ihrer Freundschaft wirkt hohl. Da helfen auch nicht mehr die zahlreichen atmosphärischen Aufnahmen vom nächtlichen Paris, inclusive einer Paddeltour auf der Seine.
Paris Countdown – Die Zeit läuft ab(Paris Countdown/Le jour Attendra, Frankreich 2013)
Regie: Edgar Marie
Drehbuch: Edgar Marie
mit Jacques Gamblin, Olivier Marchal, Carlo Brandt, Reda Kateb, Igor Skreblin, Francis Renaud, Anne Charrier
– DVD
Tiberius Film
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch (DTS, Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Trailer
Länge: 86 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
– Hinweise AlloCiné über „Paris Countdown“ Moviepilot über „Paris Countdown“ Rotten Tomatoes über „Paris Countdown“ Wikipedia über „Paris Countdown“
Nein, viel Zeit nimmt sich Qunshu Gao wirklich nicht. „Wind Blast – Der Hauch des Todes“ beginnt sofort mit einem Auftragsmord auf der Terrasse eines innerstädtischen Restaurants. Dann geht es in der Wüste Gobi weiter, wo irgendwelche Männer, eine gut aussehende Dunkelhaarige und eine Schwangere sich gegenseitig das Leben schwer machen. Warum wird allerdings nur viel zu langsam klar.
Es sind, auf der einen Seite, Polizisten, die den Auftragsmörder jagen, verhaften und beschützen, weil er ein Bild von seinem Auftraggeber machte. Der Mörder will sich hier mit seiner schwangeren Freundin treffen. Auf der anderen Seite gibt es ein Killerpärchen, das auch das Bild will. Das von allen begehrte Bild muss als Begründung für viel Remmidemmi in der Wüste herhalten.
Aber weil alle Charaktere noch nicht einmal eindimensional, sondern, abgesehen von ihren Kleidern (ein Cowboyhut, ein Mantel, eine rote Jacke), vollkommen austauschbar sind, kommt auch nie der Hauch des Interesses an den Charakteren, ihrem oft vollkommen seltsamem Verhalten und der chaotisch erzählten Geschichte auf. Es ist einfach nur eine öde Endlosklopperei in der Wüste. So als hätte Regisseur Qunshu Gao (der auch das Drehbuch schrieb) ein Drehbuch von Luc Besson gefunden, eifrig die von ihm produzierten Filme studiert und jetzt alle Marotten der Besson-Factory, wie Action-Szenen im Schnittgewitter, Gegenlicht und Lichtfilter, immer exzessiv bis zum Umfallen und ohne Sinn und Verstand, übernommen nach der Methode ‚was für Frankreich gut ist, kann für China nicht schlecht sein‘. Ein guter Film entsteht so nicht. Auch kein genießbarer Action-Western vor menschenleerer Kulisse, sondern nur ein in jeder Beziehung schlechter, langweiliger und vollkommen überflüssiger Film.
Wind Blast – Der Hauch des Todes(Wind Blast/Xi Feng Lie, China 2010)
Regie: Qunshu Gao
Drehbuch: Qunshu Gao
mit Yihong Duan, Zhang Li, Guowei Ma, Francis Ng, Dahong Ni
– DVD
Tiberius Film
Bild: 1,85:1 (16:9)
Ton: Deutsch (DTS 5.1, Dolby Digital 5.1/2.0), Chinesisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Trailer
Länge: 114 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
– Hinweise Rotten Tomatoes über „Wind Blast“ Moviepilot über „Wind Blast“
Drehbuch: Francis Veber, Daniel Saint-Harmont, Alexandre Arcady
LV: Jay Cronley: Quick Change, 1981
Für Grimm und sein Team beginnen die wahren Probleme erst nach dem Banküberfall auf dem Weg zum Flughafen.
„Der Boß“ ist der angenehmste Film der Achtziger von Jean-Paul Belmondo: eine lockere Krimikomödie mit Action-Einlagen. Während des Banküberfalls kann Belmondo in einem Clownskostüm dem Affen Zucker geben.
Mit Jean-Paul Belmondo, Guy Marchand, Kim Cattrall
Open Range – Weites Land (USA 2003, R.: Kevin Costner)
Drehbuch: Craig Storper
LV: Lauran Paine: The Open Range Man, 1990 (später auch „Open Range“)
Als der tyrannische Rancher Baxter die Herde der beiden seit Ewigkeiten zusammen reitenden Cowboys Spearman und Waite stehlen will, hat er sich mit den falschen angelegt.
Schöner Western, der angenehm altmodisch auf jeglichen modernen Schnickschnack verzichtet und ruhig seine Geschichte erzählt.
mit Robert Duvall, Kevin Costner, Annette Bening, Michael Gambon, Michael Jeter, Diego Luna, James Russo, Kim Coates
Arte, 20.15 Im Westen nichts Neues (USA 1930, Regie: Lewis Milestone)
Drehbuch: Del Andrews, Maxwell Anderson, George Abbott, Lewis Milestone
LV: Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues, 1928
Deutschland, 1915: Paul Bäumer und seine Mitschüler melden sich, angestiftet von einer Kampfrede ihres Lehrers, begeistert zum Fronteinsatz. Schon während der Ausbildung werden ihnen die Träume über das heldenhafte Soldatenleben ausgetrieben. Dann kommen sie an die Westfront – als Kanonenfutter.
Klassiker des Antikriegsfilm, der den Oscar als bester Film des Jahres erhielt und der mich, als ich ihn als Teenager sah, wirklich beeindruckte. Denn er war (und ist) wirkungsvoller und brutaler als viele neuere Filme.
Ebenfalls beeindruckend ist die Zensurgeschichte. Denn schon kurz nach der Uraufführung wurde der Film beschnitten. In Deutschland wurde nur eine gekürzte Version gezeigt, die dennoch sofort das Hassobjekt der Nazis wurde. Die SA störte Aufführungen des antideutschen Films und schon wenige Tage nach seiner deutschen Premiere war er verboten. In „Skandalfilme“ zeichnet Stefan Volk diese Geschichte genau nach.
Anschließend läuft, um 22.25 Uhr, die halbstündige Doku „Geschundenes Zelluloid“ (Deutschland 1984) über die Zensurgeschichte von „Im Westen nichts Neues“.
Mit Lew Ayres, Louis Wolheim, John Wray, ‚Slim‘ Summerville, Russell Gleason Wiederholung: Montag, 30. Juni, 13.30 Uhr Hinweise Arte über „Im Westen nichts Neues“ Rotten Tomatoes über „Im Westen nichts Neues“ Turner Classic Movies über „Im Westen nichts Neues“
Wikipedia über „Im Westen nichts Neues“ (deutsch, englisch)
LV: Elmore Leonard: Out of sight, 1996 (Zuckerschnute, Out of sight)
Auf der Flucht verbringt Jack Foley im Kofferraum einige Zeit mit Debputy U. S. Marshal Karen Sisco. Zwischen ihnen funkt es gewaltig. Als Jack in Detroit seinen letzten Coup plant, erscheint auch Karen auf der Bildfläche.
Hochgelobte und uneingeschränkt empfehlenswerte Leonard-Verfilmung mit George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina, Luis Guzman
Von Elmore Leonards Homepage: “Out of Sight, like Get Shorty, was a totally happy film experience for Elmore. The Get Shorty production team and writer: Danny DeVitos Jersey Films and screenwriter Scott Frank, once again collaborated on an Elmore Leonard project. Jersey signed Steven Soderbergh to direct and he cast George Clooney and Jennifer Lopez in the lead roles. (…) Clooney and Lopez added considerable sizzle to Out of Sight. Steve Zahn is hilarious as a stoner car thief; Ving Rhames, Don Cheadle and Isaiah Washington are all deadly and cool. Albert Brooks was a pleasant surprise. He makes the most out of the Ripley character. It was Scott Frank who took Ripley, off-stage in the book, and made him a key character. After Scott finished his screenplay, Elmore disagreed with the Ripley move and the ´happy´ movie ending, but admitted he was right after seeing the finished film. Out of Sight has a great look thanks to Steven Soderberghís masterful direction and Scott Frank’s savvy script. The film was a critical success but a box office so-so because of an unfortunate summer release date.”
Nach „Die Profis“ war Lewis Collins ein Weltstar. Er war sogar als neuer James Bond im Gespräch und er wäre sicher ein guter Bond geworden. Aber es kam anders. Nach der TV-Serie war er nur noch in dem in England spielendem Action-Thriller „Das Kommando“, der durchaus als James-Bond-Bewerbungsvideo gesehen werden kann, und in den Söldner-Filmen „Geheimcode Wildgänse“, „Kommando Leopard“ und „Der Commander“ im Kino zu sehen.
In den vergangenen Jahren waren die Filme teils gekürzt und weitgehend ohne Bonusmaterial eher schlecht als recht erhältlich. Nach einer Neuprüfung sind sie jetzt alle „frei ab 16 Jahre“ und ungekürzt erhältlich. Auch das Bonusmaterial ist erfreulich umfangreich ausgefallen; bei den Blu-rays wurde teils noch eine Schippe draufgelegt.
Anthony M. Dawson (eigentlich Antonio Margheriti) inszenierte alle drei Filme mit einem überschaubarem Budget in einem durchaus flotten Tempo, das allerdings auch nicht verdecken kann, dass die Geschichten wild zusammengeklaut sind, teilweise wie der Zusammenschnitt von mehreren Filmen wirken und vor allem Söldner- und Dschungel-Romantik liefern. Mit einer ordentlichen Portion handgemachter Action, was heute, nach dem x-ten CGI-Gewitter, Spaß macht. Vor allem wenn Brücken, Staudämme, Fahrzeuge und Gebäude, gerne Lagerhallen mit Drogen, in die Luft gesprengt oder in Flammen aufgehen. Dazu laufen schwitzende Männer, wild um sich schießend, durch das Bild.
In „Geheimcode Wildgänse“ soll eine von Lewis Collins angeführte Söldnergruppe im Goldenen Dreieck ein Heroinlager vernichten.
In „Kommando Leopard“ ist Collins dann „El Leopardo“, ein legendärer Guerilla-Führer, der gegen Silveira und die von ihm geführte Militär-Diktatur kämpft.
In „Der Commander“ spielt Collins wieder einen Söldner, der wieder im Goldenen Dreieck ein Drogenlager vernichten soll – und wieder spielen seine Auftraggeber ein doppeltes Spiel.
Die Story ist in allen drei Filmen der Vorwand, um Männer durch den Dschungel kämpfen zu lassen und, möglichst fotogen, möglichst viel in die Luft zu jagen, zu schießen und sich zu schlagen. Immer ist, hauptsächlich als Eye Candy, auch eine Frau dabei. Einige Altstars, wie Klaus Kinski, Lee Van Cleef und Donald Pleasance, und, auf deutscher Seite, versierte Synchronsprecher, wie Manfred Lehmann, Thomas Danneberg und Frank Glaubrecht, spielen mit. Das hat dann schon etwas von einem Betriebsausflug in südliche Gefilde.
Für die Filmgeschichte sind „Geheimcode Wildgänse“, „Kommando Leopard“ und „Der Commander“ mehr als vernachlässigbare Werke, aber für die Fans von 80er-Jahre-Actionfilmen sind die Söldnerfilme einen kleinen Blick wert. Es gibt Action, Explosionen, eine herrliche Exploitation-Atmosphäre (man hat die Zeitungsschlagzeilen genommen und eine mehr als krude Story drumherum geschrieben) und schön gezeichnete Plakate, die es dieses Mal auch auf das DVD-Cover (und Wendecover) geschafft haben.
Dabei ist „Geheimcode Wildgänse“ der beste der drei Filme. „Kommando Leopard“ verlegt dann die ganze Geschichte mehr oder weniger nach Südamerika. Dass dann Lewis Collins ein südamerikanischer Revolutionsführer sein soll, ist nicht besonders glaubwürdig. Auch weil er auf jegliche Revolutionärsprosa verzichtet. Stattdessen kämpft er sich in bester Söldner-Manier mit seinen Männern durch den Dschungel. „Der Commander“ ist „Geheimcode Wildgänse“ mit einem geringem Budget und nicht verwandten Aufnahmen von „Geheimcode Wildgänse“.
Geheimcode Wildgänse(Deutschland/Schweiz/Italien 1984)
Regie: Anthony M. Dawson
Drehbuch: Michael Lester
mit Lewis Collins, Ernest Borgnine, Lee Van Cleef, Mimsy Farmer, Klaus Kinski, Manfred Lehmann, Thomas Danneberg, Frank Glaubrecht, Wolfgang Pampel, Hartmut Neugebauer
– DVD
Ascot Elite
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch, Französisch, Italienisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Audiokommentar, Film Soundtrack (von Eloy), Fotogalerie, Kinotrailer, „Mädchen, Machos und Moneten – Die unglaubliche Geschichte des Schweizer Kinounterunternehmers Erwin C. Dietrich“ (Sachbuch von Benedikt Eppenberger und Daniel Stapfer, als pdf), Wendecover
Länge: 98 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
–
Kommando Leopard (Deutschland/Schweiz/Italien 1985)
Regie: Anthony M. Dawson
Drehbuch: Roy Nelson
mit Lewis Collins, Klaus Kinski, Manfred Lehmann, Cristina Donadio, John Steiner, Thomas Danneberg, Hans Leutenegger, Alan C. Walker, Subas Herrera
– DVD
Ascot Elite
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch, Französisch, Italienisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Audiokommentar, Behind the Scenes Audiokommentar, Fotogalerie, Kinotrailer, „Mädchen, Machos und Moneten – Die unglaubliche Geschichte des Schweizer Kinounterunternehmers Erwin C. Dietrich“ (Sachbuch von Benedikt Eppenberger und Daniel Stapfer, als pdf), Wendecover
Länge: 100 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
–
Der Commander(Deutschland/Schweiz/Italien 1988)
Regie: Anthony M. Dawson
Drehbuch: Arne Elsholtz, Tito Capri
mit Lewis Collins, Lee Van Cleef, Donald Pleasence, John Steiner, Manfred Lehmann, Brett Halsey, Chat Silayan, Bobby Rhodes, Thomas Danneberg, Paul Muller, Frank Glaubrecht, Hans Leutenegger
– DVD
Ascot Elite
Bild: 1.85:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch, Italienisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Fotogalerie, Kinotrailer, „Mädchen, Machos und Moneten – Die unglaubliche Geschichte des Schweizer Kinounterunternehmers Erwin C. Dietrich“ (Sachbuch von Benedikt Eppenberger und Daniel Stapfer, als pdf), Wendecover
Länge: 101 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
– Hinweise
Eine Gruppe von hochbegabten MIT-Studenten macht die Casinos in Las Vegas beim Blackjack um Millionen ärmer. Interne Konflikte und ein Detektiv der Casinos gefährden die Einheit der Gruppe.
Der auf Tatsachen basierende Spielerfilm ist makelloses „Zwischendurch-Entertainment“ (tip), das Buch ein lesenswerter Ausflug in die unbekannte Welt professioneller Kartenspieler.
Mit Jim Sturgess, Kate Bosworth, Kevin Spacey, Laurence Fishburne
Servus TV, 21.15 Weekend of a Champion (Großbritannien 1971, Regie: Frank Simon, Roman Polanski [ungenannt])
Drehbuch: Roman Polanski, Frank Simon
Fast nie gezeigte, von Roman Polanski produzierte spielfilmlange Dokumentation über den Formel-1-Rennfahrer Jackie Stewart und das Rennen von Monaco, der aus heutiger Sicht ein fast einzigartiger Blick in die Vergangenheit der Formel 1 ist, als sie noch wirklich gefährlich war.
„Langweilig inszenierter und montierter Pseudo-Dokumentarfilm voller Platitüden und Selbstbeweihräucherungen.“ (Lexikon des Internationalen Films)
mit Jackie Stewart, Helen Stewart, Roman Polanski, Nina Rindt, Graham Hill, Ringo Starr, Joan Collins
auch bekannt als „Weekend eines Champions“ (Kinotitel) Hinweise Rotten Tomatoes über „Weekend of a Champion“ Wikipedia über „Weekend of a Champion“
Obwohl „Grand Piano“ nicht besonders lang ist – ohne Abspann ist die Geschichte nach knapp 75 Minuten vorbei – ist der Thriller keine Minute zu lang, weil er trotz aller Spannung seine idiotische Prämisse nicht verleugnen kann.
Ein Unbekannter erpresst den Starpianisten Tom Selznick (Elijah Wood mit unangenehm starrem Blick), der nach einer fünfjährigen Konzertpause mit einem großen Orchester und einem ganz besonderem Piano vor großer Kulisse auftritt. Wenn Selznick während des Konzertes einen Spielfehler macht, eine falsche Taste anschlägt, wird er ihn erschießen. Und als Beweis für seine Ernsthaftigkeit schießt er gleich einmal, während des Konzertes, neben das Piano auf den Bühnenboden.
Selznick spielt also wirklich um sein Leben. Vor allem nachdem er das unspielbare Stück, an dem er schon einmal vor fünf Jahren scheiterte (damals ohne schießwütige Motivationshilfe), spielen soll. Gleichzeitig versucht er herauszufinden, wer der Unbekannte ist.
Das hat, wenn Selznick gleichzeitig spielt, mit dem Erpresser telefoniert und Textnachrichten verschickt, eine beträchtliche Spannung. Vor allem, solange das Motiv des Bösewichts unklar ist.
Allerdings ist die ganze Geschichte nicht besonders glaubwürdig. Ein Erpresser, der seinem Opfer Angst einjagt, um ihn zum fehlerfreien Spielen anzuleiten, hat eigentlich genau die Methode erwischt, die sein Ziel besonders gut sabotiert. Dass dann Selznick ein so guter Pianist ist, dass er während des Konzerts gleichzeitig spielt und telefoniert, auch mal schnell von der Bühne verschwindet, gehört in das Land der Fantasie, in dem sich niemand über so ein seltsames Verhalten wundert und Multitasking ein leistungssteigerndes Elixier ist.
Sowieso taugt das Motiv des Bösewichts allenfalls als schlechter MacGuffin. Seine Ziele hätte er auf vielen anderen Wegen einfacher und sicher auch erfolgreicher erreichen können.
„Grand Piano“ ist eine Übung in Suspense, bar jeglicher psychologischen Glaubwürdigkeit und Erklärungen. Ein kaltes, mechanisches Stück, das mit seiner technischen Bravour und seinem optischen Einfallsreichtum beeindruckt und auch eine Liebeserklärung an Alfred Hitchcock, den Master of Suspense ist.
Grand Piano – Symphonie der Angst (Grand Piano, Spanien 2013)
Regie: Eugenio Mira
Drehbuch: Damien Chazelle
mit Elijah Wood, John Cusack, Kerry Bishé, Tamsin Egerton, Don McManus, Dee Wallace
– DVD
Koch Media
Bild: 2.35:1 (16:9)
Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1, DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Trailer
Länge: 86 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
– Hinweise Moviepilot über „Grand Piano“ Metacritic über „Grand Piano“ Rotten Tomatoes über „Grand Piano“ Wikipedia über „Grand Piano“
Die erste Staffel von „Vikings“ lief gerade im Free-TV und wurde auf DVD veröffentlicht, da kann der geneigte Wikinger-Fan sich bei Amazon Prime Instant Video bereits die komplette zweite Staffel, wahlweise auf Deutsch oder auf Englisch ansehen.
Die zweite Staffel beginnt mit einer ziemlich blutigen Klopperei zwischen den Männern von Ragnar und Rollo. Das Scharmützel endet erst, als Rollo seinen Bruder nicht töten kann und er sich ergibt. Fortan ist er im Wikinderdorf nur noch leidlich gelitten, aber die meiste Zeit der ersten und zweiten Folge wird sich dann auf das Dorfleben, lässliche Eheprobleme, wie wir sie aus Soap Operas kennen, und der Vorbereitung einer Überfahrt nach England konzentriert.
Gegen Ende der zweiten Episode kommen Ragnar und seine Männer in England an und sie werden auch gleich angegriffen. Sie können die Männer von König Egbert besiegen und wir können vermuten, dass wir in den weiteren Folgen der aus zehn Episoden bestehenden zweiten „Vikings“-Staffel mehr von ihren englischen Abenteuern erfahren.
Dass ich kein großer Freund von Mittelalter- und Fantasy-Filmen bin, dürfte euch nicht überraschen. Aber ich bin auch begeisterungsfähig. Wenn die Story gut ist, wenn es irgendwie überraschend ist, wenn es spannend ist, bin ich dabei.
Aber „Vikings“ bewegt sich dann doch zu sehr in vertrauten Gewässern und gerade die ersten beiden Folgen plätschern teilweise unerträglich vor sich hin. Mögliche Konflikte, vor allem zwischen den beiden Brüdern, zwischen Ragnars Ehefrau und seiner schwangeren Geliebten, zwischen Rollo, dem geächteten Verräter und Fast-Brudermörder, und der Dorfbevölkerung, zwischen den Wikingern und den Göttern werden kaum angesprochen. Sowieso sind die meisten Dorfbewohner für die Geschichte vollkommen nebensächlich. Auch die Hauptcharaktere bleiben blass. Intrigen gibt es keine; wobei so eine richtige Intrige mit Palastrevolution in einem kleinen Dorf schwer zu organisieren ist. Und nachdem Ragnar sich auf den Weg nach England macht, verabschiedet sich die Dorfgemeinschaft aus der Geschichte. Allerdings, wie ein Blick in die Episodenguide verrät, nur vorläufig.
Gut, die ersten beiden Episoden der zweiten Staffel (und mehr kenne ich nicht) sind nur der Auftakt, in dem – hoffentlich – einiges für die restlichen acht Episoden vorbereitet wird, aber für sich alleine stehend, sind sie langweilig.
Abgesehen von der graphischen Gewalt bei den beiden Kämpfen (am Anfang der ersten und am Ende der zweiten Episode) zeigt „Vikings“ nichts, was nicht auch schon vor Jahren in einer TV-Serie gezeigt wurde.
„Vikings“-Erfinder Michael Hirst ist auch verantwortlich für die hochgelobte TV-Serie „Die Tudors“ und die Filme „Elizabeth“ und „Elizabeth – Das goldene Königreich“, beide mit Cate Blanchett in der Hauptrolle.
Vikings – Staffel 2(Vikings, Irland/Kanada 2014)
Regie: Ciarán Donnelly
Drehbuch/Idee: Michael Hirst
mit Travis Fimmel, Katheryn Winnick, Clive Standen, Jessalyn Gilsig, Gustaf Skarsgård, George Blagden, Alexander Ludwig, Alyssa Sutherland, Donal Logue, Linus Roache
– Hinweise Amazon über „Vikings“
Wegen des Fußballspiels läuft heute wohl das gesamte restliche Fernsehprogramm unter „ferner liefen“, aber ZDFkultur hat etwas feines im Archiv gefunden:
ZDFkultur, 20.55 Eric Clapton: Crossroads (USA 2013)
ZDFkultur, 22.00 Mumford & Sons: Live – The Road to Red Rocks (USA 2012)
„Crossroads“ dokumentiert das vierte „Crossroads“-Konzert vom 12. April 2013 in der New Yorker Madison Square Hall. Mit gewohnt hochkarätigen Gästen und viel Blues.
Folkiger wird es mit „Mumford & Sons“ bei ihrem Konzert im Red Rocks Amphitheatre in Colorado.
Das klingt nach zwei Stunden feiner Musik. Hinweise
ZDFkultur über „Eric Clapton: Crossroads“ und „Mumford & Sons“
Wikipedia über Eric Clapton (deutsch, englisch) und „Mumford & Sons“ (deutsch, englisch)
State of Play – Der Stand der Dinge (USA/Großbritannien 2009, Regie: Kevin Macdonald)
Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)
In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.
Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief, ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend kann Hollywood sich heute einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.
Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.
Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.
mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis
Zuerst will die in Berlin lebende Anna nicht zurück nach Norwegen. Aber ihr Verlobter Mathias meint, sie würde es später bereuen, wenn sie nicht zur Beerdigung ihrer Großmutter gehen würde. Also macht sie sich auf den langen Weg zu dem kleinen norwegischen Dorf am Meer und wir wissen schnell, warum sie nicht mehr zurück in das Kaff wollte. Der Großvater schweigt die meiste Zeit und er ist ein rechter Stoffel, der es sich anscheinend zur Lebensaufgabe machte, möglichst viele Menschen zu verärgern. Auch gegenüber Anna, der er still einiges vorwirft, verhält Johannes sich feindselig.
Kurz nach ihrer Ankunft trifft sie ihren Ex-Freund Håvard, der inzwischen alleinerziehender Vater ist. Er ist überhaupt nicht erfreut über das Auftauchen seiner Jugendliebe. Dennoch erklärt er sich, nachdem Johannes alle im Katalog stehenden Särge ablehnte, bereit, einen Sarg für Annas Großmutter zu zimmern und die alten Gefühle flammen wieder auf.
Gleichzeitig erfährt sie einiges über ihre Großmutter und die Beziehung zu ihrem Großvater verändert sich.
„Chasing the Wind“ ist ein langsam erzählter Film der schönen Landschaftsaufnahmen (die Trøndelag-Küste ist schon sehr fotogen), der sarkastischen Bemerkungen (vor allem der Großvater, der aus vollkommen ungeklärten Gründen die Deutschen liebt und mit Zitaten um sich wirft), des absurden Humors (Håvards Tochter inszeniert verschiedene katastrophale Tote), der schweigsamen Menschen und damit der unausgesprochenen Dinge. Denn Rune Denstad Langlos zweiter Spielfilm nach „Nord“ ist natürlich eine Versuchsanordnung mit überdeutlichen Bildern und Symbolen, in der Anna und ihr Großvater ihre verkorkste Beziehung aufarbeiten müssen. Allerdings ist der Grund für ihr Zerwürfnis nicht, dass sie vor zehn Jahren wegzog und sie nicht mehr besuchte, sondern eine viel ältere Geschichte, die erst am Ende auf eine verquere Art und Weise angesprochen wird und dem Film jede Glaubwürdigkeit raubt.
Auch die vorher enthüllten Gründe für Johannes‘ Schweigsamkeit, seinen stillen Hass auf den Nachbarn und seine, nun, problematische Beziehung zu seiner verstorbenen Frau überzeugen nicht sonderlich, weil nie erklärt wird, warum zum Beispiel Johannes bei seiner Frau blieb, obwohl er sich auch hätte scheiden lassen können.
So bleibt am Ende von „Chasing the wind“ nur eine hochgradig konstruierte Geschichte mit humoristischen, gut gespielten, aber ins Leere laufenden Szenen, vor einer prächtigen Kulisse.