DVD-Kritik: Zur englischen Mini-Krimiserie „The Bay“

April 15, 2020

Für Detectice Sergeant Lisa Armstrong von der Polizei Morecambe, einer im Nordwesten Englands in der Grafschaft Lancashire liegenden Küstenstadt, beginnt es wie ein Routinefall. In der Nacht sind die Zwillinge Holly und Dylan Meredith spurlos verschwunden. Die Polizei beginnt mit der Suche nach den beiden Teenagern.

Armstrong erhält im Team die Aufgabe der Familienbeauftragten. Sie soll die Eltern und Familie der verschwundenen Zwillinge betreuen, Ansprechpartnerin bei Fragen sein, ihnen wichtige Ermittlungsschritte und -erkenntnisse erklären, sie zur Mitarbeit bewegen – und herausfinden, was die Familie mit dem Verschwinden von Holly und Dylan zu tun hat. Denn selbstverständlich sind sie auch alle verdächtig.

Als Armstrong den Stiefvater der verschwundenen Zwillinge, Sean Meredith, trifft, ist sie schockiert. Mit ihm hatte sie in der Nacht, als die Zwillinge verschwanden, Sex. Und dieser Punkt ist eigentlich mein einziger Kritikpunkt an der sechsteiligen ITV-Miniserie „The Bay“. Es ist einfach unglaublich dumm von Armstrong, dass sie diesen flüchtigen, alkoholgetränkten One-Night-Stand verschweigt, später sogar Beweismaterial zurückhält und damit die Ermittlungen und ihre Karriere gefährdet. Denn einen wirklich nachvollziehbaren Grund für ihr Verhalten gibt es nicht. Vor allem weil die alleinerziehende Armstrong uns als äußerst kompetente, vernünftige und von ihren Kollegen respektierte Ermittlerin vorgestellt wird. Wenn sie ihrem Chef sofort über ihre persönliche Befangenheit in diesem Fall informiert hätte, wäre sie nicht in das Ermittlungsteam aufgenommen worden; – und die Miniserie hätte schon in der ersten Episode ihre Protagonistin verloren.

Davon – und von einigen damit verbundenen Komplikationen – abgesehen erzählt „The Bay“ stringent und angenehm realitätsnah die Ermittlungen der Polizei, die durch Dylans Tod komplizierter werden. Die Polizisten sind größtenteils ganz normale Menschen, die professionell zusammenarbeiten und sich nicht alle zwei Minuten anschreien, weil sie gerade auf einem Ego-Trip sind oder gerade gegen alle Dienstvorschriften verstoßen und gleichzeitig einige Straftaten begehen. Sie erledigen, ganz brave Staatsdiener, ihre Arbeit und versuchen den Fall aufzuklären, in dem sie zusammen arbeiten und alle Spuren verfolgen. Auch die Verhöre mit Zeugen und Verdächtigen gestalten sich angenehm ruhig. Jedenfalls auf Seite der Polizei.

Auch der Vermissten- und Mordfall wird nah an der Wirklichkeit aufgeklärt. Es gibt also keine durchgeknallten Serienkiller mit absurden Mordmotiven, sondern nur die langwierigen Ermittlungen in einer klassischen Arbeiterfamilie, die versucht über die Runden zu kommen. Der richtige Vater der verschwundenen Zwillinge kümmert sich seit Ewigkeiten nicht um seine Familie. Der unzuverlässige und auch aufbrausende Stiefvater kämpft als Fischer ums Überleben. Die Mutter versucht die Familie zusammen zu halten. Sagt sie jedenfalls. Schließlich gibt es in einem Krimi nur die Gewissheit, dass jeder lügt.

Die Subplots, vor allem die Probleme von Armstrongs beiden pubertierenden Kindern, sind, auch wenn es anfangs unklar ist, erkennbar mit dem Verschwinden der Zwillinge und damit auch der alle Plots durchziehenden Frage von Vertrauen und Lüge verbunden.

Gleichzeitig entwirft Drehbuchautor Daragh Carville, der in der Nähe von Morecambe lebt, ein Porträt eines Küstendorfs und seiner ökonomischen Probleme.

The Bay“ ist ein feiner, in sich abgeschlossener, im positiven Sinn unspektakulär-altmodischer Krimi. Eine zweite Staffel, mit einem neuen von Daragh Carville geschriebenem Fall, ist bereits abgedreht. Wieder mit Morven Christie als DS Lisa Armstrong und ihren aus der ersten Staffel bekannten Polizeikollegen.

The Bay – Staffel 1 (The Bay, Großbritannien 2019)

Regie: Lee Haven Jones, Robert Quinn

Drehbuch: Daragh Carville

Serienschöpfer: Daragh Carville, Richard Clark

mit Morven Christie, Jonas Armstrong, Chanel Cresswell, Imogen King, Art Parkinson, Taheen Modak, Daniel Ryan, Matthew McNulty, Louis Greatorex, Adam Long

DVD

Edel Motion

Bild: PAL 16:9 (2:1)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Hinter den Kulissen

Länge: 274 Minuten (6 Episoden) (2 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

ZDFneo über „The Bay“

Moviepilot über „The Bay“

Rotten Tomatoes über „The Bay“

Wikipedia über „The Bay“


TV-Tipp für den 15. April: 3 Tage in Quiberon

April 14, 2020

Arte, 20.15

3 Tage in Quiberon (Deutschland 2018)

Regie: Emily Atef

Drehbuch: Emily Atef

1981, wenige Monate vor ihrem Tod, trifft Romy Schneider während eines Drogenentzugs in einem Kurhotel in Quiberon den „Stern“-Reporter Michael Jürgs. In dem Interview gewährt sie ihm ungewöhnlich tiefe Einblicke in ihre Psyche.

Dank Hauptdarstellerin Marie Bäumer sehenswerter Trip in eine gequälte, zwischen verschiedenen Anforderungen zerrissene Seele.

2018 war Emily Alefs „3 Tage in Quiberon“ beim Deutschen Filmpreis der große Abräumer. Zuerst mit rekordverdächtigen zehn Nominierungen und dann mit sieben Auszeichnungen: Bester Film, Regie, Hauptdarstellerin (Marie Bäumer), Nebendarstellerin (Birgit Minichmayr), Nebendarsteller (Robert Gwisdek), Kamera (Thomas W. Kiennast) und Filmmusik (Christoph M. Kaiser und Julian Maas).

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Danach, um 22.05 Uhr, zeigt Arte das einstündige Künstlerporträt „Ein Abend mit Romy“ (Frankreich 2017) über ein Interview von Alice Schwarzer mit Romy Schneider.

mit Marie Bäumer, Birgit Minichmayr, Charly Hübner, Robert Gwisdek, Denis Lavant, Yann Grouhel, Christopher Buchholz, Vicky Krieps

Wiederholung: Freitag, 24. April, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „3 Tage in Quiberon“

Moviepilot über „3 Tage in Quiberon“

Rotten Tomatoes über „3 Tage in Quiberon“

Wikipedia über „3 Tage in Quiberon“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „3 Tage in Quiberon“

Meine Besprechung von Emily Atefs „3 Tage in Quiberon“ (Deutschland 2018)


Cover der Woche

April 14, 2020


TV-Tipp für den 14. April: State of Play – Stand der Dinge

April 13, 2020

Servus TV, 21.55

State of Play – Der Stand der Dinge (State of Play, USA/Großbritannien 2009)

Regie: Kevin Macdonald

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)

In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.

Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief (und mal wiederholte werden könnte), ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend konnte Hollywood sich 2009 einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.

Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.

Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.

mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis

Wiederholung: Mittwoch, 15. April, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „State of Play“

Wikipedia über „State of Play“ (deutsch, englisch)

Tony Macklin vergleicht Original und Kopie (und hält das Original für etwas besser)

Meine Besprechung von David Yates‘ TV-Serie „State of Play – Mord auf Seite Eins (State of Play, Großbritannien 2003, nach einem Buch von Paul Abbott)

Mene Besprechung von Kevin Macdonalds „Black Sea“ (Black Sea, USA/Großbritannien/Russland 2014)


TV-Tipp für den 13. April: The Nice Guys

April 12, 2020

Vox, 22.05

The Nice Guys (The Nice Guys, USA 2016)

Regie: Shane Black

Drehbuch: Shane Black, Anthony Bagarozzi

Buch zum Film: Charles Ardai: The Nice Guys, 2016

Los Angeles in den Siebzigern: Nach einem etwas ruppigen Start arbeiten Privatdetektiv Holland March (Ryan Gosling) und Schläger Jackson Healy (Russell Crowe) zusammen. Sie wollen herausfinden, was der Tod eines Pornostars mit einer vermissten jungen Frau und einem labyrinthischen politischen Ränkespielen zu tun haben.

Wundervoll-kurzweiliger Mix aus Buddymovie und Privatdetektivkrimi und eine witzige Liebeserklärung an das Genre. Kultig.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Russell Crowe, Ryan Gosling, Angourie Rice, Matt Bomer, Margaret Qualley, Keith David, Yaya DaCosta, Beau Knapp, Kim Basinger, Lois Smith, Murielle Telio, Gil Gerard

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Nice Guys“

Metacritic über „The Nice Guys“

Rotten Tomatoes über „The Nice Guys“

Wikipedia über „The Nice Guys“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Shane Blacks „Iron Man 3“ (Iron Man, USA 2013)

Meine Besprechung von Shane Blacks „The Nice Guys“ (The Nice Guys, USA 2016) und der Blu-ray

Meine Besprechung von Shane Blacks „Predator – Upgrade“ (The Predator, USA 2018)


TV-Tipp für den 12. April: Barry Lyndon

April 11, 2020

Arte, 20.15

Barry Lyndon (Barry Lyndon, Großbritannien 1975)

Regie: Stanley Kubrick

Drehbuch: Stanley Kubrick

LV: William Makepeace Thackeray: Memoirs of Barry Lyndon, 1944 (Die Memoiren des Junkers Barry Lyndon; Barry Lyndon)

Stanley Kubricks Verfilmung von William M. Thackerays Roman über den Emporkömmling Barry Lyndon, der im 18. Jahrhundert in der Welt des Absolutismus ein sehr bewegtes Leben hatte. Als Offizier der englischen und der preußischen Armee, als Liebhaber und als Ehemann von Lady Lyndon.

Großes Kino, das historisch präzise ist, mit großem Aufwand und nur mit natürlichem Licht gedreht wurde und das konsequent auf Vergegenwärtigungen und Identifikationsfiguren verzichtet. Das künstlerische Wagnis, einen vollkommen distanzierten Historienfilm zu drehen, kam beim Publikum nicht gut an. Das ging damals in „Der weiße Hai“, „Einer flog über das Kuckucksnest“ und, in Deutschland, „Asterix erobert Rom“.

Danach, um 23.10 Uhr, zeigt Arte die brandneue Doku „Kubrick erzählt Kubrick“ (Frankreich 2020) und um 00.15 Uhr „Stanley Kubricks Filmmusik im Konzertsaal“, gespielt vom Orchestre Philharmonique de Radio France.

mit Ryan O’Neal, Marisa Berenson, Patrick Magee, Hardy Krüger, Steven Berkoff, Gay Hamilton, Marie Kean, Diana Körner

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Barry Lyndon“

Wikipedia über „Barry Lyndon“ (deutsch, englisch)

Stanley Kubrick in der Kriminalakte


Die Krimibestenliste April 2020

April 11, 2020

Das ging, weil die Liste nicht in meinem Postfach landete, etwas unter. Denn selbstverständlich gibt es auch im April die von der Frankfurter Allgemeine und Deutschlandfunk Kultur präsentierte monatliche Bestenliste:

1. Young-Ha Kim – Aufzeichnungen eines Serienmörders (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Koreanischen von Inwon Park. Cass, 152 Seiten, 20 Euro.

2. Jan Costin Wagner – Sommer bei Nacht (Plazierung im Vormonat: 1)

Galiani, 314 Seiten, 20 Euro.

3. Lisa Sandlin – Family Business (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Andrea Stumpf. Suhrkamp, 358 Seiten, 10 Euro.

4. Attica Locke – Heaven, My Home (Plazierung im Vormonat: 2)

Aus dem Englischen von Susanna Mende.Polar, 322 Seiten, 22 Euro.

5. Jérôme Leroy – Der Schutzengel (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Französischen von Cornelia Wendt. Edition Nautilus, 352 Seiten, 20 Euro.

6. Davide Longo – Die jungen Bestien (Plazierung im Vormonat: 3)

Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner. Rowohlt, 412 Seiten, 22 Euro.

7. Xavier-Marie Bonnot – Der erste Mensch (Plazierung im Vormonat: 7)

Aus dem Französischen von Gerhard Meier. Unionsverlag, 348 Seiten, 19 Euro.

8. Oyinkan Braithwaite – Meine Schwester, die Serienmörderin (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Yasemin Dinçer. Blumenbar, 240 Seiten, 20 Euro.

9. Tom Hillenbrand: Qube (Plazierung im Vormonat: /)

Kiepenheuer & Witsch, 556 Seiten, 12 Euro.

10. Richard Lorenz – Hinter den Gesichtern (Plazierung im Vormonat: 10)

Luzifer, 294 Seiten, 13,95 Euro.

Der Kim und der Leroy müssten auf dem Weg zu mir sein. Die neuen Romane von Sara Paretsky (Altlasten, ariadne), Laura Lippman (Die Frau im grünen Regenmantel, Kampa), Michael Connelly (Late Show, Kampa), Don Winslow (Broken, HarperCollins), Benjamin Whitmer (Flucht, polar Verlag), Jorge Zepeda Patterson (Die Korrupten, Elster) und Mercedes Rosende (Falsche Ursula, Unionsverlag) dürften nächsten Monat auf der Liste stehen (Auf meiner Leseliste stehen sie schon jetzt!) und Horst Eckert wird in der Bestenliste notorisch ignoriert. Ist trotzdem ein lesenswerter Thriller.


TV-Tipp für den 11. April: Das Leben des Brian

April 10, 2020

RTL II, 20.15

Das Leben des Brian (Monty Pythons Life of Brian, Großbritannien 1979)

Regie: Terry Jones

Drehbuch: Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin

Das Leben von Brian, das erstaunliche Parallelen zu dem von Jesus Christus hat, und hier von Monty Python kräftig durch den Kakao gezogen wird.

Kult. Und wahrscheinlich schon tausendmal gesehen.

Der deutsche Kinostart war am 15. August 1980

Danach zeigt RTL II um 22.05 Uhr (und um 03.35 Uhr) „Die Ritter der Kokusnuss“ (auch Monty-Python-Kult, aber nicht so kultig wie Brian).

mit Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin, Terence Bayler, Carol Cleveland, Kenneth Colley, Neil Innes, Charles McKeown

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Das Leben des Brian“

Wikipedia über „Das Leben des Brian“ (deutsch, englisch) und über Monty Python (deutsch, englisch)

YouTube-Kanal von Monty Python (und wer mit dem Englischen Probleme hat, muss einfach seine Wunschsprache eingeben)

Monty Python’s Completely Useless Web Site (und auch nicht autorisiert)


TV-Tipp für den 10. April: Mord im Orient-Express

April 9, 2020

Der Auftakt einer langen Agatha-Christie-Filmnacht mit, um 22.15 Uhr, „Tod auf dem Nil“ (mit Peter Ustinov als Hercule Poirot), um 00.30 Uhr „Das Böse unter der Sonne“ (dito) und um 02.20 Uhr „Mord im Spiegel“ (mit Angela Lansbury als Miss Marple)

ZDFneo, 20.15

Mord im Orient-Express (Murder on the Orient Express, Großbritannien 1974)

Regie: Sidney Lumet

Drehbuch: Paul Dehn

LV: Agatha Christie: Murder on the Orient Express, 1934 (Mord im Orientexpress)

Millionär Ratchett wird im Orient-Express ermordet. Der Zug bleibt im Schnee stecken und der Mörder muss noch im Zug sein. Hercule Poirot befragt die Passagiere.

Starbesetzer Edelkrimi mit Albert Finney (als Hercule Poirot), Lauren Bacall, Martin Balsam, Ingrid Bergman, Jacqueline Bisset, Jean-Pierre Cassel, Sean Connery, Sir John Gielgud, Anthony Perkins, Vanessa Redgrave, Michael York, Richard Widmark (als Leiche). Wolf Donner meinte: „Kulinarisches Kino, angenehm überflüssig und verwirrend nutzlos.“ (Donner in Die Zeit)

Die Vorlage

Agatha Christie: Mord im Orientexpress

(übersetzt von Otto Bayer)

Atlantik Verlag, 2017

256 Seiten

10 Euro

Originalausgabe

Murder on the Orient Express

HarperCollins, London, 1934

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Mord im Orient-Express”

Wikipedia über Agatha Christie

Mein Nachruf auf Sidney Lumet

Sidney Lumet in der Kriminalakte

Wikipedia über „Mord im Orientexpress“ (Roman [deutsch, englisch], Lumet-Verfilmung [deutsch, englisch], Schenkel-Verfilmung [englisch], Martin-Verfilmung [deutsch], Branagh-Verfilmung [deutsch, englisch]) und Agatha Christie (deutsch, englisch)

Homepage von Agatha Christie

Krimi-Couch über Agatha Christie

Thrilling Detective über Hercule Poirot

Meine Besprechung von Agatha Christies „Mord im Orientexpress“ (Murder on the Orient Express, 1934)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs Agatha-Christie-Verfilmung „Mord im Orientexpress“ (Murder on the Orient Express, USA 2017)

Meine Besprechung von Michael Winners Agatha-Christie-Verfilmung „Rendezvous mit einer Leiche“ (Appointment with Death, USA 1988)

Meine Besprechung von Gilles Paquet-Brenner Agatha-Christie-Verfilmung „Das krumme Haus“ (Crooked House, USA 2017) (und Buchbesprechung)


Die Finalisten für den Hugo-Preis 2020

April 9, 2020

Das haben die Science-Fiction-Fans nicht vorhergesehen: die 78. WorldCon findet jetzt nicht wie geplant vom 29. Juli bis zum 2. August 2020 in Neuseeland, sondern im Internet statt. Damit verläuft die jährliche Verleihung der Hugos auch anders als geplant – und wir können sie wahrscheinlich zum Frühstück verfolgen.

Die Finalisten sind:

Best Novel

The City in the Middle of the Night, von Charlie Jane Anders (Tor; Titan)

Gideon the Ninth, von Tamsyn Muir (Tor.com Publishing)

The Light Brigade, von Kameron Hurley (Saga; Angry Robot UK)

A Memory Called Empire, von Arkady Martine (Tor; Tor UK)

Middlegame, von Seanan McGuire (Tor.com Publishing)

The Ten Thousand Doors of January, von Alix E. Harrow (Redhook; Orbit UK)

Best Novella

Anxiety Is the Dizziness of Freedom”, von Ted Chiang (Exhalation (Borzoi/Alfred A. Knopf; Picador)

The Deep, von Rivers Solomon, mit Daveed Diggs, William Hutson & Jonathan Snipes (Saga Press/Gallery)

The Haunting of Tram Car 015, von P. Djèlí Clark (Tor.com Publishing)

In an Absent Dream, von Seanan McGuire (Tor.com Publishing)

This Is How You Lose the Time War, von Amal El-Mohtar und Max Gladstone (Saga Press; Jo Fletcher Books)

To Be Taught, If Fortunate, von Becky Chambers (Harper Voyager; Hodder & Stoughton)

Best Novelette

The Archronology of Love”, von Caroline M. Yoachim (Lightspeed, April 2019)

Away With the Wolves”, von Sarah Gailey (Uncanny Magazine: Disabled People Destroy Fantasy Special Issue, September/October 2019)

The Blur in the Corner of Your Eye”, von Sarah Pinsker (Uncanny Magazine, July-August 2019)

Emergency Skin, von N.K. Jemisin (Forward Collection (Amazon))

For He Can Creep”, von Siobhan Carroll (Tor.com, 10 July 2019)

Omphalos”, von Ted Chiang (Exhalation (Borzoi/Alfred A. Knopf; Picador))

Best Short Story

And Now His Lordship Is Laughing”, von Shiv Ramdas (Strange Horizons, 9 September 2019)

As the Last I May Know”, von S.L. Huang (Tor.com, 23 October 2019)

Blood Is Another Word for Hunger”, von Rivers Solomon (Tor.com, 24 July 2019)

A Catalog of Storms”, von Fran Wilde (Uncanny Magazine, January/February 2019)

Do Not Look Back, My Lion”, von Alix E. Harrow (Beneath Ceaseless Skies, January 2019)

Ten Excerpts from an Annotated Bibliography on the Cannibal Women of Ratnabar Island”, von Nibedita Sen (Nightmare Magazine, May 2019)

Best Series

The Expanse, von James S. A. Corey (Orbit US; Orbit UK)

InCryptid, von Seanan McGuire (DAW)

Luna, von Ian McDonald (Tor; Gollancz)

Planetfall series, von Emma Newman (Ace; Gollancz)

Winternight Trilogy, von Katherine Arden (Del Rey; Del Rey UK)

The Wormwood Trilogy, von Tade Thompson (Orbit US; Orbit UK) (HINWEIS: Bei Golkonda erschien kürzlich „Rose Water“, der erste Band der Wormwood-Trilogie.)

Best Related Work

Becoming Superman: My Journey from Poverty to Hollywood, von J. Michael Straczynski (Harper Voyager US)

Joanna Russ, von Gwyneth Jones (University of Illinois Press (Modern Masters of Science Fiction))

The Lady from the Black Lagoon: Hollywood Monsters and the Lost Legacy of Milicent Patrick, von Mallory O’Meara (Hanover Square)

The Pleasant Profession of Robert A. Heinlein, von Farah Mendlesohn (Unbound)

2019 John W. Campbell Award Acceptance Speech”, von Jeannette Ng

Worlds of Ursula K. Le Guin, produziert und gedreht von Arwen Curry

Best Graphic Story or Comic

Die, Volume 1: Fantasy Heartbreaker, von Kieron Gillen und Stephanie Hans, Lettering von Clayton Cowles (Image)

LaGuardia, geschrieben von Nnedi Okorafor, gezeichnet von Tana Ford, Farben von James Devlin (Berger Books; Dark Horse)

Monstress, Volume 4: The Chosen, geschrieben von Marjorie Liu, gezeichnet von Sana Takeda (Image)

Mooncakes, von Wendy Xu und Suzanne Walker, Lettering von Joamette Gil (Oni Press; Lion Forge)

Paper Girls, Volume 6, geschrieben von Brian K. Vaughan, gezeichnet von Cliff Chiang, Farben von Matt Wilson, Lettering von Jared K. Fletcher (Image)

The Wicked + The Divine, Volume 9: Okay, von Kieron Gillen und Jamie McKelvie, Farben von Matt Wilson, Lettering von Clayton Cowles (Image)

Best Dramatic Presentation, Long Form

Avengers: Endgame, Drehbuch von Christopher Markus und Stephen McFeely, Regie Anthony Russo und Joe Russo (Marvel Studios)

Captain Marvel, Drehbuch von Anna Boden, Ryan Fleck und Geneva Robertson-Dworet, Regie Anna Boden und Ryan Fleck (Walt Disney Pictures/Marvel Studios/Animal Logic (Australia))

Good Omens, Drehbuch von Neil Gaiman, Regie Douglas Mackinnon (Amazon Studios/BBC Studios/Narrativia/The Blank Corporation)

Russian Doll (Season One), erfunden von Natasha Lyonne, Leslye Headland und Amy Poehler, Regie Leslye Headland, Jamie Babbit und Natasha Lyonne (3 Arts Entertainment/Jax Media/Netflix/Paper Kite Productions/Universal Television)

Star Wars: The Rise of Skywalker, Drehbuch von Chris Terrio und J.J. Abrams, Regie J.J. Abrams (Walt Disney Pictures/Lucasfilm/Bad Robot)

Us, Drehbuch und Regie Jordan Peele (Monkeypaw Productions/Universal Pictures)

Best Dramatic Presentation, Short Form

The Good Place: “The Answer”, Drehbuch von Daniel Schofield, Regie Valeria Migliassi Collins (Fremulon/3 Arts Entertainment/Universal Television)

The Expanse: “Cibola Burn”, Drehbuch von Daniel Abraham & Ty Franck und Naren Shankar, Regie Breck Eisner (Amazon Prime Video)

Watchmen: “A God Walks into Abar”, Drehbuch von Jeff Jensen und Damon Lindelof, Regie Nicole Kassell (HBO)

The Mandalorian: “Redemption”, Drehbuch von Jon Favreau, Regie Taika Waititi (Disney+)

Doctor Who: “Resolution”, Drehbuch von Chris Chibnall, Regie Wayne Yip (BBC)

Watchmen: “This Extraordinary Being”, Drehbuch von Damon Lindelof und Cord Jefferson, Regie Stephen Williams (HBO)

Best Editor, Short Form

Neil Clarke

Ellen Datlow

C.C. Finlay

Jonathan Strahan

Lynne M. Thomas and Michael Damian Thomas

Sheila Williams

Best Editor, Long Form

Sheila E. Gilbert

Brit Hvide

Diana M. Pho

Devi Pillai

Miriam Weinberg

Navah Wolfe

Best Professional Artist

Tommy Arnold

Rovina Cai

Galen Dara

John Picacio

Yuko Shimizu

Alyssa Winans

Best Semiprozine

Beneath Ceaseless Skies, editor Scott H. Andrews

Escape Pod, editors Mur Lafferty and S.B. Divya, assistant editor Benjamin C. Kinney, audio producers Adam Pracht and Summer Brooks, hosts Tina Connolly and Alasdair Stuart

Fireside Magazine, editor Julia Rios, managing editor Elsa Sjunneson, copyeditor Chelle Parker, social coordinator Meg Frank, publisher & art director Pablo Defendini, founding editor Brian White

FIYAH Magazine of Black Speculative Fiction, executive editor Troy L. Wiggins, editors Eboni Dunbar, Brent Lambert, L.D. Lewis, Danny Lore, Brandon O’Brien and Kaleb Russell

Strange Horizons, Vanessa Rose Phin, Catherine Krahe, AJ Odasso, Dan Hartland, Joyce Chng, Dante Luiz and the Strange Horizons staff

Uncanny Magazine, editors-in-chief Lynne M. Thomas and Michael Damian Thomas, nonfiction/managing editor Michi Trota, managing editor Chimedum Ohaegbu, podcast producers Erika Ensign and Steven Schapansky

Best Fanzine

The Book Smugglers, editors Ana Grilo and Thea James

Galactic Journey, founder Gideon Marcus, editor Janice Marcus, senior writers Rosemary Benton, Lorelei Marcus and Victoria Silverwolf

Journey Planet, editors James Bacon, Christopher J Garcia, Alissa McKersie, Ann Gry, Chuck Serface, John Coxon and Steven H Silver

nerds of a feather, flock together, editors Adri Joy, Joe Sherry, Vance Kotrla, and The G

Quick Sip Reviews, editor Charles Payseur

The Rec Center, editors Elizabeth Minkel and Gavia Baker-Whitelaw

Best Fancast

Be The Serpent, presented by Alexandra Rowland, Freya Marske and Jennifer Mace

Claire Rousseau’s YouTube channel, produced & presented by Claire Rousseau

The Coode Street Podcast, presented by Jonathan Strahan and Gary K. Wolfe

Galactic Suburbia, presented by Alisa Krasnostein, Alexandra Pierce and Tansy Rayner Roberts, producer Andrew Finch

Our Opinions Are Correct, presented by Annalee Newitz and Charlie Jane Anders

The Skiffy and Fanty Show, presented by Jen Zink and Shaun Duke

Best Fan Writer

Cora Buhlert

James Davis Nicoll

Alasdair Stuart

Bogi Takács

Paul Weimer

Adam Whitehead

Best Fan Artist

Iain Clark

Sara Felix

Grace P. Fong

Meg Frank

Ariela Housman

Elise Matthesen

Lodestar Award for Best Young Adult Book

Catfishing on CatNet, by Naomi Kritzer (Tor Teen)

Deeplight, by Frances Hardinge (Macmillan)

Dragon Pearl, by Yoon Ha Lee (Disney/Hyperion)

Minor Mage, by T. Kingfisher (Argyll)

Riverland, by Fran Wilde (Amulet)

The Wicked King, by Holly Black (Little, Brown; Hot Key)

Astounding Award for the Best New Science Fiction Writer, sponsored by Dell Magazines

Sam Hawke (2nd year of eligibility)

R.F. Kuang (2nd year of eligibility)

Jenn Lyons (1st year of eligibility)

Nibedita Sen (2nd year of eligibility)

Tasha Suri (2nd year of eligibility)

Emily Tesh (1st year of eligibility)

1945 Retro Hugo Award Finalists

Best Novel

The Golden Fleece, von Robert Graves (Cassell)

Land of Terror, von Edgar Rice Burroughs (Edgar Rice Burroughs, Inc.)

Shadow Over Mars” (The Nemesis from Terra), von Leigh Brackett (Startling Stories, Fall 1944)

Sirius: A Fantasy of Love and Discord, von Olaf Stapledon (Secker & Warburg)

The Wind on the Moon, von Eric Linklater (Macmillan)

The Winged Man”, von A.E. van Vogt and E. Mayne Hull (Astounding Science Fiction, May-June 1944)

Best Novella

The Changeling”, von A.E. van Vogt (Astounding Science Fiction, April 1944)

A God Named Kroo”, von Henry Kuttner (Thrilling Wonder Stories, Winter 1944)

Intruders from the Stars”, von Ross Rocklynne (Amazing Stories, January 1944)

The Jewel of Bas”, von Leigh Brackett (Planet Stories, Spring 1944)

Killdozer!”, von Theodore Sturgeon (Astounding Science Fiction, November 1944)

Trog”, von Murray Leinster (Astounding Science Fiction, June 1944)

Best Novelette

Arena”, von Fredric Brown (Astounding Science Fiction, June 1944) (HINWEIS: deutscher Titell „Arena“, zuletzt erschienen bei Golkonda in Robert Silverberg, Hrsg.: Hall of Fame Science-Fiction – Die besten Storys 1934 – 1948)

The Big and the Little” (“The Merchant Princes”), von Isaac Asimov (Astounding Science Fiction, August 1944)

The Children’s Hour”, von Lawrence O’Donnell (C.L. Moore and Henry Kuttner) (Astounding Science Fiction, March 1944)

City”, von Clifford D. Simak (Astounding Science Fiction, May 1944)

No Woman Born”, von C.L. Moore (Astounding Science Fiction, December 1944)

When the Bough Breaks”, von Lewis Padgett (C.L. Moore and Henry Kuttner) (Astounding Science Fiction, November 1944)

Best Short Story

And the Gods Laughed”, von Fredric Brown (Planet Stories, Spring 1944)

Desertion”, von Clifford D. Simak (Astounding Science Fiction, November 1944)

Far Centaurus”, von A. E. van Vogt (Astounding Science Fiction, January 1944)

Huddling Place”, von Clifford D. Simak (Astounding Science Fiction, July 1944) (HINWEIS: deutscher Titel „Zuflucht“, zuletzt erschienen bei Golkonda in Robert Silverberg, Hrsg.: Hall of Fame Science-Fiction – Die besten Storys 1934 – 1948)

I, Rocket”, von Ray Bradbury (Amazing Stories, May 1944)

The Wedge” (“The Traders”), von Isaac Asimov (Astounding Science Fiction, October 1944)

Best Series

Captain Future, von Brett Sterling

The Cthulhu Mythos, von H. P. Lovecraft, August Derleth, und anderen

Doc Savage, von Kenneth Robeson/Lester Dent

Jules de Grandin, von Seabury Quinn

Pellucidar, von Edgar Rice Burroughs

The Shadow, von Maxwell Grant (Walter B. Gibson)

Best Related Work

Fancyclopedia, von Jack Speer (Forrest J. Ackerman)

42 To ’44: A Contemporary Memoir Upon Human Behavior During the Crisis of the World Revolution, von H.G. Wells (Secker & Warburg)

Mr. Tompkins Explores the Atom, von George Gamow (Cambridge University Press)

Rockets: The Future of Travel Beyond the Stratosphere, von Willy Ley (Viking Press)

The Science-Fiction Field”, von Leigh Brackett (Writer’s Digest, July 1944)

The Works of H.P. Lovecraft: Suggestions for a Critical Appraisal”, von Fritz Leiber (The Acolyte, Fall 1944)

Best Graphic Story or Comic

Buck Rogers: “Hollow Planetoid”, von Dick Calkins (National Newspaper Service)

Donald Duck: “The Mad Chemist”, von Carl Barks (Dell Comics)

Flash Gordon: “Battle for Tropica”, von Alex Raymond (King Features Syndicate)

Flash Gordon: “Triumph in Tropica”, von Alex Raymond (King Features Syndicate)

The Spirit: “For the Love of Clara Defoe”, von Manly Wade Wellman, Lou Fine und Don Komisarow (Register and Tribune Syndicate)

Superman: “The Mysterious Mr. Mxyztplk”, von Jerry Siegel und Joe Shuster (Detective Comics, Inc.)

Best Dramatic Presentation, Short Form

The Canterville Ghost, Drehbuch von Edwin Harvey Blum, nach einer Geschichte von Oscar Wilde, Regie Jules Dassin (Metro-Goldwyn-Mayer (MGM))

The Curse of the Cat People, Drehbuch von DeWitt Bodeen, Regie Gunther V. Fritsch und Robert Wise (RKO Radio Pictures)

Donovan’s Brain, adaptiert von Robert L. Richards, nach einer Geschichte von Curt Siodmak, Regie William Spier (CBS Radio Network)

House of Frankenstein, Drehbuch von Edward T. Lowe, Jr., nach einer Geschichte von Curt Siodmak, Regie Erle C. Kenton (Universal Pictures)

The Invisible Man’s Revenge, Drehbuch von Bertram Millhauser, Regie Ford Beebe (Universal Pictures)

It Happened Tomorrow, Drehbuch und Adaption von Dudley Nichols und René Clair, Regie René Clair (Arnold Pressburger Films)

Best Editor, Short Form

John W. Campbell, Jr.

Oscar J. Friend

Mary Gnaedinger

Dorothy McIlwraith

Raymond A. Palmer

W. Scott Peacock

Best Professional Artist

Earle Bergey

Margaret Brundage

Boris Dolgov

Matt Fox

Paul Orban

William Timmins

Best Fanzine

The Acolyte, edited by Francis T. Laney and Samuel D. Russell

Diablerie, edited by Bill Watson

Futurian War Digest, edited by J. Michael Rosenblum

Shangri L’Affaires, edited by Charles Burbee

Voice of the Imagi-Nation, edited by Forrest J. Ackerman and Myrtle R. Douglas

Le Zombie, edited by Bob Tucker and E.E. Evans

Best Fan Writer

Fritz Leiber

Morojo/Myrtle R. Douglas

J. Michael Rosenblum

Jack Speer

Bob Tucker

Harry Warner, Jr.

(via Tor)


TV-Tipp für den 9. April: French Connection – Brennpunkt Brooklyn

April 8, 2020

SWR/SR, 22.30 (VPS 22.00)

French Connection – Brennpunkt Brooklyn (The French Connection, USA 1971)

Regie: William Friedkin

Drehbuch: Ernest Tidyman

LV: Robin Moore: The French Connection, 1969 (Heroin Cif New York)

Die beiden Polizisten Popeye Doyle und Buddy Russo sind auf der Spur einer großen, aus Frankreich kommenden, Lieferung Rauschgift.

Zeitloser, hochspannender, vor Ort gedrehter Genre-Klassiker, der auf einem wahren Fall beruht.

Mit Gene Hackman, Roy Scheider, Fernando Rey, Tony LoBianco, Marcel Bozzufi

Wiederholung: Freitag, 10. April, 04.10 Uhr (VPS 03.40) (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „French Connection“

TCM über „French Connection“

Wikipedia über „French Connection“ (deutsch, englisch)


Druckfrisch durchgeblättert: Das „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2019/2020“

April 8, 2020

Seit der „Filmdienst“, die 1949 von der Katholischen Filmkommission für Deutschland gegründete Filmzeitschrift, zum Filmkulturportal filmdienst.de umgestellt wurde, wurden auch beim jährlichen „Lexikon des internationalen Films“ einige Kleinigkeiten geändert. So gab es in der Redaktion einen größeren, für den Inhalt unbedeutenden personellen Wechsel und der Teil des Lexikons mit den längeren Berichten wurde deutlich ausgeweitet. Von früher um die hundert Seiten auf um die zweihundert Seiten. Das ‚Lexikon der Filme‘, also die kritisch kommentierte alphabetische Auflistung aller in Deutschland im Berichtsjahr im Kino und TV erstmals gezeigten und auf DVD und bei Streaming-Anbietern erstmals veröffentlichten Spiel- und Dokumentarfilme, bildet immer noch das umfangreiche Herz des Lexikons. Und die fast eintausendvierhundert Kurzkritiken sind gewohnt zuverlässig.

Eine kleine Änderung ist, dass die Jahreszahlen im Titel geändert wurden. Jetzt stehen das Veröffentlichungsjahr („2020“) und das Berichtsjahr („2019“) gleichberechtigt nebeneinander. Das ist in Richtung Verkauf sicher die klügere Lösung. Früher stand das Berichtsjahr groß im Titel und das Erscheinungsjahr klein auf dem Umschlag. Die schon seit Jahren eingestellten Filmlexika des Fischer- und des Heyne-Verlags hatten immer das Erscheinungsjahr groß auf dem Cover stehen gehabt.

Wie jedes Jahr gibt es eine von den Filmdienst-Kritikern ausgewählte Liste mit den besten Kinofilmen des letzten Jahres. Diese Liste umfasst, wie letztes Jahr, zwanzig Werke:

Parasite

Porträt einer jungen Frau in Flammen

The Irishman

Burning

Systemsprenger

La Flor (ein vierzehnstündiges Epos, das auf einigen Festivals und später in wenigen Kinos lief; – aber Arte wird uns das Werk sicher irgendwann in seiner ganzen Pracht zeigen)

The Favourite – Intrigen und Irrsinn

Heimat ist ein Raum aus Zeit

Border

Ich war zuhause, aber…

The Sisters Brothers

Wir

Joker

High Life

Leid und Herrlichkeit

Vox Lux

Lara

Once upon a time in…Hollywood

Bis dann, mein Sohn

Sunset

Außerdem werden fünfzehn bemerkenswerte Serien vorgestellt. Unter anderem „Chernobyl“, „Der Pass“ und „Catch-22“.

Ergänzt werden diese längeren Kritiken um Porträts von Filmschaffenden (wie Sylvester Stallone, Dino de Laurentis, Lino Ventura [zu seinem hundertsten Geburtstag; das Porträt erinnerte mich daran, mir wieder einen Film mit ihm anzusehen.], Barry Jenkins, Bong Joon-ho, Jan-Ole Gerster, Francois Ozon und Yorge Lanthinos), Nachrufe, aktuelle Trends aus der Filmbranche und Auflistungen wichtiger Filmpreise.

Damit ist die aktuelle Ausgabe des Jahrbuchs des „Lexikons des internationalen Films“ für Filmfans gewohnt essentiell. Auch wenn beim Blättern die Liste der Unbedingt-zu-sehen-Filme wieder wächst.

Zum Glück kenne ich schon fast alle Filme der Top-20-Liste. Das ist schon einmal ein guter Anfang.

Filmdienst.de/Katholische Filmkommission für Deutschland (Redaktion: Jörg Gerle, Felicitas Kleiner, Josef Lederle, Marius Nobach): Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2019/2020

Schüren, 2020

544 Seiten

28,00 Euro

Hinweise

Homepage der Zeitschrift „Filmdienst“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2008“

Meine Besprechung von „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2009“

Meine Besprechung von “Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2010″

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2011“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2012“

Meine Besprechung von „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2013“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2014“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2015“

Meine Besprechung von „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2016“

Meine Besprechung von „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2017“


TV-Tipp für den 8. April: Der Überläufer – Teil 1 (+ Buch- und DVD-Hinweis)

April 8, 2020

ARD, 20.15

Der Überläufer – Teil 1 (Deutschland/Polen 2020)

Regie: Florian Gallenberger

Drehbuch: Bernd Lange, Florian Gallenberger

LV: Siegfried Lenz: Der Überläufer, 2016

Zweiteilige Verfilmung von Siegfried Lenz‘ posthum erschienenem Roman „Der Überläufer“, den er schon 1951, ganz am Beginn seines Schriftstellerlebens, schrieb.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der junge Wehrmachtssoldat Walter Proska. Im Sommer 1944 stößt er nach einem Heimaturlaub zu einem einsam im sumpfigen polnischen Niemandsland gelegenem Posten, der die Bahnstrecke an die Front sichern soll. Partisanen belagern sie, während sie selbst sich gegenseitig nerven. Später (in der zweiten Hälfte des Romans und im zweiten Teil des Films) wechselt Proska die Seiten und kämpft auf der Seite der Roten Armee gegen deutsche Soldaten. Nach dem Krieg arbeitet er weiter für sie – und er sucht noch immer seine große Liebe Wanda, eine junge Polin und Partisanin, die er zum ersten Mal traf, als sie einen Zug, in dem er mitfuhr, in die Luft jagen wollte.

Diese Liebesgeschichte nimmt im Film einen größeren Raum als im Roman ein. Dabei wird sie auch unglaubwürdiger. Einerseits weil ich Jannis Niewöhner und Malgorzata Mikolajczak nie das Liebespaar abkaufte, andererseits weil Wanda immer auch etwas als eine nicht von dieser Welt stammende Traumgestalt inszeniert wird. Sie ist mehr eine Fantasie als eine reale Person, die als Partisanin gegen Nazis kämpft.

Bernd Lange (Drehbuch) und Florian Gallenberger (Drehbuch, Regie) folgen vor allem im ersten Teil Siegfried Lenz‘ skizzenhaftem und episodischen Roman sehr genau. Sie übernehmen, bis auf wenige Ausnahmen, alle Szenen und viele Dialoge direkt aus dem Buch. Damit überträgt sich auch der alptraumhafte Stillstand aus dem Roman auf den Bildschirm.

Im zweiten Teil, wenn der Roman noch skizzenhafter wird, füllen sie Lücken aus, erfinden Episoden, legen auch eigene Schwerpunkte und präsentieren ein 1956 in Hamburg spielendes Ende, das sich von dem Romanende unterscheidet.

Am Ende ist „Der Überläufer“ gediegene TV-Unterhaltung, die brav dem Roman und seinem rätselhaftem Protagonisten, der sich durch die einzelnen Episoden treiben lässt, folgt.

Dabei hätte man vor allem aus der ersten Hälfte von „Der Überläufer“ einen experimentellen Alptraum im Geist von „Apocalypse Now“ machen können. Das waren jedenfalls die Bilder, die ich beim Lesen im Kopf hatte.

Der zweite Teil (mit Ulrich Tukur in einem kurzen Auftritt) wird am Freitag, den 10. April, um 20.15 Uhr gezeigt.

mit Jannis Niewöhner, Malgorzata Mikolajczak, Sebastian Urzendowsky, Rainer Bock, Bjarne Mädel, Florian Lukas, Katharina Schüttler, Alexander Beyer, Leonnie Benesch, Ulrich Tukur

Wiederholung: Donnerstag, 9. April, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Die Vorlage

Siegfried Lenz: Der Überläufer

Hoffmann und Campe, 2016

368 Seiten

25 Euro

Taschenbuch-Ausgabe, jetzt mit Filmcover

Atlantik, 2020

12 Euro

Die DVD (und Blu-ray)

mit fünfzig Minuten Bonusmaterial angekündigt für den 8. Mai 2020

Pandastorm

Bild: 1,78:1 (16:9)

Ton: Deutsch DD 2.0

Untertitel: –

Bonusmaterial: Making of, Interviews mit Cast & Crew

Länge: 171 Minuten (2 x 85 Minuten)

FSK: ? (wahrscheinliche ab 12 Jahre)

Hinweise

Das Erste über „Der Überläufer“

Pandastorm über „Der Überläufer“

Filmportal über „Der Überläufer“

Moviepilot über „Der Überläufer“

Wikipedia über „Der Überläufer“ (Verfilmung) und Siegfried Lenz

Hoffman und Campe über Siegfried Lenz

Offizielle deutsche Homepage von Siegfried Lenz

Perlentaucher über Siegfried Lenz‘ „Der Überläufer“

Meine Besprechung von Florian Gallenbergers „Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück“ (Deutschland/Luxemburg/Frankreich 2015)

Meine Besprechung von Christian Schwochows Siegfried-Lenz-Verfilmung „Deutschstunde“ (Deutschland 2019)


Cover der Woche

April 8, 2020

Die letzte Einheit von John Scalzi


TV-Tipp für den 7. April: James Bond 007 – Goldfinger

April 6, 2020

Nitro, 20.15

JAMES BOND: Goldfinger (Goldfinger, Großbritannien 1964)

Regie: Guy Hamilton

Drehbuch: Richard Maibaum, Paul Dehn

LV: Ian Fleming: Goldfinger, 1959

Goldfinger (Gert Fröbe) will Fort Knox ausräumen. James Bond (Sean Connery) hat etwas dagegen.

Mit „Goldfinger“ hatte sich James Bond endgültig im Kino etabliert und der Presserummel bei „Feuerball“ und „Man lebt nur zweimal“ war gigantisch. Ebenso die Zahl der mehr oder weniger missglückten Kopien in Buch und Film. Da scheint der heutige Rummel um „Harry Potter“/“Herr der Ringe“/“Krieg der Sterne“/“Matrix“/“X-Men“/“Marvel“ ein Klacks zu sein.

Mit Sean Connery, Gert Fröbe, Honor Blackman, Shirley Eaton, Harold Sakata, Bernard Lee, Lois Maxwell

Die Vorlage

Ian Fleming: Goldfinger

(neu übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)

Cross Cult, 2013

400 Seiten

12,80 Euro

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Goldfinger“

Wikipedia über „Goldfinger“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond – Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 6. April: Steig. Nicht. Aus!

April 5, 2020

ZDF, 22.15

Steig. Nicht. Aus! (Deutschland 2018)

Regie: Christian Alvart

Drehbuch: Christian Alvart (nach dem Drehbuch von Alberto Marini)

Spannender Thriller über einen ganz gewöhnlichen Mann, der in seinem Auto auf einer Bombe sitzt, von einem anonymen Anrufer erpresst wird und versucht, seine Kinder zu retten, während sein wohlgeordnetes bürgerliches Leben langsam zerfällt.

TV-Premiere des Remake des spanischen Thrillers „Anrufer unbekannt“ (El Desconocido, 2015).

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Wotan Wilke Möhring, Hannah Herzsprung, Christiane Paul, Aleksandar Jovanovic, Emily Kusche, Carlo Thoma, Marc Hosemann, Fahri Yardim, Mavie Hörbiger

Wiederholung: Mittwoch, 8. April, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Steig. Nicht. Aus!“

Moviepilot über „Steig. Nicht. Aus!“

Wikipedia über „Steig. Nicht. Aus!“

Meine Besprechung von Christian Alvarts „Banklady“ (Deutschland 2013)

Meine Besprechung von Christian Alvarts „Halbe Brüder“ (Deutschland 2015)

Meine Besprechung von Christian Alvarts „Steig. Nicht. Aus!“ (Deutschland 2018)

Meine Besprechung von Christian Alvarts Sebastian-Fitzek/Michael-Tsokos-Verfilmung „Abgeschnitten“ (Deutschland 2018)

Meine Besprechung von Christian Alvarts „Freies Land“ (Deutschland 2020)


TV-Tipp für den 5. April: Der Sträfling und die Witwe

April 4, 2020

Arte, 20.15

Der Sträfling und die Witwe (La Veuve Couderc, Frankreich/Italien 1971)

Regie: Pierre Granier-Deferre

Drehbuch: Pierre Granier-Deferre, Pascal Jardin

LV: Georges Simenon: La Veuve Couderc, 1940 (Die Witwe Couderc)

1934 auf einem abgelegenen Hof spielende Liebesgeschichte zwischen einem entflohenen Sträfling (Alain Delon) und einer deutlich älteren Witwe (Simone Signoret).

Krimidramamit zwei Ikonen des französischen Kinos in den Hauptrollen.

Trotz der guten Darsteller eine langweilige Romanverfilmung mit aufgesetzt werkenden politischen Bezügen.“ (Lexikon des internationalen Films)

Anschließend, um 21.40 Uhr, zeigt Arte die einstündige Doku „Filmstar mit Charakter – Simone Signoret“ (Frankreich 2019).

mit Alain Delon, Simone Signoret, Ottavia Piccolo, Jean Tissier, Monique Chaumette

Hinweise

AlloCiné über „Der Sträfling und die Witwe“

Rotten Tomatoes über „Der Sträfling und die Witwe“

Wikipedia über „Der Sträfling und die Witwe“ (englisch, französisch)


TV-Tipp für den 4. April: The Artist

April 3, 2020

3sat, 23.25

The Artist (The Artist, Frankreich 2011)

Regie: Michel Hazanavicius

Drehbuch: Michel Hazanavicius

Michel Hazanavicius‘ Tragikomödie ist eine Liebeserklärung an Hollywood und an den Stummfilm. Selbstverständlich in SW und als Stummfilm.

Die ‚A Star is born‘-Schmonzettenstory – Stummfilmstar George Valentin lehnt den Tonfilm ab. Er verliebt sich in das Starlet Peppy Miller, das durch den Tonfilm zum Star aufsteigt. – dient dabei nur als Rahmen für eine mit vielen wundervollen Details verzierte Liebeserklärung an das Kino.

Zum Kinostart wurde die Komödie überall abgefeiert und mit Preisen überhäuft. Unter anderem erhielt der französische Film fünf Oscars, unter anderem den Oscar als bester Film des Jahres.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Jean Dujardin, Bérénce Bejo, John Goodman, James Cromwell, Penelope Ann Miller, Missi Pyle, Malcolm McDowell, Uggy (Palm Dog Award Cannes 2011 als bester Hundedarsteller)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Artist“

Wikipedia über „The Artist“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Michel Hazanavicius‘ „The Artist“ (The Artist, Frankreich 2011)


DVD-Kritik: „Arctic Circle – Der unsichtbare Tod“ wütet in Lappland

April 3, 2020

In Lappland, an der finnisch-russischen Grenze, entdeckt die Polizistin Nina Kautsalo in einer einsamen Hütte eine übel zugerichtete russische Prostituierte. In der Hütte findet sie außerdem Frauenkleider in vier verschiedenen Größen. Aber es gibt keine Spur von den anderen Frauen. Bevor Kautsalo mit der Suche nach ihnen beginnen kann, erfährt sie, dass die von ihr entdeckte Russin die Trägerin eines tödlichen Virus ist, der durch eigentlich harmlose Herpes-Infektionen übertragen wird.

Der Virologe Thomas Lorenz vom Europäischen Zentrum für die Kontrolle von Krankheiten soll, zusammen mit der Polizei und ohne großes öffentliches Aufsehen, herausfinden, wie verbreitet der Virus in der Gemeinde ist und wo er herkommt. Denn zuerst trat er im Jemen bei Schwangeren auf.

Die zehnteilige Miniserie „Arctic Circle – Der unsichtbare Tod“ (die im ZDF in fünf neunzigminütigen Folgen gezeigt wurde) ist nicht, wie man Angesichts der Thematik erwarten könnte, die Serie zur Stunde. Nach einem flotten Anfang – es beginnt mit der Entdeckung der Prostituierten – plätschert die Geschichte gemütlich vor sich hin. Über viele Folgen passiert nichts für die Hauptgeschichte entscheidendes. Stattdessen werden Rätsel aufgetürmt. Was will der vermögende Mehrheitseigner einer Pharmafirma in Ivalo?Was ist unter dem geheimnisvollen Eingang, der irgendwo im verschneiten nirgendwo in einer Erdaufschüttung ist, zu finden? Anscheinend handelt es sich um ein auf keiner Karte verzeichnetes und auch den Einheimischen unbekanntes ‚Gebäude‘, das von den Nazis im Krieg für irgendetwas errichtet wurde. Was hat das mit dem Virus zu tun? Und wer ist der geheimnisvolle Mann, der in einem leerstehendem Zimmer mit Seeblick an Ringen trainiert? All diese und viele weitere Fragen, immerhin geht es auch um den kleinen illegalen Grenzhandel und Menschenschmuggel zwischen Russland und Finnland, vulgo der Europäischen Union, werden erst in den letzten Folgen, teils atemberaubend schnell, beantwortet.

Bis dahin gibt es die inzwischen üblichen familiären Subplots. So ist die Polizistin Kautsalo eine alleinerziehende Mutter einer Tochter mit Down-Syndrom, die gerade unbedingt ihren Vater sehen will. Sie hat eine vergnügungssüchtige Schwester, die ebenfalls Trägerin des Virus ist und überhaupt nicht daran denkt in der Quarantäne zu bleiben. Stattdessen geht sie auf Männerjagd. Der Virologe Lorenz ist gerade in einen Scheidungs- und Sorgerechtsstreit verwickelt, der natürlich nichts mit der Jagd nach dem Virus zu tun hat, ihn aber periodisch von der Arbeit ablenkt. In jedem Handlungsstrang gibt es unzählige unlogische Momente. So beginnen Kautsalo und Lorenz, mitten im Sorgerechtsstreit um seine Tochter Hanna, eine Beziehung und Hanna ruft ihn immer dann an, wenn ihre Mutter in Hörweite ist. Als ob die Dreizehnjährige ihren über alles geliebten Vater auf ihrem Handy nicht aus der Schule anrufen könnte. Der Hauptplot ist, so wie er erzählt und aufgelöste wird, nicht viel besser.

Dabei hätte die Idee und die Lösung durchaus das Potential für einen hübschen zweistündigen trashigen Thriller gehabt. Stattdessen wurde ein siebeneinhalbstündiger Nordic-Noir für anspruchslose Gemüter mit einem Faible für schlechte Dialoge gedreht. Immerhin mit schönen Bildern.

Der gebürtige Finne Hannu Salonen inszenierte vor allem für das deutsche Fernsehen TV-Filme, unter anderem für „Polizeiruf 110“, „Tatort“, „Rosa Roth“, „Commissario Laurenti“, „Ein Fall für zwei“, „Schuld“ und „Die Toten vom Bodensee“.

Die DVD hat kein Bonusmaterial.

Arctic Circle – Der unsichtbare Tod (Ivalo; Arctic Circle, Finnland/Deutschland 2018)

Regie: Hannu Salonen

Drehbuch: Joona Tena, Jón Atli Jónasson, Petja Peltomaa (nach einer Idee von Olli Haikka, Petja Pelomaa und Joona Tena)

mit Iina Kuustonen, Maximilian Brückner, Pihla Viitala, Janne Kataja, Susanna Haavisto, Taneli Mäkelä, Clemens Schick, Aleksandar Jovanovic

DVD

EdelMotion

Bild: 16:9

Ton: Deutsch, mehrsprachige Originalfassung (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Englisch

Bonusmaterial: –

Länge: 429 Minuten (3 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

ZDF über „Arctic Circle“

Wikipedia über „Arctic Circle“


TV-Tipp für den 3. April: Frank

April 2, 2020

One, 21.00

Frank (Frank, Irland/Großbritannien 2014)

Regie: Lenny Abrahamson

Drehbuch: Jon Ronson, Peter Straughan

LV: Jon Ronson: Oh Blimey! (Reportage, The Guardian, 2006)

Möchtegernmusiker Jon wird als Keyboarder der legendären Avantgardeband „Soronprfbs“ engagiert und das Mitglied einer sehr seltsamen Gemeinschaft. Angeführt wird sie von dem mehr als seltsamen Frank.

Das ist der Film, in dem Michael Fassbender als Bandleader Frank während des gesamten Films eine Pappmaché-Maske trägt.

„Frank“ ist ein herrlich schrulliger Film mit einem liebevollen Blick auf gesellschaftliche Außenseiter, die sich in einer Band einen eigenen, gut funktionierenden Schutzraum geschaffen haben.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Michael Fassbender, Domhnall Gleeson, Maggie Gyllenhaal, Scott McNairy, Francois Civil, Carla Azar

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Facebook-Seite zum Film
Moviepilot über „Frank“
Metacritic über „Frank“
Rotten Tomatoes über „Frank“
Wikipedia über „Frank“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Männer, die auf Ziegen starren” (The men who stare at Goats, 2004)

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Die Psychopathen sind unter uns – Eine Reise zu den Schaltstellen der Macht” (The Psychopath Test – A Journey through the Madness Industry, 2011)

Meine Besprechung von Lenny Abrahamsons „Frank“ (Frank, Irland/Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Lenny Abrahamsons „Raum“ (Room, Irland/Kanada 2015)