Highlander – Es kann nur einen geben (Highlander, USA 1986)
Regie: Russell Mulcahy
Drehbuch: Gregory Widen, Peter Bellwood, Larry Ferguson (nach einer Geschichte von Gregory Widen)
Connor MacLeod ist unsterblich. Nur wenn ihm oder einem anderen Unsterblichen mit einem Schwerthieb der Kopf abgeschlagen wird, stirbt er. Das weiß MacLeod seit 1536. Im heutigen New York trifft er wieder auf seinen Erzfeind Kurgan.
Stilbildender Kultfilm mit der bombastischen Musik von Queen
mit Christopher Lambert, Roxanne Hart, Clancy Brown, Sean Connery
In den USA tummeln sich schon seit Ewigkeiten Kleinanleger auf dem Aktienmarkt. Normalerweise werden sie von den Profis ignoriert. Falls sie nicht gerade von ihnen hemmungslos über den Tisch gezogen werden.
Einer von diesen Kleinanlegern ist Keith Gill (Paul Dano). Auf den ersten Blick ist er ein typischer Nerd, der wahrscheinlich seit seiner Konfirmation keinen Anzug mehr angezogen hat. Als Roaring Kitty redet er aus dem Keller seines Hauses auf seinem YouTube-Kanal über Aktien und wie er sein Geld investiert. Trotz der grassierenden Coronavirus-Pandemie hält er die GameStop-Aktie für hoffnungslos unterbewertet. GameStop ist eine Ladenkette für Videospiele, die in Einkaufzentren ihre Filialen hat. Gill kauft die Aktie und fordert seine Fans auf, sie ebenfalls zu kaufen. Das war im Januar 2021. Und, wie es so ist, wenn plötzlich viele Menschen eine Aktie kaufen, steigt der Kurs.
Dummerweise bringt Gill damit einige Hedgefonds-Manager, die auf einen niedrigen Kurs der Aktie spekulierten, in Bedrängnis. Und irgendwann interessiert sich auch der Kongress dafür.
Diese wahre Geschichte über den plötzlichen enormen Wertzuwachs einer Aktie und wie es dazu kam, verfilmte Craig Gillespie („I, Tonya“) jetzt mit erstaunlich vielen bekannten Schauspielern (die teilweise nur wenige Drehtage hatten) und einer ordentlichen Portion Humor als süffige David-gegen-Goliath-Geschichte. Die Sympathien sind klar verteilt und die Kritik am Finanzsystem ist bestenfalls sehr milde.
Denn, auch wenn hier die Kleinanleger gewinnen, erzählt „Dumb Money“ letztendlich nur eine Geschichte von Zockern, die gegeneinander kämpfen. Am System wollen sie nichts ändern. Sie wollen nur ihr Stück vom Kuchen. Außerdem erkannten die GameStop-Anleger, so Gillespie, „dass sie GameStop nutzen konnten, um der Wall Street den Mittelfinger zu zeigen“.
Diese Rache des kleinen Anlegers erzählt er anhand der Geschichte von Gill, einiger der von ihm inspirierten Anleger, wozu ein kleiner GameStop-Verkäufer, eine Krankenschwester und zwei Studentinnen gehören, und der Hedgefonds-Manager Manager, die wegen ihm innerhalb kurzer Zeit viel Geld verlieren.
Die kurzweilig erzählte Schnurre hat nie das satirische oder aufklärerische Potential von Filmen wie „The Big Short“ oder „The Wolf of Wall Street“.
Dumb Money – Schnelles Geld(Dumb Money, USA 2023)
Regie: Craig Gillespie
Drehbuch: Lauren Schuker Blum, Rebecca Angelo
LV: Ben Mezrich: The Antisocial Network, 2021
mit Paul Dano, Pete Davidson, America Ferrara, Vincent D’Onofrio, Sebastian Stan, Shailene Woodley, Dane DeHaan, Seth Rogen, Nick Offerman, Anthony Ramos, Clancy Brown
Die Verurteilten (The Shawshank Redemption, USA 1994)
Regie: Frank Darabont
Drehbuch: Frank Darabont
LV: Stephen King: Rita Hayworth and the Shawshank Redemption, in Different Seasons, 1982 (Pin up; Die Verurteilten in „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“; einer Sammlung von vier Novellen)
Ein unschuldig verurteilter Bankmanager flüchtet nach jahrelanger Kleinarbeit aus dem Gefängnis.
Eindrucksvolles Gefängnisdrama, das beim Kinostart nicht als „Stephen-King-Film“ beworben wurde. Zu Recht, denn damals stand Kings Name fast ausschließlich für minderwertige Horrorfilme.
„Die Verurteilten“ ist inzwischen ein äußerst beliebter und erfolgreicher Film. In dem All-Time-Great-Ranking der Internet Movie Database steht er derzeit auf Platz 1; – was einen dann doch etwas an dieser Liste zweifeln lassen kann. Auch wenn „Der Pate“ und „Der Pate 2“ auf dem zweiten und vierten Platz stehen.
Mit Tim Robbins, Morgan Freeman, Bob Gunton, William Sadler, Clancy Brown, Gil Bellows, Mark Rolston, James Whitmore, Jude Ciccolella
Wenige Tage nach seinem überraschenden Tod am 17. März 2023 kommt jetzt einer von von Lance Reddicks letzten Filmen ins Kino – und dieser Kinoabschied (wenn wir die laut IMDb noch kommenden Filme weglassen) ist ein würdiger Abschied. In seiner bekanntesten Rolle. Er spielt, wie in den vorherigen „John Wick“-Filmen, den Concierge des New Yorker Continental Hotels und, soviel kann gesagt werden, er hat im Film eine wichtige Rolle und eine starke letzte Szene.
Im Mittelpunkt des Actionfilms steht natürlich John Wick (Keanu Reeves). Er kämpft immer noch gegen die Hohe Kammer und den gegen ihn ausgesprochenen Tötungsbefehl. Die Hohe Kammer hat jetzt den Marquis de Gramont (Bill Skarsgård) beauftragt, John Wick zu beseitigen. Das Kammermitglied ist ein immer perfekt gekleideter, leicht schnöseliger Adliger, der keine Skrupel kennt. Rücksichtslos jagt er John Wick und lässt jeden töten, den Wick trifft. Schnell sterben Wicks Freunde und immer mehr Menschen wollen ihn töten.
Als die Situation für Wick immer aussichtsloser wird, weist Winston (Ian McShane), der Besitzer des New Yorker Continental Hotels, ihn auf eine alte Regel hin: wenn er den Marquis in einem Duell besiegt, annulliert die Hohe Kammer den Tötungsbefehl. Allerdings kann Wick den Marquis nur herausfordern, wenn er bestimmte Regeln einhält, bestimmte Fürsprecher hat und so in der Position ist, die es ihm ermöglicht, ein anderes Mitglied der Hohen Kammer zum Duell herauszufordern. Das ist die erste Hürde, die Wick überwinden muss. Danach muss er pünktlich zum Duell erscheinen, während der Marquis versucht, ihn auf dem Weg zum Duell zu töten. Er schickt unzählige Killer los. Seine Trumpfkarte ist Caine (Donnie Yen), ein blinder, sich eigentlich im Ruhestand befindender Killer und Freund von John Wick. Caine und Wick respektieren sich, weil sie gleich gut sind und eine gemeinsame Geschichte haben. Die Wildcard des Marquis ist ein namenloser Fährtenleser (Shamier Anderson), der immer von seinem Schäferhund begleitet wird und der ein eigenes Spiel spielt.
Vor zehn Jahren lernten wir John Wick in „John Wick“ kennen. Damals war er ein zurückgezogen lebender, um seine Frau trauernder legendärer Profikiller. Als einige halbstarke Gangster sein Auto klauen und seinen Hund töten, begibt er sich auf einen Rachefeldzug, bei dem mindestens eine halbe Hundertschaft Bösewichter stirbt. Der Actionthriller war ein Erfolg.
In den nächsten beiden „John Wick“-Filmen wurde aus dem kleinen B-Actionthriller, der mit seinen langen, kaum geschnittenen, mit ruhiger Kamera aufgenommenen Actionszenen Actionfans begeisterte, in jeder Beziehung mehr. Autor Derek Kolstad und Regisseur Chad Stahelski erfanden eine Parallelwelt, in der Profikiller ungestört global agieren und es ein labyrinthisches Regelwerk gibt, das die katholische Kirche vor Neid erblassen lässt. Die Action wurde spektakulärer. Die Schauplätze internationaler. Und es spielten noch mehr Stars mit. Jeder neue „John Wick“-Film war länger und teurer als der vorherige. Und erfolgreicher an der Kinokasse.
„John Wick : Kapitel 4“ setzt diese Entwicklung fort. Mit einem offiziellem Budget von hundert Millionen Dollar ist er der bislang teuerste Film der Serie. Die Geschichte spielt in der jordanischen Wüste, New York, Osaka/Japan (eigentlich nur im dortigen Continental Hotel), Berlin und Paris. Mit gut drei Stunden ist der Thriller fast vierzig Minuten länger als der vorherige Film. Mit Donnie Yen, Bill Skarsgård, Scott Adkins und Hiroyuki Sanada gibt es prominente Neuzugänge. Und es gibt mehr Action. Insgesamt nennt das Presseheft vierzehn große Action-Set-Pieces (ich habe jetzt nicht nachgezählt), die alle ziemlich spektakulär sind. Das gilt für die Action an sich – es gibt Nahkämpfe, Schießereien, Schwertkämpfe, Autounfälle, Fenster- und Treppenstürze -, und für die Inszenierung. Wieder schnitt Chad Stahelski nur selten. Wieder wählt er lieber die Totale als die Nahaufnahme. Wieder ist es so möglich, die Action genau zu verfolgen und zu sehen, was die Schauspieler und Stuntmen tun. Wieder überzeugt die Farbdramaturgie.
Die Welt von John Wick war schon immer eine Fantasiewelt, die sich inzwischen eindeutig am Comic orientiert. Aber noch hat die Geschichte einem Fuß in der Realität. Wie die James-Bond-Filme oder „Fast & Furious Five“ (Fast Five, USA 2011; das war die Actionsause, in der ein Safe durch die Straßen von Rio de Janeiro gezogen wird). Das Gezeigte ist unwahrscheinlich, aber nicht vollkommen unmöglich. Wobei die im Film gezeigte Unverletztlichkeit von John Wick, trotz Kevlar-Anzug und mit Kevlar verstärktem Hemd, das alle Kugeln abprallen lässt, mythische Dimensionen hat. Während bei ihm jeder Schuss ein Treffer ist, ist bei den Bösewichtern kein Schuss ein Treffer. Und John Wick wird zwar von Autos angefahren, aber nicht verletzt.
„John Wick: Kapitel 4“ liefert genau das stilvolle Actionfeuerwerk, das Fans erwarten und trotz seiner epischen Laufzeit von gut drei Stunden ist der fast dialogfreie Thriller kurzweilig, aber auch etwas redundant. Da wird geschossen, geschossen und nochmal geschossen. Da kommt noch ein Killer um die Ecke, der von einem weiteren und einem weiteren Killer gefolgt wird. Da rollt John Wick nicht einmal, sondern gleich zweimal eine sehr, sehr lange Treppe runter, ehe er sie, wie Sisyphos, wieder hochläuft. Trotzdem langweilen diese langen Actionszenen nicht. Sie treiben die Handlung voran und sie zeigen eindrucksvoll, was im Bereich des handgemachten Actionfilms möglich ist.
Das fünfte Kapitel ist schon in Arbeit.
John Wick: Kapitel 4(John Wick: Chapter 4, USA 2023)
Regie: Chad Stahelski
Drehbuch: Shay Hatten, Michael Finch (basierend auf von Derek Kolstad erfundenen Figuren)
mit Keanu Reeves, Bill Skarsgård, Donnie Yen, Laurence Fishburne, Lance Reddick, Clancy Brown, Ian McShane, Shamier Anderson, Scott Adkins, Hiroyuki Sanada, Rina Sawayama, Natalia Tena, Sven Marquardt (Berliner Legende)
Die Verurteilten (The Shawshank Redemption, USA 1994)
Regie: Frank Darabont
Drehbuch: Frank Darabont
LV: Stephen King: Rita Hayworth and the Shawshank Redemption, in Different Seasons, 1982 (Pin up; Die Verurteilten in „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“; einer Sammlung von vier Novellen)
Ein unschuldig verurteilter Bankmanager flüchtet nach jahrelanger Kleinarbeit aus dem Gefängnis.
Eindrucksvolles Gefängnisdrama, das beim Kinostart nicht als „Stephen-King-Film“ beworben wurde. Zu Recht, denn damals stand Kings Name fast ausschließlich für minderwertige Horrorfilme.
„Die Verurteilten“ ist inzwischen ein äußerst beliebter und erfolgreicher Film. In dem All-Time-Great-Ranking der Internet Movie Database steht er derzeit auf Platz 1; – was einen dann doch etwas an dieser Liste zweifeln lassen kanne. Auch wenn der zweite und vierte Platz von „Der Pate“ und „Der Pate 2“ belegt werden.
Mit Tim Robbins, Morgan Freeman, Bob Gunton, William Sadler, Clancy Brown, Gil Bellows, Mark Rolston, James Whitmore, Jude Ciccolella
Cassie sitzt in einer Bar. Vollbusig, etwas nuttig, reichlich naiv und vollkommen zugedröhnt. Für Männer ist sie ein leichtes Opfer. Bis einer der zahlreichen männlichen, anzugtragenden Kunden, ganz hiflsbereiter Charmeur der alten Schule, anbietet, sie nach Hause zu bringen. Bei einem Abstecher in seine Wohnung möchte er für diese Gefälligkeit mit etwas Sex bezahlt werden. Aber Cassie möchte das nicht. Sie ist auch nicht zugedröhnt, sondern stocknüchtern.
Was danach geschieht, erfahren wir nicht.
Aber im nächsten Moment stolpert Cassie über die Straße. Ihre Kleider sind derangiert, aber sie wirkt, als sei sie sehr zufrieden mit dem Verlauf der letzten Nacht.
In den nächsten Nächten wiederholt sich das Spiel. Immer mit einem anderen Zufallsbekanntschaft. Und immer mit einem weiteren Strich in ihrem Notizbuch.
Warum die intelligente Dreißigjährige, die ihr Medizinstudium zugunsten eines Aushiflsjobs in einem Café abbrach und die noch immer in ihrem Kinderzimmer wohnt, das tut, bleibt lange rätselhaft in Emerald Fennells Regiedebüt „Promising Young Woman“, für das sie auch das Drehbuch schrieb. Fennell spielt in „The Crown“ Camilla Shand/Camilla Parker Bowles. Außerdem war sie Showrunner für die zweite Staffel von „Killing Eve“. Sie schrieb auch fast alle Drehbücher. Und sie veröffentlichte einige Kinderbücher und einen Horrorroman. Für „Promising Young Woman“ erhielt sie den Drehbuchoscar. Außerdem war sie für die beste Regie und der Film als bester Film nominiert. Laut IMDB gewann „Promising Young Woman“ 109 Preise und wurde für 169 weitere Preise nominiert.
Das ist dann doch ein etwas zu großer Preisregen für eine kleinen, fiesen B-Rachethriller, der, nachdem Cassies Motiv bekannt ist, doch sehr in den üblichen Bahnen eines Rachethrillers verläuft. Das geschieht ziemlich spät im Film und soll deshalb hier nicht verraten werden.
Die erste Hälfte, in der Cassie in Bars als scheinbares Opfer Männer abschleppt und ihnen, ähm, eine Lektion erteilt, dockt gelungen an die Sehgewohnheiten und Erwartungen an. Damit ist dieser Teil auch ein Kommentar zur #MeToo-Debatte mit dem eindeutigen, immer noch aktuellem Hinweis, dass ein „Nein“ ein „Nein“ ist und dass das keine Einladung zu einer Vergewaltigung ist. Was Cassie mit ihren Opfern anstellt, erfahren wir auch später. Und auch das soll hier nicht gespoilert werden.
Ein Problem des Films ist, das kann gesagt werden, dass die beiden Hälften nicht wirklich zusammen passen. Denn Cassies Aktionen in der ersten Hälfte bringen sie nicht näher an ihr Ziel.
Aber der Rachethriller ist so gut gespielt und so schwarzhumorig auf den Punkt inszeniert, dass man gefesselt zusieht. Auch weil Fennell immer mit den Erwartungen und Sehgewohnheiten des genrekundigen Publikums spielt.
So ist „Promising Young Woman“ ein überzeugendes, zum Nachdenken anregendes Regiedebüt, ein feministisch gefärbter Noir und ein fieser kleiner Rachethriller, in dem Carey Mulligan sich als Cassie austoben kann.
Das ist nicht neu, aber aus einem erfrischend anderem Blickwinkel präsentiert. Denn normalerweise werden solche Genrefilme von Männern gedreht.
Für Noir-Fans ist „Promising Young Woman“ also ein Pflichttermin.
Promising Young Woman (Promising Young Woman, USA 2020)
Regie: Emerald Fennell
Drehbuch: Emerald Fennell
mit Carey Mulligan, Laverne Cox, Bo Burnham, Alison Brie, Connie Britton, Jennifer Coolidge, Max Greenfield, Christopher Mintz-Plasse, Chris Lowell, Sam Richardson, Molly Shannon, Clancy Brown, Adam Brody, Alfred Molina
Während ihres ersten Einsatzes erschießt Streifenpolizistin Megan Turner in einem Supermarkt einen bewaffneten Räuber. Ein klarer Fall von gerechtfertigtem Einsatz der Schusswaffe, wenn nicht ein Kunde, Eugene Hunt, die Waffe des Räubers eingesteckt hätte. Kurz darauf beginnt Hunt mit dieser Waffe (und Megans Name auf den Kugeln) Menschen zu erschießen. Außerdem nähert er sich ihr als verständnisvoller Liebhaber.
In Bigelows optisch überzeugendem, spekulativem Polizistinnenthriller erlebt und tut eine Frau all die Dinge, die sonst nur ein Mann tut. Das war damals verdammt ungewöhnlich.
mit Jamie Lee Curtis, Ron Silver, Clancy Brown, Elizabeth Pena, Louise Fletcher, Philip Bosco, Kevin Dunn, Richard Jenkins, Tom Sizemore
Weil „Das Leben des Brian“ erst am Ostermontag gezeigt wird (RTL II um 20.15 Uhr) und das ZDF die TV-Premiere von „Trumbo“ um 00.25 Uhr (oder später) versendet
Vox, 20.15
Die Verurteilten (The Shawshank Redemption, USA 1994)
Regie: Frank Darabont
Drehbuch: Frank Darabont
LV: Stephen King: Rita Hayworth and the Shawshank Redemption, in Different Seasons, 1982 (Pin up; Die Verurteilten in „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“; einer Sammlung von vier Novellen)
Ein unschuldig verurteilter Bankmanager flüchtet nach jahrelanger Kleinarbeit aus dem Gefängnis.
Eindrucksvolles Gefängnisdrama, das beim Kinostart nicht als „Stephen-King-Film“ beworben wurde. Zu Recht, denn damals stand Kings Name fast ausschließlich für minderwertige Horrorfilme.
„Die Verurteilten“ ist inzwischen ein äußerst beliebter und erfolgreicher Film. In dem All-Time-Great-Ranking der Internet Movie Database steht er derzeit auf Platz 1; – was einen dann doch etwas an dieser Liste zweifeln lassen kanne. Auch wenn der zweite und dritte Platz von „Der Pate“ und „Der Pate 2“ belegt werden.
Mit Tim Robbins, Morgan Freeman, Bob Gunton, William Sadler, Clancy Brown, Gil Bellows, Mark Rolston, James Whitmore, Jude Ciccolella
Drehbuch: Deric Washburn, Harry Kleiner (nach einer Geschichte von John Milius und Fred Rexer)
Um persönliche Verfehlungen zu vertuschen, eskaliert ein hochrangiger CIA-Mann (Michael Ironside) mit seinen Männern in einem texanischen Grenzkaff den Kampf zwischen Texas-Ranger Jack Benton (Nick Nolte, seltsam unterkühlt spielend) und Bentons Schulfreund Cash Bailey (Powers Boothe) zu einer blutigen Schlacht. Denn Bailey ist inzwischen ein aus Mexiko operierender Rauschgifthändler, der mit dem CIA-Mann in schmutzige Geschäfte verwickelt ist.
„Eine ungewöhnliche Mischung aus Western, Agentenstory und Actionfilm, von Hill mit gewohnter Präzision und Effizienz inszeniert. Störend wirken die kompromisslose Gewalttätigkeit und Menschenverachtung, die die Geschichte prägen.“ (Fischer Film Almanach 1988)
Vor allem das bleihaltige Ende versucht, ziemlich erfolgreich, Sam Peckinpahs „The Wild Bunch“ zu toppen.Auch davor gibt es schon einige Peckinpah-Anspielungen.
mit Nick Nolte, Powers Poothe, Michael Ironside, Maria Conchita Alonso, Rip Torn, Clancy Brown
Wiederholung: Samstag, 30. Dezember, 00.00 Uhr (Taggenau!, anschließend „Doberman“)
Vox, 20.15 Die Verurteilten (USA 1994, Regie: Frank Darabont)
Drehbuch: Frank Darabont
LV: Stephen King: Rita Hayworth and the Shawshank Redemption, in Different Seasons, 1982 (Pin up; Die Verurteilten in „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“; einer Sammlung von vier Novellen)
Ein unschuldig verurteilter Bankmanager flüchtet nach jahrelanger Kleinarbeit aus dem Gefängnis.
Eindrucksvolles Gefängnisdrama, das beim Kinostart nicht als „Stephen-King-Film“ beworben wurde. Zu Recht, denn damals stand Kings Name fast ausschließlich für minderwertige Horrorfilme.
„Die Verurteilten“ ist inzwischen ein äußerst beliebter und erfolgreicher Film. In dem All-Time-Great-Ranking der Internet Movie Database steht er derzeit auf Platz 1; – was einen dann doch etwas an dieser Liste zweifeln lassen kanne. Auch wenn der zweite und dritte Platz von „Der Pate“ und „Der Pate 2“ belegt werden.
Mit Tim Robbins, Morgan Freeman, Bob Gunton, William Sadler, Clancy Brown, Gil Bellows, Mark Rolston, James Whitmore, Jude Ciccolella
Überraschend gelungen ist Duncan Jones‘ dritter Spielfilm „Warcraft: The Beginning“. Das sagt jetzt allerdings wenig über den Film an sich, sondern vor allem über den Referenzrahmen aus. „Warcraft: The Beginning“ (ab jetzt nur noch „Warcraft“, im Netz gibt es ja kein Zeilengeld) ist eine Spieleverfilmung und „gute Spieleverfilmung“ ist ein bekanntes Oxymoron. Die meisten Spieleverfilmungen sind als Film und als irgendwie geartete Adaption des Spiels gescheitert. Eine Qual für die Fans des Spiels, weil sie im Film nichts von der Großartigkeit des Spiels finden, und eine für das restliche Publikum, weil es einen grottenschlechten Film sieht, eine Geldverschwendung, bei der vollkommen unklar ist, warum irgendjemand, geschweige den Millionen, das Spiel gekauft haben.
„Warcraft“ ist außerdem ein Fantasy-Film und Fantasy-Filme irgendwo zwischen Rittern und eiserne Jungfrauen im Mittelalter und „Herr der Ringe“-Zaubereien interessieren mich herzlich wenig. Ich halte es da mit Alfred Hitchcock, de sich fragte, wie die Menschen in den Kostümen auf die Toilette gehen. Außerdem sind etliche Fantasy-Filme, trotz oder wegen ihres Budgets, schlechte Filme.
Kurz gesagt: in diesem Umfeld sind die Erwartungen notorisch gering.
Aber dann ist der Film von Duncan Jones und seine beiden Science-Fiction-Filme „Moon“ und „Source Code“ haben mir gut gefallen. Sie kosteten nicht viel Geld, hatten aber eine gute Geschichte und gute Schauspieler. Gute Schauspieler hat „Warcraft“ auch, wobei auf die wirklich großen Namen verzichtet wurde. Sie sollten nicht von der Geschichte ablenken.
Ihm könnte also eine gute Spieleverfilmung gelingen.
Oh, und Duncan Jones ist ein bekennender „World of Warcraft“-Spieler, was erst einmal nichts sagt, aber immerhin die Hoffnung weckt, dass er dem Geist des Spiels treu bleibt. Ob ihm das gelingt, kann ich nicht sagen. Computerspiele interessieren mich ungefähr so sehr wie Fantasy-Filme. Und das ist „Warcraft“.
Es geht um die aus einer fremden Welt in das Königreich von Azeroth kommenden Orcs. Die Orcs sehen aus wie eine muskelbepackte Version von Arnold Schwarzenegger. Sie leben für den Krieg und wollen die Welt der Menschen erobern. Die Menschen sind davon nicht begeistert. Ihre Truppen werden angeführt von dem tapferen Krieger Anduin Lothar (Travis Fimmel), dem jungen Zauberer Khadgar (Ben Schnetzer) und dem Wächter Medivh (Ben Foster), der mit seinen magischen Kräften über die Menschen wacht. Allerdings hat er sich in den letzten sechs Jahren in seine Burg zurückgezogen, widmete sich seinen Schriften und der Erschaffung eines Golems. Sekundiert werden sie von dem König Llane (Dominic Cooper) und seiner Gemahlin und Anduins Schwester Lady Taria (Ruth Negga).
Auf der Seite der Orcs haben die Macher weniger Sorgfalt verwandt, obwohl sie die Geschichte aus der Perspektive der Menschen und der Orcs erzählen wollen (was dann bei Friedensverhandlungen zu etwas putzigem Sprachwirrwarr auf der Tonspur sorgt). Einerseits sehen sie sich doch alle recht ähnlich, andererseits gibt es neben ihrem Anführer, dem Hörner tragendem Greis Gul’dan (Daniel Wu), dem tapferen Durotan (Toby Kebbell) und seiner ebenso kriegsbegabten, schwangerschaftsbedingt ausfallenden Frau Draka (Anna Galvin) kaum Charaktere, die einen größeren Wiedererkennungswert haben.
Zwischen beiden Welten steht Garona (Paula Patton), ein Halb-Mensch/Halb-Orc-Wesen, das Anduin gefangen genommen wird und, weil sie die Sprache der Menschen versteht, zur Übersetzerin und Vermittlerin zwischen ihnen wird. Kämpfen kann sie auch und es bleibt ein Rätsel, warum sie und der mit ihr gefangen genommene Orc nicht einfach ausbrechen.
Nachdem diese Fronten geklärt sind, fällt Durotan auf, dass Gul’dan alles zerstört, was in seinen Einflussbereich gerät. Er will sich daher mit den Menschen gegen den wahren Bösewicht verbünden.
Gut, die Story kennen wir wirklich vorwärts und rückwärts, mit allen möglichen Verwicklungen aus jedem zweiten Mittelalterfilm und Duncan Jones erzählt sie brav nach mit vorhersehbaren Wendungen, einem gemächlichen Erzähltempo, seit Ewigkeiten patentierten Dialogen und eindimensionalen Charakteren. Also mit all den Dingen, die wir in seinen vorherigen Filmen nicht vermissten. Daher ist „Warcraft“ vor allem ein Film für die Fantasy-Filmgemeinde, die gerade unter Hobbit-Entzug leidet, und für die Duncan-Jones-Komplettisten.
Denn die Bilder beeindrucken. Auch, was gar nicht so einfach ist, in 3D im IMAX. Wobei die Dimensionen und Proportionen zwischen riesigen Händen und Kleinkinderköpfen bei den Orcs immer wieder falsch wirken. Die Geschichte wird mit etwas Humor und dem augenzwinkernden Einverständnis erzählt, dass wir sie letztendlich schon kennen. Auch wenn die Namen ausgetauscht wurden.
Obwohl der Film „The Beginning“ heißt, erzählt er, bis auf einige Hinweise auf die weitere Geschichte und einigen überraschenden Todesfällen, eine in sich abgeschlossene Geschichte, für die man das Spiel nicht kennen muss.
Überraschend gelungen ist, um wieder auf meine erste Bewertung zurückzukommen, in diesem Fall ein okayer Fantasy-Film, der nichts neu erfindet, angenehm konservativ seine Geschichte erzählt und die bekannten Fallen früherer Spieleverfilmungen umschifft. Das ist im Umfeld von „Tomb Raider“, „Max Payne“, „Hitman – Jeder stirbt alleine“ und „Need for Speed“ schon sehr viel.
Warcraft: The Beginning (Warcraft: The Beginning, USA 2016)
Regie: Duncan Jones
Drehbuch: Charles Leavitt, Duncan Jones
mit Travis Fimmel, Paula Patton, Ben Foster, Dominic Cooper, Toby Kebbell, Ben Schnetzer, Robert Kazinsky, Clancy Brown, Daniel Wu, Ruth Negga
Drehbuch: Roberto Orci, Alex Kurtzman, Damon Lindelof, Mark Fergus, Hawk Ostby (nach einer Geschichte von Mark Fergus, Hawk Ostby und Steve Oedekerk [klingt nach einer sehr langen Entwicklung])
Buch zum Film: Joan D. Vinge: Cowboys & Aliens, 2011
Wilder Westen: Aliens versuchten schon damals, die Erde zu besetzen. Aber dieses Mal legen sie sich mit „James Bond“ und „Indiana Jones“ an. Klarer Fall, wer die besseren Karten hat.
Vergnüglicher, starbesetzter, etwas unterschätzter Western, der gerade in seinen traditionellen Teilen gefällt, und viel besser als die Box-Office-Bombe „Lone Ranger“ ist.
mit Daniel Craig, Harrison Ford, Abigail Spencer, Buck Taylor, Olivia Wilde, Sam Rockwell, Clancy Brown, Paul Dano, Adam Beach, Noah Ringer, Keith Carradine, Walton Goggins
Vox, 20.15 Die Verurteilten (USA 1994, Regie: Frank Darabont)
Drehbuch: Frank Darabont
LV: Stephen King: Rita Hayworth and the Shawshank Redemption, in Different Seasons, 1982 (Pin up; Die Verurteilten in „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“; einer Sammlung von vier Novellen)
Ein unschuldig verurteilter Bankmanager flüchtet nach jahrelanger Kleinarbeit aus dem Gefängnis.
Eindrucksvolles Gefängnisdrama, das beim Kinostart nicht als „Stephen-King-Film“ beworben wurde. Zu Recht, denn damals stand Kings Name fast ausschließlich für minderwertige Horrorfilme.
„Die Verurteilten“ ist inzwischen ein äußerst beliebter und erfolgreicher Film. In dem All-Time-Great-Ranking der Internet Movie Database steht er derzeit auf Platz 1; – was einen dann doch etwas an dieser Liste zweifeln lassen kanne. Auch wenn der zweite und dritte Platz von „Der Pate“ und „Der Pate 2“ belegt werden.
Mit Tim Robbins, Morgan Freeman, Bob Gunton, William Sadler, Clancy Brown, Gil Bellows, Mark Rolston, James Whitmore, Jude Ciccolella
Für „Finderlohn“, den zweiten Roman mit Detektiv Bill Hodges, wird Stephen King keinen Edgar erhalten, weil er den bedeutenden Krimipreis dieses Jahr für „Mr. Mercedes“, den ersten Roman mit Hodges, erhielt.
Das sollte einen natürlich nicht davon abhalten, „Finderlohn“ („In Erinnerung an John D. MacDonald“ [Widmung]) zu lesen. Dieses Mal will Hodges einem Jungen helfen, der einen Schatz gefunden hat. Dummerweise wurde er von einem psychopathischen Mörder versteckt, der nach 35 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird und seinen Schatz wieder haben will.
Ach ja, „Mr. Mercedes“ erschien vor wenigen Tagen als Taschenbuch und der dritte Hodges-Roman ist bereits in Arbeit.
– Stephen King: Finderlohn (übersetzt von Bernhard Kleinschmidt) Heyne, 2015 544 Seiten
22,99 Euro
– Originalausgabe
Finders Keepers
Scribner, 2015
3sat, 22.35 Blue Steel (USA 1990, Regie: Kathryn Bigelow)
Drehbuch: Kathryn Bigelow, Eric Red
Während ihres ersten Einsatzes erschießt Streifenpolizistin Megan Turner in einem Supermarkt einen bewaffneten Räuber. Ein klarer Fall von gerechtfertigtem Einsatz der Schusswaffe, wenn nicht ein Kunde, Eugene Hunt, die Waffe des Räubers eingesteckt hätte. Kurz darauf beginnt Hunt mit dieser Waffe (und Megans Name auf den Kugeln) Menschen zu erschießen. Außerdem nähert er sich ihr als verständnisvoller Liebhaber.
In Bigelows optisch überzeugendem, spekulativem Polizistinnenthriller erlebt und tut eine Frau all die Dinge, die sonst nur ein Mann tut. Das war damals noch verdammt ungewöhnlich.
mit Jamie Lee Curtis, Ron Silver, Clancy Brown, Elizabeth Pena, Louise Fletcher, Philip Bosco, Kevin Dunn, Richard Jenkins, Tom Sizemore Wiederholung: Sonntag, 19. Juli, 02.15 Uhr (Taggenau!) Hinweise Rotten Tomatoes über „Blue Steel“
Wikipedia über „Blue Steel“ (deutsch, englisch) Meine Besprechung von Kathryn Bigelows „Zero Dark Thirty“ (Zero Dark Thirty, USA 2012)
Drehbuch: Roberto Orci, Alex Kurtzman, Damon Lindelof, Mark Fergus, Hawk Ostby (nach einer Geschichte von Mark Fergus, Hawk Ostby und Steve Oedekerk [klingt nach einer sehr langen Entwicklung])
Buch zum Film: Joan D. Vinge: Cowboys & Aliens, 2011
Wilder Westen: Aliens versuchten schon damals, die Erde zu besetzen. Aber dieses Mal legen sie sich mit „James Bond“ und „Indiana Jones“ an. Klarer Fall, wer die besseren Karten hat.
Vergnüglicher, starbesetzter, etwas unterschätzter Western, der gerade in seinen traditionellen Teilen gefällt, und viel besser als die Box-Office-Bombe „Lone Ranger“ ist.
mit Daniel Craig, Harrison Ford, Abigail Spencer, Buck Taylor, Olivia Wilde, Sam Rockwell, Clancy Brown, Paul Dano, Adam Beach, Noah Ringer, Keith Carradine, Walton Goggins
Vox, 20.15 Die Verurteilten (USA 1994, Regie: Frank Darabont)
Drehbuch: Frank Darabont
LV: Stephen King: Rita Hayworth and the Shawshank Redemption, in Different Seasons, 1982 (Pin up; Die Verurteilten in „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“; einer Sammlung von vier Novellen)
Ein unschuldig verurteilter Bankmanager flüchtet nach jahrelanger Kleinarbeit aus dem Gefängnis.
Eindrucksvolles Gefängnisdrama, das beim Kinostart nicht als „Stephen-King-Film“ beworben wurde. Zu Recht, denn damals stand Kings Name fast ausschließlich für minderwertige Horrorfilme.
„Die Verurteilten“ ist inzwischen ein äußerst beliebter und erfolgreicher Film. In dem All-Time-Great-Ranking der Internet Movie Database steht er derzeit auf Platz 1; – was einen dann doch etwas an dieser Liste zweifeln lassen kanne. Auch wenn der zweite und dritte Platz von „Der Pate“ und „Der Pate 2“ belegt werden.
Mit Tim Robbins, Morgan Freeman, Bob Gunton, William Sadler, Clancy Brown, Gil Bellows, Mark Rolston, James Whitmore, Jude Ciccolella Hinweise Rotten Tomatoes über „Die Verurteilten“
Wikipedia über „Die Verurteilten“ (deutsch, englisch)
„Anklage: Mord – Im Namen der Wahrheit“, der im Original treffender „The Trails of Cate McCall“ heißt, ist ein prominent besetzter und überraschend gelungener Justizkrimi in dem Kate Beckinsale als Cate McCall versucht, ihren Alkoholismus in den Griff zu bekommen, wieder als Anwältin arbeiten zu dürfen, einen Mordprozess zu gewinnen und von ihrer fünfjährigen Tochter wieder als Mutter akzeptiert zu werden, während ihr Ehemann mit der Tochter von Kalifornien nach Seattle umziehen will.
Der Mordprozess ist zwar nur ein Haftprüfungsfall und sie muss den Fall als Pflichtverteidigerin übernehmen, aber immerhin könnte sie so wieder ohne Wenn und Aber als Anwältin zugelassen werden. Außerdem ist sie nach einem Gespräch und einem Blick in die Akten von der Unschuld der zu einer lebenslänglichen Haft verurteilten Frau überzeugt.
Als es zur Gerichtsverhandlung kommt, beginnt sie die von der Polizei manipulierten Beweise und Aussagen auseinanderzunehmen.
Zugegeben, das ist eine Menge Stoff für neunzig Minuten, aber Karen Moncrieff, die das Buch schrieb und Regie führte, gelingt es die vielen Verhandlungen der Cate McCall schlüssig miteinander zu verbinden, weil McCall sich in allen Verhandlungen beweisen muss und sie immer um ihre Selbstachtung kämpft. Als Mutter, als Ehefrau und als Anwältin.
Wie sich diese verschiedenen Plots beeinflussen und ergänzen, ist der interessante Aspekt des Films. Denn gerade die Gerichtsverhandlung läuft doch arg nach den bekannten Mustern ab und McCalls unbedingter Wille, nur Schuldige hinter Gitter zu bringen, ist dann doch arg naiv und überhöht. Vor allem weil sie früher anscheinend eine sehr gute Anwältin war. Da waren die „Anatomie eines Morders“ und der „Lincoln Lawyer“ schon einige Schritte weiter; – vor allem weil es am Ende von „Anklage: Mord“ eine Wendung im Gericht gibt, die so wohl nicht möglich ist. Jedenfalls nach dem, was ich von US-amerikanischen Gerichtsverfahren weiß.
„Anklage: Mord“ bewegt sich durchgehend auf dem Niveau eines guten TV-Films, der gut besetzt ist, fast nur in Innenräumen spielt, auf die Dialoge und Schauspieler baut und die Geschichte in jeder Beziehung altmodisch erzählt bis hin zum für mein Gefühl etwas zu positiven Ende.
Anklage: Mord – Im Namen der Wahrheit (The Trails of Cate McCall, USA 2013)
Regie: Karen Moncrieff
Drehbuch: Karen Moncrieff
mit Kate Beckinsale, Nick Nolte, James Cromwell, Clancy Brown, Taye Diggs, Isaiah Washington, Mark Pellegrino, Brendan Sexton III, David Lyons, Dale Dickey, Kathy Baker
–
DVD
Koch Media
Bild: 2.35:1 (16:9)
Ton: Deutsch (DTS, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Drehbuch: Roberto Orci, Alex Kurtzman, Damon Lindelof, Mark Fergus, Hawk Ostby (nach einer Geschichte von Mark Fergus, Hawk Ostby und Steve Oedekerk [klingt nach einer sehr langen Entwicklung])
Buch zum Film: Joan D. Vinge: Cowboys & Aliens, 2011
Wilder Westen: Aliens versuchten schon damals, die Erde zu besetzen. Aber dieses Mal legen sie sich mit „James Bond“ und „Indiana Jones“ an. Klarer Fall, wer die besseren Karten hat.
Vergnüglicher, starbesetzter, etwas unterschätzter Western, der gerade in seinen traditionellen Teilen gefällt, und viel besser als die Box-Office-Bombe „Lone Ranger“ ist.
mit Daniel Craig, Harrison Ford, Abigail Spencer, Buck Taylor, Olivia Wilde, Sam Rockwell, Clancy Brown, Paul Dano, Adam Beach, Noah Ringer, Keith Carradine, Walton Goggins
Schon der Blick auf die Besetzung verrät, dass „Homefront“ nicht das übliche hirnlose Jason-Statham-Actionfeuerwerk ist. Denn neben Jason Statham spielen James Franco, Winona Ryder und Kate Bosworth mit. Gary Fleder ist der Regisseur. Er inszenierte vorher die durchaus sehenswerten Thriller „Das Leben nach dem Tod in Denver“, die James-Patterson-Verfilmung „Denn zum Küssen sind sie da“ und die John-Grisham-Verfilmung „Das Urteil“.
Auch „Homefront“ ist sicher kein künftiger Klassiker, aber ein sehenswerter, angenehm altmodischer Action-Film in dem die Charaktere, ihre oft durchaus vollkommen vernünftige Absichten, ihre Beziehungen und die daraus entstehende, letztendlich tödliche Dynamik im Mittelpunkt stehen. Die Geschichte beginnt mit einer alltäglichen Schulhofrauferei. Die neue Klassenkameradin Maddy (Izabela Vidovic) lässt sich die Sticheleien von einem Mitschüler nicht gefallen und, nachdem sie ihn mehrmals warnte, schickt sie ihn mit einem geübten Selbstverteidigungsgriff auf den Boden. Eigentlich hat sie alles richtig gemacht. Dummerweise ist der Junge der Sohn von Cassie Bodine Klum (Kate Bosworth), der drogensüchtigen Schwester von Gator Bodine (James Franco), einem lokalen Chrystal-Meth-Hersteller, der auch die Polizei bezahlt. Cassie möchte, dass Gator etwas gegen die Brokers, die sie und ihre Familie gedemütigt haben, unternimmt.
Maddys Vater Phil Broker (Jason Statham) will dagegen in der Louisiana-Kleinstadt Rayville nur seine Ruhe haben und als einfacher Schreiner Geld verdienen. Seit kurzem ist er Witwer und er war Undercover-Agent der Polizei. Zuletzt gegen die Rockerbande „The Outlaws“, deren Festnahme zu einer für etliche Rocker tödlichen Schießerei wurde.
Als Gator von Brokers Vergangenheit erfährt, informiert er die Biker, die sich an Broker rächen wollen. Gator hofft mit ihnen ins Geschäft zu kommen und vom lokalen Meth-Hersteller zu einem überregionalem Lieferanten aufzusteigen. Aber er setzt jetzt endgültig eine tödliche Dynamik in Gang.
„Homefront“ ist, wie Dwayne Johnsons „Snitch – Ein riskanter Deal“, ein sich an den Actionfilmen der siebziger Jahre orientierender Thriller, der seine Geschichte langsam, aus heutiger Sicht sogar sehr langsam und auch, wie bei einem Western, vorhersehbar zum großen Showdown hin erzählt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Charaktere, ihre Motive und wie sie und die daraus erwachsenden Taten sich verhängnisvoll, konsequent und in ihrer Alltäglichkeit erschreckend nachvollziehbar zum tödlichen Showdown hin entwickeln. Hätte Maddy sich nicht gewehrt, wäre Cassie Bodine Klum nicht so hasserfüllt und obergluckenhaft, hätte Gator Bodine nicht so große Pläne, könnten sie alle noch friedliche miteinander Leben. Broker nimmt dabei, wie in einem klassischen Western, die Rolle des Außenseiters ein, der nur seine Ruhe haben will, sich aber wehrt, wenn er oder seine Tochter bedroht werden und so letztendlich auch seinen Teil zur tödlichen Dynamik beiträgt. „Homefront“ ist auch eine Studie in Dummheit und Starrköpfigkeit.
Sylvester Stallone, der das Drehbuch ursprünglich für sich schrieb und auch daran dachte, ein John-Rambo-Abenteuer daraus zu machen, knüpft gelungen an sein Frühwerk, zwischen „Rocky“ und „Rambo“, an.
Gary Fleder inszenierte seinen ruhigen Thriller solide mit einem Blick für die Landschaft und die Struktur der Dorfgemeinschaft, aber auch etwas hektisch geschnittenen Action-Sequenzen.
So ist „Homefront“ ein guter Action-Thriller, der sich an Siebziger-Jahre-Thrillern orientiert, ohne ihnen etwas wirklich neues hinzuzufügen, und traditionsbewusste Genrejunkies gut unterhält. Jason-Statham-Fans, die ihn vor allem als „Transporter“ oder „Crank“-JoJo-Männchen sehen wollen, dürften dagegen wieder einmal enttäuscht sein: zu Ernst, zu viel Set-Up, zu wenig Action und die ist dann auch noch von der realistisch handgemachten Sorte.
Homefront (Homefront, USA 2013)
Regie: Gary Fleder
Drehbuch: Sylvester Stallone
LV: Chuck Logan: Homefront, 2005
mit Jason Statham, James Franco, Winona Ryder, Kate Bosworth, Frank Grillo, Izabela Vidovic, Rachelle Lefevre, Clancy Brown
Drehbuch: Roberto Orci, Alex Kurtzman, Damon Lindelof, Mark Fergus, Hawk Ostby (nach einer Geschichte von Mark Fergus, Hawk Ostby und Steve Oedekerk [klingt nach einer sehr langen Entwicklung])
Buch zum Film: Joan D. Vinge: Cowboys & Aliens, 2011
Wilder Westen: Aliens versuchten schon damals, die Erde zu besetzen. Aber dieses Mal legen sie sich mit „James Bond“ und „Indiana Jones“ an. Klarer Fall, wer die besseren Karten hat.
Vergnüglicher, starbesetzter, etwas unterschätzter Western, der gerade in seinen traditionellen Teilen gefällt, und viel besser als die Box-Office-Bombe „Lone Ranger“ ist.
mit Daniel Craig, Harrison Ford, Abigail Spencer, Buck Taylor, Olivia Wilde, Sam Rockwell, Clancy Brown, Paul Dano, Adam Beach, Noah Ringer, Keith Carradine, Walton Goggins