Bereits um 20.15 Uhr zeigt Vox den Daniel-Craig-Bond „Ein Quantum Trost“, aber „Dr. No“ ist der viel bessere Bond
Vox, 22.25
JAMES BOND: 007 jagt Dr. No (Dr. No, Großbritannien 1962)
Regie: Terence Young
Drehbuch: Richard Maibaum, Johanna Harwood, Berkely Mather
LV: Ian Fleming: Dr. No, 1958 (007 James Bond jagt Dr. No)
Auf Jamaica soll James Bond herausfinden, wer zwei Mitarbeiter des Secret Service umbrachte. Er stößt schnell auf Dr. No.
Der allererste Bond, mit Sean Connery, Ursula „Bikini“ Andress, Joseph Wiseman – damals noch nah am Buch und ziemlich hart. „Dr. No“ ist nicht nur aus nostalgischen Gründen sehenswert.
Als Vorbereitung für den neuen James-Bond-Film, der schon eifrig beworben wird
Vox, 20.15
James Bond: Casino Royale (Casino Royale, USA 2006)
Regie: Martin Campbell
Drehbuch: Paul Haggis, Neal Purvis, Robert Wade
LV: Ian Fleming: Casino Royale, 1953 (Casino Royale)
James Bond soll Le Chiffre, den Finanzier eines weltweiten Terrornetzwerkes, ausschalten.
Nach allgemeiner Einschätzung ist der einundzwanzigste James-Bond-Film (Offizielle Zählung) einer der fünf besten, vielleicht sogar – vor “Skyfall” – der beste Bond-Film. Niemand hatte mit dieser umfassenden Revitalisierung des Mythos James Bond für das neue Jahrhundert gerechnet.
Der erste Auftritt von Daniel Craig als Geheimagent ihrer Majestät ist ein spannender Thriller mit einem viel zu langen Ende. Denn nachdem Le Chiffre tot ist, ist der Film noch lange nicht zu Ende.
Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert.
Mit Daniel Craig, Eva Green, Mads Mikkelsen, Jeffrey Wrigth, Judi Dench, Giancarlo Giannini
James Bond wird nach Südfrankreich geschickt. Dort wurde sein Vorgänger, der ebenfalls die Codenummer 007 hatte, erschossen. Er sollte herausfinden, warum korsische Verbrecherbanden seit Monaten auf die lukrative Herstellung und den Verkauf von Rauschgift verzichten.
Bond, ein junger Weltkrieg-II-Veteran, reist an die Côte d’Azur. Dort trifft er, selbstverständlich unter seinem wahren Namen agierend, auf den korsischen Verbrecher Jean-Paul Scipio, ein Sadist, der wie die menschliche Inkarnation von Jabba the Hutt aussieht (und sich damit sofort als Bond-Bösewicht qualifiziert), die schöne Sixtine (aka Joanne Brochet aka Madame 16), die mit dem Handel von Informationen Geld verdient, beim Kartenspiel betrügt, zehn Jahre älter als Bond ist und damit für ihn mindestens fünfzehn Jahre zu alt ist (ja, die seligen fünfziger Jahre, als Bond nur jüngere Gespielinnen hatte) (oh, und, ja, die beiden landen im Bett) und den über siebzigjährigen US-Multimillionär Irwin Wolfe, der Sixtine heiraten will und der James Bond stolz durch sein über zweihundert Meter langes Luxuskreuzfahrtschiff ‚Mirabelle‘ führt, das fünfhundertfünfzig Kabinen und die neueste Technik hat. Auch wenn James Bond es in diesem Moment noch nicht ahnt – immerhin ist es seine erste Mission als 007 -, qualifiziert sich das Schiff allein schon durch seine Größe und Protzigkeit für eine Zerstörung am Ende der Geschichte. Nichts davon überrascht den James-Bond-Fan. Immerhin sind die Grundelemente einer James-Bond-Geschichte seit Jahrzehnten bekannt.
Anthony Horowitz richtet sie nur neu an. In seinem zweiten Bond-Roman „Ewig und ein Tag“ gelingt ihm das, nach „Trigger Mortis“, wieder einmal ausgezeichnet. Alle bekannten Bond-Elemente sind vorhanden. Die Geschichte, die vor Ian Flemings erstem James-Bond-Roman „Casino Royale“ (1953) spielt, liest sich wie ein Roman aus den Fünfzigern, inklusive dem damaligen Frauenbild, den Vorurteilen gegenüber anderen Rassen und dem Verhalten der Männer. So ist James Bond ein ziemlicher Snob mit einem arg altmodischem Frauenbild und einem ausgeprägtem Statusdenken. Gleichzeitig gibt es einige kleine Neuerungen, wie das Alter der Bondine. Auch das Motiv des Bösewichts ist, obwohl historisch und gewohnt gaga, heute immer noch aktuell.
Und es gibt viel Zeitkolorit. Immer wieder zeigt Horowitz, wie viel sich in den vergangenen Jahrzehnten veränderte. So verlangt Bond, nachdem er zum ersten Mal sein neues Büro betritt, einem Aschenbecher auf seinem Schreibtisch. Der heute undenkbare Wunsch wird ihm von seiner Sekretärin widerspruchslos erfüllt. Ein anderes Mal trinkt Bond vor einem Einsatz nur eine halbe Flasche Wein. Er will den darauf folgenden Mord nicht betrunken ausführen. Oder Bonds stolzer Hinweis, dass sein neues Auto, ein Jaguar XK 120, mit 120 Meilen pro Stunde der schnellste in Serie hergestellte Flitzer sei. Heute ist das keine atemberaubende Geschwindigkeit mehr. Und in Frankreich gibt es noch Esel auf der Straße.
Für den Bond- und Ian-Fleming-Fan hat Horowitz außerdem etliche Hinweise auf andere Bond-Geschichten und Ian Fleming versteckt.Auf einigen Seiten hat er auch Originalmaterial von Ian Fleming benutzt.
Damit schrieb Horowitz wieder einen Bond-Roman, der alles hat, was man von einer Bond-Geschichte erwartet. Und wenn sich am Ende alle Puzzleteile zusammenfügen, zieht man innerlich den Hut vor Horowitz großartiger Konstruktion der Geschichte. Während James Bond sich durch Südfrankreich kämpft, platziert Horowtiz unauffällig und nebenbei alle Hinweise für die Lösung. Ich meine damit nicht, dass Irwin Wolfe und Jean-Paul Scipio die Bösewichter sind, sondern was sie planen, wer wann wem etwas verraten hat und warum Bonds Vorgänger nicht vor seinem Mörder flüchtete.
Nach dem letzten Satz von „Ewig und ein Tag“ hat Horowitz sich die Lizenz zum dritten Bond-Roman erworben.
Anthony Horowitz: James Bond – Ewig und ein Tag
(übersetzt von Stephanie Pannen)
Cross Cult, 2019
336 Seiten
16,99 Euro
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Originalausgabe
James Bond – Forever and a day
Jonathan Cape, 2018
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Zuletzt und demnächst von Anthony Horowitz im Insel-Verlag
Letztes Jahr erschien die Taschenbuchausgabe von „Die Morde von Pye Hall“ (Magpie Murders, 2016), einem Standalone in dem eine Lektorin zur Ermittlerin wird. Denn Bestsellerautor Alan Conway hat seinen letzten Kriminalroman nicht zu Ende geschrieben und er ist verschwunden. Ein merkwürdiger Brief legt nahe, dass Conway sich das Leben genommen hat. Oder wurde es ihm genommen? Susan Ryeland macht einen auf Miss Marple.
Für den 20. Juli ist die Taschenbuchausgabe von „Ein perfider Plan“ (The Word is Murder, 2017) angekündigt. Es handelt sich um den ersten Fall des Duos Hawthorne und Horowitz. Hawthorne ist ein Ex-Polizist, der inzwischen als Privatdetektiv arbeitet. Jetzt soll er herausfinden, wer die wohlhabende, alleinstehende Diana Cowper erdrosselte. Seltsam an dem Fall ist, dass sie wenige Stunden vorher ihre eigene Beerdigung arrangiert hat. Weil der Fall auch die Vorlage für ein Buch sein soll, begleitet Bestsellerautor Anthony Horowitz den brillanten Denker Hawthorne als seinen Dr. Watson.
Für Horowitz ist „Ein perfider Plan“ der Start einer längeren Serie. In einem Interview sagte er, dass er zehn Hawthorne-Bücher schreiben will.
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Anthony Horowitz: Die Morde von Pye Hall
(übersetzt von Lutz-W. Wolff)
Insel Verlag, 2019 (Taschenbuch-Ausgabe; die gebundene Ausgabe erschien 2018)
608 Seiten
12 Euro
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Anthony Horowitz: Ein perfider Plan – Hawthorne ermittelt
(übersetzt von Lutz-W. Wolff)
Insel Verlag, 2020
368 Seiten
11 Euro
(angekündigt für 20. Juli 2020, gebundene Ausgabe seit März 2019 für 22 Euro erhältlich)
James Bond: Spectre (Spectre, USA/Großbritannien 2015)
Regie: Sam Mendes
Drehbuch: John Logan, Neal Purvis, Robert Wade, Jez Butterworth
LV: Charakter von Ian Fleming
James Bond will die geheimnisvolle Verbrecherorganisation Spectre zerstören. Sein Gegner ist dabei Franz Oberhauser. Sie haben sich schon als Kinder gekannt.
Nach dem grandiosen „Skyfall“ enttäuschte „Spectre“, der sich mehr um einen überflüssigen Bohei um den Namen des Bösewichts als um ein schlüssiges Drehbuch kümmert. Am Ende ist „Spectre“ der halbherzige Versuch, einen klassischen James-Bond-Film zu inszenieren.
Daniel Craigs nächster und letzter Einsatz als James Bond startet am 2. April 2020 im Kino um die Ecke. Der Titel des 25. Bond-Films ist „Keine Zeit zu sterben“. Der Inhalt ist unbekannt.
mit Daniel Craig, Christoph Waltz, Léa Seydoux, Ben Whishaw, Naomie Harris, Dave Bautista, Monica Bellucci, Ralph Fiennes, Andrew Scott, Rory Kinnear, Jesper Christensen, Stephanie Sigman
Auf dem Weg zu mir: der neue James-Bond-Roman von Anthony Horowitz.
In „Ewig und ein Tag“ (Forever and a Day, 2018) erzählt Horowitz James Bonds ersten Einsatz als 00-Agent. Weil Horowitz sich an den Romanen von Ian Fleming orientiert, spielt der Roman vor dem ersten Bond-Roman „Casino Royale“.
1950 soll James Bond an der Côte d’Azur den Mord an seinem Vorgänger aufklären. Er legt sich mit dem dortigen Organisierten Verbrechen an und einen amerikanischen Multimillionär, der anscheinend der Hintermann des Drogenhandels ist.
Das hört sich doch nach einem richtigen James-Bond-Roman an. Außerdem war Horowitz‘ erster James-Bond-Roman „Trigger Mortis – Der Finger Gottes“ sehr gelungen.
James Bond: Stirb an einem anderen Tag (Die another day, USA/Großbritannien 2002)
Regie: Lee Tamahori
Drehbuch: Neal Purvis, Robert Wade
LV: Charakter von Ian Fleming
Buch zum Film: Raymond Benson: Die Another Day, 2002
Nachdem James Bond kurzzeitig von M gefeuert wird, darf er wieder die Welt retten. Aktuelle Schauplätze sind Nordkorea, Hongkong, Kuba, London und Island.
Vierter und letzter Bond-Film mit Pierce Brosnan, der sich nicht sonderlich von den vorherigen unterscheidet: kurzweiliges Popcornkino für die ganze Familie.
Mit Pierce Brosnan, Halle Berry, Rick Yune, Judi Dench, John Cleese, Toby Stephens, Michael Madsen, Rosamund Pike, Michael G. Wilson, Madonna
James Bond: Im Geheimdienst Ihrer Majestät (On her Majesty’s Secret Service, Großbritannien 1969)
Regie: Peter Hunt
Drehbuch: Richard Maibaum
LV: Ian Fleming: On her Majesty´s Secret Service, 1963 (007 James Bond im Dienst Ihrer Majestät; 007 James Bond im Geheimdienst Ihrer Majestät; 007 James Bond und sein gefährlichster Auftrag)
James Bond trifft in den Alpen auf seinen Erzfeind Blofeld.
Der Daily Herald meinte, „On her Majesty´s Secret Service“ sei das bis dahin beste Bond-Buch. Und der Film, der sich an die Buchvorlage hält, wäre auch der beste Bond-Film, wenn nicht George Lazenby, sondern Sean Connery die Hauptrolle gespielt hätte.
Mit George Lazenby, Diana Rigg, Telly Savalas, Ilse Steppat, Bernard Lee, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn
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Der Roman in der aktuell erhältlichen Ausgabe
Ian Fleming: James Bond: Im Geheimdienst Ihrer Majestät
(neu und vollständig übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)
JAMES BOND: Diamantenfieber (Diamonds are forever, Großbritannien 1971)
Regie: Guy Hamilton
Drehbuch: Richard Maibaum, Tom Mankiewicz
LV: Ian Fleming: Diamonds are forever, 1956 (Diamantenfieber)
Eigentlich soll Bond nur einen Juwelenraub untersuchen. Aber Erzfeind Blofeld (schon wieder mit neuen Gesicht: Charles Gray) hat seine Finger drin.
Sean Connery kehrte für eine damals unglaublich hohe Summe zurück und spendete das Geld dem Scottish International Education Trust.
„Diamantenfieber“ ist insgesamt ein ziemlich lahmer Bond, bei dem nur die Autoverfolgungsjagd in Las Vegas in die Historie einging. Dreiundfünfzig Autos wurden geschrottet. Und die schwulen Killer Mr. Wint (Bruce Glover) und Mr. Kidd (Putter Smith) sind köstlich.
mit Sean Connery, Jill St. John, Charles Gray, Lana Wood, Bernard Lee, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn, Bruce Glover, Putter Smith
JAMES BOND: Goldfinger (Goldfinger, Großbritannien 1964)
Regie: Guy Hamilton
Drehbuch: Richard Maibaum, Paul Dehn
LV: Ian Fleming: Goldfinger, 1959
Goldfinger (Gert Fröbe) will Fort Knox ausräumen. James Bond (Sean Connery) hat etwas dagegen.
Mit „Goldfinger“ hatte sich James Bond endgültig im Kino etabliert und der Presserummel bei „Feuerball“ und „Man lebt nur zweimal“ war gigantisch. Ebenso die Zahl der mehr oder weniger missglückten Kopien in Buch und Film. Da scheint der heutige Rummel um „Harry Potter“/“Herr der Ringe“/“Krieg der Sterne“/“Matrix“/“X-Men“/“Marvel“ ein Klacks zu sein.
Mit Sean Connery, Gert Fröbe, Honor Blackman, Shirley Eaton, Harold Sakata, Bernard Lee, Lois Maxwell
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Die Vorlage
Ian Fleming: Goldfinger
(neu übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)
JAMES BOND: Goldfinger (Goldfinger, Großbritannien 1964)
Regie: Guy Hamilton
Drehbuch: Richard Maibaum, Paul Dehn
LV: Ian Fleming: Goldfinger, 1959
Goldfinger (Gert Fröbe) will Fort Knox ausräumen. James Bond (Sean Connery) hat etwas dagegen.
Mit „Goldfinger“ hatte sich James Bond endgültig im Kino etabliert und der Presserummel bei „Feuerball“ und „Man lebt nur zweimal“ war gigantisch. Ebenso die Zahl der mehr oder weniger missglückten Kopien in Buch und Film. Da scheint der heutige Rummel um „Harry Potter“/“Herr der Ringe“/“Krieg der Sterne“/“Matrix“/“X-Men“/“Marvel“ ein Klacks zu sein.
Mit Sean Connery, Gert Fröbe, Honor Blackman, Shirley Eaton, Harold Sakata, Bernard Lee, Lois Maxwell
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Die Vorlage
Ian Fleming: Goldfinger
(neu übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)
Regie: Val Guest, Ken Hughes (als Kenneth Hughes), John Huston, Joseph McGrath, Robert Parrish
Drehbuch: Wolf Mankowitz, John Law, Michael Sayers, Woody Allen (ungenannt), Val Guest (ungenannt), Ben Hecht (ungenannt), Joseph Heller (ungenannt), Terry Southern (ungenannt), Billy Wilder (ungenannt), Peter Sellers (ungenannt)
LV: Ian Fleming: Casino Royale, 1953
Sir James Bond wird aus dem Ruhestand geholt, um die nach der Weltherrschaft strebende Gangsterorganisation SMERSH zu besiegen. Sir James Bond entwirft einen genialen Plan: er schickt mehrere James Bonds los.
Albert Broccoli und Harry Saltzman gelang es nicht, sich die Rechte an diesem Bond-Roman zu sichern. So konnte Charles K. Feldman diesen Bond produzieren. Weil Feldman nicht einfach nur Flemings Buch verfilmen wollte, entschloss er sich zu etwas vollkommen anderem.
Feldman: „Wir hatten die Idee von vielen Bonds, vielen Regisseuren, vielen Autoren und vielen Sets, so wie das auch bei [dem Kriegsfilm] ‚Der längste Tag’ geschah. Das war der einzige Weg, den Film zu realisieren. Ich hatte die Vision eines gigantischen Happenings mit Bonds, soweit das Auge reicht, mit ganzen Armeen von Girls, in wilder Pop-Art ausgemalt und von wilder Pop-Musik erfüllt.“
Letztendlich gab es bis zu fünfzehn verschiedene Drehbücher. Drei Wochen vor Drehbeginn gab es noch kein endgültiges Drehbuch, aber bereits ein veritables Chaos, das sich durch die gesamte Produktion zog. Die Drehbarbeiten zogen sich in die Länge, spontan wurden Gaststars engagiert, Drehbücher umgeschrieben und das Budget überzogen.
Das Ergebnis war niederschmetternd.
„Casino Royale ist ein Ian-Fleming-Titel, aber nur ein falsch nachgemachter Pseudo-Bond-Film…Casino Royale ist ein Alptraum.“ (Michael Scheingruber: Die James-Bond-Filme)
„Ich glaube, ich kann – mit der Hand in der Magengrube – ehrlich sagen, dass Casino Royale der schlechteste Film ist, den ich je genossen habe.“ (Donald Zec, Daily Mirror)
Und das zahlende Publikum ging lieber in die echten Bond-Filme.
Mit Peter Sellers, Ursula Andress, David Niven, Orson Welles, Joanna Pettet, Daliah Lavi, Woody Allen, Deborah Kerr, William Holden, Charles Boyer, John Huston, George Raft, Jean-Paul Belmondo, Jacqueline Bisset, Anjelica Huston (Hände von Agent Mimi; Debüt), Peter O’Toole (ungenannt), David Prowse (ungenannt, Debüt von „Darth Vader“)
James Bond: Sag niemals nie (Never say never again, USA 1983)
Regie: Irvin Kershner
Drehbuch: Lorenzo Semple jr.
LV: Ian Fleming: Thunderball, 1961 (Feuerball)
James Bond bei seiner Lieblinsbeschäftigung: Welt retten. Aktuelle Einsatzorte: Bahamas, Südfrankreich und Nordafrika.
Nach einer langen Pause (und bei einer anderen Produktionsfirma) spielte Sean Connery wieder Bond; Klaus Maria Brandauer den Bösewicht, Kim Basinger das ´love interest´ der beiden Männer. Außerdem sind Barbara Carrera, Max von Sydow, Edward Fox, Bernie Casey und Rowan Atkinson dabei.
„Sag niemals nie“ konnte entstehen, weil Ian Fleming zusammen mit Kevin McClory und Jack Whittingham für einen Film die Geschichte „Longitude 78 West“ entwarf. Fleming verarbeitete sie später in dem Bond-Roman „Feuerball“. McClory, der bei „Feuerball“ Co-Produzent war, hatte die Rechte für weitere Verfilmungen dieser Geschichte. Die Auflage war, dass er sich möglichst eng an das gemeinsam entworfene Story-Gerüst halten müsse. Die juristischen Streitigkeiten und der Konkurrenzkampf zwischen dem Ur-Bond Connery und dessen Nachfolger Roger Moore waren ein gefundenes Fressen für die damalige Presse. Denn „Octopussy“ (mit Moore) startete fast zeitgleich in den Kinos. An der Kinokasse war der Moore-Bond etwas erfolgreicher, bei der Kritik war es – zu Recht – umgekehrt.
Drehbuch: John Logan, Neal Purvis, Robert Wade, Jez Butterworth
LV: Charakter von Ian Fleming
James Bond will die geheimnisvolle Verbrecherorganisation Spectre zerstören. Sein Gegner ist dabei Franz Oberhauser. Sie haben sich schon als Kinder gekannt.
TV-Premiere!
Nach dem grandiosen „Skyfall“ enttäuschte „Spectre“, der sich mehr um einen überflüssigen Bohei um den Namen des Bösewichts als um ein schlüssiges Drehbuch kümmert. Am Ende ist „Spectre“ der halbherzige Versuch, einen klassischen James-Bond-Film zu inszenieren.
In meiner ausführlichen Besprechung gibt es die spoilerfreie Begründung dazu.
Daniel Craigs nächster und wahrscheinlich letzter Einsatz als James Bond startet 2019 im Kino um die Ecke. Der Arbeitstitel ist „Bond 25“.
mit Daniel Craig, Christoph Waltz, Léa Seydoux, Ben Whishaw, Naomie Harris, Dave Bautista, Monica Bellucci, Ralph Fiennes, Andrew Scott, Rory Kinnear, Jesper Christensen, Stephanie Sigman
ZDF, 20.15 James Bond 007 – Skyfall(Skyfall, GB/USA 2012)
Regie: Sam Mendes
Drehbuch: Neal Purvis, Robert Wade, John Logan
LV: Charakter von Ian Fleming
James Bond jagt Raoul Silva, der zuerst die Datei mit den Identitäten von allen Geheimagenten, die undercover in Terroristennetzwerken arbeiten, entwendet und dann den gesamten britischen Geheimdienst ins Nirvana schicken will, weil M(ama) nicht nett zu ihm war.
Insgesamt ein sehr erfreulicher James-Bond-Film, in dem wir letztendlich mehr über Bond erfahren, als wir jemals wissen wollten – und den ich zum Kinostart ausführlich besprochen habe.
Am Mittwoch, den 17. Januar, zeigt das ZDF um 20.15 Uhr (und, als Nachtwiederholung, um 00.15 Uhr) als TV-Premiere den bislang letzten James-Bond-Film „Spectre“.
mit Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Bérénce Marlohe, Ben Whishaw, Albert Finney, Rory Kinnear, Ola Rapace
James Bond: Casino Royale (USA 2006, Regie: Martin Campbell)
Drehbuch: Paul Haggis, Neal Purvis, Robert Wade
LV: Ian Fleming: Casino Royale, 1953 (Casino Royale)
James Bond soll Le Chiffre, den Finanzier eines weltweiten Terrornetzwerkes, ausschalten.
Nach allgemeiner Einschätzung ist der einundzwanzigste James-Bond-Film (Offizielle Zählung) einer der fünf besten, vielleicht sogar – vor “Skyfall” – der beste Bond-Film. Niemand hatte mit dieser umfassenden Revitalisierung des Mythos James Bond für das neue Jahrhundert gerechnet.
Der erste Auftritt von Daniel Craig als Geheimagent ihrer Majestät ist ein spannender Thriller mit einem viel zu langen Ende. Denn nachdem Le Chiffre tot ist, ist der Film noch lange nicht zu Ende.
Noch mehr James Bond: Bei Cross Cult erschien jetzt als 25. James-Bond-Buch „Der Mann von Barbarossa“. Eine deutsche Erstveröffentlichung. John Gardner hält den Thriller für seinen besten James-Bond-Roman. Dieses Mal muss James Bond zusammen mit einem internationalen Agententeam eine bis dato unbekannte Terroristengruppe aufzuhalten. Sie fordert die Verurteilung eines angeblichen Nazi-Kriegsverbrechers. Aber ist das alles, was die Bösewichter wollen?
JAMES BOND: Feuerball (Großbritannien 1965, Regie: Terence Young)
Drehbuch: Richard Maibaum, John Hopkins, Jack Whittingham
LV: Ian Fleming: Thunderball, 1961 (Feuerball)
Emilio Largo, Blofelds bester Mann, erpresst die britische Regierung mit der Drohung zwei Atomraketen auf westliche Großstädte abzufeuern. Anstatt zu bezahlen schickt die Regierung James Bond los – die Welt zu retten.
Bond auf den Bahamas und mit gaaaanz vielen Tauchern. Die Story zu „Feuerball“ basierte auf einem zusammen mit Kevin McClory entworfenem Filmtreatment. Nach einem Rechtsstreit durfte McClory 1983 ein Remake machen. Es hieß „Sag niemals nie“ (ebenfalls mit Connery und am Ende wieder mit gaaaanz vielen Taucher, – wegen des Copyrights)
Mit Sean Connery, Adolfo Celi, Claudine Auger, Luciana Paluzzi, Ric Van Nutter, Bernhard Lee, Martine Beswick, Desmond Llewlyn, Lois Maxwell
P. S.: Für alle, die gerade einige Tage weg waren: Die Gerüchte haben ein Ende: Daniel Craig spielt wieder James Bond. Er hat es in diesem Gespräch bestätigt:
JAMES BOND: Goldfinger (Großbritannien 1964, Regie: Guy Hamilton)
Drehbuch: Richard Maibaum, Paul Dehn
LV: Ian Fleming: Goldfinger, 1959
Goldfinger (Gert Fröbe) will Fort Knox ausräumen. James Bond (Sean Connery) hat etwas dagegen.
Mit „Goldfinger“ hatte sich James Bond endgültig im Kino etabliert und der Presserummel bei „Feuerball“ und „Man lebt nur zweimal“ war gigantisch. Ebenso die Zahl der mehr oder weniger missglückten Kopien in Buch und Film. Da scheint der heutige Rummel um „Harry Potter“/“Herr der Ringe“/“Krieg der Sterne“/“Matrix“/“X-Men“/“Marvel“ ein Klacks zu sein.
Mit Sean Connery, Gert Fröbe, Honor Blackman, Shirley Eaton, Harold Sakata, Bernard Lee, Lois Maxwell
JAMES BOND: Liebesgrüße aus Moskau (GB 1963, Regie: Terence Young)
Drehbuch: Richard Maibaum, Johanna Harwood
LV: Ian Fleming: From Russia with love, 1957 (Liebesgrüße aus Moskau)
James Bond soll ein Dechiffriergerät und eine in ihn verliebte Sekretärin aus der Sowjetunion schmuggeln. Aber er hat seine Rechnung ohne die bösen Russen gemacht.
Zweiter Auftritt von James Bond in einer harten, ziemlich realistischen Agenten-Story (im Verhältnis zu seinen späteren Auftritten).
mit Sean Connery, Lotte Lenya (Frau von Kurt Weill und hochgelobte Brecht-Interpretin), Robert Shaw (ein Autor und Shakespeare-Darsteller, der später den Weißen Hai jagen durfte), Daniela Bianchi (die, nun ja, auf Neudeutsch das Love-Interest von Bond war), Pedro Armendariz, Bernhard Lee, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn