American Buffalo – Das Glück liegt auf der Straße (USA 1996, R.: Michael Corrente)
LV: David Mamet (nach seinem Theaterstück)
Der New Yorker Trödler Don (Dennis Franz) glaubt, eine „American Buffalo“-Münze unter Wert verkauft zu haben und will sie mit einem Einbruch wiederbeschaffen. Sein Kumpel Teach (Dustin Hoffman) will ihm helfen.
„Vorzüglich gespieltes Kammerstück für drei Personen (…) und Parabel über Integrität, Moral und Selbstgerechtigkeit in Zeiten postmoderner Unberechenbarkeiten. (…) der Film selbst wirkt wie die (notwendige) Konservierung einer Off-Broadway-Inszenierung.“ (Fischer Film Almanach 1997)
David Mamet schrieb das Theaterstück bereits 1975.
Dennis Franz setzte sich nach dem Ende der erfolgreichen Cop-Show „NYPD Blue“, in der er mit wechselnden Partnern Detective Andy Sipowicz spielte, 2005 zur Ruhe.
Über Detective Chief Inspector Tom Barnaby (John Nettles), den von Caroline Graham erfundenen Kriminalpolizisten mit dem glücklichen Familienleben und seinem entspannten Verhältnis zu Mord und Totschlag, muss wohl nicht mehr viel gesagt werden. Immerhin laufen die spielfilmlangen Fälle, nachdem sich jahrelang kein deutscher Sender an die erfolgreiche ITV-Serie wagte, bis dann 2005 das ZDF zugriff und die voneinander unabhängigen Folgen ohne Rücksicht auf die ursprüngliche Reihenfolge ausstrahlte, inzwischen auch erfolgreich im deutschen TV.
Barnaby arbeitet in der malerischen Grafschaft Midsomer, die britischer als ein Lord-Peter-Wimsey-Roman ist und jedes Mal mehr Morde als ein Agatha-Christie-Roman hat. Genaugenommen wird in Midsomer mehr als ein einer Großstadt gemordet, aber ohne die sozialen Probleme einer Großstadt (wie Armut, schlechte Bildung, Rassenkonflikte, Ghettos, unkontrollierter Drogenkonsum und, uh, Kriminalität) und mit mehr skurrilen Charakteren als bei der „Leiche zum Dessert“.
Das ist dann doch ziemlich eskapistisch und, weil in Midsomer Mord ein adäquates Mittel zum Lösen von Problemen ist und niemand Schreiattacken beim Anblick einer Leiche bekommt (sind ja so viele und dann gibt es noch die Teestunde), ist „Inspector Barnaby“ unterschwellig ziemlich düster. Da hilft es auch nichts, dass am Ende der Mörder verhaftet wird. Denn der nächste Mehrfachmörder lauert schon im Gebüsch – und Inspector Barnaby wird ihn, mit britischem Understatement, jagen.
In der dritten, jetzt erschienen „Collector’s Box“ von „Inspector Barnaby“ sind die bereits als Volume 11, Volume 12,Volume 13, Volume 14 und Volume 15 veröffentlichten Barnaby-Fälle enthalten:
Mit Gift und Guillotine (They seek him here, GB 2008, Staffel 10, Folge 7, Episode 58)
Regie: Sarah Hellings
Drehbuch: Barry Purchese
–
Ein missratener Sohn (Days of Misrule, GB 2008, Staffel 11, Folge 6, Episode 65)
Regie: Renny Rye
Drehbuch: Elizabeth-Anne Wheal
–
Die Untoten von Barton Woods (Talking to the Dead, GB 2008, Staffel 11, Folge 7, Episode 66)
Regie: Sarah Hellings
Drehbuch: David Lawrence
–
Kind des Todes (Left for dead, GB 2008, Staffel 11, Folge 3, Episode 62)
Regie: Renny Rye
Drehbuch: Michael Crompton
–
Leben und Morden in Midsomer (Midsomer Life, GB 2008; Staffel 11, Folge 4; Episode 63)
Regie: Peter Smith
Drehbuch: David Hoskins
–
Geliebt, gejagt, getötet (Death in a Chocolate Box, GB 2007; Staffel 10, Folge 8; Episode 59)
Regie: Richard Holthouse
Drehbuch: Tony Etchells
–
Der Wald der lebenden Toten (The Magician’s Nephew, GB 2008; Staffel 11, Folge 5; Episode 64)
Regie: Richard Holthouse
Drehbuch: Michael Russell
–
Mord auf der Durchreise (Blood will out, GB 1999; Staffel 2, Folge 2; Episode 7)
Regie: Moira Armstrong
Drehbuch: Douglas Watkinson
–
Wenn der Morgen graut (Shot at Dawn, GB 2008; Staffel 11, Folge 2, Episode 61)
Regie: Richard Holthouse
Drehbuch: Michael Aitkens
–
Die Frucht des Bösen (Tainted Fruit, GB 2001, Staffel 5, Folge 1, Episode 19)
Regie: Peter Smith
Drehbuch: David Hoskins
–
Nass und tot (Dead in the Water, GB 2004, Staffel 8, Folge 2, Episode 37)
Regie: Renny Rye
Drehbuch: Douglas Watkinson
–
Denn du bist Staub (Death and Dust, GB 2007, Staffel 10, Folge 5, Episode 56)
Regie: Sarah Hellings
Drehbuch: Douglas Watkinson
–
Ganz in Rot (Blood Weeding, GB 2008, Staffel 11, Folge 1, Episode 60)
Regie: Peter Smith
Drehbuch: David Lawrence
–
Mord mit Rendite (Market for Murder, GB 2002, Staffel 5, Folge 3, Episode 21)
Regie: Sarah Hellings
Drehbuch: Andrew Payne
–
Der Tod und die Lady (A Talent for Life, GB 2003, Staffel 6, Folge 1, Episode 24)
Regie: Sarah Hellings
Drehbuch: David Hoskins
–
Der Tod malt mit (Painted in Blood,GB 2003 Staffel 6, Folge 3, Episode 26)
Regie: Sarah Hellings
Drehbuch: Andrew Payne
–
Unglücksvögel (Birds of Prey, GB 2003, Staffel 6, Folge 5, Episode 28)
Regie: Jeremy Silberston
Drehbuch: Michael Russell
–
Immer wenn der Scherenschleifer… (Bad Tidings, GB 2004, Staffel 7, Folge 2, Episode 30)
Regie: Peter Smith
Drehbuch: Peter J. Hammond
–
Grab des Grauens (The Fisher King, GB 2004, Staffel 7, Folge 3, Episode 31)
Regie: Richard Holthouse
Drehbuch: Isabelle Grey
–
Die Blumen des Bösen (Orchis Fatalis, GB 2005, Staffel 8, Folge 3, Episode 38)
Regie: Peter Smith
Drehbuch: Terry Hodgkinson
–
Auch die „Collector’s Box“ unterscheidet sich in der Ausstattung der DVDs nicht von den vorherigen Einzelveröffentlichungen, aber die DVDs sind in schicken Pappverpackungen in einer platzsparenden Pappbox (jaja, da bricht der alte Vinyl-Junkie durch) untergebracht. Dass die Folgen absolut unchronologisch präsentiert werden, liegt an dem sehr experimentellen Ausstrahlungsgebaren vom ZDF.
mit John Nettles (DCI Tom Barnaby), Daniel Casey (DS Gavin Troy, 1997 – 2003), John Hopkins (DS Dan Scott, 2004 – 2005), Jason Hughes (DS Ben Jones, 2005 – 2011), Jane Wymark (Joyce Barnaby), Barry Jackson (Dr. Bullard), Laura Howard (Cully Barnaby)
–
Inspector Barnaby – Collector’s Box 3
Edel
Bild: PAL 4:3/PAL 16:9
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Interviews mit den Schauspielern, Fotogalerie, „Inspector Barnaby – Die Musik zur Serie“ (Bonus-CD, bislang nur als Einzel-CD „Inspector Barnaby – Soundtrack“ erhältlich)
Die Unbestechlichen – The Untouchables (USA 1987, R.: Brian De Palma)
Drehbuch: David Mamet
Grandioser Gangsterfilm über den Kampf von Eliot Ness und seiner unbestechlichen Mitstreiter gegen Al Capone.
„Mit der ihm eigenen formalen Brillanz hat Brian De Palma diesen authentischen Fall inszeniert. Seine Liebe zum Detail, ausgeklügelte Kamerafahrten und Einstellungen, Ennio Morricones emotionaler Soundtrack und die lakonisch-präzise Charakterisierung der Personen machen den Film zu einem Augen- und Ohrenschmaus.“ (Fischer Film Almanach 1988)
Sean Connery gewann den Oscar als bester Nebendarsteller.
Mit Kevin Costner, Robert de Niro, Sean Connery, Charles Martin Smith, Andy Garcia, Jack Kehoe
Ein Verhaltensforscher und dessen haarige Freundin wollen einen Affenmenschen zivilisieren. Das ist leichter gesagt, als getan.
Damals, nach dem grandios abgedrehtem „Being John Malkovich“, war Charlie Kaufman Hollywoods Lieblingsautor für schräge Drehbücher und mit „Vergiss mein nicht“ (ebenfalls von Gondry verfilmt), „Adaption“ und „Geständnisse – Confessions of a Dangerous Mind“ festigte er seinen Ruf. Auch das etwas schwächere „Human Nature“ passt vorzüglich in diese Reihe.
mit Tim Robbins, Patricia Arquette, Rhys Ifan, Miranda Otto, Rosie Perez, Robert Forster
Michel Gondrys neuer Film, die Boris-Vian-Verfilmung „Der Schaum der Tage“, startet am 3. Oktober und der Trailer verspricht einen grandios-abgedrehten Film
LV: Ernest Tidyman: Shaft, 1970 (Shaft, Shaft und das Drogenkartell)
Musik: Isaac Hayes
Privatdetektiv Shaft sorgt in seinem Revier für Gerechtigkeit – und erfreut nebenbei mit seinen Körpersäften die Herzen der Frauen.
Damals war der Film ein Kassenknüller, heute ist er Kult. Dazu trug nicht unerheblich Isaac Hayes’ cooler Soundtrack bei, der Shaft bei seinen Streifzügen durch das urbane New York begleitete. Politisch ist er nicht. Gordon Parks sagt: „Es ist ein Filmvergnügen für den Samstagabend, das Leute besuchen, die den schwarzen Helden gewinnen sehen wollen.“
Die Mannschaft eines Geldtransporters will einen Überfall fingieren und mit der Beute (42 Millionen Dollar) verschwinden. Selbstverständlich geht der Plan schief und die Jungs gehen sich gegenseitig an die Gurgel.
Geradliniges B-Movie, das ohne Überraschungen sein Programm abspult und seinen hochkarätigen Cast vollkommen verschenkt. Sogar für die Die-Hard-Heist-Movie-Fans eine enttäuschende Angelegenheit, weil die Diskrepanz zwischen Besetzung, Anspruch und Wirklichkeit zu groß ist.
mit Matt Dillon, Jean Reno, Fred Ward, Columbus Short, Skeet Ulrich, Laurence Fishburne, Amaury Nolasco, Milo Ventimiglia
Frances – oder sollte ich Greta Gerwig sagen? Denn selten verschwimmt ein Schauspieler so mit ihrem Charakter (oder wir wünschen es uns), wie Greta Gerwig mit Frances in „Frances Ha“. Woody Allen fällt einem ein. Auch bei ihm ist ja unklar, wie sehr er er selbst oder der Charakter „Woody Allen“ ist.
Sie ist eine 27-jährige, in New York lebende Tänzerin, die gerne eine feste Anstellung in einer Tanzcompanie hätte und weiter mit ihrer besten Freundin Sophie (Stng-Tochter Mickey Sumner) zusammen wohnen würde. Und sie ist ein angenehm verpeilter Sonnenschein, der wenig Geld, aber viel Gottvertrauen und eine positive Weltsicht hat und nicht erwachsen werden möchte. Denn eigentlich ist ihr Leben und die vielen Umzüge, die dem Film auf den ersten Blick eine notdürftige Struktur verschaffen, okay. Sie ist zwar „undateable“, aber sie ist auch nicht wirklich auf der Suche nach dem Traummann. Gleich am Anfang verlässt sie ihren Freund, weil sie lieber weiter mit Sophie zusammen wohnt.
„Greenberg“-Regisseur Noah Baumbach, der auch die Drehbücher für die Wes-Anderson-Filme „Die Tiefseetaucher“ und „Der fantastische Mr. Fox“ mitschrieb, verfolgt Frances in seiner episodischen, in Schwarz-Weiß gedrehten New-York-Komödie ein gutes Jahr, das sie meistens in New York in verschiedenen Wohnungen verbringt, weil Sophie ihren Mann fürs Leben gefunden hat, ausgezogen ist und Frances sich die Wohnung nicht mehr leisten kann.
Sie besucht, in einer etwas kurz geratenen Episode, über die Weihnachtstage ihre Eltern, die von Gerwigs Eltern gespielt werden, in ihrem Geburtsort Sacramento. Und sie fliegt für ein Wochenende nach Paris, das hier nicht die Stadt der Liebe, sondern der Einsamkeit ist. Dieser Kurztrip ist etwas ziellos und auch dramaturgisch unnötig.
Es gibt eine kurze, viel zu plötzlich kommende Depri-Phase, die etwas außerhalb des restlichen Tons des Films steht und zu sehr außerhalb ihres Charakters ist, was sie am Ende eines Monologs auch selbst sagt.
Der Ausflug zu ihrer alten Universität in Poughkeepsie ist dagegen gelungen, auch um die Fäden für ihre Rückkehr nach New York zusammenzubinden, und das Ende in New York versöhnt.
Baumbachs Feelgood-Movie erinnert an die Nouvelle Vague, an Woody Allens Filme, vor allem natürlich an sein SW-Meisterwerk „Manhattan“ und die Filme von Charlie Chaplin, bei dem auch unklar war, wie sehr er der von ihm gespielte Tramp war und der wahrscheinlich ein besserer Tänzer als Frances war. Doch der Tonfall, die Stimmungswechsel, die Improvisationsfreude (wobei das alles schon in Baumbach und Gerwigs Drehbuch stehen soll) und die weitgehend unbekannten Schauspieler erinnern dagegen an die Nouvelle Vague, an Filme von Francois Truffaut, Eric Rohmer und Jean-Luc Godard, die keine Stars engagierte, sondern Filmstars machten.
Es gibt witzige Dialoge, passend eingesetzte Musik und ein Gefühl überschäumender Lebensfreude, auch wenn die Umstände nicht so rosig sind. Das alles fügt sich so locker zusammen, dass kaum auffällt, wie genau durchstrukturiert der Film ist und wie viel zusammenhängende, aufeinander aufbauende Geschichte sich in den einzelnen Episoden, die wie zufällig aneinandergereihte Beobachtungen wirken, verbirgt.
Aber eigentlich ist die Story egal, weil man einfach gerne mit Frances und ihren männlichen und weiblichen Freunden zusammen ist. Es ist wie ein Besuch in einer netten WG.
Frances Ha (Frances Ha, USA 2012)
Regie: Noah Baumbach
Drehbuch: Greta Gerwig, Noah Baumbach
mit Greta Gerwig, Mickey Sumner, Michael Esper, Adam Driver, Michael Zegen, Charlotte d’Amboise, Crace Gummer, Justine Lupe, Patrick Heusinger, Christine Gerwig, Gordon Gerwig
Töte zuerst! – Der israelische Geheimdienst Schin Bet (Israel/Frankreich/Deutschland/Belgien 2012, R.: Dror Moreh)
Regie: Dror Moreh
Drehbuch: Dror Moreh
Oscar-nominierte Doku über den israelischen Inlandsgeheimdienst, für den Dror Moreh alle noch lebenden Exchefs des Dienstes vor die Kamera bekam. In „The Gatekeepers“ (Originaltitel) reden sie erstaunlich offen und kritisch über ihre Arbeit.
Morehs spielfilmlange, von der Kritik abgefeierte Doku gewann bereits die Preise der Los Angeles Film Critics Association Awards, dem National Board of Review, USA und der National Society of Film Critics Awards, USA.
mit Ami Ayalon, Avi Dichter, Yuval Diskin, Carmi Gillon, Yaakov Peri, Avraham Shalom
Er war „OSS 117 – Der Spion, der sich liebte“. Er war, Oscar-prämiert, George Valentin, „The Artist“. Jetzt ist Jean Dujardin Grégory Lioubov in Éric Rochants ziemlich gelungenem, romantischen Polit-Thriller „Die Möbius-Affäre“.
Der russische Top-Spion Lioubov soll in Monaco mit seinem undercover operierendem Team den Oligarchen Ivan Rostovski (Tim Roth) überführen. Dieser hat sein Vermögen wohl irgendwie mit krummen Geschäften erzielt und ist immer noch in mehr oder weniger illegale Geschäfte verwickelt. So genau wird das in dem Film nie erklärt.
Lioubov will über die US-amerikanische Finanzexpertin Alice Redmond (Cécile de France) an Rostovski herankommen. Er weiß allerdings nicht, dass Alice auch vom US-amerikanischen Geheimdienst erpresst wird, weil dieser ebenfalls an Rostovski heran will. Und, als ob das nicht schon kompliziert genug wäre, spielt sie ihr eigenes Spiel, Rostovski lässt sie sein Wohlwollen spüren und Lioubov verliebt sich in sie und sie in ihn, den sie unter falscher Identität kennen lernt.
„Die Möbius-Affäre“ ist ein eleganter, vor prächtiger Kulisse spielender Agententhriller, in dem alle Charaktere immer auch eine zweite Agenda verfolgen, es daher immer unklar ist, wie echt ihre Gefühle sind und ob sie zu den Guten oder zu den Bösen gehören. Es ist auch ein Liebesfilm. Regisseur und Drehbuchautor Rochant nennt Alfred Hitchcocks „Berüchtigt“/“Weißes Gift“ (Notorious, 1946) als Vorbild. Das ist nachvollziehbar und, auch wenn „Berüchtigt“ ein Hitchcock-Klassiker ist, hat er mir nie so richtig gefallen. Die Geschichte entwickelte sich zu langsam und die Liebesgeschichte verdrängte die verbrecherischen Geschäfte des Bösewichts, was man auch daran sieht, dass Claude Rains im Original einen Nazi, der andere Nazis in Brasilien versteckt, und in der ursprünglichen deutschen Synchronfassung (die als „Weißes Gift“ in die Kinos kam) einen Drogenhändler spielte. In dieser Fassung wurden auch alle Anspielungen auf Deutschland und die bösen Nazis entfernt.
Außerdem ist „Die Möbius-Affäre“ auch ein Finanzthriller. Oder will es sein. Denn genau wie in dem romantischen Thriller „Berüchtigt“ bleiben die verbrecherischen Geschäfte des Bösewichts im Ungefähren. Es hat irgendwie etwas mit Geld zu tun. Über Geldwäsche, spekulative Investitionen und den internationalen Finanzmarkt erfahren wir nichts, was nicht über einen MacGuffin hinausgeht. Das kann funktionieren, wenn die restliche Geschichte sich flott entwickelt. Es genug Action gibt, die von lästigen Fragen ablenkt. Und die Charaktere farbig und der Bösewicht hübsch dämonisch gezeichnet wurden. Hitchcock hat das verstanden und deshalb waren uns die mehr oder weniger elaborierten Geheimdienstplots egal, weil sie, wie in „39 Stufen“, „Der Mann, der zuviel wusste“ oder „Der unsichtbare Dritte“ nur dazu dienten, die Handlung in Gang zu setzen.
Doch gerade an Tempo mangelt es Rochants Film und die Geheimdienstintrigen werden, wie bei John le Carré, immer komplizierter und es wird immer deutlicher, dass die sich im Hintergrund befindenden Spieler, vulgo die Geheimdienstchefs in den USA und Russland, alle anderen, wie Spielfiguren, über ihr Schachbrett bewegen. Aber die alten Gewissheiten des Kalten Krieges sind vorbei und in „Die Möbius-Affäre“ befinden sich alle Charaktere in moralischen Graubereichen, in denen unklar ist, wer die Guten und wer die Bösen sind.
Das hat einen durchaus intellektuellen Reiz, aber ich hatte bei dem Film auch immer das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre. Denn im Gegensatz zur guten alten Zeit des Spionagefilms, in der man mit dem einfachen Hinweis, dass der Bösewicht ein Kommunist sei, alles erklärte, muss jetzt doch etwas mehr Energie in die Etablierung des Bösewichts gesteckt werden und wenn es um schmutzige Finanzgeschäfte geht, sollten die auch etwas genauer erklärt werden.
Aber so bleibt nur ein altmodischer, elegant erzählter Spionagethriller übrig, der, wie ein Finanzderivat, etwas zu sehr im luftleeren Raum hängt.
Die Möbius-Affäre (Möbius, Frankreich 2013)
Regie: Éric Rochant
Drehbuch: Éric Rochant
mit Jean Dujardin, Cécile de France, Tim Roth, Émilie Dequenne, Wendell Pierce, Aleksey Gorbunov
Auf den ersten Blick klingt die Story von „Conjuring – Die Heimsuchung“ nicht besonders aufregend: zwei Geisterjäger jagen in den siebziger Jahren in einem Haus einen Geist. Das gab es ja wirklich oft genug.
Aber am Startwochenende setzte sich der Film in den USA souverän auf den ersten Platz. In der zweiten Woche wurde „Conjuring – Die Heimsuchung“ zwar von „Wolverine – Weg des Kriegers“ vom ersten Platz verdrängt, aber mit einem Einspielergebnis von über 22 Millionen US-Dollar hielt er sich gut und mühelos auf dem zweiten Platz und und wenn man die Kosten mit dem Einspiel vergleicht, dann hat der 20 Millionen US-Dollar teure Gruselfilm in diesem Sommer schon jetzt viel besser als einige Blockbuster, wie „Pacific Rim“, „The Lone Ranger“ oder „White House Down“, die alle jeweils mindestens 150 Millionen US-Dollar gekostet haben, abgeschnitten.
Auf den zweiten Blick ist dieser Erfolg verständlich. Denn James Wan, der Regisseur von „Saw“, „Dead Silence“, „Death Sentence“ und „Insidious“, stürzte sich vorbehaltslos und vollständig in die siebziger Jahre, orientierte sich auch stilistisch am damaligen Filmstil, würzte die Geschichte mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humor (der auch dadurch entsteht, dass wir uns freudig auf das Spiel mit unseren Erwartungen einlassen) und stellte die Geschichte, die er ohne postmodern-ironische Brechungen, überbordende Gewalt und Trickgewitter erzählt, in den Mittelpunkt. Dass sie auf Tatsachen basiert, wenn man an Geister und übernatürliche Erscheinungen glaubt, trägt zur Glaubwürdigkeit der Geschichte bei. Ed und Lorraine Warren, zwei in den USA bekannten Geisterjägern, die auch die mehrfach verfilmte Geschichte das Amityville-Hauses bekannt machten, erzählten die Geschichte des verfluchten Hauses und ihrer Reinigung. Lorraine Warren beriet die Filmemacher und sie ist mit dem Film auch zufrieden. Er entspräche den wahren Ereignissen.
Wenn nicht an den übersinnlichen Hokuspokus glaubt, bleibt immer noch ein zweistündiger Gruselfilm in der bekannten „Poltergeist“-Tradition übrig. Mit einer ordentlichen Portion „Der Exorzist“ (aber, trotz Exorzismus, nicht so katholisch), der konsequent alternative Erklärungen ausschließt und sich auf seine Geschichte und die guten Schauspieler verlassen kann..
Die Warrens (gespielt von Vera Farmiga und Patrick Wilson) werden 1971 von den Perrons, einer netten, grundanständigen All-American-Familie mit fünf Kindern gebeten, sich ihr gerade erworbenes, einsam gelegenes Haus auf Rhode Island anzusehen. Denn in dem Haus geschehen seltsame Dinge. Die Geisterjäger sehen sich um, entdecken Hinweise auf den bösen, die Perrons terrorisierenden Dämon und Lorraine Warren, die besonders empfänglich für übernatürliche Schwingungen ist, sieht, dass der hasserfüllte Geist einer früheren Bewohnerin Besitz von Carolyn Perron (Lili Taylor) ergreifen will.
Nach einigen anderen, kürzlich im Kino gelaufenen Gruselfilmen, wie „Intruders“ und „Mama“ mit ihren unbefriedigenden Auflösungen, beide mit einer ordentlichen und eher störenden Portion CGI, ist „Conjuring – Die Heimsuchung“ ein rundum gelungener Old-School-Geisterfilm mit einer stimmigen Auflösung – und davor einer stimmigen 70er-Jahre-Atmosphäre.
Conjuring – Die Heimsuchung (The Conjuring, USA 2013)
Regie: James Wan
Drehbuch: Chad Hayes, Carey W. Hayes
mit Vera Farmiga, Patrick Wilson, Ron Livingston, Lili Taylor, Joey King, Shanley Caswell, Hayley McFarland, Mackenzie Foy, Kyla Deaver, Sterling Jerins
Hochgelobter Debütfilm über eine Nazibraut in Ostdeutschland, der definitiv einen Blick wert ist.
Ich war ja nicht so begeistert: nur ein das Fremde hervorhebender Einblick in eine Sauf- und Proll-Jugendkultur, garniert mit einigen Nazi-Symbolen und etwas mehr Gewalt als es in einem handelsüblichen deutschen Problemfilm üblich ist.
Denn mehr ist „Kriegerin“ nicht: ein typisch deutsches Sozialdrama, das beim Zuschauer einfach nur eine sedativ wirkendes Unwohlsein hervorruft. So wie der „Tatort“, der uns am Sonntag einen esoterischen Blick in die Hartz-IV-Haushalte gibt, damit wir am Montag beruhigt zur Arbeit gehen können.
mit Alina Levshin, Jella Haase, Sayed Ahmad Wasil Mrowat, Gerdy Zint, Lukas Steltner, Uwe Preuß, Winnie Böwe, Rosa Enskat, Haymon Maria Buttinger, Klaus Manchen
Am 22. August läuft David Wnendts zweiter Spielfilm an: „Feuchtgebiete“, nach dem Roman von Charlotte Roche. Hier schon einmal der Trailer. Besprechung zum Filmstart.
Produktiv ist Christian Slater ja. Für dieses Jahr sind bereits sieben Filme in der IMDB gelistet, von denen man sich meisten wahrscheinlich nicht ansehen muss. Letztes Jahr hatte er, neben Sylvester Stallone, eine kleine, aber gute Rolle in Walter Hills sehenswertem „Shoutout – Keine Gnade“. In den vergangenen Jahren war er auch der Hauptdarsteller in mehreren kurzlebigen TV-Serien, die niemals im deutschen TV gezeigt wurden, aber vielversprechende Prämissen hatten; was nicht von seinem neuesten Film „The Ark“ gesagt werden kann.
Denn die Ausgangsidee von „The Ark“ stammt aus der Science-Fiction-Ursuppe. Slater spielt Colonel Gerard Bruchman, den Leiter einer vierköpfigen, einjährigen Mondmission. Während ihres Aufenthalts wird die Station „Ark“ von einem Meteoritenschwarm fast vollständig zerstört, die Funkverbindung funktioniert auch nicht mehr und eine außerirdische Lebensform, die es in die Station schafft, bereitet ihnen Probleme. Denn dieser Alien ist ihnen nicht besonders freundlich gesonnen…
Das klingt vertraut. Auch wenn man den genialen SF-Horrorfilm „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ nicht gesehen hat. Aber Ava Cameron (Amy Matysio), die einzige Frau der „Ark“-Besatzung, wird von den außerirdischen Sporen infiziert, gebärt im Schnellverfahren ein Kind und hat später auch eine besondere Beziehung zu dem Alien, das den Körper des Besatzungsingenieurs (Michael Therriault in einer Doppelrolle) dupliziert.
Und die kleine Mondstation ist dann irgendwie doch verdammt groß. Jedenfalls müssen die vier Astronauten immer unglaublich lange durch dunkle Gänge laufen, um zum Ort des Geschehens zu gelangen. Sowieso halten die Vier, die eigentlich nur die wenigen Tage, bis die Rettung von der Erde naht, überleben müssen, sich bevorzugt alleine in getrennten Räumen auf. Das ist, weil sie dem Alien damit natürlich unzählige Angriffsmöglichkeiten anbieten, nicht besonders intelligent, gehört aber zum Genre.
Außerdem habe ich nie verstanden, wann sie wo mit welchen Sauerstoffgeräten atmen können.
„The Ark“ ist selbstverständlich, nach konventionellen Standards beurteilt, kein guter Film.
Aber als kleiner Invasions-Science-Fiction-Thriller mit halbwegs prominenter Besatzung (neben Slater ist auch der aus „Roswell“ und „CSI Miami“ bekannte Brendan Fehr dabei) unterhält der Film von „Battlefield Earth“-Regisseur Roger Christian (der auch eine Oscar-Nominierung für seine „Alien“-Sets erhielt) kurzweilig, aber auch wenig aufregend und ohne größere Ambitionen. So als Zwischendurchfutter für den Genrejunkie ist Christians durch und durch durchschnittliches, mit überschaubarem Budget gedrehtes, angenehm kurzes B-Picture okay.
The Ark – Wir sind nicht allein (Stranded, Kanada 2012)
Regie: Roger Christian
Drehbuch: Christian Piers Betley, Roger Christian
mit Christian Slater, Brendan Fehr, Amy Matysio, Michael Therriault
Edgar Reitz (Homepage), der in den Achtzigern mit seiner TV-Serie „Heimat“ (einer Chronik des Jahrhunderts, spielend in dem fiktiven Hunsrück-Ort Schabbach) zeigte, was im Fernsehen alles möglich und heute unvorstellbar ist, mit „Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend“ (1992) und „Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende“ (2004) würdig fortsetzte, hat jetzt, für das Kino, „Die andere Heimat“ gedreht.
Die Weltpremiere ist auf dem Internationalen Film Festival Venedig. Der deutsche Kinostart ist am 3. Oktober und ich freue mich schon riesig auf den Film
Die offizielle Synopse:
Als in der Mitte des 19. Jahrhunderts Hungersnöte, Armut und Willkürherrschaft die Menschen niederdrückten, sind Hunderttausende aus Deutschland ins ferne Südamerika ausgewandert. Auch Jakob versucht alle Grenzen hinter sich zu lassen, die einem Bauernjungen in dieser Zeit gesetzt sind. Er liest jedes Buch, dessen er habhaft werden kann, er studiert die Sprachen der Urwaldindianer, er entwirft Pläne für die romantischsten Abenteuer in den Wäldern Brasiliens und beschreibt seinen Aufbruch aus dem Hunsrück in einem erstaunlichen Tagebuch, das nicht nur seine Geschichte und seine Gedanken wiedergibt, sondern das Lebensbild einer ganzen Zeit. In den Strudel von Jakobs Träumen werden alle gesogen, die ihm begegnen: Seine von Mühsal und Arbeit geplagten Eltern, sein streitbarer, älterer Bruder Gustav und vor allem das schöne Jettchen, die Tochter eines verarmten Edelsteinschleifers und ihre beste Freundin Florinchen. Was kann es in dieser kargen Bauernwelt schöneres geben, als Jakobs Erzählungen zu folgen und mit ihm Pläne zu schmieden für ein glücklicheres Leben jenseits des Weltmeeres? Die Sehnsucht der jungen Menschen droht immer wieder zu zerbrechen – an der Unwissenheit der Zeit und an Krankheiten; an Tod und Naturkatastrophen, die über das Land hereinbrechen. Die Rückkehr des Bruders Gustav aus dem preußischen Militärdienst gibt den Anstoß für Ereignisse, die die Liebe zwischen Jakob und Jettchen jäh erschüttern und Jakobs Leben in eine völlig unerwartete Richtung lenken wird.
Edgar Reitz ist mit seinem neuen Film ein Ausnahmewerk, ein filmisches Epos gelungen, das in der heutigen Filmlandschaft kaum einen Vergleich finden wird. Auf Breitwand gedreht, entstanden unter der Kamera von Gernot Roll gewaltige Bilder, die ein Hunsrückdorf aus dem 19. Jahrhundert lebendig werden lassen und den Zuschauer auf eine Zeitreise einladen. Detailversessen in Ausstattung, Szenenbild und Kostüm, unterstützt durch ein junges Schauspieler-Ensemble, allen voran Jan Schneider als Jakob, Maximilian Scheidt als Gustav, Antonia Theresa Bill als Jettchen und Philine Lembeck als Florinchen, sowie Marita Breuer („Heimat“) als Mutter Simon, ist DIE ANDERE HEIMAT – CHRONIK EINER SEHNSUCHT eine bewegende Familien- und Liebesgeschichte voller Emotionalität und Sinnlichkeit.
„Edgar Reitz ist ein großes episches Werk gelungen, das zeitlos in die Filmgeschichte eingehen wird“, beurteilt die Jury der FBW zur Vergabe des Prädikats „besonders wertvoll“.
Darüber hinaus wirft der Film wie selbstverständlich genau die Fragen auf, die aktueller kaum sein könnten: die Frage nach Zugehörigkeit, Freiheit der Gedanken, und was man heute noch als Heimat benennen und wie stark eine Sehnsucht nach einem besseren Leben sein kann.
Die ersten drei Trailer:
Bei den Trailern ist klar, dass „Die andere Heimat“ ein ungewöhnlicher Film sein wird, der in jedem Fall grandios sein wird. Entweder grandios grandios oder grandios gescheitert.
Es gibt den Mitschnitt der Pressekonferenz zum Drehstart:
Jesse Stone – Eiskalt (USA 2005, R.: Robert Harmon)
Drehbuch: John Fasano, Michael Brandman
LV: Robert B. Parker: Stone Cold, 2003
Das Städtchen Paradise hat zwei neue Einwohner: die Lincolns. Sie sind Serienkiller und der Polizeichef von Paradise, Jesse Stone, beginnt sie zu jagen.
Neben der erfolgreichen Spenser-Serie und der unter Fans gehassten Sunny-Randall-Serie schrieb Robert B. Parker auch die Jesse-Stone-Romane. In ihnen ist ein geschiedener L.-A.-Cop mit einem Alkoholproblem, der in der Kleinstadt Paradise bei Boston zur Ruhe kommen will, der Held. Gerade die ersten Romane waren düsterer als von Robert B. Parker gewohnt und sorgfältiger konstruiert als die Spenser-Romane, die von Parker teilweise per Autopilot geschrieben werden.
„Stone Cold“ ist der vierte Jesse-Stone-Roman, aber die erste Jesse-Stone-Verfilmung. Der angenehm altmodische Thriller wurde positiv aufgenommen. Insgesamt wurden acht Jesse-Stone-Filme im US-TV ausgestrahlt.
Mit Tom Selleck, Jane Adams, Reg Rogers, Mimi Rogers
Schnelles Geld und schneller Sex beherrschen das triste und ziemlich verkorkste Leben von Victor. Da verliebt er sich in eine Ärztin…
Flotte, schwarzhumorige Groteske nach einem Roman von Chuck Palahniuk („Fight Club“) mit einem grandiosen Sam Rockwell über Abhängigkeiten und die Sucht danach, anderen Menschen zu gefallen. Denn hier spielt jeder Charakter den anderen etwas vor und alle Beziehungen sind gestört.
The Minus Man – Der nette Mörder von nebenan (USA 1999, R.: Hampton Fancher)
Drehbuch: Hampton Fancher
LV: Lew McCreary: The Minus Man, 1991 (Der Schrecken des letzten Lächelns; The Minus Man)
Der neue Nachbar Vann hat ein Geheimnis. Er ist ein Serienkiller. Als er sich in Ferrin verliebt, hat er die Chance auf ein neues Leben – oder sein nächstes Opfer.
Langsam erzähltes Regiedebüt von Blade-Runner-Drehbuchautor Hampton Fancher mit einem überraschendem Ende.
„Aus dem Widerspruch zwischen Kleinstadtidylle und dem leisen Grauen zieht der Film seine Spannung. Der Serienkiller ist nun auch im letzten heimeligen Ort angekommen.“ (Martin Schwarz, Zitty 20/2000)
Mit Owen Wilson, Brian Cox, Mercedes Ruehl, Janeane Garofalo, Dwight Yoakam, Dennis Haysbert, Sheryl Crow, Lew McCreary (Cameo als Mann Wendy’s Place Diner)
Vengeance – Killer unter sich (Hongkong/Frankreich 2009, R.: Johnny To)
Drehbuch: Ka-Fai Wai
In Macao wird die Tochter des französischen Restaurantbesitzers Francis Costello in ihrer Wohnung schwer verletzt. Ihre Familie wird ermordet. Costello beschließt, die Täter zu stellen. Dabei helfen dem ehemaligen Profikiller einige Kollegen, die er zufällig im Hotel trifft.
Mit dem Neo-Noir „Vengeance“ zeigt Hongkong-Regisseur Johnnie To wieder einmal, wofür ihn Filmfans seitdem sie vor über zehn Jahren seinen stilisierten Gangsterfilm „The Mission“ (Unbedingt ansehen!) sahen, lieben: schnörkelloses Genrekino mit stilvoll eingestreuten Zitaten und gerade in ihrer Reduktion grandiosen Actionszenen. Das ist in seiner Stilisierung pures Kino, das näher bei Jean-Pierre Melville als an der Wirklichkeit ist.
mit Johnny Hallyday, Sylvie Testud, Anthony Wong, Simon Yam
Lord of War – Händler des Todes (USA 2005, R.: Andrew Niccol)
Drehbuch: Andrew Niccol
There are over 550 million firearms in worldwide circulation. That’s one firearm for every twelve people on the planet. The only question is: How do we arm the other 11? (Yuri Orlov)
Einer der wenigen ansehbaren Nicolas-Cage-Filme, die der Schauspieler in diesem Jahrzehnt drehte. Dafür sammelte er in den vergangenen Jahren Razzie-Nominierungen.
In der knalligen Satire „Lord of War – Händler des Todes“ spielt er Yuri Orlov, einen Waffenhändler, der ungefähr jeden Potentaten der Nach-Kalter-Kriegs-Welt mit Waffen beliefert. Der Film erzählt in kurzen Episoden die Geschichte seines märchenhaften Aufstiegs von den Hinterhöfen Little Odessas in die Hinterhöfe der Weltpolitik. Denn mit dem illegalen Waffenhandel kann viel Geld verdient werden.
That was intentional, just to be a little subversive and make almost like a ‘how-to’ film – how to be an arms dealer – and I thought that would be a more interesting way into it than a typical story structure. (Andrew Niccol)
Mit Nicolas Cage, Jared Leto, Bridget Moynahan, Ian Holm, Ethan Hawke