Neu im Kino/Filmkritik: Der nette Superbösewicht „Kraven the Hunter“ jagt Bösewichter

Dezember 12, 2024

Beginnen wir mit einigen Fakten: „Kraven the Hunter“ ist der sechste Film in Sony’s Spider-Man Universe. Es ist wieder ein Einzelfilm ohne irgendeinen erkennbaren Zusammenhang mit den anderen Filmen des SSU und wieder ohne Spider-Man. Es ist auch ein Superheldenfilm ohne eine Szene im oder nach dem Abspann.

Regie führte J. C. Chandor, der mit „Der große Crash – Margin Call“ (2011), „All Is Lost“ (2013) und „A Most Violent Year“ (2014) hintereinander drei großartige Dramen inszenierte. Sein nächster Film war 2019 der Netflix-Actionthriller „Triple Frontier“. Das Drehbuch ist von Richard Wenk, Art Marcum und Matt Holloway. Bei den drei Namen ist unklar, wer letztendlich die Verantwortung für die Geschichte hat und, angesichts der langen Vorgeschichte, wer noch involviert war. Allgemein wird Richard Wenk, dem Autor der „The Equalizer“-Filme, der größte Anteil zugestanden.

Aaron Taylor-Johnson übernahm die Hauptrolle ‚Kraven‘ Sergei Kravinoff. Russel Crowe spielt seinen Filmvater. Ariane DeBose, Fred Hechinger, Alessandro Nivola und Christopher Nivola übernahmen weitere Rollen.

Ben Davis war Kameramann bei „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, „Guardians of the Galaxy“ „Eternals“ (kein guter, aber ein gut aussehender Film), „The King’s Man“, „Jojo Rabbit“ und „Cry Macho“.

Der Film dauert, mit Abspann, etwas über zwei Stunden und er hat eine FSK-16-Freigabe. Es gibt also einige die Freigabe rechtfertigende blutige Szenen.

Angesichts des vor und hinter der Kamera versammelten Talents und des für einen Superheldenfilm okayen Budgets von 130 Millionen US-Dollar ist das Ergebnis ernüchternd.

Kraven ist in den Marvel-Comics ein von Stan Lee und Steve Ditko 1964 erfundener Bösewicht, der Spider-Man töten will. Im Film ist er ein Jäger, der Bösewichter jagt und oft bestialisch tötet. Die Filmgeschichte dreht sich um seine Beziehung zu seinem Vater Nikolai Kravinoff (Russell Crowe), einem Oligarchen, Verbrecher und passioniertem Großwildjäger, und seinem schüchtern-ängstlichem Halbbruder Dmitri Smerdyakov (Fred Hechinger). Ungefähr in der Filmmitte entführt der Bösewicht ‚Rhino‘ Aleksei Sytsevich (Alessandro Nivola) Dmitri. Kraven will ihn befreien.

Während des gesamten Films tauchen noch weitere Superhelden und Superbösewichtern auf, die vielleicht eifrigen Comiclesern vertraut sind. Kinogänger kennen sie noch nicht. Genauer vorgestellt werden sie trotzdem nicht. Im Film stolpern diese Superschurken und -helden irgendwann durch das Bild und behindern sich meistens beim Entfalten ihrer oft rätselhaft bleibenden Superkräfte. Bei zwei wichtigern Figuren wird sogar erst im dritten Akt enthüllt, dass sie Superkräfte haben.

Die Geschichte wurde wahrscheinlich aus im Schneideraum herumliegenden geschnittenen Szenen zusammengefügt. Kaum eine Szene funktioniert. Mal ist das Spiel schlecht. Mal die Action. Die Dialoge sind hingeschluderte Erklärdialoge in der ersten Fassung. Ein ordentliches Set-Up findet nie statt. Das Ergebnis kann als schlampige Einführung in das Kraven-Universum (falls es denn weitere Filme geben sollte) und rudimentäre Entwicklungsgeschichte beschrieben werden, die uns die Szenen erspart, in denen der Superheld (und das ist Kraven in „Kraven the Hunter“) die Möglichkeiten und Grenzen seiner Kräfte kennen lernt. Ein guter Film ist „Kraven the Hunter“ nie. Noch nicht einmal ein annehmbarer Film. Denn sogar ein KI-Programm hätte eine schlüssigere Geschichte erfunden und besere Dialoge geschrieben.

Kraven the Hunter“ ist ein deprimierender Film, der noch nicht einmal über Trash-Qualitäten verfügt.

Kraven the Hunter (Kraven the Hunter, USA 2024)

Regie: J. C. Chandor

Drehbuch: Richard Wenk, Art Marcum, Matt Holloway (nach einer Geschichte von Richard Wenk)

mit Aaron Taylor-Johnson, Russel Crowe, Ariane DeBose, Fred Hechinger, Alessandro Nivola, Christopher Nivola, Christopher Abbott

Länge: 127 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Kraven the Hunter“

Metacritic über „Kraven the Hunter“

Rotten Tomatoes über „Kraven the Hunter“

Wikipedia über „Kraven the Hunter“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von J. C. Chandors „All is lost“ (All is lost, USA 2013)

Meine Besprechung von J. C. Chandors „A most violent Year“ (A most violent Year, USA 2014)

zu den SSU-Filmen

Meine Besprechung von Ruben Fleischers „Venom“ (Venom, USA 2018)

Meine Besprechung von Andy Serkis‘ „Venom: Let there be Carnage“ (Venom: Let there be Carnage, USA 2021)

Meine Besprechung von Daniel Espinosas „Morbius“ (Morbius, USA 2022)

Meine Besprechung von S. J. Clarksons „Madame Web“ (Madame Web, USA 2024)

Meine Besprechung von Kelly Marcels „Venom: The Last Dance“ (Venom: The Last Dance, USA 2024)

 


Neu im Kino/Filmkritik: Männerprobleme und Reichenprobleme: „Die geschützten Männer“ und „Rich Flu“

Dezember 12, 2024

In „Rich Flu“ bricht ein Virus aus, der die reichsten und einflussreichsten Menschen der Welt tötet. Plötzlich ist Reichtum tödlich.

In „Die geschützten Männer“ verwandelt ein Virus Männer in rasende Sexbestien, die kurz darauf, im Zustand höchster sexueller Ekstase, sterben.

Dummerweise machen „Rich Flu“-Regisseur Galder Gaztelu-Urrutia und „Die geschützten Männer“-Regisseurin Irene von Alberti viel zu wenig aus ihren vielversprechenden Prämissen.

Rich Flu“ beginnt als bitterböse antikapitalistische Satire, in der die reichen Menschen in Panik geraten und arm sein wollen, weil sie nur so überleben können. Also jedenfalls wollen sie ärmer als der reichste Mensch der Erde sein. Dafür verschenken sie auch mal große Aktienpakete an verdiente Mitarbeiter.

Anstatt jetzt der ‚Ersten Welt‘ genüsslich bei ihrer Selbstzerstörung zuzusehen und sich zu überlegen, welches Gegenmittel es gegen das Virus geben könnte, lässt Galcer Gaztelu-Urrutia („Der Schacht“) das satirische Potential seiner Geschichte links liegen zugunsten einer umgekehrten Migrationsgeschichte. Während im Moment Afrikaner aus ihren Heimatländern in Richtung Europa flüchten, flüchten in „Rich Flu“ Europäer in Richtung Afrika und in Richtung Armut. Die Bilder, die Gaztelu-Urrutia dafür findet, sind die Bilder, die aus zahlreichen anderen Migrationsdramen und den Nachrichten bekannt sind. Nur die Marschrichtung und die Hautfarbe der Flüchtenden sind anders. Gleichzeitig konzentriert Gaztelu-Urrutia sich auf eine ziemlich unsympathisch egoistische und oberflächliche Flüchtende, die in Afrika in einer am Strand lebenden Hippie-Kommune aufgenommen wird.

In „Die geschützten Männer“ führt ein Virus dazu, dass alle sexuell potenten Männer mehr oder weniger schnell zu Sexbestien mutieren und sterben. Für Anita Martinelli und Sarah Bedford, die Vorsitzenden der kleinen Frauenpartei, ist das Männersterben die Gelegenheit, an die Macht zu kommen. Während einige Männer in einem abgeschiedenem Labor an einem Gegenmittel forschen, bauen die Frauen ihre Macht aus. Und sie wiederholen die Machtspiele und Intrigen der Männer. Aus der Herrschaft der Männer wird eine Herrschaft der Frauen. Mehr ändert sich nicht.

So ist Irene von Albertis Verfilmung von Robert Merles 1974 erschienenem Roman „Die geschützten Männer“ nicht mehr als eine siebziger Jahre-Agitprop-Satire. Durchaus liebevoll ausgestattet und engagiert gespielt, aber nicht mehr als eine in der Vergangenheit verhaftete Satire.

Beide Satiren bleiben sträflich unter dem Potential ihrer Ausgangsidee. „Rich Flu“ erzählt nach einem vielversprechendem Beginn nur eine weitere Migrationsgeschichte. Mit einer veränderten Marschroute. Dieses Mal wird vom reichen Norden in den armen Süden (solange er noch arm ist) geflüchtet wird. „Die geschützten Männer“ belässt es bei altmodischen Agitprop-Theater, das immerhin gut für einige, eher anspruchslose Lacher ist.

Rich Flu (Rich Flu, Spanien 2024)

Regie: Galder Gaztelu-Urrutia

Drehbuch: Pedro Rivero, Galder Gatzelu-Urrutia, Sam Steiner, David Desola (nach einer Idee von David Desola und Galder Gaztelu-Urrutia)

mit Mary Elizabeth Winstead, Rafe Spall, Lorraine Bracco, Dixie Egerickx, César Domboy, Timothy Spall, Jonah Hauer-King, Dayana Esebe

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Rich Flu“

Wikipedia über „Rich Flu“ (deutsch, englisch)

Die geschützten Männer (Deutschland 2024)

Regie: Irene von Alberti

Drehbuch: Irene von Alberti

LV: Robert Merle: Les hommes protégés, 1974 (Die geschützten Männer)

mit Britta Hammelstein, Mavie Hörbiger, Yousef Sweid, Bibiana Beglau, Godehard Giese, Julika Jenkins, Michaela Caspar, Johanna Polley, Sina Martens

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Die geschützten Männer“

Moviepilot über „Die geschützten Männer“

Wikipedia über „Die geschützten Männer“


TV-Tipp für den 12. Dezember: Manchester by the Sea

Dezember 11, 2024

RBB, 20.15

Manchester by the Sea (Manchester by the Sea, USA 2016)

Regie: Kenneth Lonergan

Drehbuch: Kenneth Lonergan

Als sein Bruder Joe ins Krankenhaus kommt, muss der introvertierte Einzelgänger Lee Chandler (Casey Affleck) nach Manchester by the Sea zurückkehren, sich seiner Vergangenheit stellen und die Vormundschaft für Joes sechzehnjährigen Sohn übernehmen. Dabei will er nur wieder zurück nach Boston und in seine selbstgewählte Isolation zurückkehren.

TV-Premiere. Stilles, sehr intensives Drama. Zum Kinostart empfahl ich den Film jedem, der es hören oder auch nicht hören wollte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Casey Affleck, Michelle Williams, Kyle Chandler, Lucas Hedges, Gretchen Mol, C. J. Williams

Wiederholung: Freitag, 13. Dezember, 22.00 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Manchester by the Sea“

Metacritic über „Manchester by the Sea“

Rotten Tomatoes über „Manchester by the Sea“

Wikipedia über „Manchester by the Sea“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Kenneth Lonergans „Manchester by the Sea“ (Manchester by the Sea, USA 2016) (mit vielen Interviews)


TV-Tipp für den 11. Dezember: Funny Games

Dezember 10, 2024

Tele 5, 23.55

Funny Games (Österreich 1997)

Regie: Michael Haneke

Drehbuch: Michael Haneke

Zwei junge Männer nehmen in einem einsam gelegenen Ferienhaus eine Familie gefangen und beginnen sie mit Psychospielen zu terrorisieren.

Ein (der?) Haneke-Klassiker.

2008 drehte er ein bildgetreues US-Remake von seiner Gesellschafts- und Medienkritik. Wir bleiben beim Original.

Mit Ulrich Mühe, Susanne Lothar, Frank Giering, Arno Frisch, Stefan Clapczynski, Doris Kunstmann

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Funny Games“

Wikipedia über „Funny Games“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Happy End“ (Happy End, Frankreich/Deutschland/Österreich 2017)

Mein Kurzhinweis auf Michael Hanekes „Die Drehbücher“ (2019)

Michael Haneke in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 10. Dezember: Carol

Dezember 9, 2024

HR, 22.15

Carol (Carol, USA/Großbritannien/Frankreich 2015)

Regie: Todd Haynes

Drehbuch: Phyllis Nagy

LV: Patricia Highsmith: The Price of Salt, 1952 (Erstveröffentlichung unter dem Pseudonym Claire Morgan; Wiederveröffentlichung unter ihrem Namen als „Carol“, deutsche Titel „Salz und sein Preis“ und „Carol oder Salz und sein Preis“)

New York, 1950: zwei Frauen verlieben sich ineinander – und verstoßen damit gegen die gesellschaftlichen Konventionen.

Gelungene, sehr stilbewusste und sensible Patricia-Highsmith-Verfilmung, die kein Kriminalfilm (was man bei Highsmith ja erwartet), sondern eine tragische Liebesgeschichte ist.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Cate Blanchett, Rooney Mara, Sarah Paulson, Carrie Brownstein, Kyle Chandler, Jake Lacy, Cory Michael Smith

Hinweise

Moviepilot über „Carol“

Metacritic über „Carol“

Rotten Tomatoes über „Carol“

Wikipedia über „Carol“ (deutsch, englisch) und über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988)

Meine Besprechung von Hossein Aminis Patricia-Highsmith-Verfilmung “Die zwei Gesichter des Januars” (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)

Meine Besprechung von Todd Haynes‘ Patricia-Highsmith-Verfilmung „Carol“ (Carol, USA/Großbritannien/Frankreich 2015)

Meine Besprechung von Todd Haynes „Vergiftete Wahrheit“ (Dark Waters, USA 2019) und der DVD

Kriminalakte über Patricia Highsmith


TV-Tipp für den 9. Dezember: Aus Liebe sterben

Dezember 8, 2024

Arte, 22.25

Aus Liebe sterben (Mourir d’aimer.., Frankreich/Italien 1971)

Regie: André Cayatte

Drehbuch: André Cayatte, Albert Naud, Pierre Dumayet

TV-Premiere. Drama über eine Lehrerin, die ein Verhältnis mit einem ihrer Schüler beginnt. Seine Eltern sind gegen die Beziehung.

In Frankreich war der auf einem wahren Fall, der im Mai 1968 Frankreich erschütterte, basierende Film ein Kassenerfolg. Das Lexikon des internationalen Films ist nur halb begeistert: „melodramatische Elemente und einseitige Darstellungen gefährden jedoch die nüchterne Erörterung des Sachverhaltes.“

André Cayatte (1909 – 1989) war Rechtsanwalt, Autor und Filmregisseur. In seinen Filmen kritisierte er die französische Justiz und beschäftigte sich mit gesellschaftlichen Problemen und Tabuthemen.

mit Annie Girardot, Bruno Pradal, Claude Cerval, François Simon, Jean-Paul Moulinot, Jean Bouise

Hinweise

AlloCiné über „Aus Liebe sterben“

Rotten Tomatoes über „Aus Liebe sterben“ (noch keine Kritiken)

Wikipedia über „Aus Liebe sterben“ (englisch, französisch)


TV-Tipp für den 8. Dezember: Der Mann, der zuviel wusste

Dezember 7, 2024

Arte, 20.15

Der Mann, der zuviel wusste (The man who knew to much, USA 1956)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: John Michael Hayes, Angus McPhail (ungenannt)

Eigentlich wollten die McKennas nur einen schönen Marokko-Urlaub verbringen. Aber dann erfahren sie von einer Verschwörung und ihr Sohn wird entführt.

Hitchcocks äußerst gelungenes Remake von seinem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1934: mit einem größeren Budget, in Farbe und einer erträglichen Doris Day. Höhepunkt ist die zehnminütige Konzertszene in der Royal Albert Hall, deren Höhepunkt – während eines Beckenschlages – ein Schuss auf den Botschafter ist.

Mit James Stewart, Doris Day, Daniel Gélin, Brenda de Banzie, Bernard Miles, Ralph Truman, Reggie Maldar

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Der Mann, der zuviel wusste”

Wikipedia über „Der Mann, der zuviel wusste“ (deutsch, englisch) und über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)

Meine Besprechung von Thilo Wydras “Alfred Hitchcock” (2010)

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 7. Dezember: Carlito’s Way

Dezember 6, 2024

One, 22.00

Carlito’s Way (Carlito’s Way, USA 1993)

Regie: Brian De Palma

Drehbuch: David Koepp

LV: Edwin Torres: Carlito’s Way, 1975 und After Hours, 1979 (auf Deutsch zum Filmstart als Doppelband „Carlito’s Way“ bei Heyne erschienen)

Drogenhändler Carlito Brigante wird vorzeitig aus der Haft entlassen und will fortan ehrlich bleiben. Aber er hat nicht mit den Umständen und seinem Anwalt gerechnet.

Machen wir es kurz: De Palmas Period-Picture der Siebziger ist ein grandioser Gangsterfilm

mit Al Pacino, Sean Penn, Penelope Ann Miller, John Leguizamo, Luis Guzman, Viggo Mortensen

Wiederholung: Montag, 9. Dezember, 23.30 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Carlito’s Way“

Wikipedia über „Carlito’s Way“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Koepps „Mortdecai – Der Teilzeitgauner“ (Mortdecai, USA 2015)

Meine Besprechung von David Koepps „Cold Storage – Es tötet“ (Cold Storage, 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Nora Fingscheidts „The Outrun“

Dezember 6, 2024

Die Biologiestudentin Rona (Saoirse Ronan) ist in London nach jahrelangem Feiern und Drogenkonsum an einem toten Punkt angelangt. Sie kehrt zurück in ihre alte Heimat, die zu Schottland gehörenden Orkney-Inseln. Dort will sie zu sich finden und ausnüchtern.

In ihrem dritten Spielfilm, nach dem sensationellem „Systemsprenger“ und der Netflix-Produktion „The Unforgivable“, verfilmte Nora Fingscheidt, mit einigen Freiheiten, Amy Liptrots „The Outrun“ (Nachtlichter). In dem Buch erzählt Liptrot ihre Geschichte und wie sie den Alkolismus besiegte.

Fingscheidt verfilmte diese Geschichte eines langsamen Entzugs assoziativ zwischen Gegenwart und Vergangenheit springend und indem sie Rona immer mehr in die Einsamkeit schickt. Für die Royal Society for the Protection of Birds sucht sie auf den Orkney-Inseln nach einer inzwischen seltenen Vogelart, den Wachtelkönig. Bei der Arbeit trifft sie kaum Menschen. Sie genießt diese Einsamkeit.

Später fährt sie auf die Orkney-Insel Papa Westray. Auf der 7 km langen und 2 km breiten Insel lebten 2011 90 Menschen. Dort zieht sie in ein einsam gelegenes kleines Vogelwärterhaus und beginnt ihr Leben zu bilanzieren.

The Outrun“ ist eine vor Ort, teils mit Ortsansässigen gedrehte Charakterstudie mit einer gewohnt überzeugenden Saorsie Ronan. Sie ist auch eine der Produzentinnen des Films und sie beteiligte sich intensiv an der Entwicklung des Drehbuchs, das Regisseurin Fingscheidt mit Amy Liptrot schrieb.

The Outrun (The Outrun, Deutschland/Großbritannien 2024)

Regie: Nora Fingscheidt

Drehbuch: Nora Fingscheidt, Amy Liptrot

LV: Amy Liptrot: The Outrun, 2016 (Nachtlichter)

mit Saoirse Ronan, Paapa Essiedu, Stephen Dillane, Saskia Reeves, Nabil Elouahabi, Izuka Hoyle, Lauren Lyle

Länge: 119 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „The Outrun“

Moviepilot über „The Outrun“

Metacritic über „The Outrun“

Rotten Tomatoes über „The Outrun“

Wikipedia über „The Outrun“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „The Outrun“

Meine Besprechung von Nora Fingscheidts „Systemsprenger“ (Deutschland 2019


TV-Tipp für den 6. Dezember: Joan Baez – Mit lauter Stimme

Dezember 5, 2024

Arte, 21.45

Joan Baez: I am a Noise (Joan Baez: I am a Noise, USA 2023)

Regie: Karen O’Connor, Miri Navasky, Maeve O’Boyle

Drehbuch: Karen O’Connor, Miri Navasky, Maeve O’Boyle

TV-Premiere. Sehenswerte spielfilmlange Doku mit und über Joan Baez, ihr Leben und ihre Musik.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Joan Baez, Bob Dylan (Archivaufnahmen), Mimi Fariña (Archivaufnahmen), David Harris (Archivaufnahmen)

Hinweise

Arte über die Doku

Moviepilot über „Joan Baez: I am a Noise“

Metacritic über „Joan Baez: I am a Noise“

Rotten Tomatoes über „Joan Baez: I am a Noise“

Wikipedia über „Joan Baez: I am a Noise“ und über Joan Baez (deutsch, englisch)

Homepage von Joan Baez

AllMusic über Joan Baez

Meine Besprechung von Karen O’Connor/Miri Navasky/Maeve O’Boyles „Joan Baez: I am a Noise“ (Joan Baez: I am a Noise, USA 2023)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Omer Fasts „Abendland“

Dezember 5, 2024

Angela Merkel versteckt sich im Wald. Schwerbewaffnet rückt die Polizei an. Es beginnt eine Schlacht zwischen der Polizei und Menschen, die gegen die Rodung des Waldes protestieren. Sie flüchtet, stürzt in eine Schlucht und verletzt sich dabei.

Natürlich flüchtet in Omer Fasts neuem Film „Abendland“ nicht die echte Angela Merkel, sondern eine junge Frau, die eine Angela-Merkel-Maske trägt, vor der Polizei. Sie nimmt die Maske während des gesamten Films nicht ab. Auch die anderen Menschen, denen sie im Wald begegnet, tragen Masken, die sie nicht abnehmen.

Videokünstler Omer Fast erzählt in seinem dritten Spielfilm eine gradlinige Geschichte, deren einzige offensichtliche Irritation das Tragen von Masken ist. Dass die Film-Merkel Sätze der echten ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel zitiert, erfährt man aus dem Presseheft.

Seine vorherigen, streng konstruierten Filme „Remainder“ und „Continuity“ sind wohltuende intellektuelle Anstrengungen, die für verschiedene Interpretationen offen sind. „Abendland“ ist auch für verschiedene Interpretationen offen, aber vieles, vor allem wenn Merkel im Wald auf eine Baumhauskolonie trifft, bleibt einfach oberflächlich. Da wird dann schnell einmal alles abgehandelt, was mit der Aufnahme von Fremden in eine Gemeinschaft zusammenhängt. Schließlich wissen die Mitglieder der Waldkommune nicht, ob sie Merkel vertrauen können. Die in den ersten Minuten wichtigen Konflikte zwischen Umweltprotestierern und Staatsgewalt, sind da schon lange vergessen.

Abendland“ ist, weil er sein Publikum intellektuell unterfordert, sein enttäuschendster Film.

Abendland (Deutschland 2024)

Regie: Omer Fast

Drehbuch: Omer Fast

mit Stephanie Amarell, Marie Tragousti, Sebastian Schneider, Ivy Lißack, Janina Stopper, Amon Wendel, Sebastian Schulze, Berna Kilicli, Benedikt Laumann, Susanne Bredehöft

Länge: 121 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Abendland“

Moviepilot über „Abendland“

Meine Besprechung von Omer Fasts „Remainder“ (Remainder, Großbritannien/Deutschland 2016)

Meine Besprechung von Omer Fasts „Continuity“ (Continuity, Deutschland 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: Wehe, wenn der „Bagman“ kommt

Dezember 5, 2024

Patrick McKee ist mit seiner Frau und seinem Sohn aus Brooklyn, New York, nach New Jersey zurückgekehrt. Sie wohnen in seinem am Wald gelegenem Elternhaus. Er arbeitet im Holzlager, das von seinem vor einem halben Jahr verstorbenem Vater aufgebaut wurde. Inzwischen hat sein Bruder das Geschäft übernommen. Das ist vielleicht nicht das Leben, das Patrick sich wünschte, aber es ist auch kein schlechtes Leben. Wenn es nicht die seltsamen Geräusche aus dem Wald gäbe.

Er glaubt, und jetzt verrate ich etwas, das im Film erst relativ spät, aber von den Machern auch schon im Trailer verraten wird, dass diese Geräusche aus dem Wald von einem Wesen verursacht werden, das anscheinend schon seit Ewigkeiten in einer Schlucht in einer verlassenen Kupfermine haust und ihn als Jugendlichen ängstigte. Er glaubt außerdem, dass dieses Monster, jetzt seinen Sohn und auch ihn holen will.

Dieses Monster, Bagman genannt, ängstigt auch andere Kinder. Es tötet sie auch. Aber bis das deutlich wird, vergeht viel Filmzeit. Und das ist ein Problem von „Bagman“. Colm McCarthy („The Girl with All the Gifts“) erzählt die Geschichte nicht chronologisch. So vergeht, wie in dem vorige Woche gestartetem Horrorfilm „Caddo Lake“, einige Zeit, bis die verschiedenen Erzählstränge vom Zuschauer in die richtige zeitliche Reihenfolge gebracht werden können. McCarthy erzählt, teils parallel, von drei Kindern, die vom Bagman bedroht werden.

Es vergeht noch mehr Zeit, bis er die Hintergrundgeschichte vom Bagman erzählt. In dem Moment ist das Interesse an der umständlich und spannungsfrei erzählten Geschichte schon vollkommen erlahmt. Diese wiederholt, mit einem Minimum an Horrormomenten und sich immer wieder dumm verhaltenden Menschen, nur die sattsam bekannten Genreklischees.

Im Gegensatz zu dem bereits erwähnten „Caddo Lake“ fehlt „Bagman“ außerdem jedes Gefühl für den Handlungsort. Es wirkt immer so, als ob „Bagman“ an einem Ort spielen soll und an einem gänzlich anderem Ort gedreht wurde. Und so war es auch. Die Geschichte spielt in einem US-Provinzdorf mit Wald, Mine und Vergangenheit. Gedreht wurde in Bulgarien in den Nu Boyana Studios. Außerdem wurden für die Hauptrollen britische Schauspieler engagiert.

Bagman (Bagman, USA 2024)

Regie: Colm McCarthy

Drehbuch: John Hulme

mit Sam Claflin, Antonia Thomas, Sharon D. Clarke, Steven Cree, William Hope, Adelle Leonce, Peter McDonald, Henry Pettigrew

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Bagman“

Metacritic über „Bagman“

Rotten Tomatoes über „Bagman“

Wikipedia über „Bagman“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Colm McCarthy M.-R.-Carey-Verfilmung „The Girl with All the Gifts“ (The Girls with All the Gifts, Großbritannien/USA 2016)


TV-Tipp für den 5. Dezember: Flight

Dezember 4, 2024

RBB, 20.15

Flight (Flight, USA 2012)

Regie: Robert Zemeckis

Drehbuch: John Gatins

Pilot Whip Whitaker rettet mit einem waghalsigen Manöver die Passagiere seiner Linienmaschine. Er wird als Held gefeiert. Aber bei der Untersuchung des Unglücks könnte auch herauskommen, dass Whip alkoholisiert flog.

„Flight“ ist in erster Linie ein etwas zu lang geratenes, gut gespieltes, konventionelles Alkoholikerdrama, das mit einer spektakulären Bruchlandung garniert wird.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Denzel Washington, Don Cheadle, Kelly Reilly, John Goodman, Bruce Greenwood, Melissa Leo, Brian Geraghty, Tamara Tunie, James Badge Dale

Wiederholung: Freitag, 6. Dezember, 22.00 Uhr

Hinweise

Metacritic über „Flight“

Rotten Tomatoes über „Flight“

Wikipedia über „Flight“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Robert Zemeckis “Flight” (Flight, USA 2012)

Meine Besprechung von Robert Zemeckis „The Walk“ (The Walk, USA 2015)

Meine Besprechung von Robert Zemeckis „Allied – Vertraute Fremde“ (Allied, USA 2016)

Meine Besprechung von Robert Zemeckis „Willkommen in Marwen“ (Welcome to Marwen, USA 2018)

Meine Besprechung von Robert Zemeckis Roald-Dahl-Verfilmung „Hexen hexen“ (The Witches, USA 2020)


Neu im Kino/Filmkritik: über das Ösi-Roadmovie „Toni und Helene“

Dezember 4, 2024

Toni ist die herzensgute, laute, unsensible, übergewichtige Mutter aus der Kaschemme um die Ecke. Nach einem Sturz hat die die ehemalige Pflegerin eine Reha-Maßnahme in einer teuren Seniorenresidenz erhalten. Neugierig wie ein kleines Kind erkundet sie die Residenz und nimmt begeistert jedes Angebot mit. In der Residenz trifft die Seniorin auf Helene.

Helene ist eine über achtzigjährige, früher bekannte, sehr auf Etikette bedachte Theaterdiva. Sie ist unheilbar krank und hat bereits einen Termin in einer Sterbeklinik in Zürich organisiert. Schon bei der ersten Begegnung mit der Toni empfindet sie eine heftige Abneigung gegenüber der nervig-aufdringlichen, auf dem Balkon rauchende und trinkende Proletin, die eindeutig nicht in dieses noble Etablissement gehört.

Nachdem ihr Neffe, ein konservativer Politiker, ihr kategorisch erklärt, dass er sie nicht quer durch Österreich nach Zürich fahren wird, ist sie auf Tonis Hilfe angewiesen. Sie soll sie in die Sterbeklinik fahren.

Kurz nachdem sie losgefahren sind, streiten sie sich weiter über die richtige Fahrgeschwindigkeit und die Route. Helene hat alles präzise durchgeplant. Toni will dagegen Österreich kennen lernen.

Das Roadmovie „Toni und Helene“ ist eine warmherzige Komödie mit einem arg kitschigem, aber verzeihbarem Tränendrüsen-Ende. Das liegt vor allem an den beiden Hauptdarstellerinnen – Christine Ostermayer als Helene und Margarethe Tiesel als Toni – die gelungen die Gegensätze zwischen ihren Figuren betonen, aber auch die Gemeinsamkeiten aufzeigen. Die Geschichte selbst fährt dann, fast als hätte Helene den Plan gemacht und Toni ihn etwas verschmutzt, auf der vertraut-erwartbaren in Richtung Tod in Zürich.

Toni und Helene (80 Plus, Deutschland/Österreich 2024)

Regie: Sabine Hiebler, Gerhard Ertl

Drehbuch: Sabine Hiebler, Gerhard Ertl

mit Christine Ostermayer, Margarethe Tiesel, Manuel Rubey, Thomas Mraz, Julia Koschitz

Länge: 95 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Kinostart: 5. Dezember 2024

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Toni und Helene“

Moviepilot über „Toni und Helene“

Wikipedia über „Toni und Helene“


TV-Tipp für den 4. Dezember: Capote

Dezember 3, 2024

Arte, 20.15

Capote (Capote, USA 2005)

Regie: Bennett Miller

Drehbuch: Dan Futterman

LV: Gerald Clarke: Capote: A Biography, 1988

Sehr sehenswertes Biopic über Truman Capote und seine Recherchen für den True-Crime-Bestseller “Kaltblütig”.

Philip Seymour Hoffman erhielt für seine Darstellung Capotes zahlreiche Preise, unter anderem den Oscar und Golden Globe als bester Darsteller.

Anschließend, um 22.00 Uhr, zeigt Arte die brandneue knapp einstündige Doku „Eine mörderische Nacht – Truman Capotes ‚Kaltblütig'“ (Frankreich 2024).

Mit Philip Seymour Hoffman, Catherine Keener, Clifton Collins jr., Chris Cooper, Bob Balaban, Bruce Greenwood, Mark Pellegrino, Amy Ryan

Hinweise

Moviepilot über „Capote“

Metacritic über „Capote“

Rotten Tomatoes über „Capote“

Wikipedia über „Capote“ (deutsch, englisch) und Truman Capote (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bennett Millers „Foxcatcher“ (Foxcatcher, USA 2014)

Meine Besprechung von Ande Parks/Chris Samnee Bildergeschichte „Capote in Kansas“ (Capote in Kansas, 2005) (Yep, ebenfalls über die Arbeit an „Kaltblütig“)


TV-Tipp für den 3. Dezember: Don’t Breathe

Dezember 2, 2024

Nitro, 00.00

Don’t Breathe (Don’t Breathe, USA 2016)

Regie: Fede Alvarez

Drehbuch: Fede Alvarez, Rodo Sayagues

Schnell mal einen Einbruch begehen und mit der Kohle abhauen wollen die drei jugendlichen Kleinkriminellen. Dummerweise kehrt der Hausbesitzer zurück. Zum Glück ist er blind. Dummerweise hört er sehr gut und er ist extrem stinkig.

Fieser kleiner Spannungsthriller, der genau das hält, was er verspricht.

Danach drehte Fede Alvarez den Elisabeth-Salander-Thriller „Verschwörung“.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Stephen Lang, Jane Levy, Dylan Minnette, Daniel Zovatto, Emma Bercovici, Franciska Töröcsik

Hinweise

Moviepilot über „Don’t Breathe“

Metacritic über „Don’t Breathe“

Rotten Tomatoes über „Don’t Breathe“

Wikipedia über „Don’t Breathe“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Fede Alvarez‘ „Don’t Breathe“ (Don’t Breathe, USA 2016)

Meine Besprechung von Fede Alvarez‘ „Verschwörung“ (The Girl in the Spider’s Web: A New Dragon Tattoo Story, USA 2018)

Meine Besprechung von Fede Alvarez‘ „Alien: Romulus“ (Alien: Romulus, USA 2024)


TV-Tipp für den 2. Dezember: Der heilige Berg

Dezember 1, 2024

Arte, 23.35

Der heilige Berg (Deutschland 1926)

Regie: Arnold Fanck

Drehbuch: Arnold Fanck

Zwei Bergsteiger sind in die Tänzerin Diotima (Leni Riefenstahl) verliebt. Das kann nicht gut enden – und die Berge schauen stumm zu.

Zum Start schrieb Siegfried Kracauer in der Frankfurter Zeitung: „Dieser von Dr. Arnold Fanck in anderthalb Jahren geschaffene Film ist eine gigantische Komposition aus Körperkultur-Phantasien, Sonnentrottelei und kosmischem Geschwöge.“

Später urteilte das Lexikon des internationalen Films: „Ein vor allem von zahlreichen Landschaftsaufnahmen lebender Stummfilm.“

„Der heilige Berg“ ist der erste Film von Leni Riefenstahl, die hier nur schauspielerte. Der Rest ist Geschichte – und kann aktuell im Kino in Andres Veiels „Riefenstahl“ betrachtet werden.

mit Leni Riefenstahl, Luis Trenker, Ernst Petersen, Hannes Schneider

Hinweise

Arte über den Film

Filmportal über „Der heilige Berg“

Rotten Tomatoes über „Der heilige Berg“

Wikipedia über „Der heilige Berg“ (deutsch, englisch)

 


TV-Tipp für den 1. Dezember: Agenten sterben einsam

November 30, 2024

Ich könnte auch die TV-Premieren „The Batman“ (Pro 7, 20.15 Uhr; der neueste, überlange Batman-Film) oder „King Richard“ (Sat.1, 20.15 Uhr; Biopic über die Tennisspielerinnen Serena und Venus Williams und ihren Vater Richard Williams) zum Tagestipp auswählen. Oder „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ (RTL II, 20.15 Uhr) oder ich wähle einen Film, der zuletzt 2010 der Tagestipp war

Arte, 20.15

Agenten sterben einsam (Where Eagles Dare, USA/Großbritannien 1969)

Regie: Brian G. Hutton

Drehbuch: Alistair McLean

LV: Alistair McLean: Where Eagles Dare, 1967 (Agenten sterben einsam)

Winter 1944: Einige alliierte Soldaten sollen einen von den Nazis in einer unzugänglichen Alpenfestung festgehaltenen US-General befreien. Ein Himmelfahrtskommando.

Wendungsreiches, etwas langatmiges Spionageabenteuer mit dem Krieg als Abenteuerspielplatz für echte Männer.

„Es geht um Krieg, Helden, Verrat und Gegenverrat…Es ist weniger eine Handlung als vielmehr ein Vorwand für ziemlich viel Gewalt und meist bedeutungslose Action“ (Richard Schickel: Clint Eastwood – Eine Biographie)

mit Richard Burton, Clint Eastwood, Mary Ure, Patrick Wymark, Michael Hordern, Donald Houston, Peter Barkworth, William Squire, Robert Beatty, Ingrid Pitt, Neil McCarthy, Anton Diffring

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Agenten sterben einsam“

Wikipedia über „Agenten sterben einsam“ (deutsch, englisch) und Alistair MacLean (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Alistair MacLean

Deutsche Fanpage über Alistair MacLean

Meine Besprechung von Alistair MacLeans „Geheimkommando Zenica“ (Force 10 from Navarone, 1968)

 


Neu im Kino/Filmkritik: Hongkong-Action in der „City of Darkness“

November 30, 2024

Chan Lok-kwan flüchtet nach Kowloon Walled City und hat dort sofort Ärger mit den lokalen rivalsierenden Gangsterbanden. Er will einen neuen Pass haben, sich aus Schwierigkeiten heraushalten und hat eine gestohlene Tasche mit Drogen.

Kowloon Walled City war ein 2,7 Hektar großer Stadtteil von Hongkong. 1987 lebten dort 33.000 Menschen. Oder umgerechnet 1,3 Millionen Menschen pro Quadratkilometer. Es war der Ort mit der höchsten Bevölkerungsdichte der Welt. Und ein Zufluchtsort für chinesische Flüchtlinge. 1987 wurde mit einer mehrere Jahre andauernden Räumung des Ortes begonnen. 1993 und 1994 folgte der Abriss und ein Jahr später wurde ein Garten errichtet.

Soi Cheang führt in seinem neuesten Actionfilm „City of Darkness“ in die Vergangenheit Hongkongs in die achtziger Jahre, als Kowloon Walled City noch stand, und in die Vergangenheit des Hongkong-Actionkinos, das von Regisseuren wie John Woo und Ringo Lam geprägt wurde. Die Vorlage ist der Comic „City of Darkness“ von Yuyi.

Die sich daraus entwickelnde Geschichte besteht aus langen, sehr langen Kämpfen in einer Stadt, die wie die improvisierte Kulisse für den nächsten „Blade Runner“-Film aussieht. Das sieht ziemlich gut aus. Aber so richtig begeistern tut es nicht. Dafür wird die effektbewusst erzählte Geschichte mit Verrat und Doppelverrat schnell zu konfus und die Figuren bleiben zu blass. Die Action fasziniert dann nur noch als artistische Leistungen, bei denen es egal ist, wer gewinnt, weil man in diesem Moment schon vergessen hat, wer warum gegen wen kämpft. Die Stadt wird zu einem Abenteuerspielplatz.

In Hongkong steht „City of Darkness“ der Liste der umsatzträchtigsten einheimischen Filme auf dem zweiten Platz. Er wurde außerdem für die Oscars als bester internationaler Film eingereicht.

City of Darkness (九龙城寨之围城, China/Hongkonk 2024)

Regie: Soi Cheang

Drehbuch: Kin-Yee Au, Tai-Lee Chan, Li Jun, Kwan-Sin Shum

LV: Yi Yu: City of Darkness

mit Louis Koo, Sammo Hung, Raymond Lam, Richie Ren, Philip Ng, Terrance Lau, Tony Wu, German Cheung

Länge: 125 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Englischer Titel: Twilight of the Warriors: Walled In

Hinweise

Moviepilot über „City of Darkness“

Metacritic über „City of Darkness“

Rotten Tomatoes über „City of Darkness“

Wikipedia über „City of Darkness“


TV-Tipp für den 30. November: Serpico

November 29, 2024

Wegen der Uhrzeit

One, 21.45

Serpico (Serpico, USA 1973)

Regie: Sidney Lumet

Drehbuch: Waldo Salt, Norman Wexler

LV: Peter Maas: Serpico, 1971

Serpico ist ein junger, idealistischer Polizist, der auch gegen die Korruption im System vorgehen will. Seine Kollegen und Vorgesetzten findet das nicht gut.

Grandioser, auf Tatsachen beruhender, vor Ort gedrehter, pessimistischer Cop-Thriller mit Al Pacino

„Die Karriere von Frank Serpico…erlaubt Lumet einen breiten, aber detaillierten Angriff auf die in der Stadt ausgebreitete Korruption und die frustrierenden Mechanismen der Bürokratie bei ihrer Selbstverteidigung, während die emotionalen Kräfte seines Films, dieses Mal, denen des Helden treffend angepasst sind.“ (Richard Combs in Monthly Film Bulletin)

mit Al Pacino, Tony Roberts, John Randolph, Cornelia Sharpe, M. Emmet Walsh, Judd Hirsch, F. Murray Abraham

Wiederholung: Montag, 2. Dezember, 23.15 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Serpico“

Wikipedia über Frank Serpico und „Serpico“ (deutsch, englisch)

Blog von Frank Serpico

Village Voice (Nat Hentoff): The Return of Frank Serpico (16. Juni 1998)

Die Zeit: Katja Nicodemus trifft Sidney Lumet (12. April 2008)

Mein Nachruf auf Sidney Lumet (25. Juni 1924 – 9. April 2011)