TV-Tipp für den 29. Dezember: Aliens – Die Rückkehr

Dezember 28, 2025

RTL II, 22.35

Aliens – Die Rückkehr (Aliens, USA 1986)

Regie: James Cameron

Drehbuch: James Cameron (nach Charakteren von Dan O’Bannon und Ronald Shusett)

Ripley soll einige Marines auf einen Alien-verseuchten Planeten begleiten und beim Kampf gegen die ihr bekannten Aliens helfen.

Inzwischen ein SF-Klassiker, der als Kriegsfilm die harten Soldaten fröhlich als Kanonenfutter verheizt.

„‚Aliens‘ (und das leistet eine Fortsetzung selten) entwickelt den Spukhaus-im-Weltraum-Plot von ‚Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt‘ (Alien, 1979) weiter, indem er sämtliche monströsen Highlights des Vorgängers aufgreift und in den Kontext eines anderen, in den Weltraum verlagerten Genres stellt. (…) Cameron (…) kocht hier sein eigenes Süppchen mit hartgesottenen Heldinnen, Biomechanoiden, politischer Paranoia und atemloser Spannung, wobei er die Prämisse des ersten Filmes beibehält.“ (Phil Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopädie, 1998)

Zum Kinostart urteilte der Fischer Film Almanach anders: „Mit ‚Alien‘ von Ridley Scott (…), mit der phantastischen Welt und den Kreaturen von H. R. Giger hat dieser Film nichts mehr gemein. (…) Fortsetzung folgt – hoffentlich nicht.“ und über Ripley wurde gesagt „eine zu allem entschlossene Amazone, eine Art Über-Mutter im Rambo-Look“

Auch „Zoom“ war ungnädig: „War der erste ‚Alien‘-Film (…) noch durchaus raffiniert, so wird in der Fortsetzung ganz auf drastische Schockeffekte und die üblichen Technik-Spielereien gesetzt.“

Tja, damals regierte Ronald Reagan die USA, im Kino sorgten Rambo, „Missing in Action“ Chuck Norris und Konsorten im Kampf gegen „Die rote Flut“ für volle Kassen und die Filmkritik beurteilte Filme auch vor dem politischen Klima der USA, der Rambo-Ideologie.

Davor, um 20.15 Uhr, zeigt RTL II, den ersten „Alien“-Film in einer wahrscheinlich gekürzten Fassung.

mit Sigourney Weaver, Carrie Henn, Michael Biehn, Paul Reiser, Lance Henricksen, Bill Paxton, William Hope

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Aliens“ (94 % Frischegrad)

Wikipedia über „Aliens“ (deutsch, englisch) und das Alien-Franchise (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von J. W. Rinzlers „Alien – Die Entstehungsgeschichte“ (The Making of Alien, 2019)

Meine Besprechung von J. W. Rinzlers „Aliens – Die Entstehungsgeschichte“ (The Making of Aliens, 2020)

Meine Besprechung von Dan O’Bannon/Christiano Seixas/Guilherme Balbis „Alien – Die Urfassung“ (Alien: The Original Screenplay # 1 – 5, 2020)

zu Filmen

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, 2017) (Filmroman)

Meine Besprechung von Fede Alvaraz‘ „Alien: Romulus (Alien: Romulus, USA 2024)

zu Comics

Meine Besprechung von Phillip Kennedy Johnson/Salvador Larrocas „Alien: Blutlinien (Band 1)“ (Alien (2021) # 1 – 6, Mai – Oktober 2021)

Meine Besprechung von Phillip Kennedy Johnson/Salvador Larrocas „Alien: Erweckung (Band 2)“ (Alien (2021) # 7 – 12, September 2021 – Juni 2022; Alien Annual (2022) 1, September 2022)

Meine Besprechung von Phillip Kennedy Johnson/Julius Ohta: Alien: Icarus (Band 3) (Alien (2022) # 1 – 6, November 2022 – April 2023)

Meine Besprechung von Declan Shalvey/Andrea Broccardos „Alien: Tauwetter (Band 1)“ (Alien (2023) # 1 – 5, April 2023 – August 2023)

Meine Besprechung von Declan Shalvey/Andrea Broccardo/Danny Earls‘ „Alien: Descendant (Band 2)“ (Alien Annual (2023) 1, Dezember 2023; Alien (2023 B) # 1 – 4, Januar – April 2024)

Meine Besprechung von Collin Kelly/Jackson Lanzing/Michael Dowlings „Alien: Schwarz, Weiß & Blut“ (Alien: Black, White & Blood (2024) # 1 – 4, 2024)

Meine Besprechung von Paul Reiser/Leon Reiser/Adam F. Goldberg/Hans Rodionoff/Brian Volk-Weiss/Guiu Vilanovas „What if…? Aliens“ (Aliens: What if…? (2024) # 1 – 5, 2025)

zu James Cameron

Meine Besprechung von James Camerons „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ (Terminator 2: Judgment Day, USA 1991)

Meine Besprechung von James Camerons „Avatar: The Way of Water“ (Avatar: The Way of Water, USA 2022)

Meine Besprechung von James Camerons „Avatar: Fire and Ash“ (Avatar: Fire and Ash, USA 2025)


Neu im Kino/Filmkritik: Über „Die jüngste Tochter“

Dezember 28, 2025

Fatima (Nadia Melliti) ist jung – Hafsia Herzis Film „Die jüngste Tochter“ beginnt während ihrer letzten Schultage und endet kurz nach dem Beginn ihres Philosophiestudiums -, gläubig und in der Pariser Banlieue in einer algerisch-französischen Familie aufgewachsen. Ihr Freund drängt auf eine baldige Hochzeit. Dabei weiß Fatima schon am Filmanfang, dass sie nicht ihn, sondern Frauen liebt.

In diesem ersten Absatz und damit auch in der Prämisse des Films stecken so viele potentielle Konflikte, die ein Drehbuchautor nur wie Rohdiamanten polieren muss. Es scheint unmöglich, aus diesen vielen Konflikten einen langweiligen Film zu machen. Dummerweise interessiert sich Drehbuchautorin und Regisseurin Hafsia Herzi für keinen dieser Konflikte. Sie ordnet, mehr oder weniger frei der autofiktionalen Romanvorlage von Fatima Daas folgend, das Material einfach chronologisch an und schildert ein Jahr im Leben von Fatima, der titelgebenden jüngsten Tochter. Wie unverbunden nebeneinander stehende Tagebucheinträge gibt es Szenen von Fatima in der Schule, mit ihren Klassenkamerad:innen, mit ihrem Freund, mit ihren Eltern (der Vater darf einmal patriarchisch auf der Couch sitzen, ehe er, ohne eine weitere Spur zu hinterlassen, aus dem Film verschwindet), mit einer älteren Lesbe, die sie am Filmanfang über ihre Gefühle aufklärt, mit ihrer lesbischen Freundin, ihren neuen, schnell gewonnen Freunden an der Universität, Partys mit anderen Studierenden und ein Gespräch mit einem Imam. Er erklärt, was im Koran steht und wie die Schrift gelesen werden sollte. Auch dieses sehr spät im Film stattfindende Gespräch führt nicht zu einer vertieften Behandlung des Korans und des Islams. Herzi spricht es nie wieder an. Immerhin haben wir in dem Moment etwas über den Koran erfahren.

Fatima gleitet durch den Film. Sie muss sich nie gegen Widerstände durchsetzen. Alle sind freundlich zu ihr. Alle akzeptieren sie, wie sie ist. Alle helfen ihr. An der Universität findet sie sofort Freunde.

Der Konflikt zwischen ihrem Glauben und ihrer sexuellen Orientierung wird nur behauptet. Im Film führt er nicht zu starken Szenen, beispielsweise mit ihrem heiratswilligem Freund, ihrer Familie, ihren Freund:innen oder dem Imam.

Und so verschenkt Herzi das gesamte Potential der Geschichte. Am Ende bleiben einige genaue Beobachtungen aus dem migrantischen Leben, gelungene Szenen und gute Schauspieler. Viele von ihnen sind Laienschauspieler, teils spielen sie sich selbst, wie der Arzt, der Fatima über den richtigen Umgang mit ihrem Asthma berät. Aber nichts davon bleibt länger im Gedächtnis in dieser viel zu konfliktfreien Selbstfindung.

Die jüngste Tochter (La petite dernière, Frankreich/Deutschland 2025)

Regie: Hafsia Herzi

Drehbuch: Hafsia Herzi

LV: Fatima Daas: La petite dernière, 2020 (Die jüngste Tochter)

mit Nadia Melliti, Ji-Min Park, Amina Ben Mohamed, Melissa Guers, Rita Benmannana, Razzak Ridha, Louis Memmi, Waniss Chaouki

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Die jüngste Tochter“

Moviepilot über „Die jüngste Tochter“

AlloCiné über „Die jüngste Tochter“

Metacritic über „Die jüngste Tochter“

Rotten Tomatoes über „Die jüngste Tochter“

Wikipedia über „Die jüngste Tochter“ (deutsch, englisch, französisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Anaconda“, das Reboot, das auch ein Making-of ist

Dezember 28, 2025

1997 kam ein B-Picture mit einer erstaunlich hochkarätigen Besetzung – Jennifer Lopez, Ice Cube, Jon Voight, Eric Stoltz, Jonathan Hyde, Owen Wilson und Danny Trejo – in die Kinos. Luis Llosas knapp neunzigminütiger Monsterheuler „Anaconda“ war sicher kein Meisterwerk. Aber ich habe ihn in Erinnerung als kurzweiligen Film, der sich nicht besonders ernst nahm – eine riesige Schlange fällt im Amazonasgebiet Menschen und Boote an -, und auf postmoderne Ironie und Metaebenen verzichtete.

Der für sechs Razzies nominierte hübsch altmodische Monsterfilm war ein Erfolg an der Kasse. Seitdem wurde er zu einem Kultfilm.

Zu seinen Fans gehören Doug McCallister (Jack Black) und Ronald ‚Griff‘ Griffen Jr. (Paul Rudd), die in Buffalo, New York, als Kinder den Film öfter in ihrem Kinozimmer ansahen und damals auch eigene No-Budget-Monsterfilme drehten.

Inzwischen arbeitet Doug als Regisseur für Hochzeitvideos und Griff übernimt in Hollywood als Schauspieler Mini-Rollen.

Jetzt wollen sie ihren Jugendtraum erfüllen. Griff hat die Rechte an dem „Anaconda“-Franchise erworben. Sie kratzen etwas Geld zusammen, involvieren ihre Jugendfreunde Claire Simons (Thandiwe Newton) und Kenny Trent (Steve Zahn) in das Abenteuer und machen sich auf den Weg nach Südamerika. Im Amazonasgebiet wollen sie an den Drehorten des Originals ihr Remake von „Anaconda“ drehen.

Im Dschungel geraten sie schnell zwischen die Fronten skrupelloser Glücksritter, die etwas mit der Suche nach Gold zu tun haben, – und sie begegnen einer Riesen-Anaconda, die sie fressen möchte.

Anaconda“ (2025) ist ein bestenfalls durchwachsener Mix aus Monsterfilm und Komödie mit den obligatorischen Cameos (die ich jetzt nicht verraten werde). Thematisch ist Tom Gormicans Film eine Liebeserklärung an das Filme machen und die Träume der Jugend. Für die vier Jugendfreunde ist dieser Filmdreh die letzte Gelegenheit, noch einmal diese Träume nachzuerleben.

Aber für einen Horrorfilm über eine Riesenschlange gibt es einfach zu wenig Anaconda-Horror. Für eine Komödie über Hollywood und das Filme machen bleiben alle Gags und Anspielungen zu sehr an der Oberfläche. Da ist beispielsweise Ben Stillers „Tropic Thunder“ (2008), ebenfalls mit Jack Black, ungleich gelungener.

Das gesagt kann „Anaconda“ (2025) mit dem richtigen Publikum im richtigen Kino und wahrscheinlich der richtigen Menge Alkohol durchaus eine spaßige Angelegenheit werden.

Im Videokeller wird man sich in einigen Wochen wahrscheinlich lieber eine abgenudelte VHS-Kopie von „Anaconda“ (1997) in den Recorder schieben, als noch einmal „Anaconda“ (2025) anzusehen.

Oder man legt eine DVD/Blu-ray von Tom Gormicans vorheriger Actionkomödie „Massive Talent“ (The Unbearable Weight of Massive Talent, USA 2022) mit Nicolas Cage als Nicolas Cage, ein.

Anaconda (Anaconda, USA 2025)

Regie: Tom Gormican

Drehbuch: Tom Gormican, Kevin Etten

mit Jack Black, Paul Rudd, Steve Zahn, Thandiwe Newton, Daniela Melchior, Selton Mello

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Anaconda“ (2025)

Metacritic über „Anaconda“ (2025)

Rotten Tomatoes über „Anaconda“ (2025)

Wikipedia über „Anaconda“ (2025) (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Tom Gormicans „Massive Talent“ (The Unbearable Weight of Massive Talent, USA 2022)


TV-Tipp für die Weihnachtstage und das Wochenende

Dezember 23, 2025

Weil an den nächsten Tagen andere Dinge – nach einem Blick in die Tageszeitung für Familien heftiger Streit und für Singles trostlose Suizidgedanken – im Vordergrund stehen, gibt es heute die TV-Tipps für nächsten Tage, die von diesen und anderen Dingen ablenken sollten:

24. Dezember

RTL II, 20.15

Stirb langsam (Die hard, USA 1988)

Regie: John McTiernan

Drehbuch: Jeb Stuart, Steven E. de Souza

LV: Roderick Thorp: Nothing lasts forever, 1979 (Stirb langsam)

Bahnbrechendes Action-Kino, das Bruce Willis zum Star machte – im Buch besucht der Held seine Tochter, im Film besucht der Held seine Frau, der Rest (Terroristen besetzten ein Hochhaus, unser Held kämpft gegen sie) ist bekannt. EPD Film meinte „ein durch und durch regressiver Film, der einer infantilen Lust an der Zerstörung Nahrung verschafft.“

Das Drehbuch von Jeb Stuart und Steven E. De Souza war für den Edgar nominiert.

Mit Bruce Willis, Alan Rickman, Bonnie Bedelia, Alexander Godunov, Reginald VelJohnson, William Atherton, Paul Gleason, Hart Bochner

Wiederholung: Donnerstag, 25. Dezember, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Stirb langsam“

Wikipedia über „Stirb langsam“ (deutsch, englisch)

Spiegel: „Eines Tages“ über 20 Jahre „Stirb langsam“

Thrilling Detective über Joe Leland (so heißt John McClane im Buch)

The Independent: Nachruf auf Roderick Thorp

Meine Besprechung von Howard Chaykin (Autor)/Stephen Thompson/Gabriel Andrade jr. (Zeichner): Die Hard – Das erste Jahr (Die Hard: Year One 1 – 8, 2009)

Meine Besprechung von John Moores „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ (A good day to die hard, USA 2012)

Meine Besprechung von John McTiernans „Nomads – Tod aus dem Nichts“ (Nomads, USA 1985)

25. Dezember

Arte, 23.05

Von Paris nach Hollywood (Frankreich 2025)

Filmkomponist Alexandre Desplat präsentiert mit dem Orchestre de Paris einige seiner bekanntesten Filmmelodien.

Hinweise

Arten über das Konzert (in der Mediathek bis zum 19. Oktober 2027)

Wikipedia über Alexandre Desplat (deutsch, englisch)

26. Dezember

Arte, 14.00

Arsen und Spitzenhäubchen (Arsenic and old lace, USA 1944)

Regie: Frank Capra

Drehbuch: Julius J. Epstein, Phlip G. Epstein

LV: Joseph Kesselring: Arsenic and old lace, 1939 (Theaterstück)

Ein zeitloser Klassiker des Schwarzen Humors über eingefleischte Junggessellen (kurz vor der Hochzeit stehend), liebe Tanten (mit zahlreichen Leichen im Keller) und neidische Mörder. Gut, dass Vetter Teddy (aka Präsident Roosevelt) die Opfer des Gelben Fiebers begraben hat. Darauf einen Holunderbeerwein.

Mit Cary Grant, Josephine Hull, Jean Adair, Raymond Massey, Peter Lorre, Priscilla Lane, Jack Carson

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Arsen und Spitzenhäubchen“

Wikipedia über „Arsen und Spitzenhäubchen“ (deutsch, englisch)

27. Dezember

3sat, 18.45

Der Hauptmann von Köpenick (Deutschland 1956)

Regie: Helmut Käutner

Drehbuch: Carl Zuckmayer, Helmut Käutner

LV: Carl Zuckmayer: Der Hauptmann von Köpenick, 1931 (Theaterstück)

Schuster Wilhelm Voigt will nach dem Verbüßen seiner Zuchthausstrafe wieder arbeiten. Eine Arbeit gibt es aber nur mit einem Pass und einen Pass erhält nur, wer eine Arbeit hat. Also entschließt der Schuster sich, sich als falscher Hauptmann einen Pass zu besorgen.

Klassiker des deutschen Tonfilms, der damals ein Publikumserfolg war (über zehn Millionen Besucher in fünf Monaten), auch für den Auslands-Oscar nominiert war, die deutschen Filmpreise abräumte und zu den bekanntesten und beliebtesten Heinz-Rühmann-Filmen gehört.

Zuckmayers Stück gehört zur Schullektüre und ist heute immer noch aktuell.

Heute wird der Klassiker gezeigt als Teil des 3sat-Thementag „Literatur-Klassiker“. Präsentiert wird eine ziemlich seltsame Auswahl. „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“, „Heidi“, „Der Herr der Ringe“ (die Fantasyserie von 2022) und der selten gezeigte TV-Vierteiler „Die Schatzinsel“ (von 1966) gehen in Ordnung. Schließlich sind die Vorlagen und nicht die Verfilmungen Klassiker. Aber bei „Krambambuli“ und „Die Zürcher Verlobung“ dürften sich viele sich fragen, von wem die ihnen unbekannte Vorlage ist.

mit Heinz Rühmann, Hannelore Schroth, Martin Held, Erich Schellow, Walter Giller, Wolfgang Neuss

Wiederholung: Sonntag, 28. Dezember, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Filmportal über „Der Hauptmann von Köpenick“

Wikipedia über „Der Hauptmann von Köpenick“

28. Dezember

3sat, 18.45

Zähl bis drei und bete (3:10 to Yuma, USA 1957)

Regie: Delmer Daves

Drehbuch: Halsted Welles

LV: Elmore Leonard: Three-Ten to Yuma, 1953 (Die Kurzgeschichte erschien zuerst in Dime Western, später in den Sammlungen „The Tonto Woman and other Western stories“ und „Complete Western stories“)

Der arme Rancher Dan Evans (Van Heflin) will den gesuchten Gangster Ben Wade (Glenn Ford) für eine Belohnung, die er dringend zum Überleben braucht, in Yuma abliefern. Aber Wades Bande will verhindern, dass Evans und sein Gefangener den Zug nach Yuma erreichen.

Ein viel zu selten; – naja, fast nie gezeigter Western-Klassiker, der 2007 von James Mangold mit Russell Crowe und Christian Bale durchaus gelungen, aber viel pompöser noch einmal verfilmt wurde. Delmer Daves braucht für sein packendes Moralstück letztendlich nur zwei Männer und ein Hotelzimmer.

„Delmer Daves‘ bester Film degradiert in seiner Analyse einer Held-Schurken-Partnerschaft und eines heroischen Einzelgangs Fred Zinnemanns ‚High Noon‘ zu einer Angelegenheit von geradezu lachhafter, welt- und westernfremder Simplizität.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

Heute wird die Leonard-Verfilmung als Teil des 3sat-Thementag „Wilder Western“ gezeigt. Präsentiert wird ein ziemlich gelungener Mix aus selten Gezeigtem (der TV-Vierteiler „Lederstrumpferzählungen“ von 1969), oft Gezeigtem (wie „Der weite Himmel“ und „Silverado“) und neuen Werken (nun, nur „Feinde – Hostiles“).

mit Glenn Ford, Van Heflin, Felicia Farr, Leora Dana, Henry Jones, Richard Jaeckel

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Zähl bis drei und bete“

Wikipedia über „Zähl bis drei und bete“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Delmer Daves‘ „Der letzte Wagen“ (The last wagon, USA 1956)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

 

 


TV-Tipp für den 23. Dezember: Fargo

Dezember 22, 2025

Arte, 21.55

Fargo – Blutiger Schnee (Fargo, USA 1996)

Regie: Joel & Ethan Coen

Drehbuch: Joel & Ethan Coen

Minnesota, im Winter: Autoverkäufer Jerry Lundegaard will an die Kohle von seinem Schwiegervater gelangen. Er lässt seine Frau von zwei strohdumm-gewalttätigen Verbrechern kidnappen. Selbstverständlich geht alles, was schief gehen kann, schief und die hochschwangere Polizeichefin Marge Gunderson darf Leichen einsammeln.

„Oh, jeez“, was für ein herrlich doppelbödiger, schwarzhumoriger Kriminalfilm. „Fargo“ gehört unbestritten zu den besten Werken der Coen-Brüder.

Mit Frances McDormand, William H. Macy, Steve Buscemi, Peter Stormare, John Carroll Lynch, Bruce Campbell (ungenannt)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Fargo”

Wikipedia über “Fargo” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Meine Besprechung von Joel Coens „Macbeth“ (The Tragedy of Macbeth, USA 2021)

Meine Besprechung von Ethan Coens „Drive-Away Dolls“ (Drive-Away Dolls, USA 2024)

Meine Besprechung von Ethan Coens „Honey don’t!“ (Honey don’t!, USA 2025)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 22. Dezember: Rififi

Dezember 21, 2025

One, 23.35

Rififi (Du rififi chez les hommes, Frankreich 1954)

Regie: Jules Dassin

Drehbuch: René Wheeler, Jules Dassin, Auguste le Breton

LV: Auguste le Breton: Du rififi chez les hommes, 1953

Kaum draußen aus dem Gefängnis plant Toni zusammen mit seinen Freunden Jo und Mario den Einbruch in ein Juweliergeschäft. Der Einbruch gelingt. Dann kommt ihnen eine rivalisierende Bande auf die Spur.

Mit „Rififi“ begründete Dassin das Caper-Movie: ein Film, bei dem die Planung und Durchführung eines Einbruches mit Mittelpunkt steht. „Dassins Film wirkt ein wenig wie die Synthese aus seinen eigenen realistischen Kriminalfilmen aus Hollywood, das er der antikommunistischten Hexenjagden McCarthys wegen hatte verlassen müssen, und den französischen Filmen aus der Tradition des Poetischen Realismus. Dabei potenziert sich der Pessimismus so sehr wie die Stilisierung: In einer halbstündigen Sequenz, in der der technische Vorgang des Einbruchs gezeigt wird, gibt es weder Dialoge noch Musikuntermalung. Die technische Präzision, die fast ein wenig feierlich zelebriert wird und in der die Männer ganz offensichtlich ihre persönliche Erfüllung finden, mehr als in der Freude über die Beute, steht dabei im Gegensatz zu ihrem fast ein wenig melancholischen Wesen.“ (Georg Seeßlen: Kino der Angst, 1980)

Mit Jean Servais, Carl Möhner, Robert Manuel, Robert Hossein, Perlo Vita (Pseudonym von Dassin)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Rififi

Wikipedia über „Rififi“ (deutsch, englisch)

Criterion Confessions (James S. Rich) über Jules Dassin und „Rififi“

Kriminalakte: R. i. P. Jules Dassin


TV-Tipp für den 21. Dezember: Perfect Days

Dezember 20, 2025

ARD, 23.35

Perfect Days (Japan/Deutschland 2023)

Regie: Wim Wenders

Drehbuch: Takuma Takasaki, Wim Wenders

In Tokio reinigt Hirayama hingebungsvoll wunderschön aussehende öffentliche Toiletten. Anscheinend ist er zufrieden mit seinem betont einfachem, festen Ritualen folgendem Leben.

TV-Premiere zu einer…Nein, über die Uhrzeit sage ich jetzt nichts.

Wim Wenders‘ bester Spielfilm seit Ewigkeiten und ein Film für die Ewigkeit, wie ihn nur Wim Wenders machen kann. „Perfect Days“ ist gleichzeitig eine Fortführung und Revision bekannter Wenders-Themen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Kôji Yakusho, Tokio Emoto, Arisa Nakano, Aoi Yamada, Yumi Asô, Sayuri Ishikawa, Tomokazu Miura, Min Tanaka

Hinweise

Filmportal über „Perfect Days“

Moviepilot über „Perfect Days“

Metacritic über „Perfect Days“

Rotten Tomatoes über „Perfect Days“

Wikipedia über „Perfect Days“ (deutsch, englisch) und über Wim Wenders (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Wim Wenders’ “Hammett” (Hammett, USA 1982)

Meine Besprechung von Wim Wenders/Juliano Ribeiro Salgados “Das Salz der Erde” (The Salt of the Earth, Frankreich/Deutschland 2013)

Meine Besprechung von Wim Wenders‘ „Every thing will be fine“ (Deutschland/Kanada/Norwegen/Schweden 2015)

Meine Besprechung von Wim Wenders‘ „Die schönen Tage von Aranjuez“ (Les beaux jours d‘ Aranjuez, Deutschland/Frankreich 2016)

Meine Besprechung von Wim Wenders‘ „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ (Pope Francis: A Man of his Word, Deutschland 2018)

Meine Besprechung von Wim Wenders‘ „Grenzenlos“ (Submergence, USA 2017)

Meine Besprechung von Wim Wenders‘ “Anselm – Das Rauschen der Zeit” (Deutschland/Frankreich 2023)

Mein Gespräch mit Wim Wenders über „Anselm – Das Rauschen der Zeit“ (Deutschland/Frankreich 2023)

Meine Besprechung von Wim Wenders‘ „Perfect Days“ (Japan/Deutschland 2023)

Wim Wenders in der Kriminalakte

Homepage von Wim Wenders


TV für den 20. Dezember: Ist das Leben nicht schön?

Dezember 19, 2025

SWR, 21.50

Ist das Leben nicht schön? (It’s a wonderful Life, USA 1946)

Regie: Frank Capra

Drehbuch: Frances Goodrich, Albert Hackett, Frank Capra, Jo Swerling (zusätzliche Szenen), Michael Wilson (ungenannt) (nach einer Geschichte von Philip Van Doren Stern)

Am Heiligabend (also gestern, vor langer Zeit in einer anderen Welt) will sich der hochverschuldete Familienvater George Bailey (James Stewart) umbringen. Bevor er zur Tat schreitet, taucht Engel Clarence auf und schildert ihm, wie es ohne ihn in dem lauschigen Städtchen Bedford Falls aussähe.

Im Kino war der Film kein Erfolg. Dann lief er im Fernsehen so lange an den Weihnachtstagen bis er zu dem Weihnachtsfilm wurde. Regisseur Capra und Hauptdarsteller Stewart nannten den Film ihren Lieblingsfilm – und inzwischen ist er auch der Lieblingsfilm von vielen, vielen Menschen. So steht er in der IMDB-Top-250-Liste auf dem 21. Platz.

Mit James Stewart, Donna Reed, Lionel Barrymore, Henry Travers, Thomas Mitchell, Beulah Bondi, Ward Bond

Wiederholung: Sonntag, 21. Dezember, 02.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ist das Leben nicht schön?

Wikipedia über „Ist das Leben nicht schön?“ (deutsch, englisch)

Filmzentrale über „Ist das Leben nicht schön?“


TV-Tipp für den 19. Dezember: Wild Christmas

Dezember 18, 2025

Weihnachtsmarkt oder

BR,  22.50

Wild Christmas (Reindeer Games, USA 2000)

Regie: John Frankenheimer

Drehbuch: Ehren Kruger

Knacki Rudi Duncan freut sich wie Bolle. Unter der Identität eines verstorbenen Knastkumpels will er sich an dessen Brieffreundin heranmachen. Die sieht nämlich unglaublich gut aus. Dummerweise hat sie einen Bruder. Der möchte, dass Rudi ihm beim Überfall eines Casinos hilft. Ein Casino, in dem Rudi früher arbeitete.

John Frankenheimers letzter Kinofilm ist nicht gerade ein Meisterwerk, aber ein vergnüglicher Neo-Noir mit viel Schnee, Weihnachtsmännern und vielen Dingen, die mit Weihnachten nichts zu tun haben.

„Mag das Drehbuch auch gelegentlich ein wenig überkonstruiert erscheinen, die Inszenierung von Regie-Veteran Frankenheimer erweist sich als absolut schnörkellos und handwerklich perfekt.“ (tip 25/2000)

Die US-Kritik war nicht so begeistert.

Frankenheimer inszenierte „Der Gefangene von Alcatraz“, „Botschafter der Angst“ (The Manchurian Candidate), „Grand Prix“, „French Connection II“, „Schwarzer Sonntag“ und „Ronin“.

mit Ben Affleck, Gary Sinise, Charlize Theron, Donal Logue, Danny Trejo, Clarence Williams III, Dennis Farina

Wiederholung: Samstag, 20. Dezember, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Wild Christmas“

Wikipedia über „Wild Christmas“ (deutsch, englisch)

Meine Bepsrechung von John Frankenheimers „Die jungen Wilden“ (The Young Savages, USA 1960)


Neu im Kino/Filmkritik (kurz): Der „Lurker“ und sein Idol

Dezember 18, 2025

Als der bekannte Popmusiker Oliver mit seiner Entourage in Los Angeles einen kleinen Second-Hand-Shop betritt, legt der Verkäufer Matthew die richtige Playlist auf. Nämlich nicht die Songs des Musikers, sondern Songs von Musikern, mit denen er sich gerade beschäftigt. Sie kommen ins Gespräch und Oliver lädt Matthew zum Konzert ein.

Im folgenden schildert Alex Russell, der Bücher für die TV-Serien „Dave“, „Beef“ und „The Bear“ schrieb, in seinem Spielfilmdebüt wie Matthew sich in Olivers Leben einschleicht. Er macht sich nützlich, ist immer verfügbar und hängt in dem Haus des Musikers herum; wie die anderen, ungefähr gleichaltrigen Menschen in Olivers Umfeld.

Dieses Porträt eines jungen, bekannten Musikers und seines parasitären Umfelds ist als Zustandsbeschreibung ziemlich gelungen. Eine richtige Geschichte will sich daraus nicht entwickeln. Der gesamte Film fühlt sich wie ein Prolog zu einer Geschichte an. Auch weil unklar ist, wie sehr Matthew wirklich ein Fan von Oliver ist und was er genau von Oliver will.

Dass Russell nicht wusste, welche Geschichte er in welchem Genre erzählen will – wobei „Lurker“ gut als psychologisches Drama und Horrorfilm gelabelt werden kann –, zeigt sich deutlich am Ende. Anstatt auf ein bestimmtes Ende hinzuarbeiten, bietet er mehrere verschiedene Enden an. Aus ihnen kann man sich sein Lieblingsende heraussuchen. Die davor entstandenen Lücken muss man dann entsprechend ausfüllen.

Lurker (Lurker, USA 2025)

Regie: Alex Russell

Drehbuch: Alex Russell

mit Théodore Pellerin, Archie Madekwe, Havana Rose Liu, Sunny Suljic, Zack Fox, Daniel Zolghadri, Olawale Onayemi

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Lurker“

Metacritic über „Lurker“

Rotten Tomatoes über „Lurker“

Wikipedia über „Lurker“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik (kurz): Über „Sorry, Baby“

Dezember 18, 2025

In ihrem Filmdebüt erzählt Eva Victor, die auch das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle übernahm, in fünf, sich über ebenso viele Jahre erstreckende, nicht chronologisch erzählten Kapiteln, wie Agnes, eine junge, in Neuengland lebende Literaturprofessorin, ein traumatisches Erlebnis verarbeitet. Was das war, wird erst am Filmende mehr oder weniger enthüllt.

Victor konzentriert sich in „Sorry, Baby“ auf ihre allein lebende Protagonistin und ihr Seelenleben. Sie erzählt diese Verarbeitung eines sexuellen Übergriffs sehr unauffällig und reduziert. Auch den Übergriff zeigt sie nicht. Sie zeigt nur das ‚davor‘ und das ‚danach‘. Entstanden ist ein stiller, ein leiser, ein introvertierter Film.

Sorry, Baby (Sorry, Baby, USA 2025)

Regie: Eva Victor

Drehbuch: Eva Victor

mit Eva Victor, Naomi Ackie, Louis Cancelmi, Kelly McCormack, Lucas Hedges, John Caroll Lynch

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Sorry, Baby“

Metacritic über „Sorry, Baby“

Rotten Tomatoes über „Sorry, Baby“

Wikipedia über „Sorry, Baby“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 18. Dezember: Robot Dreams

Dezember 17, 2025

RBB, 20.15

Robot Dreams (Robot Dreams, Spanien/Frankreich 2023)

Regie: Pablo Berger

Drehbuch: Pablo Berger

LV: Sara Varon: Robot Dreams, 2007 (Robo und Hund)

New York in den Achtzigern: ein Hund lebt in einem Apartment. Als er sich einen Roboter bestellt, erhält er einen echten Freund. Bis…

TV-Premiere. „Robot Dreams“ ist ein lebensbejahender, bittersüßer, humorvoller und sehr kluger Animationsfilm über große Themen für Menschen jeden Alters. Einer meiner Kinofilme des Jahres 2024.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Hinweise

Moviepilot über „Robot Dreams“

Metacritic über „Robot Dreams“

Rotten Tomatoes über „Robot Dreams“

Wikipedia über „Robot Dreams“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pablo Bergers „Robot Dreams“ (Robot Dreams, Spanien/Frankreich 2023)


Neu im Kino/Filmkritik: „Avatar: Fire and Ash“ und Wasser und Na’vis und böse Eroberer

Dezember 17, 2025

Was kann über den dritten „Avatar“-Film gesagt werden, was nicht bereits über die ersten beiden Filme gesagt wurde? Sicher, es gibt einige neue Figuren, aber die Welt ist bereits etabliert. Die Hauptpersonen ebenso. Aber das Umfeld, in dem James Cameron seine Geschichte weiter erzählt, ist anders. Als „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ 2009 in die Kinos kam, fragte man sich, wer einen solchen überlangen Fantasy-Film in 3D sehen will. Viele, sehr viele Menschen wollten das. Das Epos spielte 2,9 Milliarden US-Dollar ein. Und danach war die 3D-Brille ein notwendiges Accessoire beim Kinobesuch. Der 3D-Hype ebbte glücklicherweise ab.

Der zweite „Avatar“-Film „The Way of Water“ kam 2022 in die Kinos und spielte 2,3 Milliarden US-Dollar ein. Bei dem Science-Fiction-Film beeindruckten, wie schon beim ersten Film, die Bilder. Gefühlt bearbeiteten James Cameron und sein Team in jahrelanger Arbeit jedes Bild am Computer nach. Es sah atemberaubend fantastisch und echt aus. Sogar die 3D-Brille störte nicht. Cameron zeigte, wie gut CGI sein kann. Danach sahen in jedem Superheldenfilm die Effekte erbärmlich schlecht aus.

Und jetzt läuft der dritte „Avatar“-Film an. „Fire and Ash“ heißt er. Die Brille wird wieder aufgesetzt. Die Bilder sehen wieder fantastisch aus. Wieder wurde fast jedes Bild nachbearbeitet. Nur sieben Aufnahmen, die ungefähr elf Sekunden des 197 Minuten langen Films ausmachen, wurden nicht bearbeitet. Die Story war schon in den beiden vorherigen „Avatar“-Filmen banal. Aber sie funktionierte. Dieses Mal enttäuscht sie als schlechte Wiederholung der Geschichte von „The Way of Water“.

Kurz nach den Ereignissen des zweiten „Avatar“-Films trauern die Mitglieder der Familie Sully, die bei dem am und im Wasser lebenden Metkayina Clan leben, über die Verluste, die sie vor wenigen Wochen in einer Schlacht mit den Soldaten der Resources Development Administration (RDA) erlitten. Die RDA will den Planeten für die Menschheit erobern.

Weil der bei den Sullys lebende Miles ‚Spider‘ Socorro, ein Mensch, bei dem Metkayina Clan nicht in Sicherheit ist, wollen sie ihn auf einem Schiff des Talim Clans, den Windhändlern, zu einem sicheren Ort bringen lassen. Zusammen begeben sie sich auf die Reise.

Kurz nach dem Abflug werden sie von Mitgliedern des Mangkwan Clans, den Ascheleuten, überfallen. Angeführt wird der Clan von der Kriegerin Varang. Varang arbeitet mit den Menschen zusammen, die ‚Spider‘ unbedingt für, ähem, wissenschaftliche Zwecke fangen wollen.

Aus dieser Prämisse – die Menschen und die Ascheleute wollen unbedingt ‚Spider‘ fangen – entwickelt sich dann eine erstaunlich holprig erzählte Geschichte, die gleichzeitig zu lang und zu kurz ist. Cameron pendelt zwischen epischen Actionszenen, langen Naturbertrachtungen und gefühlig trauernden und sich schuldig fühlenden Figuren. Wie in vielen anderen aktuellen Filmen wird sich auch in „Fire and Ash“ viel Zeit genommen, um posttraumatische Belastungsstörungen ausführlich anzusprechen. Die restliche Story setzt sich aus aus Actionfilmen vertrauten Storyelementen zusammen. Insofern ist in diesen Filmen der Trauerprozess nur das Schinden von Erzählzeit vor der nächsten Actionszene.

Die Story entwickelt sich nach einem poetischem, sich Zeit nehmendem Anfang immer wieder holprig voran und zerfasert. Einige Szenen dauern zu lang, wichtige Szenen werden übergangen, die neuen Figuren werden, falls überhaupt, arg lieblos eingeführt und über die neuen Clans erfahren wir fast nichts.

Immerhin erhält Varang (Oona Chaplin), die Anführerin des Magkwan Clans, eine gute Einführung. Im Verlauf des Films erfahren wir dann kaum etwas über sie. Dabei hätten wir gerne mehr über diese charismatische Kämpferin, ihr Volk und ihre Beziehung zu Feuer und Asche erfahren.

Die Geschichte wirkt, auch weil das Finale wieder eine epische Seeschlacht ist, wie eine Wiederholung von „The Way of Water“. Allerdings ohne die Klarheit des zweiten Teils, weil dieses Mal unklar ist, wer genau warum mit welchem Ziel gegen wen kämpft. Das zeigt sich vor allem in der langen, den Film beendenden Seeschlacht, die einfach nur eine konfuse und entsprechend langweilige Abfolge von Kämpfen ist, in denen jeder gegen jeden kämpft, bis sie irgendwann vorbei ist. Das gelang James Cameron in seinen vorherigen Filmen besser.

Avatar: Fire and Ash“ ist gleichzeitig zu lang und zu kurz. Und ohne die überwältigend-neuen Bilder der ersten beiden „Avatar“-Filme.

Avatar 4 ist für Dezember 2029, Avatar 5 für Dezember 2031 angekündigt.

Avatar: Fire and Ash (Avatar: Fire and Ash, USA 2025)

Regie: James Cameron

Drehbuch: James Cameron, Rick Jaffa, Amanda Silver (nach einer Geschichte von James Cameron, Rick Jaffa, Amanda Silver, Josh Friedman und Shane Salerno)

mit Sam Worthington, Zoe Saldaña, Sigourney Weaver, Stephen Lang, Kate Winslet, Oona Chaplin, Cliff Curtis, Britain Dalton, Trinity Bliss, Jack Champion, Bailey Bass, Joel David Moore, CCH Pounder, Edie Falco, Giovanni Ribisi, David Thewlis

Länge: 197 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Avatar: Fire and Ash“

Metacritic über „Avatar: Fire and Ash“

Rotten Tomatoes über „Avatar: Fire and Ash“

Wikipedia über „Avatar: Fire and Ash“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Camerons „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ (Terminator 2: Judgment Day, USA 1991)

Meine Besprechung von James Camerons „Avatar: The Way of Water“ (Avatar: The Way of Water, USA 2022)


TV-Tipp für den 17. Dezember: Mads Mikkelsen – Brillanter Bösewicht

Dezember 16, 2025

Arte, 21.45

Mads Mikkelsen – Brillanter Bösewicht (Frankreich 2024)

Regie: Jeanne Burel

Drehbuch: Jeanne Burel

TV-Premiere. Bevor er im Kino ab dem 25. Dezember eine waschechte „Therapie für Wikinger“ erhält, lässt Jeanne Burel in ihrer fünfzigminütigen Doku einmal das Leben des Dänen Revue passieren. So spielte er in dem James-Bond-Film „Casino Royale“ den Bösewicht. Seitdem tanzt der Däne zwischen europäischem Arthaus-Kino, schrägen Komödien und Hollywood-Blockbustern.

Davor, um 20.15 Uhr, zeigt Arte Joe Pennas Überlebensdrama „Arctic“ (Island/USA 2018).

Hinweise

Arte über die Doku (bis zum 16. März 2026 in der Mediathek)

Wikipedia über Mads Mikkelsen (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 16. Dezember: Tatort: Schwarzes Wochenende

Dezember 15, 2025

WDR, 22.15

TATORT: Schwarzes Wochenende (Deutschland 1986)

Regie: Dominik Graf

Drehbuch: Dominik Graf, Bernd Schwamm, Michael Hatry

Möbelfabrikant Hencken wird vor Schimanskis Stammhotel „Ideal“ erschossen. Für Schimanski, der die Intrigen zweier verfeindeter Familien aufklären muss, der Auftakt zu einem wirklich schwarzen Wochenende. Und das alles ohne seine geliebte Jacke.

Damals war Dominik Grafs „Tatort“ bei der Kritik ziemlich schlecht weggekommen, heute wird er – zu Recht – als einer der düsteren Klassiker gefeiert. Einer der Höhepunkte des Films ist eine halbstündige Verhörsequenz. Heute undenkbar.

Mit Götz George, Eberhard Feik, Ulrich Matschoss, Dieter Pfaff, Marita Breuer, Marie-Louise Millowitsch

Hinweise

Wikipedia über „Tatort: Schwarzes Wochenende“

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“

Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“

Meine Besprechung von Chris Wahl/Jesko Jockenhövel/Marco Abel/Michael Wedel (Hrsg.) “Im Angesicht des Fernsehens – Der Filmemacher Dominik Graf”

Meine Besprechung von Dominik Grafs “Die geliebten Schwestern” (Deutschland/Österreich 2013/2014)

Meine Besprechung von Dominik Grafs Erich-Kästner-Verfilmung „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ (Deutschland 2021)

Meine Besprechung von Domink Graf/Felix von Boehms (Co-Regie) „Jeder schreibt für sich allein“ (Deutschland 2023)

Dominik Graf in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 15. Dezember: Das Leben ist eine Baustelle

Dezember 14, 2025

Nicht nur wegen

NDR, 22.45

Das Leben ist eine Baustelle (Deutschland 1996)

Regie: Wolfgang Becker

Drehbuch: Wolfgang Becker, Tom Tykwer

Einen großen Plan vom Rest seines Lebens hat niemand von Wolfgang Beckers jungen und überaus sympathischen Protagonisten. Denn das Leben ist eine Baustelle und immer passiert irgendetwas. Zum Beispiel Jans folgenreiche Begegnung mit der Demonstrantin Vera, die gerade vor zwei Zivilpolizisten wegrennt. Danach ist er seinen Job los und schwer verliebt in Vera, die er später zufällig wieder trifft

Wunderschöne Tragikomödie, der Berlin zum unperfekten Sehnsuchtsort machte (Es muss ja nicht immer Seattle, New York, London oder Paris sein.) und zum Kultfilm wurde.

Wolfgang Becker sagte danach „Good bye, Lenin!“, Tom Tykwer ließ Lola durch Berlin rennen und X Filme Creative Pool wurde schnell zu der angesagten deutschen Produktionsgesellschaft.

mit Jürgen Vogel, Christiane Paul, Ricky Tomlinson, Christiana Papamichou, Rebecca Hessing, Armin Rohde, Martina Gedeck, Meret Becker, Andrea Sawatzki

Hinweise

Filmportal über „Das Leben ist eine Baustelle“

Wikipedia über „Das Leben ist eine Baustelle“

Meine Besprechung von Wolfgang Beckers Daniel-Kehlmann-Verfilmung „Ich und Kaminski“ (Deutschland/Belgien 2015)

Meine Besprechung von Wolfgang Beckers Maxim-Leo-Verfilmung „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ (Deutschland 2025)


TV-Tipp für den 14. Dezember: Misty – Die Erroll Garner Story

Dezember 13, 2025

Arte, 23.00

Misty – Die Erroll Garner Story (Misty – The Erroll Garner Story, Schweiz/Frankreich/Deutschland 2024)

Regie: Georges Gachot

Drehbuch: Georges Gachot, Paolo Poloni

TV-Premiere. Spielfilmlange Doku über den Jazzpianisten Errol Garner (1921 – 1977).

Seine bekannteste Aufnahme ist „Concert by the Sea“. Sein bekanntester Song ist „Misty“, unter anderem bedeutungsvoll gespielt in Clint Eastwoods Regiedebüt „Sadisctico“ (Play Misty for me, USA 1971).

Über die Doku meint das Lexikon des Internationalen Films: „Der Dokumentarfilm schöpft aus dem reichen Archivmaterial der Auftritte und macht es sich zur Aufgabe, den Musiker (…) der Vergessenheit zu entreißen. Dazu fährt der Film zahlreiche Lobeshymnen von damals bis heute auf, gerät darüber aber einseitig und wenig dramatisch, zudem widmet er sich zu ausführlich der wenig bekannten, aber auch nicht sehr ergiebigen privaten Seite des Künstlers.“

Trotzdem will man sich danach wieder eine seiner Aufnahmen anhören.

mit (teilweise Archivaufnahmen) Erroll Garner, Jimmie Smith, Ernest McCarty, Brian Torff, Jim Doran, Kim Garner, Rosalyn Noisette, Thelma Spencer, Martha Glaser, Dan Morgenstern, Gil Nobel

Hinweise

Homepage zum Film

Arte über den Film (bis zum 13. Januar 2026 in der Mediathek)

Filmportal über „Misty – Die Erroll Garner Story“

Wikipedia über Erroll Garner (deutsch, englisch)

AllMusic über Erroll Garner


TV-Tipp für den 13. Dezember: Die Unbestechlichen

Dezember 12, 2025

HR, 23.15

Die Unbestechlichen – The Untouchables (The Untouchables, USA 1987)

Regie: Brian De Palma

Drehbuch: David Mamet

Grandioser Gangsterfilm über den Kampf von Eliot Ness und seiner unbestechlichen Mitstreiter gegen Al Capone.

„Mit der ihm eigenen formalen Brillanz hat Brian De Palma diesen authentischen Fall inszeniert. Seine Liebe zum Detail, ausgeklügelte Kamerafahrten und Einstellungen, Ennio Morricones emotionaler Soundtrack und die lakonisch-präzise Charakterisierung der Personen machen den Film zu einem Augen- und Ohrenschmaus.“ (Fischer Film Almanach 1988)

Sean Connery gewann den Oscar als bester Nebendarsteller.

Mit Kevin Costner, Robert de Niro, Sean Connery, Charles Martin Smith, Andy Garcia, Jack Kehoe

Hinweise

Rotten Tomatoes über „ Die Unbestechlichen“

Wikipedia über „Die Unbestechlichen“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Mamets „Bambi vs. Godzilla – Über Wesen, Zweck und Praxis des Filmbusiness“ (Bambi vs. Godzilla – On the Nature, Purpose, and Practice of the Movie Business, 2007)

David Mamet in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 12. Dezember (+ Bonushinweis): Running Man

Dezember 11, 2025

ARD, 23.55

Running Man (The Running Man, USA 1987)

Regie: Paul Michael Glaser

Drehbuch: Stephen E. de Souza

LV: Stephen King (ursprünglich als Richard Bachman): The Running Man, 1982 (Menschenjagd)

2017 ist den USA „The Running Man“ die beliebteste TV-Show. In ihr wird ein Sträfling vor laufender Kamera von einigen Profijägern gehetzt. Wenn er überlebt, winken ihm die Freiheit und Geld. Als Ex-Polizist Ben Richards („Terminator“ Arnold Schwarzenegger) zum Mitspielen gezwungen wird, ändern sich die Spielregeln.

Actionkracher, der unlängst von Edgar Wright näher an Richard Bachmans Buch verfilmt wurde.

Paul Michael Glasers Verfilmung ist nach damaliger Einschätzung „eine extrem teure, zynische Gewaltverherrlichung“ (Fischer Film Almanach 1989, ähnlich das Lexikon des Internationalen Films), bei der das satirische Potential auf der Strecke bleibt. „von eher minderer Qualität“ (Phil Hardy, Hrsg: Die Science Fiction Filmenzyklopädie, 1998)

mit Arnold Schwarzenegger, Maria Conchita Alonso, Richard Dawson, Yaphet Kotto, Jim Brown, Jessen Ventura

Wiederholung: Samstag, 13. Dezember, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Running Man“

Wikipedia über „Running Man“ (deutsch, englisch)

zu Stephen King

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour

den Romanen von Stephen King

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Doctor Sleep“ (Doctor Sleep, 2013)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Später“ (Later, 2021)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

den Verfilmungen, teils mit Besprechungen der Romane

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Meine Besprechung von Tod Williams‘ Stephen-King-Verfilmung „Puls“ (Cell, USA 2016)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Der dunkle Turm: Schwarz“ (The Dark Tower: The Gunslinger, 1982) und von Nikolaj Arcels Romanverfilmung „Der dunkle Turm“ (The dark Tower, USA 2017)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis „Es“ (It, USA 2017)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ (Pet Sematary, 1983) und Kevin Kölsch/Dennis Widmyers Romanverfilmung „Friedhof der Kuscheltiere“ (Pet Sematary, USA 2019)

Meine Besprechung von Andy Muschietti Stephen-King-Verfilmung „Es Kapitel 2″ (It Chapter 2, USA 2019)

Meine Besprechung von Mike Flanagans „Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen“ (Doctor Sleep, USA 2019) (wahrscheinlich einer der Filmtitel, die kein Mensch an der Kinokasse vollständig ausgesprochen hat)

Meine Besprechung von Rob Savages Stephen-King-Verfilmung „The Boogeyman“ (The Boogeyman, USA 2023)

Meine Besprechung von Kurt Wimmers „Kinder des Zorns“ (Children of the Corn, USA 2020)

Meine Besprechung von Osgood Perkins‘ Stephen-King-Verfilmung „The Monkey“ (The Monkey, USA/Großbritannien 2025)

Meine Besprechung von Mike Flanagans Stephen-King-Verfilmung „The Life of Chuck“ (The Life of Chuck, USA 2024)

Meine Besprechung von Franics Lawrences Stephen-King-Verfilmung „The long Walk – Todesmarsch“ (The long Walk, USA 2025)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The Running Man“ (The Running Man, USA 2025)

Bonushinweis

Arte zeigt bis zum 31. Mai 2026 in seiner Mediathek „Kopfjagd – Preis der Angst“ (Le Pris du danger, Frankreich/Jugoslawien 1982) von Yves Boisset, mit Gerard Lanvin, Michel Piccoli, Marie-France Pisier, Bruno Cremer und Andrea Ferreol. Der SF-Thriller basiert auf Robert Sheckleys Kurzgeschichte, die eindeutig die Inspiration für Richard Bachmans „Running Man“ war. Die heute fast unbekannte zynische Satire kam damals bei der Kritik gut an – und auch mir gefiel diese Version.

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Silent Night, Deadly Night“, ein Weihnachtsfilm für Menschen, die keine Weihnachtsfilme mögen

Dezember 11, 2025

Es gibt die einen Weihnachtsfilme. Und dann gibt es noch die Weihnachtsfilme für Menschen, die eigentlich keine Weihnachtsfilme mögen. Also nicht, weil sie lieber „Stirb langsam“ oder „Kevin – Allein zu Haus“ gucken, sondern die lieber eine dieser Schlachtplatten gucken, in denen das Blut in Fontänen über die Leinwand spritzt, während ein psychopatischer Killer munter mehr oder weniger sündige junge Frauen und Männer abschlachtet.

Für die wurde auf den ersten Blick „Silent Night, Deadly Night“ gemacht. Es handelt sich um ein Remake von Charles E. Sellier jr. Horrorfilm „Stille Nacht, Horror Nacht“ (Silent Night, Deadly Night, 1984). Bei uns erschien das Werk im Dezmber 1987 auf Video. Fast schon wohlwollend nannte der Fischer Film Almanach den Film „makabren Unsinn“. Das Lexikon des internationalen Films meinte „Wir raten ab.“

In den USA entstanden bis 1991 vier Fortsetzungen. 2012 gab es eine weitere und jetzt „Silent Night, Deadly Night“. Die Macher nennen ihren Film ein Reboot. Aber sie hätten wohl auch „lose inspiriert von“ oder „eine weitere Fortsetzung“ sagen können.

Jedenfalls begibt sich in dem von Mike P. Nelson geschriebenem und inszeniertem Horrorfilm der junge Drifter Billy jedes Jahr vor Weihnachten auf eine Mordtour. Anstatt Türen vom Adventskalender zu öffnen, tötet er jeden Tag im Dezember bis zu Heiligabend eine Person, die – und jetzt spoilere ich etwas – den Tod verdient haben. Als Kind musste Billy ansehen, wie seine Eltern von einem Nikolaus ermordet wurden. Danach gab es eine Art Geistübertragung von dem sterbenden Nikolaus auf den jungen Billy. Seitdem erkennt er böse Menschen. Diese bringt er dann um.

Vor dem blutigen Töten kämpft der mordlüsterne Nikolaus-Geist mit Billys Geist in Billys Kopf darüber, wer wann den Tod verdient hat. Wie in den „Venom“-Superheldenfilmen hören wir die streitenden Stimmen in Billys Kopf. Was bei „Venom“ der ziemlich witzige Kampf zwischen einem außerirdischem Symbiont und seinem Wirtskörper ist, ist in „Silent Night, Deadly Night“ die günstige und effektive Darstellung von Schizophrenie in einem Film. Diese Idee mit der Stimme im Kopf läuft sich schnell tot.

Der Rest in Mike P. Nelsons in der Gegenwart spielendem Horrorfilm ist eine wenig durchdachte Mischung aus einer durchaus witzige Idee für Billys allweihnachtliche Mordserie und einer schlechten Umsetzung. Die Logiklöcher haben epische Ausmaße. Die Behauptung, dass Billy nur böse Menschen tötet, rechtfertigt auf der einen Seite die Taten, lässt auf der anderen Seite aber jede Diskussion über die Taten vermissen. Eigentlich sind sie nur eine primitive Entschuldigung, um Menschen umzubringen und sich dabei gut zu fühlen. Denn hier ist der Mörder nicht der Bösewicht, der den Tod verdient, sondern der Gute, der böse Menschenkinder bestraft. Die Morde, der Grund für den Slasher-Fan, sich solche Filme anzusehen, sind zwar halbwegs blutig, aber rar und schneller vorbei als ein Axthieb.

Die Verlegung in die Gegenwart macht die Geschichte vollends unglaubwürdig. Spätestens nachdem Billy am Filmanfang in einem Motel einen Polizisten ermordet und fast von den Kollegen des toten Polizisten geschnappt wird, hätte eine großflächige Fahndung nach ihm beginnen müssen. Und dann wäre Billy, so wie er Spuren hinterlässt, schnell geschnappt worden.

Silent Night, Deadly Night“ ist nicht der Weihnachtsfilm für den Slasher-Horrorfilmfan, sondern bestenfalls nicht sättigendes Graubrot.

Silent Night, Deadly Night (Silent Night, Deadly Nght, USA 2025)

Regie: Mike P. Nelson

Drehbuch: Mike P. Nelson (nach dem Drehbuch von Michael Hickey zu „Silent Night, Deadly Night“ [USA 1984])

mit Rohan Campbell, Ruby Modine, Mark Acheson, David Lawrence Brown, Erik Athavale, David Tomlinson

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Silent Night, Deadly Night“

Metacritic über „Silent Night, Deadly Night“

Rotten Tomatoes über „Silent Night, Deadly Night“

Wikipedia über „Silent Night, Deadly Night“ 

Meine Besprechung von Mike P. Nelsons „The Domestics“ (The Domestics, USA 2018)