TV-Tipp für den 28. März: Zoomania

März 27, 2020

Sat.1, 20.15

Zoomania (Zootopia, USA 2016)

Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush (Ko-Regisseur)

Drehbuch: Jared Bush, Phil Johnston, Dan Fogelman (zusätzliches Material) (Nach einer Geschichte von Byron Howard, Jared Bush, Rich Moore, Phil Johnston, Jennifer Lee, Josie Trinidad und Jim Reardon)

Als Jung-Polizistin und Karnickel Judy Hopps mit dem verbrecherischen Fuchs Nick Wilde (Hey, er ist ein Fuchs!) den spurlos verschwundenen Mr. Otterton sucht, entdecken sie ein riesiges, Zoomania bedrohendes Komplott.

Äußerst gelungener Disney-Film mit sympathischer Botschaft und unzähligen Anspielungen, die jüngere Zuschauer übersehen werden. Aber die sollten um diese Uhrzeit auch im Bett sein.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit vielen Tieren und vielen Sprechern

Wiederholung: Sonntag, 29. März, 15.30 Uhr

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Moviepilot über „Zoomania“
Metacritic über „Zoomania“
Rotten Tomatoes über „Zoomania“
Wikipedia über „Zoomania“ (englisch)

Meine Besprechung von Byron Howard/Rich Moore/Jared Bushs „Zoomania“ (Zootopia, USA 2016)


„Die Welt braucht den Westen“, braucht sie auch „Neue linke Mehrheiten“?

März 27, 2020

Wie einige Wochen alles verändern können. Katja Kippings „Neue linke Mehrheiten“ erschien vor einigen Tagen. Thomas Kleine-Brockhoffs „Die Welt braucht den Westen“ bereits im Herbst. Die Links zu den zitierten Texten wurden zuletzt am 12. Juli 2019 geprüft. Doch mitten in der Coronavirus-Pandemie scheinen beide Werke Antworten auf Fragen zu geben, die heute niemand mehr interessieren. Das trifft natürlich nur insofern zu, dass gerade ein anderes Problem ganz oben auf der politischen Tagesordnung steht und für die nächsten Wochen die alten Konflikte verdrängt. Dabei können (und sind) die Antworten, die Kipping und Kleine-Brockhoff geben, auch für die unmittelbare Gegenwart wichtig und insgesamt richtig. Es geht um mehr Kooperation, um soziale Absicherung und einen realistischen Blick auf die Welt.

Katja Kipping ist Vorsitzende der Linken, Bundestagsabgeordnete und steht der Emanzipatorischen Linken nah. Ihr Büchlein – es hat nur 96 Seiten und das Format eines Reclam-Buches – nennt sie selbst eine „Flugschrift“. Auf dem Cover wird es, ähnlich bescheiden, „Eine Einladung“ genannt. Es soll eine Einladung für linke parlamentarische Mehrheiten sein, also für das Projekt Rot-Rot-Grün. Diese Koalition von SPD, Linke und Bündnis 90/Die Grünen soll natürlich mit der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten.

Kippings Analyse bewegt sich dabei in dem von der Linkspartei vertrautem Raster, in dem vor allem der Kapitalismus der Gegner ist. Bekämpft wird er mit den Instrumenten eines ausgebauten Sozialstaats, wie soziale Garantien, bezahlbare Mieten, Arbeitszeitverkürzungen, ein gerechtes Bildungssystem und Steuererhöhungen für die Reichen. Bürgerrechte, Umweltschutz und auch die Veränderungen durch die Digitalisierung erwähnt sie dagegen kaum.

So ist Kippings Aufruf für neue linke Mehrheiten vor allem im alltäglichen politischen Kleinklein verhaftet und deutlich weniger zupackend optimistisch visionär in die Zukunft gerichtet, als es für einen Aufbruch in eine andere Gesellschaft nötig wäre. Es gibt auch kaum eindrückliche, positive Bilder die diese neuen linken Mehrheiten zu einer wünschenswerten Utopie machen.

Die im Moment bekannten Protestgruppen, wie „Fridays for Future“, werden genannt, schon etwas ältere, wie „Occupy Wall Street“, werden dagegen vergessen. Es fehlen selbstverständlich nicht die Spitzen gegen SPD und Grüne. Und die Berliner Rot-Rot-Grüne-Regierung wird gelobt, aus einem Details übersehendem Adlerblick.

Das macht „Neue linke Mehrheiten“ dann weniger zu einer Einladung für neue linke Mehrheiten, sondern mehr zu einer längeren Parteitagsrede, die zu sehr in der Gegenwart (bzw. im Moment in der Vergangenheit) verhaftet ist. Die Zukunft, die sie erreichen möchte, wird dagegen kaum skizziert.

Und, ironischerweise, ist die aktuelle Antwort der Bundes- und Landesregierungen sehr nah an Kippings Forderungen. Am Ende der Coronavirus-Krise könnte, auch befeuert durch Forderungen aus der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft, genau diese Gesellschaft stehen, in der Menschen weniger arbeiten, mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen und der Sozialstaat ausgebaut wird. Es kann auch einen Schub für den Umweltschutz geben. Denn was gibt es schöneres, als an einem lauen Frühlingsabend mit seinem Fahrrad über eine breite Straße zu radeln ohne Angst vor gehirnamputierten Autofahrern zu haben?

Während Kipping die ’neuen linken Mehrheiten‘ primär im Nationalstaat sucht und daher kaum etwas über die Europäische Union und die internationale Politik schreibt, ist das das Thema von Thomas Kleine-Brockhoffs etwas umfangreicherem „Die Welt braucht den Westen“.

Thomas Kleine-Brockhoff, früher lange Jahre Journalist bei der „Zeit“, heute Vizepräsident und Berliner Büroleiter des German Marshall Fund of the United States, knüpft an die populäre Diagnose an, dass die Zeit des Liberalismus und der liberalen Weltordnung vorbei sei. Festgemacht wird diese Diagnose normalerweise an dem Aufstieg Chinas, wo ein steigendes Einkommen nicht zu einer liberaler-demokratischen Gesellschaft führte, und dem Aufstieg nationalistischer Populisten, die ein Zurück zum alten Nationalstaatsmodell predigen. Ihre politische Agenda ist geprägt von Nationalismus, Rassismus, Fremdenhass, dem Abbau von Bürgerrechten, dem Bestreiten universeller Menschenrechte und einer Verachtung internationaler Institutionen und damit verbundener länderübergreifender Regel. Prominentester Vertreter dieser Denkrichtung ist Donald J. Trump. Er ist mit seiner „America first“-Politik auch der emsigste Totengräber der US-amerikanischen Hegemonie.

Liberalismus ist für Kleine-Brockhoff in seinem Buch das Synonym für „liberale Demokratie“, also für eine Regierungsform und einen damit verbundenen Wertekanon, wozu die Rede-, Versammlungs-, Religions- und Pressefreiheit, Minderheitenschutz, freie und geheime Parlamentswahlen, die Gewaltenteilung und das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit, vulgo eine unabhängige Justiz, gehören. Als ‚liberale internationale Ordnung‘ bezeichnet er das Gefüge internationaler Zusammenarbeit, die sich seit dem Zweiten Weltkrieg etablierte und die internationalen Beziehungen zunehmend verrechtlichte. Staaten gaben Souveränität (die es in der Realität nie gab) zugunsten von Rechtssicherheit ab. Es war eine Abkehr vom ‚Recht des Stärkeren‘.

In den vergangenen Jahren, eigentlich seit dem Zusammenbruch des Ostblocks und dem Ende des Kalten Kriegs trat diese Ordnungsvorstellung einen Siegeszug an. Die Annahme war, dass der Liberalismus sich weltweit durchsetzt.

Das geschah nicht. Stattdessen kam es in den vergangenen Jahren zu einer Renaissance eines populistisch geprägten Nationalismus, der dieses Modell entschieden ablehnt. Und China entwickelte sich, entgegen den Erwartungen, in den vergangenen Jahren nicht zu einer Demokratie.

In dieser Situation fordert Thomas Kleine-Brockhoff einen „robusten Liberalismus“: „Es denkt den Westen neu, indem es sehr wohl auf den Prinzipien der Freiheitlichkeit besteht, zugleich aber die liberale Überdehnung beendet und den demokratischen Bekehrungseifer einhegt. Robuster Liberalismus setzt auf einen Universalismus, der weniger verspricht und mehr hält. Er zieht gerade aus der Selbstbegrenzung sein Selbstbewusstsein und seine Überzeugungskraft. In einem zunehmend spannungsgeladenen Umfeld stattet er sich mit stabilen Institutionen, soliden Regeln und Instrumenten zur Selbstverteidigung aus.“

Dieser robuste Liberalismus soll mit einem realistischen Blick auf Gegenkräfte und die eigenen Möglichkeiten versuchen liberale Werte durchzusetzen. Es ist ein sowohl-als-auch-Denken mit einem realistischen Blick auf die Durchsetzbarkeit. Also auf die ökonomische, militärische und kulturelle Macht, die ein Staat hat. Und da hat ein Zusammenschluss von Staaten, wie die Europäische Union, ziemlich viel Macht, die sie jetzt einsetzen muss.

Inwiefern diese Macht zur Durchsetzung von Menschenrechten genutzt wird, ist eine andere Frage. Auch hier, also beim Flüchtlingsschutz und bei militärischen Interventionen, die in den vergangenen Jahrzehnten auch an die Durchsetzung von Menschenrechten gekoppelt waren beziehungsweise zur Beendigung von Menschenrechtsverletzungen gefordert wurden, empfiehlt Kleine-Brockhoff seinen robusten Liberalismus. D. h. einen engen Flüchtlingsbegriff und weniger militärische Interventionen. Es geht ihm, wie er auch im Umgang mit der Wirtschaftsmacht China ausführt, darum, liberale und kollektiv verbindliche Regeln gegen Trittbrettfahrer zu schützen und zu verteidigen.

Inwiefern das jetzt geschieht, wird man in einigen Monaten wissen. Aber immerhin gibt es nach ersten, panisch-egoistischen Aktionen von Nationalstaaten (und der aktuellen Verhinderung einer gemeinsamen Erklärung zur Coronavirus-Pandemie durch die USA, weil sie den Virus unbedingt „Wuhan-Virus“ nennen wollte), positive Anzeichen. Die Wissenschaft zeigt, dass ein Gegenmittel nur in internationaler Zusammenarbeit und größtmöglicher Transparenz von Forschungsergebnissen gewonnen werden kann. Staaten, Bundesländer und Städte helfen sich gegenseitig. Auch über Landesgrenzen hinweg. Und die Grenzschließungen für Pendler und Saisonarbeiter werden in der EU kritisiert.

Katja Kipping: Neue linke Mehrheiten – Eine Einladung

Argument, 2020

96 Seiten

8 Euro

Thomas Kleine-Brockhoff: Die Welt braucht den Westen – Neustart für eine liberale Ordnung

Edition Körber, 2019

208 Seiten

18 Euro

Hinweise

Homepage von Katja Kipping

Perlentaucher über „Neue linke Mehrheiten“ und „Die Welt braucht den Westen“

Wikipedia über Katja Kipping und Thomas Kleine-Brockhoff


TV-Tipp für den 27. März: Der letzte Wagen

März 26, 2020

BR, 22.45

Der letzte Wagen (The last wagon, USA 1956)

Regie: Delmer Daves

Drehbuch: James Edward Grant, Delmer Daves, Gwen Bagni Gielgud (nach ihrer Geschichte)

Comanche Todd (Richard Widmark) ist ein Halbblut, das zuletzt mehrere Weiße tötete. Sheriff Harper verhaftete ihn und will ihn, als Teil eines Siedlertrecks, nach Tucson bringen. Auf dem Weg werden sie von Indianern überfallen. Die Überlebenden hoffen jetzt, dass Todd sie lebendig aus dem feindlichen Indianerland führt.

Toller, seltenst gezeigter Western, der den Status eines unbekannten Klassikers hat.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Richard Widmark, Felicia Farr, Susan Kohner, Tommy Rettig, Stephanie Griffin, Ray Stricklyn

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der letzte Wagen“

Wikipedia über „Der letzte Wagen“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Der letzte Wagen“

Mein Besprechung von Delmer Daves‘ „Der letzte Wagen“ (The last wagon, USA 1956)


TV-Tipp für den 26. März: James Bond 007 – Feuerball

März 25, 2020

Vox, 22.30

JAMES BOND: Feuerball (Thunderball, Großbritannien 1965)

Regie: Terence Young

Drehbuch: Richard Maibaum, John Hopkins, Jack Whittingham

LV: Ian Fleming: Thunderball, 1961 (Feuerball)

Emilio Largo, Blofelds bester Mann, erpresst die britische Regierung mit der Drohung zwei Atomraketen auf westliche Großstädte abzufeuern. Anstatt zu bezahlen schickt die Regierung James Bond los – die Welt zu retten.

Bond auf den Bahamas und mit gaaaanz vielen Tauchern. Die Story zu „Feuerball“ basierte auf einem zusammen mit Kevin McClory entworfenem Filmtreatment. Nach einem Rechtsstreit durfte McClory 1983 ein Remake machen. Es hieß „Sag niemals nie“ (ebenfalls mit Connery und am Ende wieder mit gaaaanz vielen Taucher, – wegen des Copyrights)

Mit Sean Connery, Adolfo Celi, Claudine Auger, Luciana Paluzzi, Ric Van Nutter, Bernhard Lee, Martine Beswick, Desmond Llewlyn, Lois Maxwell

Der Roman

Ian Fleming: Feuerball

(übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)

Cross-Cult, 2013

384 Seiten

12,80 Euro

Originalausgabe

Thunderball, 1961

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Feuerball“

Wikipedia über „Feuerball“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond – Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Böse Frauen: „Young God“ von Katherine Faw

März 25, 2020

Das also ist der erste Band der Taschenbuchreihe des Polar-Verlags, die unter dem Motto „Dark Places“ steht. Das Motto und die Erklärung dafür (‚an die äußeren und inneren dunklen Orte führen‘, ‚an die finsteren Plätze in uns, die über Gut und Böse entscheiden‘, ‚Einblicke in das soziale, moralische und politische Klima der Zeit gewähren‘) trifft auch auf die anderen, durchgehend lesenswerten Bücher des Polar-Verlags zu.

Das erste was bei dem Reihenauftakt, Katherine Faws „Young God“, auffällt, ist das im Vergleich zu den anderen Polar-Büchern lieblos-austauschbare Cover. Es ist ein Cover, das mich an einen BoD-Verlag erinnert, der einen Regiokrimi in der örtlichen Buchhandlung verkaufen will. Dabei ist das Cover von Britta Kuhlmann gestaltet, die auch für die anderen, durchweg gelungenen und einprägsamen Polar-Covers zuständig ist.

Das Buch selbst ist dagegen alles andere als austauschbar und definitiv kein Krimi für Regiokrimifans. Katherine Faw erzählt in ihrem Debütroman die Geschichte der dreizehnjährigen, in North Carolina lebenden Nikki.

Als ihre Mutter bei einem Badeunfall stirbt, flüchtet Nikki zu ihrem Vater Coy Hawkins. Er war der größte Koksdealer im County. Jetzt, nach einer verbüßten Haftstrafe, lebt er auf einem abgelegenen Hof in einem Trailer. Er ist nur noch ein Schatten seines früheren Ichs. Gerade so hält er sich finanziell über Wasser, indem er den Zuhälter für die minderjährige Angel spielt. Besonders toll ist dieses Leben nicht, aber für Nikki ist es ein bedeutend besseres Leben als in einem Jugendheim.

Schnell überlegt sie, wie sie ihr Leben verbessern kann. Als erstes schlägt sie ihrem Vater vor, der Zuhälter von mehreren Mädchen zu sein. Als das nicht wie geplant funktioniert, will sie, zusammen mit ihrem Vater, einen Drogendealer ausrauben.

Young God“ ist ein Country-Noir, der natürlich sofort an Daniel Woodrells „Winters Knochen“ (Winter’s Bone, 2006) erinnert. In dem, auch erfolgreich verfilmten Roman sucht die sechzehnjährige Ree ihren untergetauchten, wahrscheinlich toten Vater, der ihr Haus für seine Kaution verpfändete. In „Der Tod von Sweet Mister“ (The Death of Sweet Mister, 2001) erzählte er die Geschichte eines dreizehnjährigen, in den Ozarks lebenden Jungen, der von seinem Vater zu Einbrüchen angestiftet wird. Beide Bücher sind natürlich unbedingte Leseempfehlungen.

Neben dem jugendlichen Protagonisten, dem Handlungsort (das US-amerikanische Hinterland) und dem White-Trash-Milieu gibt es noch eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Woodrell und Katherine Faw. Beide schreiben extrem kurze Bücher. Bei Faw entstand dies aus einer enormen Verknappung. Die erste Fassung von „Young God“ hatte über hunderttausend Worte. Sie war allerdings nicht zufrieden damit und begann alles, was irgendwie unwichtig war, zu streichen. Am Ende blieben, im Original, zweiundzwanzigtausend Worte übrig. Die Sprache ist nüchtern. Lakonisch. Manchmal stehen nur wenige Worte auf einer Seite. Die transportieren dann alle wichtigen Informationen, während der Leser den Rest mühelos ergänzen kann.

Außerdem führt diese Kondensierung dazu, dass Faw Nikkis Geschichte unerbittlich und mit rasender Geschwindigkeit voran treibt. Von der Lesegeschwindigkeit ist „Young God“ ein richtiger Pageturner.

Am Ende der Geschichte hat Nikki eine Zukunft, die keine Zukunft ist.

Kirsten Reimers hat ein lesenswertes Nachwort geschrieben, das allerdings erst nach der Lektüre des schmalen Noirs gelesen werden sollte. Denn sie verrät darin die gesamte Geschichte.

Der zweite Band der „Dark Places“-Reihe, „Preisregen“ von Ron Corbett, ist bereits erschienen. Für den Herbst sind „Eiskalter Abschied“ von Marcello Fois, „Stoneburner“ von William Gay und „Tin Men“ von Mike Knowles angekündigt.

Katherine Faw: Young God

(übersetzt von Alf Mayer)

Polar, 2020

232 Seiten

12 Euro

Originalausgabe

Young God

Farrar, Straus and Giroux, New York, 2014

Hinweise

Wikipedia über Katherine Faw

Polar: Interview mit Katherine Faw (Vorsicht. Es wird auch über das Ende geredet)


Böse Frauen: „Die Alte“ von Hannelore Cayre

März 25, 2020

Patience Portefeux ist eine Übersetzerin bei der Polizei. Für Arabisch. Normalerweise übersetzt sie die Telefonate von Drogenhändlern mit ihren Freunden und Familien. Vom Leben ist sie ziemlich angepisst. Früher hatte sie viel Geld. Ihre Eltern verdienten es unter großzügiger Missachtung aller Gesetze. Steuern wurden nicht bezahlt und im Sozialsystem wurde sich nicht angemeldet. Inzwischen ist das Geld weg. Patiences beiden Töchter sind aus dem Haus, das nur noch eine kleine Mietwohnung ist. Patiences Mutter ist in einem Altersheim, für das Patience ihr sauer verdientes Geld ausgibt. Kurz: ihr gesamtes Leben ist beschissen und es gibt keine Möglichkeit, das in absehbarer Zeit zu ändern.

Bis Patience bemerkt, dass einer der Drogenhändler, der überwacht wird, der Sohn einer Pflegerin ihrer Mutter ist. Und weil ihr diese Pflegerin sympathisch ist, hilft Patience ihr. Sie gibt Khadidja spontan Informationen, die eine geplante Verhaftung von ihrem Sohn Afid mit der großen Drogenlieferung verhindern.

Kurz darauf sitzt Afid im Gefängnis und Khadidja ist tot. Patience sucht und findet die von Afid versteckten Drogen. Sie lagert sie in ihrem Kellerraum zwischen und beginnt sie zu verkaufen. Dank der von ihr übersetzten Telefonate hat ‚die Alte‘, wie sie von jungen Dealern genannt wird, die Namen von potentiellen Käufern, kennt die Preise und weiß, wie die Polizei arbeitet.

Mit „Die Alte“ kehrt Hannelore Cayre furios auf den deutschen Buchmarkt zurück. Vor über zehn Jahren erschienen im Unionsverlag ihre ersten beiden Romane „Der Lumpenadvokat“ und „Das Meisterstück“ mit dem Winkeladvokaten Christophe Leibowitz, der zu unserem Lesevergnügen eine sehr legere Rechtsauffassung hatte.

Dem Milieu der Strafverfolgung bleibt die frühere Strafverteidigerin Cayre in ihrem neuen Roman treu. Auch wenn ihre Erzählerin Patience Portefeux als schlecht bezahlte Übersetzerin die Strafverfolgung nur von der Seitenlinie aus betrachtet. Und so ein richtiger Kriminalroman ist „Die Alte“ auch nicht. Es ist die Lebensbetrachtung einer Mittfünfzigerin, die mehr durch Zufall, in kriminelle Geschäfte verwickelt wird und, teils chronologisch, teils assoziativ in der Zeit springend, ihr Leben erzählt und dabei mit der ungerechten französischen Gesellschaft abrechnet. Dabei zeichnet sie das Bild einer Gesellschaft, in der sich alles um Geld dreht und niemand die Gesetze mehr als unbedingt nötig beachtet.

Inzwischen wurde Cayres Noir von Jean-Paul Salomé („Arsène Lupin“, „Female Agents – Geheimkommando Phoenix“) verfilmt. Das Drehbuch ist von Hannelore Cayre, Antoine Salomé und Jean-Paul Salomé. Isabelle Huppert übernahm die Hauptrolle. Als aktueller französischer Kinostart wird im Moment der 15. Juli genannt. Ein deutscher Kinostart steht noch in den Sternen. Und der internationale Titel ist, nicht unpassend, „Mama Weed“.

Hannelore Cayre: Die Alte

(übersetzt von Iris Konopik)

Argument Verlag, 2019

208 Seiten

18 Euro

Originalausgabe

La daronne

Éditions Métailié, Paris 2017

Hinweise

Wikipedia über Hannerlore Cayre

Perlentauche über „Die Alte“

Meine Besprechung von Hannelore Cayres „Der Lumpenadvokat“ (Commis d’office, 2004)

Meine Besprechung von Hannelore Cayres „Das Meisterstück“ (Toiles de maitre, 2005)


TV-Tipp für den 25. März: Fräulein Smillas Gespür für Schnee

März 24, 2020

Arte, 20.15

Fräulein Smillas Gespür für Schnee (Smilla’s Sense of Snow, Deutschland/Dänemark/Schweden 1996)

Regie: Bille August

Drehbuch: Ann Biderman

LV: Peter Høeg: Frøken Smillas fornemmelse for sne, 1992 (Fräulein Smillas Gespür für Schnee)

Für die Polizei ist der Tod des kleinen Jungen ein tragischer Unfall. Für Fräulein Smilla ist es Mord. Die Suche nach dem Mörder führt sie in die Arktis.

Erstklassig besetzte, eher durchschnittliche Literaturverfilmung. Ist halt Qualitätskino ohne Ecken und Kanten.

Mit Julia Ormond, Gabriel Byrne, Richard Harris, Vanessa Redgrave, Robert Loggia, Mario Adorf

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“

Wikipedia über „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ (deutsch, englisch)


Cover der Woche

März 24, 2020

Vor wenigen Tagen erschien im Argument Verlag die Neuauflage des Romans.


TV-Tipp für den 24. März: Kiss Kiss Bang Bang

März 23, 2020

Kabel 1, 20.15

Kiss Kiss Bang Bang (Kiss Kiss Bang Bang, USA 2005)

Regie: Shane Black

Drehbuch: Shane Black

LV: Brett Halliday: Bodies are where you find them, 1941

Zuerst stolpert Einbrecher Harry Lockhart auf seiner Flucht vor der Polizei in einen Vorsprechtermin und erhält prompt eine Filmrolle. Als er über eine Hollywood-Party stolpert, trifft er seine Jugendliebe Harmony Faith Lane und, als er zwecks Rollenstudium, mit einem knallharten PI Gay Perry (schwul) durch die Straßen Hollywoods schlendert, stolpern sie alle in einen undurchsichtigen Komplott, der direkt aus einem Film der Schwarzen Serie stammen könnte.

Köstliche Liebeserklärung an die Pulps, der natürlich nur lose auf dem Mike-Shayne-Roman basiert, aber dafür ausführlich Chandler zitiert (Zwischentitel, Voice-Over,…).

“first significant neo-noir of the twenty-first century” (Alexander Ballinger/Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)

mit Robert Downey Jr., Val Kilmer, Michelle Monaghan, Corbin Bernsen, Rockmond Dunbar

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Kiss Kiss Bang Bang“

Wikipedia über „Kiss Kiss Bang Bang“ (deutsch, englisch)

Spike: Interview mit Shane Black (17. Oktober 2005)

Drehbuch „Kiss, Kiss, Bang, Bang“ von Shane Black (Fassung vom 21. November 2003)

Meine Besprechung von Shane Blacks „Iron Man 3“ (Iron Man 3, USA 2013)

Meine Besprechung von Shane Blacks „The Nice Guys“ (The Nice Guys, USA 2016) und der Blu-ray

Meine Besprechung von Shane Blacks „Predator – Upgrade“ (The Predator, USA 2018)

Wikipedia über Brett Halliday

Kirjasto über Brett Halliday

Mordlust über Brett Halliday

Thrilling Detective über Michael Shayne


TV-Tipp für den 23. März: Nachts, wenn der Teufel kam

März 22, 2020

Arte, 20.15

Nachts, wenn der Teufel kam (Deutschland 1957)

Regie: Robert Siodmak

Drehbuch: Werner Jörg Lüddecke (nach dem Tatsachenbericht von Will Berthold)

Hamburg, 1944: ein Serienmörder geht um. Kommissar Kersten hält den debilen Bruno Lüdke (Mario Adorf) für den Täter.

Klassiker des deutschen Films und der Durchbruch für Mario Adorf, der danach sicher nicht zum Sonntagsbrunch eingeladen wurde.

Mit Mario Adorf, Claus Holm, Werner Peters, Hannes Messemer

Hinweise

Filmportal über „Nachts, wenn der Teufel kam“

Wikipedia über „Nachts, wenn der Teufel kam“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Robert Siodmaks “Zeuge gesucht” (Phantom Lady, USA 1943)

Meine Besprechung von Robert Siodmaks „Unter Verdacht“ (The Suspect, USA 1944)

Meine Besprechung von Robert Siodmaks „Rächer der Unterwelt“ (The Killers, 1946)

Meine Besprechung von Robert Siodmaks “Der schwarze Spiegel” (The dark mirror, USA 1946)

Meine Besprechung von Robert Siodmaks „Die Killer“ (The Killers, USA 1946)

Meine Besprechung von Deutsches Historisches Museum (Hrsg.) „Robert Siodmak“ (2015)


TV-Tipp für den 22. März: Star Wars: Die letzten Jedi

März 22, 2020

Pro7, 20.50

Star Wars: Die letzten Jedi (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Regie: Rian Johnson

Drehbuch: Rian Johnson

Buch zum Film: Jason Fry: Star Wars: The last Jedi, 2018 (Star Wars: Die letzten Jedi)

TV-Premiere des zweiten Teils der dritten „Star Wars“-Trilogie: Bösewicht Kylo Ren will immer noch die Macht haben, Rey will den Eremiten Luke Skywalker überreden, wieder für die Rebellen zu kämpfen und die Rebellen wollen verhindern dass die Bösewichter gewinnen. Im Moment kämpfen sie allerdings vor allem um ihr eigenes Überleben.

Ein ziemliches Weltraumchaos: bunt, laut und mit vielen bekannten Figuren auf der Suche nach seiner Geschichte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung (in meiner Besprechung des Filmromans gehe ich ausführlicher auf die Geschichte ein)

Davor, um 20.15 Uhr, zeigt Pro7 die erste Folge der „Star Wars“-Serie „The Mandalorian“. Die weiteren Folgen gibt es dann gegen Geld auf der neuen Streaming-Plattform Disney+“.

mit Mark Hamill, Carrie Fisher, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Lupita Nyong’o, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Gwendoline Christie, Kelly Marie Tran, Laura Dern, Benicio Del Toro , Anthony Daniels, Jimmy Vee, Frank Oz

Wiederholung: Montag, 23. März, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Der galaktische „Krieg der Sterne“-YouTube-Kanal

Moviepilot über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Metacritic über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Rotten Tomatoes über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Wikipedia über „Star Wars: Die letzten Jedi“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Rogue One: A Star Wars Story“ (Rogue One: A Star Wars Story, USA 2016)

Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ (Star Wars: The Rise of Skywalker, USA 2019)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht) (Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4, Disney/Lucasfilm 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Vor dem Erwachen“ (Star Wars: Before the Awakening, 2015)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2015)

Meine Besprechung von Michael Kogges „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Jugendroman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2016)

Meine Besprechung von James Lucenos „Star Wars – Der Auslöser: Ein Rogue One Roman“ (Star Wars: Catalyst: A Rogue One Novel, 2016)

Meine Besprechung von Alexander Freeds „Rogue One – Eine Star Wars Story“ (Rogue One. A Star Wars Story, 2016) (Filmroman)

Meine Besprechung von Jason Frys „Stars Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The last Jedi, 2018)

Meine Besprechung von Ron Howards „Solo: A Star Wars Story“ (Solo: A Star Wars Story, USA 2018)

Meine Besprechung von J. J. Abrams’ “Super 8” (Super 8, USA 2011)

Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Star Trek into Darkness“ (Star Trek into Darkness, USA 2013)

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Looper“ (Looper, USA 2012 – mit weiteren Bildern, Links und einem 35-minütigem Interview mit Rian Johnson und Joseph Gordon-Levitt) und der DVD

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The last Jedi, USA 2017) und des Filmromans

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Knives out – Mord ist Familiensache“ (Knives out, USA 2019)

 


TV-Tipp für den 21. März: Kiss the Cook – So schmeckt das Leben!

März 20, 2020

ZDFneo, 20.15

Kiss the Cook – So schmeckt das Leben! (Chef, USA 2014)

Regie: Jon Favreau

Drehbuch: Jon Favreau

Nachdem Starkoch Carl (Jon Favreau) gefeuert wird, macht er sich mit seinem elfjährigem Sohn und seinem Sous-Chef in einem Imbisswagen auf den Weg von Miami quer durch die Südstaaten zurück nach Los Angeles.

Kiss the Cook“ ist ein sympathisches Feelgood-Movie, in dem etliche Stars kurze, oft prägnante Auftritte haben und man mit den drei Männern im Imbisswagen „El Jefe“ gerne seine Zeit verbringt. Nur hungrig sollte man nicht sein.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Jon Favreau, Emjay Anthony, Sofia Vergara, John Leguizamo, Scarlett Johansson, Oliver Platt, Bobby Cannavale, Amy Sedaris, Dustin Hoffman, Robert Downey jr.

Hinweise

Moviepilot über „Kiss the Cook“

Metacritic über „Kiss the Cook“

Rotten Tomatoes über „Kiss the Cook“

Wikipedia über „Kiss the Cook“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jon Favreaus „Cowboys & Aliens“ (Cowboys & Aliens, USA 2011)

Meine Besprechung von Jon Favreaus “Kiss the Cook – So schmeckt das Leben” (Chef, USA 2014)

Meine Besprechung von Jon Favreaus „The Jungle Book (The Jungle Book USA 2016)

Meine Besprechung von Jon Favreaus „Der König der Löwen“ (The Lion King, USA 2019)


Daheim ohne Homeoffice

März 20, 2020

Seien wir ehrlich: Menschen, die jetzt im Homeoffice arbeiten müssen, sind privilegiert gegenüber Menschen, die jetzt via Kurzarbeit oder Zwangsurlaub zu Hause sitzen. Denn die Homeoffice-Arbeiter haben feste Aufgaben, teilweise sogar Präsenzzeiten, und damit eine ihnen vorgegebene Struktur, die sie mit einigen ungewohnten Freiheiten ausfüllen können.

Schlimm dran sind die Menschen, die jetzt im Zwangsurlaub sind und keine Ahnung haben, wann dieser Urlaub wie endet. Sie können, und das ist für den Anfang keine schlechte Idee, diese Tage wie einen normalen Urlaub oder ein verlängertes Wochenende auf Balkonien genießen.

Dann, also ungefähr ab dem Ende der ersten Woche, müssen die nächsten Tage geplant werden.

Keine gute Idee sind endloses Ausschlafen mit anschließendem schläfrigem Abhängen auf der Couch.

Keine gute Idee ist das besinnungslose leergucken der Mediathek.

Keine gute Idee ist endloses TV-Gucken.

Keine gute Idee sind endlose Computerspiele von Sonnenaufgang bis zum nächsten Sonnenaufgang.

Keine gute Idee ist das sekündliche Aktualisieren des Live-Tickers, verbunden mit Panikattacken über den Untergang der Welt. Hier empfiehlt sich eine Mischung aus glückseliger Ignoranz (während der meisten Stunden des Tages) und kluger Informiertheit. Also ungefähr einmal am Tag die „Tagesschau“ ansehen oder einmal am Tag durch einen Live-Ticker scrollen. Ihr könnt euch auch ein, zwei Tage von der Welt abkoppeln und die privaten Mails danach beantworten.

Eine ganz schlechte Idee ist übermäßiger Alkohol- oder Drogenkonsum. Egal aus welchem Grund. Besser man nimmt die Zeit, um seinen Drogenkonsum zu reduzieren. Also nicht Bier und Wein, sondern Saft und Wasser kaufen.

Nachdem ich euch jetzt gesagt habe, was ihr alles nicht tun sollt, fragt ihr euch sicherlich, was ihr denn tun sollt.

Als passionierte Leseratte empfehle ich, bei aller Liebe zum Film, natürlich die Lektüre vieler Bücher.

Es ist auch keine schlechte Idee, die gewonnene Zeit in etwas Fortbildung zu investieren. Entsprechende Bücher können on- und, noch, offline in der netten Buchhandlung um die Ecke gekauft werden. Videomaterial gibt es oft kostenlos.

Oder ihr sucht euch eine andere Beschäftigung. Das kann alles von Modelleisenbahn über ein Tausend-Teile-Puzzle bis zur die Mithilfe bei der Hausarbeit sein. Wobei hier eure Partnerin (statistisch gesehen machen die Frauen immer noch die Hausarbeit, während die Männer es einmal im Monat schaffen, den Müll rauszubringen. Und dann in die falsche Tonne werfen.) das letzte Wort hat.

Wichtig ist dabei, dass ihr dem Tag eine sich regelmäßig wiederholende Struktur gebt. Also dass ihr aufsteht und zu bestimmten Zeiten bestimmte Mahlzeiten einnehmt.

Der Einfachheit halber könnt und solltet ihr dabei bei der von der Arbeit her bekannten Struktur bleiben.

Also, beispielsweise, Aufstehen zur gewohnten Zeit (Schichtarbeiter haben hier die Wahl zwischen Früh- und Spätschicht; aber auch sie sollten dann die nächsten Tage und Wochen in dieser Schicht bleiben), Frühstücken, Weiterbildung für den Beruf, Mittagessen (selber kochen ist keine schlechte Idee), neues oder altes Hobby pflegen, Abendessen (wie die anderen Mahlzeiten nicht vor dem Computer oder Fernseher) und dann ein, zwei Informationssendungen und ein, zwei Folgen einer TV-Serie oder einen Spielfilm gucken.

Diese Struktur gibt Halt und Orientierung. Sie verleiht dem Tag, wie eine klassische Sinfonie, einen Ablauf und eine Dramaturgie. Sie beugt einer Verlotterung vor und erhält die Arbeitsfähigkeit, die ihr später noch braucht.

Falls ihr Kinder habt: nehmt euch die Zeit, mit ihnen Dinge zu tun. So oft wird der Papa und/oder die Mama nie wieder da sein. Da sind wir dann wieder beim Urlaub. Auch wenn es der Urlaub ist, in dem der Papa von seiner Tochter die Matheaufgaben erklärt bekommt.

Am Abend kann dann, selbstverständlich nur telefonisch zugeschaltet, die Oma ihren Kindern und Enkelkindern vom Krieg, dem Wiederaufbau und der Berlin-Blockade erzählen. Wenn sie es möchte. Denn das waren keine schönen Zeiten.


TV-Tipp für den 20. März: Inside Man

März 19, 2020

RTL II, 20.15

Inside Man (Inside Man, USA 2006)

Regie: Spike Lee

Drehbuch: Russell Gewirtz

Dalton Russell überfällt eine Wall-Street-Bank. Schnell wird sie von der Polizei umzingelt und Detective Keith Frazier beginnt mit den Verhandlungen. Spätestens als Madaline White als Unterhändlerin des Bankgründers auftaucht und sich in die Verhandlungen einmischt, weiß er, dass er es nicht mit einem normalen Banküberfall zu tun hat.

„‘Inside Man’ ist ein typischer Spike-Lee-Film, insofern er in jeder Sekunde ein bisschen mehr ist al ein reiner Genrefilm. Er macht böse Witze ebenso über den kulturellen Reichtum New Yorks wie über Post-9/11-Paranoia und War-on-Terror-Vorurteile. Er analysiert die Mechanik der Macht, verbindet sie mit gesellschaftlicher Hierarchie und bricht sie an der Politik der Hautfarben.“ (Alexandra Seitz: Inside Man, in Gunnar Landsgesell/Andreas Ungerböck, Hrsg.: Spike Lee, 2006)

Ein feiner Thriller

mit Denzel Washington, Clive Owen, Jodie Foster, Willem Dafoe, Chiwetel Ejiofor, Christopher Plummer

Hinweise

Wikipedia über „Inside Man“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über “Inside Man”

Drehbuch “Inside Man” von Russel Gewirtz (Fassung vom 17. Januar 2005)

Meine Besprechung von Spike Lees „Buffalo Solders ’44 – Das Wunder von St. Anna“ (Miracle at St. Anna, USA/Italien 2008)

Meine Besprechung von Spike Lees “Oldboy” (Oldboy, USA 2013)

Meine Besprechung von Spike Lees „BlacKkKlansman“ (BlacKkKlansman, USA 2018)


Neu im Kino…nix

März 19, 2020

Anfang der Woche explodierte mein Briefkasten mit Absagen von Pressevorführungen und Verschiebungen von Kinostarts. Bei einigen wenigen Filmen wurde ein neues Startdatum genannt. Die meisten Filme sind allerdings ohne ein Startdatum verschoben wurde. Und ich würde im Moment hinter jedes Startdatum mindestens zwei Fragezeichen setzen.

D. h. Ich werde die nächsten Tage in aller Ruhe Besprechungen schreiben, die dann zum Filmstart online gehen. Dazu gehören unter anderem folgende Filme, die ich alle für mal mehr, mal weniger sehenswert halte:

Siberia (der neue Film von Abel Ferrara, lief auf der Berlinale und ist wirklich nur für ein sehr ausgewähltes Publikum)

Waves (verdammt sehenswerter Trip für den Trent Reznor und Atticus Ross die Soundkulisse schufen; es ist der neue Film von „It comes at Night“-Regisseur Trey Edward Shults, der so ziemlich das hundertprozentige Gegenteil von seinem vorherigen Film ist)

Der Fall Richard Jewell (auf einem wahren Fall basierendes, tolles Schauspielerkino von Clint Eastwood)

A quiet Place 2 (die Fortsetzung, über die ich wegen des Schweigelübdes nichts sagen darf)

Mulan (das nächste Schweigegelübde; ansonsten verrät schon der Trailer, dass es sich um eine farbenprächtige Disney-Realverfilmung handelt)

Jean Seberg: Against all Enemies (mit Kristen Stewart, vor allem in der ersten Hälfte gelungenes Biopic, das dann zu wenig Pop-Godard und zu viel Konvention ist)

Undine (der neue Film von Christian Petzold, lief auf der Berlinale)

Marie Curie – Elemente des Lebens (sehenswertes Biopic über die titelgebende Wissenschaftlerin, inszeniert von „Persepolis“-Regisseurin Marjane Satrapi)

Die Unbeugsamen (pointierte Doku über Frauen, die Abgeordnete des Bundestages waren, mit vielen Zeitzeuginnen)

Der letzte Mieter (Häuserkampf in Berlin, vollkommen unabhängig finanziert)

Vergiftete Wahrheit (ein Anwalt gegen DuPont; auf wahren Ereignisses basierendes Thrillerdrama mit „Hulk“ Mark Ruffalo als hartnäckig klagender Anwalt [Wussten die nicht, mit wem sie sich anlegen?])

Berlin Alexanderplatz (Alfred Döblins Roman, verlegt in die Gegenwart und frei interpretiert; was keine so gute Idee ist)

Der wunderbare Mr. Rogers (A beautiful day in the neighborhood) (wunderschön-herziges Biopic von „Can you ever forgive me?“-Regisseurin Marielle Heller über Fred Rogers, den man sich als eine deutsche Version von Peter Lustig vorstellen kann. Tom Hanks spielt die Hauptrolle.)


TV-Tipp für den 19. März: James Bond 007 – Goldfinger

März 18, 2020

Vox, 22.35

JAMES BOND: Goldfinger (Goldfinger, Großbritannien 1964)

Regie: Guy Hamilton

Drehbuch: Richard Maibaum, Paul Dehn

LV: Ian Fleming: Goldfinger, 1959

Goldfinger (Gert Fröbe) will Fort Knox ausräumen. James Bond (Sean Connery) hat etwas dagegen.

Mit „Goldfinger“ hatte sich James Bond endgültig im Kino etabliert und der Presserummel bei „Feuerball“ und „Man lebt nur zweimal“ war gigantisch. Ebenso die Zahl der mehr oder weniger missglückten Kopien in Buch und Film. Da scheint der heutige Rummel um „Harry Potter“/“Herr der Ringe“/“Krieg der Sterne“/“Matrix“/“X-Men“/“Marvel“ ein Klacks zu sein.

Mit Sean Connery, Gert Fröbe, Honor Blackman, Shirley Eaton, Harold Sakata, Bernard Lee, Lois Maxwell

Die Vorlage

Ian Fleming: Goldfinger

(neu übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)

Cross Cult, 2013

400 Seiten

12,80 Euro

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Goldfinger“

Wikipedia über „Goldfinger“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond – Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 18. März: Madame empfiehlt sich

März 17, 2020

Arte, 20.15

Madame empfiehlt sich (Elle s’en va, Frankreich 2013)

Regie: Emmanuelle Bercot

Drehbuch: Emmanuelle Bercot, Jérôme Tonnerre

Bettie (Catherine Deneuve), Besitzerin eines kurz vor der Schließung stehenden Restaurants, will an diesem Sonntag nur Zigaretten holen. Aber in der bretonischen Provinz sind alle Geschäfte geschlossen. Also fährt sie immer weiter. Auf der Suche nach…

Road-Movie, das auch und vor allem eine Liebeserklärung an Catherine Deneuve ist. Auch wenn das Lexikon des Internationalen Films mäkelt: „unentschlossene Mischung aus Komödie, Roadmovie und Selbstfindungsdrama.

mit Catherine Deneuve, Nemo Schiffman, Camille, Gérard Garouste, Claude Gensac, Paul Hamy, Mylène Demongeot, Hafsia Herzi

Wiederholung: Dienstag, 24. März, 13.45 Uhr

Hinweise

AlloCiné über „Madame empfiehlt sich“

Rotten Tomatoes über „Madame empfiehlt sich“

Wikipedia über „Madame empfiehlt sich“ (deutsch, englisch, französisch)


Cover der Woche

März 17, 2020


TV-Tipp für den 17. März: Alien – Die Wiedergeburt

März 16, 2020

Nitro, 22.20

Alien – Die Wiedergeburt (Alien Resurrection, USA 1997)

Regie: Jean-Pierre Jeunet

Drehbuch: Joss Whedon

Vierter „Alien“-Film mit Sigourney Weaver und der letzte sehenswerte „Alien“-Film. Dieses Mal muss die zweihundert Jahre nach ihrem Tod aus ihrer DNA geklonte Ellen Ripley auf einem Forschungsraumschiff gegen die bösen Aliens kämpfen. Denn die Forscher klonten auch diese.

Der Franzose Jean-Pierre Jeunet durfte, wie die vorherigen „Alien“-Regisseure, dem Film seinen Stempel aufdrücken und so gibt es eine ziemlich abgedrehte Verbindung von Hollywood-Horror-SF-Thriller und groteskem französischem Humor der schwarzen Sorte.

Eine überzeugende Fortsetzung der erfolgreichen ‚Alien‘-Saga.“ (Fischer Film Almanach 1998)

Science-Fiction-Bühnenzauber der besseren Spielart, das gleichermaßen vom europäischen Autorenkino und von amerikanischer Perfektion profitiert.“ (Lexikon des internationalen Films)

Jeunet drehte davor „Delicatessen“ (Delicatessen, 1991) und „Die Stadt der verlorenen Kinder“ (La Cité des enfants perdus, 1995), danach „Die fabelhafte Welt der Amélie“ (Le Fabuleux destin d’Amélie Poulain, 2001), „Mathilde – Eine große Liebe“ (Un long dimanche de fiançailles, 2004) und „Die Karte meiner Träume“ (L’Extravagant voyage du jeune et prodigieux T.S. Spivet, 2013).

mit Sigourney Weaver, Winona Ryder, Dominique Pinon, Ron Perlman, Michael Wincott, Brad Dourif, Gary Dourdan, Dan Hedaya, Raymond Cruz

Wiederholung: Donnerstag, 19. März, 00.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Alien – Die Wiedergeburt“

Wikipedia über „Alien – Die Wiedergeburt“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012) (ein Alien-Film)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, 2017)

Meine Besprechung von Jean-Pierre Jeunets „Die Karte meiner Träume“ (The young and prodigious T. S. Spivet, Frankreich/Kanada 2013)


Frank Göhre kehrt zurück mit „Verdammte Liebe Amsterdam“

März 16, 2020

Zehn Jahre sind seit seinem letzten Roman „Der Auserwählte“ vergangen. In der Zeit überarbeitete und schrieb Frank Göhre Essays über Krimiautoren, Hamburg und das Verbrechen in Buch und Film. Zusammen mit Alf Mayer schrieb er Bücher über die Krimiautoren Ed McBain und Elmore Leonard. Und er wurde älter. Inzwischen ist der 1943 geborene Wahlhamburger und Kiez-Chronist in einem Alter, in dem man, erstens, nicht mehr unbedingt einen neuen Roman erwartet und, zweitens, ihn mit der gebotenen Skepsis zwischen unendlicher Freude über ein neues literarisches Lebenszeichen eines bewunderten Autor, und der Angst, dass das Werk im besten Fall eine nette, aber letztendlich verzichtbare Wiederholung altbekannter Topoi, die noch einmal präsentiert und für die Nachwelt archivarisch sortiert werden, oder, im schlimmsten Fall, ein Totaldesaster ist. In den letzten Jahren quälte ich mich da durch einige Werke. Frank Göhres neuer Roman „Verdammte Liebe Amsterdam“ liegt irgendwo dazwischen. Ein Grund mag die Länge der Geschichte sein. Es könnte sogar sein kürzester Roman sein. Vieles ist nur skizziert oder bleibt im Dunkeln.

Die Geschichte beginnt mit einem nächtlichen Anruf. Der Hamburger Restaurantbesitzer Schorsch Köster erfährt, dass sein Bruder Michael in der Nähe von Köln auf einem Autobahnrastplatz erschlagen und ausgeraubt wurde. Für die Polizei handelt es sich um einen aus dem Ruder gelaufenen Raubüberfall. Schorsch, der zu seinem Bruder kaum noch Kontakt hat, beginnt den Nachlass seines Bruders zu sortieren und wird neugierig. Er will wissen, warum Michael, der neben seinem Beruf als IT-Berater anscheinend mit einem Job als Menschenretter viel mehr Geld verdiente, getötet wurde.

Dabei stößt er auf die mit einem Polizisten liierte Supermarkt-Kassiererin Martina Campmann. Ihre fünfzehnjährige Tochter Susanna ‚Suse‘ ist verschwunden. Die Spur führt nach Amsterdam. Schorsch, der mehr über das Leben seines Bruders herausfinden will, fährt nach Amsterdam und mietet sich, wie sein Bruder, im Prins Hendrik Hotel ein. Es ist das Hotel, in dem Jazz-Trompeter Chet Baker starb; – aber das hat nichts mit der Geschichte von „Verdammte Liebe Amsterdam“ zu tun.

Wie in seinen früheren Noir-Romanen verknüpft Frank Göhre auch in seinem neuesten Roman mehrere Zeitebenen und Handlungsstränge. Beim Lesen fügt sich aus den Andeutungen und Szenen im Kopf langsam ein Bild der Beziehungen der einzelnen Figuren zusammen. Einige überraschende Erklärungen runden dann das Bild ab, über das nicht zu viel verraten werden soll.

Letztendlich ist „Verdammte Liebe Amsterdam“ vor allem ein schönes Lebenszeichen, das gerade durch seine Unaufgeregtheit überzeugt. Der Kriminalroman ist nicht die auf den eigenen Nachruhm zielende laue Wiederholung altbekannter Themen und auch kein Totaldesaster, sondern einfach nur der neue Noir von Frank Göhre. Dieses Mal stehen zwei Geschichten im Mittelpunkt. Die eine Geschichte erkundet die, mit Unterbrechungen, über Jahrzehnte währende (Liebes)beziehung zwischen den beiden Köster-Brüdern und ihrer Sandkastenliebe Jutta Kotzke. Der andere erzählt von der Suche nach einer verschwundenen Fünfzehnjährigen. Beide Geschichte haben nichts mit St. Pauli zu tun.

Frank Göhre: Verdammte Liebe Amsterdam

CulturBooks, 2020

168 Seiten

15 Euro

Hinweise

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Frank Göhre

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Geile Meile” (2013)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Gut leben – früh sterben: Stories von unterwegs“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir – Ein Heimatfilm“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Die Härte, der Reichtum und die Weite – Ein Heimatfilm, Teil II“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)

Frank Göhre in der Kriminalakte