DVD-Kritik: Der gelungene Blumhouse-Horrorfilm „The Vigil – Die Totenwache“

Februar 11, 2021

Ist es wirklich eine gute Idee, sich während des Lockdowns, nach Sonnenuntergang allein zu Hause einen Horrorfilm anzusehen, in dem ein junger Mann eine Nacht mit einem Toten in einem ziemlich einsamen Haus voller knarrender Stufen und geisterhafter Erscheinungen verbringt? Und er dann auch noch in den dunklen Keller, aus dem Geräusche ertönen, geht?

Wahrscheinlich nicht.

Aber dann würde man Keith Thomas‘ „The Vigil – Die Totenwache“ verpassen. Keith Thomas veröffentlichte die nicht übersetzten Spannungsromane „The Clarify“ und „Dahlia Black“ und soll jetzt für Blumhouse Stephen Kings „Feuerkind“ (Firestarter, 1980) verfilmen.

Mit seinem Filmdebüt „The Vigil – Die Totenwache“ bewies er sein Talent für Horror und Suspense. Eine Totenwache wird unter Juden in der Nacht vor der Beerdigung des Toten abgehalten. Der Wächter soll die Seele des Verstorbenen durch seine Gebete beschützen. Normalerweise übernehmen Familienmitglieder diese Aufgabe. Wenn das nicht möglich ist, übernimmt ein Stellvertreter die Aufgabe des Schomers. So ein Stellvertreter ist Yakov Ronen (Dave Davis). Er möchte nach einem traumatischen Erlebnis die chassidische Gemeinde in Brooklyn verlassen. Da bittet ihn der Rabbiner, gegen Geld, die Totenwache bei einem gerade verstorbenem Gemeindemitglied zu übernehmen. Litvak war Holocaust-Überlebender. Mit seiner Frau (Lynn Cohen, bekannt als Golda Meir in Steven Spielbergs „München“) lebte er seit Ewigkeiten in einem Haus in Brooklyn, das inzwischen wie ein heruntergekommenes Relikt aus den fünfziger Jahren wirkt. Mit schummeriger Beleuchtung, durchbrennenden Glühbirnen, knarrenden Stufen, bräunlich vergilbten Tapeten, altertümlichen Möbeln und einer mitten im Wohnzimmer aufgebahrten Leiche, die mit einem strahlend weißen Betttuch zugedeckt ist.

Dass die Totenwache für Yakov eine Nacht wird, in der er sich auch seinen inneren Dämonen stellen muss, ist klar.

„The Vigil – Die Totenwache“ ist ein überzeugendes Debüt. Wie auch bei anderen Blumhouse-Horrorfilmen ist das Budget mehr als überschaubar. Eigentlich gibt es nur das Haus des Toten, bestehend aus Wohnzimmer, Küche und Keller, und einen Schauspieler. Die anderen Schauspieler haben, bis auf die Ehefrau des Toten und den Rabbi, nur kurze Auftritte. Bekannte Namen, die jeder kennt, sind nicht dabei.

Die von Thomas erfundene Geschichte wurzelt tief im jüdischen Glauben. Der Spannungsaufbau ist vorbildlich und alles ist äußerst elegant gefilmt. In jedem Bild ist offensichtlich, dass Thomas und sein Kameramann Zach Kuperstein („The Eyes of my Mother“, „Jonathan“) sich vorher überlegten, was sie wie zeigen wollen. So ist, beispielsweise, wenn Yakov die ersten Minuten im Haus des Toten verbringt, sich in der fremden Wohnung umsieht und mit seinem Telefon spielt, die Leiche immer so im Bild, dass ich (und damit jeder Zuschauer) nur darauf wartet, dass sich die Leiche bewegt oder etwas Unheimliches im Bildhintergrund auftaucht. Auch die Musik (von Michael Yezerski) und die Geräusche verstärken die unheimliche Stimmung gelungen. Die wenigen Jumpscares sind da störende Rückfälle in gewohnte Horrorfilmkonventionen.

Viel wichtiger als kurze Schockmomente ist die unheimliche Atmosphäre und das Gefühl einer dämonischen Bedrohung. Das macht „The Vigil – Die Totenwache“ zu einem spannenden, gelungenem und empfehlenswerten Film voller Suspense.

Horrorfilmfans, die einfach nur einen gewöhnlichen Geisterhorrorfilm sehen wollen, werden dagegen enttäuscht sein. „The Vigil – Die Totenwache“ ist nicht ‚das verwunschene jüdische Horrorhaus mit kreischenden und gemeuchelten Teenagern‘.

The Vigil – Die Totenwache (The Vigil, USA 2019)

Regie: Keith Thomas

Drehbuch: Keith Thomas

mit Dave Davis, Menashe Lustig, Malky Goldman, Lynn Cohen, Fred Melamed, Ronald Cohen, Nati Rabinowitz

–

DVD

EuroVideo

Bild: 2,39:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer

Länge: 86 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Blu-ray identisch und selbstverständlich auch digital verfügbar.

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „The Vigil“

Metacritic über „The Vigil“

Rotten Tomatoes über „The Vigil“

Wikipedia über „The Vigil“ 


TV-Tipp für den 11. Februar: Liebe und Intrigen

Februar 10, 2021

Servus TV, 20.15

Liebe und Intrigen (Crime d’amour, Frankreich 2010)

Regie: Alain Corneau

Drehbuch: Alain Corneau, Nathalie Carter

Christine (Kristin Scott Thomas) ist die Managerin der französischen Abteilung eines US-Konzerns, die kurz vor einer Beförderung in die USA steht und die ihre Untergebenen schamlos manipuliert. Auch die sie bewundernde Isabelle (Ludivine Sagnier), die irgendwann auch anerkannt werden möchte. Es beginnt ein tödlicher Zickenkrieg voller Wendungen und Überraschungen.

„Love Crime“ ist ein edler französischer Noir. Ein elegant inszenierter Kriminalfilm, der fest in der Tradition des französischen Kriminalfilms steht und seine Vorbilder in den Filmen der sechziger und siebziger Jahre hat, in denen man niemals sicher sein konnte, welche Gerechtigkeit, falls überhaupt, am Ende siegt.

Das Sahnehäubchen ist die Musik von Pharoah Sanders.

mit Ludivine Sagnier, Kristin Scott Thomas, Patrick Mille, Guillaume Marquet, Gérald Laroche, Julien Rochefort, Olivier Rabourdin

auch bekannt als „Love Crime“ (DVD-Titel)

Wiederholung: Freitag, 12. Februar, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

AlloCine über „Love Crime“

Rotten Tomatoes über „Love Crime“

Wikipedia über „Love Crime“ (englisch, französisch)

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Wahl der Waffen“ (Le choix des armes, Frankreich 1981)

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Love Crime“ (Crime d’amour, Frankreich 2010)

Mein Nachruf auf Alain Corneau

Alain Corneau in der Kriminalakte


„Die Schatten – Die Blackwood-Aufzeichnungen 1“ berichten von mörderischen Geistern

Februar 10, 2021

Als FBI-Agentin Odessa Hardwicke und ihr älterer Partner Walt Leppo den Tatort betreten, sieht das Familienhaus wie nach einem Schlachtfest aus. Überall sind Blut und Leichen. Der Täter ist der ehemalige Stabschef des Gouverneurs von New Jersey. Er kämpft gerade gegen eine seine Existenz bedrohende Korruptionsklage. Jetzt ist er ausgerastet. Als sie ihn verhaften wollen, gibt es ein Getümmel, in dem Odessa ihren Partner erschießt. Er hat, ohne einen ersichtlichen Grund, versucht, die Tochter des Stabschefs zu töten. Anschließend sieht Odessa einen Schatten aus Leppos totem Körper aufsteigen.

Selbstverständlich wird Odessa danach in den Innendienst versetzt. Sie wird beauftragt, das Büro ihres schon seit Ewigkeiten pensionierten Kollegen Earl Solomon auszuräumen. Solomon liegt nach einem Schlaganfall im Krankenhaus. Als sie ihn besucht, kann er mit ihrer Beobachtung etwas anfangen. Er empfiehlt ihr, Hugo Blackwood zu kontaktieren. Mit einem in einer besonderen Weise gefaltetem Brief, den sie in den Briefkasten eines scheinbar verlassenen Hauses in Manhattan werfen soll.

Solomon lernte Blackwood 1962 im Mississippi-Delta bei seinem ersten bedeutenden Fall als FBI-Agent kennen. Solomon sollte in den Südstaaten den Lynchmord an einem Weißen aufklären.

Blackwood reagiert umgehend, um nicht zu sagen mit beängstigender Schnelligkeit, auf Odessas Brief. Er sieht wie ein aus einem anderen Jahrhundert kommender Mann aus. Und, das kann verraten werden, er kommt aus dem 16. Jahrhundert. Er ist ein Geisterjäger, der den Schatten jagt, der aus Leppos Körper entwichen ist. Dieser Geist spring von Körper zu Körper und es gefällt ihm, wenn sein Wirtskörper möglichst spektakulär stirbt.

Der Untertitel „Die Blackwood-Aufzeichnungen 1“ verrät die Absicht von Guillermo del Toro und Chuck Hogan neuem Roman. „Die Schatten“ soll der Auftakt für eine neue Serie sein.

Bereits zwischen 2009 und 2011 schrieben sie gemeinsam die Trilogie „Die Saat – The Strain“. Die Vampirhorrorromane waren die Vorlage für eine Comic- und TV-Serie, in die del Toro und Hogan involviert waren. Ursprünglich hatte del Toro die „The Strain“-Geschichte als TV-Serie geplant.

Diesen Eindruck, also dass auch in diesem Fall die Idee und das Script für eine TV-Serie zu einem Roman umgeschrieben wurden, hatte ich auch bei „Die Schatten“. Der ganze Horrorroman liest sich wie ein Roman zum Film. Es gibt viele kurze Szenen und schnelle Wechsel zwischen Schauplätzen und Zeitebenen. Der Roman spielt gleichzeitig 1582 in Mortlake bei London, 1962 im Mississippi-Delta und, größtenteils, 2019 in Newark, New Jersey. Und, ja, es wäre besser gewesen, zuerst die Ereignisse von 1582, dann die von 1962 und dann die von 2019 zu schildern. Dann wäre allerdings sofort aufgefallen, wie wenig sie miteinander zu tun haben. So hofft man immer noch auf ein großes Finale, das das alte England mit den rassistischen Südstaaten mit den heutigen USA verbindet.

Die Personen sind nur oberflächlich skizziert. Keine hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck oder gewinnt eine größere Individualität. Die Geschichte selbst folgt, wenn wir die umständliche Konstruktion mit den drei parallel geführten Zeitebenen ignorieren, ohne große Überraschungen oder Vertiefungen, der Struktur, die man aus unzähligen TV-Serien kennt. Wobei „Die Schatten“ hier die Funktion eines Pilotepisode hat, in der die Figuren ausführlich vorgestellt werden und das Team für die nächsten Episoden zusammengestellt wird. Dann vielleicht mit einem überzeugenderem ‚Fall der Woche‘.

P. S.: Schönes Cover!

Guilermo del Toro/Chuck Hogan: Die Schatten – Die Blackwood-Aufzeichnungen 1

(übersetzt von Kristof Kurz)

Heyne, 2021

416 Seiten

16,99 Euro

–

Originalausgabe

The Hollow Ones

Grand Central Publishing, 2020

–

Hinweise

The Big Thrill: Interview mit Chuck Hogan über „Die Schatten“

Meine Besprechung von Guillermo del Toros „Pacific Rim“ (Pacific Rim, USA 2013)

Meine Besprechung von Guillermo del Toros „Crimson Peak“ (Crimson Peak, USA 2015)

Meine Besprechung von Guillermo del Toros „The Shape of Water – Das Flüstern des Waters“ (The Shape of Water, USA 2017)

Meine Besprechung von Guillermo del Toro/Daniel Kraus‘ „The Shape of Water“ (The Shape of Water, 2018) (Roman zum Film)


TV-Tipp für den 10. Februar: Unstoppable – Außer Kontrolle

Februar 9, 2021

Kabel 1, 20.15

Unstoppable – Außer Kontrolle (Unstoppable, USA 2010)

Regie: Tony Scott

Drehbuch: Mark Bomback

Zugfahren mit „Last Boy Scout“ Tony Scott: nach „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ lässt Tony Scott in seinem letzten Spielfilm den feuchten Traum jedes Trassenküssers wahr werden: ein Zug mit sehr gefährlicher Ladung donnert im Affentempo auf sein Ziel zu. Nur zwei Männer wissen, wie man die Superduperkatastrophe verhindern kann. Sie besteigen den fahrenden Zug.

„Unstoppable“ basiert auf wahren Ereignissen. Aber die Macher haben sich einige spannungsfördernde Freiheiten genommen.

mit Chris Pine, Denzel Washington, Rosario Dawson

Wiederholung: Donnerstag, 11. Februar, 00.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über “Unstoppable – Außer Kontrolle”

Rotten Tomatoes über “Unstoppable – Außer Kontrolle”

Wikipedia über “Außer Kontrolle” (deutsch, englisch)


Cover der Woche

Februar 9, 2021

wurde auch verfilmt


TV-Tipp für den 9. Februar: Atemlos vor Angst

Februar 8, 2021

Servus TV, 22.05

Atemlos vor Angst (Sorcerer, USA 1977)

Regie: William Friedkin

Drehbuch: Walon Green

LV: Georges Arnaud: Le salaire de peur, 1952 (Lohn der Angst)

Vier im lateinamerikanischen Dschungel gestrandete Existenzen erhalten die Chance auf einen Neuanfang. Sie müssen nur zwei mit Nitro bepackte Laster durch den unwegsamen Dschungel zu einer Ölbohrstelle fahren. Wer von ihnen wird den Höllentrip überleben?

Georges Arnauds kurzer, spannender Thriller wurde bereits 1952 als „Lohn der Angst“ erfolgreich verfilmt. Friedkins sträflich unterschätztes Remake konzentriert sich in der europäischen Version stärker auf die Spannungsmomente.

Die zeitgenössische Filmkritik verglich das Remake mit dem hochgeschätzten Original und verriss den Film ziemlich einhellig. Das Publikum sah sich lieber Weltraumschlachten an.

Servus TV zeigt die zweistündige Originalfassung.

Die Musik ist von Tangerine Dream.

Mit Roy Scheider, Bruno Cremer, Francisco Rabal, Amidou

Wiederholung: Mittwoch, 10. Februar, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Atemlos vor Angst“

Wikipedia über „Atemlos vor Angst“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 8. Februar: Früchte des Zorns

Februar 7, 2021

Arte, 20.15

Früchte des Zorns (The Grapes of Wrath, USA 1940)

Regie: John Ford

Drehbuch: Nunnally Johnson

LV: John Steinbeck: The Grapes of Wrath, 1939 (Früchte des Zorns)

Selten gezeigter Filmklassiker über verzweifelte Farmer, die in den USA während der Weltwirtschaftskrise (vor gut hundert Jahren) um ihr Land gebracht wurden und sich auf den Weg nach Kalifornien machen. Dort soll es fruchtbaren Boden geben.

„das wohl beste Werk John Fords, das dieser außerhalb des Western-Genres drehte.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

mit Henry Fonda, Jane Darwell, John Carradine, Charley Grapewin, Dorris Bowdon

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Früchte des Zorns“

Wikipedia über „Die Früchte des Zorns“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Österreichisches Filmmuseum/Viennale(herausgegeben von Astrid Johanna Ofner und Hans Hurch) „John Ford“ (2014)


TV-Tipp für den 7. Februar: Elvis & Nixon

Februar 6, 2021

Tele 5, 00.40

Elvis & Nixon (Elvis & Nixon, USA/Deutschland 2016)

Regie: Liza Johnson

Drehbuch: Joey Sagal, Hanala Sagal

Am 21. Dezember 1970 treffen sich im Oval Office US-Präsident Richard Nixon und Sänger Elvis Presley. Von dem Treffen gibt es ein Bild, aber keinen Tonmitschnitt. In der wunderschönen Komödie/Charakterstudie „Elvis & Nixon“ erfahren wir jetzt, wie es zu dem Treffen kam (keine leichte Angelegehnheit für die Kofferträger der beiden prominenten Männer) und was damals im Weißen Haus geschah. Denn Elvis war von der Hippie(un)kultur genervt und er wollte als Undercover-FBI-Agent gegen die Langhaarigen, die Kommunisten und Drogen kämpfen.

TV-Premiere eines rundum gelungenen Films mit viel Zeitkolorit über eine kleine, unbedeutende Anekdote der Weltgeschichte zu einer unmöglichen Uhrzeit.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Michael Shannon, Kevin Spacey, Alex Pettyfer, Johnny Knoxville, Colin Hanks, Evan Peters, Sky Ferreira, Tracy Letts

Hinweise

Moviepilot über „Elvis & Nixon“

Metacritic über „Elvis & Nixon“

Rotten Tomatoes über „Elvis & Nixon“

Wikipedia über „Elvis & Nixon“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Liza Johnsons „Elvis & Nixon“ (Elvis & Nixon, USA/Deutschland 2016)


TV-Tipp für den 6. Februar: Tatort: Trimmel hält ein Plädoyer

Februar 5, 2021

NDR, 23.30

Tatort: Trimmel hält ein Plädoyer (Deutschland 1978)

Regie: Peter Schulze-Rohr

Drehbuch: Friedhelm Werremeier

LV: Friedhelm Werremeier: Trimmel hält ein Plädoyer, 1976 (überarbeitete Ausgabe 1983)

Kommissar Trimmel glaubt, den Richtigen erwischt zu haben. Aber ein Verteider paukt den Mordverdächtigen heraus. Denn: Im Zweifel für den Angeklagten.

Werremeiers Auseinandersetzung mit dem Rechtsstaat, den Rechten der Polizei, denen der Beschuldigten und dem Auftreten von Starverteidigern (damals eindeutig Rolf Bossi). Immer noch aktuell, immer noch spannend.

Mit Walter Richter, Ulrich von Bock, Joachim Richert, Wolf-Dietrich Berg, Volker Eckstein, Klaus Herm, Karl-Heinz Vosgerau, Horst Michael Neutze

Hinweise

Tatort-Fundus über Kommissar Paul Trimmel

Wikipedia über „Trimmel hält ein Plädoyer“

Krimilexikon über Friedhelm Werremeier

Meine Besprechung von Friedhelm Werremeiers „Trimmels letzter Fall“ (2009)


Die Krimibestenliste Februar 2021

Februar 5, 2021

Etwas früher als gewohnt (also nicht am ersten Sonntag des Monats) gibt es die neue Krimibestenliste, die inzwischen nur noch vom Deutschlandfunk Kultur präsentiert wird. Auf der monatlichen Empfehlungsliste lesenswerter Kriminalromane stehen im närrischen Februar:

1 (4) Tim MacGabhann: „Der erste Tote“

Aus dem Englischen von Conny Lösch

Suhrkamp, Berlin 2020

274 Seiten, 15,95 Euro

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2 (10) David Whish-Wilson: „Das große Aufräumen“

Aus dem Englischen von Sven Koch

Suhrkamp, Berlin 2020

327 Seiten, zehn Euro

–

3 (6) Samantha Harvey: „Westwind“

Aus dem Englischen von Steffen Jacobs

Atrium, Hamburg 2020

382 Seiten, 22 Euro

–

4 (2) Dominique Manotti: „Marseille.73“

Aus dem Französischen von Iris Konopik

Ariadne im Argumentverlag, Hamburg 2020

400 Seiten, 23 Euro

–

5 (- ) Stephen Hunter: „Im Visier des Snipers“

Aus dem Englischen von Patrick Baumann

Festa-Verlag, Leipzig 2020

592 Seiten, 14,99 Euro

–

6. (-) Graham Moore: „Verweigerung“

Übersetzt von André Mumot

Eichborn, Köln 2020

400 Seiten, 22 Euro

–

7 (1) Candice Fox: „Dark“

Aus dem Englischen von Andrea O‘Brien

Suhrkamp, Berlin 2020

394 Seiten, 15,95 Euro

–

8 (5) Robert Galbraith: „Böses Blut“

Aus dem Englischen von Wulf Bergner, Christoph Göhler, Kristof Kurz

Blanvalet, München 2020

1194 Seiten, 26 Euro

–

9 (-) Doug Johnstone: „Der Bruch“

Aus dem Englischen von Jürgen Bürger

Polar, Stuttgart 2021

308 Seiten, 20 Euro

–

10 (8) Nicci French: „Eine bittere Wahrheit“

Aus dem Englischen von Birgit Moosmüller

C. Bertelsmann, München 2020

506 Seiten, 16 Euro

–

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

–

Tim MacGabhanns „Der erste Tote“ (Remmidemmi in Mexiko), David Whish-Wilsons „Das große Aufräumen“ (Remmidemmi in Perth) und Doug Johnstones „Der Bruch“ (Remmidemmi in Edinburgh) sind auch weit oben auf meiner Zu-lesen-Liste.

Im Moment lese ich den neuen Roman „Die Schatten – Die Blackwood-Aufzeichnungen 1“ (Heyne, 16,99 Euro) von „Hellboy“ Guillermo del Toro und Chuck Hogan. Natürlich gibt es einige Morde (auf den ersten Seiten gibt es einen Amoklauf, eine FBI-Agentin erschießt einen Kollegen und einen Lynchmord an einem Weißen), aber irgendwie geht es um etwas viel größeres. Nämlich „einen jahrhundertealten Krieg (…): dem Krieg der Menschen gegen das Böse“.


TV-Tipp für den 5. Februar: Minority Report

Februar 4, 2021

RTL II, 22.05

Minority Report (Minority Report, USA 2002)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Scott Frank, Jon Cohen

LV: Philip K. Dick: The Minority Report, 1956 (erstmals erschienen in Fantastic Universe, Januar 1956, Der Minderheiten-Bericht, Kurzgeschichte)

Schöne neue Welt: 2054 werden in Washington, D. C., Verbrecher bereits vor der Tat, aufgrund der Prognose von Precogs, verhaftet. Ein perfektes System, bis die Precogs sagen, dass der Polizist John Anderton bald einen Mann, den er überhaupt nicht kennt, umbringen wird. Anderton glaubt nicht an die Prognose. Er flüchtet und versucht herauszufinden, warum er zum Mörder werden soll.

Guter, etwas zu lang geratener Science-Fiction-Thriller, der für den Bram-Stoker-, Nebula- und Hugo-Preis nominiert war und den Saturn-Preis erhielt.

mit Tom Cruise, Colin Farrell, Samantha Morton, Max von Sydow, Lois Smith, Peter Stormare, Frank Grillo

Wiederholung: Samstag, 6. Februar, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Minority Report“

Wikipedia über „Minority Report“ (deutsch, englisch)

Homepage von Philip K. Dick

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


Die Glauser-Nominierungen 2021 – und die Gewinner des Deutschen Krimipreis

Februar 4, 2021

Jedes Jahr zum Geburtstag von Friedrich Glauser, dieses Jahr sogar zu seinem 125. Geburtstag, verkündet das Syndikat, der Verein für deutschsprachige Kriminalliteratur, die Nominierungen für seinen Preis. Den Glauser. Verliehen wird er online am Samstag, den 24. April 2021.

Nominiert sind:

Bester Roman

Zoë Beck: Paradise City, Suhrkamp

Oliver Buslau: Feuer im Elysium, emons

Tommie Goerz: Meier, ars vivendi

Christoph Heiden: Zurück im Zorn, Gmeiner

Stefan Slupetzky: Im Netz des Lemming, Haymon

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Bester Debüt-Kriminalroman

Grandl, Peter: Turmschatten. Verlag Das neue Berlin

Horvath, Michael: Wiener Hundstage. Emons-Verlag

Noll, Laura: Der Tod des Henkers. Gmeiner-Verlag

Riffko, Ben: Grünes Öl. Heyne

Ruschel, Rudolf: Ruhet in Friedberg. Btb

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Bester Kurzkrimi

Raoul Biltgen mit „Der ruhende Pol“ In: Les Cahiers Luxembourgoises, 3/2020

Katja Bohnet mit „Die Schwarzfahrerin“ In: Rentier, Raubmord, Rauschgoldengel. Knaur 2020

Joe Fischler: „Konrad war ein guter Mann“ In: Stille Nacht, nie mehr erwacht. Krimis für die kalte Jahreszeit. Rowohlt Taschenbuch Verlag 2020

Regina Schleheck: „Peinlich“ In: Diebe, Mörder, Galgenstricke. Wellhöfer 2020

Leif Tewes: „Der Sinn des Lebens“ In: Banken, Bembel und Banditen. Gmeiner 2020

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Bester Kinderkrimi

Sven Gerhardt: Mister Marple und die Schnüfflerbande – Die Erdmännchen sind los, Verlag CBJ

Jana Scheerer: Geister sind unser Geschäft, Verlag Woow Books

Oliver Schlick: Rory Shy, der schüchterne Detektiv, Verlag Ueberreuter

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Bester Jugendkrimi

Andreas Götz: Wir sind die Wahrheit, Verlag Dressler

Hansjörg Nessensohn: Delete Me, Verlag Ueberreuter

Ursula Poznanski: Cryptos, Verlag Loewe

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Ehren-Glauser

Angela Eßer in Würdigung ihres bereits zwei Jahrzehnte andauernden, herausragenden Engagements im Bereich der deutschsprachigen Kriminalliteratur.

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Und, als schneller Nachtrag: der 37. Deutsche Krimipreis (DKP) ging Ende Dezember an folgende Kriminalromane, die „dem Genre literarisch gekonnt und inhaltlich originell neue Impulse geben“:

National:

1. Platz: Zoë Beck: Paradise City (Suhrkamp)

2. Platz: Max Annas: Morduntersuchungskommission. Der Fall Melchior Nikoleit (Rowohlt)

3. Platz: Frank Göhre: Verdammte Liebe Amsterdam (CulturBooks)

–

International:

1. Platz: Denise Mina: Götter und Tiere (Gods and Beasts) deutsch von Karen Gerwig (Argument/Ariadne)

2. Platz: Garry Disher: Hope Hill Drive (Peace) deutsch von Peter Torberg (Unionsverlag)

3. Platz: Young-ha Kim: Aufzeichnungen eines Serienmörders (Salinja-ui gieok-beob) deutsch von Inwon Park (cass verlag)

 

 

 


TV-Tipp für den 4. Februar: Mandela – Der lange Weg zur Freiheit

Februar 3, 2021

RBB, 20.15

Mandela – Der lange Weg zur Freiheit (Mandela: Long Walk to Freedom, USA 2013)

Regie: Justin Chadwick

Drehbuch: William Nicholson

LV: Nelson Mandela: Long Walk to Freedom, 1995 (Der lange Weg zur Freiheit)

Sehenswertes Biopic über Nelson Mandela.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Idris Elba, Naomi Harris, Tony Kgoroge, Riaad Moosa, Fana Mokonea

Wiederholung: Freitag, 5. Februar, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“

Metacritic über „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“

Rotten Tomatoes über „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“

Wikipedia über „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“ (deutsch, englisch) und Nelson Mandela

Meine Besprechung von Justin Chadwicks „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“ (Mandela: Long Walk to Freedom, USA 2013)

Meine Besprechung von Justin Chadwicks „Tulpenfieber“ (Tulip Fever, USA/Großbritannien 2017)


TV-Tipp für den 3. Februar: Girl

Februar 2, 2021

Arte, 20.15

Girl (Girl, Belgien/Niederlande 2018)

Regie: Lukas Dhont

Drehbuch: Lukas Dhont, Angelo Tijssens

TV-Premiere. Feinfühliges, in Cannes mehrfach ausgezeichnetes Drama über einen fünfzehnjährigen Jungen, der gerne ein Mädchen und Balletttänzerin wäre.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Victor Polster, Arieh Worthalter, Oliver Bodart, Tijmen Govaerts, Katelijne Damen, Valentijn Dhaenens

Hinweise

Moviepilot über „Girl“

Metacritic über „Girl“

Rotten Tomateos über „Girl“

Wikipedia über „Girl“ (deutsch, englisch, niederländisch)

Meine Besprechung von Lukas Dhonts „Girl“ (Girl, Belgien/Niederlande 2018)


Cover der Woche

Februar 2, 2021


TV-Tipp für den 2. Februar: The World’s End

Februar 1, 2021

Ein wundervoller Mitternachtsfilm. Auch ohne johlende Menschenmassen, Eis und Bier, das einem vom Sitznachbarn über die frisch gebügelten Jeans gegossen wird:

Nitro, 00.00

The World’s End (The World’s End, Großbritannien 2013)

Regie: Edgar Wright

Drehbuch: Simon Pegg, Edgar Wright

Zwanzig Jahre nachdem sie Newton Haven verlassen haben, kann Gary King seine alten Schulkumpels überzeugen, die damals vorzeitig abgebrochene Sauftour endlich zu beenden. Aber schon vor dem ersten Bier kommen ihnen die Dorfbewohner seltsam vor.

„The World’s End“ ist die neueste Komödie der Macher von „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ und ist eigentlich ein Remake von „Shaun of the Dead“ mit zombiehaft angreifenden Aliens anstatt Zombies. Dazu gibt es etwas Midlife-Crisis-Komödie – und viele Anspielungen.

Der Film ist wie ein Pubbesuch mit einigen guten Freunden, plus einer grandiosen Methode, die Aliens zu besiegen, die eindeutig aus der „Dr. Who“-Schule stammt, und einem unpassendem Epilog, der ungefähr so witzig wie der Kater nach der Sauftour ist. Aber bis dahin…

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Simon Pegg, Nick Frost, Paddy Considine, Martin Freeman, Eddie Marsan, Rosamund Pike, David Bradley, Pierce Brosnan

Hinweise

Moviepilot über „The World’s End“

Metacritic über „The World’s End“

Rotten Tomatoes über „The World’s End“

Wikipedia über „The World’s End“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The World’s End“ (The World’s End, Großbritannien 2013)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „Baby Driver“ (Baby Driver, USA 2017)


TV-Tipp für den 1. Februar: Tatort: Der Feinkosthändler

Januar 31, 2021

RBB, 22.15

Tatort: Der Feinkosthändler (Deutschland 1978)

Regie: Hajo Gies

Drehbuch: Martin Gies

Hat der verheiratete Feinkosthändler Wever die vermögende, lebenslustige und attraktive Frau Böhmer, mit der er früher eine Beziehung hatte, ermordet? Kommissar Haferkamp ermittelt.

Der Anlass für die heutige Ausstrahlung von diesem Tatort-Oldie ist der neunzigste Geburtstag von Hansjörg Felmy (der am 31. Januar war).

Die Brüder Hajo und Martin Gies waren später an zahlreichen Schimanski-Tatorten und Schimanski-Einzelfilmen beteiligt.

mit Hansjörg Felmy, Willy Semmelrogge, Walter Kohut, Kai Taschner, Marie-Luise Millowitsch, Karin Eickelbaum

Hinweise

Tatort-Fundus über Kommissar Haferkamp

Wikipedia über „Tatort: Der Feinkosthändler“


TV-Tipp für den 31. Januar: Die versunkene Stadt Z

Januar 30, 2021

Arte, 20..15

Die versunkene Stadt Z (The lost City of Z, USA 2016)

Regie: James Gray

Drehbuch: James Gray

LV: David Grann: The lost City of Z: A Tale of deadly Obsession in the Amazon, 2009 (Die versunkene Stadt Z)

Biopic über den Forscher Percival ‚Percy‘ Fawcett, der zwischen 1906 und 1925 mehrere Reisen nach Südamerika unternahm. Im Amazonasbecken suchte er die titelgebende versunkene Stadt Z.

TV-Premiere. Episches, sehr traditionell erzähltes, sich an den Fakten entlanghangelndes Biopic. Ein enttäuschender Film von James Gray.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Charlie Hunnam, Sienna Miller, Tom Holland, Robert Pattinson, Angus Macfadyen, Edward Ashley

Wiederholung: Freitag, 5. Februar, 00.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Die versunkene Stadt Z“

Metacritic über „Die versunkene Stadt Z“

Rotten Tomatoes über „Die versunkene Stadt Z“

Wikipedia über „Die versunkene Stadt Z“

Berlinale über „Die versunkene Stadt Z“

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)

Meine Besprechung von James Grays „Die versunkene Stadt Z“ (The lost City of Z, USA 2016)

Meine Besprechung von James Grays „Ad Astra: Zu den Sternen“ (Ad Astra, USA 2019)


TV-Tipp für den 30. Januar: Free Fire

Januar 29, 2021

Tele 5, 22.05

Free Fire (Free Fire, Großbritannien/Frankreich 2016)

Regie: Ben Wheatley

Drehbuch: Ben Wheatley, Amy Jump

Boston, siebziger Jahre: in einer Lagerhalle wollen einige IRA-Mitglieder Waffen kaufen. Als es bei dem Geschäft ein Problem gibt, ersetzen Kugeln Argumente.

TV-Premiere. Epische Ballerorgie. Ein Fest für Actionfans; auch wenn ich von Ben Wheatley mehr erwartet hätte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Armie Hammer, Brie Larson, Cillian Murphy, Sam Riley, Sharlto Copley, Jack Reynor, Babou Ceesay, Enzo Cilenti, Michael Smiley, Noah Taylor, Patrick Bergin, Mark Monero

Wiederholung: Montag, 1. Februar, 23.55 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Free Fire“

Metacritic über „Free Fire“

Rotten Tomatoes über „Free Fire“

Wikipedia über „Free Fire“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ben Wheatleys „Sightseers“ (Sightseers, Großbritannien 2012)

Meine Besprechung von Ben Wheatleys „High-Rise“ (High-Rise, Großbritannien 2015) und der DVD

Meine Besprechung von Ben Wheatleys „Free Fire“ (Free Fire, Großbritannien/Frankreich 2016)


Der „Fear Agent“ besucht die „Deadly Class“ – nicht

Januar 29, 2021

Heath Huston ist ein Fear Agent. Sie waren eine texanische Kämpfertruppe gegen Aliens. Jetzt ist er der letzte von ihnen und er ist wahrlich keine Zierde für die Gilde. Er ist ein versoffener, großmäuliger Haudegen, der als Kopfgeldjäger Aliens jagt und immer wieder in lebensgefährliche Situationen stolpert. So begegnet er am Anfang von „Fear Agent – Band 1“ auf Frazterga einen Rudel Menschenaffen, die seit Kurzem die schon länger ansässigen Planetenpilger belästigen. Der ziemlich harmlose Auftrag läuft schnell komplett aus dem Ruder; auch weil in der Höhle der Primaten eine quallenartige hochentwickelte und sehr fiese Lebensform ist, die die Gedanken von anderen Lebensformen beeinflussen kann.

Auf dem Rückflug landet Huston auf einem Tank- und Handelspavillon, zu dem die Kommunikation abgebrochen ist. Als er landet, entdeckt er kein Lebewesen. Naja, fast. Denn bis auf Mara, der er in der Schiffskanalisation begegnet und die seine Begleiterin wird, wurden alle Menschen und sonstigen Lebewesen von fleischfressenden Monstern, Schlemmer genannt, verschlungen. Sie verschlingen nämlich alles, was ihnen über den Weg läuft. Jetzt sind sie auf dem Weg zur Erde.

Heath will die Vernichtung seiner alten Heimat verhindern. Dummerweise landet er auf dem Flug Richtung Erde in der Vergangenheit und im nächsten lebensgefährlichem Abenteuer.

„Fear Agent“ von Autor Rick Remender und den Zeichnern Tony Moore („The Walking Dead“) und Jerome Opeña („Seven to Eternity“) ist ein Comic für die Fans von actionreichen Weltraumabenteuern in der Tradition von „Flash Gordon“ und, um auch modernere Brüder im Geist zu nennen, Han Solo, „Firefly“ und „Guardians of the Galaxy“. Und für die Fans solcher Abenteuergeschichten ist „Fear Agent“ ein wahres Fest.

Im Original erschien „Fear Agent“ von 2005 bis 2011. Insgesamt erschienen bei Dark Horse Comics und Image Comics 32 Hefte. Jetzt erschien bei Cross Cult der erste „Fear Agent“-Sammelband, der die ersten zehn Hefte enthält. In zwei weiteren Sammelbänden werden dann die weiteren Abenteuer von Heath Huston erscheinen. Sie sollen noch in diesem Jahr erscheinen.

Chronologisch nach „Fear Agent“ erfand Rick Remender 2014 die Serie „Deadly Class“, die 2018 zu einer kurzlebigen TV-Serie wurde.

„Deadly Class“ spielt in den achtziger Jahren in San Francisco im Internat King’s Dominion. Das Internat ist keine normale Schule, sondern die renommierte Ausbildungsanstalt für künftige Profikiller. Die aus der ganzen Welt kommenden Schüler sind normalerweise die Kinder von Verbrechern, von Killern und Bandenchefs. Ab und zu wird auch ein Stipendium vergeben.

Nachdem Panini 2015 und 2016 die ersten beiden „Deadly Class“-Sammelbände veröffentlichte, wanderte die Serie zu Cross Cult, die 2019 die ersten beiden Sammelbände in einer neuen Übersetzung wieder herausbrachte und die nächsten Sammelbände veröffentlichte. Zuletzt erschienen der fünfte und sechste Sammelband, die die Geschichte nahtlos fortsetzen.

Der vierte Band endete mit dem Ende des ersten Schuljahrs und der Erstsemesterprüfung, die darin bestand, Klassenkameraden umzubringen. Am Ende der Prüfung waren die Reihen massiv gelichtet.

Saya gehört zu denen, die in das nächste Schuljahr gekommen ist. Im fünften „Deadly Class“-Sammelband erhält sie von Master Lin die Aufgabe, sich um die neue, aus einem afrikanischem Bürgerkriegsland kommende Schülerin Zenzele zu kümmern. Gleichzeitig stellen Rick Remender und Zeichner Wes Craig und Kolorist Jordan Boyd etliche der neuen Schüler vor, etablieren neue Konflikte unter den Schülern und führen einige alte Feindschaften fort. Natürlich wieder mit zahlreichen popkulturellen Anspielungen, schwarzem Humor und viel Gewalt.

Insgesamt sind der fünfte und sechste Sammelband eine Vorbereitung für kommende Ereignisse. Das ist in seiner Episodenhaftigkeit durchaus kurzweilig, aber bis zum Ende des sechsten Sammelbandes zeichnet sich kein heftübergreifender Plot ab.

Der siebte „Deadly Class“-Band ist für Mitte Februar angekündigt.

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Rick Remender/Tony Moore/Jerome Opeña: Fear Agent – Band 1

(übersetzt von Christof Bango)

Cross Cult, 2020

256 Seiten

26 Euro

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Originalausgabe

Fear Agent: Final Edition, Volume 1

Image Comics, 2018

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Rick Remder/Wes Craig/Jordan Boyd: Deadly Class: 1988 – Karussell (Band 5)

(übersetzt von Michael Schuster)

Cross Cult, 2020

176 Seiten

16,80 Euro

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Originalausgabe

Deadly Class Volume 5: Carousel

Image Comics, 2017

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enthält

Deadly Class # 22 – 26

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Rick Remender/Wes Craig/Jordan Boyd: Deadly Class: 1988 – Nicht das Ende (Band 6)

(übersetzt von Michael Schuster)

Cross Cult, 2020

136 Seiten

16,80 Euro

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Originalausgabe

Deadly Class Volume 6: This is not the end

Image Comics, 2017

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enthält

Deadly Class # 27 – 31

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Hinweise

Homepage von Rick Remender

Wikipedia über „Fear Agent“ und „Deadly Class“ (Comic) (TV-Serie: deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Rick Remenders „Punisher 4: Frankencastle 2“ (FrankenCastle # 17 – 19, 2010)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Lee Loughridges „Deadly Class: 1987 – Die Akademie der tödlichen Künste (Band 1)“ (Deadly Class Volume 1: Reagan Youth, 2014)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Lee Loughridges „Deadly Class: 1988 – Kinder ohne Heimat (Band 2)“ (Deadly Class Volume 2: Kids of the Black Hole, 2015)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Lee Loughridges „Deadly Class: 1988 – Die Schlangengrube (Band 3)“ (Deadly Class Volume 3: The Snake Pit, 2019)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Jordan Boyds „Deadly Class: 1988 – Stirb für mich (Band 4)“ (Deadly Class Volume 4: Die for me, 2020)