Mark Millars „Prodigy“ kämpft gegen „Die böse Erde“

März 11, 2020

Edison Crane ist ein Mann, wie er nur in Abenteuergeschichten existiert. Er ist kein klassischer Superheld, sondern ein Mensch, der unglaublich intelligent und fit ist. Nachdem er als Elfjähriger von einigen sechs Jahre älteren Schülern verprügelt wurde, eignet er sich in einer Nacht alles Wissen über Kampfsport und Selbstverteidigung an. Am nächsten Tag verkloppt er die Halbstarken und wenn in dem Moment der unbesiegbare Chuck Norris (oder für die Jüngeren Vin Diesel) als Aufsichtslehrer um die Ecke gekommen wäre, hätte Crane ihn auch auf den Boden geschickt. Später will er sich nach einer lebensgefährlichen Schussverletzung selbst operieren, weil der Arzt noch sechs Jahre zu jung ist, um die Operation richtig durchführen zu können und ein Thoraxchirurg nicht verfügbar ist.

Als Erwachsener ist Crane jedermanns Liebling. Er hat Geld. Er vollführt in seiner Freizeit die unglaublichsten Stunts. Und er ist für alle Regierungen der gefragte Troubleshooter. So wird er um Rat gefragt, als sich plötzlich Autos, die es auf der Erde nicht gibt, mit verkohlten Mäuse und Ratten als Passagieren, und ein Raumschiff mit toten Menschen auf der Erde auftauchen. Er hat für diese Materialisierungen sofort eine Erklärung: es gibt eine Parallelerde, die eine Invasion auf unsere Erde plant.

Um das drohende Unheil abzuwenden, muss er eine Schriftrolle finden, auf der der gesamte Invasionsplan steht. Sie soll in der Kreml-Bibliothek sein. Er macht sich, begleitet von CIA-Agentin Rachel Straks, auf den Weg um die Erde und immer im Wettlauf gegen die Zeit. So beschließt die US-Army gerade dann die IS-Hochburg zu bombardieren, als er dort in einem alten Tempel die Inschriften studieren will, die ihm mehr über die Pläne der Parallel-Erdler verraten könnte.

Sein Gegner bei dieser Hatz ist die Bruderschaft des Drachen. Sie existiert ebenfalls seit Ewigkeiten. Ihre Mitglieder sind mächtige Männer an den Schaltstellen der Macht. Ihr Ziel ist es, die Invasion zu ermöglichen.

Die von „Kick-Ass“ Mark Millar erfundene und „American Vampire“ Rafael Albuquerque gezeichnete Actiongeschichte ist eine weitere Geschichte, die Millar nach seinem lukrativem Netflix-Deal veröffentlichte. Der Deal ermöglicht Millar die weitere Veröffentlichung von Comics, die gleichzeitig als Netflix-Serie optioniert sind. Wobei „Prodigy: Die böse Erde“ mit seiner weltumspannenden Geschichte und den zahlreichen Gebäude-vernichtenden Actionszenen eine sehr teure Angelegenheit wird.

Die Geschichte selbst hat das, was man bei Mark Millar liebt. Die Vorbilder sind erkennbar. Aber Millar dreht alles mindestens zwei Schrauben weiter und würzt es mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humor.

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Mark Millar/Rafael Albuquerque: Prodigy: Die böse Erde

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2020

172 Seiten

20 Euro

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Originalausgabe

Prodigy: The evil earth # 1 – 6

Netflix, 2019

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Hinweise

Homepage von Mark Millar

Meine Besprechung von Mark Millar/J. G. Jones‘ „Wanted (Mark Millar Collection 1)“ (Wanted # 1 – 6, Dezember 2003 – Februar 2005)

Meine Besprechung von Mark Millar/Steve McNivens „Nemesis“ (Nemesis, 2010/2011)

Meine Besprechung von Mark Millar/Grant Morrisons “Vampirella: Heiliger Krieg (Master Series 1)”

Meine Besprechung von Mark Millar/Steve McNivens „Wolverine: Old Man Logan“ (Old Man Logan, 2008/2009)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita, Jr. „Kick-Ass 2 (Band 1)“ (Kick-Ass 2 – Issue 1 – 4, Dezember 2010 – November 2011)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita, Jr. „Kick-Ass 2 (Band 2)“ (Kick-Ass 2 – Issue 5 – 7, Januar – Mai 2012)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita, Jr. „Hit-Girl – Kick-Ass 2: Die Vorgeschichte“ (Hit-Girl, Issue 1 – 5, August 2012 – April 2013)

Meine Besprechung von Mark Millar/Leinil Yus „Superior – Band 2“ (Superior, Issue 5 – 7, Dezember 2011 – März 2012)

Meine Besprechung von Mark Millar/Dave Gibbons‘ „Secret Service“ (Secret Service # 1- 6, Juni 2012 – April 2013)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita jr. „Kick-Ass 3 – Band 1“ (Kick-Ass 3, # 1 – 5, Juli 2013 – Januar 2014)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita jr. „Kick-Ass 3 – Band 2“ (Kick-Ass 3 – # 6 – 7, April – August 2014)

Meine Besprechung von Mark Millar/Leinil Yu/Nacho Vigalondos (Co-Autor/Drehbuch) „Super Croocks – Band 1: Der Coup“ (Super Crooks # 1 – 4, 2012)

Meine Besprechung von Jeff Wadlows Mark-Millar-Verfilmung „Kick-Ass 2“ (Kick-Ass 2, USA 2013)

Meine Besprechung von Matthew Vaughns Mark-Millar-Verfilmung „Kingsman: The Secret Service“ (Kingsman: The Secret Service, USA/Großbritannien 2015)

Meine Besprechung von Mark Millar/Dave Johnson/Kilian Plunketts „Genosse Superman (Mark Millar Collection 4)“ (Superman: Red Son # 1 – 3, 2003)

Meine Besprechung von Mark Millar/Rafael Albuquerque/Dave McCaigs „Huck – Held wider Willen“ (Huck # 1 – 6, November 2015 – April 2016)

Meine Besprechung von Mark Millar/Stuart Immonens „Empress“ (Empress # 1 – 7, Juni 2016 – Januar 2017)

Meine Besprechung von Mark Millar/Greg Capullos „Reborn“ (Reborn # 1 – 6, Oktober 2016 – Juni 2017)

Meine Besprechung von Mark Millar/Olivier Coipels „The Magic Order“ (The Magic Order # 1 – 6, 2018/2019)

Mein Besprechung von Mark Millar/Wilfredo Torres‘ „Jupiter’s Circle“ (Jupiter’s Circle # 1 – 6, 2015; Jupiter’s Circle 2 # 1 – 6, 2015/2016)

Meine Besprechung von Mark Millar/Ricardo Lopez Ortiz‘ „Hit-Girl in Kolumbien“ (Hit-Girl (2018) # 1 – 4, 2018)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita Jr. „Kick-Ass: Frauenpower“ (Kick-Ass (2018) # 1 – 6, 2018)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Stephen King/Rafael Albuquerques (Zeichner) „American Vampire – Band 1“ (American Vampire, Vol. 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Rafael Albuquerque/Mateus Santoloucos „American Vampire – Band 2“ (American Vampire, Vol. 6 – 11, 2010/2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Rafael Albuquerque/Danijel Zezeljs „American Vampire – Band 3“ (American Vampire, Vol. 12 – 18, 2011)

Meine Besprechung von Rafael Scavone/Rafael Albuquerques „Hit-Girl in Rom“ (Hit-Girl (2018) # 9 – 12, Oktober 2018 – Januar 2019)


TV-Tipp für den 11. März: Die göttliche Ordnung

März 10, 2020

Arte, 20.15

Die göttliche Ordnung (Schweiz, 2017)

Regie: Petra Volpe

Drehbuch: Petra Volpe

Schweiz, 1971: in einem Bergdorf im Appenzell ist die Zeit stehen geblieben. Der Mann ist der unumstrittene Herr im Haus und Frauen dürfen nicht wählen. Als die junge Nora Ruckstuhl wieder arbeiten möchte, erfährt sie, dass sie dafür die Erlaubnis ihres Mannes benötigt. Sie empfindet diese Regel als ungerecht. Als ihr Mann für einige Tage auf einer Militärübung ist, hat sie die Zeit sich immer mehr zu politisieren und in den Kampf um das Frauenwahlrecht einzumischen.

TV-Premiere. Wundervolle, nah an den historischen Fakten entlang erzählte, sehr aufbauende Komödie über Frauen, die beginnen für ihre Rechte zu kämpfen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Marie Leuenberger, Max Simonischek, Rachel Braunschweig, Sibylle Brunner, Marta Zoffoli, Bettina Stucky, Peter Freiburghaus, Therese Affolter, Ella Rumpf, Nicholas Ofczarek, Sofia Helin

Hinweise

Schweizer Homepage zum Film

Moviepilot über „Die göttliche Ordnung“

Wikipedia über „Die göttliche Ordnung“

Meine Besprechung von Petra Volpes „Die göttliche Ordnung“ (Schweiz 2017)


Cover der Woche

März 10, 2020


TV-Tipp für den 10. März: Colonia Dignidad – Aus dem Innern einer deutschen Sekte

März 9, 2020

Arte, 20.15

Colonia Dignidad – Aus dem Innern einer deutschen Sekte (Deutschland 2019)

Regie: Annette Baumeister, Wilfried Huismann

Drehbuch: Annette Baumeister, Wilfried Huismann

Vierteilige bzw. gut vierstündige Doku über die Colonia Dignidad, einer deutschen, sich christlich gebenden Sekte, die in Chile mit den dortigen diktatorischen Machthabern zusammenarbeitete. In der Doku reden erstmals Betroffene vor der Kamera über ihre Erlebnisse.

Durch Florian Gallenbergers Thriller „Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück“ (Deutschland/Luxemburg/Frankreich 2015) gelangte die Sekte zurück ins öffentliche Bewusstsein.

Hinweise

Arte über „Colonia Dignidad – Aus dem Innern einer deutschen Sekte“

ARD über „Colonia Dignidad – Aus dem Innern einer deutschen Sekte“

Wikipedia über die Colonia Dignidad


One World Berlin – Menschenrechte aktuell: „Sandmädchen“ – ein Blick in die Welt von Veronika Raila – am Mittwoch im Lichtblick-Kino

März 9, 2020

Weil ich den Abend moderiere, enthalte ich mich selbstverständlich jeglicher unverhältnismäßig positiven Bewertung des grandiosen Abends und poste nur die Ankündigung für diese unvergessliche Veranstaltung:

Am Mittwoch, den 11. März, präsentieren wir um 20.00 Uhr im Lichtblick-Kino (Kastanienallee 77, Prenzlauer Berg/Berlin) den beeindruckenden Dokumentarfilm „Sandmädchen“ (Deutschland 2017, Regie: Mark Michel). Für den MDR gehört der Film zu den zehn besten deutschen Filmen des letzten Jahrzehnts.

Anschließend Gespräch mit Laura Löppert, Psychologin (M.A), Förderzentrum Autismus e.V

Was heißt es, im eigenen Körper gefangen zu sein und nicht gesehen zu werden? Der Film „Sandmädchen“ entführt uns in die einzigartige Erfahrungs- und Lebenswelt von Veronika Raila, einer jungen Autistin, hypersensibel und von Geburt an schwer behindert.

Raila hat schmerzhaft erlebt, was es heißt, als Person nicht wahrgenommen zu werden. Als Kind wurde ihr ein IQ von 0 attestiert. Nur ihre Eltern glaubten an sie. Heute veröffentlicht sie, mittels gestützter Kommunikation, Prosa und Lyrik und studiert Literatur und Theologie.

Mit diesem Film nimmt Veronika gemeinsam mit Regisseur Mark Michel ihr eigenes Leben in den Blick. Der Film kombiniert ihre Texte und Gedanken mit behutsam ins Bild gesetzten Alltagsbeobachtungen, poetischen Naturaufnahmen und den eindrücklichen Sand-Animationen der Künstlerin Anne Loeper zu einem Essay über die Vielfältigkeit von Wahrnehmung und der Notwendigkeit der gesellschaftlichen Teilhabe.

„Selten wird so eindrucksvoll wie in diesem Dokumentarfilm die Diskrepanz zwischen der äußeren Erscheinung und dem Innenleben eines Menschen verdeutlicht. (..) ‚Sandmädchen‘ ist das einfühlsam inszenierte Porträt einer Frau, die in ihrem Körper gefangen zu sein scheint, sich aber eine erstaunliche geistige Freiheit erkämpft hat.“ (FBW, Prädikat wertvoll)

„Ein auf vielen Ebenen aufwühlender Film.“ (MDR)

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Hinweise zum Film

Homepage zum Film

Filmportal über „Sandmädchen“

Homepage von Veronika Raila

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Zur Reihe:

One World Berlin – Menschenrechte aktuell – eine monatliche Filmreihe mit Dokumentarfilmen über Bürger- und Menschenrechte wird organisiert von der Humanistischen Union, Deutschlands ältester Bürgerrechts-Organisation (mitbegründet von Fritz Bauer), One World Berlin Human Rights Film Festival, das sich seit 2004 durch Menschenrechts-Filmarbeit engagiert, und dem Lichtblick-Kino. Filmemacher*innen und Expert*innen diskutieren mit dem Publikum über Fragen, die Menschen in der Stadt bewegen, lokal und global: Recht auf Wohnraum, gegen Überwachung und Datenspeicherung, für Menschsein und Menschenrechte in der digitalen Welt.

»One World Berlin – Menschenrechte aktuell« versteht sich auch als Plattform für Berliner Bürger- und Menschenrechtsinitiativen, die zu den in den Filmen verhandelten Fragen arbeiten.

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Ort & Kinokarten

Lichtblick-Kino (Kastanienallee 77, Prenzlauer Berg)

Kartenvorverkauf im Lichtblick-Kino oder unter www.kinoheld.de


TV-Tipp für den 9. März: Der eiskalte Engel

März 9, 2020

Arte, 20.15

Der eiskalte Engel (Le Samourai, Frankreich/Italien 1967)

Regie: Jean-Pierre Melville

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

LV: Joan McLoad: The Ronin

Die letzten Tage des Profikillers Jef Costello. Er wird von der Polizei und seinen Auftraggebern gejagt.

Kühles Meisterwerk über Einsamkeit und Rituale. Und selbstverständlich: Kino in Reinkultur mit einem grandiosen Alain Delon.

„Melvilles Requiem für einen Killer ist die ästhetisch vollendetste Realisierung seines Schaffens, ein Film dessen rigorose Stilisierung fast etwas Abstraktes hat, der von Bildern und Tönen lebt, in denen das Dargestellte auch immer zugleich das Gemeinte ist, der Bedeutungsträger die Bedeutung, das Signifikat der Signifikant, ein Kino in Reinkultur, das seine Vorbilder überwunden hat und in der Perfektion seiner Inszenierung nur noch auf sich selbst verweist.“ (Hans Gerhold in Melville, Hanser Film 27)

Mit Alain Delon, Nathalie Delon, Francois Périer, Cathy Rosier

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der eiskalte Engel“

Wikipedia über „Der eiskalte Engel“ (deutsch, englisch, französisch) und über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 8. März: Teheran Tabu

März 8, 2020

Arte, 22.00

Teheran Tabu (Deutschland/Österreich 2017)

Regie: Ali Soozandeh

Drehbuch: Ali Soozandeh

TV-Premiere: beeindruckendes Sittengemälde des heutigen Teheran. Ali Soozandeh zeigt anhand von drei Frauenschicksalen, wie sie ihr eigenes Leben in einem Gottesstaat leben wollen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Elmira Rafizadeh, Zar Amir Ebrahimi, Arash Marandi, Bilal Yasar

Wiederholung: Donnerstag, 12. März, 00.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Teheran Tabu“

Moviepilot über „Teheran Tabu“

Metacritic über „Teheran Tabu“

Rotten Tomatoes über „Teheran Tabu“

Wikipedia über „Teheran Tabu“ (deutsch, englisch)

Arte über „Teheran Tabu“ (wenn ich es richtig sehe, ist der Film eine Woche in der Mediathek)

Meine Besprechung von Ali Soozandehs „Teheran Tabu“ (Deutschland/Österreich 2017)


Neu im Kino/Filmkritik: „La Vérité – Leben und lügen lassen“ in einer Künstlerfamilie

März 7, 2020

Die inzwischen in den USA lebende Lumir (Juliette Binoche), ihr Mann Hank (Ethan Hawke), ein mäßig erfolgreicher TV-Schauspieler, und ihre gemeinsame Tochter Charlotte (Clémentine Grenier) besuchen ihre in Paris lebende Mutter Fabienne (Catherine Deneuve). Sie sehen sich selten. Daher wird die Wiedersehensfreude durch ein Gefühl der Fremdheit beeinflusst.

In seinem ersten nicht-japanischen Film zeichnet Hirokazu Kore-eda dieses erste Zusammentreffen der Familienmitglieder gewohnt feinfühlig und, sicher auch durch die beiden Hauptdarstellerinnen Catherine Deneuve und Juliette Binoche, mit viel französischem Flair.

Neben der Fremdheit, die entsteht, wenn man sich lange nicht gesehen hat, ist hier auch die Beziehung zwischen Mutter und Tochter gestört. Fabienne Dangeville ist eine Schauspielerin, eine Diva und ein Star des französischen Kinos. In ihrem herrschaftlichem Anwesen ist sie von sie bewundernden und klaglos ihre Schrullen ertragenden Angestellten umgeben. Wobei ihre größte Schrulle ihr Gedächtnis und ihr nicht immer mit den Fakten übereinstimmender Blick auf die Realität ist. Beides pflegt die Diva liebevoll und setzt es bedenkenlos zu ihrem Vorteil ein. Zuletzt zeigte sich das in ihren Memoiren, die unter dem Titel „La Vérité – Die Wahrheit“ veröffentlicht wurden. In ihnen beschreibt sie sich als liebende und aufopferungsvolle Mutter.

Lumir, die inzwischen in den USA als Drehbuchautorin arbeitet, sieht das anders. Fabienne war keine gute Mutter, sondern eine Rabenmutter gewesen. Sie möchte, dass Fabienne das endlich einsieht.

In Hirokazu Kore-edas „La Vérité – Leben und lügen lassen“ ist die Besetzung mit Catherine Deneuve, Juliette Binoche und Ethan Hawke schon die halbe Miete. Mit ihnen erkundet er, wie in seinen vorherigen Filmen „Like Father, like Son“ (Soshite chichi ni naru, Japan 2013), „Unsere kleine Schwester“ (Umimachi Diary, Japan 2015) und „Shoplifters – Familienbande“ (Manbiki Kazoku, Japan 2018), was eine Familie ausmacht und in welchen Beziehungen Familienmitglieder, die nicht unbedingt blutsverwandt sein müssen. zueinander stehen. In „La Vérité“ entwirft Kore-eda ein sich auf mehreren Ebenen abspielendes Vexierspiel zwischen Wahrheit, Flunkerei, Selbstbetrug und Lüge, das auch zu einem Film im Film wird. Denn Fabienne hat eine Rollen in einem Science-Fiction-Film übernommen, der mühelos als autobiographische Spiegelung ihres Verhältnisses zu ihrer Tochter gesehen werden kann.

Kore-edas Familienaufstellung im finanziell gut saturiertem Künstlermilieu ist gewohnt subtil, sehr kunstvoll und, in diesem Fall, sehr französisch.

La Vérité – Leben und lügen lassen (La Vérité, Frankreich 2019)

Regie: Hirokazu Kore-eda

Drehbuch: Hirokazu Kore-eda

mit Catherine Deneuve, Juliette Binoche, Ethan Hawke, Clémentine Grenier, Manon Clavel, Alain Libolt, Christian Crahay, Roger von Hool, Ludivine Sagnier

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „La Vérité“

Metacritic über „La Vérité“

Rotten Tomatoes über „La Vérité“

Wikipedia über „La Vérité“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Like Father, like Son“ (Soshite chichi ni naru, Japan 2013)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Unsere kleine Schwester“ (Umimachi Diary, Japan 2015)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Shoplifters – Familienbande“ (Manbiki Kazoku, Japan 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: „Bad Boy“: Hooligans, Fußball und Verbrechen in Polen

März 7, 2020

Pawel und Piotr sind Brüder, die schon lange getrennte Wege gehen. Pawel ist fanatischer Fan des Fußballclubs Unia und Hooligan. Die Hooliganbande, bei der er Mitglied ist, ist knietief in kriminelle Aktivitäten verstrickt. Piotr ist Polizist. Jetzt soll er Beweise gegen diese Hooligangruppe sammeln. Dafür soll er in einem Undercover-Einsatz die Beziehung zu seinem Bruder auffrischen.

Fans von Gangsterfilmen kennen die Geschichte vom Undercover-Cop, der in sein altes Milieu zurückkehrt um einen Verbrecherboss zu überführen. Auch die zweite Geschichte, die Patryk Vega erzählt, ist für Fans von Gangsterfilmen eine vertraute Geschichte. Es geht um den mit Gewalt und Leichen gepflasterten Aufstieg von Pawel. Zuerst in der Hooliganbande vom Fußsoldaten zum Anführer. Später, mit der Hilfe der Anwältin Ola, die ebenfalls undercover arbeitet und ihm als Piotrs Freundin vorgestellt wird, steigt er weiter auf. Als Drogenhändler und als Vorsitzender seines Fußballvereins.

Vega erzählt beide Geschichten mit viel Gewalt und interessanten Wendungen, die bis zum Ende immer wieder überraschen. Inwiefern er in dieser von wahren Ereignissen inspirierten Geschichte die wahren Verhältnisse in Polen, der dortigen Hooliganszene und der Verflechtung von Hooligans, Verbrechern und Kapital überzeichnet, ist mir unklar. In jedem Fall sind polnische Hooligans als sehr gewaltbereit und sehr rechts bekannt. Verbindungen zum Organisierten Verbrechen liegen nahe. Aber ob es ihnen auch gelingt, als Hooliganbande durch das geschickte Ausnutzen von Vereinsregeln einen ganzen Verein zu übernehmen, weiß ich nicht.

Dass Pawel und seine ständig gewaltbereiten Hooligenfreunde nicht zu Identifikationsfiguren taugen, ist klar. Aber auch alle anderen Figuren in Vegas Gangsterfilm „Bad Boy“ sind denkbar unsympathisch und befreit von mitmenschlichen Gefühlen. Für sie zählt nur Gewalt und das skrupellos durchgesetzte Recht des Stärkeren. Einzig Piotrs Vorgesetzter Adam ist in dieser Welt halbwegs sympathisch. Immerhin sorgt er sich um Piotr und er will, die Regeln befolgend, etwas gegen das Organisierte Verbrechen unternehmen. Allerdings stiftet er Piotr an, seinen Bruder Pawel auszuspionieren und so Beweise für eine Gefängnisstrafe zu sammeln. Dadurch initiiert er alle weiteren Ereignisse.

„Bad Boy“ zeichnet ein sehr düsteres Bild der polnischen Gesellschaft. Und auch im Rahmen der Genrekonventionen fällt „Bad Boy“ sehr düster aus.

Patryk Vega inszenierte vorher „Pitbull“, „Women of Mafia“ und, anscheinend ist das sein einziger in Deutschland öffentlich präsentierter Film, „Hans Kloss – Spion zwischen den Fronten“. Sein nächster Film „Small World“ befindet sich gerade in der Postproduktion. Es geht um die Entführung von Kindern, die zu Sexsklaven werden, und einem Polizisten, der dagegen kämpft.Ein deutscher Kinostart ist nicht ausgeschlossen.

Bad Boy (Bad Boy, Polen 2020)

Regie: Patryk Vega

Drehbuch: Olaf Olszewski, Patryk Vega

mit Antoni Królikowski, Maciej Stuhr, Andrzej Grabowski, Piotr Stramowski, Małgorzata Kożuchowska, Katarzyna Zawadzka, Zbigniew Zamachowski, Kamil Grosicki

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Bad Boy“

Wikipedia über Patryk Vega


TV-Tipp für den 7. März: Ender’s Game

März 6, 2020

Sat.1, 20.15

Ender’s Game – Das große Spiel (Ender’s Game, USA 2013)

Regie: Gavin Hood

Drehbuch: Gavin Hood

LV: Orson Scott Card: Ender’s Game, 1985 (Enders Spiel)

Der junge Ender Wiggin soll zum Anführer im Kampf gegen die außerirdischen Formics ausgebildet werden. Dabei ist Ender noch ein Kind.

Durchaus gelungene Mainstream-Verfilmung eines Science-Fiction-Klassikers, die nicht die Komplexität der Vorlage erreicht.

Mehr in meiner Besprechung des Films und der Vorlage.

mit Asa Butterfield, Harrison Ford, Ben Kingsley, Abigail Breslin, Hailee Steinfeld, Moises Arias, Viola Davis, Nonso Anozie, Aramis Knight, Jessica Harthcock

Wiederholung: Sonntag, 8. März, 15.20 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Metacritic über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Rotten Tomatoes über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Wikipedia über „Ender’s Game – Das große Spiel“ (deutsch, englisch)

Homepage von Orson Scott Card

Phantastik-Couch über Orson Scott Card

Wikipedia über Orson Scott Card (deutsch, englisch)

Epilog: Interview mit Orson Scott Card (2004)

Meine Besprechung von Orson Scott Card (Projektleitung)/Christopher Yost (Skript)/Pasqual Ferrys (Zeichnungen) „Ender’s Game – Das große Spiel (Band 1)“ (Ender’s Game: Battle School 1 – 5, 2009)

Meine Besprechung von Orson Scott Card (Projektleitung)/Christopher Yost (Skript)/Pasqual Ferry (Zeichnungen) „Ender’s Game – Das große Spiel (Band 2)“ (Ender’s Game: Command School 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Orson Scott Cards „Enders Spiel“ (Ender’s Game, 1985, 1991 erschien eine vom Autor leicht überarbeitete Ausgabe) und Orson Scott Cards „Enders Schatten“ (Ender’s Shadow, 1999)

Meine Besprechung von Gavin Hoods „Ender’s Game – Das große Spiel“ (Ender’s Game, USA 2013)

Meine Besprechung von Gavin Hoods „Official Secrets“ (Official Secrets, Großbritannien/USA 2019)

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Die Vorlage

Man kann die Romane unabhängig voneinander lesen und man muss „Enders Schatten“ nicht lesen, um „Enders Spiel“ zu verstehen, aber „Enders Schatten“ ist eine wirklich lesenswerter anderer Blick auf die Ausbildung von Ender Wiggins. Und daher empfehle ich beide Romane; in chronologischer Reihenfolge.

Card - Enders Spiel - 2Card - Enders Schatten - 2

Orson Scott Card: Enders Spiel

(übersetzt von Karl-Ulrich Burgdorf)

Heyne, 2012

464 Seiten

8,99 Euro

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Originalausgabe

Ender’s Game

Tor, 1985

(1991 erschien eine vom Autor leicht überarbeitete Ausgabe)

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Frühere deutsche Ausgaben als „Das große Spiel“ und, als Doppelband mit dem zweiten Ender-Roman, als „Ender“.

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Orson Scott Card: Enders Schatten

(übersetzt von Regina Winter)

Heyne, 2013

592 Seiten

8,99 Euro

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Originalausgabe

Ender’s Shadow

Tor, 1999


Neu im Kino/Filmkritik: „Onward: Keine halben Sachen“ ist eine halbe Sache

März 6, 2020

In dem neuen Pixar-Film „Onward: Keine halben Sachen“ vermissen die Brüder Ian und Barley Lightfoot ihren schon vor Jahren verstorbenen Vater. Vor allem Ian würde seinen Vater, der kurz vor seiner Geburt starb, gerne kennen lernen. In der Schule ist der schüchterne und penible Teenager ein Außenseiter, der keine Freunde hat. Zu seinem 16. Geburtstag schenkt ihm seine Mutter den Zauberstab seines Vaters. Denn in dieser Welt existiert Magie. Auch wenn sie in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr in Vergessenheit geriet. Heute unterscheidet sich die Welt von „Onward“ kaum von unserer Welt. Ians drei Jahre älterer Elfen-Bruder Barley, ein erklärter Magie-Nerd und herzensguter Hallodri, der zu viel Energie für ein Slacker-Dasein hat, ist begeistert. Denn mit dem Zauberstab und dem Zauberspruch, der in einem Brief ihres Vaters steht, kann ihr Vater einmal für 24 Stunden zurück geholt werden. Ian ist skeptisch. Aber die beiden Brüder probieren den Zauberspruch aus. Dummerweise gelingt ihre Zauberei nur halb. Und zwar so halb, dass von ihrem Vater nur die untere Hälfte zurückkam. Es sind zwei Beine und ein Po, aber kein Gesicht, keine Augen, keine Ohren und keine Stimme.

Um doch mit ihm reden zu können, müssen sie einen Phönix-Stein finden, mit dem sie den Zauber vollenden können.

Gemeinsam machen sie sich auf den Weg – und die Geschichte nimmt ziemlich genau den Verlauf, den man erwartet. Ian ist bei dieser Reise der Bruder, der Zaubern kann und zunehmend an Selbstvertrauen gewinnt. Der vor Selbstbewusstsein strotzende Barley weiß dagegen alles über Zauberei. Allerdings kann er nicht zaubern. Auf ihrer Suche nach dem Stein erleben die beiden Brüder viele Abenteuer und kommen sich näher. Verfolgt werden sie dabei von ihrer Mutter, der Mantikor, einer furchtlosen Kriegerin, die eine Mischung aus Fledermaus, Skorpion und Löwe ist, und Officer Colt Bronco, einem Mischwesen aus Mensch und Pferd. Denn die beiden Brüder wissen nichts von einem sie bedrohendem Fluch.

Schlecht ist „Onward: Keine halben Sachen“ nicht. Aber für einen Pixar-Film ist Dan Scanlons Animationsfilm ziemlich enttäuschend. Die besten Pixar-Filme sind gleichzeitig für Kinder und Erwachsene ein emotionales und intellektuelles Vergnügen. Sie entführen in fremde Welten. Schwere und komplizierte Themen werden so angesprochen, dass Kinder sie verstehen können, ohne dass irgendetwas von der Komplexität der Themen genommen wird. Gleichzeitig streuen die Macher Anspielungen und Gags ein, die nur Erwachsene verstehen. Denn die Pixar-Macher wollen nicht mit dem Vorwurf konfrontiert werden, ihr Publikum zu unterschätzen und zu unterfordern.

Genau das kann über „Onward: Keine halben Sachen“ nicht gesagt werden. Der Film fordert auch ein junges Publikum nie heraus. Dafür ist die Geschichte als eine reine Abfolge von Prüfungen und Abenteuern, bei denen die beiden Brüder sich näherkommen, zu vorhersehbar. Die Welt in der sie spielt, wurde zwar extra für den Film erfunden, aber sie setzt sich aus allseits bekannten Fantasy-Bausteinen zusammen. Und die Frage, wie ein Kind mit dem Tod und der damit verbundenen Abwesenheit eines geliebten Elternteils umgeht, ist in „Onward“ letztendlich nebensächlich gegenüber einer Abenteuergeschichte, in der die Witze und die Abenteuer immer auf ein junges Publikum zielen. Immerhin gewinnt Ian Selbstvertrauen und auch Barley wird reifer.

Das ändert aber nichts daran, dass in diesem Pixar-Film eindeutig zu viel ‚Disney‘ steckt.

Onward: Keine halben Sachen (Onward, USA 2020)

Regie: Dan Scanlon

Drehbuch: Dan Scanlon, Jason Headley, Keith Bunin

mit (im Original den Stimmen von) Tom Holland, Chris Pratt, Julia Louis-Dreyfus, Octavia Spencer, Mel Rodriguez, Kyle Bornheimer, Tracey Ullman

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Onward“

Metacritic über „Onward“

Rotten Tomatoes über „Onward“

Wikipedia über „Onward“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Philosophieren und Kämpfen in „Ip Man 4: The Finale“

März 6, 2020

1964 ist der 1893 geborene Ip Man (bzw. Yip Man) wahrlich kein Jungspund mehr. In den vergangenen Jahrzehnten lehrte er die südchinesische Kampfkunst Wing Chun. Einer seiner Schüler ist Bruce Lee, der inzwischen in den USA lebt und eine erfolgreiche Kampfschule betreibt. Er unterrichtet auch nicht chinesische Schüler und trägt zur Popularisierung chinesischer Kampfkünste und des damit verbundenen Denkens im Westen bei.

Als, und hier verlassen wir das Feld der unbestreitbaren Fakten und betreten die Filmgeschichte, Ip Man von seinem Arzt erfährt, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist, und sich die Probleme mit seinem renitenten Ziehsohn Ching häufen, beschließt Ip Man in die USA zu reisen. In San Francisco will er, weil die amerikanischen Schulen gut sein sollen, für Ching einen Schulplatz finden. Außerdem will er seinen Schüler Bruce Lee besuchen. Der hat inzwischen seine Schulausbildung in den USA abgeschlossen und ein Trainingscenter eröffnet, in dem auch US-Amerikaner Wing Chun trainieren können. Die chinesische Exilgemeinde, vor allem Wan Zong Hua, der mächtige Vorsitzenden der Chinese Benevolent Association (die für den Schulbesuch in den USA die notwendigen Empfehlungsschreiben ausstellt), lehnt die von Bruce Lee getätigte Öffnung der chinesischen Kampfkunst für Nicht-Chinesen ab. Wan möchte, dass Kung Fu weiterhin nur von Chinesen ausgeübt wird und Ip Man soll mit Bruce Lee darüber reden. Ip Man hat dagegen nichts gegen eine weitere Verbreitung ihrer Kampfkunst.

Das ist nicht der einzige Konflikt, in den Ip Man hineingerät. US-Marine-Sergeant Hartmann, ein Schüler von Bruce Lee, möchte, dass Wing Chun in das Trainingsprogramm der Soldaten aufgenommen wird. Seine Vorgesetzten Barton Geddes und Colin Frater sind dagegen. Sie bevorzugen das martialische Karate.

Und so muss Ip Man, der schon optisch wie ein Mönch aussieht, zwischen den Fronten vermitteln.

Für „Ip Man 4: The Finale“ haben sich die Macher der vorherigen, sehr erfolgreichen „Ip Man“-Filme, die in den vergangenen Jahren sehr dazu beitrugen, das Denken, Wirken und Leben von Ip Man weltweit bekannt zu machen, wieder zusammengetan. Donnie Yen übernahm wieder die Hauptrolle. Wilson Yip wieder die Regie. Edmond Wong schrieb wieder das Drehbuch. Die Kampfchoreographie übernahm wieder Yuen Woo-Ping. Er war auch zuständig für die Action-Choreographie in Wong Kar-Wais Ip-Man-Film „The Grandmaster“ und in den „Matrix“- und „Kill Bill“-Filmen. Die Kämpfe überzeugen als realistische Kämpfe, die meisten auf dem begrenzten Raum eines Wettkampfplatzes ausgetragen werden.

Die Geschichte selbst behandelt ständig die Frage, welche Kultur überlegen ist (Die chinesische oder die amerikanische? Kung Fu oder Karate?) und wie man sich als Einwanderer verhalten soll. Assimilation, Integration oder in selbstgewählter Isolation verharren? Diese Fragen, Themen und Konflikte werden im Drehbuch und Film sehr deutlich herausgearbeitet. Ebenso deutlich wird die zeitlose Aktualität dieser Fragen herausgearbeitet. Immer wieder sind die im Film geäußerten Ansichten, je nachdem wer sie äußert, erschreckend oder auch erfreulich aktuell.

„Ip Man 4: The Finale“ ist vor allem deshalb das Finale der Serie, weil die Macher jetzt aufhören wollen. An der Kinokasse ist ihr prächtig ausgestatteter Martial-Arts-Film schon jetzt erfolgreichste Film der Serie. Er ist auch ein würdevolles Ende der Serie.

Der echte Ip Man starb am 2. Dezember 1972 in Hongkong.

Ip Man 4: The Finale (葉問4:完結篇, Hongkong/China 2019)

Regie: Wilson Yip

Buch: Hiroshi Fukazawa, Edmond Wong

mit Donnie Yen, Scott Adkins, Chris Collins, Wu Yue, Danny Chan, Yanness Wu, Kent Cheng

Länge: 105 Minuten

FSK: ab 16 Jahre (hätte auch eine FSK 12 geben können)

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Hinweise

Moviepilot über „Ip Man 4: The Finale“

Metacritic über „Ip Man 4: The Finale“

Rotten Tomatoes über „Ip Man 4: The Finale“

Wikipedia über „Ip Man 4: The Finale“ 


TV-Tipp für den 6. März: No Country for Old Men

März 5, 2020

Pro7, 23.25

No Country for Old Men (No Country for Old Men, USA 2007)

Regie: Ethan Coen, Joel Coen

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

LV: Cormac McCarthy: No Country for Old Men, 2005 (Kein Land für alte Männer)

Lewellyn Moss findet in der texanischen Wüste die Überreste eines gescheiterten Drogendeals: Leichen, Heroin und zwei Millionen Dollar. Er schnappt sich die Kohle und steht auf der Abschussliste eines gnadenlosen Killers.

Feine McCarthy-Verfilmung der Coen-Brüder, die, neben vielen anderen Preisen, auch den Oscar als bester Film des Jahres gewann und für den Edgar nominiert war (aber das war auch mit dem Gewinner “Michael Clayton”, “Tödliche Versprechen”, “Zodiac – Die Spur des Verbrechers” und “Die Regeln der Gewalt” ein starkes Jahr für Krimifreunde).

Mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald

Wiederholung: Sonntag, 8. März, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über “No Country for Old Men”

Rotten Tomatoes über “No Country for Old Men”

Wikipedia über “No Contry for Old Men” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Ein „Bloodshot“ für Vin Diesel

März 5, 2020

Im Presseheft steht, in „Bloodshot“ spiele Vin Diesel erstmals einen Superhelden. Das ist höchstens halb richtig. Einerseits weil Ray Garrison ein mittels Nanotechnologie optimierter Soldat ist und das klingt dann doch sehr nach Technikanwendung, andererseits weil der von ihm gespielte Hyper-James-Bond-Verschnitt xXx Xander Cage und der Einzelkämpfer Riddick, der in der Nacht sehen kann, schon ziemliche unkaputtbare Superhelden waren. Auch Kaulder in „The Last Witch Hunter“ (keine Lücke im Filmwissen, die geschlossen werden muss) war ziemlich superheldisch. Und Dom Toretto wird in den „Fast & Furious“-Filmen zunehmend zu einem unbesiegbarem Autofahrer. An der Kinokasse ist nur die „Fast & Furious“-Serie durchgehend erfolgreich.

Genau wie alle diese Filme soll „Bloodshot“ der Beginn eines neuen Franchise für Vin Diesel sein. Die Vorlage für den Actionthriller ist eine 1992 von Kevin VanHook, Don Perlin und Bob Layton begonnene Comicreihe über einen mittels Nanotechnologie zum unbesiegbaren Superhelden mutierten Soldaten, der herausfinden will, wer er wirklich ist. Denn sein Gedächtnis und damit auch seine Erinnerungen wurden und werden manipuliert.

Im Film wird erzählt, wie der Soldat Garrison von Martin Axe (Toby Kebbell) getötet wird. Davor ermordete der Psychopath Axe bereits Garrisons über alles geliebte Frau.

Kurz darauf erwacht Garrison in den oberen Stockwerken eines Wolkenkratzers in einem leicht futuristischem Labor der für das Militär forschenden Firma Rising Spirit Technologies (RST). RST-Chef Dr. Emil Harting (Guy Pearce) erklärt ihm, er sei jetzt mittels Nanotechnologie optimiert und praktisch unbesiegbar. Jedenfalls wenn es um Schuss- und Stichwunden geht. Mit Betäubungsmitteln kann er allerdings schnell außer Gefecht gesetzt werden. Oder man schaltet einfach, wie bei einem Computer, sein Gehirn ab. Dieses Feature verrät Harting Garrison selbstverständlich nicht.

Als Garrison näheres über die Umstände seines Todes erfährt, ist er nur von einem Gedanken besessen: er will sich an Axe rächen.

Das klingt doch nach einer guten Prämisse für ein ordentliches zweistündiges Actionspektakel. Dummerweise tötet Garrison Axe bereits nach einigen Minuten und wir erfahren, dass Harting das Gedächtnis von Garrison manipuliert. Ab jetzt ist die Story ein einziger Kladderadatsch von chaotisch motivierten Figuren, erzählerischen Lücken, Unlogik (zum Beispiel: Warum tut der Bösewicht das, was er tut, bei Garrison so und nicht anders? oder Warum helfen Garrison irgendwann bestimmte Figuren?) und billig inszenierter Action im schlecht kopierten wackeligen Jason-Bourne-Stil.

Schon lange vor dem Abspann sieht „Bloodshot“ wie ein weiteres geplantes Franchise aus, das dead on arrival ist.

Dabei hätte die Figur Bloodshot und die Idee, dass jemand das Gedächtnis des Protagonisten für seine Zwecke manipuliert, durchaus das Potential für einen zum Nachdenken anregenden Blockbuster. Man denke nur an Christopher Nolans „Inception“. Regiedebütant David S. F. Wilson kommt noch nicht einmal in die Nähe von Nolans Film.

Bloodshot (Bloodshot, USA 2020)

Regie: David S. F. Wilson

Drehbuch: Jeff Wadlow, Eric Heisserer (nach einer Geschichte von Jeff Wadlow)

LV: Comicfigur von Kevin VanHook, Don Perlin und Bob Layton

mit Vin Diesel, Eiza González, Sam Heughan, Toby Kebbell, Guy Pearce, Jóhannes Haukur Jóhannesson

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Bloodshot“

Metacritic über „Bloodshot“

Rotten Tomatoes über „Bloodshot“

Wikipedia über „Bloodshot“ 


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: „Die Känguru-Chroniken“ transformieren ins Kino

März 5, 2020

Die erste Begegnung läuft im Film genauso undramatisch wie im Buch ab: ein Känguru klingelt und fragt Marc-Uwe Kling, ob er Eier für einen Eierkuchen habe. Kling, eigentlich Marc-Uwe, gibt sie ihm. Ohne sich über das sprechende Känguru zu wundern. Kurz darauf klingelt das Känguru wieder und fragt nach dem Salz. Marc-Uwe gibt es ihm. Nachdem das Känguru sich alle Zutaten für den Eierkuchen zusammengeschnorrt hat, fällt ihm auf, dass es keinen Herd hat.

Das ist der Beginn einer wundervollen Freundschaft. Im Buch war diese Begegnung schon vor über zehn Jahren. Den ersten Auftritt hatte das Känguru 2008 in dem wöchentlichen Podcast „Neues vom Känguru“ beim RBB-Radiosender „Fritz“. Seitdem schrieb Kling unzählige weitere Känguru-Geschichten, die er in bis heute vier Büchern veröffentlichte. Die Bücher wurden Bestseller. Die Hörbücher ebenso. Da war eine Verfilmung nur eine Frage der Zeit. Wobei die Känguru-Bücher sich gegen eine Verfilmung sperren. Sie bestehen aus kurzen, meist drei- bis vierseitigen Geschichten, die wenig bis überhaupt nicht miteinander verbundenen sind. Einige Figuren tauchen öfter auftauchen, ohne dass sie nennenswert an Tiefe gewinnen. Die Wirtin der Eckkneipe ist die Wirtin der Eckkneipe. Der tumbe Nazi der tumbe Nazi.

Für den Film musste daher eine Geschichte erfunden werden. Und die geht so: Kleinkünstler Marc-Uwe und das Känguru, das, philosophisch gebildet, Besitz ablehnt und sich daher schamlos am Eigentum anderer Menschen vergreift und durchschnorrt, leben gemütlich in Marc-Uwes Kreuzberger Altbauwohnung vor sich hin. Als der großkotzige Großinvestor Jörg Dwigs, gleichzeitig Vorsitzender der „Nationalkonservative Partei für Sicherheit und Verantwortung“ den Kiez durchsanieren und die Baugrube neben Marc-Uwes Haus mit einem edlen Schicki-Micki-Hochhaus zubauen will, ist Widerstand angesagt.

Neben diesem Hauptplot gibt es zahlreiche Episoden, die mehr oder weniger direkt auf bereits bekannten Känguru-Geschichten basieren. Dabei bediente Marc-Uwe Kling, der das Drehbuch schrieb, sich bei allen Känguru-Büchern. So hat Dwigs seinen ersten Auftritt erst im zweiten Känguru-Buch „Das Känguru-Manifest“.

Damit ist schon einmal klar, dass der Humor des Films dem der Vorlagen ähnelt. Diese sind klassische Lesebühnentexte, zu denen alle beifällig nicken können und sich niemand jemals überfordert fühlt. Es sind humorig-harmlose Schnurren. Niemand wird verletzt. Es wird auf konsensfähige Gegner eingeschlagen. Im Buch Nazis und Kapitalisten. Im Film eine AfD-ähnliche Partei und Kapitalisten. Es gibt Beobachtungen aus dem Großstadtleben, die ebenso konsensfähig sind. Eine satirische Zuspitzung oder auch eine Demaskierung des eigenen Milieus erfolgt nicht. Dafür sind die Geschichten durchgehend zu nett und zu oberflächlich. Marc-Uwe Kling will kein Max Goldt, Georg Schramm oder Wiglaf Droste sein.

Auch der Film überfordert niemals. Episodisch wird sich von einer Situation zur nächsten gehangelt. Der Kampf gegen das Bauprojekt bleibt eine erzählerische Krücke mit einem Ende, das sich in dem Moment vielleicht gut anfühlt, aber das Problem nicht löst. Es noch nicht einmal versucht. Dabei spricht der Kampf gegen Mietwucher, Großinvestoren und Gentrifizierung reale Berliner Probleme an, die auch die Probleme von allen Metropolen sind. In Berlin führte das zu einer Volksinitiative, die eine Enteignung von großen Wohnungsgesellschaften, wie Deutsche Wohnen, fordert, und einem Mietendeckel.

Die Anspielungen und Zitate auf und aus anderen Filmen – Ich sage nur, ergänzend zu den schon im Trailer gezeigten Anspielungen, Bud Spencer, „Pulp Fiction“ (die goldene Uhr), „The Big Lebowski“ (der Teppich) – sind überdeutlich und peinlich schlecht zitiert. Der Rest spielt sich in der Kreuzberger Wohlfühlzone der saturierten Kapitalismuskritik und des Verkloppens bierbäuchiger und sehr dummer Nazis ab.

Von Regisseur Dani Levy hätte ich mehr als diesen rundum harmlos-gefälligen Klamauk erwartet.

Fans der Känguru-Geschichten werden sich allerdings genau darüber freuen.

Die Känguru-Chroniken (Deutschland 2020)

Regie: Dani Levy

Drehbuch: Marc-Uwe Kling

LV: Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Chroniken, 2009 (naja, eigentlich eher „lose inspiriert“)

mit Dimitrij Schaad, Rosalie Thomass, Adnan Maral, Tim Seyfi,Carmen-Maja Antoni, Bettina Lamprecht, Henry Hübchen, Oscar Strohecker, Volker Zack, Paulus Manker

Länge: 92 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

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Lesehinweis

 

Wer tiefer in die Welt von Marc-Uwe Kling und seinem Mitbewohner einsteigen will, kann zwischen zwei neuen Ausgaben ihrer Abenteuer wählen. Für den schmalen Geldbeutel erschien der erste Band der Känguru-Geschichten im Filmcover. Der Rest entspricht den früheren Ausgaben.

Als Ostergeschenk eignet sich der Sammelband „Die Känguru-Tetralogie“, der alle bislang erschienenen Känguru-Bücher in einem schicken Schuber enthält. Die Bücher haben einen festen Einband. Ansonsten unterscheiden sie sich nicht von früheren Ausgaben.

Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Chroniken

Ullstein, 2020 (mit Filmcover)

272 Seiten

10,99 Euro

Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Tetralogie (Die Känguru-Werke)

Ullstein, 2020

1184 Seiten

36 Euro

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enthält

Die Känguru-Chroniken, 2009

Das Känguru-Manifest, 2011

Die Känguru-Offenbarung, 2014

Die Känguru-Apokryphen, 2018

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Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Die Känguru-Chroniken“

Moviepilot über „Die Känguru-Chroniken“

Wikipedia über „Die Känguru-Chroniken“

Homepage von Marc-Uwe Kling

Meine Besprechung von Dani Levys „Die Welt der Wunderlichs“ (Deutschland/Schweiz 2016)


TV-Tipp für den 5. März: James Bond 007 jagt Dr. No

März 5, 2020

Bereits um 20.15 Uhr zeigt Vox den Daniel-Craig-Bond „Ein Quantum Trost“, aber „Dr. No“ ist der viel bessere Bond

Vox, 22.25

JAMES BOND: 007 jagt Dr. No (Dr. No, Großbritannien 1962)

Regie: Terence Young

Drehbuch: Richard Maibaum, Johanna Harwood, Berkely Mather

LV: Ian Fleming: Dr. No, 1958 (007 James Bond jagt Dr. No)

Auf Jamaica soll James Bond herausfinden, wer zwei Mitarbeiter des Secret Service umbrachte. Er stößt schnell auf Dr. No.

Der allererste Bond, mit Sean Connery, Ursula „Bikini“ Andress, Joseph Wiseman – damals noch nah am Buch und ziemlich hart. „Dr. No“ ist nicht nur aus nostalgischen Gründen sehenswert.

Hinweise

Rottn Tomatoes über „James Bond: 007 jagt Dr. No“

Wikipedia über „James Bond: 007 jagt Dr. No“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romane “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond – Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Kurzmeldung: „James Bond: Keine Zeit zu Sterben“ hat einen neuen Starttermin: ab dem 12. November 2020 in deutschen Kinos

März 5, 2020

Der 25. James-Bond-Film „Keine Zeit zu Sterben“ (No Time to Die) wird nicht, wie geplant, Anfang April, sondern erst im November, wahrscheinlich Mitte November, in unseren Kinos anlaufen. Damit ist der Bond-Film der erste Blockbuster, der wegen des Coronavirus seinen Starttermin verschiebt.

Nachtrag (einige Stunden später): der deutsche Kinostart ist am 12. November.

–

Der Titelsong

Ein brandneues Interview mit Daniel Craig über den neuen Bond-Film (soweit er schon über den Inhalt reden darf)


TV-Tipp für den 4. März: Eine Sommerliebe

März 3, 2020

Arte, 20.15

La belle saison – Eine Sommerliebe (La belle saison, Frankreich/Belgien 2015)

Regie: Catherine Corsini

Drehbuch: Catherine Corsini, Laurette Polmanss

1971 trifft die 23-jährige Delphine in Paris die Aktivistin Carole. Sie verlieben sich ineinander. Aber dann muss Delphine zurück auf den Hof ihrer Eltern. Carole folgt ihr in eine für sie vollkommen fremde Welt.

Wunderschöne, politisch grundierte Sommerromanze, die auch viel über die frühen Siebziger Jahre in Frankreich erzählt

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Cécile de France, Izïa Higelin, Noémi Lvovsky, Kévin Azais, Laetitia Dosch, Benjamin Bellecour

Wiederholung: Montag, 9. März, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „La belle saison“

Rotten Tomatoes über „La belle saison“

Wikipedia über „La belle saison“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Catherine Orsinis „La belle saison – Eine Sommerliebe“ (La belle saison, Frankreich/Belgien 2015) und der Blu-ray


Cover der Woche

März 3, 2020


TV-Tipp für den 3. März: Dead Man Walking – Sein letzter Gang

März 2, 2020

Nitro, 00.35

Dead Man Walking – Sein letzter Gang (Dead Man Walking, USA 1995)

Regie: Tim Robbins

Drehbuch: Tim Robbins

LV: Sister Helen Prejean: Dead Man Walking, 1993 (Dead Man Walking – Sein letzter Gang)

Die Nonne Helen Prejean lernt den Verbrecher Matthew Poncelet, der in der Todeszelle sitzt, kennen. Eine Freundschaft entwickelt sich, die mit seinem Tod endet.

Starkes, auf Tatsachen basierendes Drama über die Todesstrafe und das US-amerikanische Justizsystem. Susan Sarandan erhielt für ihre Darstellung einen Oscar.

„Der Regie und den Hauptdarstellern ist es gelungen, einen aufwühlenden Film über die Todesstrafe zu machen, ohne in ein Rührstück zu verfallen (…) ein in jeder Hinsicht anspruchs- und gehaltvolles Werk.“ (Fischer Film Almanach 1997)

mit Susan Sarandon, Sean Penn, Robert Prosky, Ramond J. Barry, R. Lee Ermey

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Dead Man Walking“

Wikipedia über „Dead Man Walking“ (deutsch, englisch)