Der Preis wird (neben vielen anderen wichtigen Krimipreisen) auf der Bouchercon verliehen. Sie ist dieses Jahr vom 6. bis zum 9. September in St. Petersburg, Florida.
Nominiert sind:
Best Original Private Eye Paperback:
• Play a Cold Hand, by Terence Faherty (Perfect Crime)
• The Strange Disappearance of a Bollywood Star, by Vaseem Khan (Redhook)
• Dames Fight Harder, by M. Ruth Myers (CreateSpace)
• The Painted Gun, by Bradley Spinelli (Akashic)
• Lights Out Summer, by Rich Zahradnik (Camel Press)
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Best First Private Eye Novel:
• Under Water, by Casey Barrett (Kensington)
• A Negro and an Ofay, by Danny Gardner (Down & Out)
• Gone to Dust, by Matt Goldman (Forge)
• August Snow, by Stephen Mack Jones (Soho Crime)
• The Last Place You Look, by Kristen Lepionka (Minotaur)
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Best P.I. Short Story:
• “Out of Business,” by Eric Beetner (Down & Out: The Magazine, Volume 1/Issue 1)
• “Breakage,” by Reed Farrel Coleman (Down & Out: The Magazine, Volume 1/Issue 1)
Die Crime Writers of Canada haben den diesjährigen Arthur Ellis Award für besonders gelungene kanadische Kriminalromane verliehen:
Best Crime Novel:
Sleeping in the Ground, von Peter Robinson (McClelland & Stewart)
nominiert: The Winners’ Circle, von Gail Bowen (McClelland & Stewart); The Party, von Robyn Harding (Gallery/Scout Press); The White Angel, von John MacLachlan Gray (Douglas and McIntyre); The Forgotten Girl, von Rio Youers (St. Martin’s Press)
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Best First Crime Novel:
Full Curl, von Dave Butler (Dundurn Press)
nominiert: Puzzle of Pieces, von Sally Hill Brouard (FriesenPress); Ragged Lake, von Ron Corbett (ECW Press); Flush, von Sky Curtis (Inanna); Our Little Secret, von Roz Nay (Simon & Schuster Canada)
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Best Crime Novella (The Lou Allin Memorial Award):
“How Lon Pruitt Was Found Murdered in an Open Field with No Footprints Around,” von Mike Culpepper (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, September/October 2017)
nominiert: “Snake Oil,” von M.H. Callway (from 13 Claws: The Mesdames of Mayhem; Carrick); Blood and Belonging, von Vicki Delany (Orca); “Dead Clown Blues,” von R. Daniel Lester (Shotgun Honey); “Money Maker,” von Jas R. Petrin (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, May/June 2017)
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Best Crime Short Story:
“The Outlier,” von Catherine Astolfo (from 13 Claws)
nominiert: “There be Dragons,” von Jane Petersen Burfield (from 13 Claws); “Jerusalem Syndrome,” von Hilary Davidson (from Passport to Murder: Bouchercon Anthology 2017, herausgegeben von John McFetridge; Down & Out); “The Ranchero’s Daughter,” von Sylvia Maultash Warsh (from 13 Claws); “The Sin Eaters,” von Melissa Yi (from Montreal Noir, herausgegeben von John McFetridge und Jacques Fillippi; Akashic)
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Best Non-Fiction Crime Book:
The Whisky King, von Trevor Cole (HarperCollins)
nominiert: Murder in Plain English, von Michael Arntfield and Marcel Danesi (Prometheus); Blood, Sweat and Fear, von Eve Lazarus (Arsenal Pulp Press); The Dog Lover Unit, von Rachel Rose (St. Martin’s Press); Police Wife: The Secret Epidemic of Police Domestic Violence, von Alex Roslin (Sugar Hill)
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Best Juvenile/Young Adult Crime Book:
Chase, von Linwood Barclay (Puffin Canada)
nominiert: Missing, von Kelley Armstrong (Doubleday Canada); The Disappearance, von Gillian Chan (Annick Press); Thistlewood, von Donna Chubaty (Grasmere); The Lives of Desperate Girls, von MacKenzie Common (Penguin Teen Canada)
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Best Crime Book in French:
Les Tricoteuses, von Marie Saur (Héliotrope Noir)
nominiert: Amqui, von Éric Forbes (Héliotrope Noir); La vie rêvée de Frank Bélair, von Maxime Houde (Éditions Alire); Les clefs du silence, von Jean Lemieux (Québec Amérique); La mort en bleu pastel, von Maryse Rouy (Éditions Druide)
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Best Unpublished Manuscript:
Destruction in Paradise, von Dianne Scott
nominiert: The Alibi Network, vonRaimey Gallant; Finn Slew, vonKen MacQueen; Dig, Dug, Dead, vonSylvia Teaves; Condemned, von Kevin Thornton
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Grand Master
Gail Bowen
Statement der Crime Writers of Canada dazu: “Gail Bowen is being recognized von Crime Writers of Canada for her long and illustrious career as a crime-fiction author. She has almost 20 books in her long-running Joanne Kilbourn series, several of which were either nominated for or received awards, including the Arthur Ellis Award for Best Novel in 1994, for A Colder Kind of Death. She has also written four Rapid Reads novellas and several plays. She is well established in Canada, highly respected in the writing community, and much sought after von readers. She is frequently a guest at literary events. Several of her Joanne Kilbourn books were turned into a TV series.”
LV: Sir Arthur Conan Doyle: The Lost World, 19112 (Die verlorene Welt)
Vor „Jurassic Park“ gab es „The Lost World“: eine von Sherlock-Holmes Erfinder Sir Arthur Conan Doyle ersonnene Welt im Amazonas, wo es noch Dinosaurier gibt. Als Professor davon erfährt, macht er sich mit einer Gruppe Abenteurer auf den Weg in den nicht erforschten Dschungel.
Ein Klassiker des Stummfilms, des Monsterfilms und ein Erlebnis für Fans von Trickfilmen. Sie alle werden beeindruckt sein von dem damaligen, stilprägenden Hit.
Willis H. O’Brien und Marcel Delgado fertigten über fünfzig Tierfiguren an, die mit dem Stop-Motion-Verfahren zum Leben erweckt wurden.
Arte zeigt die restaurierte und um fehlende Szenen ergänzte Fassung des Films, die 2016 erneut digitalisiert wurde.
Mit Wallace Beery, Bessie Love, Lloyd Hughes, Lewis Stone, Arthur Hoyt
Die Krimibestenliste der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) und Deutschlandfunk Kultur empfiehlt in den ereignislosen Stunden zwischen Hitzewelle und Starkregen die Lektüre der auf ihrer aktuellen Bestenliste stehenden Krimis:
1. Denise Mina – Blut Salz Wasser (Platzierung im Vormonat: 2)
Aus dem Englischen von Zoë Beck. Ariadne im Argument-Verlag, 368 Seiten, 19 Euro
2. Dan Chaon – Der Wille zum Bösen ()Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Kristian Lutze, 622 Seiten, 19 Euro
3. Aidan Truhen: Fuck You Very Much (Platzierung im Vormonat: 4)
Aus dem Englischen von Sven Koch und Andrea Stumpf. Suhrkamp, 350 Seiten, 14,95 Euro.
4. Douglas E. Winter – Run (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Peter Mehler. Luzifer, 434 Seiten, 13,95 Euro.
5. Graeme Macrae Burnet: Der Unfall auf der A 35 (Platzierung im Vormonat: 10)
Aus dem Englischen von Claudia Feldmann. Europa, 304 Seiten, 17,90 Euro.
6. Dominique Manotti – Kesseltreiben (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Französischen von Iris Konopik. Ariadne im Argument-Verlag, 400 Seiten, 20 Euro.
7. Hideo Yokoyama – 64 (Platzierung im Vormonat: 1)
Aus dem Englischen von Sabine Roth und Nikolaus Stingl. Atrium, 768 Seiten, 28 Euro
8. Philip Kerr – Kalter Frieden (Platzierung im Vormonat: 9)
Aus dem Englischen von Axel Merz. Wunderlich, 398 Seiten, 22,95 Euro
9. Joyce Carol Oates – Pik-Bube (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Frauke Czwikla. Droemer, 208 Seiten, 19,99 Euro
10. Friedemann Hahn – Foresta Nera (Platzierung im Vormonat: /)
Pollar, 212 Seiten, 16 Euro
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Die auf den letzten drei Plätzen genannten Krimis werde ich demnächst besprechen. So wie es aussieht, müsste ich diese Woche etwas mehr Zeit haben.
Ansonsten liegen Mina, Truhen, Manotti bei mir rum. Und noch etliche andere Bücher. Vor allem der neue Horst Eckert, den ich gerne in einigen großen Zügen genießen würde.
Und der neue James Rayburn, Howard Linskey, Misha Glennys „McMafia“ (wegen der Verfilmung) und „Im Schatten von San Marco“, der neue Roman von Martin Cruz Smith. Der soll allerdings ein Liebesroman sein.
10 Cloverfield Lane (10 Cloverfield Lane, USA 2016)
Regie: Dan Trachtenberg
Drehbuch: Josh Campbell, Matthew Stuecken, Damien Chazelle
Nach einem Autounfall mitten im Nirgendwo erwacht Michelle in einem Bunker und der gewohnt grandios von John Goodman gespielt durchgeknallte (?) Hausherr erklärt ihr, dass die Erde von Außerirdischen überfallen wurde. Sie müsse daher bei ihm bleiben.
Ab 22.30 Uhr zeigt 3sat live das Konzert von „Muse“. Davor gibt es Ausschnitte aus anderen „Rock am Ring“-Konzerten und weil „Rock am Ring“ der große Gemischtwarenladen unter den Festivals ist, ist für jeden etwas dabei.
Out of Inferno (Táo Chūshēng Tiān, China/Hongkong 2013)
Regie: Danny Pang, Oxide Pang
Drehbuch: Tang Nicholl, Danny Pang, Oxide Chun Pang, Szeto Kam-Yuen, Tang Nicholl, Wu Meng Zhang
In einem Hochhaus in der südchinesischen Millionenstadt Guangzhou, bricht an einem heißen Tag ein Feuer aus – und dann passiert das, was in Katastrophenfilmen immer passiert: Katastrophe reiht sich an Katastrophe, Menschen sterben, Menschen werden gerettet und die Stuntmänner müssen Überstunden schieben.
Trotzdem gefällt das Drama der Pang-Brüder („Bangkok Dangerous“) mit etlichen spektakulären Szenen, Explosionen und viel Feuer als flott erzählter, entsprechend kurzweiliger und eher unpathetischer Katastrophenfilm in der Tradition von „Flammendes Inferno“ mit weniger Stars (jedenfalls für uns Westler) und mit hundert Minuten deutlich kürzer als das Hollywood-Dreistundenepos.
mit Louis Koo, Sean Lau, Chen Si Cheng, Crystal Lee, Marc Ma, Jin Qiao Qiao, Crystal Lee, Zang Jin Sheng
Zuletzt trat Charlize Theron in „Atomic Blonde“ und „Fast & Furious 8“ den Männern so kräftig in den Hintern, dass die Begegnung mit ihr für die Männer meistens tödlich endete. In „Tully“, dem neuen Film von Jason Reitman und Diablo Cody (eine der wenigen Drehbuchautorinnen, deren Name einem breiteren Publikum bekannt ist), spielt Theron Marlo, eine vierzigjährige zweifache Mutter, die gerade zum dritten Mal schwanger ist. Ihr Bauch ist so riesig, dass er schon in den ersten Minuten einen Hinweis auf die Perspektive und Interpretation des Films gibt. Reitman inszenierte zwar gewohnt naturalistisch, fast schon dokumentarisch, aber er nimmt von der ersten Minute an vollständig Marlos Perspektive ein. Und da ist der Bauch riesig und die Probleme, die mit dem dritten Kind kommen, sind noch größer. Vor allem weil ihr Mann keine große Hilfe für sie ist. Er verdient das Geld. Nach einer Beförderung noch mehr, aber er ist wenig zu Hause und nach Feierabend starrt er, im Bett, gebannt auf den Fernseher. Ihr fünfjähriger Sohn ist so verhaltensauffällig, dass die Schule ihn nicht weiter unterrichten will. Und sie hat niemand, der ihr bei den Kindern und dem Haushalt hilft.
Da bietet ihr vermögender Bruder ihr an, ihr eine Nacht-Nanny zu bezahlen. Sie kümmert sich in der Nacht, während die Mutter schläft, um das Baby. Sie übernimmt die Aufgaben, die früher die Familie, vor allem die Oma, übernommen hat.
Tully (Mackenzie Davis) heißt die Nacht-Nanny und sie ist ganz anders, als Marlo es erwartet hat. Tully ist jung. Mitte Zwanzig. Sie wirkt wie eine etwas ältere Studentin.Sie erinnert Marlo an ihr jüngeres, freigeistiges Ich. Für Marlo ist sie in dem Moment der perfekte rettende Engel. Tully kümmert sich nämlich nicht nur um das Baby, sondern auch um den restlichen Haushalt. Nur wir wollen nicht an den schönen Schein glauben. Immerhin haben wir spätestens seit „Die Hand an der Wiege“, genug Filme gesehen, in denen Babysitter nicht so Mary-Poppins-harmlos waren, wie sie auf den ersten Blick erschienen.
Diablo Cody verarbeitete in ihrem Drehbuch wieder persönliche Erlebnisse. Sie ist selbst dreifache Mutter und nahm bei ihrem dritten Kind eine Nacht-Nanny. Aus dieser Inspiration schuf sie die Studie einer ausgewachsenen postpartalen Depression (vulgo Babyblues oder Heultage) und einer Beziehung zwischen einer Mutter, die glaubt, alles alleine machen zu müssen, und dem guten Hausgeist, der nach Sonnenuntergang auftaucht und vor Sonnenaufgang wieder spurlos verschwindet.
Jason Reitman verfilmte bereits kongenial zwei Drehbücher der gleich alten Cody. Er verfilmte auch „Tully“ mit der ihm eigenen, immer den Personen zugewandten, sie niemals verurteilenden Feinfühligkeit. In „Juno“ arbeiteten sie erstmals zusammen. Der Film, Codys Oscar-prämiertes Debüt und Reitmans zweiter Film (nach dem Sundance-Hit „Thank you for smoking“), war für sie der große Durchbruch. Sie erzählen die Geschichte einer schwangeren Sechzehnjährigen, die ihr Kind zur Adoption freigeben will. In „Young Adult“ geht es um eine Jugendbuchautorin, die mit Mitte Dreißig plötzlich die Zeit zurückdrehen und ihre Jugendliebe wieder verführen will. Rückblickend betrachtet war ich damals wohl etwas zu harsch gegenüber dem Film. In „Tully“ geht es dann um die Probleme einer mehrfachen Mutter, ihren Alltag zu organisieren.
Jeder dieser Filme wirft einen originären Blick auf das Leben und die Gefühle von Frauen. Sie sind komplexe Charaktere, die versuchen, mit ihrem Leben zurecht zu kommen. Dabei ergibt sich, wenn man die drei Filme als fiktive Chronologie von Diablo Codys Leben und Gefühlswelt betrachtet, eine die Filme überspannende Entwicklung von jugendlicher Unbeschwertheit über Selbstfindungsprobleme hin zu mehrfacher Mutterschaft und Verantwortung für mehrere Menschen. Salopp gesagt: von spitzer Komödie zu düsterem Drama. In „Tully“ gibt es nichts mehr zu lachen. Die Protagonistin denkt nicht mehr daran, wie sie die Welt verändern will, sondern wie sie früher die Welt verändern wollte und wie sie früher ein freier und ungebundener Mensch war. Wie Tully. Heute ist sie, ständig übermüdet, im Gefängnis von drei Kindern, deren Forderungen und den Ansprüchen der Gesellschaft, die im Alltag gerne das Hollywood-Bild einer glücklichen Mutter hätte.
Und Charlize Theron, die schon in „Young Adult“ die Hauptrolle hatte, sieht hier wirklich wie die vierzigjährige, ständig übermüdete und überforderte Mutter aus, die keine Zeit mehr hat, auf ihr Aussehen oder ihren Körper zu achten, aus. Sie will nur noch den nächsten Tag überleben.
Mütter werden in Marlo leicht ein Ebenbild von ihnen erkennen. Männer werden vielleicht besser verstehen, was eine Frau nach der Schwangerschaft durchmacht. Und am Ende haben beide einen Film gesehen, der sehr gelungen und scheinbar mühelos die verschiedenen Themen, Motive und Fährten zu einem Ende zusammenfügt, das nichts von einem typischen Hollywood-Ende hat.
P. S. für James-Bond-Fans: Kaitlyn und Mady Dever singen als Beulahbelle eine Cover-Version von „You only live twice“.
Tully (Tully, USA 2018)
Regie: Jason Reitman
Drehbuch: Diablo Cody
mit Charlize Theron, Mackenzie Davis, Ron Livingston, Mark Duplass, Lia Frankland, Asher Miles Fallica
Die sechzehnjährige Juno (Ellen Page) ist schwanger. Aber anstatt das mit einem Schulkameraden gezeugte Kind abzutreiben, möchte sie es zur Adoption freigeben. Sie hat auch schon die richtigen Eltern gefunden.
Die herrlich unsentimentale, schnoddrige und immer wieder altkluge Komödie war ein Überraschungserfolg. Diablo Cody erhielt für ihr Buch den Drehbuchoscar.
„Juno“ ist die erste Zusammenarbeit von Jason Reitman und Diablo Cody. „Young Adult“ (mit Charlize Theron) und „Tully“ (ebenfalls mit Theron) folgten. In den Filmen reflektiert Cody auch ihr Leben.
„Tully“ läuft heute in den deutsche Kinos an – und der Film, auch wenn er keine Komödie ist, einen Blick wert.
Mit Ellen Page, Michael Cera, Jennifer Garner, Jason Bateman, J. K. Simmons
Zwischen seine anspruchsvollen Filme, die ihm Kritikerlob und Preise bescheren, mischt Ethan Hawke immer wieder kleine Thriller mit mehr oder weniger viel Action. „24 Hours to Live“ hat mehr Action. Trotzdem ist der Hinweis „Vom Produzenten von John Wick“ auf dem Cover etwas irreführend. Brian Smrz‘ Film ist keine Actionorgie, sondern ein gut abgehangener B-Thriller, der dank der Schauspieler, dem Schauplatz Südafrika, der soliden Inszenierung und einiger Anspielungen auf aktuelle Probleme (wie illegale medizinische Experimente und die Umtriebe von privaten Militärunternehmen) über dem Durchschnitt ist. Jedenfalls solange man nicht zu genau über die Prämisse nachdenkt. Denn der von Ethan Hawke gespielte Ex-Söldner Travis Conrad wird nach seinem Tod zurück ins Leben geholt. Für 24 Stunden. Dann wird er endgültig sterben. Und weil er am Anfang dieser 24 Stunden erfährt, dass er von seinen Auftraggebern hereingelegt wurde, begibt er sich auf einen Rachetrip quer durch das fotogene Südafrika, dem Sitz des privaten Militärunternehmens, für das Conrad jahrelang arbeitete und das ihn jetzt töten will.
„24 Hours to Live“ ist ein hübscher kleiner Thriller, der früher auch im Kino gelaufen wäre. Mehr oder weniger unter dem Radar der Kritik.
Regisseur Brian Smrz ist ein verdienter Stuntman (seine erste Arbeit war 1981 für „Die Kadetten von Bunker Hill“) und Second Unit Regisseur. Unter anderem bei fast allen „X Men“-Filmen und „Iron Man 3“. „24 Hours to Live“ ist sein zweiter Spielfilm.
24 Hours to Live (24 Hours to Live, LAND 2017
Regie: Brian Smrz
Drehbuch: Ron Mita, Jim McClain, Zach Dean
mit Ethan Hawke, Paul Anderson, Rutger Hauer, Qing Xu, Liam Cunningham, Nathalie Boltt, Hakeem Kae-Kazim
Little Miss Sunshine (Little Miss Sunshine, USA 2006)
Regie: Jonathan Dayton, Valerie Faris
Drehbuch: Michael Arndt
Die siebenjährige Olive Hoover will an einem Schönheitswettbewerb teilnehmen. Also macht sich die Familie (eine sympathische Ansammlung gescheiterter Existenzen) in einem klapprigen VW-Bus auf den Weg quer durch die USA.
„Sehenswert.“ (Lexikon des internationalen Films)
Ein Feelgood-Independent-Movie, das unter anderem zwei Oscars erhielt (Drehbuch und beste Nebenrolle, es war auch als bester Film des Jahres nominiert) und ein Kritiker- und Publikumserfolg war.
Mit Abigail Breslin, Greg Kinnear, Paul Dano, Alan Arkin, Toni Collette, Steve Carell
The International (The International, USA/Deutschland 2009)
Regie: Tom Tykwer
Drehbuch: Eric Warren Singer
Ein Interpol-Agent und eine New Yorker Staatsanwältin wollen eine mächtige Bank, die Krieg und Terror finanziert, zur Strecke bringen. Das ist natürlich nicht so einfach.
Eine Woche nachdem „The International“ 2009 die Berlinale eröffnete und dort auf ein geteiltes Echo stieß, lief Tom Tykwers neuer Film in den Kinos an. Für Berliner ist er wegen des exzessiven Berlin-Shooting natürlich ein Pflichtprogramm. Aber auch andere sollten einen Blick riskieren. Denn „The International“ ist ein grundsolider Politthriller, der weitgehend realistisch unterhält (jaja, die Schießerei im Guggenheim-Museum ist reinstes Kino. Oder glaubt wirklich irgendjemand, dass in der Realität in dem Museum minutenlang herumgeballert werden kann, ohne dass ein Polizist oder ein Sicherheitsbeamter auftaucht? Aber toll anzusehen ist sie trotzdem.).
„Es gibt doch zurzeit nicht gerade haufenweise starke Thriller mit überzeugendem Gegenwartsbezug, die trotzdem dynamisch und intensiv sind, und die nicht angestrengt aufklärerisch oder bieder moralisierend daherkommen. Energische und trotzdem nachdenkliche Filme, deren Actionsequenzen nicht so hysterisch und ermüdend wirken, sondern klug verteilt sind. So einen Film wollte ich machen, auch aus einem gewissen Frust heraus, dass es in den letzten Jahren nur ganz wenige Vorbilder gab, an denen man sich hätte orientieren können. (…) Unser Film ist auch eine Reminiszenz an die klassischen Polit-Thriller aus den Siebzigerjahren, wo die Idee eines geheimen Systems innerhalb der offiziellen Dienste sehr verbreitet war. (…) Dieses Element des Paranoia-Thrillers wollten wir aufnehmen und in die Gegenwart führen.“ (Tom Tykwer, Berliner Zeitung 31. Januar/1. Februar 2009)
Mit Clive Owen, Naomi Watts, Armin Müller-Stahl, Brian F. O’Byrne
Wiederholung: Mittwoch, 30. Mai, 00.10 Uhr (Taggenau!)
Mord mit kleinen Fehlern (Sleuth, Großbritannien 1972)
Regie: Joseph L. Mankiewicz
Drehbuch: Anthony Shaffer (nach seinem Theaterstück)
Krimiautor Andrew Wyke (Laurence Olivier) lädt den Liebhaber seiner Frau, Milo Tindle (Michael Caine), auf sein einsam gelegenes Anwesen ein und macht ihm ein Angebot, das Milo nicht ablehnen will. Dummerweise will Wyke, ein Mitglied der Oberschicht, auch den Nebenbuhler seiner Frau töten und der, ein Cockney sprechender Friseur italienischer Abstammung (viel mehr Arbeiterklasse und Unterschicht geht kaum), wehrt sich.
Grandioses Schauspielerkino, das seit Ewigkeiten nicht mehr im Fernsehen lief.
„ein virtuoser Kammerkrimi, ein Spiel mit doppeltem Boden, verdrehten Finten und überraschenden Lösungen. Joseph L. Mankiewicz inszenierte die Vorlage mit boshaftem Sarkasmus als Parforcetour zweier exzellenter Darsteller, mit zahlreichen Verweisen auf Vorbilder des Genres und visuellen Andeutungen über den Fortgang der komplizierten, nichtsdestotrotz intelligent konstruierten Handlung.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms, 1985/1993)
Caine, Olivier und Mankiewicz waren für Oscars nominiert. Der Film erhielt den renommierten Krimipreis Edgar als bester Spielfilm.
„Mord mit kleinen Fehlern“ ist Mankiewicz‘ letzter Film. Davor inszenierte er „Alles über Eva“, „Julius Cäser“ (mit Marlon Brando), „Die barfüßige Gräfin“ und „Cleopatra“.
Anthony Shaffer (1926 – 2001) schrieb die Bücher für Alfred Hitchcocks „Frenzy“ und die Agatha-Christie-Verfilmungen „Tod auf dem Nil“, „Das Böse unter der Sonne“ und „Rendezvous mit einer Leiche“.
In Kenneth Branaghs Remake des Stücks, „1 Mord für 2“ (2007), spielt Michael Caine den gehörnten Ehemann und Jude Law den Nebenbuhler.
Danach dranbleiben: um 22.30 Uhr zeigt Arte einen weiteren Klassiker: Vittorio De Sicas „Fahrraddiebe“ (Italien 1948)
mit Laurence Olivier, Michael Caine, Alec Cawthorne, Margo Channing, John Matthews
Johnny Guitar – Gejagt, gehasst, gefürchtet (Johnny Guitar, USA 1954)
Regie: Nicholas Ray
Drehbuch: Philip Yordan
LV: Roy Chanslor: Johnny Guitar, 1953
Johnny Guitar (Sterling Hayden), ein gefürchteter Revolvermann, der fortan ein friedliches Leben führen möchte, will bei Vienna (Joan Crawford) arbeiten. Die Casinobesitzerin kauft, weil sie die künftige Strecke der Eisenbahn kennt, gerade wie verrückt Land auf. Und macht sich dabei einige Feinde. Unter anderem die Rancherin Emma Small (Mercedes McCambridge).
Kultwestern, dessen Titel ein Männername ist. Aber Joan Crawford ist hier der Star der in jedem Fall faszinierenden, mit viel Subtext und entsprechend vielen Interpretationsmöglichkeiten angereicherten Show.
mit Joan Crawford, Sterling Hayden, Mercedes McCambridge, Scott Brady, Ward Bond, Ben Cooper, Ernest Borgnine, John Carradine
Arte, 00.40 Oh Boy (Deutschland 2012, Regie: Jan-Ole Gerster)
Drehbuch: Jan-Ole Gerster
Der Endzwanziger und gescheiterte Langzeitstudent Niko driftet durch Berlin. Er trifft seltsame Menschen und fragt sich nach dem Sinn des Lebens.
Wunderschöne Berlin-Komödie, die bei Kritik und Publikum gleichermaßen gut ankam. Wir warten immer noch auf Jan-Ole Gerstes zweiten Spielfilm.
mit Tom Schilling, Marc Hosemann, Friederike Kempter, Justus von Dohnány, Ulrich Noethen, Katharina Schüttler, Frederick Lau, Michael Gwisdek Hinweise Filmportal über „Oh Boy“ Film-Zeit über „Oh Boy“ Moviepilot über „Oh Boy“ Rotten Tomatoes über „Oh Boy“ Wikipedia über „Oh Boy“
Boah, das, war eine lange Überschrift. Dass Daniel Craig wieder „Bond, James Bond“ spielen wird, ist schon länger bekannt. Boyle war auch schon länger im Gespräch (in der Gerüchteküche) und jetzt sind wir auf die nächsten Meldungen gespannt, in denen wir erfahren, wer alles mitspielen wird, wie der Titel lautet und um was es geht, erfahren wir dann vollumfänglich im Kino.
Alles weitere steht in der Pressemitteilung zu „Bond 25“:
LONDON UND LOS ANGELES, (24. Mai 2018) – EON Productions und Metro Goldwyn Mayer Studios (MGM) haben eine Vereinbarung mit Universal Pictures über den weltweiten Vertrieb des 25. James Bond Films getroffen, die heute von Michael G. Wilson und Barbara Broccoli (EON Productions) Kevin Ulrich (Chairman of the Board of Directors, MGM) und Jonathan Glickman (President, Motion Picture Group) und Donna Langley (Chairman, Universal Pictures) bekannt gegeben wurde.
Daniel Craig wird als 007, der legendäre britische Geheimagent, zurückkehren. Der mit dem Oscar® ausgezeichnete Regisseur Danny Boyle (Slumdog Millionaire, Steve Jobs) wird nach einem Originaldrehbuch des Oscar®-nominierten John Hodge (Trainspotting) Regie führen.
Die Produktion von Bond 25 soll am 3. Dezember 2018 beginnen. MGM wird den Film am 8. November 2019 in den USA, über sein neues Joint Venture für den heimischen Kinoverleih mit Annapurna Pictures, in die Kinos bringen. Universal wird den internationalen Vertrieb bereits am 25. Oktober 2019 in Großbritannien beginnen.
Im Rahmen dieser Vereinbarung behält MGM die digitalen und weltweiten Fernsehvertriebsrechte. Universal übernimmt den Vertrieb im physischem Home Entertainment.
Wilson und Broccoli kommentierten: Wir freuen uns sehr, dass der außergewöhnlich talentierte Danny Boyle bei Daniel Craigs fünftem Auftrag als James Bond in der 25. Ausgabe des Franchise Regie führen wird. Wir werden im Dezember in den Pinewood Studios mit unseren Partnern bei MGM mit den Dreharbeiten zu Bond 25 beginnen. Wir freuen uns, dass Universal unser internationaler Vertriebspartner sein wird.
Unter der Führung von Michael und Barbara könnten wir nicht begeisterter sein, als das nächste 007-Abenteuer auf die große Leinwand zu bringen, das den unvergleichlichen Daniel Craig mit der außergewöhnlichen Vision von Danny Boyle vereint, sagte Ulrich. Glickman fügte hinzu: Es ist 16 Jahre her, dass James Bond 007 Stirb an einem anderen Tag von MGM vertrieben wurde, und es ist unglaublich erfreulich, diesen Film zusammen mit dem tollen Team von Universal zu veröffentlichen.
Universal ist sehr stolz darauf, mit Michael, Barbara und MGM beim internationalen Marketing und Vertrieb von Bond 25 zusammenzuarbeiten, sagte Langley. Die unvergleichliche Kombination von Dannys innovativer Regie und Daniels Verkörperung von 007 sorgte dafür, dass wir einfach Partner im nächsten Kapitel dieser ikonischen Serie sein mussten.
Vier im roten Kreis (Le cercle rouge, Frankreich 1970)
Regie: Jean-Pierre Melville
Drehbuch: Jean-Pierre Melville
Nach einer Haftstrafe plant Einbrecher Corey (Alain Delon) gleich seinen nächsten Coup. Den Einbruch in ein gut gesichertes Juweliergeschäft. Mit zwei Kumpanen (Gian Maria Volonté, Yves Montand) will er das Ding durchziehen. Ein Kommissar (André Bourvil) jagt sie.
Mehr Story braucht Jean-Pierre Melville in seinem vorletzten Film „Vier im roten Kreis“ nicht, um ein weiteres Meisterwerk zu inszenieren. Der Gangsterfilm ist nur deshalb bei der breiten Masse unbekannter, weil Melvilles „Der eiskalte Engel“ und sein letzter Film „Der Chef“ (beide ebenfalls mit Alain Delon) bekannter sind. Denn „Vier im roten Kreis“ hat alles, was Melville-Fans lieben und auf der großen Leinwand wirkt der Film noch besser.
Legendär und in die Kinogeschichte eingegangen ist der Einbruch in das Juweliergeschäft: eine gute halbe Stunde verfolgen wir atemlos den Einbruch, bei dem keiner der Einbrecher ein Wort sagt. Großes Kino.
Anschließend, um 00.40 Uhr, läuft „Der Chef“, ein weitere Film von Melville.
mit Alain Delon, André Bourvil, Yves Montand, Gian Maria Volontè, Francois Périer, Paul Crauchet
Nach der Pressevorführung nannte ich den Film „unterhaltsam“, was rückblickend etwas despektierlich klingt. Schließlich hat mir „Solo“ besser als „Rogue One“ und „Die letzten Jedi“ gefallen. Im Gegensatz zu diesen „Star Wars“-Filmen erzählt „Solo“ eine stringente Geschichte, in denen die Charaktere sich so verhalten, wie es ihrem Charakter entspricht und ihre Handlungen immer verständlich sind.
„Solo: A Star Wars Story“ erzählt, wie Han Solo zu seinem Nachnamen kommt, wie er Chewbacca trifft, den Millenium Falken in seinen Besitz bringt und wie er seine Laserpistole erhält. Nur woher seine Kleider kommen, erfahren wir nicht. Nichts davon hat uns auch wirklich interessiert. Immerhin war der von Harrison Ford erstmals in „Krieg der Sterne“ (Star Wars, 1977) gespielte Weltraumbandit, Hasardeur und Glücksritter Han Solo schon bei seinem ersten Auftritt eine der mythischen Figuren, die keine Vergangenheit brauchen, um in der Gegenwart zu leben. Schon kurz nach dem Kinostart erschienen mehrere Romane mit Han Solo als Protagonisten, in denen er seiner Profession nachging. Insofern war es naheliegend, auch einen Film mit ihm als Protagonisten zu drehen und ihn eines der Abenteuer erleben zu lassen, die man mit ihm assoziiert.
Alden Ehrenreich übernahm für den Film die Rolle des jungen Han Solo. Einige haben ihn vielleicht in „Blue Jasmine“, „Hail, Caesar!“ oder „Regeln spielen keine Rolle“ bemerkt. Als Han Solo muss er jetzt vor allem immer optimistisch in die Kamera blicken und tödliche Gefahren mit einem Schulterzucken, Lächeln und flotten Spruch meistern. Das verlangt von einem Schauspieler vor allem Charisma. Bei Ehrenreich ist es noch ausbaufähig.
In „Solo“ will Han Solo mit einigen anderen Weltraumbanditen für den zwielichtigen Geschäftsmann Dryden Vos (Paul Bettany) einen besonders wertvollen und seltenen Rohstoff (halt der MacGuffin) stehlen.
Die Geschichte wird interessanter, weil Han Solos erste und große Liebe Qi’ra (Emilia Clarke) in die Geschichte verwickelt ist. Sie ist jetzt die, ähem, Gespielin und Vertraute von Dryden Vos. Außerdem ist Solo hier noch der Rookie im Outlaw-Team, das von Beckett (Woody Harrelson) angeführt wird. Aber das ist nicht weiter wichtig. Denn Han Solo ist schon in der ersten Szene, als er auf seinem Heimatplaneten in großen Schwierigkeiten steckt und mit Qi’ra flüchten will, der Han Solo den wir kennen. Er erlebt mehrere Abenteuer, in denen er einige Accessoires erhält und sich mit Chewbacca und Lando Calrissian befreundet. Er macht dabei keine Entwicklung durch. Er hat, wie auch die anderen Charaktere, keinen Character Arc. Sie sind am Ende immer noch die Personen, die sie am Anfang waren. Deshalb ist „Solo“ auch keine Origin Story, sondern ein unterhaltsames, von Ron Howard professionell inszeniertes Weltraumabenteuer, das zwischen Fan-Service und Auftragsarbeit genau so ist, wie man es erwartet.
Die Geschichte bewegt sich angemessen flott vorwärts. Man verliert nie den Überblick. Die Action sieht gut aus. Es gibt genug Momente für die Fans und ein Überraschungscameo, um sie zu befriedigen. Die Nicht-Fans und alle die nichts über die „Star Wars“-Welt wissen (falls das in dieser Galaxie überhaupt möglich ist) werden in diesem Weltraumwestern trotzdem alles verstehen. Und obwohl der Film in sich abgeschlossen ist, gibt es genug Anknüpfungspunkte für weitere Filme mit Han Solo. Die sollten dann – wenn sie kommen – eigenständiger als „Solo“ sein.
Ron Howard übernahm während der Dreharbeiten die Regie von Phil Lord und Chris Miller („Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“, „21 Jump Street“, „The LEGO Movie“). Es heißt, das Arbeitstempo und der Stil des Regieduos hätten Produzentin Kathleen Kennedy nicht gefallen. Sie wacht über die ihr anvertraute „Star Wars“-Welt wie eine Helikoptermutter und veranlasste auch bei den anderen „Star Wars“-Filme in verschiedenen Stadien der Produktion Regiewechsel und Nachdrehs. Am Erfolg bei der Kritik (bei Rotten Tomatoes sind alle Filme weit im grünen Bereich) und an der Kinokasse änderte das Drama hinter den Kulissen nichts. Und vielleicht gibt es irgendwann eine große Reportage oder ein Buch, in dem wir alles darüber erfahren. Dann erfahren wir auch, ob Ron Howard wirklich, wie man hört, fast nichts von Lord und Miller übernahm.
Bis dahin gibt es den Film, der nichts wirklich falsch macht, vieles richtig macht, ohne dass man jemals wirklich begeistert und mitgerissen ist von der doch sehr vorhersehbaren Geschichte. Am Ende ist man dann doch etwas unbeeindruckt.
Solo: A Star Wars Story (Solo: A Star Wars Story, USA 2018)
Regie: Ron Howard
Drehbuch: Jonathan Kasdan, Lawrence Kasdan (nach Charakteren von George Lucas)
mit Alden Ehrenreich, Woody Harrelson, Emilia Clarke, Donald Glover, Thandie Newton, Phoebe Waller-Bridge, Joonas Suotamo, Paul Bettany