TV-Tipp für den 20. Juli: Das finstere Tal

Juli 20, 2017

3sat, 22.25
Das finstere Tal (Österreich/Deutschland 2013)
Regie: Andreas Prochaska
Drehbuch: Martin Ambrosch, Andreas Prochaska
LV: Thomas Willmann: Das finstere Tal, 2010
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reitet ein einsamer Fremder in ein abgelegenes Alpental, das von dem Patriarchen Brenner und seinen Söhnen beherrscht wird. Der Fremde will, so sagt er, über den Winter bleiben und fotografieren. Schon bald sterben die Leute.
Äußerst gelungener Alpenwestern. Während der Roman mehr in Richtung Ludwig Ganghofer geht, geht der Film mehr in Richtung Sergio Leone.
mit Sam Riley, Tobias Moretti, Paula Beer, Clemens Schick, Erwin Steinhauer, Hans-Michael Rehberg, Carmen Gratl, Helmuth A. Häusler, Martin Leutgeb, Florian Brückner

Die lesenswerte Vorlage

Willmann - Das finstere Tal - 2

Thomas Willmann: Das finstere Tal
Ullstein, 2014
320 Seiten
9,99 Euro
–
Erstausgabe
Liebeskind, 2010
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Hinweise

Homepage zum Film

Perlentaucher über „Das finstere Tal“

Film-Zeit über „Das finstere Tal“

Moviepilot über „Das finstere Tal“

Wikipedia über „Das finstere Tal“

Meine Besprechung von Andreas Proschaskas „Das finstere Tal“ (Österreich/Deutschland 2013)


“Abgeblockt” von Myron Bolitar, assistiert von Harlan Coben

Juli 19, 2017

Seit einigen Monaten veröffentlicht der Goldmann Verlag die noch ausstehenden Myron-Bolitar-Romane. Im Dezember erschien „Preisgeld“ (Back Spin), der vierte Bolitar-Roman. Für September ist „Böses Spiel“ (The final detail), der sechste Bolitar-Roman, und für Januar 2018 „Seine dunkelste Stunde“ (The darkest fear), der siebte Bolitar-Roman, angekündigt.

Myron Bolitar ist der erste Seriencharakter von Harlan Coben. Zwischen 1995 und 2000 veröffentlichte er in den USA sieben Kriminalromane mit dem Sportagenten, der auch, zum Schutz seiner Klienten, als Privatdetektiv arbeitet. Vor allem sein Freund Windsor Horne Lockwood III, kurz Win, gutaussehend, sehr vermögend und sehr kompetent (in jeder denkbaren Beziehung), hilft ihm dabei.

Mit diesen flotten PI-Romanen erschrieb Coben sich in der Krimi-Szene schnell einen guten Namen, bevor er mit seinen Standalone-Romanen zum Bestseller-Autor wurde. Sein erstes, auch verfilmtes Einzelwerk „Kein Sterbenswort“ stand unter anderem auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Seitdem schrieb er zahlreiche Einzelromane und vier weitere Bolitar-Romane, die auch schnell übersetzt wurden. Aber einige seiner alten Bolitar-Romane, wie „Abgeblockt“, wurden nicht übersetzt. Im Original erschien der Krimi 1998 als „One false move“ und er ist, aus heutiger Sicht, eine Reise in die Vergangenheit, als es noch kein Google und Facebook gab, das Internet in den Kinderschuhen steckte (falls überhaupt) und Ermittlungen mit Telefonen, Archivbesuchen und, wie es sich für einen richtigen Hardboiled-Roman gehört, Schlägereien erledigt wurden.

Myron soll die junge, gutaussehende und sehr talentierte Basketballspielerin Brenda Slaughter beschützen. Sie erhält anonyme Anrufe und ihr Vater, ein ehemaliger Spieler, Trainer (auch von Myron) und ihr Manager, ist spurlos verschwunden.

Er hat zwar keine Erfahrung als Bodyguard, aber er hofft, Brenda, die gerade keinen Agenten hat, als neue Kundin zu gewinnen. Also nimmt er den Auftrag an.

Er vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden von Brendas Vater und den Anrufen gibt und dass die Lösung in der Vergangenheit liegt.

„Abgeblockt“ ist ein typischer Bolitar- und Coben-Roman: flott geschrieben, witzig, unterhaltsam und mit einer Lösung, die man hätte erraten können, wenn man die Puzzleteile richtig zusammengefügt hätte. Ein echter Pageturner und die ideale Lektüre für den Sommerurlaub. Egal wo er verbracht wird.

Weil bei Serien ja immer wieder die Frage aufkommt. „Abgeblockt“ kann vollkommen unabhängig von den anderen Bolitar-Romanen gelesen werden. Auch wenn Bolitar-Fans alten Bekannten wieder begegnen und, was erst bei den vier nach 2000 erschienenen Bolitar-Romanen auffällt, Coben seine Charaktere in Echtzeit altern lässt.

–

Harlan Coben: Abgeblockt

(übersetzt von Gunnar Kwisinski und Friedo Leschke)

Goldmann, 2017

384 Seiten

9,99 Euro

–

Originalausgabe

One false move

Delacorte Press, 1998

–

Hinweise

Homepage von Harlan Coben

Mein Gespräch mit Harlan Coben über Myron Bolitar und seine Arbeit

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Kein böser Traum“ (Just one look, 2004)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Kein Friede den Toten“ (The Innocent, 2005)

Meine Besprechung von Harlan Coben „Der Insider“ (Fade away, 1996)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Das Grab im Wald“ (The Woods, 2007)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Sie sehen dich“ (Hold tight, 2008)

Meine Kurzbesprechung der Harlan-Coben-Verfilmung „Kein Sterbenswort“ (F 2006)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Von meinem Blut“ (Long Lost, 2009)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „In seinen Händen“ (Caught, 2010)

Meine Besprechung von Harlan Cobens “Sein letzter Wille” (Live Wire, 2011)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Nur zu deinem Schutz“ (Shelter, 2011)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Ich finde dich“ (Six Years, 2013)

Harlan Coben in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 19. Juli: Her – A Spike Jonze Love Story

Juli 19, 2017

Arte, 20.15

Her (Her, USA 2013)

Regie: Spike Jonze

Drehbuch: Spike Jonze

Seitdem der professionelle Briefeschreiber Theodore (Joaquin Phoenix) von seiner Freundin verlassen wurde, verbringt er seine Abend alleine vor dem Computer. Als er auf seinem Computer seinen persönlichen, virtuellen Begleiter installiert, verliebt er sich sofort in ihre Stimme (Scarlett Johansson im Original) und beginnt eine Beziehung mit ihr.

Abgedrehte, hochgelobte Romanze, die ich damals für etwas überbewertet hielt. „Her“ erhielt etliche Preise, u. a. den Drehbuchoscar. „Her“ war auch als bester Film des Jahres nominiert.

mit Joaquin Phoenix, Amy Adams, Rooney Mara, Olivia Wilde, Scarlett Johansson (im Original), Kristen Wiig (im Original)

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Her“
Moviepilot über „Her“
Metacritic über „Her“
Rotten Tomatoes über „Her“
Wikipedia über „Her“ (deutsch, englisch)
Drehbuch „Her“ von Spike Jonze

Meine Besprechung von Spike Jonzes „Her“ (Her, USA 2013)


Cover der Woche

Juli 18, 2017


TV-Tipp für den 18. Juli: Geisterfahrer

Juli 18, 2017

3sat, 20.15

Geisterfahrer (Deutschland 2012, Regie: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

Zwei Rettungssanitäter rasen in Hamburg von einem Notfall zum nächsten. Bis ihnen ein angeschossener Generalstaatsanwalt vor seinem Tod einen Schlüssel gibt, der sie auf die Abschussliste von Waffenhändlern und korrupten Beamten setzt.

Ein Film von Lars Becker („Nachtschicht“) ist immer ein Lichtblick und die Garantie für neunzig spannend-unterhaltsame Minuten, gewürzt mit einer ordentlichen Portion Humor.

„Aberwitziger, teilweise komödiantischer (Fernseh-)Multikulti-Krimi als wüste, im guten Sinn ungeschliffene Geschichte um Waffenhandel, Mafiamorde und Bestechung hoher Staatsbeamter.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Tobias Moretti, Fahri Yardim, Uwe Ochsenknecht, Julia Dietze, Sophie von Kessel, Misel Maticevic, Fritz Karl, Martin Brambach, Armin Rohde

Wiederholung: Mittwoch, 19. Juli, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte


„Alien: Covenant“ – Der Roman zum Film von Alan Dean Foster

Juli 17, 2017

Für den neuen Alien-Film „Alien: Covenant“ durfte Alan Dean Foster wieder den Roman zum Film schreiben und das ist eine gute Nachricht. Der Science-Fiction-Autor schrieb in den vergangenen Jahrzehnten, neben seinen vielen eigenen Romanen, zahlreiche Filmromane, unter anderem für den ersten „Krieg der Sterne“-Film (als George Lucas), „Dark Star“ und zu den ersten drei Alien-Filmen. Er zählt zu den besten Filmroman-Autoren, weil er nicht nur die Filmgeschichte packend nacherzählt, sondern sie auch an den richtigen Punkten vertieft. Und das gilt auch für „Alien: Covenant“.

Die Geschichte dürfte inzwischen ja bekannt sein: Zehn Jahre nach den Ereignissen von „Prometheus“ fliegt das Raumschiff Covenant durch das All. Es ist ein Siedlungsschiff, das den Planeten Origae-6 besiedeln soll. Auf dem Weg dorthin, nach einem kleineren Unfall, der Reparaturarbeiten nötig machte, empfängt die Covenant Signale von einem erdähnlichen Planeten, der in der Nähe ihrer jetzigen Position ist. Die Besatzung entschließt sich, sich den Planeten anzusehen – und trifft auf Aliens und David, den überlebenden Android der Prometheus, der ein Vorläufermodell des Covenant-Androiden Walter ist.

Während im Film die Figuren immer etwas unglaubwürdig im luftleeren Raum schweben, sind sie im Roman dreidimensionale Charaktere mit einer Vergangenheit und glaubwürdigen Beziehungen zueinander. Dabei baut Foster ihre Biographie nicht aus, sondern er erzählt, welche Aufgabe sie im Raumschiff und bei der Besiedlung von Origae-6 haben und in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Vor allem wer mit wem verheiratet ist. Auch ihr Verhalten erscheint im Roman weniger idiotisch als im Film.

Und die Geschichte, die sich im Film doch etwas langsam und für das „Alien“-geschulte Publikum vorhersehbar entwickelte (immerhin wissen wir ab der Titelsequenz, dass irgendwann die mörderischen Aliens auftauchen), entwickelt sich der Roman schnell zu einem Pageturner. Dabei ist es egal, ob man den Film kennt oder nicht kennt. Man will unbedingt wissen, was als nächstes passiert mit den Raumfahrern und den beiden Androiden.

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Und hier ein schöner Dialog aus dem Roman:

Ricks sah zu ihm herüber: „Was soll das eigentlich überhaupt sein, West Virginia?“

„Altertümliche Stammes-Demarkation“, erklärte Walter, ohne von seiner Station aufzusehen. „Davon gab es sehr viele, damals, als man so etwas noch als relevant betrachtete. Die Welt war voller kleiner politischer Instanzen, die alle an gegensätzlichen Interessen arbeiteten anstatt am Gemeinwohl ihrer Art oder des Planeten.“

Ricks dachte darüber nach. „Wie haben die Menschen da jemals etwas zuwege gebracht?“

„Das haben sie nicht“, antwortete Walter tonlos.

(Alan Dean Foster: Alien: Covenant, Seite 109)

Alan Dean Foster: Alien: Covenant

(übersetzt von Peter Mehler)

Luzifer Verlag, 2017

396 Seiten

12,99 Euro

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Originalausgabe

Alien: Covenant

Titan Publishing Group Ltd., 2017

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Die Vorlage

Alien: Covenant (Alien: Covenant, USA 2017)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: John Logan, Dante Harper (nach einer Geschichte von Jack Paglen und Michael Green) (nach Charakteren von Dan O’Bannon und Ronald Shusett)

mit Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, Danny McBride, Demián Bechir, Carmen Ejogo, Nathaniel Dean, Benjamin Rigby, Callie Hernandez, James Franco, Guy Pearce

Länge: 122 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Alien: Covenant“

Metacritic über „Alien: Covenant“

Rotten Tomatoes über „Alien: Covenant“

Wikipedia über „Alien: Covenant“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Der Marsianer – Rettet Mark Watney” (The Martian, USA 2015)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Ridley Scott in der Kriminalakte

Homepage von Alan Dean Foster

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Trek“ (Star Trek, 2009)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Terminator: Die Erlösung“ (Terminator Salvation: The Official Movie Novelisation, 2009)

Interview mit Alan Dean Foster über seinen Filmroman „Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film (Star Wars: The Force awakens, 2015)


TV-Tipp für den 17. Juli: Tatort: Feuerzauber

Juli 17, 2017

RBB, 22.15

Tatort: Feuerzauber (Deutschland 1977)

Regie: Fritz Umgelter

Drehbuch: Joachim Nottke, Karlheinz Knuth

Dritter und letzter Einsatz von Kommissar Schmidt (Martin Hirthe). Dieses Mal muss er herausfinden, wer für den Brand auf der Werft des erfolgreichen Rennbootfahrers Kastrup verantwortlich ist. Bei dem Feuer starb einer von Kastrups Angestellten.

Ein schon lange, sehr lange nicht mehr gezeigter „Tatort“, der im Rahmen der kleinen Reihe von restaurierten Berlin-Tatorten läuft.

mit Martin Hirthe, Heinz Weiss, Günter Pfitzmann, Bettina Schön, Ilse Biberti, Peter Seum, Harry Wüstenhagen, Anita Kupsch

Hinweise

RBB über seine „Tatorte“

Tatort-Fundus über Kommissar Schmidt

Wikipedia über „Tatort: Feuerzauber“


R. i. P. George A. Romero

Juli 16, 2017

R. i. P. George A. Romero (4. Februar 1940 – 16. Juli 2017)

Eben via The Hollywood Reporter erfahren: George A. Romero ist tot. Er hatte Lungenkrebs. Er starb im Schlaf.

Mit seinem Spielfilmdebüt „The Night of the Living Dead“ (Die Nacht der lebenden Toten; Die lebenden Toten) erfand er 1968 das Genre des Zombie-Horrorfilms und seitdem wissen wir, wie Zombies sich bewegen.

Danach drehte er auch einige andere Filme, wie „The Crazies“ (Crazies, 1973) und „The Dark Half“ (Stark – The Dark Half; Stephen Kings Stark, 1993). Sie alle standen und stehen im Schatten seiner Zombie-Filme. Denn er kehrte immer wieder zu ihnen zurück und er benutzte seine Filme für ätzende Gesellschaftskritik. Das unterscheidet seine Filme von denen seiner zahlreichen Nachahmer, die sich in ihren Zombiefilmen die Gesellschaftskritik sparten und sich nur auf die „Kotztüten-Szenen“ konzentrierten.

Romeros letzter Spielfilm war 2009 „Survival of the Dead“.

 

Demnächst werden die Nachrufe explodieren.

Wikipedia (deutsch, englisch) dient gut als erster Überblick.

 

Außerdem

Senses of Cinema über George A. Romero (von Brian Wilson, November 2006)

tip: Jörg Buttgereit unterhält sich mit George A. Romero (5. Mai 2010)

Shock till you drop interviewt George A. Romero (12. Mai 2010)

Homepage of the Dead (eine lebendige Fanseite)

Dead Source (noch eine Fanseite; schon etwas untot)

Internet Archive: “The Night of the Living Dead” (Yep, der komplette Film mit dem alles begann)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „George A. Romero und seine Filme“(2010)

Meine Besprechung von George A. Romero/Alex Maleevs „Empire of the Dead – Erster Akt“ (Empire of the Dead – Act One, 2014)

Meine Besprechung von George A. Romero/Dalibor Talajics „Empire of the Dead – Zweiter Akt“ (Empire of the Dead: Act Two, 2014/2015)

Meine Besprechung von George A. Romero/Andrea Muttis „Empire of the Dead – Dritter Akt“ (Empire of the Dead – Act Three # 1 – 5, 2015)

George A. Romero in der Kriminalakte

 


Sexmob in New York City

Juli 15, 2017

Tolle Band, tolles Avantgarde-Jazz-Konzert im Iridium Jazz Club, Broadway, New York City, am  29. September 2004

 

Sexmob ist:

Steven Bernstein, slide-tp

Briggan Krauss, as

Tony Scherr, b

Kenny Wollesen, dr

 

Die Songs:
1. Sex Bucket
2. Holiday of Briggan
3. McNastarium
4. Superdon
5. Dime Grind Palace
6. Mothila
7. Blue Danube (An der schönen blauen Donau)


TV-Tipp für den 16. Juli: Die Frau in Gold

Juli 15, 2017

Wer den Film am Mitwoch verpasste

One, 20.15

Die Frau in Gold (Woman in Gold, GB/USA 2015)

Regie: Simon Curtis

Drehbuch: Alexi Kaye Campbell

Die im Zweiten Weltkrieg in die USA geflohene Jüdin Maria Altmann hätte gerne wieder das titelgebende Klimt-Gemälde von ihre Tante Adele. Dummerweise ist das Jugendstilgemälde inzwischen zu einer Ikone der österreichischen Identität geworden und Österreich denkt gar nicht daran, Altmann das Gemälde zurückzugeben.

Gutes, gefällig inszeniertes, auf einem wahren Fall basierendes britisches Schauspielerkino mit entsprechend pointierten Dialogen und einem noblen Anliegen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Helen Mirren, Ryan Reynolds, Daniel Brühl, Max Irons, Elizabeth McGovern, Katie Holmes, Tatiana Maslany, Antje Traue, Justus von Dohnányi, Tom Schilling, Charles Dance, Jonathan Pryce, Frances Fisher, Moritz Bleibtreu

Wiederholung: Samstag, 22. Juli, 10.00 Uhr

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Die Frau in Gold“
Moviepilot über „Die Frau in Gold“
Metacritic über „Die Frau in Gold“
Rotten Tomatoes über „Die Frau in Gold“
Wikipedia über „Die Frau in Gold“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „Die Frau in Gold“
Meine Besprechung von Simon Curtis‘ „My Week with Marilyn“ (My Week with Marilyn, GB 2011)

Meine Besprechung von Simon Curtis‘ „Die Frau in Gold“ (Woman in Gold, GB/USA 2015)


TV-Tipp für den 15. Juli: Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis

Juli 14, 2017

Sat.1, 22.30

Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis (USA 1987, Regie: Richard Donner)

Drehbuch: Shane Black

Erster Auftritt der Cops Martin Riggs (Mel Gibson), suizidgefährder und vollkommen durchgeknallter Single, und Roger Murtaugh (Danny Glover), besonnener, den Ruhestand herbeisehnender, glücklich verheirateter Familienvater. Sie untersuchen den Tod eines Callgirls, stoßen auf einen von Vietnam-Veteranen organisierten Drogenring und hinterlassen zu unserer Freude, gepfeffert mit flotten Sprüchen, ein Meer der Verwüstung.

Der Actionthriller war ein Kassenknüller und beeinflusste das Actionkino der späten achtziger und neunziger Jahre. In vier Fortsetzungen wurden die Sprüche und die Action noch weiter gesteigert.

„‚Zwei stahlharte Profis‘ ist ein hochgezüchtetes Action-Spektakel, das sich weniger um die stimmige Entwicklung von Charakteren oder Story bemüht, sondern effektvolle Szenen aneinanderreiht, in denen die Stuntmen ihre Waghalsigkeit beweisen können.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms – Völlig überarbeitete Neuausgabe, 1993)

mit Mel Gibson, Danny Glover, Gary Busey, Mitchell Ryan, Tom Atkins

Wiederholung: Sonntag, 16. Juli, 02.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Lethal Weapon“

Wikipedia über „Lethal Weapon“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Shane Blacks „Iron Man 3“ (Iron Man 3, USA 2013)

Meine Besprechung von Shane Blacks „The Nice Guys“ (The Nice Guys, USA 2016) und der Blu-ray


TV-Tipp für den 14. Juli: Kiss Kiss Bang Bang

Juli 14, 2017

Pro 7, 22.35

Kiss Kiss Bang Bang (USA 2005, Regie: Shane Black)

Drehbuch: Shane Black

LV: Brett Halliday: Bodies are where you find them, 1941

Zuerst stolpert Einbrecher Harry Lockhart auf seiner Flucht vor der Polizei in einen Vorsprechtermin und erhält prompt eine Filmrolle. Als er über eine Hollywood-Party stolpert, trifft er seine Jugendliebe Harmony Faith Lane und, als er zwecks Rollenstudium, mit einem knallharten PI Gay Perry (schwul) durch die Straßen Hollywoods schlendert, stolpern sie alle in einen undurchsichtigen Komplott, der direkt aus einem Film der Schwarzen Serie stammen könnte.

Köstliche Liebeserklärung an die Pulps, der natürlich nur lose auf dem Mike-Shayne-Roman basiert, aber dafür ausführlich Chandler zitiert (Zwischentitel, Voice-Over,…).

“first significant neo-noir of the twenty-first century” (Alexander Ballinger/Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)

mit Robert Downey Jr., Val Kilmer, Michelle Monaghan, Corbin Bernsen, Rockmond Dunbar

Wiederholung: Samstag, 15. Juli, 02.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Kiss Kiss Bang Bang“

Rotten Tomatoes über „Kiss Kiss Bang Bang“

Wikipedia über „Kiss Kiss Bang Bang“ (deutsch, englisch)

Spike: Interview mit Shane Black (17. Oktober 2005)

Drehbuch „Kiss, Kiss, Bang, Bang“ von Shane Black (Fassung vom 21. November 2003)

Meine Besprechung von Shane Blacks „Iron Man 3“ (Iron Man 3, USA 2013)

Meine Besprechung von Shane Blacks „The Nice Guys“ (The Nice Guys, USA 2016) und der Blu-ray

Wikipedia über Brett Halliday

Kirjasto über Brett Halliday

Mordlust über Brett Halliday

Thrilling Detective über Michael Shayne


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: „Spider-Man: Homecoming“ in „Das Marvel Cinematic Universum“

Juli 13, 2017

In „The First Avenger: Civil War“ hatte Tom Holland bereits seinen ersten Auftritt als Spider-Man und das erspart uns jetzt, in seinem ersten Solofilm im Marvel Cinematic Universe, innerhalb weniger Jahre die dritte Wiederholung seiner Origin Story. In „Spider-Man: Homecoming“ ist Peter Parker bereits vertraut mit seinen Kräften und er möchte sie für die gute Sache einsetzen. Dummerweise meldet sich sein Mentor Tony Stark (aka Iron Man) nicht. Und Starks rechte Hand, Happy Hogan, ist damit beschäftigt, die zahllosen unerbetenen Anrufe des Teenagers abzuwehren.

Also beginnt Peter auf eigene Faust Bösewichter zu jagen. Meistens sehr kleine Bösewichter. Oft nervt er auch einfach nur die Nachbarschaft, während er lernt, mit seinen Kräften und dem ihm von Tony Stark geschenkten, mit zahlreichen Special Features ausgestattetem Spider-Man-Anzug umzugehen und sich tödlich langweilt. Denn eigentlich will er nur ein weiteres Abenteuer mit den Avengers erleben. Immerhin ist Captain America regelmäßig bei ihm in der Schule. Als Videoaufzeichnung mit erbaulichen Sprüchen, die die Schüler gelangweilt über sich ergehen lassen.

Bei einem seiner nächtlichen Streifzüge stolpert er in einen Waffendeal. „The Vulture“ Adrian Toomes verkauft hochgefährliche Waffen an Kleingangster. Toomes tut das schon seit Jahren, aber in einem so kleinen Maßstab, dass er bis jetzt von den Avengers ignoriert wurde. Und das würde Toomes, der über keinerlei Superkräfte verfügt, gerne auch weiterhin so halten.

Mit dem von Michael Keaton gespielten „Vulture“ Adrian Toomes gibt es im Marvel-Universum endlich einmal einen Bösewicht, der einem länger als bis zum Abspann im Gedächtnis bleibt und der auch ein sehr nachvollziehbares Motiv für seine Taten hat: er ist ein Unternehmer, der sich um seine Angestellten kümmert. Mit seiner kleinen Firma hatte er nach der Schlacht von New York (dem Finale des ersten „The Avengers“-Films) einen lukrativen Räumungsauftrag von Alien-Schrott und -Waffen erhalten. Als das von Tony Stark initiierte U.S. Department of Damage Control (D.O.D.C.) ihn fristlos rauswirft, beschließt er sich zu wehren. Das funktioniert auch bis zu dieser Nacht, in der Peter Parker über ihn stolpert und ihn besiegen möchte.

Dieser Kampf zwischen Spider-Man und The Vulture steht allerdings nicht im Mittelpunkt des Films.

„Spider-Man: Homecoming“ ist in erster Linie eine Highschool-Komödie. Es geht um Freundschaften, die erste Liebe und Geheimnisse vor den Eltern. Im Superheldenmilieu läuft die Pubertät allerdings etwas anders ab als unter normalen Jugendlichen. Und Jon Watts erzählt das, sehr entspannt, mit viel Feingefühl für die Sorgen und Nöte eines Teenagers. Das ist vergnüglich, kurzweilig, witzig und durchgehend für ein jugendliches Publikum inszeniert. Er lässt sich, weil er die Geschichte nicht unerbittlich vorantreiben will, auch immer wieder mehr Zeit als nötig. Teilweise bis zum Stillstand. Am Ende dauert der Film über 130 Minuten. Watts behandelt Parkers Konflikte in der Schule allerdings durchgehend etwas oberflächlich. Er spitzt sie nie so zu, wie er könnte.

Es ist auch ein Film, der durchgehend wie die jugendfreie Version von „Kick-Ass“ (allerdings ohne Hit-Girl) oder, dank der unzähligen selbstironischen Bemerkungen von Peter Parker, „Deadpool“ in der jugendfreien Version wirkt. Einige Bilder wurden sogar direkt aus „Deadpool“ geklaut.

In den USA hat sich der Film, wenig verwunderlich, an die Spitzen der Kinocharts gesetzt und Marvel-Studios-Chef Kevin Feige schon weitere Filme mit Spider-Man angekündigt. Derzeit plant er eine sich über fünf Filme erstreckende Entwicklung für Peter Parker. „Homecoming“ ist der zweite Teil dieser Geschichte.

Spider-Man: Homecoming (Spider-Man: Homecoming, USA 2017)

Regie: Jon Watts

Drehbuch: Jonathan Goldstein, John Francis Daley, Jon Watts, Christopher Ford, Chris McKenna, Erik Sommers (nach einer Geschichte von Jonathan Goldstein und John Francis Daley)

LV: Charakter von Stan Lee und Steve Ditko

mit Tom Holland, Michael Keaton, Robert Downey Jr., Marisa Tomei, Jon Favreau, Gwyneth Paltrow, Zendaya, Donald Glover, Jacob Batalon, Laura Harrier, Tony Revolori, Bokeem Woodbine, Tyne Daly, Abraham Attah, Kenneth Choi, Chris Evans, Stan Lee

Länge: 134 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Spider-Man: Homecoming“

Metacritic über „Spider-Man: Homecoming“

Rotten Tomatoes über „Spider-Man: Homecoming“

Wikipedia über „Spider-Man: Homecoming“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Marc Webbs „The Amazing Spider-Man“ (The Amazing Spider-Man, USA 2012)

Meine Besprechung von Marc Webbs „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ (The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro, USA 2013)

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Buchkritik

Mit „Das Marvel Cinematic Universe – Anatomie einer Hyperserie“ legt Peter Vignold die überarbeitete Fassung seiner Magisterarbeit an der Ruhr-Universität Bochum vor. In der Arbeit beschäftigt er sich mit der Frage, wie die einzelnen Filme und TV-Serien des Marvel Cinematic Universe miteinander verbunden sind und was diese Filme von anderen Serien, wie „Matrix“, „Harry Potter“ und „X-Men“ unterscheidet. Denn die Marvel-Filme sind bei Kritikern beliebt, Fans vertiefen sich in die Filme, um auch wirklich jede Verbindung zwischen den Filmen und zu den Comics aufzuspüren und sie sind weltweit erfolgreich. Damit hat Marvel, seitdem es nicht mehr die Rechte an seinen Comicfiguren für die Verfilmungen verkauft, sondern die Filme selbst produziert, die Regeln für Hollywood-Blockbuster geändert. Inzwischen möchte jedes Studio sein eigenes Cinematic Universe von miteinander zusammenhängenden Filmen und Figuren schaffen, in dem, wie eine eierlegende Wollmilchsau, jeder Film zum Erfolg der anderen beiträgt. Bislang mit bescheidenem Erfolg.

Vignold zeichnet nach, wie Marvel sein filmisches Universum gestaltet. In der ersten Phase („Iron Man“, „The Incredible Hulk“, „Iron Man 2“, „Thor“, „Captain America“, „The Avengers“) gelang das vor allem über wiederkehrende Nebencharaktere und die Post-Credits-Szenen, in denen es mehr oder weniger kryptische Hinweise auf kommende Filme gibt. In der zweiten Phase („Iron Man 3“, „Thor: The dark World“, „Captain America: The Winter Soldier“, „Guardians of the Galaxy“, „Avengers: Age of Ultron“, „Ant-Man“) verflechten sich die Filme immer mehr miteinander, es werden neue Charaktere eingeführt und die „Avengers“ wird zur dominierenden Binnenserie, der sich die anderen Serien unterordnen. Die TV-Serien liefern ergänzende, aber zum Verständnis der Kinofilme nicht notwendige Informationen. Das gilt vor allem für die ABC-Serien „Agents of S.H.I.E.L.D.“ und „Agent Carter“. Die Netflix-Serien „Daredevil“, „Jessica Jones“ und „Luke Cage“ reproduzieren, mit minimalen Hinweisen auf die Kinofilme, dagegen die im Kino etablierte Erfolgsformel beim Verknüpfen verschiedener Serien in einem anderen Medium.

Mit dem Ende der zweiten Phase des Marvel Cinematic Universe endet Vignolds doch sehr akademisch geschriebene Studie.

Im Kino sind wir mit „Captain America: Civil War“, „Doctor Strange“, „Guardians of the Galaxy, Vol. 2“ (immer noch abgekoppelt vom Avengers-Kosmos) und „Spider-Man: Homecoming“ (der zwar ohne die Kenntnis der Avengers-Filme verstehbar ist, aber davon ausgeht, dass man die Avengers-Filme kennt) in der dritten Phase, die 2019 mit einem „Avengers“-Film enden soll.

Und danach geht es in die vierte Phase.

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Peter Vignold: Das Marvel Cinematic Universe – Anatomie einer Hyperserie

(Marburger Schriften zur Medienforschung)

Schüren, 2017

176 Seiten

19,90 Euro


TV-Tipp für den 13. Juli: Air Force One

Juli 13, 2017

Kabel 1, 23.05

Air Force One (USA 1997, Regie: Wolfgang Petersen)

Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Buch zum Film: Max Allan Collins: Air Force One, 1997 (Air Force One)

Russische Terroristen entführen die Air Force One. Der US-amerikanische Präsident James Marshall wirft sie – Wer könnte bei dem Namen daran zweifeln? – aus seinem Flugzeug. Davor erkundet er den Gepäckraum der Air Force One und versucht mit dem Weißen Haus zu telefonieren.

Gut besetztes Popcorn-Kino von unserem Mann in Hollywood. Jedenfalls damals. Denn inzwischen ist er anscheinend im Ruhestand.

Andrew W. Marlowe erfand später die TV-Serie „Castle“.

Mit Harrison Ford, Glenn Close, Gary Oldman, Wendy Crewson, Paul Guilfoyle, Xander Berkeley, William H. Macy, Dean Stockwell, Jürgen Prochnow, Bill Smitrovich, Philip Baker Hall, Werner Sonne (als deutscher Journalist)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Air Force One“

Wikipedia über „Air Force One“ (deutsch, englisch)

Homepage von Max Allan Collins

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ “Der erste Quarry” (The first Quarry, 2008)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „Two for the Money“ (2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „The last Quarry“ (2006)

Meine Besprechung von „Der letzte Quarry“ (The last Quarry, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „Bones – Die Knochenjägerin: Tief begraben“ (Bones: Buried deep, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI – Crime Scene Investigation: Im Profil des Todes“ (CSI: Crime Scene Investigation – Snake Eyes, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: NY – Blutiger Mond (Bloody Murder, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI – Das Dämonenhaus“ (Demon House, 2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: Crime Scene Investigation – Die Last der Beweise“ (CSI: Crime Scene Investigation – Body of Evidence, 2003)

Max Allan Collins in der Kriminalakte

Sollte mal wieder ein Buch von Max Allan Collins lesen.


Neu im Kino (wenige Tage)/Filmkritik: Ken Dukens sehenswertes Regiedebüt „Berlin Falling“

Juli 12, 2017

Wer „Berlin Falling“ im Kino sehen will, muss sich beeilen. Denn der Thriller läuft nur am 13., 14. und 15. Juli im Kino und danach; – nun Sky Deutschland ist einer der Produzenten des Thrillers über ein in Berlin geplantes Attentat.

Frank (Ken Duken) ist ein im Berliner Umland lebender Ex-Afghanistan-Soldat, Alkoholiker und geschieden. Kurz: er ist das Paradebeispiel für eine verkrachte Existenz.

Jetzt, kurz vor Weihnachten, fährt er nach Berlin, um seine Tochter und seine Ex-Frau am Hauptbahnhof zu treffen. Seine Tochter soll einige Tage bei ihm verbringen.

Auf dem Weg dorthin nimmt er an einer Raststätte den Anhalter Andreas (Tom Wlaschiha) mit. Und weil „Berlin Falling“ ein Thriller ist, ist Andreas kein harmloser Anhalter. In seinem Rucksack hat er eine Bombe und Frank wurde, wie er später erfährt, bewusst ausgewählt. Er soll bei einem Attentat der Sündenbock sein.

„Berlin Falling“ ist ein optisch ansprechender, effizient erzählter Genrefilm, der souverän all die Fettnäpfe vermeidet, in die deutsche Thriller zwischen Pseudo-Coolness und Thesenhaftigkeit gerne tappen.

Zwischen all den vertrauten Elementen und überraschenden, wenn auch nicht immer plausiblen Wendungen und Zufällen (Was wäre, wenn Frank nicht an dieser Tankstelle angehalten hätte?) entwickelt Ken Duken in seinem Spielfilmdebüt (nach einem Kurzfilm und einigen Musikvideos) einen Thriller, der sich auf das Duell zwischen zwei Personen konzentriert. Auf engstem Raum kämpfen Frank und Andreas gegeneinander. Mal mit Worten, mal mit Fäusten.

Fast der gesamte Film spielt in Franks Auto und in einem Kellerraum. Diese Beschränkung auf wenige Orte ist budgetschonend, aber auch etwas theaterhaft. Vor allem wenn Andreas gegen Filmende seinen Plan erklärt, legt der Bösewicht in schönster Info-Dump-Manier in wenigen Minuten alle Hintergründe des Anschlags offen. In dem Moment fällt auch auf, dass einige Punkte im Zusammenhang mit den Anschlag nie so vertieft werden, wie es möglich wäre. Vor allem weil Frank und Andreas während der Autofahrt genug Zeit haben, um über ihre Ansichten zu diskutieren.

Aber das sind kleinere Schwächen in einem Film, der eine normale Kinoauswertung verdient hätte. Und nicht nur drei Tage in ausgewählten Kinos.

Berlin Falling (Deutschland 2017)

Regie: Ken Duken

Drehbuch: Christoph Mille (nach einer Idee von Ken Duken und Norbert Kneißl)

mit Ken Duken, Tom Wlaschiha, Marisa Leonie Bach, Greta Nedelmann, Amelie Plaas-Link, Tim Wilde, Kida Khodr Ramadan

Länge: 91 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

Filmportal über „Berlin Falling“

Moviepilot über „Berlin Falling“

Wikipedia über „Berlin Falling“

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Nachtrag (14. Juli 2017):

Das passiert selten: in den USA erscheint ein Bericht über das Einspiel eines deutschen Films in Deutschland. Aber „Berlin Falling“ hat an seinem ersten Spieltag einen Platz in den Top 10 erreicht und damit die Tür für eine weitere Kinoauswertung geöffnet. Der Hollywood Reporter schreibt unter anderem:

„Berlin Falling, a low-budget indie thriller about a terrorist attack in Germany, has opened in the top 10 on the German box-office charts on its first day of release.

The debut feature from actor turned director Ken Duken grossed $24,000 across 136 theaters on Thursday, enough to squeeze into the top 10, just behind Marc Webb’s Gifted, starring Chris Evans and Lindsay Duncan.“

 


TV-Tipp für den 12. Juli: Die Frau in Gold

Juli 11, 2017

ARD, 20.15

Die Frau in Gold (Woman in Gold, GB/USA 2015)

Regie: Simon Curtis

Drehbuch: Alexi Kaye Campbell

Die im Zweiten Weltkrieg in die USA geflohene Jüdin Maria Altmann hätte gerne wieder das titelgebende Klimt-Gemälde von ihre Tante Adele. Dummerweise ist das Jugendstilgemälde inzwischen zu einer Ikone der österreichischen Identität geworden und Österreich denkt gar nicht daran, Altmann das Gemälde zurückzugeben.

TV-Premiere. Gutes, gefällig inszeniertes, auf einem wahren Fall basierendes britisches Schauspielerkino mit entsprechend pointierten Dialogen und einem noblen Anliegen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Helen Mirren, Ryan Reynolds, Daniel Brühl, Max Irons, Elizabeth McGovern, Katie Holmes, Tatiana Maslany, Antje Traue, Justus von Dohnányi, Tom Schilling, Charles Dance, Jonathan Pryce, Frances Fisher, Moritz Bleibtreu

Wiederholung: Donnerstag, 13. Juli, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Die Frau in Gold“
Moviepilot über „Die Frau in Gold“
Metacritic über „Die Frau in Gold“
Rotten Tomatoes über „Die Frau in Gold“
Wikipedia über „Die Frau in Gold“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „Die Frau in Gold“
Meine Besprechung von Simon Curtis‘ „My Week with Marilyn“ (My Week with Marilyn, GB 2011)

Meine Besprechung von Simon Curtis‘ „Die Frau in Gold“ (Woman in Gold, GB/USA 2015)


Cover der Woche

Juli 11, 2017

Vor wenigen Tagen erschien bei Blanvalet eine Neuausgabe.


„Star Wars – Der Auslöser“ – James Luceno erzählt die Vorgeschichte von „Rogue One“

Juli 11, 2017

Wir erinnern uns: der letzte „Star Wars“-Film „Rogue One“ erzählt, wie die Rebellen an die Pläne für den Todesstern kommen, der in dem ersten „Star Wars“-Film „Krieg der Sterne“ (so hieß er, als er 1978 in die deutschen Kinos kam) zerstört wird.

„Rogue One“ beginnt auf dem Planeten Lah’mu. Dort leben der geniale Wissenschaftler Galen Erso, seine Frau Lyra und seine Tochter Jyn. Er wird von seinem alten Freund Orson Krennic, einem Offizier des Imperiums, und seinen Sturmtrupplern besucht und gefangen genommen. Nur Jyn kann entkommen und viele Jahre später, als junge Frau, zieht sie, auf der Suche nach ihrem Vater, in den Kampf gegen das Imperium. Das ist die Geschichte des Films.

In seinem Roman „Der Auslöser“ erzählt James Luceno, der bereits etliche „Star Wars“-Romane schrieb, die Vorgeschichte zu den Ereignissen auf Lah’mu.

Der Roman beginnt wenige Monate vor Jyns Geburt. Galen und Lyra Erso forschen auf einem abgelegenem Planeten für die Zerpen-Industriewerke, wie aus Kyber-Kristallen Energie gewonnen werden kann. Das sind lebendige Kristalle, die auch die Energiequelle für die Lichtschwerter der Jedi sind.

Die Ersos werden von Separatisten (den späteren Rebellen), die von seinem Wissen profitieren wollen, gefangen genommen. Krennic befreit ihn. Er ist ein alter Studienkamerad von Galen Erso und er tut das nicht aus altruistischen Motiven. Er möchte Galen Erso überzeugen, für die Republik (dem Vorläufer des Imperiums) zu arbeiten und die ultimative Waffe einsatzfähig zu machen: den Todesstern, der mit Kyber-Kristallen funktioniert.

Weil Erso ein überzeugter Pazifist ist und nur für friedliche Zwecke forschen will, muss Krennic ihn mit Argumenten überzeugen. Letztendlich muss er eine Situation schaffen, die dazu führt, dass Erso freiwillig für die Republik arbeitet.

Denn Krennic weiß, dass er auf die schnelle und harte Tour bei Erso nichts erreichen wird. Also nimmt er sich Zeit. Er macht Angebote, lässt sich Vorschläge des Wissenschaftlers ein und verändert auch Teile seines Plans, solange er so sein Ziel erreichen kann.

Luceno erzählt diese sich über Jahre hinziehende Verführung sehr episodenhaft und mit vielen Subplots. Diese sind zwar alle irgendwann mehr oder weniger wichtig für Ersos Entscheidungen und ständig passiert im Haupt- oder einem Subplot etwas, das manchmal auch, wie in einer Chronik, zusammengefasst wird. Dann erleben wir nicht den Kampf um eine Planeten, sondern lesen nur die kurze Zusammenfassung des Kampfes oder verfolgen ein Gespräch von Schmugglern, die über die veränderten Rahmenbedingungen für ihr Gewerbe reden. Das führt dazu, dass „Der Auslöser“ nie Pageturner-Qualitäten entwickelt, sondern vor sich hin plätschert, während Jyn noch ein Jahr älter wird und Galen Erso etwas weiter forscht.

Der Roman selbst liefert für die Kenner des Films etliche zusätzliche Informationen über Orson Krennic, Galen Erso, seine Frau und die Welt, in der sie Leben. Ihre Tochter ist als Baby und Kleinkind nur das intelligente, schweigsam in der Ecke sitzende Kind. Das sind Informationen, die man für das Verständnis der Filmgeschichte in keinster Weise benötigt. Aber das dürfte Star-Wars-Fans und Komplettisten, die wirklich jede Brotkrume an Information über diese Welt haben wollen, nicht stören. Für sie hat Luceno seinen Roman geschrieben.

Als Einzelwerk ist „Der Auslöser“ aus der Nicht-Star-Wars-Fanperspektive ein Roman, den man nicht lesen muss. Es passiert zwar einiges, man bleibt mild interessiert dabei, aber es wird nie wirklich spannend. Dafür bleibt die Geschichte dann doch zu episodisch und zu vieles passiert aus heiterem Weltall.

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James Luceno: Star Wars – Der Auslöser: Ein Rogue One Roman

(übersetzt von Andreas Kasprzak)

Blanvalet, 2017

448 Seiten

13 Euro

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Originalausgabe

Star Wars: Catalyst: A Rogue One Novel

Del Rey, 2016

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Hinweise

Wikipedia über James Luceno (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 11. Juli: Scientology: Ein Glaubensgefängnis

Juli 11, 2017

BR, 22.30

Scientology: Ein Glaubensgefängnis (USA 2015, Regie: Alex Gibney)

Drehbuch: Alex Gibney

LV: Lawrence Wright: Going Clear, 2013

Spielfilmlange Doku über Scientology, die drei Emmys erhielt. Als beste Doku, für die Regie und das Drehbuch.

Scientology war nicht begeistert – und das ist doch eine gute Empfehlung.

Mit Paul Haggis, Jason Beghe, Spanky Taylor, David Miscavige, John Travolta, Tom Cruise, Lawrence Wright, L. Ron Hubbard

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Scientology: Ein Glaubensgefängnis“

Wikipedia über „Scientology: Ein Glaubensgefängnis“

Meine Besprechung von Alex Gibneys „We steal Secrets: Die Wikileaks-Geschichte“ (We steal Secrets: The Story of Wikileaks, USA 2013)


TV-Tipp für den 10. Juli: Madame Mallory und der Duft von Curry

Juli 9, 2017

ARD, 20.15

Madame Mallory und der Duft von Curry (The Hundred-Foot Journey, USA 2014)

Regie: Lasse Hallström

Drehbuch: Steven Knight

LV: Richard C. Morais: The Hundred-Foot Journey, 2010 (Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef; Madame Mallory und der Geschmack von Curry)

Madame Mallory betreibt in der südfranzösischen Provinz ein Edelrestaurant. Da eröffnen gegenüber von ihrem Sternerestaurant eine indische Familie ein Restaurant mit indischer Küche – und die Probleme beginnen.

Wunderschönes, top besetztes Feelgood-Movie.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Helen Mirren, Om Puri, Manisch Dayal, Charlotte Le Bon, Farzana Dua Elahe, Amit Shah, Aria Pandya, Dillon Mitra, Michel Blanc

Wiederholung: Dienstag, 11. Juli, 02.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Moviepilot über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Metacritic über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Rotten Tomatoes über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Wikipedia über „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Homepage von Richard C. Morais

Meine Besprechung von Lasse Hallströms „Lachsfischen im Jemen“ (Salmon Fishing in the Yemen, Großbritannien 2011)

Meine Besprechung von Lasse Hallströms Lars-Kepler-Verfilmung „Der Hypnotiseur“ (Hypnotisören, Schweden 2012)

 Meine Besprechung von Lasse Hallströms “Safe Haven – Wie ein Licht in der Nacht” (Safe Haven, USA 2012)

Meine Besprechung von Lasse Hallströms „Madame Mallory und der Duft von Curry“ (The Hundred-Foot Journey, USA 2014)