Neu im Kino/Filmkritik: „Fast & Furios 8“ – nächste Runde mit der bekannten Familie und unbekannten Blechschäden

April 14, 2017

Die Ein-Satz-Besprechung für das Publikum mit Twitter-Aufmerksamkeitsspanne: Wenn dir die vorherigen zwei, drei „Fast & Furious“-Filme gefallen haben, wird dir „Fast & Furious 8“ gefallen.

Alles ist halt noch eine Nummer größer und es gibt einige neue Familienmitglieder.

Und ab jetzt geht es mit ein, zwei Spoilern weiter, die beim Ansehen des Films dann doch nicht so überraschend sind. Das Plakat verrät auch einiges.

Aber Hey!, die Filme dieser an der Kinokasse unglaublich erfolgreichen Actionserie haben sich nie für den David-Mamet-Preis beworben.

In „Fast & Furious 8“ trifft Dom Toretto (Vin Diesel) auf Kuba (Fun Fact: erster Dreh einer US-Produktion auf Kuba) Cipher (Charlize Theron). Sie erpresst ihn, seine Freunde zu betrügen. Er tut es und stiehlt von ihnen eine äußerst gefährliche Waffe, die sie im Auftrag der US-Regierung kurz vorher von irgendwelchen gesichtslosen Bösewichter geklaut haben.

Seine langjährigen Freunde sind fassungslos über Doms Verrat. Denn für ihn ist, wie wir aus den vorherigen Filmen wissen, Familie alles und seine Freunde sind seine ständig wachsende Familie, die er niemals betrügen oder verraten würde. Er würde für sie durch die Hölle gehen.

Sie, also Doms Freundin Letty (Michelle Rodriguez), Hobbs (Dwayne Johnson), der Rest der Gang – Roman Pierce (Tyrese Gibson), Tej (Chris ‚Ludacris‘ Bridges) und Ramsey (Nathalie Emmanuel) -, unterstützt von Mr. Nobody (Kurt Russell), seinem paragraphenreitendem Lehrling (Scott Eastwood), der vor allem als willkommener Punchingball für Gags benutzt wird, und ihrem früheren Gegner und jetzigen Mr.-Nobody-Zwangsverpflichtung Deckard Shaw (Jason Statham), beginnen Cipher und Dom zu jagen, während Dom weitere Verbrechen begeht, die Cipher mit all den Dingen ausrüstet, die sie braucht, um einen Weltkrieg zu entfesseln. Denn Cipher ist nicht nur eine begnadete Hackerin, die überall und nirgends ist (weshalb ihre Zentrale in einem Flugzeug ist), sondern auch ein waschechter James-Bond-Bösewicht.

Ihre Aktionen gehorchen dabei dem Prinzip „mehr ist besser“; was spannungstechnisch keine gute Idee ist. In Manhattan muss Dom den Koffer mit den Nuklearcodes von dem russischen Verteidigungsminister klauen. Cipher unterstützt ihn dabei, indem sie alle Autos im Umkreis von mehreren Wohnblocks fernsteuert. Dann rasen ganze Armeen von Zombieautos durch die engen Häuserschluchten, verursachen Massenkarambolagen und hunderte Autos nehmen aus einem Parkhaus die Abkürzung. Sie stürzen vom Himmel und begraben die Reste des russischen Autokonvois unter sich.

Im Writers‘ Room mag das wie eine gute Idee geklungen haben. Auf der Leinwand ist es ein unglaubwürdiger Overkill. Es sind einfach zu viele Autos. Sie sehen einfach zu sehr nach Computertricks aus.

Immerhin gibt es in New York dann noch eine konventionelle „Fast & Furious“-Autoverfolgungsjagd, die sogar tagsüber spielt. Deshalb kann man halbwegs sehen, was passiert. Denn F. Gary Gray schneidet hier, wie in allen Action-Szenen, mehr als nötig. Gray inszenierte auch „Verhandlungssache“, „The Italian Job – Jagd auf Millionen“ und, zuletzt, „Straight Outta Compton“. Bei „Fast & Furious 8“ fungiert er, ohne eine erkennbare persönliche Note, als williger Erfüllungsgehilfe eines erfolgreichen Franchise.

Das große Action-Set-Piece ist am Filmende nimmt mindestens ein Drittel des Films, eher sogar eine gute Stunde, ein. Und das ist gut so. In einer geheimen U-Boot-Station an der Barentssee soll Dom für Cipher eine Atomrakete in, uh, Besitz bringen (Frag nicht nach der einfachen Lösung, wenn es auch mit viel Rumms geht).

Nachdem im vorherigen „Fast & Furious“-Film eine Startbahn ewig lang war, liefern sie sich jetzt auf dem Eis, unter Wasser und in der Luft ein Wettrennen mit einem U-Boot, das durch eine Schleuse ins freie Meer fahren könnte. Während das U-Boot sich unter dem Eis seinem Ziel nähert, rasen Dom und seine Gang, verfolgt und beschossen von allerlei meist anonymen Bösewichtern, auf dem Eis in Richtung Schleuse. Und sie scheinen mit ihren Flitzern nicht wesentlich schneller als ein U-Boot voranzukommen. Dabei – schnelle Internetrecherche – fährt das modernste russische Atom-U-Boot höchstens 31 Knoten, also 57 Stundenkilometer.

Während des gesamten Films werden viele Szenen nur für die Lacher gespielt. Dazu gehört, am Filmanfang, Hobbs Minuten dauernde große, zum verlustreichen Kampf anstachelnde Ansprache direkt in die Kamera (wir können uns die Pointe denken, die immerhin direkt danach eine schöne Fortsetzung findet), die Neckereien von Hobbs und Deckard Shaw im Hochsicherheitsgefängnis (die deutlich länger als notwendig ausgespielt werden) oder Shaws liebevolle Betreuung eines Babys, das er befreien muss. Während er sich liebevoll um das Baby kümmert, tötet er nebenbei Dutzende Bösewichter.

Die Story selbst, wieder geschrieben von Chris Morgan, fügt wenig innovativ oder überraschend, aber zweckdienlich die einzelnen Actionszenen zusammen. Dass Dom dabei, wie wir gegen Ende erfahren, nur zum Schein auf Ciphers Erpressung einging, können wir uns von der ersten Minute an Denken. Warum er allerdings nicht gleich mit seiner Familie über die Erpressung redet, erfahren wir nie.

Doms Familie wird, auch wenn ab und an Familienmitglieder sterben, immer größer und damit wird der Film auch etwas behäbig. Schließlich muss jedes Familienmitglied seinen Auftritt haben – und dann kommen noch die mehr oder weniger bösen Neuzugänge hinzu. Das sind dieses Mal Charlize Theron als Bösewicht (Resozialisierung ist im Dom-Universum möglich) und Helen Mirren als – das soll eine Überraschung bleiben.

An einigen Stellen bezieht sich „Fast & Furious 8“, der von Universal Pictures als Auftakt der finalen Trilogie gelabelt wird, auf die vorherigen Filme. Aber das sind nur Nebensätze, die das Herz des langjährigen Fans erfreuen. Zum Verständnis des aktuellen Films sind sie nicht nötig.

Mit dem achten Film des Franchise sind Dom und seine Familie, nachdem sie am Anfang Verbrecher waren, endgültig zu den Guten geworden, die jetzt für einen geheimen US-Geheimdienst die Welt retten. Mit, wie James Bond, einem Spesenkonto ohne Limit und gigantischen Kollateralschäden, die locker zwei große Versicherungen ruinieren könnten.

Insofern schließt „Fast & Furious 8“, der genau das liefert, was die Fans erwarten, nahtlos an die vorherigen Filme an. Ohne die Qualität von „Fast & Furious Five“ (das ist der Teil mit dem ersten Auftritt von Dwayne Johnson und dem unkonventionellen Transport eines riesigen Safes durch Rio de Janeiro) zu erreichen.

P. S.: Der Film läuft auch im IMAX.

Fast & Furious 8 (The Fate of the Furious, USA 2017)

Regie: F. Gary Gray

Drehbuch: Chris Morgan

mit Vin Diesel, Charlize Theron, Dwayne Johnson, Jason Statham, Michelle Rodriguez, Tyrese Gibson, Chris ‚Ludacris‘ Bridges, Helen Mirren, Nathalie Emmanuel, Elsa Pataky, Scott Eastwood, Kurt Russell, Kristofer Hivju, Luke Evans

Länge: 136 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Fast & Furios 8“

Metacritic über „Fast & Furios 8“

Rotten Tomatoes über „Fast & Furios 8“

Wikipedia über „Fast & Furios 8“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Justin Lins „Fast & Furious Five“ (Fast Five, USA 2011)

Meine Besprechung von Justin Lins „Fast & Furios 6“ (Furios Six; Fast & Furious Six, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „Fast & Furious 7“ (Furious 7, USA 2015)

Meine Besprechung von F. Gary Grays „Straight Outta Compton“ (Straight Outta Compton, USA 2015)


TV-Tipp für den 13. April: Sleepy Hollow

April 13, 2017

Kabel 1, 20.15

Sleepy Hollow (USA 1999, Regie: Tim Burton)

Drehbuch: Andrew Kevin Walker (nach einer Filmgeschichte von Kevin Yagher und Andrew Kevin Walker)

LV (Inspiration): Washington Irving: The Legend of Sleepy Hollow, 1820 (Die Sage von der schläfrigen Schlucht)

1799 soll Constable Ichabod Crane, ein Rationalist vor dem Herrn, in einem kleinen Dorf in der Nähe von New York mehrere Morde aufklären. Die Einheimischen behaupten, die Morde wurden von einem kopflosen Reiter begangen.

Schöner Horrorfilm von Tim Burton.

Hier zwei zeitgenössische Kritiken:

Die perfekte Mischung aus haarsträubendem Grauen und schwarzem Humor, eine bis ins Detail perfektionistische Umsetzung und eine sichere Hand bei der Führung eines herausragenden Darstellerensembles machen aus ‚Sleepy Hollow‘ eine der ausgereiftesten Regiearbeiten Tim Burtons.“ (Steffen Heinke, Filmecho-Filmwoche)

ein freudianisches Disneyland erschüttert vom Grand Guignol“ (Mariam Lau, Die Welt)

Die Musik ist von Danny Elfman; Kameramann war Emmanuel Lubezki.

mit Johnny Depp, Christina Ricci, Miranda Richardson, Michael Gambon, Casper Van Diem, Jeffrey Jones, Christopher Lee

Wiederholung: Freitag, 14. April, 00.40 Uhr (Taggenau! – Und dann wohl auch ungekürzt)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Sleepy Hollow“

Wikipedia über „Sleepy Hollow (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Tim Burtons “Frankenweenie” (Frankenweenie, USA 2012, nach einem Drehbuch von John August)

Meine Besprechung von Tim Burtons „Big Eyes“ (Big Eyes, USA 2014)

Meine Besprechung von Tim Burtons „Die Insel der besonderen Kinder“ (Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children, USA 2016)

Tim Burton in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 12. April: Freistatt

April 12, 2017

ARD, 20.15

Freistatt (Deutschland 2014)

Regie: Marc Brummund

Drehbuch: Marc Brummund, Nicole Armbruster

Sommer 1968: der Stiefvater schiebt den 14-jährigen Wolfgang nach Freistatt ab, eine hochangesehene evangelische Erziehungsanstalt für Schwererziehbare. Dort erlebt er ein drakonisches Regiment.

Trotz seiner Mängel ein sehenswerter, auf Tatsachen basierender Film.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung..

Im Anschluss, um 21.45 Uhr (Nachtwiederholung um 01.35 Uhr), läuft die Doku „Endstation Freistatt – Das Erziehungslager im Moor“ von Sascha Schmidt.

mit Louis Hofmann, Alexander Held, Max Riemelt, Katharina Lorenz, Stephan Grossmann, Uwe Bohm

Wiederholung: Donnerstag, 13. April, 00.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Homepage zum Film
Filmportal über „Freistatt“
Film-Zeit über „Freistatt“
Moviepilot über „Freistatt“
Wikipedia über „Freistatt“ und Freistatt

Meine Besprechung von Marc Brummunds „Freistatt“ (Deutschland 2014)


Cover der Woche

April 11, 2017


Matthias Glasner erzählt seine ZDF-Krimiserie „Blochin“ doch zu Ende

April 11, 2017

Das ist eine Nachricht, mit der ich schon nicht mehr rechnete und die dann doch nur ein schnelles Zusammenkehren der Scherben ist. Matthias Glasner inszeniert jetzt, nach seinem Drehbuch, das Ende der sechsstündigen Serie „Blochin – Die Lebenden und die Toten“, in der Jürgen Vogel einen korrupten Polizisten spielt und die im Herbst 2015 im ZDF lief. Die Serie ist ein ziemliches Komplettdesaster mit einem Ende, das unverhohlen auf eine zweite Staffel spekulierte. Weil die Zuschauerzahlen und die Kritiken (auch ich) eine mehr als überschaubaren Begeisterung dokumentierten, wurde nach der Ausstrahlung nicht mehr über eine Fortsetzung und damit einer Antwort auf all die offenen Fragen gesprochen.

Jetzt hat sich das ZDF entschlossen mit einem 105-minütigen Film die losen Fäden zu Ende zu erzählen. Das ist schon mal etwas; – wobei es besser gewesen wäre, schon bei der originalen Miniserie ein Ende zu inszenieren, das ein Ende ist. Gerne mit der Option auf eine Fortsetzung. Aber ein Ende und kein Coitus interruptus.

 

Hier ist die vollständige Pressemitteilung des ZDFs:

Blochins Tochter Grille wird kaltblütig erschossen – damit endete die letzte Folge der ZDF-Thrillerserie „Blochin – die Lebenden und die Toten“ im Herbst 2015. Derzeit wird in Berlin der dramatische Staffelabschluss der Cop-Serie mit dem Arbeitstitel „Blochin – Black Hole Sun“ gedreht. Blochin (Jürgen Vogel) und sein Schwager Dominik Stötzner (Thomas Heinze) haben für Grilles Tod Rache geschworen. Nach jahrelanger Verfolgung gelingt es Blochin, Kyrill, den Mörder seiner Tochter, nach Berlin zu locken. In weiteren Rollen spielen Maja Schöne, Jördis Triebel, Agnieszka Piwowarska, Christoph Letkowski, Peri Baumeister, Rainer Bock, Alexander Scheer, Jasna Fritzi Bauer, Natalia Belitski und viele andere. Das Drehbuch stammt wieder von Matthias Glasner, der auch Regie führt.

Eine nächtliche Schießerei in einem Berliner Hinterhof. Blochin und Dominik rennen in die Dunkelheit davon. Im Hof liegt eine tote Frau. Kurz darauf werden Blochin und Dominik festgenommen. Sie stehen unter Mordverdacht, denn die Tote ist Pheline (Jasna Fritzi Bauer), die Geliebte von Grilles Mörder Kyrill (Alexander Scheer). Von Kyrill selbst fehlt jede Spur. In wechselnden Verhören wird Stück für Stück deutlich, dass Blochin Pheline als Köder benutzt hatte, um Kyrill eine Falle zu stellen. Die Jagd nach dem Mörder seiner Tochter rührt dabei zunehmend an Blochins Kindheitstrauma. Erinnerungsfetzen bedrängen ihn. Bevor Blochin seinen Rachefeldzug zu Ende führen kann, muss er herausfinden, warum er im Alter von 15 Jahren sein Gedächtnis verloren hat. Dominik deckt Blochins Alleingang und muss gleichzeitig verhindern, dass seine früheren Machenschaften ans Tageslicht kommen.

Gedreht wird der Thriller mit 105 Minuten Länge bis Mitte Mai 2017 in Berlin und Brandenburg. Produzentin ist Lisa Blumenberg, Producerin Sibylle Stellbrink, beide REAL Film Berlin. Die Redaktion im ZDF haben Caroline von Senden und Solveig Cornelisen. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.


TV-Tipp für den 11. April: Die fremde Frau

April 11, 2017

3sat, 22.25

Die fremde Frau (Deutschland 2003, Regie: Matthias Glasner)

Drehbuch: Thomas Schwank

Nach zwanzig Jahren kehrt Helen Berg (Corinna Harfouch) aus Rio zurück nach Hamburg und drängt sich gleich in das Leben des Juweliers Alexander Brandenburg (Ulrich Tukur), der nicht ahnt, was ihm blüht. Denn sie weiß, was er und seine Familie vor zwanzig Jahren getan haben.

Spannende Hitchcock-Hommage; vor allem von „Vertigo“.

Der (Fernseh-)Thriller fügt scheinbar zufällige Ereignisse zu einer Wahrheit zusammen, die eine schicksalhafte Verknüpfung aller Beteiligten offenbart.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Corinna Harfouch, Ulrich Tukur, Judith Engel, Tatja Seibt

Hinweise

Filmportal über „Die fremde Frau“

Meine Besprechung von Matthias Glasner „Gnade“ (Deutschland/Norwegen 2012)

Meine Besprechung von Matthias Glasners „Blochin – Die Lebenden und die Toten: Staffel 1“ (Deutschland 2015)


TV-Tipp für den 10. April: Das Loch

April 10, 2017

Arte, 20.15

Das Loch (Frankreich/Italien 1960, Regie: Jacques Becker)

Drehbuch: Jacques Becker (Adaptation, Dialoge), José Giovanni (Adaptation, Dialoge), Jean Aurel (Adaptation)

LV: José Giovanni: Le Trou, 1957

Fünf Untersuchungshäftlinge graben einen Tunnel in die Freiheit. Gelingt die Flucht?

Klaustrophobischer, hochspannender, auf Tatsachen basierender Knast- und Ausbruchsthriller, der in den vergangenen Jahrzehnten nicht alterte und der nur alle Jubeljahre im TV läuft.

Das Loch“ ist Jacques Beckers letzter Spielfilm. Er starb vor der Premiere.

Arte zeigt die vom ZDF 1984 rekonstruierte Fassung, die zwölf Minuten länger als die deutsche Kinofassung ist.Trotzdem fehlen immer noch einige Minuten, die wir dann, wenn der Film irgendwann auf DVD erscheint, hoffentlich zu sehen bekommen.

Anschließend, um 22.15 Uhr, zeigt Arte Jacques Beckers Drama „Falbalas – Sein letztes Modell“ (Frankreich 1944). Ebenfalls sehenswert.

Mit Michel Constantin, Jean Keraudy, Philippe Leroy, Marc Michel

Hinweise

Arte über „Das Loch“

Wikipedia über „Das Loch“ (deutsch, englisch französisch)

Noir of the Week über „Das Loch“


TV-Tipp für den 9. April: Harold Lloyd: Hollywoods zeitloses Comedy-Genie

April 9, 2017

Arte, 22.45

Harold Lloyd: Hollywoods zeitloses Comedy-Genie (Deutschland 2016, Regie: Andreas Baum)

Drehbuch: Andreas Baum

Einstündige Doku über Harold Lloyd, der ohne Computertricks (weil es damals noch keine Computer gab) und Netz einen Wolkenkratzer hochklettert. Um nur einen seiner legendären Stunts zu erwähnen.

Hm, Arte oder 3sat könnte mal wieder einige seiner Filme zeigen.

Hinweise

Arte über die Doku

Wikipedia über Harold Lloyd (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Sam Garbarskis neuen Film „Es war einmal in Deutschland…“

April 8, 2017

Frankfurt am Main, 1946: die Stadt liegt in Trümmern. Die amerikanischen Besatzer überprüfen die Nazi-Vergangenheit der Deutschen. Der Jude David Bermann (Moritz Bleibtreu), der die Nazi-Zeit im KZ überlebte, will jetzt, mehr oder weiger schnell, in die USA, das gelobte Land. Dafür braucht er Geld, das er sich mit dem Handel von feinster Wäsche an deutsche Frauen verdienen will. Das hat er schon vor dem Krieg in dem seiner Familie gehörendem, noblen Wäschehaus gemacht.

Allerdings verweigert die US-Militärregierung ihm die Geschäftslizenz. Im Transitlager, in dem er lebt, bequatscht er einen anderen Juden, die Lizenz zu beantragten. Dann scharrt er einige Juden um sich, die mit ihm das Geschäft eröffnen. Als Wäscheverkäufer reisen sie, höchst erfolgreich, durch das vom Krieg zerstörte Land.

Zur gleichen Zeit muss Bermann, was er vor seinen Geschäftspartnern verschweigt, immer wieder in das US-Hauptquartier. Dort verhört ihn US Special Agent Sara Simon (Antje Traue). Sie glaubt, dass Bermann mit den Nazis zusammenarbeitete. Das würde sein Überleben im KZ, seinen Besuch auf dem Obersalzberg und seine beiden Pässe erklären

Also beginnt Bermann ihr seine Geschichte, die wir in Rückblenden sehen, zu erzählen. Und dass der Überlebenskünstler es dabei mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, wissen wir schon bevor er seinen Mund aufmacht.

Es war einmal in Deutschland..“ hat eine schöne Idee – Juden, die nach dem Krieg in Deutschland ihr Glück versuchen -, die auf zwei semi-autobiographischen Romanen von Michael Bergmann (Jahrgang 1945) basiert. Zusammen mit Regisseur Sam Garbarski (Jahrgang 1948) schrieb er das Drehbuch, das aus der schönen Ausgangsidee wenig macht.

Die viel zu ausführlichen Rückblenden in die Nazi-Zeit, in denen Berman Simon von seinen Erlebnissen im KZ und wie er es überlebte, erzählt, stören nur die in der Gegenwart spielende Geschichte. Sie bringen sie nicht voran. Sie steigern auch nicht die Spannung. Schon bei der ersten Begegnung von Bermann und Simon ist klar, dass er ihr irgendetwas vorflunkern und so seinen Hals aus der Schlinge ziehen wird. Schließlich ist Bermann ein Schlawiner. Ein geborener Verkäufer, der aus einer Händlerdynastie stammt. Bis jetzt überlebte er, weil er, immer auch auf seinen eigenen Vorteil bedacht, den Menschen das erzählte, was sie hören wollten.

Entsprechend wenig steht für ihn während des gesamten Films auf dem Spiel. Da hilft es auch nichts, dass Moritz Bleibtreu sich hundertfünfzigprozentig in die Rolle wirft und Bermann als sympathischen Schlawiner, dem man gerne zuhört, porträtiert.

In der Gegenwart verschenkt Garbarski die wenigen Ansätze für ein Sittengemälde des Nachkriegsdeutschlands. Bermanns Verkäufer bleiben, obwohl es ein Ensemblefilm ist, austauschbare Nebenfiguren. Die Verkaufstouren und -gespräche bleiben im anekdotenhaften stecken. Und das gezeigte Kriegs- und Nachkriegsdeutschland hat immer den Flair einer sauber hergerichteten Kulisse.

Garbarski erzählt das alles recht gemütlich-bräsig mit einem biederen Fünfziger-Jahre-Humor, der niemand weh tut und sich mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner begnügt. Bekanntes wird lediglich bestätigt, während der Film, zwischen Gegenwart und Vergangenheit wechselnd, eine Anekdote an die nächste reiht.

Insofern bewegt sich der neue Film des „Irina Palm“-Regisseurs in den gleichen altmodischen Gewässern wie sein vorheriger Film „Vijay und ich“. Der war ebenfalls mit Moritz Bleibtreu und er war auch damals der Grund, sich den Film anzusehen.

Es war einmal in Deutschland… (Deutschland/Luxemburg/Belgien 2017)

Regie: Sam Garbarski

Drehbuch: Michael Bergmann, in Zusammenarbeit mit Sam Garbarski

LV: Michael Bergmann: Die Teilacher, 2010; Machloikes, 2011

mit Moritz Bleibtreu, Antje Traue, Tim Seyfi, Mark Ivanir, Anatole Taubman, Hans Löw, Pál Mácsai, Václav Jakoubek

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

Filmportal über „Es war einmal in Deutschland…“

Moviepilot über „Es war einmal in Deutschland…“

Meine Besprechung von Sam Garbarskis „Vijay & ich – Meine Frau geht fremd mit mir“ (Vijay and I, Deutschland/Belgien/Luxemburg 2012)


TV-Tipp für den 8. April: Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt

April 7, 2017

Sat.1 Gold, 22.10

Wag the dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt (USA 1997, Regie: Barry Levinson)

Drehbuch: Hilary Henkin, David Mamet

LV: Larry Beinhart: American Hero, 1991 (American Hero)

Ein Medienberater rät dem Stab des Präsidenten, einen Krieg in Albanien zu inszenieren, um von einer Sexaffäre des Präsidenten abzulenken. Nach einem überzeugenden Anfang gerät das Ablenkungsmanöver außer Kontrolle.

Köstliche Medien- und Politsatire, die von Beinharts langatmigem Buch nur die Idee („Wir fälschen einen Krieg. Merkt doch keiner.“) übernimmt und durch die damaligen politischen Ereignisse (Clinton-Lewinsky-Affäre, Jugoslawien) eine nicht geplante tagespolitische Brisanz erhielt.

Mit einer bestens aufgelegten Riege von Schauspielern: Dustin Hoffman, Robert De Niro, Anne Heche, Denis Leary, Willie Nelson, Kirsten Dunst, William H. Macy, Woody Harrelson

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Wag the Dot“

Wikipedia über „Wag the Dog“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Wag the Dog“ von David Mamet

Homepage von Larry Beinhart

Huffington Post: Kolumne von Larry Beinhart

Meine Besprechung von Barry Levinsons „The Bay – Nach Angst kommt Panik“ (The Bay, USA 2012)

Meine Besprechung von Barry Levinsons „Rock the Kasbah“ (Rock the Kasbah, USA 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: „MindGamers“ – Murks, getarnt als Science-Fiction

April 7, 2017

Wow, wer hätte das gedacht? Nach „MindGamers“ erscheint der gerade angelaufene SF-Film „Ghost in the Shell“ als tiefphilosophisches Meisterwerk über die Frage, was den Menschen ausmacht.

In „MindGamers“ geht es dann um eine andere Frage, die ebenfalls zum Nachdenken anregen kann: Was wäre, wenn wir die motorischen Fähigkeiten und das Wissen eines Menschen verlustfrei und in Sekunden auf einen anderen Menschen übertragen könnten? Was wäre, wenn wir so auch einen anderen Menschen dazu bewegen könnten, sich zu töten? Und welches Potential hätten wir, wenn wir einzelne Gehirne miteinander verknüpfen könnten? So wie wir Dateien und Befehle von einem Computer zum nächsten schicken und sie gegebenenfalls zu einem riesigen Netzwerk miteinander verknüpfen. Bei Laborratten hat diese Form der Wissensübertragung anscheinend schon funktioniert.

Das sind interessante Frage mit vielen Implikationen, für die sich der Science-Fiction-Film, abseits der reinen Gimmick-Ebene, nicht weiter interessiert. Er hat sie noch nicht einmal im Ansatz angedacht.

Im Film haben wir den katholischen Geistlichen Kreutz (Sam Neill), der mit Wissenschaft die Menschheit wieder zum Glauben bekehren will. Deshalb bringt er Geistliche, die ihm im Weg stehen, um und forscht in diesem Feld.

Er hat auch entsprechende Forschungen an einer irgendwie kirchlich geführten oder infiltrierten Universität initiiert. Diese Forschungen werden, im Geheimen in riesigen Kellergewölben, von einer Gruppe junger Forscher, alle noch im Studierendenalter, unter der Leitung von Jaxon (Tom Payne, der zweite Promi im Cast) durchgeführt und sie wirken nie wie Naturwissenschaftler, sondern immer wie die stilbewusste Poser-Punkband von nebenan. Sie arbeiten mit Quantencomputern an einem kabellosen neuralen Netzwerk, das motorische Fähigkeiten von einer Person zu einer anderen Übertragen kann. Besonders gerne übertragen sie Parkour-Fähigkeiten; – – – weil Parkour über Häuserdächer einfach toll aussieht.

Außerdem wurde der Film von der Red-Bull-Firma Terra Mater Film Studios produziert.

Und dann läuft noch eine Rothaarige, die irgendwie wichtig ist, immer wieder durchs Bild. Die Macher erklären sie zu einem weiteren Puzzle, das die Zuschauer enträtseln können.

So kann man die vollkommene Unfähigkeit, eine auch nur halbwegs stringente Geschichte zu erzählen, auch verklären. Regisseur Andrew Goth knüpft dabei an seinen surrealistischem Vampir-Western „Gallowwalkers“ (mit Wesley Snipes) an. Schon da nervten die sinnlosen Zeitsprünge, ohne der Geschichte ein größeres Gewicht zu verleihen. Allerdings hatte „Gallowwalkers“ eine so chaotische Produktionsgeschichte, dass es an ein Wunder grenzte, dass überhaupt ein auch nur halbwegs ansehbarer Film entstand.

Bei „MindGamers“ ist dieses Chaos zwischen Gegenwart und Vergangenheit und möglichen Parallelwelten Absicht. Eine nachvollziehbare Geschichte und ebenso klar herausgearbeitete Konflikte fehlen in diesem Kuddelmuddel. Eine Dramaturgie ebenso.

Der Science-Fiction-Film ist ein schön anzusehendes Totaldesasters mit einigen netten Anspielungen und viel verschenktem Potential. Erst am Ende kann man sich, eher weniger als mehr, eine Geschichte zusammenreimen. Bis dahin springt Andrew Goth wild in der Chronologie herum und er macht erschreckend wenig aus seiner Prämisse. Außer, als Höhepunkt, einer großen Tanzszene, in der alle dank Gedankensteuerung spontan synchron tanzen und morden.

MindGamers (MindGamers, USA 2015)

Regie: Andrew Goth

Drehbuch: Andrew Goth, Joanne Reay

mit Tom Payne, Sam Neill, Melia Kreiling, Antonia Campbell-Hughes, Turlough Convery, Oliver Stark, Dominique Tipper, Ryan Doyle, Simon Paisley-Day, Pedja Bjelac, Ursula Strauss

Länge: 99 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

alternativer, früherer Titel „DXM“

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „MindGamers“

Rotten Tomatoes über „MindGamers“

Wikipedia über „MindGamers“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Andrew Goths „Gallowwalkers“ (Gallowwalkers, USA/UK 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: Unglaubliche Begegnungen in „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“

April 7, 2017

In den USA sind Filme für ein christliches Publikum ein kommerziell einträgliches Marktsegment. Die Kritiken sind normalerweise vernichtend. Die Botschaft und die Präsentation sind zu platt. Die filmische Qualität bestenfalls überschaubar. Das kann über die wenigen Filmen dieses ‚Genres‘, die auch in Deutschland gezeigt werden, gesagt werden. Denn ganz selten wird einem dieser Filme ein DVD-Start oder sogar ein Kinostart gewährt. „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“, Stuart Hazeldines Verfilmung des Bestsellers von William Paul Young, ist da eine der wenigen Ausnahmen. Die deutsche Übersetzung des Romans wurde über eine Million mal verkauft und den Fans des Buches könnte die Verfilmung gefallen.

Alle anderen sollten einen großen Bogen um den Film machen.

Mack Phillips (Sam Worthington) ist ein guter Vater, ein liebevoller Ehemann, ein respektiertes Gemeindemitglied und seit einiger Zeit todtraurig. Denn während eines Campingausflugs wurde seine jüngste Tochter entführt und wahrscheinlich von einem Serientäter ermordet. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Aber in einer Hütte im Wald fand man ihr blutdurchtränktes Kleid.

Eines Wintertages erhält Mack einen Brief von Gott, der ihn in die einsam gelegene Hütte einlädt.

Mack macht sich auf den Weg. In der Hütte findet er nichts. Aber er trifft im Schnee auf einen Mann (Jesus!), der ihn schon erwartet und ihn in eine sommerliche Traumwelt aus dem Kitsch-Katalog führt. Dort wird er von Gott, die sich Papa nennt und eine Afroamerikanerin ist (Octavia Spencer), empfangen. Sie und Jesus und der Heilige Geist, verkörpert von schönen Menschen, sind auch da. Diese heilige Dreifaltigkeit, ab und an in weiteren Erscheinungen von ihnen auftauchend, versuchen ihn wieder mit dem Leben zu versöhnen.

So hahnebüchen diese Ausgangssituation dann auch ist, präsentiert in Bildern, die sogar für einen Nicholas-Sparks-Film zu kitschig sind, so todernst wird sie präsentiert: Gott existiert und man kann mit ihm Kekse backen und Lebensweisheiten austauschen. Mit Jesus kann man dann über das Wasser laufen. Und mit dem Heiligen Geist gärtnern.

Diese Sicht auf Gott und den Glauben kann man vielleicht Kindern, die noch an das Christkind glauben, verkaufen, aber schon gegenüber Kindern im Kommunionsunterricht ist diese Glaubensform zu naiv. Als ernsthafte Sicht auf den Glauben – und als das wird sie im Film durchgehend präsentiert – ist sie von atemberaubender Einfachheit, die nichts, aber auch wirklich nichts, von einer auch nur irgendwie erwachsenen, reflektierten oder hinterfragenden Perspektive auf den Glauben zu tun hat. Es ist eine Sicht, die keinen Zweifel und nur eine Wahrheit kennt. Dass sie in „Die Hütte“ durchgehend von netten Menschen propagiert wird, macht die Sache nicht besser, sondern schlimmer. Es ist eine vulgärtheologische Traumwelt, die, unglaublich, aber wahr, jede Nicholas-Sparks-Verfilmung zu einer in jeder denkbaren Beziehung tiefsinnigen Geschichte werden lässt.

Stuart Hazeldine, dessen Spielfilmdebüt „Exam“ ein kleiner, fieser Thriller war und der jetzt, nach acht Jahren, wohl wieder Regie führen wollte (anders kann ich mir nicht erklären, dass er dafür seinen Namen hergab), inszenierte „Die Hütte“ brav, bieder, voller überdeutlicher Metaphern und mit einer enervierenden Langsamkeit, die auch die Geduld des langmütigsten Zuschauers über Gebühr strapaziert. Denn alles ist offensichtlich und überraschungsfrei.

Immerhin hat Octavia Spencer, die eigentlich nur ihre Rolle aus den „Die Bestimmung“-Filmen wiederholt, eine ruhige Präsenz, die ihre Szenen trägt. Sam Worthington spielt dagegen erfolglos und mit überschaubarem Engagement gegen das dünne Drehbuch an, während Jesus, der Heilige Geist und Graham Greene in einem kurzen Auftritt als ‚männlicher Papa‘ (weil Gott in vielen Inkarnationen erscheinen kann) einfach nur beseelt da sind. Wahrscheinlich warten sie auf ihren Gehaltsscheck.

Und was sagt die katholische Filmkritik, langjährige Expertin in Sachen Glauben und Seelenheil, dazu? „Die Inszenierung verwandelt die simple Laientheologie der Bestseller-Vorlage in kindlich-kitschige Poesiealben-Sticker.“

D. h.: Wir raten ab.

Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott (The Shack, USA 2017)

Regie: Stuart Hazeldine

Drehbuch: John Fusco, Andrew Lanham, Destin Cretton

LV: William Paul Young: The Shack 2007 (Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott)

mit Sam Worthington, Octavia Spencer, Tim McGraw, Radha Mitchell, Avraham Aviv Alush, Sumire, Graham Greene, Megan Charpentier, Gage Munroe, Amélie Eve, Alice Braga

Länge: 133 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Die Hütte“

Metacritic über „Die Hütte“

Rotten Tomatoes über „Die Hütte“

Wikipedia über „Die Hütte“

Meine Besprechung von Stuart Hazeldines „Exam“ (Exam, GB 2009)


Neu im Kino/Filmkritik: „Free Fire“ oder eine wenig intelligente Art der Konfliktlösung

April 7, 2017

Eine Nacht in Boston in den siebziger Jahren: in einer Lagerhalle im Hafen wollen einige Iren von einigen Amerikanern Schusswaffen kaufen. Natürlich illegal, weil die Waffen in Irland gegen die verhassten Briten eingesetzt werden sollen. Doch bevor der Handel abgeschlossen wird, gibt es ein kleines Missverständnis, etwas gekränkte Eitelkeit und die Waffen werden exzessiv in der verlassenen, abgelegenen Lagerhalle ausprobiert.

Nach der SF-Sozialsatire „High-Rise“ ist Ben Wheatleys neuer Film „Free Fire“ eine mit Einzeilern garnierte Ballerorgie ohne Sinn und Verstand, in der die Schauspieler – immerhin bekannte Namen und gestandene Schauspieler wie Brie Larson (die einzige Frau unter Jungs), Armie Hammer, Cillian Murphy, Sam Riley, Jack Reynor, Michael Smiley und Patrick Bergin – die meiste Zeit auf dem Boden liegen und durch den Dreck kriechen –, etwas eingeschränkt von diversen Schussverletzungen, die sie nicht daran hindern, munter weiter in Richtung Feind zu ballern. Und alle beweisen eine erstaunliche Überlebensfähigkeit.

Das ist durchaus vergnüglich, aber auch etwas blutleer geraten. Denn abgesehen von dem reichlich vorhandenen zeit- und popkulturellen Anspielungen (Die Kleider. Die Frisuren. Die herzliche Abneigung zwischen den verschiedenen Gruppen.) ist „Free Fire“ vor allem eine selbstgenügsame Übung im Schusswaffengebrauch. Auch wenn später noch andere, ähem, Waffen zum Einsatz kommen, ändert sich nichts an dem gnadenlos bis zur letzten Minute durchgezogenen Prinzip des gegenseitigen Tötens.

Die nicht besonders intelligenten Schießbudenfiguren stehen sich während des gesamten Films in zwei klar abgegrenzten Gruppen unversöhnlich gegenüber. Wechselnde Koalitionen oder Loyalitäten, vulgo Überraschungen, gibt es nicht. Nur kurz, als plötzlich eine dritte Partei sie erschießen will, arbeiten sie zusammen. Um die Störung zu beseitigen.

Da waren, weil „Free Fire“ sicher öfter mit Quentin Tarantinos „Reservoir Dogs“ verglichen wird, die Charaktere in „Reservoir Dogs“ deutlich vielschichtiger. Tarantinos mehr redselige als bleihaltige Geschichte ebenso. Die Charaktere hatten keine Einzeiler, sondern Monologe und durch die zahlreichen Rückblenden wurde auch die Einheit von Handlungsort und -zeit aufgebrochen. In „Free Fire“ spielt die gesamte Geschichte in der Lagerhalle, es gibt keine Rückblende, es gibt keinen Versuch, den Charakteren eine größere Tiefe zu verteilen und Einzeiler haben eine begrenzte Halbwertzeit. Vor allem wenn die Loyalitäten betonhart feststehen.

Free Fire“ ist eine hirnlose Retro-Ballerorgie, die nur aus einer Idee besteht. Das ist okay, aber bei Ben Wheatley, dem Regisseur von „Sightseers“, „A Field in England“ und „High-Rise“, hätte ich noch eine zweite Ebene, einen Subtext, erwartet. Der geht hier im Kugelhagel unter.

Free Fire (Free Fire, Großbritannien/Frankreich 2016)

Regie: Ben Wheatley

Drehbuch: Ben Wheatley, Amy Jump

mit Armie Hammer, Brie Larson, Cillian Murphy, Sam Riley, Sharlto Copley, Jack Reynor, Babou Ceesay, Enzo Cilenti, Michael Smiley, Noah Taylor, Patrick Bergin, Mark Monero

Länge: 90 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Free Fire“

Metacritic über „Free Fire“

Rotten Tomatoes über „Free Fire“

Wikipedia über „Free Fire“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ben Wheatleys „Sightseers“ (Sightseers, Großbritannien 2012)

Meine Besprechung von Ben Wheatleys „High-Rise“ (High-Rise, Großbritannien 2015) und der DVD


TV-Tipp für den 7. April: Bank Job

April 7, 2017

ZDFneo, 23.15

Bank Job (GB 2008, Regie: Roger Donaldson)

Drehbuch: Dick Clement, Ian La Frenais

Dick Clement und Ian La Frenais sind zwei alte Hasen im britischen Filmgeschäft. Sie schrieben unter anderem die Drehbücher zu „Commitments“, „Wasser – Der Film“, etlichen Lovejoy-Folgen (in Deutschland nie gezeigt) und zu „Die alles zur Sau machen“ (Villain).

Mit ihrem Edgar-nominierten Film „Bank Job“ kehrten sie wieder in die frühe Siebziger und dem von ihnen mit „Villain“ mitbegründeten britischen Gangsterfilm zurück. Dieses Mal lassen sie sich von einem wahren Bankraub inspirieren. Am 11. September 1971 raubten einige Kleingauner aus der Lloyd’s Bank 500.000 Pfund (was heute sechs Millionen Euro wären). Die Zeitungen füllten ihre Spalten mit Sensationsberichten über den „Walkie-Talkie-Einbruch“. Vier Tage lang. Dann untersagte die Regierung aus Gründen der nationalen Sicherheit weitere Berichte, vier Räuber wurden verhaftet, ihren Namen wurden nie bekannt, das Strafmaß ist unbekannt, große Teile der Beute verschwunden und die Akten darüber sind bis 2054 unter Verschluss. Das Team Clement/La Frenais hat jetzt mit „Bank Job“ eine Geschichte erfunden, die die Wahrheit sein könnte.

Und Roger Donaldson hat im Retro-Look einen angenehm altmodischen Ganovenfilm über den großen Coup, gewürzt mit einer Prise Polit-Thriller, gedreht.

Mit Jason Statham, Saffron Burrows, Stephen Campbell Moore, Daniel Mays, James Faulkner, Alki David

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Bank Job“

Rotten Tomatoes über “Bank Job”

Wikipedia über „The Bank Job“ (Englisch, mit Informationen zu den wahren Hintergründen)

Mirror über die wahren Hintergründe: Bank job that opened the door on a royal sex scandal (16. Februar 2008 )

Telegraph schreibt über die wahren Hintergründe und redet mit Dick Clement: Revisiting the riddle of Baker Street (15. Februar 2008 )

Noir of the Week über “The Bank Job”

Meine Besprechung von Roger Donaldsons “The November Man” (The November Man, USA 2014)


TV-Tipp für den 6. April: Psycho

April 6, 2017

3sat, 22.25

Psycho (USA 1960, Regie: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Joseph Stefano

LV: Robert Bloch: Psycho, 1959 (Psycho)

Ein immer wieder gern gesehener Schocker von Alfred Hitchcock und das beste Argument gegen Duschen.

Mit Anthony Perkins, Janet Leigh, Vera Miles, John Gavin

Hinweise

Wikipedia über „Psycho“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Robert Blochs “Psycho” (Psycho, 1959)

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitcock und die Künste” (2013)


„Es klingelte an der Tür“ und Nero Wolfe öffnet nicht

April 5, 2017

Früher stolperte man in jeder Buchhandlung, auch der kleinsten, und jedem Antiquariat über die Nero-Wolfe-Romane von Rex Stout. Mit dem Tod von Rex Stout 1975 hörte die Wolfe-Begeisterung nicht auf. Es gab zwei, zugegeben kurzlebige, US-TV-Serien. Seit 1986 schreibt Robert Goldsborough neue Nero-Wolfe-Romane.

Und seit 1979 gibt es den Nero Wolfe Award (bzw. Nero Award), der von The Wolfe Pack im Gedenken und im Geist von Nero Wolfe (wem sonst?) verliehen wird.

Dabei wirkt Rex Stouts Nero Wolfe wie die Parodie auf den aus englischen Landhauskrimis bekannten genialen Ermittler. Nero Wolfe ist dick, unbeweglich, er verlässt aus beruflichen Gründen niemals sein Brownstone in der West 35th Street. Er züchtet Orchideen und lässt sich von Fritz fürstlich bekochen. Gut dotierte Aufträge übernimmt er nur, um seinen Lebensstandard zu sichern. Die Laufarbeit erledigt dann sein Assistent Archie Goodwin, der die Geschichten in der ersten Person erzählt. Er entspricht schon eher dem bekannten Bild des Hardboiled-PI.

Ihren ersten Auftritt hatten Nero Wolfe und Archie Goodwin 1934 in „Fer-de-Lance“ (Die Lanzenschlange). Bis 1975 veröffentlichte Stout 33 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten und Novellen mit ihnen.

Es klingelte an der Tür“, der jetzt in einer von Conny Lösch neu übersetzten Ausgabe bei Klett-Cotta erschienen ist, ist einer der späten Wolfe-Romane. Er erschien im Original 1965. Die deutsche Übersetzung von Brigitte Weitbrecht erschien kurz darauf als „Per Adresse Mörder X“.

Die vermögende Rachel Bruner verschickte zehntausend Exemplare des FBI-kritischen Enthüllungsbuches „Das unbekannte FBI“ an Angehörige des Kabinetts, Senatoren, Staatsgouverneure, Polizeipräsidenten, Staatsanwälte, Firmenchefs und Zeitungsherausgeber.

Seitdem wird sie und ihre Familie verfolgt. Ihre Telefone werden abgehört. Sie glaubt vom FBI. Und sie möchte, dass das FBI aufhört, sie zu beobachten. Also beauftragt sie Nero Wolfe für ein mehr als erkleckliches Honorar, das zu tun.

Wolfe übernimmt den ziemlich unmöglichen Auftrag und er hat auch eine Idee, wie er, ein kleiner Privatdetektiv, das mächtige FBI besiegen kann. Damals war J. Edgar Hoover der unangefochtene FBI-Chef, der in den Jahrzehnten, in denen er das Amt inne hatte, einen Staat neben dem Staat errichtete. Er war damals von allen respektiert und gefürchtet. Seine FBI-Agenten waren, so das für die Öffentlichkeit gepflegte Bild, tadellose Agenten, die niemals gegen ein Gesetz verstoßen würden.

Anstatt das FBI direkt anzugreifen, beginnen Nero Wolfe und Archie Goodwin in einem anderen Mordfall zu ermitteln, bei dem die Polizei nicht weiterkommt. Ihr langjähriger Freund/Feind Inspector Cramer vom Morddezernat Süd glaubt, dass drei FBI-Agenten den Journalisten Moris Althaus ermordeten und seine Recherchen für einen Artikel über das FBI mitgenommen haben. Er kann es allerdings nicht beweisen.

Goodwin beginnt sich umzuhören. Er und Wolfe haben auch schnell eine Idee, wer der Täter sein könnte. Wenn Althaus nicht vom FBI ermordet wurde.

Es klingelte an der Tür“ gehört nicht zu den besten Nero-Wolfe-Romanen. Er hat auch erstaunlich viel Patina angesetzt, was vor allem an der aus heutiger Sicht unglaubwürdigen Prämisse liegt. Es klingt einfach unglaubwürdig, dass J. Edgar Hoover die Beobachtung einer harmlosen Bücherversenderin und ihrer Verwandtschaft befiehlt. Dabei stand „Es klingelte an der Tür“ auf der Liste der dem FBI nicht genehmen Schriften (heute ziemlich unvorstellbar), Rex Stouts Schwester wurde von FBI-Agenten über ihre politischen und religiösen Ansichten befragt (dito; ohne die Schwester zu kennen), Stout selbst stand seit dem Beginn seiner Karriere als Schriftsteller unter FBI-Beobachtung (wie Herbert Mitgang 1988 für sein Buch „Dangerous Dossiers: Exposing the Secret War Against America’s Greatest Authors“ herausfand) und wer sich in die Geschichte des FBI unter J. Edgar Hoover vertieft, wird da noch einige weitere unglaubliche Geschichten finden. Aber für einen Privatdetektiv-Roman der Teil einer Serie ist, ist dann zunächst die Prämisse unglaubwürdig. Sie wird von Rex Stout, abgesehen von einigen anekdotenhaften Episoden, in denen das FBI zu einer Konkurrenz für die Keystone Cops wird, nicht weiter verfolgt. Denn hätte er das getan, hätte er sich auch mit der Frage beschäftigen müssen, wie Wolfe und Goodwin das Abenteuer unbeschadet überstehen können.

Der Mordfall, den Wolfe und Goodwin aufklären, um den Auftrag ihrer Klientin zu erfüllen, ist ein Mordfall, den Inspector Cramer auch gut und gerne ohne die Hilfe des Meisterdetektivs hätte aufklären können.

Und dann gibt es einfach zu viele Zufälle und Unglaubwürdigkeiten, wie der Fundort der Tatwaffe, um als Rätselkrimi zu überzeugen.

Dabei sind die Nero-Wolfe-Krimis altmodische Rätselkrimis, in denen es viel mehr auf die kleinen grauen Zellen als auf schlagkräftige Fäuste ankommt.

Rex Stout: Es klingelte an der Tür – Ein Fall für Nero Wolfe

(übersetzt von Conny Lösch, mit einem Nachwort von Jürgen Knabe)

Klett-Cotta, 2017

248 Seiten

15 Euro

Originalausgabe

The Doorbell rang

Viking Press, New York, 1965

Frühere deutsche Veröffentlichung als „Per Adresse Mörder X“ bei Ullstein und Goldmann.

Hinweise

Krimi-Couch über Rex Stout

Kaliber 38 über Rex Stout

Wikipedia über Rex Stout (deutsch, englisch) und Nero Wolfe (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Rex Stout und Nero Wolfe

Wer nicht lesen will, kann sich die auf den ersten Blick werkgetreue Verfilmung ansehen


TV-Tipp für den 5. April: Die Vögel

April 5, 2017

Im Rahmen der 3sat-Themenwoche „Der Angst ins Auge blicken“:

3sat, 20.15

Die Vögel (USA 1963, Regie: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Evan Hunter

LV: Daphne du Maurier: The birds, 1952 (Die Vögel)

In Bodega Bay attackieren Vögel Menschen.

Nicht direkt ein Krimi, aber ein Klassiker.

„‘The Birds’ war ein Avantgarde-Hitchcock, haarsträubend und voll verschlagenem Witz. Der Held krümmt sich, und das Publikum kreischt.“ (Robert A. Harris/Michael S. Lasky: Alfred Hitchcock und seine Filme)

Alfred Hitchcock verwandte von du Mauriers Kurzgeschichte nur den Grundgedanken (rätselhafte Attacken von Vögel auf Menschen). Evan Hunter kennen wir auch als Ed McBain (87. Polizeirevier).

Mit Rod Taylor, Tippi Hedren, Jessica Tandy, Suzanne Pleshette, Veronica Cartwright, Ethel Griffies, Charles McGraw, Ruth McDevitt

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Vögel“

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)

Meine Besprechung von Thilo Wydras “Alfred Hitchcock”

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Sacha Gervasis Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Daphne du Mauriers “Der Apfelbaum” (The Appletree, 1952)

Homepage von Ed McBain

Meine ausführliche Besprechung des von Ed McBain herausgegebenen Buches „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions)

Meine Besprechung von Ed McBains „Die Gosse und das Grab“ (The Gutter and the Grave, 2005, Originalausgabe: Curt Cannon: I’m Cannon – For Hire, 1958)

 


Cover der Woche

April 4, 2017

das behauptete Neal Stephenson 1999


TV-Tipp für den 4. April: Ender’s Game

April 4, 2017

Pro 7 Maxx, 20.15

Ender’s Game – Das große Spiel (Ender’s Game, USA 2013)

Regie: Gavin Hood

Drehbuch: Gavin Hood

LV: Orson Scott Card: Ender’s Game, 1985 (Enders Spiel)

Der junge Ender Wiggin soll zum Anführer im Kampf gegen die außerirdischen Formics ausgebildet werden. Dabei ist Ender noch ein Kind.

Durchaus gelungene Mainstream-Verfilmung eines Science-Fiction-Klassikers, die nicht die Komplexität der Vorlage erreicht.

Mehr in meiner Besprechung des Films und der Vorlage.

mit Asa Butterfield, Harrison Ford, Ben Kingsley, Abigail Breslin, Hailee Steinfeld, Moises Arias, Viola Davis, Nonso Anozie, Aramis Knight, Jessica Harthcock

Wiederholung: Mittwoch, 5. April, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Moviepilot über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Metacritic über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Rotten Tomatoes über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Wikipedia über „Ender’s Game – Das große Spiel“ (deutsch, englisch)

Homepage von Orson Scott Card

Phantastik-Couch über Orson Scott Card

Wikipedia über Orson Scott Card (deutsch, englisch)

Epilog: Interview mit Orson Scott Card (2004)

Meine Besprechung von Orson Scott Card (Projektleitung)/Christopher Yost (Skript)/Pasqual Ferrys (Zeichnungen) „Ender’s Game – Das große Spiel (Band 1)“ (Ender’s Game: Battle School 1 – 5, 2009)

Meine Besprechung von Orson Scott Card (Projektleitung)/Christopher Yost (Skript)/Pasqual Ferry (Zeichnungen) „Ender’s Game – Das große Spiel (Band 2)“ (Ender’s Game: Command School 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Orson Scott Cards „Enders Spiel“ (Ender’s Game, 1985, 1991 erschien eine vom Autor leicht überarbeitete Ausgabe) und Orson Scott Cards „Enders Schatten“ (Ender’s Shadow, 1999)

Meine Besprechung von Gavin Hoods „Ender’s Game – Das große Spiel“ (Ender’s Game, USA 2013)

Die Vorlage

Man kann die Romane unabhängig voneinander lesen und man muss „Enders Schatten“ nicht lesen, um „Enders Spiel“ zu verstehen, aber „Enders Schatten“ ist eine wirklich lesenswerter anderer Blick auf die Ausbildung von Ender Wiggins. Und daher empfehle ich beide Romane; in chronologischer Reihenfolge.

Card - Enders Spiel - 2Card - Enders Schatten - 2

Orson Scott Card: Enders Spiel

(übersetzt von Karl-Ulrich Burgdorf)

Heyne, 2012

464 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

Ender’s Game

Tor, 1985

(1991 erschien eine vom Autor leicht überarbeitete Ausgabe)

Frühere deutsche Ausgaben als „Das große Spiel“ und, als Doppelband mit dem zweiten Ender-Roman, als „Ender“.

Orson Scott Card: Enders Schatten

(übersetzt von Regina Winter)

Heyne, 2013

592 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

Ender’s Shadow

Tor, 1999


Die Krimibestenliste April 2017

April 3, 2017

Ostergeschenke? Mordsgeschenke? Jedenfalls empfiehlt die April-Krimibestenliste der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Deutschlandradio Kultur zur Lektüre (nicht zur Nachahmung):

1. Jérôme Leroy – Der Block (Platzierung im Vormonat: 4)

2. Wallace Stroby – Geld ist nicht genug (Platzierung im Vormonat: /)

3. Marlon James – Eine kurze Geschichte von sieben Morden (Platzierung im Vormonat: /)

4. Jerome Charyn – Winterwarnung (Platzierung im Vormonat: 2)

5. Reginald Hill – Die letzte Stunde naht (Platzierung im Vormonat: /)

6. Graeme Macrae Burnet – Sein blutiges Projekt (Platzierung im Vormonat: 3)

7. Peter May – Moorbruch (Platzierung im Vormonat: 9)

8. Max Annas – Illegal (Platzierung im Vormonat: 7)

9. Kanae Minato – Geständnisse (Platzierung im Vormonat: /)

10. Denis Johnson – Die lachenden Ungeheuer (Platzierung im Vormonat: 1)

Eine ziemlich männerlastige Liste. Ein deutscher Autor, eine Übersetzung aus dem Französischen und der Rest aus dem Englischen.

Soviel zur Statistik.

Meine Jubelarie zu „Geld ist nicht genug“ von Wallace Stroby erscheint demnächst. Ist ein Buch, das so hundertprozentig in meinem Beuteschema (Hardboiled! Noir! Profidieb!) ist, dass ich es nicht lesen muss, um zu wissen, dass es mir gefällt. Und das genau deshalb gelesen wird.

Danach vielleicht der neue Kristof-Kryszinski-Krimi „Tauchstation“ (Rotbuch Krimi) von Jörg Juretzka. Der kommt nie auf die Bestenliste. Keine Ahnung, was er den Bestenlistenmachern angetan hat.