Die Krimizeit-Bestenliste August 2013

August 1, 2013

 

Also, dann. Die Herren Krimikritiker empfehlen in ihrer August-Bestenliste diese mörderischen Werke dem geneigten, lesekundigen Kriminalromanfan:

1 (-) Dominique Manotti: Zügellos

2 (1) Patrícia Melo: Leichendieb

3 (5) Lavie Tidhar: Osama

4 (2) Warren Ellis: Gun Machine

5 (-) Adrian McKinty: Der katholische Bulle

6 (-) Dror Mishani: Vermisst

7 (4) Arne Dahl: Bußestunde

8 (9) Stephen Dobyns: Das Fest der Schlangen

9 (-) Matthew Stokoe: Empty Mile

10 (-) Hjorth &Rosenfeldt: Die Toten, die niemand vermisst

–

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

 


TV-Tipp für den 2. August: Töte zuerst!

August 1, 2013

Tagesschau24, 22.20 Uhr

Töte zuerst! – Der israelische Geheimdienst Schin Bet (Israel/Frankreich/Deutschland/Belgien 2012, R.: Dror Moreh)

Regie: Dror Moreh

Drehbuch: Dror Moreh

Oscar-nominierte Doku über den israelischen Inlandsgeheimdienst, für den Dror Moreh alle noch lebenden Exchefs des Dienstes vor die Kamera bekam. In „The Gatekeepers“ (Originaltitel) reden sie erstaunlich offen und kritisch über ihre Arbeit.

Morehs spielfilmlange, von der Kritik abgefeierte Doku gewann bereits die Preise der Los Angeles Film Critics Association Awards, dem National Board of Review, USA und der National Society of Film Critics Awards, USA.

mit Ami Ayalon, Avi Dichter, Yuval Diskin, Carmi Gillon, Yaakov Peri, Avraham Shalom

Hinweise

Homepage zum Film

Arte über die Doku

Metacritic über „The Gatekeepers“ (also dieser Titel gefällt mir besser als der deutsche Titel)

Rotten Tomatoes über „The Gatekeepers“

Wikipedia über „The Gatekeepers“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Die Möbius-Affäre“ oder Doppelbödig ist das Agentenleben

August 1, 2013

Er war „OSS 117 – Der Spion, der sich liebte“. Er war, Oscar-prämiert, George Valentin, „The Artist“. Jetzt ist Jean Dujardin Grégory Lioubov in Éric Rochants ziemlich gelungenem, romantischen Polit-Thriller „Die Möbius-Affäre“.

Der russische Top-Spion Lioubov soll in Monaco mit seinem undercover operierendem Team den Oligarchen Ivan Rostovski (Tim Roth) überführen. Dieser hat sein Vermögen wohl irgendwie mit krummen Geschäften erzielt und ist immer noch in mehr oder weniger illegale Geschäfte verwickelt. So genau wird das in dem Film nie erklärt.

Lioubov will über die US-amerikanische Finanzexpertin Alice Redmond (Cécile de France) an Rostovski herankommen. Er weiß allerdings nicht, dass Alice auch vom US-amerikanischen Geheimdienst erpresst wird, weil dieser ebenfalls an Rostovski heran will. Und, als ob das nicht schon kompliziert genug wäre, spielt sie ihr eigenes Spiel, Rostovski lässt sie sein Wohlwollen spüren und Lioubov verliebt sich in sie und sie in ihn, den sie unter falscher Identität kennen lernt.

„Die Möbius-Affäre“ ist ein eleganter, vor prächtiger Kulisse spielender Agententhriller, in dem alle Charaktere immer auch eine zweite Agenda verfolgen, es daher immer unklar ist, wie echt ihre Gefühle sind und ob sie zu den Guten oder zu den Bösen gehören. Es ist auch ein Liebesfilm. Regisseur und Drehbuchautor Rochant nennt Alfred Hitchcocks „Berüchtigt“/“Weißes Gift“ (Notorious, 1946) als Vorbild. Das ist nachvollziehbar und, auch wenn „Berüchtigt“ ein Hitchcock-Klassiker ist, hat er mir nie so richtig gefallen. Die Geschichte entwickelte sich zu langsam und die Liebesgeschichte verdrängte die verbrecherischen Geschäfte des Bösewichts, was man auch daran sieht, dass Claude Rains im Original einen Nazi, der andere Nazis in Brasilien versteckt, und in der ursprünglichen deutschen Synchronfassung (die als „Weißes Gift“ in die Kinos kam) einen Drogenhändler spielte. In dieser Fassung wurden auch alle Anspielungen auf Deutschland und die bösen Nazis entfernt.

Außerdem ist „Die Möbius-Affäre“ auch ein Finanzthriller. Oder will es sein. Denn genau wie in dem romantischen Thriller „Berüchtigt“ bleiben die verbrecherischen Geschäfte des Bösewichts im Ungefähren. Es hat irgendwie etwas mit Geld zu tun. Über Geldwäsche, spekulative Investitionen und den internationalen Finanzmarkt erfahren wir nichts, was nicht über einen MacGuffin hinausgeht. Das kann funktionieren, wenn die restliche Geschichte sich flott entwickelt. Es genug Action gibt, die von lästigen Fragen ablenkt. Und die Charaktere farbig und der Bösewicht hübsch dämonisch gezeichnet wurden. Hitchcock hat das verstanden und deshalb waren uns die mehr oder weniger elaborierten Geheimdienstplots egal, weil sie, wie in „39 Stufen“, „Der Mann, der zuviel wusste“ oder „Der unsichtbare Dritte“ nur dazu dienten, die Handlung in Gang zu setzen.

Doch gerade an Tempo mangelt es Rochants Film und die Geheimdienstintrigen werden, wie bei John le Carré, immer komplizierter und es wird immer deutlicher, dass die sich im Hintergrund befindenden Spieler, vulgo die Geheimdienstchefs in den USA und Russland, alle anderen, wie Spielfiguren, über ihr Schachbrett bewegen. Aber die alten Gewissheiten des Kalten Krieges sind vorbei und in „Die Möbius-Affäre“ befinden sich alle Charaktere in moralischen Graubereichen, in denen unklar ist, wer die Guten und wer die Bösen sind.

Das hat einen durchaus intellektuellen Reiz, aber ich hatte bei dem Film auch immer das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre. Denn im Gegensatz zur guten alten Zeit des Spionagefilms, in der man mit dem einfachen Hinweis, dass der Bösewicht ein Kommunist sei, alles erklärte, muss jetzt doch etwas mehr Energie in die Etablierung des Bösewichts gesteckt werden und wenn es um schmutzige Finanzgeschäfte geht, sollten die auch etwas genauer erklärt werden.

Aber so bleibt nur ein altmodischer, elegant erzählter Spionagethriller übrig, der, wie ein Finanzderivat, etwas zu sehr im luftleeren Raum hängt.

Die Möbius-Affäre - Plakat

Die Möbius-Affäre (Möbius, Frankreich 2013)

Regie: Éric Rochant

Drehbuch: Éric Rochant

mit Jean Dujardin, Cécile de France, Tim Roth, Émilie Dequenne, Wendell Pierce, Aleksey Gorbunov

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Die Möbius-Affäre“

Rotten Tomatoes über „Die Möbius-Affäre“

Wikipedia über „Die Möbius-Affäre“ (englisch, französisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Der Old-School-Grusler „Conjuring – Die Heimsuchung“

August 1, 2013

 

Auf den ersten Blick klingt die Story von „Conjuring – Die Heimsuchung“ nicht besonders aufregend: zwei Geisterjäger jagen in den siebziger Jahren in einem Haus einen Geist. Das gab es ja wirklich oft genug.

Aber am Startwochenende setzte sich der Film in den USA souverän auf den ersten Platz. In der zweiten Woche wurde „Conjuring – Die Heimsuchung“ zwar von „Wolverine – Weg des Kriegers“ vom ersten Platz verdrängt, aber mit einem Einspielergebnis von über 22 Millionen US-Dollar hielt er sich gut und mühelos auf dem zweiten Platz und und wenn man die Kosten mit dem Einspiel vergleicht, dann hat der 20 Millionen US-Dollar teure Gruselfilm in diesem Sommer schon jetzt viel besser als einige Blockbuster, wie „Pacific Rim“, „The Lone Ranger“ oder „White House Down“, die alle jeweils mindestens 150 Millionen US-Dollar gekostet haben, abgeschnitten.

Auf den zweiten Blick ist dieser Erfolg verständlich. Denn James Wan, der Regisseur von „Saw“, „Dead Silence“, „Death Sentence“ und „Insidious“, stürzte sich vorbehaltslos und vollständig in die siebziger Jahre, orientierte sich auch stilistisch am damaligen Filmstil, würzte die Geschichte mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humor (der auch dadurch entsteht, dass wir uns freudig auf das Spiel mit unseren Erwartungen einlassen) und stellte die Geschichte, die er ohne postmodern-ironische Brechungen, überbordende Gewalt und Trickgewitter erzählt, in den Mittelpunkt. Dass sie auf Tatsachen basiert, wenn man an Geister und übernatürliche Erscheinungen glaubt, trägt zur Glaubwürdigkeit der Geschichte bei. Ed und Lorraine Warren, zwei in den USA bekannten Geisterjägern, die auch die mehrfach verfilmte Geschichte das Amityville-Hauses bekannt machten, erzählten die Geschichte des verfluchten Hauses und ihrer Reinigung. Lorraine Warren beriet die Filmemacher und sie ist mit dem Film auch zufrieden. Er entspräche den wahren Ereignissen.

Wenn nicht an den übersinnlichen Hokuspokus glaubt, bleibt immer noch ein zweistündiger Gruselfilm in der bekannten „Poltergeist“-Tradition übrig. Mit einer ordentlichen Portion „Der Exorzist“ (aber, trotz Exorzismus, nicht so katholisch), der konsequent alternative Erklärungen ausschließt und sich auf seine Geschichte und die guten Schauspieler verlassen kann..

Die Warrens (gespielt von Vera Farmiga und Patrick Wilson) werden 1971 von den Perrons, einer netten, grundanständigen All-American-Familie mit fünf Kindern gebeten, sich ihr gerade erworbenes, einsam gelegenes Haus auf Rhode Island anzusehen. Denn in dem Haus geschehen seltsame Dinge. Die Geisterjäger sehen sich um, entdecken Hinweise auf den bösen, die Perrons terrorisierenden Dämon und Lorraine Warren, die besonders empfänglich für übernatürliche Schwingungen ist, sieht, dass der hasserfüllte Geist einer früheren Bewohnerin Besitz von Carolyn Perron (Lili Taylor) ergreifen will.

Nach einigen anderen, kürzlich im Kino gelaufenen Gruselfilmen, wie „Intruders“ und „Mama“ mit ihren unbefriedigenden Auflösungen, beide mit einer ordentlichen und eher störenden Portion CGI, ist „Conjuring – Die Heimsuchung“ ein rundum gelungener Old-School-Geisterfilm mit einer stimmigen Auflösung – und davor einer stimmigen 70er-Jahre-Atmosphäre.

Conjuring - Die Heimsuchung - Plakat

Conjuring – Die Heimsuchung (The Conjuring, USA 2013)

Regie: James Wan

Drehbuch: Chad Hayes, Carey W. Hayes

mit Vera Farmiga, Patrick Wilson, Ron Livingston, Lili Taylor, Joey King, Shanley Caswell, Hayley McFarland, Mackenzie Foy, Kyla Deaver, Sterling Jerins

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Conjuring – Die Heimsuchung“

Metacritic über „Conjuring – Die Heimsuchung“

Rotten Tomatoes über „Conjuring – Die Heimsuchung“

Wikipedia über „Conjuring – Die Heimsuchung“ (deutsch, englisch)

Chasing the Frog vergleicht die wahren Hintergründe mit dem Film

 

 


TV-Tipp für den 1. August: Kriegerin

August 1, 2013

 

ZDF, 22.15

Kriegerin (D 2011, R.: David Wnendt)

Drehbuch: David Wnendt

Hochgelobter Debütfilm über eine Nazibraut in Ostdeutschland, der definitiv einen Blick wert ist.

Ich war ja nicht so begeistert: nur ein das Fremde hervorhebender Einblick in eine Sauf- und Proll-Jugendkultur, garniert mit einigen Nazi-Symbolen und etwas mehr Gewalt als es in einem handelsüblichen deutschen Problemfilm üblich ist.

Denn mehr ist „Kriegerin“ nicht: ein typisch deutsches Sozialdrama, das beim Zuschauer einfach nur eine sedativ wirkendes Unwohlsein hervorruft. So wie der „Tatort“, der uns am Sonntag einen esoterischen Blick in die Hartz-IV-Haushalte gibt, damit wir am Montag beruhigt zur Arbeit gehen können.

mit Alina Levshin, Jella Haase, Sayed Ahmad Wasil Mrowat, Gerdy Zint, Lukas Steltner, Uwe Preuß, Winnie Böwe, Rosa Enskat, Haymon Maria Buttinger, Klaus Manchen

Wiederholungen

ZDFkultur, Freitag, 2. August, 20.15 Uhr

ZDFkultur, Samstag, 3. August, 00.25 Uhr (Taggenau!)

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Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Kriegerin“

 

Meine Besprechung von David Wnendts „Kriegerin“ (D 2011)

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Bonushinweis

Am 22. August läuft David Wnendts zweiter Spielfilm an: „Feuchtgebiete“, nach dem Roman von Charlotte Roche. Hier schon einmal der Trailer. Besprechung zum Filmstart.

Dumont veröffentlichte auch eine Filmausgabe des Romans mit Filmbildern und Interviews.

Roche - Feuchtgebiete


DVD-Kritik: „The Ark – Wir sind nicht allein“, aber diese Aliens sind immer so feindselig

Juli 31, 2013

 

Produktiv ist Christian Slater ja. Für dieses Jahr sind bereits sieben Filme in der IMDB gelistet, von denen man sich meisten wahrscheinlich nicht ansehen muss. Letztes Jahr hatte er, neben Sylvester Stallone, eine kleine, aber gute Rolle in Walter Hills sehenswertem „Shoutout – Keine Gnade“. In den vergangenen Jahren war er auch der Hauptdarsteller in mehreren kurzlebigen TV-Serien, die niemals im deutschen TV gezeigt wurden, aber vielversprechende Prämissen hatten; was nicht von seinem neuesten Film „The Ark“ gesagt werden kann.

Denn die Ausgangsidee von „The Ark“ stammt aus der Science-Fiction-Ursuppe. Slater spielt Colonel Gerard Bruchman, den Leiter einer vierköpfigen, einjährigen Mondmission. Während ihres Aufenthalts wird die Station „Ark“ von einem Meteoritenschwarm fast vollständig zerstört, die Funkverbindung funktioniert auch nicht mehr und eine außerirdische Lebensform, die es in die Station schafft, bereitet ihnen Probleme. Denn dieser Alien ist ihnen nicht besonders freundlich gesonnen…

Das klingt vertraut. Auch wenn man den genialen SF-Horrorfilm „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ nicht gesehen hat. Aber Ava Cameron (Amy Matysio), die einzige Frau der „Ark“-Besatzung, wird von den außerirdischen Sporen infiziert, gebärt im Schnellverfahren ein Kind und hat später auch eine besondere Beziehung zu dem Alien, das den Körper des Besatzungsingenieurs (Michael Therriault in einer Doppelrolle) dupliziert.

Und die kleine Mondstation ist dann irgendwie doch verdammt groß. Jedenfalls müssen die vier Astronauten immer unglaublich lange durch dunkle Gänge laufen, um zum Ort des Geschehens zu gelangen. Sowieso halten die Vier, die eigentlich nur die wenigen Tage, bis die Rettung von der Erde naht, überleben müssen, sich bevorzugt alleine in getrennten Räumen auf. Das ist, weil sie dem Alien damit natürlich unzählige Angriffsmöglichkeiten anbieten, nicht besonders intelligent, gehört aber zum Genre.

Außerdem habe ich nie verstanden, wann sie wo mit welchen Sauerstoffgeräten atmen können.

„The Ark“ ist selbstverständlich, nach konventionellen Standards beurteilt, kein guter Film.

Aber als kleiner Invasions-Science-Fiction-Thriller mit halbwegs prominenter Besatzung (neben Slater ist auch der aus „Roswell“ und „CSI Miami“ bekannte Brendan Fehr dabei) unterhält der Film von „Battlefield Earth“-Regisseur Roger Christian (der auch eine Oscar-Nominierung für seine „Alien“-Sets erhielt) kurzweilig, aber auch wenig aufregend und ohne größere Ambitionen. So als Zwischendurchfutter für den Genrejunkie ist Christians durch und durch durchschnittliches, mit überschaubarem Budget gedrehtes, angenehm kurzes B-Picture okay.

The Ark - DVD-Cover

The Ark – Wir sind nicht allein (Stranded, Kanada 2012)

Regie: Roger Christian

Drehbuch: Christian Piers Betley, Roger Christian

mit Christian Slater, Brendan Fehr, Amy Matysio, Michael Therriault

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DVD

Sunfilm

Bild: 1:2,35 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer (deutsch, englisch)

Länge: 84 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Facebook-Seite zum Film

Rotten Tomatoes über „The Ark“

Homepage von Christian Slater


Erster Materialrundumschlag für „Die andere Heimat“ von Edgar Reitz

Juli 31, 2013

Edgar Reitz (Homepage), der in den Achtzigern mit seiner TV-Serie „Heimat“ (einer Chronik des Jahrhunderts, spielend in dem fiktiven Hunsrück-Ort Schabbach) zeigte, was im Fernsehen alles möglich und heute unvorstellbar ist, mit „Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend“ (1992) und „Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende“ (2004) würdig fortsetzte, hat jetzt, für das Kino, „Die andere Heimat“ gedreht.

Die Weltpremiere ist auf dem Internationalen Film Festival Venedig. Der deutsche Kinostart ist am 3. Oktober und ich freue mich schon riesig auf den Film

Die offizielle Synopse:

Als in der Mitte des 19. Jahrhunderts Hungersnöte, Armut und Willkürherrschaft die Menschen niederdrückten, sind Hunderttausende aus Deutschland ins ferne Südamerika ausgewandert. Auch Jakob versucht alle Grenzen hinter sich zu lassen, die einem Bauernjungen in dieser Zeit gesetzt sind. Er liest jedes Buch, dessen er habhaft werden kann, er studiert die Sprachen der Urwaldindianer, er entwirft Pläne für die romantischsten Abenteuer in den Wäldern Brasiliens und beschreibt seinen Aufbruch aus dem Hunsrück in einem erstaunlichen Tagebuch, das nicht nur seine Geschichte und seine Gedanken wiedergibt, sondern das Lebensbild einer ganzen Zeit. In den Strudel von Jakobs Träumen werden alle gesogen, die ihm begegnen: Seine von Mühsal und Arbeit geplagten Eltern, sein streitbarer, älterer Bruder Gustav und vor allem das schöne Jettchen, die Tochter eines verarmten Edelsteinschleifers und ihre beste Freundin Florinchen. Was kann es in dieser kargen Bauernwelt schöneres geben, als Jakobs Erzählungen zu folgen und mit ihm Pläne zu schmieden für ein glücklicheres Leben jenseits des Weltmeeres? Die Sehnsucht der jungen Menschen droht immer wieder zu zerbrechen – an der Unwissenheit der Zeit und an Krankheiten; an Tod und Naturkatastrophen, die über das Land hereinbrechen. Die Rückkehr des Bruders Gustav aus dem preußischen Militärdienst gibt den Anstoß für Ereignisse, die die Liebe zwischen Jakob und Jettchen jäh erschüttern und Jakobs Leben in eine völlig unerwartete Richtung lenken wird.

Edgar Reitz ist mit seinem neuen Film ein Ausnahmewerk, ein filmisches Epos gelungen, das in der heutigen Filmlandschaft kaum einen Vergleich finden wird. Auf Breitwand gedreht, entstanden unter der Kamera von Gernot Roll gewaltige Bilder, die ein Hunsrückdorf aus dem 19. Jahrhundert lebendig werden lassen und den Zuschauer auf eine Zeitreise einladen. Detailversessen in Ausstattung, Szenenbild und Kostüm, unterstützt durch ein junges Schauspieler-Ensemble, allen voran Jan Schneider als Jakob, Maximilian Scheidt als Gustav, Antonia Theresa Bill als Jettchen und Philine Lembeck als Florinchen, sowie Marita Breuer („Heimat“) als Mutter Simon, ist DIE ANDERE HEIMAT – CHRONIK EINER SEHNSUCHT eine bewegende Familien- und Liebesgeschichte voller Emotionalität und Sinnlichkeit.
„Edgar Reitz ist ein großes episches Werk gelungen, das zeitlos in die Filmgeschichte eingehen wird“, beurteilt die Jury der FBW zur Vergabe des Prädikats „besonders wertvoll“.
Darüber hinaus wirft der Film wie selbstverständlich genau die Fragen auf, die aktueller kaum sein könnten: die Frage nach Zugehörigkeit, Freiheit der Gedanken, und was man heute noch als Heimat benennen und wie stark eine Sehnsucht nach einem besseren Leben sein kann.

Die ersten drei Trailer:

Bei den Trailern ist klar, dass „Die andere Heimat“ ein ungewöhnlicher Film sein wird, der in jedem Fall grandios sein wird. Entweder grandios grandios oder grandios gescheitert.

Es gibt den Mitschnitt der Pressekonferenz zum Drehstart:

Ein kurzer Bericht vom Drehort

Und im September erscheint ein Buch zum Film:

Reitz - Die andere Heimat - Filmbuch

Edgar Reitz: Chronik einer Sehnsucht – Die andere Heimat

Schüren, 2013

240 Seiten

19,90 Euro

 

 


TV-Tipp für den 31. Juli: Jesse Stone – Eiskalt

Juli 31, 2013

ZDFneo, 22.30

Jesse Stone – Eiskalt (USA 2005, R.: Robert Harmon)

Drehbuch: John Fasano, Michael Brandman

LV: Robert B. Parker: Stone Cold, 2003

Das Städtchen Paradise hat zwei neue Einwohner: die Lincolns. Sie sind Serienkiller und der Polizeichef von Paradise, Jesse Stone, beginnt sie zu jagen.

Neben der erfolgreichen Spenser-Serie und der unter Fans gehassten Sunny-Randall-Serie schrieb Robert B. Parker auch die Jesse-Stone-Romane. In ihnen ist ein geschiedener L.-A.-Cop mit einem Alkoholproblem, der in der Kleinstadt Paradise bei Boston zur Ruhe kommen will, der Held. Gerade die ersten Romane waren düsterer als von Robert B. Parker gewohnt und sorgfältiger konstruiert als die Spenser-Romane, die von Parker teilweise per Autopilot geschrieben werden.

„Stone Cold“ ist der vierte Jesse-Stone-Roman, aber die erste Jesse-Stone-Verfilmung. Der angenehm altmodische Thriller wurde positiv aufgenommen. Insgesamt wurden acht Jesse-Stone-Filme im US-TV ausgestrahlt.

Mit Tom Selleck, Jane Adams, Reg Rogers, Mimi Rogers

Weitere Jesse-Stone-Filme auf ZDFneo

Mittwoch, 7. August, 22.30 Uhr: Totgeschwiegen

Mittwoch, 14. August, 22.30 Uhr: Alte Wunden

Mittwoch, 21. August, 22.30 Uhr: Dünnes Eis

Mittwoch, 28. August, 22.30 Uhr: Ohne Reue

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Das dunkle Paradies“ (Night Passage, 1997)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


Cover der Woche

Juli 30, 2013

Bleeck - Ein scharfes Baby


TV-Tipp für den 30. Juli: Choke – Der Simulant

Juli 30, 2013

ZDFkultur, 22.00

Choke – Der Simulant (USA 2008, R.: Clark Gregg)

Drehbuch: Clark Gregg

LV: Chuck Palahniuk: Choke, 2001 (Der Simulant)

Schnelles Geld und schneller Sex beherrschen das triste und ziemlich verkorkste Leben von Victor. Da verliebt er sich in eine Ärztin…

Flotte, schwarzhumorige Groteske nach einem Roman von Chuck Palahniuk („Fight Club“) mit einem grandiosen Sam Rockwell über Abhängigkeiten und die Sucht danach, anderen Menschen zu gefallen. Denn hier spielt jeder Charakter den anderen etwas vor und alle Beziehungen sind gestört.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Sam Rockwell, Anjelica Huston, Kelly MacDonald, Brad William Henke, Clark Gregg

Wiederholung: Mittwoch, 31. Juli, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Homepage von Chuck Palahniuk

Rotten Tomatoes über „Choke“

Slashfilm: Interview mit Clark Gregg über “Choke” (23. Januar 2008)

Meine Besprechung von Chuck Palahniuks „Diva“ (Tell-All, 2010)


Überwachungsstaat – Was ist das?

Juli 29, 2013

Etwas didaktisch und für Einsteiger, aber informativ


TV-Tipp für den 29. Juli: Casablanca

Juli 29, 2013

Arte, 20.15

Casablanca (USA 1942, R.: Michael Curtiz)

Drehbuch: Julius J. Epstein, Philip G. Epstein, Howard Koch

LV: Murray Burnett, Joan Alison: Everybody comes to Rick’s (Theaterstück)

Gerade hat sich Rick in Casablanca eingerichtet, als seine alte Liebe auf der Flucht vor den Nazis bei ihm auftaucht.

Casablanca ist das Kernstück des Bogart-Kults und ein Pflichttermin für Cineasten.

Mit Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Paul Henreid, Claude Rains, Conradt Veidt, Sydney Greenstreet, Peter Lorre, Curt Bois

Wiederholung: Dienstag, 30. Juli, 13.55 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Casablanca“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 28. Juli: The Minus Man – Der nette Mörder von nebenan

Juli 27, 2013

Läuft viel zu selten

RBB, 23.45

The Minus Man – Der nette Mörder von nebenan (USA 1999, R.: Hampton Fancher)

Drehbuch: Hampton Fancher

LV: Lew McCreary: The Minus Man, 1991 (Der Schrecken des letzten Lächelns; The Minus Man)

Der neue Nachbar Vann hat ein Geheimnis. Er ist ein Serienkiller. Als er sich in Ferrin verliebt, hat er die Chance auf ein neues Leben – oder sein nächstes Opfer.

Langsam erzähltes Regiedebüt von Blade-Runner-Drehbuchautor Hampton Fancher mit einem überraschendem Ende.

„Aus dem Widerspruch zwischen Kleinstadtidylle und dem leisen Grauen zieht der Film seine Spannung. Der Serienkiller ist nun auch im letzten heimeligen Ort angekommen.“ (Martin Schwarz, Zitty 20/2000)

Mit Owen Wilson, Brian Cox, Mercedes Ruehl, Janeane Garofalo, Dwight Yoakam, Dennis Haysbert, Sheryl Crow, Lew McCreary (Cameo als Mann Wendy’s Place Diner)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Minus Man“

Wikipedia über „The Minus Man“ (deutsch, englisch)

New England Film: Ein lesenswerter Artikel über die Zusammenarbeit zwischen McCreary und Fancher


TV-Tipp für den 27. Juli: Vengeance – Killer unter sich

Juli 27, 2013

3sat, 23.40

Vengeance – Killer unter sich (Hongkong/Frankreich 2009, R.: Johnny To)

Drehbuch: Ka-Fai Wai

In Macao wird die Tochter des französischen Restaurantbesitzers Francis Costello in ihrer Wohnung schwer verletzt. Ihre Familie wird ermordet. Costello beschließt, die Täter zu stellen. Dabei helfen dem ehemaligen Profikiller einige Kollegen, die er zufällig im Hotel trifft.

Mit dem Neo-Noir „Vengeance“ zeigt Hongkong-Regisseur Johnnie To wieder einmal, wofür ihn Filmfans seitdem sie vor über zehn Jahren seinen stilisierten Gangsterfilm „The Mission“ (Unbedingt ansehen!) sahen, lieben: schnörkelloses Genrekino mit stilvoll eingestreuten Zitaten und gerade in ihrer Reduktion grandiosen Actionszenen. Das ist in seiner Stilisierung pures Kino, das näher bei Jean-Pierre Melville als an der Wirklichkeit ist.

mit Johnny Hallyday, Sylvie Testud, Anthony Wong, Simon Yam

 

Hinweis

Meine ausführliche Besprechung von „Vengeance“


TV-Tipp für den 26. Juli: Lord of War – Händler des Todes

Juli 26, 2013

RTL II, 22.35

Lord of War – Händler des Todes (USA 2005, R.: Andrew Niccol)

Drehbuch: Andrew Niccol

There are over 550 million firearms in worldwide circulation. That’s one firearm for every twelve people on the planet. The only question is: How do we arm the other 11? (Yuri Orlov)

Einer der wenigen ansehbaren Nicolas-Cage-Filme, die der Schauspieler in diesem Jahrzehnt drehte. Dafür sammelte er in den vergangenen Jahren Razzie-Nominierungen.

In der knalligen Satire „Lord of War – Händler des Todes“ spielt er Yuri Orlov, einen Waffenhändler, der ungefähr jeden Potentaten der Nach-Kalter-Kriegs-Welt mit Waffen beliefert. Der Film erzählt in kurzen Episoden die Geschichte seines märchenhaften Aufstiegs von den Hinterhöfen Little Odessas in die Hinterhöfe der Weltpolitik. Denn mit dem illegalen Waffenhandel kann viel Geld verdient werden.

That was intentional, just to be a little subversive and make almost like a ‘how-to’ film – how to be an arms dealer – and I thought that would be a more interesting way into it than a typical story structure. (Andrew Niccol)

Mit Nicolas Cage, Jared Leto, Bridget Moynahan, Ian Holm, Ethan Hawke

Wiederholung: Montag, 29. Juli, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über “Lord of War”

Drehbuch „Lord of War“ von Andrew Niccol

Moviefreak: Interview mit Andrew Niccol

IGN: Interview mit Andrew Niccol

Spike: Andrew Niccol redet über „Lord of War“

Meine Besprechung von Andrew Niccols „Seelen“ (The Host, USA 2013)


Neu im Kino/Filmkritik: Jep Gambardella sucht „La grande Bellezza“

Juli 25, 2013

„La grande Bellezza“, der neue Film von „Il Divo – Der Göttliche“- und „Cheyenne – This must be the Place“-Regisseur Paolo Sorrentino beginnt mit einem tödlichen Herzanfall und einer Geburtstagsfeier. Dem Toten werden wir nicht mehr begegnen. Aber dem Geburtstagskind schon. Es ist Jep Gambardella (Toni Servillo, grandios), ein Gesellschaftsreporter, der zu seinem 65. Geburtstag eine riesige Sause mit den Schönen und Reichen von Rom veranstaltet. Und auch wenn er einerseits die Aufmerksamkeit genießt, ist er von seinem Leben gelangweilt und er hält es für verpfuscht. Denn nach seinem hochgelobten Erstling, den er vor vierzig Jahren als junger Mann schrieb, folgte kein weiterer Roman. Nur noch Reportagen – und er stolziert wie ein italienischer Tom Wolfe, durch die Szenerie und erfreut mit seinen lebensweisen Sprüchen sein Publikum. Denn immerhin versucht er gar nicht, eine nicht vorhandene Tiefe vorzutäuschen. Er flüchtet sich, wie seine Freunde, in Banalitäten und Alkohol, der auf seiner Terrasse, mit Blick auf das Kolloseum, reichlich genossen wird.

„La grande Bellezza – Die große Schönheit“ erinnert einerseits an die überbordenden Filme von Frederico Fellini. „Das süße Leben“ (La dolce Vita, 1960) und „Fellinis Roma“ (1972) werden auch von Sorrentino immer wieder als Einfluss genannt und daher in fast jeder Kritik auch erwähnt. Michelangelo Antonioni dagegen nicht. Obwohl Sorrentino gerade von dessen grandioser Trilogie „Die mit der Liebe spielen“ (L’Avventura, 1959), „Die Nacht“ (La Notte, 1960) und „Liebe 1962“ (L’Eclisse, 1962) über gesellschaftliche und erotische Depressionen in punkto Kameraarbeit und Stimmung viel geborgt hat.

Und damit wären wir auch bei dem großen Problem von „La grande Bellezza“. Es ist ein durch und durch musealer Film, der seine filmischen Vorbilder und Bezugspunkte in Filmen hat, die zu einer Zeit spielen, als Jep Gambardella noch in den Kinderschuhen steckte oder in seine Babywindeln machte und Paolo Sorrentino noch nicht geboren war. Sorrentino zeichnet eine römische Künstler- und Dolce-Vita-Schicht, die anscheinend in ihrer Jugend, die vor ungefähr vierzig oder fünfzig Jahren war, stehengeblieben ist und die sich absolut nicht um die aktuelle Politik und die Probleme Italiens kümmert. Und so hat die Kritik an der Kirche – ein Kardinal, der sich nur über Kochrezepte unterhalten will, eine Heilige, die ein afrikanischer Mutter-Teresa-Abklatsch ist (1997 verstorben) – etwas antiquiertes. Gambardellas Beziehung zu einer Erotic-Dancerin ist gar nicht mehr so aufregend, wie vor einem halben Jahrhundert in einem Film die Beziehung eines gebildeten Mannes zu einer Hure mit Herz.

Immer scheint die Zeit in „La grande Bellezza“ ungefähr 1965 stehen geblieben zu sein.

Das ist schade, weil die mit 146 Minuten überlange, episodische und ausufernde Charakter- und Milieustudie viele prächtige Szenen hat und Sorrentino immer wieder treffende Beobachtungen von dem leeren Leben einer nur um sich selbst kreisenden High Society gelingen. Er porträtiert ein Künstlermilieu, das auf den schönen Schein achtet, sich vollkommen von den alltäglichen Problemen in Berlusconis Italien abgekoppelt hat und noch nicht einmal zum Feindbild taugt, weil sie irgendwann aussterben wird.

Die sanft gleitende Kamera strahlt eine majestätische Ruhe aus, die eklektisch ausgewählte Musik pointiert die Bilder und eigentlich spiegelt die Länge, das Kein-Ende-finden-wollen des Films und die sich damit mit der Zeit einstellende Langeweile, auch das Leben der von sich selbst gelangweilten und sich wissentlich selbst betrügenden Protagonisten wieder.

La grande Bellezza - Plakat

La grande Bellezza – Die große Schönheit (La grande Bellezza, Italien/Frankreich 2013)

Regie: Paolo Sorrentino

Drehbuch: Paolo Sorrentino, Umberto Contarelli

mit Toni Servillo, Carlo Verdone, Sabrina Ferilli, Carlo Buccirosso, Iaia Forte, Pamela Villoresi

Länge: 146 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „La grande Bellezza“

Rotten Tomatoes über „La grande Bellezza“

Wikipedia über „La grande Bellezza“ (englisch, italienisch)

Meine Besprechung von Paolo Sorrentinos „Cheyenne – This must be the Place“ (Italien/Frankreich/Irland 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: „Wolverine – Weg des Kriegers“ mit viel Japan-Atmosphäre und ohne X-Men-Unterstützung

Juli 25, 2013

 

Was hat man nicht alles vorher über den neuen Auftritt von Hugh Jackman als Wolverine, der unsterbliche Mutant mit dem Stahlklauen aus dem „X-Men“-Universum, gelesen. In Japan sollte er spielen (Stimmt.), sich an Frank Millers in Japan spielender „Wolverine“-Geschichte orientieren (Stimmt nicht. Er wird in den Credits noch nicht einmal als Inspiration genannt.), sich mehr um den Charakter kümmern (Hmhm.) und ein Neuanfang sein (Stimmt irgendwie schon.). Deshalb ist nach den „X-Men“-Filmen und Jackmans erstem Soloauftritt in „X-Men Origins: Wolverine“ (USA 2009) der Originaltitel „The Wolverine“. So werde deutlich, dass der Charakter im Mittelpunkt stehe und die X-Men, zu denen Wolverine gehört, in diesem Film egal seien. Im Film tauchen sie deshalb nicht auf. Und mit Regisseur James Mangold („Walk the Line“, „Todeszug nach Yuma“) und den Drehbuchautoren Mark Bomback („Stirb langsam 4.0“, „Total Recall“), Scott Frank („Out of sight“, „Minority Report“) und Christopher McQuarrie („Die üblichen Verdächtigen“, „Jack Reacher“), der eine frühere Fassung, die von Darren Aronofsky verfilmt werden sollte, schrieb, wollte man auch den Anspruch eines erwachsenen „Wolverine“-Films betonen.

Nun, der erste „Wolverine“-Film „X-Men Origins: Wolverine“ (USA/Neuseeland/Australien 2009) wurde von Gavin Hood („Tsotsi“, „Machtlos“) nach einem Drehbuch von David Benioff („25 Stunden“, „Game of Thrones“) und Skip Woods („Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ [Kein Kommentar]) gedreht – und schon allein bei den Credits konnte man an dem lauthals postulierten Anspruch von „Wolverine – Weg des Kriegers“ zweifeln. Obwohl „X-Men Origins: Wolverine“ eine ziemlich chaotische Geschichte erzählt, die eine Neuausrichtung durchaus rechtfertigt.

Und die Macher hatten bei „Wolverine – Weg des Kriegers“ auf den ersten Blick den Mut, in einem Superheldenfilm endlich mal etwas neues auszuprobieren. Denn sie erzählen nicht, wie der Superheld zum Superhelden wird, oder wie er in scheinbar endlosen Action-Szenen gegen einen unbesiegbaren, abgrundtief bösen Gegner, der die Welt, das Universum und den ganzen Rest vernichten will, kämpft. Nein, in „Wolverine – Weg des Kriegers“ will der unsterbliche Wolverine sterben – und der reiche, im Sterben liegende Japaner Lord Yashida (Haruhiko Yamanouchi), den er während des Atombombenabwurfs auf Hiroshima 1945 rettete, bietet ihm in der Gegenwart an, diesen Wunsch zu erfüllen.

Aber dann geht irgendetwas vollkommen schief. Drehbuchtechnisch.

Denn kaum ist Logan (so der bürgerliche Name von Wolverine) in Japan angekommen und hat Yashidas Angebot gehört, stirbt dieser und auf seiner Beerdigung wird ein Anschlag auf seine Enkeltochter Mariko (Tao Okamoto), die alles erben soll, verübt. Logan kann den Anschlag der Yakuzas verhindern. Zusammen mit ihr flüchtet er in eine einsam gelegene Hütte. Bei dem Kampf wurde Logan verletzt, aber im Gegensatz zu früheren Kämpfen, in denen seine Wunden sofort verheilten, heilen sie jetzt nicht. Er ist sterblich – und bricht nicht, weil endlich sein sehnlichster Wunsch in Erfüllung geht, in Jubelgesänge aus, sondern er ist extrem stinkig, weil er jetzt Mariko retten und das Komplott gegen sie aufklären will.

Und zwischen all den Yakuzas und Samurais, die mal mit ihm, mal gegen ihn kämpfen, ist auch Viper, die halbseidene, sexy Ärztin von Lord Yashida, die Logan während eines Alptraums mit einem Kuss etwas injizierte, das sein Herz angreift. Gut. Das klingt ziemlich gaga, aber nach Elizabeth Shaws Selbstoperation in Ridley Scotts „Prometheus“ darf jetzt auch Logan sich selbst operieren und ein fremdes „Lebewesen“ aus dem eigenen Körper entfernen.

Die Story selbst ist ziemlich chaotisch, arg länglich und schlecht entwickelt. Denn es dauert gefühlte Ewigkeiten, bis der Hauptplot beginnt, weil wir zuerst erfahren, was 1945 in Japan geschah, wie Logan zurückgezogen in den Bergen lebt und sich mit einigen Hinterwäldlern anlegt, bevor er von Yukio (Rita Fukushima, auch sexy) entdeckt und nach Japan mitgenommen wird. Und dann, nachdem Logan Mariko (ebenfalls sexy; – halt wie alle Frauen in dem Film) auf der Trauerfeier vor ihren Häschern retten konnte, gibt es ein langatmiges Zwischenspiel, in dem Logan etwas über die Freuden der Sterblichkeit sinniert, bevor er, lange vor dem Filmende, doch beschließt, dass er unsterblich bleiben möchte. Das ist zwar nicht wirklich überraschend, aber damit wird die von den Machern groß propagierte Frage, welche Bedeutung Sterblichkeit hat, schnell ad acta gelegt. Es gibt dann noch etwas Gerede über Samurais, Ronins und dass Krieger für einen höheren Zweck kämpfen sollen. Oder so ähnlich.

Der Höhepunkt, der Schlusskampf, ist storytechnisch ein einziges Desaster, bei dem es letztendlich nur noch um ein jeder gegen jeden geht und das anscheinend aus einem anderen Film stammt.

Da hilft es auch nicht, dass James Mangold immer wieder schöne und auch eindrucksvolle Bilder zeigt (zum Beispiel wenn Logan in einem verschneiten Bergdorf von hunderten Pfeilen niedergestreckt wird), stilistisch an Samurai-Filme anknüpft und das ländliche mit dem urbanen Japan verknüpft. Für einen über zweistündigen Film ist das einfach zu wenig und dass Mangold bereits jetzt sagt, dass er einen längeren Director’s Cut plane, klingt da wie eine Drohung. Denn schon jetzt hätte man locker eine gute halbe Stunde kürzen können.

„Wolverine – Weg des Kriegers“ (selbstverständlich in 3D) hat bis auf den Hauptdarsteller eigentlich nichts mit „X-Men Origins: Wolverine“ zu tun und ist auch erwachsener als dieser. Immerhin geht es um Sterblichkeit und den Verlust der großen Liebe; gespielt von Famke Janssen als Jean Grey, Logans one and only love, die er im Schlaf mit seinen Stahlklauen tötete und die ihm jetzt Alpträume beschert. Aber ehe die Macher sich dann zu sehr mit solch tiefsinnigen Fragen über Schuld, Sühne und Unsterblichkeit beschäftigten, gibt es immer wieder mal mehr, mal weniger übertriebene Action.

Auch dieser Wolverine ist kein guter Film.

Wolverine - Weg des Kriegers - Plakat

Wolverine – Weg des Kriegers (The Wolverine, USA 2013)

Regie: James Mangold

Drehbuch: Marc Bomback, Scott Frank, Christopher McQuarrie (ungenannt)

mit Hugh Jackman, Hiroyuki Sanada, Tao Okamoto, Rila Fukushima, Famke Janssen, Will Yun Lee, Svetlana Khodchenkova, Haruhiko Yamanouchi, Brian Tee

Länge: 129 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Wolverine – Weg des Krieges“

Metacritic über „Wolverine – Weg des Krieges“

Rotten Tomatoes über „Wolverine – Weg des Krieges“

Wikipedia über „Wolverine – Weg des Krieges“ (deutsch, englisch)

 

 


TV-Tipp für den 25. Juli: Cassandras Traum

Juli 25, 2013

Kabel 1, 20.15

Cassandras Traum (USA/Fr 2007, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

Die Brüder Terry und Ian haben Geldprobleme. Da bietet ihnen Onkel Howard einen Weg aus der finanziellen Misere an: sie müssen einen seiner Geschäftspartner umbringen. Das ist leichter geplant, als getan.

Nach „Match Point“ und „Scoop“ drehte Woody Allen mit „Cassandras Traum“ seinen dritten Film in England und wieder ist es eine Kriminalgeschichte, die dem Krimi-Fan gefällt. 

Mit Ewan McGregor, Colin Farrell, Tom Wilkinson, Sally Hawkins, Hayley Atwell

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Cassandras Traum“

Rotten Tomatoes über „Cassandras Traum“

Wikipedia über „Cassandras Traum“ (deutsch, englisch)

Ain’t it Cool redet mit Woody Allen über „Cassandras Traum“

Macleans: Interview mit Woody Allen (Januar 2008 )

OutNow.ch: Hayley Atwell über “Cassandras Traum”

Homepage von Woody Allen

Deutsche Woody-Allen-Seite

Meine Besprechung von Robert B. Weides „Woody Allen: A Documentary“ (Woody Allen: A Documentary, USA 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “To Rome with Love” (To Rome with Love, USA/Italien 2012)

Woody Allen in der Kriminalakte  


„Hallo. Ich bin der Doktor.“ – Doctor Who und das „Rad aus Eis“

Juli 24, 2013

 

Baxter - Doctor Who - Rad aus Eis

Auf der Insel ist „Doctor Who“ Kult. Bei uns ist er höchstens ein obskures Fan-Phänomen. Denn während in England seit einem halben Jahrhundert die Science-Fiction-TV-Serie, mit einer Unterbrechung von 1989 bis 2005, die mit Büchern, Hörspielen und Sondersendungen gefüllt wurde, läuft, der Doktor von verschiedenen Schauspielern gespielt wurde, etliche TV-Macher und Autoren, wie Douglas Adams und Ben Aaronovitch, durch die „Doctor Who“-Schule gingen, „Sherlock“-Erfinder Steven Moffat derzeit verantwortlich für die Serie ist, sie etliche Preise und einen Eintrag ins Guiness-Buch als erfolgreichste TV-Science-Fiction-Serie erhielt und für November zum fünfzigjährigem Jubiläum unter anderem ein Kinofilm geplant ist, liefen im deutschen TV nur einige Folgen.

Es wurden auch einige „Doctor Who“-Romane übersetzt, die inzwischen zu teils astronomischen Preisen antiquarisch angeboten werden. Und es gibt auch in Deutschland eine kleine Gruppe von „Doctor Who“-Fans, die wirklich alles über den geheimnisumwitterten Doktor wissen.

Der Doktor ist ein über tausendjähriger, menschlich aussehender Time Lord vom Planeten Gallifrey, der in einer Polizei-Notrufzelle, die eigentlich das Raumschiff TARDIS ist, mit verschiedenen Gefährten, durch die Zeit reist und versucht Katastrophen zu verhindern. Dabei nähert er sich friedfertig, aber mit nimmermüdem Forschergeist und britischem Humor (oder gallifreydscher Noblesse) den Phänomenen. Im Lauf der Jahre wurde er im TV von elf Schauspielern gespielt.

Stephen Baxter nahm für seinen jetzt erschienenen „Doctor Who“-Roman „Rad aus Eis“ den zweiten Doktor als Vorbild. Deshalb ist der Doktor hier ein Endvierziger mit Koteletten, der von Jamie McCrimmon, einem waschechten Schotten im Kilt aus dem achtzehnten Jahrhundert, und Zoe Heriot, einer aus der zweiten Hälfte des einundzwanzigsten Jahrhunderts kommenden Frau, begleitet wird. Die TARDIS schickt sie im Strudel jenseits von Raum und Zeit zu einen Saturnmond, weil es dort eine relative Kontinuum-Dislokationszone, vulgo einem Loch in der Zeit, das zu einer direkten Kontinuumsimplosion führen kann, entdeckte, die unser Sonnensystem vernichten kann.

Auf dem titelgebenden Rad aus Eis leben Menschen in drei Klassen und einer vierten für die Verbrecher, die die ganz unangenehmen Aufgaben übernehmen müssen. Letztendlich beherrscht wird die Minenkolonie, obwohl es einen fünfköpfigen inneren Rat für die Angelegenheiten des Mnemosyne-Gürtels gibt, von Florian Hart, der örtlichen Chefin des Bergbaukonsortiums, das auf dem Eismond Mnemosyne unglaublich seltenes Bernalium abbauen lässt.

In letzter Zeit häuften sich allerdings die Fälle von Sabotage und die Jugendlichen, die im Bergwerk arbeiten müssen, werden verdächtigt. Aber schon nach wenigen Minuten entdecken der Doktor und seine Gefährten, dass es kleine, blaue Wesen gibt. Deren Existenz wird von den Bewohnern geleugnet.

Als eigenständiger Roman zu einer bestehenden Serie muss „Rad aus Eis“ den Vorgaben der TV-Serie folgen und wahrscheinlich auch deshalb liest sich Stephen Baxters Roman von der Dramaturgie, der knappen Handlungszeit und den Personenkonstellationen immer wie eine Serienfolge. Gleichzeitig dient die Geschichte auch dazu, ordentlich Sozialkritik zu üben und damit verschiedene Gesellschaftsentwürfe gegenüberzustellen: den rein ökonomischen von Florian Hart, den liberal-humanistischen von dem Doktor, den aufbegehrenden Jugendlichen und den Erwachsenen, die sich bedingungslos an die Verhältnisse angepasst haben.

Es gibt eine ordentliche Portion Action und einen schönen Blick für die Absurditäten der verschiedenen Situationen. Das macht Spaß und lässt sich flüssig weglesen als kurzweilige Science-Fiction-Unterhaltung mit einem gesellschaftlichem Bewusstsein und britischem Humor. Auch für Menschen, die noch keine einzige „Doctor Who“-Folge gesehen haben. Denn Stephen Baxters Roman lässt sich auch einfach als humanistisch geprägte, in der Zukunft spielende Abenteuergeschichte lesen.

P. S.: Im Heyne Verlag, der bereits mehrere Bücher von Stephen Baxter veröffentlichte, erscheint im Dezember in der Reihe „Meisterwerke der Science-Fiction“ Stephen Baxters „Evolution“.

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Stephen Baxter: Doctor Who – Rad aus Eis

(übersetzt von Claudia Kern)

Cross Cult, 2013

416 Seiten

22 Euro

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Originalausgabe

Doctor Who – The Wheel of Ice

BBC Books, 2012

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Hinweise

Homepage von Stephen Baxter

BBC über „Doctor Who“ (englisch, deutsch)

Wikipedia über „Doctor Who“ (deutsch, englisch)

BBC-YouTube-“Doctor Who“-Kanal (zum Abtauchen in den Strudel jenseits von Raum und Zeit)

 

 


TV-Tipp für den 24. Juli: Broken Flowers/The Limits of Control

Juli 24, 2013

HR, 23.15

Broken Flowers – Blumen für die Ex (USA/Frankreich 2005, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch (inspiriert von einer Idee von Bill Raden und Sara Driver)

Don Johnston (Stoneface Bill Murray) lungert nur noch in seiner Wohnung herum und träumt von seinen früheren Frauen. Eines Tages erhält er einen anonymen Brief, in dem steht, dass er einen 19-jährigen Sohn habe. Don, der bislang von seinem Vaterglück nichts wusste, macht sich auf den Weg quer durch die USA zu seinen alten Freundinnen, die er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat und von denen eine die Mutter sein muss.

Jim Jarmusch erhielt für sein lakonisches Road-Movie über verpasste Chancen den Großen Preis der Jury in Cannes, einige weitere Preise, viel Kritikerlob – und an der Kinokasse lief der Film auch gut.

Mit Bill Murray, Julie Delpy, Jeffrey Wright, Sharon Stone, Frances Conroy, Chloë Sevigny, Jessica Lange, Tilda Swinton

Hinweise

Film-Zeit über „Broken Flowers“

Metacritic über „Broken Flowers“

Rotten Tomatoes über „Broken Flowers“

Wikipedia über „Broken Flowers“ (deutsch, englisch)

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HR, 00.55

The Limits of Control – Der geheimnisvolle Killer (USA/Spanien 2009, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

In Spanien soll ein schweigsamer Mann einen Auftrag ausführen. Auf seiner Reise trifft er mehrere Personen, die ihm weitere Hinweise über seinen Auftrag verraten.

“The Limits of Control“ ist sicher nicht der beste Film von Jim Jarmusch und definitiv ist er keine Wiederholung von seinem vorherigen Film „Broken Flowers“, aber der “Actionfilm ohne Action” (Jarmusch) ist natürlich sehenswert.

Zur TV-Premiere habe ich auch ein ausführliches Gespräch mit Jim Jarmusch gepostet.

mit Isaach De Bankolé, Alex Descas, Jean-François Stévenin, Paz de la Huerta, Tilda Swinton, John Hurt, Gael García Bernal, Bill Murray

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Limits of Control“

Rotten Tomatoes über „The Limits of Control“

Wikipedia über „The Limits of Control“ (deutsch, englisch)

Spiegel: Interview mit Jim Jarmusch zu “The Limits of Control”

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch

Jim Jarmusch in der Kriminalakte