TV-Tipp für den 25. Februar: Tatort: Tote Taube in der Beethovenstraße

Februar 24, 2025

WDR, 23.45

Tatort: Tote Taube in der Beethovenstraße (Deutschland 1973)

Regie: Samuel Fuller

Drehbuch: Samuel Fuller

In Bonn entdeckt Zollfahnder Kressin in der Beethovenstraße die Leiche eines New Yorker Privatdetektivs. Nachdem Kressin schwer verletzt im Krankenhaus landet, macht sich Sandy, der Partner des Toten, auf die Mörderjagd.

Herrlich abgedrehter „Tatort“, der in den USA im Kino lief. Mit einem gewöhnlichen „Tatort“ hat diese tote Taube nichts zu tun.

Die Musik ist von der legendären Krautrock-Band Can.

mit Sieghardt Rupp, Glenn Corbett, Christa Lang, Anton Diffring, Eric P. Caspar, Hans C. Blumenberg, Anthony Chin, Alex d’Arcy

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Tatort: Tote Taube in der Beethovenstraße“

Wikipedia über „Tatort: Tote Taube in der Beethovenstraße“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Samuel Fullers „Der nackte Kuss“ (The naked kiss, USA 1964)


TV-Tipp für den 24. Februar: Der Kontrakt des Zeichners

Februar 23, 2025

Arte, 21.55

Der Kontrakt des Zeichners (The Draughtsman’s Contract, Großbritannien 1982)

Regie: Peter Greenaway

Drehbuch: Peter Greenaway

England, Grafschaft Wiltshire, Sommer 1694: Landschaftsmaler Neville soll für Mrs. Virginia Herbert, während ihr Mann weg ist, zwölf Zeichnungen ihres Landsitzes Compton Anstey anfertigen. Dies tut er äußerst detailgenau. Als Mr. Herbert ermordet aufgefunden wird, können Nevilles Bilder den Täter enttarnen.

Köstliches Krimirätsel und spöttische Gesellschaftssatire, die den Zuschauer intellektuell nie unterfordert. Glänzende, kurzweilige Unterhaltung, die schon damals von der Kritik abgefeiert wurde. Greenaway „hat einen eigenwilligen, experimentellen Thriller gedreht. (…) Der in seiner Struktur anspruchsvolle Film wurde gegen die Regeln des gängigen Erfolgskinos gedreht und hat bei Publikum und Presse eine überragende Resonanz gefunden.“ (Fischer Film Almanach 1985)

Spielfilmdebüt des Experimentalkünstlers Peter Greenaway. Zu seinen späteren, ebenfalls sehenswerten (wenn sie denn mal wieder gezeigt werden) Spielfilmen gehören „Ein Z & zwei Nullen“, „Der Bauch des Architekten“, „Verschwörung der Frauen“, „Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“, „Prosperos Bücher“, „Das Wunder von Mâcon“ und, zuletzt, „Eisenstein in Guanajuato“.

mit Anthony Higgins, Janet Suzman, Anne-Louise Lambert, Hugh Fraser, Neil Cunningham, Dave Hill, Lynda La Plante

Wiederholung: Sonntag, 2. März, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über den Film (in der Mediathek)

Rotten Tomatoes über „Der Kontrakt des Zeichners“

Wikipedia über „Der Kontrakt des Zeichners“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Peter Greenaways „Eisenstein in Guanajuato“ (Eisenstein in Guanajuato, Niederlande/Mexiko/Finnland/Belgien 2015)


TV-Tipp für den 23. Februar: Bundestagswahl 2025

Februar 22, 2025

ARD, 17.10
ZDF, 17.00
Bundestagswahl 2025
Vorberichte, Prognosen, Hochrechnungen und um 20.15 Uhr die „Berliner Runde“.
Wer immer noch unentschlossen ist, kann den Wahl-O-Mat durchspielen.
Wer mehr über die innenpolitischen Ideen der Parteien wissen möchte, kann sich mein Gespräch mit Tom Jennissen anhören:


TV-Tipp für den 22. Februar: The Whale

Februar 21, 2025

One, 21.45

The Whale (The Whale, USA 2022)

Regie: Darren Aronofsky

Drehbuch: Samuel D. Hunter

LV: Samuel D. Hunter: The Whale, 2012 (Theaterstück)

Grandioses Schauspielerkino über einen mehr als übergewichtigen, fast bewegungsunfähigen Mann, der seine Schuldgefühle in sich hineinfrisst, Unikurse nur online und mit ausgeschalteter Kamera anbietet und sich jetzt, vor seinem baldigen Tod, mit seiner Tochter versöhnen will.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Brendan Fraser, Sadie Sink, Ty Simpkins, Hong Chau, Samantha Morton, Sathya Sridharan

Wiederholung: Montag, 24. Februar, 23.30 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „The Whale“

Metacritic über „The Whale“

Rotten Tomatoes über „The Whale“

Wikipedia über „The Whale“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys “Black Swan” (Black Swan, USA 2010)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys „Noah“ (Noah, USA 2014)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys „The Whale“ (The Whale, USA 2022) und der DVD

Darren Aronofsky in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Über Andrea Arnolds „Bird“

Februar 21, 2025

Die zwölfjährige Bailey (Nykiya Adams) lebt bei ihrem nur einige Jahre älteren Vater Bug (Barry Keoghan) in Kent in einem besetzten Haus. Bug ist selbst noch ein Kind. Auf den ersten Blick wirkt er wie der etwas ältere coole Bruder, der seine kleine Schwester mitnimmt. Er verbringt seine Zeit mit spinnerten Geschäftsideen, plant seine Hochzeit mit einer Frau, die er erst seit einigen Tagen kennt und konsumiert Drogen. Als Erzieher im auch nur halbwegs traditionellem Sinn ist er ein Totalausfall. Das Gleiche gilt für Baileys Mutter.

Also streift Bailey durch die Stadt. Eines Tages trifft sie auf Bird (Franz Rogowski), einer auch für die Gegend seltsamen Mischung aus schüchternem Sonderling und harmlosen Menschenfreund, der anscheinend vom Himmel gefallen ist.

Bird“, Andrea Arnolds neuer Spielfilm, ist eine musikalisch stimmig untermalte Charakterstudie zwischen Sozialdrama und Poesie. Etwas Magischen Realismus gibt es auch. Dabei präsentiert sie das Leben ihrer Figuren offen, ehrlich, ohne Scheuklappen, aber auch mit spürbarer Sympathie für sie. Nie verurteilt sie sie.

Damit fügt sich ihr neuester Film nahtlos an ihre früheren Kinospielfilme „Fish Tank“ (2009) und „American Honey“ (2016) an, mit denen sie ihren Ruf als eine der wichtigen Stimmen des zeitgenössischen britischen Kinos begründete.

Neben diesen drei Spielfilmen drehte sie in den vergangenen fünfzehn Jahren außerdem ein ziemlich unbekanntes Historiendrama („Wuthering Heights – Emily Brontës ‚Sturmhöhe’“, 2011), den Dokumentarfilm „Cow“ (über das Leben einer Milchkuh) und mehrere Episoden für TV-Serien.

Bird (Bird, Großbritannien 2024)

Regie: Andrea Arnold

Drehbuch: Andrea Arnold

mit Nykiya Adams, Barry Keoghan, Franz Rogowski, Jason Buda, Jasmine Jobson, Frankie Box

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Bird“

Metacritic über „Bird“

Rotten Tomatoes über „Bird“

Wikipedia über „Bird“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Andrea Arnolds „American Honey“ (American Honey, USA/Großbritannien 2016)

Die Cannes-Pressekonferenz


TV-Tipp für den 21. Februar: Verlockende Falle

Februar 20, 2025

Super RTL, 20.15

Verlockende Falle (Entrapment, USA 1999)

Regie: Jon Amiel

Drehbuch: Ronald Bass, Michael Hertzberg

Versicherungsdetektivin Virginia ‚Gin‘ Baker (Catherine Zeta-Jones) glaubt, dass der vermögende Kunstsammler MacDougal (Sean Connery) ein Dieb ist, der zuletzt ein Rembrandt-Gemälde stahl. MacDougal nimmt die Herausforderung an und das Katz-und-Maus-Spiel kann beginnen.

Einer der letzten Leinwandauftritte von Sean Connery und ein rundum ansehbarer, altmodischer, leichtgewichtiger, eskapstischer Gangsterkrimi mit einer Prise Humor und ohne Gewalt.

mit Sean Connery, Catherine Zeta-Jones, Ving Rhames, Will Patton, Maury Chaykin, Kevin McNally

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Verlockende Falle“

Wikipedia über „Verlockende Falle“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Der Drei-Personen-Actionthriller „Flight Risk“

Februar 20, 2025

U.S. Deputy Marshal Madolyn Harris (Michelle Dockery) will einen Mafia-Kronzeugen, den Buchhalter Winston (Topher Grace), von Alaska nach New York zu einer Gerichtsverhandlung bringen. Für das erste Stück ihrer Reise chartert sie eine kleine Cessna mit einem Piloten, der sich während der Flugs als von der Mafia angeheuerter, bestens über sie informierter Killer entpuppt.

Dieser Killer wird von Mark Wahlberg gespielt. Es ist nach „Fear – Wenn Liebe Angst macht“ (USA 1996) sein erster Auftritt als Bösewicht. Denn eigentlich ist er ja immer einer der Guten. Aber in „Flight Risk“ darf er einen richtig bösen Bösewicht spielen. Dafür rasierte er sich sogar eine Halbglatze, die künstlicher als eine falsche Glatze aussieht.

Die Regie übernahm Mel Gibson. Warum ist unklar, aber vielleicht wollte er fast zehn Jahre nach seinem deutlich ambitionierterem Antikriegsfilm „Hacksaw Ridge“ einfach wieder Regie führen. Denn „Flight Risk“ ist ein typischer 08/15-Thriller ohne besondere Merkmale. Es ist ein schlechtes B-Picture für einen verregneten Samstag auf der Couch, wenn gerade alle anderen Filme in der Warteschlange schon gesehen sind und man beim Ansehen des Films eine lange Liste mit Logikfehlern und Implausibilitäten anlegen möchte.

Action gibt es natürlich auch kaum. Schließlich spielt der Film, abgesehen von den ersten und letzten Minuten in Quasi-Echtzeit in einem kleinen Flugzeug und die drei Passagiere sitzen die meiste Zeit des Films, teils gefesselt, auf ihren Plätzen und belauern sich, während der gefesselte Killer sie mit seinen Psychospielchen in den Wahnsinn treiben will. Gleichzeitig lernt Madolyn mit der Hilfe des sympathischen Piloten Hasan, der mit ihr über Funk Kontakt hält, fliegen und sie sucht, eifrig mit ihrem Smartphone telefonierend, nach der Trial-and-Error-Methode den Verräter in den eigenen Reihen.

Flight Risk (Flight Risk, USA 2025)

Regie: Mel Gibson

Drehbuch: Jared Rosenberg

mit Michelle Dockery, Mark Wahlberg, Topher Grace

Länge: 92 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Flight Risk“

Metacritic über „Flight Risk“

Rotten Tomatoes über „Flight Risk“

Wikipedia über „Flight Risk“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Mel Gibsons „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“ (Hacksaw Ridge, USA/Australien 2016)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Über Osgood Perkins‘ Stephen-King-Verfilmung „The Monkey“

Februar 20, 2025

Zuerst ist er für die Zwillingsbrüder Hal und Bill nur ein seltsam aussehendes Spielzeug. Ein breit grinsender Zirkusaffe, der, wenn er aufgezogen wird, die kleinen Blechbecken, die er in seinen Händen hält, zusammenschlägt. Aber dann bemerken sie, dass jedes Mal, wenn der Affe die Zimbel zusammenschlägt, jemand stirbt, den sie kennen.

Also werfen sie, nach mehreren Todesfällen, den Affen in einen tiefen, im Wald hinter ihrem Haus liegenden und seit Ewigkeiten nicht mehr benutzten Brunnen und vergessen ihn.

25 Jahre später ist der Affe wieder da und das Morden beginnt von neuem.

Osgood Perkins neuer Horrorfilm basiert auf einer 1980 von Stephen King geschriebenen Kurzgeschichte, die er auf Spielfilmlänge ausbaute. Er behält selbstverständlich die Grundidee von dem dämonisch bessessenem Gegenstand, einem Spielzeug, einer Puppe oder in diesem Fall einem Zirkusaffen, bei. Er steigt tiefer in die Geschichte der Familie von Bill und Hal ein, verändert dabei auch einiges – so sind Bill und Hall bei King Brüder, bei Perkins Zwillingsbrüder – und er zeigt die Todesfälle genauer. Was bei King in einem Satz gesagt wird, ist bei Perkins ein in seinen blutig-grotesken Details gezeigter tödlicher Unfall. Und es gibt viele dieser Unfälle, die beim geneigten Horrorfilmfan für Entzücken sorgen.

Außerdem, und das ist die größte Veränderung, veränderte er das Finale zu einem grotesk überzeichnetem Weltuntergangsszenario, das jede Glaubwürdigkeit und Plausibilität grimmig ignoriert.

Andere Veränderungen sind vernachlässigbar. „Longlegs“-Regisseur Perkins erzählt die Geschichte, im Gegensatz zu King, chronologisch. Er verlegte sie im ersten Teil in die neunziger Jahre und im zweiten Teil in die Gegenwart. Die von ihm gezeichnete Welt verströmt dabei immer das Patina abgeranzter Provinz-Siebziger-Jahre, als dort noch voller Stolz die Mode der fünfziger Jahre getragen wurde. Das verleiht seinem Film eine heimelige Zeitlosigkeit.

Wer vom neuen Film des „Longlegs“-Regisseurs mehr als eine Reihe schwarzhumorig-blutig inszenierter tödlicher Unfälle erwartet, wird enttäuscht werden. Sicher, die Schauspieler sind gut, und sie haben auch einige gute Szenen, die Ausstattung ist stilecht und das Spiel mit der im Verlauf des Films zwischen den Brüdern wechselnden Erzählerstimme zeigt, dass er sich einige Gedanken über die Geschichte machte, aber noch mehr Hirnschmalz investierte er in die Inszenierung der Todesfälle.

The Monkey (The Monkey, USA/Großbritannien 2025)

Regie: Osgood Perkins

Drehbuch: Osgood Perkins

LV: Stephen King: The Monkey, 1980 (Der Affe, Kurzgeschichte, enthalten in „Blut – Skeleton Crew“)

mit Theo James, Christian Convery, Tatiana Maslany, Colin O’Brien, Rohan Campbell, Sarah Levy, Adam Scott, Elijah Wood, Osgood Perkins, Danica Dreyer, Laura Mennell, Nicco Del Rio

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

Der Affe“ (The Monkey) ist eine Kurzgeschichte aus Stephen Kings zweiter Sammlung von Kurzgeschichten. „Skeleton Crew“ erschien in den USA 1985. In Deutschland erschienen die 22 Kurzgeschichten zuerst getrennt in „Im Morgengrauen“, „Der Gesang der Toten“ und „Der Formit“.

Das in der aktuell erhältlichen Heyne-Ausgabe gut neunhundert Seiten dicke Buch enthält alle Geschichten:

Der Nebel (The Mist, 1980 – verfilmt 2007 von Frank Darabont als „Der Nebel“ [The Mist])

Hier Seyen Tiger (Here there be Tygers, 1968)

Der Affe (The Monkey, 1980 – verfilmt 2025 von Osgood Perkins als „The Monkey“ [The Monkey])

Kains Aufbegehren (Cain rose up, 1968)

Mrs. Todds Abkürzung (Todd’s Shortcut, 1984)

Der Jaunt (The Jaunt, 1981)

Der Hochzeitsempfang (The Wedding Gig, 1980)

Paranoid: Ein Gesang (Paranoid: A Chant, 1985)

Das Floss (The Raft, 1982)

Textcomputer der Götter (Word Processor of the Gods, 1983)

Der Mann, der niemand die Hand geben wollte (The Man who wold not shake Hands, 1982)

Dünenwelt (Beachworld, 1985)

Das Bildnis des Sensenmanns (The Reaper’s Image, 1969)

Nona (Nona, 1978)

Für Owen (For Owen, 1985)

Überlebenstyp (Survivor Type, 1982)

Onkel Ottos Lastwagen (Uncle Otto’s Truck, 1983)

Morgenlieferung (Morning Deliveries, 1985)

Große Räder: Eine Geschichte aus dem Wäschereigeschäft (Big Wheels: A Tale of the Laundry Game, 1982)

Omi (Gramma, 1984)

Die Ballade von der flexiblen Kugel (The Ballad of the Flexible Bullett, 1984)

Die Meerenge (The Beach, 1981)

Weggelassen habe ich die TV- und One-Dollar-Baby-Adaptionen.

Stephen King: Blut – Skeleton Crew

(übersetzt von Joachim Körber, Alexandra von Reinhardt, Monika Hahn und Martin Bliesser)

Heyne, 2013

896 Seiten

14 Euro

Originalausgabe

Skeleton Crew

Putnam, New York 1985

Hinweise

Moviepilot über „The Monkey“

Metacritic über „The Monkey“

Rotten Tomatoes über „The Monkey“

Wikipedia über „The Monkey“ (deutsch, englisch) und die Vorlage (deutsch [Band 1, 2, 3], englisch)

Meine Besprechung von Osgood Perkins‘ „Longlegs“ (Longlegs, USA 2024)

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour

den Romanen von Stephen King

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Doctor Sleep“ (Doctor Sleep, 2013)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Später“ (Later, 2021)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

den Verfilmungen, teils mit Besprechungen der Romane

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Meine Besprechung von Tod Williams‘ Stephen-King-Verfilmung „Puls“ (Cell, USA 2016)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Der dunkle Turm: Schwarz“ (The Dark Tower: The Gunslinger, 1982) und von Nikolaj Arcels Romanverfilmung „Der dunkle Turm“ (The dark Tower, USA 2017)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis „Es“ (It, USA 2017)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ (Pet Sematary, 1983) und Kevin Kölsch/Dennis Widmyers Romanverfilmung „Friedhof der Kuscheltiere“ (Pet Sematary, USA 2019)

Meine Besprechung von Andy Muschietti Stephen-King-Verfilmung „Es Kapitel 2″ (It Chapter 2, USA 2019)

Meine Besprechung von Mike Flanagans „Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen“ (Doctor Sleep, USA 2019) (wahrscheinlich einer der Filmtitel, die kein Mensch an der Kinokasse vollständig ausgesprochen hat)

Meine Besprechung von Rob Savages Stephen-King-Verfilmung „The Boogeyman“ (The Boogeyman, USA 2023)

Meine Besprechung von Kurt Wimmers „Kinder des Zorns“ (Children of the Corn, USA 2020)

 


TV-Tipp für den 20. Februar: Die Magnetischen

Februar 19, 2025

WDR, 23.30

Die Magnetischen (Les magnétiques, Frankreich/Deutschland 2021)

Regie: Vincent Maël Cardona

Drehbuch: Vincent Maël Cardona, Romain Compingt, Chloé Larouchi, Maël Le Garrec, Rose Philippon, Catherine Paillé

Frankreich, 1981: die ungleichen Brüder Jerôme und Philippe betreiben in der Provinz einen Piratensender. Als sich beide in Marianne verlieben und Philippe als Soldat nach West-Berlin muss, verändert sich auch ihr Verhältnis zueinander.

Wunderschöne, erstaunlich unpolitische Charakterstudie, die am besten als gelungenes Mixtape genossen wird. Bei Älteren wird sie wohlige Erinnerungen heraufbeschwören. Jüngeren gibt sie einen Einblick in eine noch gar nicht so lange zurück liegende, aber ganz andere Zeit.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Thimotée Robart, Marie Colomb, Joseph Olivennes, Fabrice Adde, Louise Anselme, Younès Boucif, Maxence Tual, Judith Zins, Philippe Frécon

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Die Magnetischen“ 

Moviepilot über „Die Magnetischen“

AlloCiné über „Die Magnetischen“

Rotten Tomatoes über „Die Magnetischen“

Wikipedia über „Die Magnetischen“ (deutsch, französisch)

Indiekino über „Die Magnetischen“ (Zeitzeuge Tom Dorow über den Film und wie politisch es damals zwischen Hausbesetzung, Straßenprotest und Clubbesuch in Berlin war)

Meine Besprechung von Vincent Maël Cardonas „Die Magnetischen“ (Les magnétiques, Frankreich/Deutschland 2021)


TV-Tipp für den 19. Februar: Teufel in Blau

Februar 18, 2025

ZDFneo, 23.15

Der Teufel in Blau (Devil in a blue dress, USA 1995)

Regie: Carl Franklin

Drehbuch: Carl Franklin

LV: Walter Mosley: Devil in a blue dress, 1990 (Teufel in Blau)

Los Angeles, 1948: Amateurdetektiv Easy Rawlins soll Daphne finden. Aber Daphne hat es faustdick hinter den Ohren.

Franklins gelungene Verfilmung von Mosley Debütroman. „Teufel in Blau“ ist ein Film Noir, der seine Vorbilder aus der Schwarzen Serie immer deutlich zitiert und damit immer zum gut gemachten, aber auch langweiligem Ausstattungskino tendiert.

Mit Denzel Washington, Tom Sizemore, Jennifer Beals, Don Cheadle

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Teufel in Blau“

Wikipedia über „Teufel in Blau“ (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Easy Rawlins

Homepage von Walter Mosley

Meine Besprechung von Walter Mosleys Kurzroman „Archibald Lawless: Freier Anarchist“ in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Kriminalakte: Walter Mosley erhält den CWA Diamond Dagger 2023


TV-Tipp für den 18. Februar: Cop Car

Februar 17, 2025

Tele 5, 22.15

Cop Car (Cop Car, USA 2015)

Regie: Jon Watts

Drehbuch: Jon Watts, Christopher Ford

Zwei Zehnjährige klauen einen einsam in der Landschaft stehenden Streifenwagen. Sheriff Kretzer (Kevin Bacon), dem der Wagen gehört, nimmt die Verfolgung auf. Denn im Kofferraum ist etwas, das nicht für fremde Augen bestimmt ist.

Herrlich fieser kleiner Thriller.

Danach durfte Jon Watts drei Spider-Man-Filme inszenieren.

Mit Kevin Bacon, James Freedson-Jackson, Hays Wellford, Camryn Manheim, Shea Whigham, Sean Hartley

Wiederholung: Mittwoch, 19. Februar, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Cop Car“

Wikipedia über „Cop Car“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jon Watts‘ „Spider-Man: Homecoming“ (Spider-Man: Homecoming, USA 2017)

Meine Besprechung von Jon Watts‘ „Spider-Man: Far From Home“ (Spider-Man: Far From Home, USA 2019)

Meine Besprechung von Jon Watts‘ „Spider-Man: No Way Home“ (Spider-Man: No Way Home, USA 2021)

Und jetzt geht es mit der Erkältung wieder hustend und stöhnend auf die Couch.


TV-Tipp für den 17. Februar: Die zwölf Geschworenen

Februar 16, 2025

Ergänzend zu Clint Eastwoods letztem Film „Juror # 2“ und meinem gestrigen Tagestipp „Anatomie eines Mordes“. Außerdem fand ich den Berlinale-Gewinner „Auf der Adamant“ (3sat, 22.25 Uhr) schwierig und Dominik Grafs fast dreistündiger Dokumentarfilm „Jeder schreibt für sich allein: Schriftsteller im Nationalsozialismus“ (Arte, 22.45 Uhr) läuft zu spät an.

Deshalb ein Klassiker und Berlinale-Gewinner:

Arte, 20.15

Die zwölf Geschworenen (12 Angry Men, USA 1957)

Regie: Sidney Lumet

Drehbuch: Reginald Rose

LV: Reginald Rose (Story, Bühnenstück)

Hat der angeklagte Puertoricaner seinen Vater ermordet? Die Geschworenen beraten.

Lumets erster Spielfilm ist ein Klassiker des Gerichtsfilms: ein Raum, zwölf Personen, die eine Entscheidung fällen müssen: unerträgliche Spannung. Ausgangspunkt für den Spielfilm war ein einstündiges Fernsehspiel von Reginald Rose, der dafür von eigenen Erfahrungen als Geschworener inspiriert wurde. Beim Start wurde der Film von der Kritik gelobt, für zahlreiche Preise nominiert und floppte – trotz des niedrigen Budgets – an der Kasse. „Sidney Lumets Erstlingsfilm verleiht dem Geschehen durch die Begrenzung des Ortes und der Personen eine große Dichte und Spannung. Die Wahrheitsfindung entsteht aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Menschentypen, Ideologien und Interessen – ein Modellfall ´demokratischer´ Aufklärungsarbeit. Hervorragend besetzt, gespielt und fotografiert (Preis der OCIC in Berlin)“ (Lexikon des Internationalen Films)

Mit Henry Fonda, L. J. Cobb, Ed Begley, E. G. Marshall, Jack Warden, Martin Balsam, Jack Klugman, Joseph Sweeney

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die zwölf Geschworenen“

Wikipedia über “Die zwölf Geschworenen” (deutsch, englisch)

Mein Nachruf auf Sidney Lumet

Sidney Lumet in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 16. Februar: Anatomie eines Mordes

Februar 15, 2025

3sat, 22.30

Anatomie eines Mordes (Anatomy of a Murder, USA 1959)

Regie: Otto Preminger

Drehbuch: Wendell Mayes

LV: Robert Traver: Anatomy of a Murder, 1958 (Anatomie eines Mordes)

Provinzanwalt Paul Biegler verteidigt einen Soldaten, der einen Barbesitzer erschossen haben soll.

Der gut dreistündige Film (die deutsche Version wurde um elf Minuten gekürzt) basiert auf dem dicken Roman des ehemaligen Richters John D. Voelker (1903 – 1991), der in dem Justizkrimi einen seiner Fälle fiktionalisiert. Beide Werke schöpfen ihre Spannung aus dem minutiösen Verfolgen der Vorbereitung und dem anschließenden Gerichtsverfahren. Im Buch umfasst die Verhandlung fast zwei Drittel der Geschichte. Der Film war damals wegen seiner Sprache und dem Thema (Vergewaltigung) kontrovers. Die Schauspielerleistungen des Gerichtsdramas wurden einhellig gelobt. James-Stewart-Biograph Howard Thompson nennt es seine beste Leistung. Der Filmrichter wurde von Richter Joseph N. Welch (er verteidigte 1954 die US Army gegen Senator Joseph McCarthy und trug zum Sturz des Senators bei) gespielt. Gedreht wurde vor Ort. Duke Ellington schrieb die Musik.

Ein Klassiker

Mit James Stewart, Lee Remick, Ben Gazzara, Arthur O’Connell, Eve Arden, Kathryn Grant, George C. Scott, Duke Ellington

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Anatomie eines Mordes“

Wikipedia über „Anatomie eines Mordes“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Otto Premingers „Unternehmen Rosebud“ (Rosebud, USA 1975)


TV-Tipp für den 15. Februar: Bildbuch

Februar 14, 2025

Arte, 01.20

Bildbuch (Le livre d’image, Schweiz/Frankreich 2018)

Regie: Jean-Luc Godard

Drehbuch: Jean-Luc Godard

Godards letztes spielfilmlanges Filmessay, das 2019 sogar in einigen deutschen Kinos gezeigt wurde. Stilistisch unterscheidet sich die wilde, scheinbar (?) frei assoziierende Collage von Filmausschnitten und philosophischen Gedanken nicht von seinen vorherigen Filmen. Das Publikum bleibt überschaubar.

„Jean-Luc Godard setzt mit seinem neuesten Film sein sich alle Freiheiten nehmendes Spätwerk fort. Ein rauschhafter Gedankenfluss, eine assoziative Collage in fünf Kapiteln. Die Sehnsucht nach Freiheit. Die Abgründe der Menschheit. Die Schönheit des Kinos. Zeit und Geschichte, gedehnt und verdichtet.

Mit ‚Bildbuch‘ setzt der inzwischen 88-jährige Jean-Luc Godard die essayistische Arbeit der letzten 20 Jahre fort und macht da weiter, wo ‚Histoire(s) de cinema‘ und ‚Film Socialisme‘ begonnen haben. Es geht um Gewalt und wie sie in Bildern dargestellt wird, um das Verhältnis Europas zur südlichen Hemisphäre, um die Verantwortung der Kunst und des Kinos. Poetisch, melancholisch, universell gültig und gleichzeitig sehr persönlich, ist ‚Bildbuch‘ ein hypnotischer Strom von Bildern, Gedanken und Zitaten.“ (Presseheft)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Bildbuch“

Metacritic über „Bildbuch“

Rotten Tomatoes über „Bildbuch“

Wikipedia über „Bildbuch“ (englisch, französisch) und über Jean-Luc Godard (deutsch, englisch, französisch)

IMDB über Jean-Luc Godard

Kriminalakte gratuliert Jean-Luc Godard zum Geburtstag (3. Dezember 2010)

Meine Besprechung von Jean-Luc Godards “Außer Atem” (À bout de souffle, Frankreich 1959)

Meine Besprechung von Bert Rebhandls „Jean-Luc Godard – Der permanente Revolutionär“ (2020)

Mein Nachruf auf Jean-Luc Godard (13. September 2022)


TV-Tipp für den 14. Februar: Geheimring 99

Februar 13, 2025

BR, 01.35

Geheimring 99 (The big Combo, USA 1955)

Regie: Joseph H. Lewis

Drehbuch: Philip Yordan

Lieutenant Diamond will den Gangsterboss Mr. Brown unschädlich machen. Der Krieg zwischen beiden eskaliert immer weiter.

Dieses späte Noir-Juwel ist vom ersten bis zum letzten Moment mit sexueller Spannung aufgeladen. „Nahezu unverhüllt thematisierte B-Film-Regisseur Joseph H. Lewis den engen Zusammenhang zwischen unterdrückter Sexualität, sexueller Frustration und exzessiver Gewalt. (…) Es ist eine Welt sexueller Perversion und fatalistischer Abhängigkeit.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms, 1985/1993)

Mit Cornel Wilde, Richard Conte, Lee Van Cleef, Brian Donlevy, Jean Wallace, Robert Middleton, Earl Holliman

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Geheimring 99”

Wikipedia über “Geheimring 99” (deutsch, englisch)

Film Noir über “Geheimring 99” (mächtig begeistert)

Archive.org: der Film


Neu im Kino/Filmkritik: Über den SW-Stummfilm-Slapstick „Hundreds of Beavers“

Februar 13, 2025

Es war einmal ein Apfelschnaps-Händler, der zum Biberjäger wurde, nachdem seine Farm explodierte. Aber diese Tiere sind schlau, gemein, fröhlich und anscheinend immun gegen Schmerzen. Er dagegen ist stoisch, naiv und trinkfreudig.

Er verliebt sich in die Tochter eines Pelzhändlers. Er möchte sie heiraten. Ihr Vater verlangt von Jean Kayak, dass er ihm dafür hunderte Biberfelle Biberfelle bringt. Das war damals im Mittleren Westen der USA im 19. Jahrhundert ein Vermögen. Trotzdem beginnt er unverdrossen mit der Biberjagd. Diese wehren sich gegen den Massen-Bibermord. Außerdem gibt es noch eine ganz andere Sache im Wald.

Hundreds of Beavers“ ist ein von den Schulfreunden Mike Cheslik (Regie, Drehbuch) und Ryland Brickson Cole Tews (Drehbuch, Hauptrolle) gemachter Slapstick-SW-Stummfilm. Den Mangel an Geld glichen sie mit viel Enthusiasmus, Humor und Einfallsreichtum aus. So werden die Biber von Menschen in Tierkostümen gespielt. Die Bilder wurden am Computer mit Adobe After Effects bearbeitet. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Real- und Animationsfilm, garniert mit filmischen Spielereien und Comic-Elementen. Die Story ist vernachlässigbar. Letztendlich ist sie eine Abfolge von meist kurzen Gags, in denen Mensch und Biber sich wie Tom und Jerry bekämpfen. Mit einer Portion Charlie Chaplin und Buster Keaton.

Mit 108 Minuten ist „Hundreds of Beavers“ allerdings auch zu lang. Als Kurzfilm oder als kurzer Spielfilm von so um die siebzig Minuten wären diese Anekdoten und Impressionen aus dem Leben von Mensch und Tier im verschneiten Wald gelungener. Denn nicht jeder Gag ist gut. Viele Gags ähneln sich. Bis zum überbordenden Finale gibt es dann doch etwas Leerlauf und gerade im Finale gibt es Szenen, die nicht in eine für Kinder gut geeignete Slapstick-Komödie passen. Es sind Bilder, die man eher in einem brutalen Horrorfilm vermutet.

Hundreds of Beavers (Hundreds of Beavers, USA 2022)

Regie: Mike Cheslik

Drehbuch: Mike Cheslik, Ryland Brickson Cole Tews

mit Ryland Brickson Cole Tews, Olivia Graves, Wes Tank, Doug Mancheski, Luis Rico

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahren

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Hundreds of Beavers“

Metacritic über Hundreds of Beavers“

Rotten Tomatoes über „Hundreds of Beavers“

Wikipedia über „Hundreds of Beavers“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Nach „Wunderschön“ wird es „Wunderschöner“

Februar 13, 2025

Das Leben geht weiter. Auch für die aus „Wunderschön“ bekannten Figuren. Die hatten 2022 ihren ersten Kinoauftritt. Mit fast 1,7 Millionen Besuchern war Karoline Herfurths Mainstream-Episodenfilm für Frauen ein Kassenerfolg. Ein solcher Erfolg weckt dann den Wunsch nach einem zweiten Teil, der jetzt als „Wunderschöner“ anläuft. Wieder erzählt Herfurth, wieder nach ihrem Drehbuch, Geschichten aus dem Leben von fünf miteinander verwandten und mehr oder weniger gut miteinander befreundeten Frauen, deren Leben mehr oder weniger eng miteinander verflochten ist.

Sonja (Karoline Herfurth) und ihr Mann Milan (Friedrich Mücke) leben inzwischen in getrennten Wohnungen. Die Besuche bei der Therapeutin sind die üblichen Scheidungsschlachten. Um die gemeinsamen Kinder wird sich irgendwie gekümmert. Als sie erfährt, dass er Kontakt zu einer anderen Frau hat, ist sie verärgert, schockiert, eifersüchtig und sie trifft sich anschließend mit einem anderen Mann.

Julie (Emilia Schüle) fängt als Aufnahmeleiterin in einer Boulevardsendung bei einem Mini-Hauptstadtsender (ah, ja, „Wunderschöner“ spielt in Berlin) an. Als der junge hippe, sich sanft und verständnisvoll gebende Redaktionsleiter sie gegen ihren Willen küsst, ist sie verstört und fragt sich, was sie tun soll.

Im Rahmen einer Projektwoche an der Schule versucht Sonjas Freundin Vicky (Nora Tschirner) bei ihren Schülerinnen ein Bewusstsein für die Benachteiligungen und Leistungen von Frauen zu wecken. Gleichzeitig fragt sie sich, wie sie mit Sabbatical unbekannter Dauer ihres Freundes umgehen soll. Sein einziges Lebenszeichen sind Fotos von Bergen.

Lilly (Emilia Packard), eine ihrer Schülerinnen muss sich im Rahmen einer Projektwoche mit Vickys Lieblingsthema beschäftigen. Dabei würde sie sich lieber mit ihrem Freund Enno beschäftigen.

Lilly Mutter, die Politikergattin Nadine (Anneke Kim Sarnau), erfährt, dass ihr Mann Phillipp (Godehard Giese), der Finanzsenator des Bundeslandes, sich mit einer Prostituierten vergnügte. Sie ist schockiert und trifft sich mit der Edel-Prostituierten Nadja (Bianca Radoslav). Als sie bemerkt, wie schlecht es Nadja geht, hilft sie ihr. Sie will sie aus der Prostitution retten.

Mit ihren doch eher banalen Geschichten, die man schnell vergisst, buchstabiert Karoline Herfurth in vielen Facetten die Liebe und damit zusammenhängende Liebesprobleme im Leben von gutsituierten Mittelschicht-Deutschen ohne erkennbaren Migrationshintergrund durch. Dabei unterscheidet „Wunderschöner“ sich kaum von „Wunderschön“. Alles, was mir an „Wunderschön“ gefiel, gefällt mir jetzt wieder und alles was mich an „Wunderschön“ störte, stört mich jetzt wieder.

Die sensible Inszenierung und das natürliche Spiel der Schauspieler gefallen. Es gibt etliche sehr gelungen Szenen, Beobachtungen und Momente, die im Gedächtnis bleiben. Der stete Wechsel zwischen den Geschichten lässt die Zeit schnell vergehen. Es gibt aber auch etliche Szenen, in denen die pädagogische Absicht überdeutlich ist. Das Drängen aller Figuren hin zu einer heteronormalen Beziehung, zum Traummann und einer lebenslangen Ehe, ist gerade im heutigen Berlin, dem Handlungsort des Films, vollkommen aus der Zeit gefallen. In einer filmisch weniger erschlossenen Provinzhauptstadt wie Mainz, Saarbrücken oder Stuttgart wäre das glaubwürdiger. Trotzdem ändert das nichts daran, dass „Wunderschöner“ in der Welt von „Derrick“ und dem Nachkriegsheimatfilm spielt. Diese heile Welt war schon damals eine Lüge.

Wunderschöner (Deutschland 2025)

Regie: Karoline Herfurth

Drehbuch: Karoline Herfurth

mit Karoline Herfurth, Anneke Kim Sarnau, Emilia Schüle, Nora Tschirner, Emilia Packard, Friedrich Mücke, Godehard Giese, Malick Bauer, Anja Kling, Samuel Schneider, Maximilian Brückner, Levy Rico Arcos, Albert Lichtenstern, Dilara Aylin Ziem, Jasmin Shakeri, Barbara Schnitzler, Bianca Radoslav, Rúrik Gíslason

Länge: 138 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Filmportal über „Wunderschöner“

Moviepilot über „Wunderschöner“

Meine Besprechung von Karoline Herfurths „Wunderschön“ (Deutschland 2022)


Neu im Kino/Filmkritik: „Captain America: Brave New World“ mittelmäßíg mediokre MCU-Kost

Februar 13, 2025

Normalerweise heißt es bei den Superheldenfilmen von Marvel und DC, man solle bitte nichts spoilern, um den Fans nicht die Überraschung zu verderben. Die offiziellen Synopsen sind oft nebulös. Die Trailer zeigen nur einige beeeindruckende Bilder. Sie transportieren eine Stimmung und sollen primär Erwartungen wecken. Aber auch wer vor dem Filmstart alle Trailer gesehen und jeden Krümmel Information ausführlich analysiert hat, weiß wenig bis nichts über den Film.

Nicht so im Fall von „Captain America: Brave New World“. Die offizielle Synopse ist gewohnt nebulös: „Nach einem Treffen mit dem neu gewählten US-Präsidenten Thaddeus Ross, gespielt von Harrison Ford, der in diesem Film sein MCU-Debüt gibt, findet sich Sam Wilson plötzlich inmitten eines internationalen Konflikts wieder. Er muss die Hintergründe eines skrupellosen, globalen Komplotts aufdecken, bevor der wahre Strippenzieher die gesamte Welt ins Chaos stürzen kann. Ein atemloser Wettlauf gegen die Zeit beginnt… „

Der Trailer verrät dann schon, dass Thaddeus Ross Red Hulk ist. Eigentlich verrät er auch die gesamte Handlung. Jedenfalls den wichtigsten Handlungsstrang. Dazu kommen noch weitere Subplots und Bösewichter und Helfer von Sam Wilson, aka Captain America, die im Trailer kurz gezeigt werden. Gespielt wird Captain America von Anthony Mackie, der Wilson bereits in sechs Kinofilmen und der TV-Serie „The Falcon and the Winter Soldier“ (2021) spielte.

Der Film selbst ist der 35. Spielfilm im Marvel Cinematic Universe (MCU), der fünfte Film der sogenannten fünften Phase und Teil der hemmungslos verkorksten Multiverse Saga. Die fünfte Phase endet am 2. Mai mit dem Kinostart von „Thunderbolts“ und, entgegen der ursprünglichen Idee, mehrere aufeinander folgende Spielfilme in Phasen und Sagas miteinander zu verknüpfen, ist dieser Zusammenhang in der Mulitverse Saga nie ersichtlich. Neben den Spielfilmen gibt es inzwischen auch eine unüberschaubare Zahl von TV-Serien, die man sich ansehen sollte, um alles, was in den Filmen gezeigt wird, zu verstehen.

Damit wird jeder Film, mehr oder weniger, nur noch zu einem winzig kleinen Puzzlestück innerhalb eines an allen Ecken und Enden ausfransenden Universums, das inzwischen sogar ein Multiversum ist. Trotzdem könnten innerhalb dieses Universums immer noch gelungen Filme entstehen, die wie die früheren MCU-Filme, gleichzeitig für sich selbst stehen und eine größere Geschichte weiter erzählen.

Captain America: Brave New World“ ist – wieder einmal – nicht dieser Film. Er ist bestenfalls eine mittelmäßíge Episode einer mediokren TV-Serie.

Die fast immer zu dunklen Bilder passen sich schon im Kino den späteren Streaming-Erfordernissen an. Die Spezialeffekte sind okay. Wenn Captain America gegen Düsenjets kämpft ist das eine CGI-Schlacht. Wenn er gegen Red Hulk kämpft ebenso und niemand kann das Weiße Haus besser zerstören als Roland Emmerich. Über das Spiel der Schauspieler legen wir besser den Mantel des Schweigens. Die Bösewichter sind, wenn sie böse Dinge sagen und tun, etwas überzeugender als die Guten. Trotzdem herrscht immer das Gefühl, dass sie ihre Szenen ohne die Anwesenheit ihrer Mitschauspieler spielten, sie vor Green Screens agierten und im Nachdreh irgendetwas verändert wurde, ohne dass alle Schauspieler die Szene noch einmal gemeinsam spielten.

Das Drehbuch wirkt, als habe man aus einem halben Dutzend schlechter Drehbücher die (hoffentlich) besten Szenen ausgeschnitten, in eine halbwegs chronologische Reihenfolge gelegt und dann alles, ohne weitere Änderungen zusammengefügt. Etwaige Lücken wurden schnell mit weiteren Erklärdialogen zugekleistert.

Schon am Anfang wird schnell erklärt, in welcher Welt dieser Film spielt und wer Thaddeus ‚Thunderbolt‘ Ross, der neue Präsident der USA, ist. Obwohl er bereits in vier MCU-Filmen auftrat, in denen er von dem verstorbenen William Hurt gespietl wurde, ist er im MCU-Kosmos eine Nebenfigur. Dieses Mal wird er von Harrison Ford, wenig überzeugend, gespielt. Seinen ersten Auftritt hatte Ross 2008 in „Der unglaubliche Hulk“ (The Incredible Hulk, mit Edward Norton als Hulk) und dieser Film ist, auch wenn er zu den vergessenen MCU-Filmen gehört, wichtig für „Captain America: Brave New World“. Denn auch ‚The Leader‘ Samuel Stern ist wieder dabei. Tim Blake Nelson spielt ihn wieder, allerdings wurde seine Figur für ihren zweiten Filmauftritt stark verändert. Das kann als Hinweis auf das Multiverse mit seiner Anythin-goes-Attitüde verstanden werden.

Nach dieser Einführung geht es in einer Mischung aus Action, im Nichts versandenden Plots und Erklärdialogen weiter. Anstatt zu zeigen, wie die Figuren etwas erfahren, wird uns gesagt, wie sie es erfahren haben. So findet ungefähr gegen Ende des ersten Drittels des Films in einem hoch gesichertem Innenraum ein Attentat von gleichzeitig fünf Attentätern auf den US-Präsidenten statt. Das Attentat geht schief. Weil ein Freund von Sam Wilson zu den Tätern gehört, will er jetzt die Hintermänner finden. Aber anstatt jetzt akribisch verschiedene Spuren zu verfolgen, uns mehr über die Täter zu verraten und langsam das Komplott gegen den Präsidenten zu enthüllen, gibt es Action, immer wieder Szenen, in denen schnell alles erklärt wird, was wir nicht sehen durften, und mehr oder weniger mit dem Attentat zusammenhängende Subplots. So soll Sam Wilson die Avengers wieder zusammenbringen oder neu gründen. Aber das wird erst in einem künftigem Film geschehen. Hier wird nur darüber gesprochen. Es gibt Verbindungen zu früheren Filmen, die so minimal sind, dass sie nur für Fans sofort erkennbar sind. Und ob diese Verbindungen wichtig sind oder nur die Funktion eines mehr oder weniger großen Product Placement haben, ist unklar. Die so entstehende Filmgeschichte ist gleichzeitig elliptisch, kryptisch und diffus. Wahrscheinlich können noch nicht einmal die Macher die Filmgeschichte nacherzählen.

Unterhaltsam oder kurzweilig, wie die älteren MCU-Filme, ist diese Chose auch nicht. Dabei dauert „Captain America: Brave New World“ keine zwei Stunden.

Es gibt dieses Mal im Abspann keine Szene. Nach dem Abspann gibt es eine Szene, die nur als Bewerbungsvideo für die schlechteste Post-Credit-Szene aller Zeiten eine Berechtigung hat.

P. S.: Mit dem gleichnamigen Roman von Aldous Huxley hat dieser Film nichts zu tun. Wer allerdings den Science-Fiction-Klassiker noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt tun. Jetzt. Sofort.

Captain America: Brave New World (Captain America: Brave New World, USA 2015)

Regie: Julius Onah

Drehbuch: Rob Edwards, Malcolm Spellman, Dalan Musson, Julius Onah, Peter Glanz (nach einer Geschichte von Rob Edwards, Malcolm Spellman und Dalan Musson, basierend auf der von Joe Simon und Jack Kirby erfundenen Figur Captain America)

mit Anthony Mackie, Harrison Ford, Danny Ramirez, Shira Haas, Carl Lumbly, Tim Blake Nelson, Giancarlo Esposito, Xosha Roquemore, Jóhannes Haukur Jóhannesson, William Mark McCullough, Takehiro Hira, Harsh Nayyar, Liv Tyler (und, wenn ich nichts übersehen habe, ein Überraschungscameo)

Länge: 119 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Captain America: Brave New World“

Metacritic über „Captain America: Brave New World“

Rotten Tomatoes über „Captain America: Brave New World“

Wikipedia über „Captain America: Brave New World“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 13. Februar: Berlinale 2025: Die Eröffnung

Februar 12, 2025

3sat, 22.10

Berlinale 2025: Die Eröffnung

3sat zeigt die Eröffnung der 75. Berlinale, davor und danach einen Berlin-Film (um 20.15 Uhr als TV-Premiere, „Black Box“ und um 22.55 Uhr „Rammbock“) und begibt sich um 23.55 Uhr für eine halbe Stunde ins Berlinale-Studio.

RBB steigt um 20.15 Uhr mit dem Berlinale-Studio ein, zeigt um 20.30 Uhr die 45-minütige Doku „Im Reich der Filme – Die Berlinale und ihre Geschichte“, begibt sich dann wieder ins Berlinale-Studio, um 22.00 Uhr läuft Tom Tykwers „Lola rennt“ (und kurz darauf im Kino sein neuer Spielfilm „Das Licht“) und um 23.15 Uhr wird über die Berlinale-Eröffnungsgala berichtet.

Hinweise

Homepage der Berlinale

RBB über die Berlinale

Wikipedia über die Berlinale (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 12. Februar: Familienfest

Februar 11, 2025

Arte, 20.15

Familienfest (Deutschland 2015)

Regie: Lars Kraume

Drehbuch: Andrea Stoll, Martin Rauhaus

Im realen Leben sind Familienfeste ja meist ziemlich dröge Veranstaltungen. Im Film nicht. Und auch bei Lars Kraumes Familienfest dürfen die Stars groß aufspielen, wenn die Familie sich zum siebzigsten Geburtstag des Patriarchen, einem gefeiertem Konzertpianisten, der nur auf der Bühne feinfühlig ist, versammelt.

Anschließend, um 21.45 Uhr, zeigt Arte als TV-Premiere den Dokumentarfilm „Lars Eidinger – Sein oder nicht sein“ (Deutschland 2023).

Mehr in meiner ausführlichen Kritik.

mit Günther Maria Halmer, Hannelore Elsner, Michaela May, Lars Eidinger, Jördis Triebel, Barnaby Metschurat, Marc Hosemann, Nele Mueller-Stöfen, Daniel Kraus

Wiederholung: Freitag, 21. Februar, 14.00 Uhr

Hinweise

Filmportal über „Familienfest“

Moviepilot über „Familienfest“

Wikipedia über „Familienfest“

Meine Besprechung von Lars Kraumes „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (Deutschland 2015), mein Interview mit Lars Kraume zum Film und die DVD-Besprechung

Meine Besprechung von Lars Kraumes „Familienfest“ (Deutschland 2015)

Meine Besprechung von Lars Kraumes „Das schweigende Klassenzimmer“ (Deutschland 2018)

Meine Besprechung von Lars Kraumes „Der vermessene Mensch“ (Deutschland 2023)