TV-Tipp für den 2. April: TPB AFK – The Pirate Bay Away from Keyboard

April 2, 2013

Arte, 21.45

TPB AFK – The Pirate Bay Away from Keyboard (Dänemark/Schweden/Norwegen 2013, R.: Simon Klose)

Drehbuch: Simon Klose

Spielfilmlange Doku über The Pirate Bay, die unmittelbar nach ihrer Premiere von Regisseur Simon Klose kostenfrei ins Internet gestellt wurde.

Er beobachtete die Gründer der Tauschbörse und den Kampf zwischen ihnen und mehreren Hollywood-Filmfirmen, die sie 2008 wegen Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen anzeigte. Exorbitant hohe Geldstrafen und auch eine Haftstrafe drohten.

Mich interessiert die menschliche Seite mehr als eine rein journalistische Aufarbeitung. Als ich mit dem Film anfing, wusste ich nicht, wie die Dynamik zwischen den dreien aussieht. Als das dann deutlich wurde, fand ich es elektrisierend.“ (Simon Klose)

tip nannte „TPB AFK“ „eine Milieustudie digitaler Querulanten“.

Hinweise

Homepage zum Film

Arte über die Doku

Rotten Tomatoes über „TPB AFK“

Wikipedia über „TPB AFK“ (deutsch, englisch)

 


TV-Tipp für den 1. April: The Losers

April 1, 2013

RTL, 22.05

The Losers (USA 2010, R.: Sylvain White)

Drehbuch: Peter Berg, James Vanderbilt

LV: Andy Diggle/Jock: The Losers, 2003 (The Losers)

Als ein Anschlag auf eine Drogenbaron in Bolivien grandios schiefgeht, wissen Clay und sein Team, dass ihr Auftraggeber, der geheimnisvolle Max, ein ganz hohes Tier im US-amerikanischen Geheimdienst und zuständig für die wirklich schmutzigen Aktionen, sie umbringen will. Sie beschließen, es ihm heimzuzahlen.

Das bessere A-Team und der bessere „A-Team“-Film, dank eines selbstironischen Tons, guter Schauspieler und ordentlicher Action.

Die Vorlage, der Comic von Andy Diggle und Jock ist auch einen Blick wert.

mit Jeffrey Dean Morgan, Zoe Saldana, Chris Evans, Idris Elba, Columbus Short, Oscar Jaenada, Jason Patric

Wiederholung: Dienstag, 2. April, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

 Metacritic über „The Losers“

Rotten Tomatoes über „The Losers“

Wikipedia über „The Losers“

Homepage von Andy Diggle

Blog von Andy Diggle

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jocks „The Losers: Goliath – Band 1“

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Shawn Martinbroughs „The Losers: Die Insel – Band 2“

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Nick Dragotta/Alé Garza: The Losers: Der Pass, Band 3 (The Losers 13 – 19, 2005)
Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Ben Olivers (Zeichner) „The Losers: London Calling (Band 4) (The Losers # 20 – 25, 2005)

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Colin Wilsons “The Losers: Endspiel (Band 5)” (The Losers # 26- 32, 2005/2006)

Meine Besprechung von Andy Diggle (Autor)/Leonard Manco/Danijel Zezelj (Zeichner) „John Constantine, Hellblazer: Spritztour (Band 10)“ (Hellblazer: Vol. 230 – 239, 2008)

 Meine Besprechung von Andy Diggles „The Punisher“-Geschichte „Stille Nacht“ (in „PunisherMAX: Hässliche kleine Welt“)


TV-Tipp für den 31. März: Vertigo – Aus dem Reich der Toten

März 31, 2013

ZDF, 00.10

Vertigo – Aus dem Reich der Toten (USA 1958, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Alex Coppel, Samuel Taylor

LV: Pierre Boileau/Thomas Narcejac: D´entre les morts, 1954 (Aus dem Reich der Toten, Vertigo)

Scottie verfolgt im Auftrag eines Freundes dessen von einer Toten besessene, selbstmordgefährdete Frau Madelaine. Nach ihrem Tod trifft Scottie auf Judy. Er will sie zu Madelaines Ebenbild formen.

Beim Filmstart erhielt “Vertigo” gemischte Kritiken. Heute wird der Rang von “Vertigo” als eines von Hitchcocks Meisterwerken von niemandem mehr ernsthaft bestritten.

Mit James Stewart, Kim Novak, Barbara Bel Geddes, Henry Jones, Tom Helmore, Raymond Bailey

Wiederholung: Dienstag, 2. April, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über “Vertigo” (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über “Vertigo”

Rotten Tomatoes über “Vertigo”

Sex in a Submarine (Drehbuchautor William C. Martell) über “Vertigo”

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)

Meine Besprechung von Thilo Wydras “Alfred Hitchcock”

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Robert Blochs “Psycho” (Psycho, 1959)

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis auf Stephen Rebellos Buch basierendem Biopic „Hitchcock“ (Hitchcock, USA 2012)

 


Neu im Kino/FIlmkritik: Jason Bateman ist „Voll abgezockt“ von dem wundervollen „Identity Thief“ Melissa McCarthy

März 29, 2013

Als Sandy Patterson ganz hilfsbereit am Telefon der netten Frau von seiner Bank einige Informationen gibt, ahnt er nicht, was er damit auslöst. Denn die nette Telefonstimme ist Diana, die mit geklauten Identitäten ihren Kaufrausch befriedigt. Ab jetzt gibt sie als Sandy Bigelow Patterson in Orlando, Florida, Geld in rauen Mengen aus, während in Denver, Colorado, Sandys Kontostand unaufhaltsam in die Miesen rutscht. Seine Kreditwürdigkeit ist futsch. Er wird verdächtigt, mit einem Drogenkartell Kontakt zu haben. Und auch sein neuer Job ist in Gefahr. Der ermittelnde Polizist meint nur, dass sich die Sache in einigen Monaten klären werde. Also tut Sandy, der wahrscheinlich sogar mitten in der Nacht auf einer einsamen Landstraße an einer roten Ampel stehen bleibt, was ein Mann tun muss. Er nimmt die Angelegenheit in die eigenen Hände. Er fliegt nach Florida, um Diana auf eigene Faust nach Denver zu bringen. Denn so gefährlich kann dieses kleine, übergewichtige Weibsstück ja nicht sein.

Nun, das ist ein Irrtum. Denn Diana ist ein wahrer Teufel; halt das genaue Gegenteil von Sandy.

Dennoch kann er sie überzeugen, ihn nach Denver zu begleiten. Die schießwütigen Gangster, die gerade in ihrer Wohnung stürmten, halfen.

Und ab jetzt verläuft die Komödie „Voll abgezockt“ von „Kill the Boss“-Regisseur Seth Gordon, wie eine Straßenbahn, auf geradem Weg zum vorhersehbaren Happy End. Das ist nicht schlecht. Immerhin ist Melissa McCarthy, die Diana spielt, eine fantastische Komödiantin, die sich hier so richtig austoben kann, ihr Opfer Sandy wird von Jason Bateman daher übersteigert Normal gespielt, die Chemie zwischen den Beiden stimmt und so dürfen sich die gegensätzlichen Charaktere auf ihrer langen Autofahrt ordentlich aneinander reiben und, selbstverständlich, annähern.

Allerdings ist in dem Moment, in dem die beiden sich auf die Reise begeben auch schon der größte Konflikt aus dem Weg geräumt. Die Komödie hat ihr gesamtes Konfliktpotential verpulvert und wird ab da zum vor sich hin plätscherndem Buddy-Movie mit witzigen Episoden. Denn sie unternimmt während der gesamten Reise keinen einzigen ernsthaften Fluchtversuch. Stattdessen finden Sandy und Diana sich zunehmend sympathisch, lernen voneinander und befreunden sich. Ihre Verfolger, ein Gangsterpärchen und ein Kopfgeldjäger, beide ziemlich gewalttätig und etwas unterbelichtet, sind nicht wirklich bedrohlich. Die trendige Kapitalismuskritik ist arg zahm. Hey, der glücklich verheiratete, zweifache Vater Sandy macht das alles, weil er seinen Job in der Finanzbranche behalten will. Und alle Wendungen, auch die unlogischen, sind absolut vorhersehbar bis hin zum kitschig-versöhnlichem Ende.

Dennoch ist „Voll abgezockt“ dank Melissa McCarthy eine unterhaltsame Komödie, die viel von ihrem Potential grundlos verschenkt.

Voll abgezockt - Plakat

Voll abgezockt (Identiy Thief, USA 2013)

Regie: Seth Gordon

Drehbuch: Craig Mazin (nach einer Geschichte von Craig Mazin und Jerry Eeten)

mit Jason Bateman, Melissa McCarthy, Amanda Peet, Jon Favreau, John Cho, Robert Patrick, Genesis Rodriguez, Eric Stoenstreet, Maggie Elizabeth Jones, Clark Duke, Morris Chestnut, Ben Flacone, Mary-Charles Jones

Länge: 111 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Voll abgezockt“

Metacritic über „Voll abgezockt“

Rotten Tomatoes über „Voll abgezockt“

Wikipedia über „Voll abgezockt“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Seth Gordons „Kill the Boss“ (Horrible Bosses, USA 2011)


TV-Tipp für den 29. März: Lola

März 29, 2013

ZDFkultur, 23.20

Lola (D 1981, R.: Rainer Werner Fassbinder)

Drehbuch: Peter Märthesheimer, Pea Fröhlich, Rainer Werner Fassbinder (Dialoge)

1957 kommt ein neuer Baudezernent in eine nordbayerische Kleinstadt und stört zunächst das korrumptive Geflecht. Doch dann stimmt er den Plänen eines Baulöwen und heimlichen Herrschers des Ortes für den Bau einer Siedlung zu und heiratet die Kleinstadthure Lola.

„eine handfeste Kinogeschichte voller Ironie, vollgespickt mit Hinweisen auf andere Fassbinderfilme (…) Eleganter als Fassbinder kann man die fünfziger Jahre, die Zeit des Wirtschaftswunders, der Wahlparole ‘Keine Experimente’, nicht abservieren. Lächerlichkeit tötet, das gilt allerdings nur für die Kunst. Im Leben tragen wir noch schwer am Erbe der fünfziger Jahre.“ (Wilhelm Roth: Lola, in Peter W. Jansen/Wolfram Schütte, Hrsg.): Rainer Werner Fassbinder – Reihe Film 2, 5. ergänzte und erweiterte Auflage, 1985)

Ein Klassiker

mit Barbara Sukowa, Armin Mueller-Stahl, Mario Adorf, Matthias Fuchs, Helga Feddersen, Karin Baal, Ivan Desny, Karl-Heinz von Hassel, Elisabeth Volkmann, Hark Bohm, Rosel Zech, Christine Kaufmann, Udo Kier, Harry Bear, Günther Kaufmann

Hinweise

Rainer-Werner-Fassbinder-Foundation

Wikipedia über Rainer Werner Fassbinder (deutsch, englisch)

Rainer Werner Fassbinder in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „G. I. Joe 3D: Die Abrechnung“ ist kein guter Film

März 28, 2013

Action ist Handlung.

Ja. Echt. Action ist Handlung.

Und in „Handlung“ erfahren wir etwas über die Charaktere. Wie sie kämpfen und wem sie helfen, sagt etwas über sie aus. Dabei ist es natürlich hilfreich, wenn wir wissen, wer warum gegen wen kämpft. Dann können wir auch mitfiebern, hoffen und bangen. Wenn wir das nicht wissen, dann sind es nur Menschen, die etwas tun und wir sind emotional in den Kampf ungefähr so involviert, wie wenn wir ein Karten- oder Ballspiel beobachten, dessen Regeln wir nicht kennen. Kurz: wir langweilen uns.

Eigentlich ist das eine Binsenweisheit, aber die Macher von „G. I. Joe 3D: Die Abrechnung“ dachten wohl, es genügt, wenn man die verschiedenen Charaktere genügend bunt anzieht, damit wir sie farblich unterscheiden können und dann sind wir begeistert über die halsbrecherische Action. Zum Beispiel dieser Kampf irgendwo im Himalaya in dem zuerst im Kloster sich die Klingen kreuzen, dann irgendwelche Ninjas einen anderen Ninja entführen und von anderen, im Gegensatz zu ihnen rot angezogenen Ninjas verfolgt werden und sie sich dabei an den Bergen entlangschwingen, abseilen an Seilen zu anderen Bergen gleiten. Wow, das sieht gut aus. Aber warum war der eine Ninja dort? Warum wird er entführt? Und von wem?

Viele Fragen, auf die der Film zunächst keine, später eine höchst rudimentäre Antwort gibt.

Und, nein, der gut gemeinte Hinweis, dass doch die wahren Fans der Hasbro-Spielfiguren die Charaktere in und auswendig kennen und sie deshalb keine Einführung benötigen, hilft nicht. Im Gegenteil. Das ist eine Verachtung des breiten Publikums, das ja erreicht werden soll. „G. I. Joe 3D: Die Abrechnung“ (das „3D“ in dem sperrigen Titel bedeutet, dass der Film in 3D ist) ist ja als Popcorn-Actionkino gedacht und auch wenn er manchmal an den ersten „G. I. Joe“-Film „Geheimauftrag Cobra“ (USA 2009) anknüpft, sollte er erstens als eigenständiger Film genießbar und verständlich sein und zweitens spielt „Die Abrechnung“ in weiten Teilen in einer anderen Welt als der erste Film, in dem die G. I. Joes eine internationale Truppe und alles sehr Science-Fiction war, spielt „Die Abrechnung“ in der Gegenwart und die G. I. Joes sind eine stinknormale US-amerikanische Spezialeinheit mit Hang zu möglichst großen Waffen. Insofern betrachtet man, auch wenn in „Geheimauftrag Cobra“ einige Informationen geliefert werden, die beim Verstehen von „Die Abrechnung“ helfen, „Die Abrechnung“ besser als einen vollständig eigenständigen Film, der nichts mit „Geheimauftrag Cobra“ zu tun hat.

Außerdem wurde fast die gesamte Besetzung ausgetauscht.

Channing Tatum ist zwar wieder als Duke dabei, aber er verabschiedet sich schnell und ziemlich unspektakulär aus dem Film, weil er bei dem nächtlichen Angriff auf die G. I. Joes im Kampfgetümmel zwischen zwei Explosionen stirbt. Wer in dem Moment gerade zwinkert, verpasst seinen Heldentod.

Byung-hun Lee ist wieder Storm Shadow. Ray Park wieder Snake Eyes. Arnold Vosloo als Bösewicht Zartan ist wohl weniger als eine Minute im Film, weil Zartan meistens von Jonathan Pryce gespielt wird, der gleichzeitig der Präsident der USA und der Bösewicht ist.

Die anderen Schauspieler sind neu dabei. Vor allem „The Rock“ Dwayne Johnson und Bruce Willis stehen im Mittelpunkt der Werbung und senden die Botschaft aus, dass ein knackiger Action-Film für ein breites Publikum geboten wird. Ein solcher Film muss die Charaktere und ihre Beziehungen ordentlich einführen. Über Handlung, nicht über eine hastig hingerotzte Titelsequenz, die wahrscheinlich kurz vor dem Filmstart entstand, schnell die wichtigen Informationen vermitteln soll und damit ein exzellentes Beispiel für einem massivem Information-Dump ist, in der in einer Minute mehr Namen auf einen niederprasseln, als man verdauen kann.

Und wenn schon keine Zeit ist, die Charaktere ordentlich einzuführen, ist auch die Handlung reichlich wirr und ziemlich egal. Denn der Plan des Bösewichts ist, soweit erkennbar, noch absurder als die Pläne der Bösewichter in den Austin-Powers-Filmen, die ja liebevolle Parodien der James-Bond-Filme sind. Jedenfalls will der Bösewicht irgendwie die Weltherrschaft, die G. I. Joes könnten das verhindern, also sollen sie unmittelbar nachdem sie den Pakistanis ihre Nuklearwaffen geklaut haben, in der Einöde sterben. Roadblock (Dwayne Johnson), Lady Jaye (Adrianne Palicki) und Flint (D. J. Cotrona) überleben – und sie wollen jetzt den Mann finden, der ihre Vernichtung autorisierte. Das ist der Präsident der USA. Allerdings wird der echte Präsident gefangen gehalten und Zartan ist in die Rolle des Präsidenten geschlüpft. Roadblock, Lady Jaye und Flint tun sich mit Joe Colton (Bruce Willis), dem Gründer der G. I. Joes, zusammen, um für Gerechtigkeit zu sorgen.

Ach ja, und dann mischen die schwertschwingenden Asiaten auch noch mit, aber in dem absolut erinnerungsunwürdigem Chaos ist das auch egal.

Immerhin hat Walton Goggins einen kurzen, aber sehr prägnanten Auftritt als Gefängniswärter Nigel James. Das ultra-geheime Gefängnis steht in einem Parallel-Deutschland, in dem am Tor auf dem Schild statt „Halt“ „Hält“ steht.

Jonathan Pryce (der schon in dem James-Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“ die Welt erobern wollte) ist auch gut in seiner Doppelrolle.

Der heftig beworbene Bruce Willis ist für die Katz. Vielleicht wollte er einfach am Wochenende nicht auf seine Kinder aufpassen. Denn er hatte wahrscheinlich weniger Drehtage als Walton Goggins – und er hinterlässt auch einen deutlich schwächeren Eindruck.

Und Channing Tatum stirbt schon, wie gesagt, am Anfang des Films.

Kommen wir noch zur Action: viel, aber auch unglaublich langweilig, weil sie niemals als Teil der Handlung verstanden wird. Da ist dann die Kraxelei auf den Bergen (keine Ahnung, in welchen Bergen das gedreht wurde; der restliche Film entstand in New Orleans, Louisiana) noch das spektakulärste Set-Piece, das allerdings auch alle Probleme des erschreckend humorlosen Films augenfällig zeigt.

Denn mit einem Hauch von Humor, den es ja in „Geheimauftrag Cobra“ noch gab, wäre dieser Langweiler gerade noch erträglich.

Aber so ist „G. I. Joe 3D: Die Abrechnung“ eine Beleidigung der Intelligenz, die durch ihre penetrante Humorlosigkeit noch ärgerlicher ist und „Battleship“ als durchdachtes Werk erscheinen lässt.

Herrje, es kann doch nicht so schwer sein, einen knackigen Actionfilm zu machen.

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G.I. Joe 3D: Die Abrechnung (G.I. Joe: Retaliation, USA/Kanada 2013)

Regie: Jon M. Chu

Drehbuch: Rhett Reese, Paul Wernick

mit Dwayne Johnson, Bruce Willis, Channing Tatum, Adrianne Palicki, D. J. Cotrona, Byung-Hun Lee, Ray Park, Jonathan Pryce, RZA, Ray Stevenson, Elodie Yung, Walton Goggins, Arnold Vosloo

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „G.I. Joe 3D: Die Abrechnung“

Metacritic über „G.I. Joe 3D: Die Abrechnung“

Rotten Tomatoes über „G.I. Joe 3D: Die Abrechnung“

Wikipedia über „G.I. Joe 3D: Die Abrechnung“

Während das Filmplakat eher langweilig ist, sehen die Charakterplakate ziemlich gut aus

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DVD-Kritik: Über John Hillcoats grandiosen 30er-Jahre-Gangsterfilm „Lawless – Die Gesetzlosen“

März 28, 2013

Es ist – – – verdammt ärgerlich. Da kommt nach einigen enttäuschenden Prä-1955-Gangsterfilmen, wie Michael Manns „Public Enemies“ und Ruben Fleischers „Gangster Squad“ (nach dem Kritikerkonsens ein verheerend uninteressanter Film), endlich ein richtig gutes, top-besetztes Gangsterdrama heraus und dann findet sich aus unerfindlichen Gründen kein Verleih.

Am Film kann es nicht liegen. Denn „Lawless“ ist das, was „Public Enemies“ sein wollte und vor elf Jahren „Road to Perdition“ war: eine glaubwürdige Geschichte aus der Prohibitionszeit, als in den Großstädten in Speakeasies Schnaps verkauft wurde und Gangsterimperien entstanden und im Hinterland einige noch heute bekannte Gangster, die quasi Volkshelden waren, wie Bonnie Parker, Clyde Barrow, John Dillinger und Pretty Boy Floyd, von FBI-Agenten gnadenlos verfolgt und Schnaps gebrannt wurde.

In Franklin County, Virginia, scheint fast jeder irgendwie in die Schnapsbrennerei involviert gewesen zu sein. Zuerst legal, später, wegen der Prohibition, illegal. Das änderte aber nichts am freundlichen Umgang zwischen Schnapsbrennern und örtlichen Polizisten, die gerne auch einen Schluck tranken. Auch die Bondurant-Brüder verdienten damit um 1930 ihr Geld – und „Lawless“ erzählt, basierend auf wahren Ereignissen, angenehm unaufgeregt, fast schon beschaulich, wenn da nicht immer wieder die Gewaltausbrüche wären, aus ihrem Leben. Forrest Bondurant (Tom Hardy) und sein Bruder Howard (Jason Clarke) sind die maulfaulen Oberhäupter der Familie. Ihnen eilt, nachdem sie den Krieg und mehrere Mordanschläge überlebten, der Ruf voraus, unsterblich zu sein. Ihr jüngerer Bruder Jack (Shia LaBeouf) beginnt sich gerade die ersten Sporen im Schnapsbrennergeschäft zu verdienen. Gleichzeitig bewundert er den aus der Großstadt kommenden Gangster Floyd Banner (Gary Oldman), der sich mit seinem Maschinengewehr, mit dem er am hellichten Tag, mitten auf der Straße die Insassen eines sich ihm nähernden Autos erschießt, einen denkwürdigen ersten Auftritt verschafft.

Dieses ruhige Landleben, in dem Polizisten und Schnapsbrenner biotopisch-friedlich zusammenleben, wird durch das Auftauchen des skrupellosen und psychopathischen Bundesagenten Charlie Rakes (Guy Pearce) gestört. Er will die Bondurant-Brüder vernichten.

In diese Geschichte weben Drehbuchautor Nick Cave (Ja, der Musiker, der mit Warren Ellis auch die stimmige Musik für den Film schrieb.) und Regisseur John Hillcoat in ihrer dritten Zusammenarbeit zwei zarte Liebesgeschichten. Jack verliebt sich in die Pfarrerstochter Bertha Minix (Mia Wasikowska, die wir demnächst im Kino neben Nicole Kidman in Chan-wook Parks „Stoker“ bewundern können). Tom verliebt sich in die neue, wie Rakes aus Chicago kommende, bei ihnen im Lokal arbeitende Kellnerin Maggie Beauford (Jessica Chastain), die letztendlich die Initiative ergreift.

Das alles mündet in einem historisch verbürgten Schusswechsel an einer Brücke, der für Matt Bondurant die Initialzündung für seinen Roman „The wettest County in the World“ war, in dem er, anscheinend nur leicht fiktionalisiert, von seinen Vorfahren erzählt und der jetzt als „Lawless“ verfilmt wurde. Den Titel habe man, so John Hillcoat im informativen Audiokommentar, geändert, weil die Leute bei dem Titel nicht an ein Gangsterdrama, sondern einen Dokumentarfilm oder einen Porno dachten. Denn die Bondurant-Brüder haben sich nicht als Gesetzlose gesehen.

Aber selbstverständlich waren sie es und sie verteidigten ihr Eigentum auch mit Gewalt. Gewalt, die von John Hillcoat ungeschönt gezeigt wird. Im Gegensatz zu den Dreißiger-Jahre-Gangsterfilmen, die „Lawless“ auch inspirierten, spritzt hier das Blut, wenn ein Fausthieb im Gesicht landet oder mit einem Messer zugestochen wird. Wir sehen die Wunden, die blauen Flecken und Schwellungen und auch einen von Rakes‘ als Warnung an die Bondurants geteerten und gefederten Mann. Doch Gewalt, die teilweise atemberaubend schnell vorbei ist, wird in „Lawless“ nie zum Selbstzweck, sondern sie reflektiert auch die damalige Zeit, in der im Zweifelsfall das wenige Jahrzehnte früher im Wilden Westen erprobte Faustrecht herrschte.

Dennoch ist „Lawless“ in erster Linie ein brillant fotografierter Schauspielerfilm, in dem auch Shia LaBeouf überzeugt. Er kann wirklich mehr, als in „Transformers“ vor irgendwelchen Robotern davonzulaufen oder in „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ sich die Haartolle zu kämmen. Tom Hardy, Guy Pearce, Jason Clarke, Jessica Chastain und Rising-Star Mia Wasikowska sind gewohnt gut und Gary Oldman, der nur zwei größere Szenen hat, bringt, auch wenn er hier so zurückgenommen wie in „Dame, König, As, Spion“ spielt, den Wahnsinn seiner früheren Filme, wie „Bram Stokers Dracula“, „True Romance“, „Romeo is bleeding“, „Leon – Der Profi“ und „Air Force One“, ein.

Damit stellt sich der traditionell erzählte Ensemble-Film gelungen in der Tradition der klassischen Gangsterfilme, wie Arthur Penns „Bonnie & Clyde“, John Milius‘ „Jagd auf Dillinger“ (Dillinger) und Richard Quines sträflich unterschätzten Elmore-Leonard-Verfilmung „Whisky brutal“ (The moonshine war).

 

Das Bonusmaterial

 

Als Bonusmaterial gibt es einen hörenswerten Audiokommentar von Regisseur John Hillcoat und Romanautor Matt Bondurant, die in einem lockeren Gespräch den Film kommentieren und viele interessante Informationen zum Film, zu den Unterschieden zwischen Film und Buch und den wahren Hintergründen liefern. Wahrscheinlich ist es eine gute Idee, einen Audiokommentar nicht von einer Person, die sich manchmal fragt, was sie wem erzählen soll, sondern von zwei Leuten, die sich miteinander über den Film unterhalten, bestreiten zu lassen. Bei „Girlfriend Experience“ funktionierte das Gespräch zwischen Regisseur Steven Soderbergh und Hauptdarstellerin Sasha Grey ja auch gut. Und wenn mehr als zwei Personen den Audiokommentar bestreiten wird es leicht chaotisch.

Es gibt einige geschnittene Szenen und drei ausführliche Featurettes, – eines über den Film, zwei über die wahren Hintergründe -, die den Film gelungen und informativ abrunden.

Lawless - DVD-Cover

Lawless – Die Gesetzlosen (Lawless, USA 2012)

Regie: John Hillcoat

Drehbuch: Nick Cave

LV: Matt Bondurant: The wettest County in the World, 2008

mit Shia LaBeouf, Tom Hardy, Jason Clarke, Guy Pearce, Jessica Chastain, Mia Wasikowska, Dane DeHaan, Chris McGarry, Tim Tolin, Gary Oldman, Lew Temple, Marcus Hester , Bill Camp

DVD

Koch-Media

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Audiokommentar mit John Hillcoat und Matt Bondurant, Entfallene Szenen, Die wahre Geschichte des feuchtesten Landes in der Welt, Franklin Country: Damals & Heute, Die Geschichte der Bondurant Family, Trailer (deutsch, englisch)

Länge: 111 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Es gibt den Film auch in einer schicken Blechdose

Lawless - Blu-ray Steelbook

Hinweise

Homepage zum Film

Metacritic über „Lawless“

Rotten Tomatoes über „Lawless“

Wikipedia über „Lawless“ (deutsch, englisch)

Süddeutsche Zeitung: Interview mit John Hillcoat (27. März 2013)

Meine Besprechung von John Hillcoats Cormac-McCarthy-Verfilmung „The Road“ (The Road, USA 2009)

Ein Gespräch mit Matt Bondurant über seinen Roman und den Film

Ein Gespräch mit John Hillcoat über den Film

Bonushinweis

Wer mehr über die Prohibition erfahren will, sollte sich die gerade erschienene DVD „Prohibition – Eine amerikanische Erfahrung“ (Polyband) anschaffen. Auf ihr ist die fünfteilige, mit einem Primetime Emmy ausgezeichnete PBS-Dokuserie von Ken Burns und Lynn Novick in der Arte-Fassung enthalten.

Prohibition - DVD-Cover

Prohibition – Eine amerikanische Erfahrung (Prohibition, USA 2011)

Polyband

Bild: 16:9 (1,78:1)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Im Studio, Bonusszenen, Interview Outtakes (90 Minuten, im Original mit deutschen Untertiteln)

Länge: 260 Minuten (5 x 52 Minuten) (3 DVDs)

FSK: Infoprogramm

 


Everybody wants to kill Bruce

März 28, 2013

Okayokayokay, in dem Film wimmelt es von Anschlussfehlern, aber das ist vollkommen egal, denn wie Pierre-Alexandre Chauvat hier Leinwandauftritte von Bruce Willis mit denen von anderen Stars zusammenschnitt, die ihn alle umbringen willen, ist großes Theater:


TV-Tipp für den 28. März: Pulp Fiction

März 28, 2013

Vox, 22.25

Pulp Fiction (USA 1994, R.: Quentin Tarantino)

Drehbuch: Quentin Tarantino

Tausendmal gesehen, tausendmal hat’s Spaß gemacht.

„Im Stil der Pulp Fiction, der Groschenromane und B-Pictures aus den 30er und 40er Jahren, komprimiert Quentin Tarantino eine Handvoll Typen und Storys zu einem hochtourigen Film noir (…) Ein ausgezeichnetes Darsteller-Ensemble, eine intelligente Inszenierung und ein gutes Timung durch flotte Schnitte tragen dazu bei, dass Blutorgien mit Slapstick und bitterer Zynismus mit leichter Ironie so raffiniert ineinander übergehen oder aufeinander folgen, dass die Brüche und Übergänge nicht stören.“ (Fischer Film Almanach 1995)

Tarantino erzählt von zwei Profikillern, die zuerst Glück und dann Pech bei ihrer Arbeit haben, einem Boxer, der entgegen der Absprache einen Boxkampf gewinnt und sich dann wegen einer Uhr in Lebensgefahr begibt, einem Gangsterpärchen, das ein Schnellrestaurant überfällt, einem Killer, der die Frau seines Chefs ausführen soll und in Teufels Küche gerät, einer Gangsterbraut, die eine Überdosis nimmt, einem Killer, der zum Christ wird und von einem Tanzwettbewerb.

Kurz: wir haben mit einem Haufen unsympathischer Leute eine verdammt gute Zeit.

Der Kassenknüller erhielt zahlreiche Preise, aber für Krimifans zählt natürlich nur der gewonnene Edgar.

Mit Tim Roth, Harvey Keitel, Uma Thurman, Amanda Plummer, John Travolta, Samuel L. Jackson, Bruce Willis, Rosanna Arquette, Ving Rhames, Eric Stoltz, Christoper Walken, Quentin Tarantino, Steve Buscemi

Wiederholung: Samstag, 30. März, 22.05 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Pulp Fiction“

Wikipedia über “Pulp Fiction”

Pulp Fiction (deutsche Fanseite zum Film)

Drehbuch “Pulp Fiction” von Quentin Tarantino und Roger Avary

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder, Pressekonferenz)


TV-Tipp für den 27. März: Todeszug nach Yuma

März 27, 2013

Kabel 1, 20.15

Todeszug nach Yuma (USA 2007, R.: James Mangold)

Drehbuch: Halsted Welles, Michael Brandt, Derek Haas
LV: Elmore Leonard: Three-Ten to Yuma, 1953 (Die Kurzgeschichte erschien zuerst in Dime Western, später in den Sammlungen „The Tonto Woman and other Western stories“ und „Complete Western stories“)

Der arme, integere Farmer Dan Evans erklärt sich bereit, den charismatischen und skrupellosen Banditen Ben Wade durch die Prärie zum Zug nach Yuma zu bringen. Wades Bande will das verhindern.

Das Remake von „Zähl bis drei und bete“ (USA 1957) ist in jeder Beziehung größer als das kammerspielartige Original. Sogar der Zug hat Verspätung.

Trotzdem ein schöner Western, eine gute Leonard-Verfilmung (bei Western war die Trefferquote sowieso schon immer höher), mit einem leicht vermurksten Schluss.

„Todeszug nach Yuma“ erhielt den Bronze Wrangler der Western Heritage Awards als bester Western des Jahres.

Mit Russell Crowe, Christian Bale, Peter Fonda, Gretchen Mol, Ben Foster, Dallas Roberts

Wiederholung: Freitag, 29. März, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Todeszug nach Yuma“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „Todeszug nach Yuma“

Metacritic über „Todeszug nach Yuma“

Rotten Tomatoes über „Todeszug nach Yuma“

Christian Science Monitor: Interview mit Elmore Leonard (18. Januar 2012)

Wall Street Journal: Interview mit Elmore Leonard über “Raylan” und “Justified” (13. Januar 2012)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds „Raylan“ (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Raylan“ (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 26. März: Neues aus der Anstalt

März 26, 2013

ZDF, 22.15

Neues aus der Anstalt

Die Anstaltsleiter Urban Priol und Erwin Pelzig begrüßen dieses Mal die neuen Insassen Michael Mittermeier, Christine Prayon und Tobias Mann.

Weitere Informationen, wie die Krankenakten der Neuzugänge gibt es hier.


TV-Tipp für den 25. März: The Getaway

März 25, 2013

Arte, 22.25 (VPS 22.30)

Getaway (USA 1972, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: Walter Hill

LV: Jim Thompson: Getaway, 1958 (Getaway)

Auf Wunsch des korrupten Politikers Jack Benyon wird Doc McCoy vorzeitig aus der Haft entlassen. Er soll eine Bank ausrauben. Der Überfall gelingt, aber danach geht alles schief.

Die gelungene und kommerziell sehr erfolgreiche Verfilmung des Krimis, mit Steve McQueen und Ali MacGraw – obwohl das letzte Drittel des Buches fehlt. Und das ist noch nicht alles, wie der französische Regisseur Alain Corneau meint: „Im Gegensatz zu Hammett und Chandler sind die Amerikaner nicht dazu in der Lage, Thompson zu verfilmen. Nehmen wir zum Beispiel Getaway. Die Figuren werden für die Verfilmung um 180 Grad gedreht, das Buch um mindestens ein Drittel gekürzt. Die Personen und das Thema des Romans wurden an die Seite gedrängt. Doc McCoy ist im Buch ein viel düsterer Charakter als Steve McQueen, und die philosophischen Dimensionen gingen völlig verloren.“ – Trotzdem ist „Getaway“ ein kalter, düsterer und amoralischer Film.

Mit Steve McQueen, Ali MacGraw, Ben Johnson, Al Lettieri, Slim Pickens, Bo Hopkins

Wiederholung: Sonntag, 31. März, 23.35 Uhr

Hinweise

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs „Gefährten des Todes“ (The deadly Companions, USA 1961)

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs „Steiner – Das eiserne Kreuz“ (Cross of Iron, D/GB 1977)

Meine Besprechung von Mike Siegels Dokumentation „Sam Peckinpah: Passion & Poetry“ (D 2005)

Wikipedia über Sam Peckinpah (deutsch, englisch)

Georg Seeßlen über Sam Peckinpah (der Nachruf erschien zuerst in epd Film 2/1985)

The Guardian: Rick Moody über Sam Peckinpah (9. Januar 2009)

Senses of Cinema: Gabrielle Murray über Sam Peckinpah

Mordlust über Jim Thompson

Crimetime über Jim Thompson

Wikipedia über Jim Thompson (Englisch)

Kirjasto über Jim Thompson

Popsubculture über Jim Thompson

Meine Besprechung von Jim Thompsons „Jetzt und auf Erden“ (Now and on Earth, 1942)

Meine Besprechung von Michael Winterbottoms Jim-Thompson-Verfilmung „The Killer inside me“ (The Killer inside me, USA 2010)

Senses of Cinema über „The Getaway“

Drehbuch „Getaway“ von Walter Hill (Final Revised Shooting Draft – 23. Februar 1972)

Meine Besprechung von Walter Hills „Shootout – Keine Gnade“ (Bullet to the the Head, USA 2013)


TV-Tipp für den 24. März: Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra

März 24, 2013

3sat, 22.10

Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra (I 2008, R.: Matteo Garrone)

Drehbuch: Maurizio Braucci, Ugo Chiti, Gianni Di Gregorio, Matteo Garrone, Massimo Gaudioso, Roberto Saviano

LV: Roberto Saviano: Gomorra, 2006 (Gomorrha)

Hochgelobte Verfilmung von Savianos auf Tatsachen basierendem gleichnamigem Roman. Garrone zeichnet in fünf unabhängigen Handlungssträngen ein unglamouröses Bild der Camorro in Neapel.

Der Film erhielt in Cannes den Großen Preis der Jury.

Mit Salvatore Abruzzese, Maria Nazionale, Toni Servillo

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film

Italienische Homepage zum Film

Film-Zeit über “Gomorrha”

Wikipedia über „Gomorrha“

FAZ: Andreas Kilb interviewt Roberto Saviano (2007)


DVD-Kritik: Steven Soderbergh wagt das „Girlfriend Experience“ mit Sasha Grey

März 23, 2013

Als Steven Soderbergh „The Girlfriend Experience“ ankündigte, sorgte vor allem die Besetzung der Hauptrolle für Aufsehen. Denn Sasha Grey war Adult Actress, vulgo Pornodarstellerin. Der Film sollte auch, so hieß es, in dem Milieu spielen. Einen deutschen Kinostart erlebte der Film nie und jetzt, vier Jahre nach der US-Premiere, liegt der Film auf DVD vor – und er wirkt inzwischen wie eine Vorstudie zu seinem letzten Film „Magic Mike“.

In beiden Filmen geht es um Menschen, die mit ihrem Körper Geld verdienen. Einmal um eine Escortdame, einmal um einen Stripper. Aber während „Magic Mike“ seine Geschichte, sehr züchtig, im gepflegten New-Hollywood-Stil erzählt und der Film ein Kinohit war, ist „Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls“ einer von Soderberghs experimentellen Filme. Wie „Voll Frontal“ (lief sogar in deutschen Kinos) und „Bubble“ (den er in den USA gleichzeitig im Kino, auf DVD und im Fernsehen präsentierte und in Deutschland noch nicht veröffentlicht wurde) improvisierten die Schauspieler und die Kameraführung und Bildqualität ist teilweise so schlecht, dass sogar ein Dokumentarfilmer vor Scham im Boden versinken würde. Eine herkömmliche Geschichte gibt es auch nicht. In „Girlfriend Experience“ gibt es Impressionen aus dem Leben einer von Sasha Grey glaubhaft gespielten Escortdame, die für ihre reichen Freier in der Öffentlichkeit die Freundin mimt, und ihres Umfeldes. Dabei drehen sich die Gespräche die sie mit Kunden, ihrem Freund, einer Freundin, einem Interviewer und möglichen Geschäftspartnern führt, letztendlich immer ums Geld. Beziehungen scheinen nur über ihren ökonomischen Nutzen und ihr ökonomisches Potential möglich zu sein. Diese, durchaus sehr amerikanische, Verkürzung aller Beziehungen auf eine Dimension macht die Charakterstudie zu einem ziemlich deprimierendem Gesellschaftsporträt.

Trotzdem sieht „Girlfriend Experience“ weniger wie ein durchdachter Film, sondern wie eine Notizsammlung, eine Skizze, aus, die keinen Anspruch auf eine letzte und gültige Aussage erhebt an. Deshalb schnitt Soderbergh in dem „Alternativen Director’s Cut“, der fast genausolang wie die Kinofassung ist, das Material, das er hatte, anders zusammen.

Diese Schnittfassung ist neben der Kinofassung auf der jetzt erschienenen DVD enthalten. Außerdem gibt es einen informativen Audiokommentar von Steven Soderbergh und Sasha Grey, in dem er sie ziemlich geschickt ausfragt, und ein kurzes Featurette, das sich in den üblichen Lobhuddeleien ergeht und wahrscheinlich als Werbematerial für den Film erstellt wurde.

Für die echten Steven-Soderbergh-Fans ist mit dieser DVD eine Lücke in ihrer Sammlung geschlossen. Für die Fans von Filmen wie „The Good German“, „Ocean’s Eleven“, den beiden Fortsetzungen und „Magic Mike“ (trotz thematischer Nähe) dürfte „Girlfriend Experience“ nichts sein. Dafür ist dieser Film dann doch zu experimentell und nicht-narrativ.

Girlfriend Experience

Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: David Levien, Brian Koppelman

mit Sasha Grey, Chris Santos, Philip Eytan, T. Colby Trane, Peter Zizzo, David Levien

DVD

Koch Media

Bild: 2.40:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1, DTS)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Alternativer Director’s Cut (73 Minuten), Audiokommentar mit Steven Soderbergh und Sasha Grey, Ein Blick hinter The Girlfriend Expererience, Original Kinotrailer, Wendecover

Länge: 75 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Metacritic über „Girlfriend Experience“

Rotten Tomatoes über „Girlfriend Experience“

Wikipedia über „Girlfriend Experience“

Schnittberichte: Vergleich Kinofassung und Alternativer Director’s Cut

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Magic Mike“ (Magic Mike, USA 2012)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 23. März: Casino Royale

März 23, 2013

ARD, 20.15

James Bond: Casino Royale (USA 2006, R.: Martin Campbell)

Drehbuch: Paul Haggis, Neal Purvis, Robert Wade

LV: Ian Fleming: Casino Royale, 1953 (Casino Royale)

James Bond soll Le Chiffre, den Finanzier eines weltweiten Terrornetzwerkes, ausschalten.

Nach allgemeiner Einschätzung ist der einundzwanzigste James-Bond-Film (Offizielle Zählung) einer der fünf besten, vielleicht sogar – vor „Skyfall“ – der beste Bond-Film. Niemand hatte mit dieser umfassenden Revitalisierung des Mythos James Bond für das neue Jahrhundert gerechnet.

Der erste Auftritt von Daniel Craig als Geheimagent ihrer Majestät ist ein spannender Thriller mit einem viel zu langen Ende. Denn nachdem Le Chiffre tot ist, ist der Film noch lange nicht zu Ende.

Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert.

Mit Daniel Craig, Eva Green, Mads Mikkelsen, Jeffrey Wrigth, Judi Dench, Giancarlo Giannini

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Casino Royale“

Wikipedia über „Casino Royale“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 22. März: Krieg der Sterne (heute als „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“)

März 22, 2013

Pro7, 20.15

Krieg der Sterne – Special Edition (USA 1977/1997, R.: George Lucas)

Drehbuch: George Lucas

Darth Vader entführt Prinzessin Leia. Der Jüngling Luke Skywalker macht sich auf den Weg, sie aus den Fängen des Bösewichts zu retten.

Heute wird die vor über zehn Jahren von George Lucas himself digital aufgepeppte Version seines Klassikers gezeigt. Naja, immerhin besser als nichts.

Die zeitgenössische Kritik war nicht amüsiert („Ramschladen“ [Der Spiegel], „ein Verbrechen“ [Film und Fernsehen], „Star Wars offenbart sich als ein Film, der den Zuschauer in seinen Ängsten gefangenhalten will, um ihm eine affirmative Haltung zur Macht zu erleichtern.“ [SF-Baustelle], „Star Wars gehört zu jenen zahllosen Filmen, die das Publikum unmündig halten wollen.“ [Science Fiction Times]).

Variety meinte: „An der Kinokasse dürfte der Film, der potentiell alle Altersgruppen anspricht, zauberhafte Ergebnisse erzielen.“

Das Werk wurde ein Blockbuster.

„Im nachhinein ist es einfach, die Schwachstellen in Krieg der Sterne zu finden: Er ist mehr naiv als unschuldig erzählt; er arbeitet nicht mit Andeutungen, sondern mit geklauten Ideen. (…) Kurz gesagt, ist Krieg der Sterne eine durchdacht hergestellte Märchengeschichte, die sorgfältig aus Stücken seiner Hauptinspiration Rocket Ship (Flash Gordon, 1936) und zahlreichen anderen Filmen und Serien zusammengefügt ist, die trotz ihrer herrlichen Verrücktheiten mit einigen Ausnahmen (für die Flash Gordon das beste Beispiel ist) ihre bizarren Plots in eine Moral packten, die weitaus enger gefasst war als die in alten Märchengeschichten. (…) Krieg der Sterne ist ein erheiternder Film.“ (Phil Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopädie)

Nicht erstaunlich ist, dass „Krieg der Sterne“ 1978 einen Hugo gewann. Erstaunlich ist aber die Drehbuchnominierung der Writers Guild of America. Nicht, dass das Buch nominiert wurde, sondern dass es in der Kategorie „Best Comedy Written Directly for the Screen“ nominiert wurde.

Obwohl – witzig ist der „Krieg der Sterne“ schon. Irgendwie.

Mit Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Peter Cushing, Alec Guiness, Anthony Daniels, Kenny Baker, David Prowse, Peter Mayhew, Phil Brown

Hinweise

Homepage zu “Star Wars” (Lucasfilm)

Wikipedia über „Krieg der Sterne“ (deutsch, englisch)

Deutsche “Krieg der Sterne”-Fanseite

Simply Scripts: Drehbuch “Star Wars” von George Lucas (Links zu den verschiedenen Versionen. Die ersten Fassungen unterscheiden sich sehr von dem verfilmten Drehbuch.)


Neu im Kino/Filmkritik: „Spring Breakers“ forever and ever

März 21, 2013

Ob man „Spring Breakers“ für eine geniale Beschreibung der US-amerikanischen Jugend oder für ein Stück ausgesuchter Langeweile, aufgepeppt mit homöopathischen Dosen nackter Haut und Gangster-Chic hält, ist nicht nur Ansichts-, sondern auch Stimmungssache. Immerhin war ich von „Letztes Jahr in Marienbad“ begeistert, fand „Blow Up“ toll und „Clerks“, „Kids“ und „Slacker“ grandios.

Aber „Spring Breakers“ ist für mich nur „Kids“ meets „CSI: Miami“ minus Sonnenbrille Horatio Caine. Und das meine ich nicht lobend.

Autorenfilmer Harmony Korine ignoriert die üblichen Hollywood-Erzählformen. Sein neuester Film ist eher wie ein Minimal-Music-Stück aufgebaut: einige Bilder, Szenen, Satzfetzen, Sätze und Dialoge wiederholen sich immer wieder; dazwischen gibt es so etwas wie eine Geschichte, die aber vollkommen unchronologisch erzählt wird – und vieles, was in den USA vielleicht provoziert, langweilt hier, weil sich vieles einfach immer wieder in einer monotonen Endlosschleife wiederholt und alles so furchtbar plakativ ist, dass sogar ein Michael-Bay-Film subtil wirkt.

Dabei dürfte die größte Provokation in den USA nicht die nackte Haut (fast immer züchtig im Bikini) und der ach so exzessive Drogenkonsum (gerne wird der Alkohol auch breitflächig über nackte Haut verteilt) sein, sondern die Wahl der Darsteller. Selena Gomez, Vanessa Hudgens und Ashley Benson sind in den USA bekannte Gesichter. Vor allem aus dem Disney-Channel. Sie stehen für saubere, familientaugliche Unterhaltung.

Und James Franco gehört sicher zu den interessantesten Jungstars, den die meisten aus den „Spider-Man“-Filmen und der „fantastischen Welt von Oz“ kennen. In „Spring Breakers“ spielt er einen Drogendealer, der unter seiner Maske kaum erkennbar ist und Brit (Ashley Benson), Candy (Vanessa Hudgens), Cotty (Rachel Korine) und Faith (Selena Gomez) auf Kaution und mit einigen Hintergedanken aus dem Gefängnis holt. Die drei Hübschen haben vorher, um beim Spring Break (ein tagelanges Komasaufen, das nur durch die vollkommen verquere Haltung der Amis zu Alkohol erklärt werden kann) dabei zu sein, einen Überfall auf ein Diner begangen, sind nach Florida gefahren, haben viel Alkohol getrunken, wurden verhaftet und von Alien (James Franco) aus dem Gefängnis geholt. Mit ihm haben sie ihren Spaß und aus braven Mädels werden in Aliens Gegenwart (ich gebe zu, sein Charisma verfing bei mir nicht) in Lichtgeschwindigkeit waffenschwingende Mordmaschinen.

Die Story ist, wie schon bei „Kids“, Larry Clarks verstörendes Porträt von normalen New-Yorker-Teenagern, für das Harmony Korine das Drehbuch schrieb, nebensächlich. Die Stimmung des Spring Breaks, der Wechsel zwischen Hochgefühl und Kater, das Gefühl, dass es eine Woche lang keine Regeln mehr gibt, ist dagegen essentiell und Korine drehte, wie auch in seinen vorherigen Filmen mit Laien und er ließ alle Darsteller improvisieren. Wahrscheinlich ist das auch ein Grund für die fast pausenlose asynchron laufende Tonspur.

Die Bilder spielen immer mit der Hochglanzoptik von Sonne, Wasser, durchtrainierten männlichen Oberkörpern und knapp bekleideten, schlanken Mädchen. In den USA reichte das für ein R-Rating „for strong sexual content, language, nudity, drug use and violence throughout“ (also unter siebzehn Jahren nur in Begleitung eines Elternteils). Die coolen Franzosen gaben dem Film achselzuckend ein „frei ab 12 Jahre“ – und Zwölfjährige finden „Spring Breakers“ vielleicht wirklich provozierend, verstörend und einen Blick in eine neue Welt, in der Filme nicht wie eine Folge aus einer TV-Familienserie aussehen müssen.

Spring Breakers - Plakat

Spring Breakers (Spring Breakers, USA/Frankreich 2012)

Regie: Harmony Korine

Drehbuch: Harmony Korine

mit James Franco, Selena Gomez, Vanessa Hudgens, Ashley Benson, Rachel Korine, Heather Morris, Cait Taylor, Ashley Lendzion, Emma Holzer, Gucci Maine

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Spring Breakers“

Metacritic über „Spring Breakers“

Rotten Tomatoes über „Spring Breaker“

Wikipedia über „Spring Breakers“ (deutsch, englisch)

Die TIFF-Pressekonferenz mit dem Regisseur und den Hauptdarstellern vom 7. September 2012


TV-Tipp für den 21. März: Wolfsburg

März 21, 2013

ZDFkultur, 20.15

Wolfsburg (D 2003, R.: Christian Petzold)

Drehbuch: Christian Petzold

Autoverkäufer Philipp hat nach einem tödlichen Unfall Fahrerflucht begangen. Später nähert er sich, von Schuldgefühlen geplagt, Laura (Nina Hoss), der Mutter des toten Kindes. Die will sich rächen.

Wie immer bei Christian Petzold: karg inszenierte, kluge Unterhaltung.

mit Benno Fürmann, Nina Hoss, Antje Westermann, Astrid Meyerfeldt

Wiederholung: Freitag, 22. März, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Wikipedia über „Wolfsburg“


TV-Tipp für den 20. März: Gardenia – Eine Frau will vergessen

März 20, 2013

HR, 00.00

Gardenia – Eine Frau will vergessen (USA 1952, R.: Fritz Lang)

Drehbuch: Charles Hoffman

LV: Vera Caspary: Gardenia (Kurzgeschichte)

Norah Larkin glaubt, den Playboy Harry Prebble umgebracht zu haben.

Lang zeichnet das Psychogramm einer Frau in einer männerdominierten Welt.

„Dieses Melodram ist der schwächste aller Films noirs Langs – nur wenige Sequenzen haben zeigen Noir-Qualität.“ (Paul Werner: Film noir)

Mit Anne Baxter, Richard Conte, Raymond Burr, Nat King Cole (spielt sich)

Hinweise

Jay Steinberg bei Turner Classic Movies über Gardenia

Sam Ishii-Gonzalès bei Senses of Cinema über Gardenia

Wikipedia über Vera Caspary

Wikipedia über Fritz Lang (deutsch, englisch)

Senses of Cinema: Dan Shaw über Fritz Lang

BFI über Fritz Lang

MovieMaker: Interview von 1972 mit Fritz Lang

Manhola Dargis: Making Hollywood Films Was Brutal, Even for Fritz Lang (New York Times, 21. Januar 2011)

Meine Besprechung von Fritz Langs “Du und ich” (You and me, USA 1938)

Meine Besprechung von Fritz Langs „Auch Henker sterben“ (Hangman also die, USA 1943)

Meine Besprechung von Astrid Johanna Ofner (Hrsg.): Fritz Lang – Eine Retrospektive der Viennale und des Österreichischen Filmmuseums (2012 – Sehr empfehlenswert!)

Fritz Lang in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 19. März: 8 Frauen

März 19, 2013

ARD, 00.50

8 Frauen (F 2002, R.: Francois Ozon)

Drehbuch: Francois Ozon, Marina de Van

LV: Robert Thomas: Huit Femmes, 1958/1962 (Theaterstück)

Weihnachten in einem verschneiten Landhaus: In der Nacht wird der Hausherr ermordet. Die Täterin ist eine der acht Frauen, die im Haus sind. Selbstverständlich hat jede von ihnen auch ein gutes Motiv das Ekel umzubringen.

Ein Cozy mit Gesang und einem Darstellerinnenensemble, das über jeden Zweifel erhaben ist und die Crème de la Crème des französischen Films versammelt.

mit Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Virginie Ledoyen, Danielle Darrieux, Ludivine Sagnier, Firmine Richard, Dominique Lamure

Hinweise

Wikipedia über „8 Frauen“ (deutsch, englisch, französisch)

Spiegel: Interview mit Francois Ozon über „8 Frauen“

Blickpunkt Film: Interview mit Francois Ozon über „8 Frauen“

epd Film: Interview mit Francois Ozon (8/2007)

Homepage von Francois Ozon

Meine Besprechung von Francois Ozons „In ihrem Haus“ (Dans la Maison, Frankreich 2012)