Neu im Kino/Filmkritik: „Boss Baby – Schluss mit Kindergarten“, jetzt geht es in die Schule

Oktober 15, 2021

Fünf Jahre nach dem an der Kinokasse sehr erfolgreichem Animationsfilm„Boss Baby“ erzählt „Boss Baby – Schluss mit Kindergarten“ eine weitere Geschichte aus dem Leben der Familie Templeton. Die damaligen Babys sind inzwischen erwachsen. Ted ist der erzkapititalistische Chef einer riesigen Firma und vor allem an Weihnachten spendabel. Sein Bruder Tim ist glücklich verheiratet und liebevoller Vater von zwei Mädchen, für die er immer Zeit hat. Tina ist noch ein Baby. Ihre siebenjährige Schwester Tabitha ist überaus ehrgeizig, bewundert Ted und will so schnell wie möglich wie er werden. Wir können sie uns als eine 150-prozentige weibliche Version von Christian Lindner vorstellen. Selbstverständlich ist sie die Klassenbeste. Sie besucht das Acorn Center for Advanced Childhood. Auf dieser Eliteschule bahnt sich eine Katastrophe an. Denn der Schuldirekter Dr. Erwin Armstrong will mit seinen Schülern die Welt beherrschen. Er ist, salopp gesagt, der typische größenwahnsinnige James-Bond-Bösewicht mit einem teuflischen Plan.

Verhindern können den nur die Templetons. Die Baby Corp., hier vertreten durch Baby Tina, verjüngt dafür die Brüder Tim und Ted auf Baby-/Kleinkindalter und gemeinsam mit Tabitha, die nichts davon weiß, betreten sie die Schule.

Boss Baby – Schluss mit Kindergarten“ ist ein rätselhafter Film. Nicht wegen der Handlung. Die ist, auch wenn sie in unzählige unzusammenhängende Episoden und Nebenstränge zerfällt, ziemlich simpel.

Vollkommen unklar ist dagegen das von Regisseur Tom McGrath und Drehbuchbautor Michael McCullers, die bereits gemeinsam „Boss Baby“ erzählten, anvisierte Zielpublikum. Ihr Animationsfilm ist einerseits eine Abfolge von Gags, die einer rein episodischen Dramaturgie gehorchen und immer wieder in lärmend-anspruchslosem, oft auch nervigem Klamauk enden. Das kann sogar ein unaufmerksames Kind verfolgen. Ihm wird auch die fehlende erzählerische Kohärenz nicht auffallen. Stattdessen geschieht ständig irgendetwas. Es ist laut. Es ist bunt.

Andererseits ist die von Baby Corp. und den anderen Figuren verfolgte Ideologie und auch die Konflikte der einzelnen Figuren (soweit vorhanden) für Erwachsene gedacht. Denn welches Kind interessiert sich schon für den Konflikt des Vaters zwischen Beruf und Familie, seinen Ambitionen und der Realität? Welches Kind versteht die hier verfochtene erzkapititalistische Ideologie? Welches Kind fragt sich, welche Probleme Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder haben? Das sind durchaus wichtige Fragen. Es sind allerdings Fragen und Probleme, für die sich kein Kind (und auch kein Teenager) interessiert. Es sind Fragen für Erwachsene, die auf ihre erste Midlife-Crisis zusteuern. Für dieses Publikum werden diese Fragen allerdings, zwischen plattem Klamauk, viel zu platt behandelt.

Boss Baby – Schluss mit Kindergarten“ ist wie ein umgedrehter Pixar-Film. Während es den Pixar-Filmen gelingt, gleichzeitig Kinder und Erwachsene auf einem hohen Niveau anzusprechen, gelingt das dem zweiten „Boss Baby“-Film nie. Dieser Animationsfilm ist das Negativ eines Pixar-Films.

Boss Baby – Schluss mit Kindergarten (The Boss Baby: Family Business, USA 2021)

Regie: Tom McGrath

Drehbuch: Michael McCullers (nach einer Geschichte von Tom McGrath und Michael McCullers)

mit (im Original den Stimmen von) Alec Baldwin, James Marsden, Amy Sedaris, Ariana Greenblatt, Jeff Goldblum, Eva Longoria, Jimmy Kimmel, Lisa Kurdrow, Tom McGrath

(in der deutschen Fassung den Stimmen von) K. Dieter Klebsch, Timmo Niesner, Irina Bentheim, Samira Özcan, Hans Bayer, Sally Öczan, Karlo Hackenberger, Ulrike Stürzbecher

Länge: 107 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Boss Baby – Schluss mit Kindergarten“

Metacritic über „Boss Baby – Schluss mit Kindergarten“

Rotten Tomatoes über „Boss Baby – Schluss mit Kindergarten“

Wikipedia über „Boss Baby – Schluss mit Kindergarten“


TV-Tipp für den 15. Oktober: Für ein paar Dollar mehr

Oktober 14, 2021

Bayern, 22.45

Für ein paar Dollar mehr (Per qualche dollari i piu,, Italien/Deutschland/Spanien 1965 [restaurierte Fassung 2003])

Regie: Sergio Leone

Drehbuch: Sergio Leone, Luciano Vincenzoni

Musik: Ennio Morricone

Zwei miteinander konkurrierende Kopfgeldjäger wollen das auf einen Bankräuber ausgesetzte Kopfgeld kassieren. Dafür infiltrieren sie seine Bande und ein ziemlich blutiges Spiel mit viel Betrug, Verrat und coolen Sprüchen beginnt.

Nach dem Erfolg von „Für eine Handvoll Dollar“ hatte Sergio Leone ein paar Dollar mehr zur Verfügung, die er für seinen nächsten stilbildenden Western-Klassiker investierte.

mit Clint Eastwood, Lee Van Cleef, Gian Maria Volonté, Klaus Kinski, Josef Egger, Kurt Zips, Rosemarie Dexter

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Für ein paar Dollar mehr“

Wikipedia über „Für ein paar Dollar mehr“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Ridley Scotts Mittelalterdrama „The last Duel“

Oktober 14, 2021

Natürlich ist das titelgebende „The Last Duel“ nicht wirklich das letzte Duell, sondern das Duell vom 29. Dezember 1386 ist das letzte gerichtlich verbürgte Duell in Frankreich. Aber es ist ein guter Filmtitel. Mit dem Duell sollte herausgefunden werden, ob Jacques Le Gris Marguerite de Carrouges vergewaltigt hatte. Solche Gerichtskämpfe, bei denen durch einen Kampf herausgefunden wurde, wer die Wahrheit sagt, waren damals schon eine Seltenheit.

Dieses Duell, die Schuldfrage und ob Marguerite de Carrouges vergewaltigt wurde, wurden seitdem, mehr oder weniger farbig ausgeschmückt, weiter erzählt. 2004 schilderte Eric Jager, nach zehnjähriger Recherche, in „The Last Duel“ das Duell. Matt Damon wurde auf das Buch aufmerksam. Er sprach Ridley Scott, mit dem er bereits bei „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ zusammengearbeitet hat, darauf an. Und er schrieb zusammen mit Ben Affleck und Nicole Holofcener das Drehbuch, bei dem vor allem seine Erzählstruktur auffällt. Denn die Ereignisse werden hintereinander, in drei ungefähr gleich langen Blöcken von jeweils ungefähr 45 Minuten geschildert. Zuerst werden die Ereignisse aus der Sicht von Jean de Carrouges (Matt Damon), dann von Jacques Le Gris (Adam Driver) und abschließend von Marguerite de Carrouges (Jodie Comer) geschildert. Holofcener („Genug gesagt“, „Can you ever forgive me?“) war vor allem für diesen Teil zuständig.

Carrouges und Le Gris sind alte Kampfgefährten und Freunde, die gemeinsam zahlreiche Kämpfe überlebten. Carrouges heiratete 1380 Marguerite de Thibouville. Durch die Heirat erhoffte er auch, seine prekäre finanzielle Situation zu verbessern. Trotzdem muss er immer wieder als Ritter in Kämpfe ziehen. Le Gris, Sohn eines normannischen Gutsherrn, beginnt währenddessen für Graf Pierre d’Alencon (Ben Affleck) zu arbeiten und Geld einzutreiben.

Während Carrouges auf einem Feldzug ist, hat Marguerite die Aufsicht über den Hof (und sie ist dabei wesentlich geschäftstüchtiger als ihr Mann). Als sie allein in der Burg ist, dringt Le Gris ein und vergewaltigt sie. Das behauptet sie jedenfalls später gegenüber ihrem Mann. Die Forschung, die sich in diesem Fall auf ungewöhnlich viele gut erhaltene und umfangreiche Dokumente stützen kann, interpretierte die Schuldfrage unterschiedlich. Jager geht in seinem Buch davon aus, dass Le Gris Marguerite vergewaltigte. Der Film folgt ihm darin.

Carrouges fordert Gerechtigkeit. Nachdem d’Alencon sie ihm nicht gewährt, zieht er vor den Justizpalast in Paris. Dort entscheidet der zuständige Richter, dass das Urteil durch ein Gottesurteil gefällt werden soll.

Diese Geschichte erzählt Ridley Scott, wie gesagt, aus drei verschiedenen Perspektiven. Das ist eine gute Idee, um ein Ereignis aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und jede neue Perspektive kann zu weiteren Erkenntnissen führen. Dominik Moll zeigt die Möglichkeiten dieser Herangehensweise in seiner letzte Woche gestarteten Colin-Niel-Verfilmung „Die Verschwundene“. Bei Scott unterscheiden sich die drei Perspektiven kaum. Sie wirken daher wie fast identische Wiederholungen einer Geschichte. Das ist dann arg redundant und langweilt auch.

Gleichzeitig wird offensichtlich, wie sehr der Vorwurf der Vergewaltigung und die Empörung von Carrouges über die Vergewaltigung seiner Frau und seine Versuche, den Täter in einem Gerichtsverfahren verurteilen zu lassen, alle andere Erklärungen und Motive aus dem Film verdrängt. In dem Moment erscheint Carrouges wie ein eifriger Kämpfer für die Rechte der Frauen. Dabei heiratete er Marguerite wegen ihrer Mitgift und als zukünftige Mutter eines Erben. Ihr Geschlechtsverkehr kann mühelos als lustlose Vergewaltigung in der Ehe beschrieben werden.

Genau dieses rein instrumentelle Verhältnis zu seiner Frau führt zur Frage, warum Carrouges seine Klage gegen Le Gris so stur und eifrig weiterbetrieb. Seine ständigen finanziellen Probleme, die ihm verwehrten Positionen und Ämter, auf die er, mehr oder weniger zu Recht, Anspruch gehabt hätte und verlorene Klagen gegen Graf d’Alencon und damit den König von Frankreich liefern Ansätze für eine andere mögliche Erklärung. Das alles wird im Film auch erwähnt, aber als Erklärung für Carouges‘ Verhalten nie weiter thematisiert. Andere Erklärungen und Interpretationen für sein Verhalten werden überhaupt nicht erwähnt.

So bleibt „The Last Duel“ vor allem als mittelalterliche Soap-Opera über gekränkte männliche Eitelkeiten in Erinnerung. Daran ändert auch die dritte, aus Marguerites Perspektive erzählte und endgültige Interpretation der Ereignisse nichts. Denn zwei Drittel des Films werden aus der Perspektive von zwei Männern erzählt und sie bestimmen die Handlung.

Scott inszenierte diese wahre Geschichte in dunklen grau-schwarzen Bildern und einem sehr brutalen Duell am Filmende.

The Last Duel (The Last Duel, USA 2021)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Ben Affleck, Matt Damon, Nicole Holofcener

LV: Eric Jager: The Last Duel: A True Story of Trial by Combat in Medieval France, 2004

mit Matt Damon, Adam Driver, Jodie Comer, Ben Affleck, Nathaniel Parker, Harriet Walter, Marton Csokas, Adam Nagaitis, Alex Lawther

Länge: 153 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „The Last Duel“

Metacritic über „The Last Duel“

Rotten Tomaotes über „The Last Duel“

Wikipedia über „The Last Duel“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood beteiligt sich an der Wahrheitsfindung

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)

Ridley Scott in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 14. Oktober: Die Wütenden – Les Misérables

Oktober 13, 2021

Servus TV, 22.15

Die Wütenden – Les Misérables (Les Misérables, Frankreich 2019)

Regie: Ladj Ly

Drehbuch: Ladj Ly, Giordano Gederlini, Alexis Manenti

Ein ganz normaler Sommertag in Clichy-Montfermeil, einem sozialen Brennpunkt östlich von Paris: Polizisten, darunter ein Neuling bei seinem ersten Arbeitstag, und Kleingangster kennen und bekriegen sich.

TV-Premiere. Rundum überzeugendes Ghettodrama. Einer meiner Kino!filme des Jahres 2020.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Damien Bonnard, Alexis Manenti, Djebril Zonga, Issa Perica, Al-Hassan Ly, Steve Tientcheu, Jeanne Balibar

Wiederholung: Freitag, 15. Oktober, 03.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

AlloCiné über „Die Wütenden – Les Misérables“

Moviepilot über „Die Wütenden – Les Misérables“

Metacritic über „Die Wütenden – Les Misérables“

Rotten Tomatoes über „Die Wütenden – Les Misérables“

Wikipedia über „Die Wütenden – Les Misérables“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Ladj Lys „Die Wütenden – Les Misérables“ (Les Misérables, Frankreich 2019)


„Ihr Fall, Inspector Morse“ sagt Colin Dexter

Oktober 13, 2021

Nachdem der Unionsverlag alle dreizehn Inspector-Morse-Romane in überarbeiteten Übersetzungen neu veröffentlichte, schließt der Verlag seine verdienstvolle Colin-Dexter-Werkausgabe mit einer vollständigen Neuausgabe von „Ihr Fall, Inspector Morse“ ab. Denn in der ersten deutschen Ausgabe fehlte eine Kurzgeschichte. Nach der Veröffentlichung dieser Kurzgeschichtensammlung 1993 schrieb Dexter, hauptsächlich nach der Jahrtausendwende, noch sieben weitere Kurzgeschichten. Diese wurden bis jetzt nicht gesammelt in einem Buch veröffentlicht und sie wurden, soweit ich weiß, auch nicht übersetzt.

Wer also das gesamte Werk von Colin Dexter, dem Erfinder von Inspector Endeavour Morse und seinem Gehilfen Sergeant Robert Lewis, haben möchte, muss sich auf eine kleine Suchtour begeben. Und Englisch können.

Für die weniger eifrigen Komplettisten dürften die elf in „Ihr Fall, Inspector Morse“ gesammelten Kurzgeschichten reichen. Denn die Geschichten, sechs mit Inspector Morse, fünf ohne ihn, erreichen nie die Qualität seiner Romane. Teils wirken sie wie spontane Ideen oder Szenen, die es nicht in einen der Morse-Romane, geschafft haben. Teils wie Skizzen für einen Roman, die dann doch nicht weiter verfolgt wurden. Das gilt vor allem für die Geschichten, in denen Morse einen Mord aufklären muss. Die Schlußpointen sind vor allem deshalb überraschend, weil sie fast immer aus dem heiterem Oxford-Himmel kommen.

Sehr gelungen ist seine Sherlock-Holmes-Geschichte „Eine falsche Identität“. Sie liefert nämlich hintereinander mehrere überzeugende Erklärungen für das seltsame Verhalten eines potentiellen Bräutigams und zeigt damit, wie eine gute Rätselgeschichte funktioniert.

Ihr Fall, Inspector Morse“ ist vor allem ein Buch, für die Gesamtleser von Colin Dexter. Für sie ist der Sammelband ein schöner Abschluss. Neueinsteiger sollten dagegen mit einem von seinen Inspector-Morse-Kriminalromanen anfangen; – allerdings besser nicht mit seinem letzten, sondern mit irgendeinem früheren Fall.

Colin Dexter: Ihr Fall, Inspector Morse

(übersetzt von Peter Torberg, Almut Carstens, Christa Früh, Ute Tanner, Elfi Hartenstein, Elke Bahr, Karin Polz, Wolfram Hämmerling, Thomas Weidemann)

Unionsverlag, 2021

256 Seiten

12,95 Euro

Deutsche Erstausgabe

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1995

Die Geschichte „So gut wie Gold“ wurde erstmals ins Deutsche übersetzt.

Originalausgabe

Morse’s Greatest Mystery and other Stories

Macmillan, London, 1993

Der letzte Inspector-Morse-Roman

Colin Dexter: Der letzte Tag

(übersetzt von Ute Tanner)

Unionsverlag, 2021

352 Seiten

13,95 Euro

Deutsche Erstausgabe

Und kurz ist unser Leben

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2000

Originalausgabe

The Remorseful Day

Macmillan, London, 1999

Hinweise

Unionsverlag über Colin Dexter

Wikipedia über Colin Dexter (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Colin Dexter

Meine Besprechung von „Lewis – Der Oxford Krimi: Staffel 6“

Meine Besprechung von „Lewis – Der Oxford Krimi: Collector’s Box 1“

Meine Besprechung von „Lewis – Der Oxford Krimi: Gesamt Box“

Meine Besprechung von „Inspector Morse: Staffel 1“

Meine Besprechung von Colin Dexters „Gott sei ihrer Seele gnädig“ (The Wench Is dead, 1989)

Mein Geburtstagsgruß an Colin Dexters

Meine Hinweis auf Colin Dexters „Das Geheimnis von Zimmer 3 – Ein Fall für Inspector Morse“ (The Secret of Annexe 3, 1986) (und weitere Weihnachtskrimis. Wer also schon jetzt ein Geschenk für Weihnachten sucht.)


TV-Tipp für den 13. Oktober: Die Wahrheit über Lolita

Oktober 12, 2021

Arte, 21.55

Die Wahrheit über Lolita (Frankreich 2021)

Regie: Olivia Mokiejewski

Drehbuch: Olivia Mokiejewski

Brandneue knapp einstündige Doku über Vladimir Nabokovs Roman „Lolita“ und seine Folgen.

Hinweise

Arte über die Doku (in der Mediathek bis zum 13. März 2022)

Wikipedia über „Lolita“ (deutsch, englisch)


Cover der Woche

Oktober 12, 2021


TV-Tipp für den 12. Oktober: Manche mögen’s heiß

Oktober 11, 2021

HR, 23.15

Manche mögen’s heiß (Some like it hot, USA 1959)

Regie: Billy Wilder

Drehbuch: Billy Wilder, I. A. L. Diamond (nach einer Geschichte von Robert Thoeren und Michael Logan)

Chicago, während der Prohibition: die beiden Musiker Jerry und Joe beobachten den Mord an mehreren Gangstern. Um nicht ebenfalls ermordet zu werden, flüchten sie. In Frauenkleidern verstecken sie sich in einer nur aus Frauen bestehenden Band.

Klassiker. Seltsamerweise war die im TV doch ziemlich oft gezeigte Komödie hier noch nie der Tagestipp. Naja, niemand ist perfekt.

mit Marilyn Monroe, Jack Lemmon, Tony Curtis, George Raft, Pat O’Brien, Joe E. Brown, Edward G. Robinson Jr.

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Manche mögen’s heiß“

Wikipedia über „Manche mögen’s heiß“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Stefan Ruzowitzkys sehenswerten Serienkiller-Noir „Hinterland“

Oktober 11, 2021

Zwei Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kehren Peter Perg (Murathan Muslu) und seine Männer aus dem Krieg zurück in ein Wien, das sie nicht wieder erkennen. Als sie in den Krieg zogen war Österreich ein Kaiserreich. Jetzt gehört Österreich zu den Verlierern, einen Kaiser gibt es nicht mehr, es ist kleiner und eine Republik. Sie kämpften auf der falschen Seite für die falsche Sache. Niemand erwartet diese Verlierer.

In Wien kehrt Perg in seine alte Wohnung zurück. Seine Frau ist mit ihrem Kind zu ihrer Schwester aufs Land gezogen. Noch ehe Perg sich wirklich Gedanken über sein weiteres Leben machen kann, wird der frühere Kriminalinspektor in einen Mordfall verwickelt. Ein Serienkiller ermordet einen Oberleutnant aus Pergs Truppe, verstümmelt ihn und stellt die Leiche aus.

Zusammen mit der Gerichtsmedizinerin Theresa Körner (Liv Lisa Fries), die er von früher kennt, und dem jungen Kommissar Paul Severin (Max von der Groeben) beginnt er den Serienmörder zu suchen.

Gut, die Geschichte von Stefan Ruzowitzkys neuem Film „Hinterland“ ist ein 08/15-Serienkillerthriller, in dem der Mörder munter seine Taten begeht, die Opfer anschließend fotogen ausstellt, der Ermittler tapfer aufklärt und dem Mörder am Schluss die Maske vom Gesicht reißt. Dabei ist seine Identität sekundär. Schließlich ist „Hinterland“ kein klassischer Rätselkrimi, bei dem der Ermittler in einer Schar hochgradig verdächtiger Menschen den Täter finden muss.

Diese Mordermittlung bildet das Rückgrat für die atemberaubende Gestaltung des Films. Denn Ruzowitzky drehte seinen neuen Film fast ausschließlich im Studio vor Blue Screens. D. h. letztendlich, dass die Schauspieler wie in einem Theater vor einem nackten Hintergrund spielten, Benedict Neuenfels das aufnahm und Ruzowitzky, zusammen mit Oleg Prodeus und Ronald Grauer als Digital Designer, später diese einfügte. Dabei ging es ihnen nie um Realismus, sondern um, so Ruzowitzky, „eine digitale Version des Stummfilmklassikers ‚Das Kabinett des Dr. Caligari’“. Diesen expressionistischen Stil hält er vom ersten bis zum letzten Bild durch. Es handelt sich um ein künstliches Wien, das in jedem Bild seine Künstlichkeit betont und zeigt, wie derangiert und auch verrückt Perg, die anderen Kriegsheimkehrer und ganz Österreich sich fühlen.

Es sind Bilder, die auf die große Leinwand gehören – und auch in einem Comic gut aufgehoben wären.

Hinterland (Österreich/Luxemburg/Belgien/Deutschland 2021)

Regie: Stefan Ruzowitzky

Drehbuch: Robert Buchschwenter, Hanno Pinter, Stefan Ruzowitzky

mit Murathan Muslu, Liv Lisa Fries, Maximilian von der Groeben, Marc Limpach, Matthias Schweighöfer, Stipe Erceg

Länge: 99 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Filmportal über „Hinterland“

Moviepilot über „Hinterland“

Rotten Tomatoes über „Hinterland“

Wikipedia über „Hinterland“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Stefan Ruzowitzkys „Cold Blood – Kein Ausweg, keine Gnade“ (Deadfall, USA/Frankreich 2012)

Meine Besprechung von Stefan Ruzowitzkys „Das radikal Böse“ (Deutschland 2013)

Meine Besprechung von Stefan Ruzowitzkys „Die Hölle – Inferno“ (Österreich/Deutschland 2016)

Meine Besprechung von Stefan Ruzowitzkys „Narziss und Goldmund“ (Deutschland 2020)

„Hinterland“-Pressekonferenz beim Locarno Film Festival (Schweigen wir über die Kamera. Der Ton ist wichtiger)


TV-Tipp für den 11. Oktober: Deutschstunde

Oktober 10, 2021

ZDF, 20.15

Deutschstunde (Deutschland 2019)

Regie: Christian Schwochow

Drehbuch: Heide Schwochow

LV: Siegfried Lenz: Deutschstunde, 1968

In den Fünfzigern sitzt Siggi Jepsen in einer Besserungsanstalt. Er soll einen Aufsatz über „Die Freuden der Pflicht“ schreiben. Er schreibt über seine Kindheit während des Zweiten Weltkriegs in einem Dorf an der Nordseeküste. Dort setzt Siggis Vater Jens Jepsen als Dorfpolizist mit allen Mitteln gegenüber Siggis Patenonkel Max Ludwig Nansen das gegen Nansen von den Nazis verhängte Malverbot durch.

TV-Premiere. „Deutschstunde“ ist gediegenes, aber nicht in Erinnerung bleibendes Bildungsbürgerkino. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht besonders überzeugend.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Mit Tobias Moretti, der aktuell im Kino in „Das Haus“ einen Journalisten mit Schreibverbot spielt, als Maler Max Ludwig Nansen

mit Ulrich Noethen, Tobias Moretti, Levi Eisenblätter, Johanna Wokalek, Sonja Richter, Maria Dragus, Tom Gronau, Louis Hofmann

Die Vorlage

Siegfried Lenz: Deutschstunde (Filmausgabe)

Atlantik, 2019

592 Seiten

12 Euro

Siegfried Lenz: Deutschstunde (Jubiläumsausgabe, mit einer Zeittafel über Siegfried Lenz)

Hoffmann und Campe, 2018

592 Seiten

25 Euro

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Deutschstunde“

Moviepilot über „Deutschstunde“

Wikipedia über „Deutschstunde“ (Film, Roman) und Siegfried Lenz

Hoffman und Campe über Siegfried Lenz

Offizielle deutsche Homepage von Siegfried Lenz

Meine Besprechung von Christian Schwochows „Deutschstunde“ (Deutschland 2019)

Meine Besprechung von Florian Gallenbergers Siegfried-Lenz-Verfilmung „Der Überläufer“ (Deutschland/Polen 2020)


Neu im Kino/Filmkritik: „’Das Haus‘ mag mich nicht.“

Oktober 10, 2021

2029 könnten in Deutschland die nächsten Wahlen den Aufstieg eines faschistisch-totalitären Regimes endgültig besiegeln. Journalist Jonas Hellström (Tobias Moretti) bekommt die Folgen schon vor der Wahl zu spüren. Ihm werden – zu Unrecht – Recherchefehler vorgeworfen. Er erhält ein Schreibverbot und wird beurlaubt.

Zusammen mit seiner Frau Lucia (Valery Tscheplanowa), einer Anwältin, begibt er sich auf eine malerisch gelegene Insel. Dort steht ihr vollautomatisches Haus. Dieses Smarthome bestellt selbstständig Lebensmittel, sorgt für die richtige Temperatur und nimmt seinen Bewohnern fast alles ab. Deshalb reguliert man, wenn nötig, beim Duschen die Wassertemperatur verbal und sagt, immer wieder, „Tür auf“ und „Tür zu“, anstatt selbst die Tür zu öffnen. Johann und Lucia genießen die Zwangspause und ärgern sich über die Eigenheiten des Hauses. Denn es funktioniert nicht immer hunderprozentig fehlerfrei. Lucia vermutet sogar, dass das Haus sie nicht möge. Währenddessen ruft Jonas den Techniker an.

In der Filmmitte tauchen dann zwei polizeilich gesuchten Linksterroristen bei ihnen auf. Sie sollen einen Anschlag verübt haben; können aber beweisen, dass sie zur Tatzeit an einem anderen Ort waren. Lucia ist ihre Anwältin und auch irgendwie in die Pläne der Terroristen eingeweiht. Jetzt will sie sie ins sichere Ausland bringen.

Das Haus“ sieht wie die erste Fassung einer halbwegs strukturierten Ideensammlung aus. Viele aktuelle Themen werden angesprochen. Aktuelle Entwicklungen werden in die Zukunft extropliert. Aber alles bleibt skizzenhaft. Potentielle Konflikte existieren nur auf dem Papier. Die Dialoge sind fast durchgägngig Erste-Fassung-Platzhalter, die später durch bessere Dialoge ersetzt werden. Nicht in diesem Fall.

Und so ist „Das Haus“ ein gut aussehender, gut besetzter, an einer interessanten Location spielender Film, bei dem unklar ist, um was es eigentlich geht. Um ein durchgeknalltes Haus? Um eine Warnung vor dem Faschismus? Um eine Erörterung über den Ethos des Journalismus? Um eine Diskussion über die verschiedenen Formen des Widerstandes? Um eine auf der Kippe stehende Ehe? Immerhin hat Lucia in ihrem Haus ihren Mann mit seinem Chef betrogen. Das alles sprechen Rick Ostermann (Regie, Drehbuch) und Patrick Brunken (Drehbuch) in ihrer Verfilmung einer Geschichte von Dirk Kurbjuweit an. Kurbjuweit leitet das „Spiegel“-Hauptstadtbüro. Seine Kurzgeschichte erschien in „2029 – Geschichten von Morgen“. Aus diesem Sammelband verfilmte Maria Schrader bereits, äußerst gelungen, Emma Braslavskys Geschichte „Ich bin dein Mensch“. Ihr Film erhielt zahlriche Deutschten Filmpreise, unter anderem den als Bester Film, und er ist die deutsche Nominierung für den Auslands-Oscar.

Das wir mit „Das Haus“ nicht passieren. Denn während „Ich bin dein Mensch“ sich auf einen Konflikt und eine Frage (Sind Roboter Menschen?) konzentriert, spricht „Das Haus“ viele aktuelle Themen an, entscheidet sich für keines, bleibt daher notgedrungen immer an der Oberfläche und ohne einen eindeutigen Fokus. Dabei hätte ein rachsüchtiges Haus und ein zerstrittenes Ehepaar, das sich gegen das Haus wehren muss, doch mühelos für einen abendfüllenden, gerne schwarzhumorigen, Horrorfilm gereicht.

Wegen Tobias Moretti und dem titelgebendem Traumhaus kann man sich den Film irgendwann einmal im Fernsehen ansehen. Er sieht wie der ambitionierte TV-Film-der-Woche aus, bei dem der Drehbuchautor streikte.

Das Haus (Deutschland 2021)

Regie: Rick Ostermann

Buch: Rick Ostermann, Patrick Brunken

LV: Dirk Kurbjuweit: Das Haus, 2019 (in „2029 – Geschichten von Morgen“)

mit Tobias Moretti, Valery Tscheplanowa, Lisa Vicari, Max von der Groeben, Hans-Jochen Wagner, Samir Fuchs, Daniel Krauss, Alexander Wipprecht

Länge: 92 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Das Haus“

Moviepilot über „Das Haus“

Wikipedia über „Das Haus“

Meine Besprechung von Rick Ostermanns „Wolfskinder“ (Deutschland 2013)


TV-Tipp für den 10. Oktober: Johnny Guitar – Gejagt, gehasst, gefürchtet

Oktober 9, 2021

Arte, 20.15

Johnny Guitar – Gejagt, gehasst, gefürchtet (Johnny Guitar, USA 1954)

Regie: Nicholas Ray

Drehbuch: Philip Yordan

LV: Roy Chanslor: Johnny Guitar, 1953

Johnny Guitar (Sterling Hayden) ist ein gefürchteter Revolvermann, der fortan ein friedliches Leben führen möchte. Er will bei Vienna (Joan Crawford) arbeiten. Die Casinobesitzerin kauft, weil sie die künftige Strecke der Eisenbahn kennt, gerade wie verrückt Land auf. Und macht sich dabei einige Feinde. Unter anderem die Rancherin Emma Small (Mercedes McCambridge).

Kultwestern, dessen Titel ein Männername ist. Aber Joan Crawford ist hier der Star der in jedem Fall faszinierenden, mit viel Subtext und entsprechend vielen Interpretationsmöglichkeiten  angereicherten Show.

mit Joan Crawford, Sterling Hayden, Mercedes McCambridge, Scott Brady, Ward Bond, Ben Cooper, Ernest Borgnine, John Carradine

Wiederholung: Dienstag, 12. Oktober, 13.50 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Johnny Guitar“

Wikipedia über „Johnny Guitar“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Nicholas Rays „Rächer der Enterbten“ (The true story of Jesse James, USA 1956)


Neu im Kino/Filmkritik: Wer sind „The Sparks Brothers“? Und warum sind sie heute so unbekannt?

Oktober 9, 2021

Bevor Edgar Wright uns am 11. November 2021 zu einer „Last Night in Soho“ einlädt, macht der Regisseur von „Baby Driver“ uns mit den Sparks Brothers bekannt. Es handelt sich dabei um die Brüder Ron und Russell Mael, die sich als Band „Sparks“ nennen, und 1974 ihren Durchbruch mit dem Hit „This Town ain’t big enough for both of us“ hatten. Später änderten sie ihren Stil; oder gingen mit der Zeit. Denn aus den Glamrock- und Powerpopsongs der siebziger Jahre wurde Disco (inclusive einer Zusammenarbeit mit Giorgio Moroder), Synthie-Pop und ein Flirt mit Techno. Sie schrieben das Musical „The Seduction of Ingmar Bergman“ und arbeiteten mit Franz Ferdinand zusammen. Ihr erster gemeinsamer Song war „Collaborations don’t work“. Ohne Humor, Selbstironie, Dekonstruktion in Wort und Bild und Vaudeville sind die Sparks halt nicht denkbar.

Sie hatten immer wieder, abwechselnd in verschiedenen Ländern und Kontinenten, Nummer-Eins-Hits und blieben dabei immer unter dem Radar der breiten Öffentlichkeit. Denn wer die Sparks der einen Phase mag, mag nicht unbedingt die Sparks der anderen Phase.

Ein großer Teil ihres Charmes beruht auf dem gegensätzlichen Aussehen der beiden Brüder und ihrer ‚Britishness‘. Dabei sind sie aus Kalifornien kommende US-Amerikaner, deren verschrobene Musik in den späten sechziger Jahren dort nicht verstanden wurde. In England schon eher und zwischen David Bowie (in seiner Ziggy-Stardust-Phase), Queen und T-Rex fielen sie nicht weiter auf. Der Lohn waren Single-Hits, kreischende, die Bühne stürmende Teenager und Fans wie Edgar Wright, der sie Ende der Siebziger entdeckte. Jetzt setzte er ihnen mit seiner Doku „The Sparks Brothers“ ein Denkmal. Denn danach sind die Sparks die größte Band aller Zeiten.

Er erzählt ihre Geschichte chronologisch in einem Mix aus Konzertmitschnitten, alten und neuen Dokumentaraufnahmen und sprechenden Köpfen. Interviewt wurden die beiden Brüder, Weggefährten und Fans. Dieses gut erprobte Verfahren ist allerdings, wenn der Reihe nach die nächste und die nächste Platte vorgestellt wird, auf die Dauer etwas ermüdend. Denn die Sparks haben inzwischen 26 Studioalben veröffentlicht und jede dieser Platten, die selbstverständlich ein Meisterwerk ist, will gewürdigt werden. Neben den anderen Projekten der Brüder. In dem Moment wird das chronologische Verfahren zu einem Problem. Vor allem wenn es auf das mitteilungsbedürftige Fantum des Regisseurs trifft, er einen exklusiven Zugang zu dem Archiv der Porträtierten hat und diese stark in das Projekt involviert sind. Deshalb ist Wrights Doku auch keine schlanke neunzig Minuten, sondern voluminöse hundertvierzig Minuten.

Am Ende steht eine unkritische, aber vergnügliche Heldenverehrung. Denn die Brüder Ron und Russell Mael sind einfach zwei herrlich schrullige Typen. Im Interview, im Studio und auf der Bühne, wo der eine sich mit stoischer Mine (und inzwischen etwas gestutztem Charlie-Chaplin-Hitler-Bärtchen) hinter seinem Keyboard verschanzt, während der andere mit wechselnden Haarlängen singend über die Bühne springt.

The Sparks Brothers (The Sparks Brothers, USA 2021)

Regie: Edgar Wright

Drehbuch: Edgar Wright

mit Ron Mael, Russell Mael, Beck, Thurston Moore, Björk, Vince Clark, Flea, Giorgio Moroder, Todd Rundgren, ‚Weird Al‘ Yankovic, Mike Myers, Jason Schwartzman, Neil Gaiman

Länge: 141 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „The Sparks Brothers“

Metacritic über „The Sparks Brothers“

Rotten Tomatoes über „The Sparks Brothers“

Wikipedia über „The Sparks Brothers“ und die Sparks (deutsch, englisch)

Homepage der Sparks

AllMusic über die Sparks

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The World’s End“ (The World’s End, Großbritannien 2013)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „Baby Driver“ (Baby Driver, USA 2017)

Zufällige Songs


TV-Tipp für den 9. Oktober: Donnie Brasco

Oktober 8, 2021

One, 22.00

Donnie Brasco (Donnie Brasco, USA 1997)

Regie: Mike Newell

Drehbuch: Paul Attanasio

LV: Joseph D. Pistone, Richard Woodley: Donnie Brasco: My Undercover Life in the Mafia, 1990

FBI-Agent Joe Pistone arbeitete von 1975 bis 1981 als Undercover-Agent in New York gegen den Bonanno Clan. Dabei befreundete er sich mit dem Kleingangster Lefty Ruggiero.

Intensives Porträt über Mafiosi am unteren Ende der Futterleiter, den persönlichen Folgen gefährlicher Einsätze, über Beziehungen, Freundschaft und Verrat.

Mit Al Pacino, Johnny Depp, Michael Madsen, James Russo, Anne Heche

Wiederholung: Samstag, 16. Oktober, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Donnie Brasco”

Wikipedia über „Donny Brasco“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Mike Newells „Deine Juliet“ (The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society, USA/Großbritannien 2018)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Aus Colin Niels „Nur die Tiere“ wird Dominik Molls „Die Verschwundene“

Oktober 8, 2021

Am 19. Januar verschwindet Évelyne Ducat, die Frau eines aus der Gegend stammenden vermögenden Geschäftsmanns. Ihr Wagen steht an einer Landstraße im Schnee. Die Suche der Polizei verläuft ergebnislos.

Dagegen erfahren wir in Colin Niels Noir „Nur die Tiere“ und in Dominik Molls kongenialer Verfilmung des Romans, die bei uns unter dem Titel „Die Verschwundene“ in den Kinos läuft, was passierte. Dabei entfaltet die Geschichte sich nicht chronologisch, sondern aus verschiedenen, nacheinander erzählten Perspektiven. Diese Erzählungen überlappen sich zeitlich teilweise. Und sie ergeben ein düsteres Porträt des französischen Landlebens im Zentralmassiv. Die Höfe liegen weit auseinander. Das Einkommen der Landwirte ist kärglich. Jedenfalls bei den Landwirten, die Alice als Sozialarbeiterin besucht. Auch ihr gehört ein Hof. Er wird von ihrem Mann Michel betrieben. Ihre Ehe – beide sind Mttvierziger – ist im Alltag erstarrt.

Einer ihrer Kunden ist der allein lebende Joseph. Er ist auch ihr Geliebter; wobei die Initiative dafür von ihr ausging. Er hat – soviel kann verraten werden – Évelyne nicht ermordet. Allerdings entdeckt er Évelynes auf seinem Hof hingelegte Leiche, versteckt sie spontan in seiner Scheune und baut eine Beziehung zu der langsam verwesenden Leiche auf.

Eine andere Person, die eine Beziehung zur verschwundenen Évelyne hat, ist Marion. Die Mittzwanzigerin verliebt sich in die Endvierzigerin und zieht wegen ihr ins Zentralmassiv. Évelyne ist über das plötzliche Auftauchen ihrer Geliebten nicht begeistert. Sie möchte die Beziehung sofort beenden.

Niel wählte für seinen Noir eine ungewöhnliche Struktur. Er lässt seine Figuren ihre Geschichte erzählen und ordnet sie so an, dass sie auch immer mehr Hintergründe über Évelynes Verschwinden enthüllen. In einem Roman, der sich wie eine Sammlung von lose miteinander verbundenen Kurzgeschichten liest, funktioniert das ganz gut. Immerhin hängen die Erzählungen miteinander zusammen und jede Figur sucht nach Liebe. Es ist allerdings auch eine Struktur, die nur schwer in einen Film übertragen werden kann. So wird Alice, die Erzählerin der ersten Geschichte, zunehmend unwichtiger. Und Marions Geschichte spielt vor Èvelynes Verschwinden. Sie hat nur sehr wenige Berührungspunkte mit den anderen Geschichten. Sie ist allerdings sehr wichtig, um Évelynes Verschwinden zu verstehen.

Die aus den unterschiedlichen Perspektiven entstehende Geschichte von Èvelynes Ermordung ist auch eine Abhandlung über die Macht des Zufalls. Denn die verschiedenen Handlungen haben hier immer wieder Konsequenzen, die die handelnden Personen nicht wollten oder von denen sie nichts wissen. So hat Marion keine Ahnung, was ihr Auftauchen in der Provinz auslöst.

Wie in dem ebenfalls diese Woche im Kino angelaufenem Horrorfilm und Cannes-Gewinner „Titane“, geht es in „Nur die Tiere“/“Die Verschwunden“, wie gesagt, um die Suche nach Liebe und den seltsamen Wegen, die sie geht. Dabei akzeptieren die Macher vorbehaltlos jede Form von Liebe zu anderen ‚Menschen‘. Aber während das in „Titane“ nur eine lose, fast schon bemühte Interpretionsklammer ist, wird dieses Thema in „Nur die Tiere“/“Die Verschwundene“ erzählerisch stringenter, geschlossener und mit stärker in der Realität verhafteten Personen und Ereignissen erzählt. Umso verstörender sind dann die von Joseph und Michel gewählten Objekte der Begierde.

Dominik Moll („Lemming“, „Der Mönch“) übertragt den Roman und seine eigentlich unverfilmbare Struktur und Erzählweise gelungen auf die Leinwand. Dabei verändert er einiges, aber er bleibt bei seiner Interpretation immer nah an der Vorlage.

Am Ende haben wir einen sehenswerten Film und einen lesenswerten Roman.

Die Verschwundene (Seules les bêtes, Frankreich/Deutschland 2019)

Regie: Dominik Moll

Drehbuch: Dominik Moll, Gilles Marchand

LV: Colin Niel: Seules les bêtes, 2017 (Nur die Tiere)

mit Denis Ménochet, Valeria Bruni Tedeschi, Laure Calamy, Damien Bonnard, Nadia Tereszkiewicz, Bastien Bouillon, Guy Roger ‚Bibisse‘ N’drin

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

Colin Niel: Nur die Tiere

(übersetzt von Anne Thomas)

Lenos Verlag, 2021

288 Seiten

16 Euro

Originalausgabe

Seules les bêtes

Éditions du Rourgue, 2017

Demnächst

Colin Niel: Unter Raubtieren

(übersetzt von Anne Thomas)

Lenos Verlag, 2021

360 Seiten

24 Euro

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

AlloCiné über „Die Verschwundene“

Filmportal über „Die Verschwundene“

Moviepilot über „Die Verschwundene“

Rotten Tomatoes über „Die Verschwundene“

Wikipedia über „Die Verschwundene“ (deutsch, englisch, französisch) und Colin Niel 

Perlentaucher über „Nur die Tiere“


TV-Tipp für den 8. Oktober: Frances Ha

Oktober 7, 2021

One, 22.30

Frances Ha (Frances Ha, USA 2012)

Regie: Noah Baumbach

Drehbuch: Greta Gerwig, Noah Baumbach

Frances Ha stolpert durch ihr Leben – und wir sind verzückt.

Eines der Kino-Highlights von 2013.

mit Greta Gerwig, Mickey Sumner, Michael Esper, Adam Driver, Michael Zegen, Charlotte d’Amboise, Crace Gummer, Justine Lupe, Patrick Heusinger, Christine Gerwig, Gordon Gerwig

Hinweise

Metacritic über „Frances Ha“

Rotten Tomatoes über „Frances Ha“

Wikipedia über „Frances Ha“ (deutsch, englisch)

Berlinale: „Frances Ha“-Pressekonferenz Noah Baumbach und Greta Gerwig

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Frances Ha“ (Frances Ha, USA 2012)

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Gefühlt Mitte Zwanzig“ (While we’re young, USA 2014)

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Mistress America“ (Mistress America, USA 2015)

Meine Besprechung von Greta Gerwigs „Lady Bird“ (Lady Bird, USA 2017)

Meine Besprechung von Greta Gerwigs „Little Women“ (Little Women, USA 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: Der Cannes-Gewinner 2021: „Titane“ von Julia Ducournau

Oktober 7, 2021

Jetzt ist er da: der diesjährige Cannes-Gewinner. Ein spektakulär gutaussehender Film, der das Potential für einen Skandalfilm hat. Allerdings ist die Zeit der Skandalfilme, also die Zeit, als Kritiker wutschnaubend die Vorstellung verließen, kirchliche Würdenträger den endgültigen Verfall der Sitten konstatierten (natürlich ohne das Werk gesehen zu haben), Zuschauer bei der Vorstellung ohnmächtig wurden und der Film anschließend in mehreren Ländern verboten wurde, vorbei.

Heute gibt es für so einen Film eine Freigabe ab 16 Jahre; was, zugegeben, eine ziemlich gewagte Entscheidung ist. Denn „Titane“ ist mit seinen zahlreichen intensiven Body-Horror-Szenen wirklich kein Film für zartbesaitete Zuschauer.

Im Mittelpunkt steht Alexia (Agathe Rousselle). Als Kind wurde sie bei einem von ihrem Vater verursachtem Autounfall schwer verletzt. Seitdem hat sie eine Titanplatte in ihrem Kopf. Inzwischen ist sie eine junge Frau. In einer Autoshow, die sich kaum von einem Stripclub unterscheidet, arbeitet sie als Tänzerin. Nach der Show hat sie zuerst etwas, das wie wilder Sex mit einem Auto aussieht, und dann auf dem Parkplatz Ärger mit einem übergriffigem Gast.

Er ist eines ihrer Opfer und weil sie keine Energie darauf verschwendet, ihre Spuren zu verwischen, wird sie schnell als Serienkillerin gesucht. Im Fernsehen sieht sie auch das Bild eines vor zehn Jahren veschwundenen Jungen. Sie hat eine entfernte Ähnlichkeit mit ihm. Deshalb schneidet sie sich die Haare, bricht sich die Nase und gibt sich, in körperverhüllenden Kleidern, als Adrien aus.

Adriens Vater Vincent (Vincent Lindon) ist der Kommandant einer einsam gelegenen Feuerwehrstation. Die jugendlichen Feuerwehrleute, die er ausbildet und die ausschließlich Männer sind, übernachten dort. Für sie ist er die unumstrittene Führerfigur, die entsprechend frei schalten und walten kann. Eine Welt außerhalb der Station scheint es nicht zu geben.

Vincent akzeptiert Alexia sofort als Adrien. Ihr Schweigen und ihr ruppig-abweisendes Verhalten erklärt er sich mit den traumatischen Erfahrungen ihrer/seiner Entführung. Er sieht auch über Alexias dicker werdenden Bauch (einiges spricht dafür, dass der Vater kein Mensch, sondern ein Auto ist) hinweg. Aber wie lang kann er die immer offensichtlicher werdende Realität ignorieren?

Bereits mit ihrem ersten Film „Raw“ (Grave, Frankreich/Belgien 2016), der bei uns nur auf DVD erschien, tobte Julia Ducournau sich im Horrorgenre aus. Im Mittelpunkt ihrer Coming-of-Age-Geschichte steht eine Sechzehnjährige, die zur Kannibalin wird.

Auch „Titane“ ist ein heftiger Film. So weckt der erste Teil, wegen seiner Verbindung von Body-Horror, Autos und Sex, spontan Erinnerungen an David Cronenbergs J.-G.-Ballard-Verfilmung „Crash“. Die Serienkillergeschichte ist oft äußerst blutig und schwarzhumorig. Dabei ist es Alexia letztendlich egal, wen sie warum umbringt. Ihre Morde haben eine beeindruckende rohe Effektivität und sie sind durchaus einfallsreich in ihrer Brutalität. Aber nachdem die Polizei öffentlich nach ihr fahndet, muss sie ihr Aussehen verändern und untertauchen.

Der dann folgende zweite und subjektiv längere Teil des Films (Sorry, ich hatte nicht auf die Uhr gesehen.) führt in eine seltsam Testosteron-gesteuerte Männerwelt, die mit dem ersten Teil nichts zu tun hat.

Beide Teile können, wenn man die einzelnen Episoden zu einem überwölbenden Thema zusammenfassen will, als ein verquerer Schrei nach Zuneigung und ein Aufruf zur Toleranz gelesen werden kann. Jedenfalls wollte Ducourneau etwas über die Liebe erzählen.

Am Ende wirkt „Titane“ wie eine Best-of-Compilation des harten Horrorfilms: stilsicher inszeniert, – was in diesem Fall auch heißt, stilsicher Geschmacks-, Ekel- und Toleranzgrenzen des Publikums auslotend -, immer wieder überzeugende Szenen, die sich tonal vollkommen von der vorherigen Szene unterscheiden können, immer wieder strange und zu offensichtlich auf die große Empörung des Publikums spekulierend.

Ich war am Ende des Films ratlos, was ich von diesem disparatem Potpourri aus Ideen halten sollte und was mir der Film sagen wollte. Das liebt auch daran, dass ich mich aus Prinzip weigere, ohne Nachzudenken, auf einen hysterischen Erregungszug aufzuspringen oder besinnungslos die aktuellen Feuilleton-Schlagworte herunterzubeten.

Auch rückblickend ändert sich das nicht.

Titane (Titane, Frankreich 2021)

Regie: Julia Ducournau

Drehbuch: Julia Ducournau

mit Vincent Lindon, Agathe Rousselle, Garance Marillier, Lais Salameh

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

AlloCiné über „Titane“

Moviepilot über „Titane“

Metacritic über „Titane“

Rotten Tomatoes über „Titane“

Wikipedia über „Titane“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 7. Oktober: Der Würgeengel

Oktober 6, 2021

Arte, 00.20

Der Würgeengel (l ángel exterminador, Mexiko 1962)

Regie: Luis Buñuel

Drehbuch: Luis Buñuel, Luis Alcoriza

Ein weiterer Buñuel-Film – und der Abschluss der kleinen Arte-Reihe. Dieses Mal geht es um eine Abendgesellschaft, deren gemeinsames Essen in Edmundos Villa eine merkwürdige Wende nimmt. Denn nach dem Essen können die Gäste das Haus nicht mehr verlassen. Obwohl die Türen offen stehen und es kein erkennbares Hindernis gibt.

mit Silvia Pinal, Lucy Gallardo, Augusto Benedico, Jacqueline Andere, Enrique Rambal, José Baviera

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Würgeengel“

Wikipedia über „Der Würgeengel“ (deutsch, englisch)


Superman ist Zaungast, wenn „Lois Lane – Reporterin im Fadenkreuz“ ist

Oktober 6, 2021

Lois Lane ist die Freundin von „Superman“ Clark Kent, Reporterin beim „Daily Planet“ in Metropolis und viel mehr dürfte der 08/15-Leser nicht über sie wissen. Schließlich ist ihr Superheldenfreund für die Rettung der Welt zuständig.

Das mit ihrer Bekanntheit könnte sich mit Greg Ruckas „Lois Lane: Reporterin im Fadenkreuz“ ändern. Denn in der zwölfteiligen Miniserie steht ihre Arbeit als investigative Journalistin im Mittelpunkt. Superman bzw. Clark Kent hat nur einige Miniauftritte als der Mann an ihrer Seite. Zunächst weil Lois Lane ohne seine Superkräfte arbeiten will. Später weil es auch um okkulte Dinge geht und Supermans Fähigkeiten in diesem Zusammenhang unbrauchbar sind.

Die Miniserie beginnt mit der Recherche im Todesfall Mariska Voronova. Die Journalistin soll sich in Moskau angeblich umgebracht haben. Lois Lane bittet Renee Montoya um Hilfe. Montoya war in Gotham City Polizistin. Jetzt ist sie als mit einer identitätsverschleiernden Maske arbeitetender Detektiv Question unterwegs. In Moskau soll sie Voronovas gut versteckte Rechercheergebnis aus dem Versteck holen und zu Lane zu bringen.

Währenddessen wird Lane die Akkreditierung für das Weiße Haus entzogen. Sie hatte nachgefragt, ob Mitglieder der Regierung an der Trennung von Familien zu ihren Kindern in Flüchtlingslagern Geld verdienen.

Ihre investigativen Recherchen und die damit verbundenen Enthüllungsreportagen führen schließlich zu einem mit großem Aufwand geplanten Bombenattentat auf sie. Danach ist ihre Wohnung ein Trümmerfeld. Die Täterin kann entkommen. Es handelt sich um Kiss of Death und sie plant schon ihren nächsten Anschlag auf Lane.

Wer von der Miniserie „Lois Lane – Reporterin im Fadenkreuz“ eine in sich hundertprozentig geschlossene Geschichte über eine Reporterin, die einen großen Skandal, den wir bis ins allerletzte Detail verstehen, erwartet, wird enttäuscht sein. Die von ihr aufgedeckten Skandale und die Reaktionen darauf werden nur nebenbei angesprochen. Und es gibt nicht den einen großen Skandal. Stattdessen gibt die Miniserie einen gelungenen Einblick in das Leben einer furchtlosen investigativen Journalistin, die mächtige Gegner im Wochentakt herausfordert. Einige von ihnen schicken dann Killer los. Lanes Kampf um die Wahrheit ist ein niemals endender Kampf. Greg Rucka und Mike Perkins schildern ihn in spannungsgeladenen Episoden.

Hardboiled-Autor Greg Rucka ist bekannt für seine starken Frauenfiguren. Zu nennen sind hier, wenn wir seine Romane ignorieren, die mit Ed Brubaker geschriebene Serie „Gotham Central“ (in der die frustrierende Arbeit der Polizei geschildert wird, während Batman die Lorbeeren einsammelt; Renee Montoya ist eine der Hauptfiguren), „Stumptown“ (über die bisexuelle, in Portland, Oregon, arbeitende toughe Privatdetektivin Dex Parios), die Geheimagentinnenserie „Queen & Country“ und selbstverständlich die in der Antarktis spielenden „Whiteout“-Geschichten mit US-Marshal Carrie Stetko.

Mike Perkins zeichnete u. a. eine von Ed Brubaker erfundene „Captain America“-Geschichte, die Comic-Adaption von Stephen Kings „The Stand“ und „Der Fluch von Rowans Rise“.

Greg Rucka/Mike Perkins: Lois Lane – Reporterin im Fadenkreuz

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2021

324 Seiten

32 Euro

Originalausgabe

Lois Lane: Enemy of the People, Part One – Part Twelve

DC Comics, September 2019 – September 2020

Hinweise

Wikipedia über Lois Lane (deutsch, englisch)

Homepage von Greg Rucka

Meine Besprechung von Greg Rucka/Steve Liebers „Whiteout“ (Whiteout, 1998/1999)

Meine Besprechung von Greg Rucka/Steve Liebers „Whiteout: Melt“ (Whiteout: Melt, 1999/2000)

Meine Besprechung von Greg Ruckas “Die Welt ohne Superman” (The Sleepers, 2009)

Meine Besprechung von Greg Ruckas “Batman: Hinter der Maske” (Cutter, März – Mai 2010/Beneath the Mask,  Juni – Juli 2010/Good King Wencesias, Februar 2009)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Greg Ruckas “Gotham Central: In Erfüllung der Pflicht (Band 1)” (Gotham Central # 1 – 5, 2003)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht) (Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4, Disney/Lucasfilm 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Vor dem Erwachen“ (Star Wars: Before the Awakening, 2015)

Meine Besprechung von Greg Rucka/Michael Larks „Gotham Central: Doppeltes Spiel (Band 2)“ (Gotham Central #6 – 12, DC Comics)

Meine Besprechung von Greg Rucka/Ed Brubakers „Gotham Central: Im Fadenkreuz des Jokers (Band 3)“ (Gotham Central # 11 – 15, DC Comics)

Meine Besprechung von Greg Rucka/Ed Brubakers „Gotham Central: Bullocks letzter Fall (Band 4)“ (Gotham Central # 16 – 22, DC Comics)

Meine Besprechung von Greg Rucka (Autor)/Nicola Scott/Bilquis Evely (Zeichner) „Wonder Woman: Das erste Jahr (Rebirth – Die Wiedergeburt des DC-Univerums)“ (Wonder Woman: Year One, Part One – Finale (# 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14), 2016/2017)

Meine Besprechung vonGreg Rucka (Autor)/J. G. Jones (Zeichner) „Wonder Woman/Batman: Hiketeia“ (Wonder Woman/Batman: The Hiketeia, 2002)

Meine Besprechung von Greg Rucka/J. G. Jones‘ „Marvel Knights: Black Widow – Tödliche Schwestern“ (Black Widow (1999) # 1 – 3: The Itsy-Bitsy Spider; Black Widow (2001) # 1 – 3: Breakdown; Black Widow (2002) # 1- 3: Pale Blue Spider)

Greg Rucka in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 6. Oktober: Killer, Trader und Psychopath

Oktober 5, 2021

Arte, 22.10

Killer, Trader und Psychopath (Frankreich 2021)

Regie: Jean-Christophe Klotz

Drehbuch: Jean-Christophe Klotz

Brandneue einstündige Doku über Bret Easton Ellis und sein 1991 erschienenes Skandalbuch „American Psycho“. In Deutschland war der Bestseller von 1995 bis 2001 indiziert.

Weniger skandalös war, neun Jahre später, Mary Harrons Verfilmung des Romans.

Hinweise

Arte über die Doku (in der Mediathek bis zum 14. März 2022)

Wikipedia über Bret Easton Ellis (deutsch, englisch)