Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: „Endzeit“ mit zwei jungen Frauen, vielen Zombies und einer Kräuterhexe

August 22, 2019

Zombies in der deutschen Provinz, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen? Warum nicht.

Nach einer weltweiten Katastrophe, die die Menschheit auf wenige, sehr wenige Überlebende dezimierte, jagen die Zombies in „Endzeit“ in Thüringen, zwischen Weimar und Jena, Menschen. In diesen beiden Städten haben sich die letzten Menschen vor den Zombies verschanzt. In Weimar geht man rabiat gegen die Zombies vor. Man tötet sie und alle die sich infiziert haben könnten. In Jena soll dagegen an einem Gegenmittel geforscht werden und es soll über eine friedliche Koexistenz zwischen Menschen und Zombies nachgedacht werden. Die einzige Verbindung zwischen den zwanzig Kilometer voneinander entfernt liegenden Städten ist ein unbemannter Versorgungszug.

In diesem verstecken sich, als der Zug Weimar verlässt, die 22-jährige Vivi (Gro Swantje Kohlhof) und die 26-jährige Eva (Maja Lehrer). Die taffe Kämpferin Eva wurde bei einem Zombieangriff verletzt. Sie hofft, dass ihr in Jena geholfen werden kann. Vivi ist das komplette Gegenteil von Eva. Sie macht sich Vorwürfe, weil sie ihre jüngere Schwester bei einem Zombieangriff nicht retten konnte. Sie ist auch etwas verpeilt und unbeholfen.

Während der Fahrt bleibt der Zug auf offener Strecke stehen.

Seit der Wiederkehr von Zombies in die Popkultur vor nun schon auch deutlich über zehn Jahren haben die Untoten sich durch alle Länder, Orte und Zeiten (Zombies im viktorianischen England? Warum nicht.) durchgebissen. Nur um Deutschland machten sie einen großen Bogen. Es gab, immerhin, 2010 den in Berlin spielenden Zombie-Film „Rammbock“. Und das war es dann auch schon.

Inzwischen ist die Welle etwas abgeebbt. „Die Nacht der lebenden Toten“-Regisseur George A. Romero, der Erfinder des modernen Zombies in der Popkultur, starb 2017. Im Juli beendete Robert Kirkman mit dem 193. Heft seine langlebige Comicserie „The Walking Dead“. Die TV-Serie läuft weiter und es werden weitere Ableger produziert. Die lange angekündigte Fortsetzung von „World War Z“ wird wohl nicht mehr gedreht werden.

Da kommt „Endzeit“ fast als Nachschlag. Der Film basiert auf Olivia Viewegs Comic „Endzeit“. Seinen Ursprung hatte er in ihrer 2011 entstandenen Diplomarbeit an der Bauhaus-Universität in Weimar. Danach wurde die Diplomarbeit auch veröffentlicht und später von ihr zu einem Drehbuch, das 2015 den Tankred-Dorst-Preis gewann, umgeschrieben. 2018 erschien Carlsen „Endzeit“ in einer deutlich erweiterten Comic-Fassung.

Fast gleichzeitig entstand der von Carolina Hellsgård inszenierte Film. Entsprechend eng miteinander verbunden sind Buch und Film. Der Film wirkt oft sogar, als habe man einfach den Comic als Storyboard genommen. Leider. Denn Comic und Film sind zwei unterschiedliche Medien. Dialoge, die in einem Comic funktionieren, wirken gesprochen hölzern. Details, die in einem gezeichneten Bild nicht weiter auffallen oder überhaupt nicht auftauchen, fallen im Film auf. So sind im Film beide Frauen erstaunlich unvorbereitet auf die Reise gegangen. Sie haben keine Waffen dabei. Sie haben nichts zu essen dabei (Gut, es sind ja nur zwanzig Kilometer mit dem Zug.). Eva hat eine nur halb gefüllte Wasserflasche dabei (im Hochsommer!). Vivi läuft mit Sandalen herum, mit denen ich noch nicht einmal vor die Haustür gehen würde.

Auf der Reise verhalten sie sich oft idiotisch. In der Nacht schlafen sie friedlich nebeneinander, anstatt dass eine Wache schiebt. Sie schlafen ungeschützt auf dem Boden. Bis sie sich Waffen und besseres Schuhwerk besorgen, vergeht viel Zeit.

Und warum verkehrt der Versorgungszug zwischen den beiden Städten ohne einen Fahrer und eine Wache? Schließlich muss die Strecke, selbstfahrende Züge hin, selbstfahrende Züge her, von auf den Gleisen herumlungernden Zombies geräumt werden.

Gut, das kann einfach erklärt werden: wenn ein Fahrer im Zug gewesen wäre, hätten Eva und Vivi nicht so einfach einsteigen können.

Diese Details und die Dialoge reißen einen immer wieder aus der Filmgeschichte heraus. In einem Comic stört das alles nicht. Schließlich wird die Realität in Comiczeichnungen immer stark vereinfacht. Gleichzeitig werden bestimmte Dinge betont.

Die Geschichte ist ein feministischer Zugriff auf das Genre, bei dem die beiden jungen Protagonistinnen kein Interesse an Männern haben. Diese tauchen nur als Neben-Nebenfigur oder Zombie (wobei auch hier viele Frauen dabei sind) auf. Stattdessen begegnen Vivi und Eva im Niemandsland zwischen Weimar und Jena einer Frau (im Film gespielt von Trine Dyrholm), die eine tiefe Koexistenz mit der Pflanzenwelt hat und Vivi gerne bei sich aufnähme.

Gleichzeitig erzählt „Endzeit“ eine Coming-of-Age-Geschichte, die im Buch offensichtlicher und glaubwürdiger als im Film ist. Denn Vieweg zeichnete Vivi und Eva mit ihren großen Augen und ihren mädchenhaften, fast noch kindlichen Körpern als junge Menschen, die irgendwo im Teenageralter sind. Im Film sind sie deutlich älter. Vivi ist 22 Jahre, Eva 26. Damit sind beide erwachsene Menschen.

Während der Comic die Zombieapokalypse aus feministischer und ökologischer Perspektive betrachtet, scheitert der Film an seinen hölzernen Dialogen, den zu vielen nicht plausiblen Details, einer zu sparsamen Charakterisierung der beiden Hauptfiguren und einer damit verbundenen thematischen Diffusität. So schwankt der Film unentschlossen zwischen Zombiefilm, Coming-of-Age-Drama, düsterem Märchen und romantischer Naturverklärung.

P. S. für den Horrorfan: Die Zombieangriffe sind spärlich und oft schnell vorbei. Der Suspensefaktor ist ebenfalls überschaubar.

Endzeit (Deutschland 2018)

Regie: Carolina Hellsgård

Drehbuch: Olivia Vieweg

LV: Olivia Vieweg: Endzeit, 2018

mit Gro Swantje Kohlhof, Maja Lehrer, Trine Dyrholm, Barbara Philipp, Axel Werner, Amy Schuk, Muriel Wimmer

Länge: 90 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Die Vorlage

Olivia Vieweg: Endzeit

Carlsen, 2018

288 Seiten

22 Euro

–

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Filmportal über „Endzeit“

Moviepilot über „Endzeit“

Metacritic über „Endzeit“

Rotten Tomatoes über „Endzeit“

Wikipedia über „Endzeit“

Homepage von Olivia Vieweg


TV-Tipp für den 21. August: Ich bin wie ich bin

August 20, 2019

One, 22.00

Ich bin wie ich bin (Col cuore in gola/Le Coeur aux Levres, Italien/Frankreich 1967)

Regie: Tinto Brass

Drehbuch: Pierre Lévy, Francesca Longo, Sergio Donati

LV: Sergio Donati: Il sepolcro di carta, 1955

Ein junger Mann will eine junge Frau beeindrucken, indem er einen Mord aufklärt. Böser Fehler.

Kunterbunter Sixties-Giallo, der inzwischen einen gewissen Kultstatus hat. Damals urteilte das Lexikon des internationalen Films unerbittlich: „bei einer oberflächlichen Mischung aus Sex und Crime bleibt.“

Später inszenierte Tinto Brass „Salon Kitty“ (1976) und „Caligula“ (1979).

Mit Jean-Louis Trintignant, Ewa Aulin, Roberto Bisacco, Charles Kohler, Luigi Bellini, Vira Silenti

Wiederholung: Donnerstag, 22. August, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ich bin wie ich bin“

Wikipedia über „Ich bin wie ich bin“ (deutsch, englisch)


Cover der Woche

August 20, 2019

weil Lana Wachowski, anscheinend ohne ihre Schwester Lilly, an einem vierten „Matrix“-Film arbeitet. Keanu Reeves und Carrie-Ann Moss spielen wieder ihre alten Rollen. Als Drehbuchautoren werden neben Wachowski (die auch Regie führen soll) Aleksander Hemon und David Mitchell genannt. Mehr ist noch nicht bekannt.

Und, ehrlich gesagt, hätte ich nach dem ersten, grandiosen „Matrix“-Film keine weiteren „Matrix“-Filme gebraucht.


TV-Tipp für den 20. August: The Wrestler

August 20, 2019

Servus TV, 22.00

The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz (The Wrestler, USA 2008)

Regie: Darren Aronofsky

Drehbuch: Robert Siegel

Über dreißig Filmpreise erhalten (unter anderem der Goldene Löwe in Venedig), für über dreißig weitere Preise nominiert, Kritikerliebling, und die gloriose, allerdings nicht nachhaltige Rückkehr von Mickey Rourke als Schauspieler. Er erhielt für seine Rolle unter anderem den Golden Globe und den BAFTA Award und war für den Oscar nominiert.

Die Story: Im semidokumentarischem Stil eines Siebziger-Jahre-New-Hollywood-Films verfolgt Aronofsky den abgewrackten Wrestler Randy ‘The Ram’ Robinson, dessen Leben nur aus Wrestling besteht. Nach einem Infarkt soll er das Wrestling aufgeben, er versucht einen Neuanfang, will sich mit seiner Tochter aussöhnen und kann doch vom Wrestling nicht lassen.

Großartiges Schauspielerkino, mit einem deutlichen Blick auf das Mainstream-Publikum.

Als nächsten Film drehte Aronofsky den grandiosen Ballettfilm „Black Swan“, der in vielen Punkten die spiegelbildliche Ergänzung zu „The Wrestler“ ist.

mit Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood

Wiederholung: Mittwoch, 21. August, 02.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Wrestler“

Wikipedia über „The Wrestler“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys “Black Swan” (Black Swan, USA 2010)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys „Noah“ (Noah, USA 2014)

Darren Aronofsky in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 19. August: Augen ohne Gesicht

August 18, 2019

Arte, 21.50

Augen ohne Gesicht (Les yeux sans visage, Frankreich/Italien 1960)

Regie: Georges Franju

Drehbuch: Pierre Boileau, Thomas Narcejac, Jean Redon, Claude Sautet

LV: Jean Redon: Les Yeux sans visage, 1959

Nach einem Autounfall ist Christiane Rasanoff entstellt. Ihr Vater, ein angesehener Chirurg, versucht mit Hauttransplantationen das Gesicht seiner Tochter wiederherzustellen. Weil sich allerdings keine willigen Spenderinnen finden, lockt er sie unter einem falschen Vorwand in sein Anwesen.

Extrem selten gezeigter Horrorfilmklassiker.

„erster wirklich moderner Horrorfilm für Erwachsene…Dabei sorgen Franjus köstlicher, schwarzer Humor und unvergesslich schöne Bilder für hohes Niveau.“ (James Marriott/Kim Newman: Horror)

Sein Einfluss ist beispielsweise in Pedro Almodóvars „Die Haut, in der ich wohne“ (Spanien 2011) sicht- und in Billy Idols Song „Eyes Without a Face“ hörbar.

mit Pierre Brasseur, Alida Valli, Juliette Mayniel, Edith Scob, Beatrice Altariba

auch bekannt als „Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff“ (Kinotitel)

Wiederholung: Donnerstag, 29. August, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Augen ohne Gesicht“

Wikipedia über „Augen ohne Gesicht“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 18. August: Snowden

August 17, 2019

RTL, 20.15

Snowden (Snowden, USA/Deutschland 2016)

Regie: Oliver Stone

Drehbuch: Oliver Stone, Kieran Fitzgerald

LV: Anatoli Kutscherena: Time of the Octopus, ?; Luke Harding: The Snowden Files: The Inside Story of the World’s Most Wanted Man, 2014 (Edward Snowden: Geschichte einer Weltaffäre)

Sehenswertes Biopic über Edward Snowden, der Mann, der uns 2013 über die globale Überwachung der NSA informierte und der seitdem als politischer Flüchtling in Moskau lebt.

Oliver Stone inszenierte den Whistleblower als Patrioten, der unbedingt als freier Mann in die USA zurückkehren sollte.

Wer Laura Poitras‘ grandiosen Dokumentarfilm „Citizenfour“ kennt, wird in „Snowden“ nichts Neues erfahren.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Am 17. September erscheint im S. Fischer Verlag Edward Snowdens Autobiographie „Permanent Record – Meine Geschichte „.

mit Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Melissa Leo, Nicolas Cage, Zachary Quinto, Tom Wilkinson, Rhys Ifans, Scott Eastwood, Joely Richardson, Timothy Olyphant, Ben Schnetzer

Wiederholung: Montag, 19. August, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Snowden“

Metacritic über „Snowden“

Rotten Tomatoes über „Snowden“

Wikipedia über „Snowden“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Oliver Stones Don-Winslow-Verfilmung „Savages“ (Savages, USA 2012)

Meine Besprechung von Oliver Stones „Snowden“ (Snowden, USA/Deutschland 2016)

Meine Besprechung von Laura Poitras’ „Citzenfour“ (Citizenfour, USA/Deutschland 2014) (mit weiteren Video-Interviews) und der DVD (ebenfalls mit Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Glenn Greenwalds „Die globale Überwachung“ (No place to hide, 2014)


TV-Tipp für den 17. August: Traffic – Macht des Kartells

August 16, 2019

ARD, 23.45

Traffic – Macht des Kartells (Traffic, USA 2000)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Stephen Gaghan (basierend auf der Miniserie „Traffik“ [GB 1989] von Simon Moore)

Der Kampf der USA gegen die aus Südamerika hereinkommenden Drogen, erzählt in drei parallelen Handlungssträngen.

Ein fantastischer, nah an der Realität entlang erzählter Drogenthriller

mit Michael Douglas, Benicio Del Toro, Catherine Zeta-Jones, Don Cheadle, Luis Guzman, Dennis Quaid, Stephen Bauer, Miguel Ferrer, Topher Grace, Rena Sofer, Albert Finney, Steven Bauer, James Brolin, Viola Davis, Benjamin Bratt

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Traffic – Macht des Kartells“

Wikipedia über „Traffic – Macht des Kartells“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Logan Lucky“ (Logan Lucky, USA 2017) und der DVD

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Unsane: Ausgeliefert“ (Unsane, USA 2018)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte


„Der Metropolist“, seine künstliche Intelligenz und die Terroristen

August 16, 2019

Versprochen wird einem „Pulp Fiction meets Science Fiction: Cooles Ermittlerduo auf Mission im Amerika der Zukunft“ und „ein wilder Ritt durch das Großstadtleben der Zukunft“.

Henry Thompson, der „verklemmteste Korinthenkacker in der Geschichte des Bundesamtes für kommunale Infrastruktur“, wird nach einigen Anschlägen auf die Infrastruktur nach Metropolis geschickt. In dieser Multikultimetropole sind der Dienststellenleiter Terrence Kirklin und seine deutlich jüngere Geliebte, die allseits beliebte, supersportliche, superschlaue achtzehnjährige Tochter des Bürgermeisters, Sarah Laury verschwunden. Es wird vermutet, dass ihr Verschwinden etwas mit den Anschlägen zu tun haben.

Um herauszufinden, wer warum die Anschläge verübte und um weitere Anschläge zu verhindern, wird Henry, der ungeeignetste Mann für den Auftrag, nach Metropolis geschickt. Denn er ist nicht nur der Inbegriff des übergenauen Beamten, sondern er hat auch keinerlei Erfahrung als Ermittler. Begleitet wir er von OWEN, der künstlichen Intelligenz der Behörde. Sie ist ein Hologramm, dem von ihrem Erfinder auch eine Liebe zu alten Noir- und Gangsterfilmen einprogrammiert wurde. Deshalb verhält OWEN sich wie ein Regeln ignorierender, literweise Alkohol konsumierender Hardboiled-Detektiv.

Und weil er ein Hologramm ist, kann er sein Aussehen verändern. Er kann auch das Aussehen von Henry verändern und er kann Wesen erschaffen, die vollkommen real erscheinen. Er kann nur keine Türen öffnen und auch keine Waffen abfeuern.

Dieses seltsame Paar wird in Metropolis schnell von den Bösewichtern verfolgt.

Das klingt doch ganz vielversprechend.

Dummerweise löst „Der Metropolis“ keine der von den Ankündigungen und dem Klappentext geschürten Erwartungen ein. Über den Science-Fiction-Part kann man diskutieren. Der Roman spielt 2020, aber in einer Parallelwelt, die mit unserer nichts zu tun hat. Das liegt nicht nur daran, dass es Metropolis nicht gibt und mir in den USA auch keine Großstadt einfällt, die Metropolis sein könnte, sondern dass die im Buch benutzte Hologramm-Technik und die Möglichkeiten einer Künstlichen Intelligenz deutlich fortgeschrittener sind als alles, was es derzeit gibt.

Der Pulp-Fiction-Anteil ist verschwindet gering. Es gibt nur die Erwähnung, dass OWENs Erfinder alte Gangsterfilme mochte und OWEN trinkt. Die Story selbst ist ein gewöhnlicher Terroristenplot in dem Helden mit ihrer ersten Vermutung zuverlässig ans Ziel gelangen. Das liegt auch daran, dass „Der Metropolist“ ein sehr schmales Buch ist.

Humor ist ebenfalls nicht vorhanden. Obwohl man das bei dem Hinweis „wilder Ritt“ und weil Seth Fried laut Autorenbiographie Humorist ist, vermuten könnte.

Selbstverständlich muss ein Humorist nicht immer witzige Bücher schreiben. Allerdings sollte das Wesen und die Weltsicht des Ich-Erzählers, der in „Der Metropolist“ der übergenaue Henry Thompson ist, in jedem Absatz und Satz spürbar sein. Ein detailversessener Beamter sieht die Welt anders als ein von nichts zu beeindruckender Privatdetektiv. Ein Hypochonder nimmt die Welt anders wahr als ein Müllwerker oder eine sich um ihr Baby kümmernde Mutter. Seth Frieds Ich-Erzähler ist dagegen ein Erzähler ohne Eigenschaften.

So ist „Der Metropolist“ kein wilder Ritt durch die Zukunft, sondern ein Langweiler.

–

Seth Fried: Der Metropolist

(übersetzt von Astrid Finke)

Heyne, 2019

320 Seiten

12,99 Euro

–

Originalausgabe

The Municipalists

Penguin Books, 2019

–

Hinweise

Homepage von Seth Fried

Die Zukunft unterhält sich mit Seth Fried


TV-Tipp für den 16. August: Woodstock

August 15, 2019

Arte, 22.10

Woodstock (Woodstock, USA 1970)

Regie: Michael Wadleigh

Drehbuch: Michael Wadleigh

Verdammt langer, verdammt selten gezeigter Film (der den Oscar als bester Dokumentarfilm erhielt) über ein legendäres Musikfestival mit einem Haufen legendärer Bands und Musiker. Im Film treten auf: Richie Havens, Joan Baez, The Who, Sha-Na-Na, Joe Cocker, Country Joe and the Fish, Arlo Guthrie, Crosby Stills & Nash, Ten Years After, John Sebastian, Santana, Sly & the Family Stone, Jimi Hendrix, Canned Heat, Jefferson Airplane, Janis Joplin und Canned Heat. Und wer die beiden „Woodstock“-CDs hat, kann noch einige weitere Musiker hören.

Am Schnitt arbeiteten unter anderem Martin Scorsese (der ja später noch einige Konzerte filmte) und Thelma Schoonmaker mit. Beide werden auch als „Assistant Director“ aufgeführt.

Arte zeigt heute den 216-minütigen Director’s Cut. Die Kinoversion dauerte nur 184 Minuten.

Während Wadleighs Musikfilm noch läuft, zeigt der WDR ab 23.30 Uhr die Doku „Woodstock Diary“ (USA 2014), danach, um 02.15 Uhr die Doku „Woodstock – Wie der Mythos entstand“ (Deutschland 2009) und danach, um 03.45 Uhr den Spielfilm „Taking Woodstock – Der Beginn einer Legende“ (USA 2009, Regie: Ang Lee). Und zum Sonnenaufgang einen Joint.

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Woodstock“

Wikipedia über „Woodstock“ (deutsch, englisch)

All Music über „Woodstock“ und „Woodstock Two“


Neu im Kino/Filmkritik: Märchenonkel Quentin Tarantino erzählt über „Once upon a Time in…Hollywood“

August 15, 2019

Wer sich den neuen Film von Quentin Tarantino ansehen will, steht seit einigen Tagen vor der Frage, ob er die vielen, vielen Artikel vor dem Kinobesuch liest oder sie bis nach dem Kinobesuch ignoriert.

Denen kann ich nur sagen, dass der offizielle Trailer den Film erstaunlich genau trifft. Die reichlich nebulöse offizielle Synopse, einige Rollennamen und einige Statements der Macher sind dagegen eher irreführend. Das gilt auch für darauf aufbauende Überschriften und Artikel, die sich mit verschiedenen historischen Aspekten und Personen, wie Charles Manson, beschäftigen.

Quentin Tarantinos neunter Spielfilm spielt 1969 und bedient sich einer ähnlichen Struktur wie sein Film „Death Proof“. Im ersten Teil des Films wird endlos lange geredet, ohne dass erkennbar ist, warum diese Gespräche für die Filmgeschichte und das Finale wichtig sein könnten. Im deutlich kürzeren zweiten Teil gibt es dann, wenn einige Frauen gegen einen Mörder und sein todsicheres Auto kämpfen, reichlich Action auf der Landstraße.

Auch „Once upon a Time in…Hollywood“ zerfällt in zwei deutlich unterscheidbare Teile. Allerdings mit einem deutlich befriedigenderem Ergebnis. Der erste, gut zweistündige Teil von „Once Upon a Time in…Hollywood“ begleitet den abgehalfterten TV-Star Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und seinen langjährigen Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt) an zwei Tagen im Februar 1969 durch Hollywood. Der zweite Teil des hundertsechzigminütigen Films spielt sechs Monate später in einer Nacht im August 1969. Nachdem in den ersten beiden Stunden vor allem geredet wurde, gibt es jetzt ein sehr gewalttätiges Finale.

Rick Dalton ist ein Schauspieler, der nach dem von ihm verursachten Ende einer erfolgreichen Western-TV-Serie nach einem Karriereneustart sucht. Bis dahin hält er sich mit viel Alkohol und Gastrollen in anderen TV-Serien über Wasser.

Cliff Booth ist sein langjähriger Stuntman, bester Freund und Mädchen für alles.

Quentin Tarantino begleitet diese beiden Männer an zwei normalen Tagen durch Hollywood. Sie treffen andere Menschen. Sie hängen ab. Sie erinnern sich an ihre Vergangenheit. Dank der guten Schauspieler, den lakonischen Dialogen und Beobachtungen, dem Zeitkolorit und der Musik (die übliche Best-of-Tarantino-Mischung) vergeht die Zeit recht unterhaltsam, ohne dass es eine nacherzählbare Geschichte gibt. Es ist nur das Beobachten einer Freundschaft.

Gleichzeitig ist der Film ein Zeitporträt von Hollywood in den späten sechziger Jahren. Unzählige Stars und Sternchen – unter anderem Steve McQueen und Bruce Lee und, als die neuen Nachbarn von Rick Dalton, Roman Polanski und Sharon Tate – treten auf. Unzählige Filme werden zitiert. Und es wird gezeigt, wie das alte Hollywood gegen das Fernsehen schon abdankte und, wer die Filmgeschichte kennt, New Hollywood am Horizont heraufdämmert. Bis dahin kommen die neuen Trends aus Europa. Stellvertretend dafür werden der von Tarantino verehrte Italo-Western und Roman Polanski, der zwei, dreimal durch das Bild läuft, genannt. Die Stars, die teilweise schon öfter in Tarantinos Filmen mitspielten, geben sich die Klinke in die Hand. Al Pacino, Kurt Russell, Bruce Dern, Timothy Olyphant, Dakota Fanning, Damian Lewis, Lena Dunham, Clu Gulager, Zoë Bell, Michael Madsen und James Remar haben oft nur einen Auftritt.

Bei all dem Vergnügen, das man beim Abhängen mit Rick Dalton und Cliff Booth hat, fallen einige Probleme des gut dreistündigen Films erst mit zunehmender Laufzeit auf.

„Once upon a Time in…Hollywood“ ist einer der wenigen Tarantino-Filme ohne einen Afroamerikaner. Und die meisten Frauen, selbstverständlich alles Weiße, sind Staffage. Margot Robbie hat als Sharon Tate bei den Frauen die größte Leinwandzeit, aber sie bleibt das Sternchen, das mit Roman Polanski verheiratet ist und sich im Kino begeistert auf der Leinwand sieht. Die anderen Frauen sind als sexwillige Hippiemädchen reine Männerfantasien.

Denn Tarantinos Nostalgietrip ist ein Film voller weißer Männer. Und, das muss man angesichts des Porträts der Gegenkultur und der Hippies sagen, ‚alter weißer Männer‘, die mental in den Fünfzigern leben. Für sie sind die Hippies ungewaschener, langhaariger Abschaum. Ihre Wohnungen sind noch herunterkommener als die von Cliff Booth, die als archetypische, seit Ewigkeiten nicht mehr aufgeräumte White-Trash-Wohnung präsentiert wird. Die Hauptfiguren Dalton und Booth sind wahrlich keine Geistesgrößen. Ihre Vergangenheit, vor allem bei Booth, ist düster. Trotzdem halten sie sich immer noch für etwas Besseres. Vor allem Dalton trauert seiner großen Zeit, den fünfziger und frühen sechziger Jahren, und einigen verpassten Chancen hinterher. Sie verachten die Jugend. Sie sind reinrassige Reaktionäre. Das fällt dank des Spiels von Leonardo DiCaprio und Brad Pitt und weil die gesellschaftlichen Konflikte und Umbrüche in der US-Gesellschaft noch nicht einmal im Hintergrund angesprochen werden, erst spät auf. Im äußert gewalttätigen Finale können sie dann das tun, was sie in ihrem tiefsten Innern schon lange machen wollten.

Um Sharon Tate (die oft im Bild ist und wenig sagt), Roman Polanski, Charles Manson und Tates Ermordung geht es dagegen in „Once upon a Time in…Hollywood“ nicht. Für sie interessiert sich der Film nicht. Er interessiert sich nur für den TV-Schauspieler Rick Dalton und seinen Stuntman Cliff Booth und ihre Freundschaft, die hier eingebettet wird in eine Verklärung des Hollywoods der sechziger Jahre.

Das hat unbestritten seinen Reiz und unterhält über eine große Strecke, dank der vielen Anspielungen und den Auftritten bekannter Schauspieler, sehr kurzweilig. Allerdings wird das Spiel mit den Zitaten zunehmend redundant. Erst am Ende knüpft Tarantino einige Episoden zusammen, ohne dass eine erzählerische Notwendigkeit erkennbar ist. Das Finale ist im Film das überraschende und durch nichts vorbereitete, zufällige Ereignis. Tarantino hätte sich genausogut, und ohne dass man etwas vermisst hätte, auf die beiden Tage im Februar 1969 beschränken können.

Insgesamt ist Quentin Tarantinos neunter Kinofilm (wenn man „Death Proof“ weglässt oder „Kill Bill“ als einen Film zählt) ein prächtig ausgestatteter, top besetzter und gespielter, sehr unterhaltsamer, aber auch problematischer Film.

Tarantino hat bereits eine längere Schnittfassung für die Fernsehauswertung angekündigt. Dann sollen auch die mit Tim Roth, James Marsden und Danny Strong gedrehten Szenen, die für die Kinofassung vollständig herausgeschnitten wurden, gezeigt werden.

Once upon a Time in…Hollywood (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

mit Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, Emile Hirsch, Margaret Qualley, Timothy Olyphant, Dakota Fanning, Bruce Dern, Mike Moh, Damian Lewis, Al Pacino, Rafal Zawierucha, Damon Herriman, Lena Dunham, Rumer Willis, Clu Gulager, Kurt Russell, Zoë Bell, Michael Madsen, James Remar

Länge: 161 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

alternative Schreibweisen: „Once upon a Time in Hollywood“, „Once upon a Time…in Hollywood“

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Once upon a Time in…Hollywood“

Metacritic über „Once upon a Time in…Hollywood“

Rotten Tomatoes über „Once upon a Time in…Hollywood“

Wikipedia über „Once upon a Time in…Hollywood“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood erklärt einige Anspielungen

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

 Quentin Tarantino in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 15. August: Kill Bill: Volume 1

August 14, 2019

Heute läuft Quentin Tarantinos neuer Film „Once upon a Time in…Hollywood“ an. Daher

Vox, 22.30

Kill Bill: Volume 1 (Kill Bill: Voume 1, USA 2003)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

Die Braut will sich an ihrem Ex-Boss Bill und ihren alten Arbeitskolleginnen, einer Bande Auftragskiller, die sie umbringen wollten, rächen. Leichter gesagt, als getan – und Quentin Tarantino durfte in seinem vierten Spielfilm, der als Zweiteiler in die Kinos kam, kräftig im Blut baden. Im ersten Teil eher in Richtung Eastern, im zweiten Teil in Richtung Italowestern; weshalb die Teilung des Films auch Sinn macht.

Vox zeigt kommenden Donnerstag, den 22. August, um 22.30 Uhr den zweiten Teil.

mit Uma Thurman, Lucy Liu, Vivica A. Fox, Daryl Hannah, David Carradine, Michael Madsen, Sonny Chiba, Michael Parks

Hinweise

Metacritic über „Kill Bill Vol. 1“

Rotten Tomatoes über „Kill Bill Vol. 1“

Wikipedia über „Kill Bill Vol. 1“ (deutsch, englisch)

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

 Quentin Tarantino in der Kriminalakte


„Paper Girls 5“, immer noch unterwegs, immer noch nicht zurück in ihrer Zeit

August 14, 2019

Inzwischen sind die Paper Girls auf ihrer Reise durch die Zeit weit in der Zukunft angekommen.

Ihre Reise begann 1988 an Halloween in Stony Stream, Ohio. Damals trugen die zwölfjährigen Mädchen Erin Tieng, MacKenzie Coyle, Karina ‚KJ‘ J. und Tiffany Quilkin in der Vorstadt die Tageszeitung aus, entdecken in einem Keller eine Raumschiffkapsel, sehen Dinosaurier, beobachten eine Alien-Invasion (jedenfalls glauben sie das in dem Moment) und werden fortan durch die Zeit geschleudert. Mal in die Zukunft. Mal in die Vergangenheit.

Autor Brian K. Vaughan, Zeichner Cliff Chiang und Kolorist Matt Wilson erfanden diese „Paper Girls“ 2015. 2016 erhielt die Serie den Eisner und Harvey Award als „Beste neue Serie“.

Inzwischen ist der fünfte Sammelband mit den sympathisch-taffen Mädchen auf Deutsch erschienen. In ihm sind die Hefte # 21 bis 25 enthalten. Und es ist ein schwierig zu besprechender Sammelband. Während in die vorherigen Sammelbänden die Paper Girls durch die Abenteuer stolperten, ihren älteren Ichs begegneten und die Macher immer wieder neue Fragen und Rätsel aufwarfen, beginnen die Macher jetzt Antworten zu liefern. Es wird immer deutlicher, welche Gruppen sich bekämpfen und in welcher Gefahr die Zeitungsausträgerinnen sind.

„Paper Girls 5“ ist, wie die vorherigen Bände, eine gewohnt vergnügliche Lektüre, die aber ohne die Kenntnis der vorherigen Bände kaum verständlich ist.

In den USA endete die Serie im Juli 2019 mit dem dreißigsten Heft. Inzwischen ist eine auf dem Comic basierende TV-Serie angekündigt, die es schwer haben wird, gegen die Vorlage zu bestehen.

Für Oktober ist die deutsche Übersetzung des sechsten und damit finalen „Paper Girls“-Bandes angekündigt.

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Brian K. Vaughan/Cliff Chiang/Matt Wilson: Paper Girls 5

(übersetzt von Sarah Weissbeck)

Cross Cult, 2019

152 Seiten

22 Euro

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Originalausgabe

Paper Girls #5

Image, 2018

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enthält

Paper Girls # 21 – 25

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Hinweise

Homepage von Cliff Chiang

Wikipedia über „Paper Girls“, Brian K. Vaughan (deutsch, englisch) und Cliff Chiang

Meine Besprechung von Brian Azzarellos “Wonder Woman: Blut (Band 1)” (Wonder Woman #1 – 6, 2011/2012)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Goran Sudžuka/Cliff Chiangs „Wonder Woman: Königin der Amazonen (Band 6)“ (Wonder Woman # 30 – 35, 2014)

Meine Besprechung von Brian K. Vaughan/Cliff Chiangs „Paper Girls 1“ (Paper Girls, Volume 1, 2016)

Meine Besprechung von Brian K. Vaughan/Cliff Chiangs „Paper Girls 2“ (Paper Girls, Volume 2, 2017)

Meine Besprechung von Brian K. Vaughan/Cliff Chiang/Matt Wilsons „Paper Girls 4“ (Paper Girls 4, 2018)


Serviert Adrian McKinty dem katholischen Bullen Sean Duffy 1990 in Nordirland „Cold Water“?

August 14, 2019

„Sean Duffys letzter Fall?“ steht auf dem Cover und der geneigte Krimifan fragt sich sofort, leicht panisch, ob Duffy am Ende der Geschichte tot ist oder ob Duffy-Erfinder Adrian McKinty keine weiteren Duffy-Romane mehr schreiben will. Dabei hat McKinty auf seinem Blog bereits verraten, dass er schon zwei weitere Duffy-Romane geschrieben hat, die im Original 2020 erscheinen sollen. Ob dann der neunte Duffy-Roman wirklich der letzte Duffy-Roman wird, werden wir in den nächsten Jahren erfahren.

Bis dahin ist der siebte Duffy-Roman „Cold Water“ vor allem der neueste Roman mit dem katholischen Bullen, der jetzt in Belfast noch einen Fall lösen will, ehe er mit seiner Familie nach Schottland umzieht. Die nächsten Jahre wird er als Polizist mit deutlich reduzierter Arbeitszeit und Verbindungsmann für einen anstrengenden Spitzel verbringen. Er muss dann jeden Monat nur sieben Arbeitstage in Belfast verbringen. Nach dreieinhalb Jahren als Teilzeitpolizist hat er dann zwanzig Jahre als Polizist gearbeitet und Anspruch auf eine volle Pension. Das ist sein Plan.

Am 30. Dezember 1989 verschwindet das fünfzehnjährige Travellermädchen Kat McAtamney und weil die Kesselflicker gesellschaftlich geächtet sind, hält sich der Ermittlungseifer der Beamten in sehr überschaubaren Grenzen. Als Sean Duffy Anfang Januar 1990 aus einem Israelurlaub zurückkehrt, stürzt er sich auf diesen Fall. Es soll sein letzter Fall als Vollzeitpolizist sein. Er findet heraus, dass die Minderjährige als Prostituierte arbeitete, wobei sie für die älteren Männer wohl eher eine Begleiterin war, mit der sie Kulturveranstaltungen besuchten und sich über Literatur unterhielten. Denn für ein Tinkermädchen war sie außerordentlich belesen und kulturell interessiert.

Duffys Hauptverdächtigen sind Johnny Dunbar, ein Mann mit langem Strafregister aus den sechziger und siebziger Jahren, der jetzt Politiker mit terroristischer Vergangenheit werden möchte, Terry Jones, ein höherrangiger, allein lebender Beamter mit jahrelanger Auslandserfahrung, und Charles McCawley, ein Universitätsdozent der mit der Tochter des Statthalters der Queen verheiratet ist.

Jeder von ihnen hätte ein Motiv. Jeder von ihnen behauptet, dass er sie nicht tötete und dummerweise hat jeder von ihnen für die Tatnacht ein Alibi, das durchaus glaubwürdig ist, aber nicht überprüft werden kann. Charles McCawley bereitete sich auf einen Vortrag vor. Johnny Dunbar sah mit seiner Frau im Fernsehen „Gesprengte Ketten“ (Wer hat den Film nicht gesehen?) und Terry Jones übersetzte an dem Abend einige Gedichte von Catull.

Hätte ich Adrian McKintys „Cold Water“ vor John Steeles „Ravenhill“ gelesen, wäre ich wahrscheinlich niemals auf die Idee gekommen, sie als fast zeitgleich spielende Bücher über den Nordirland-Konflikt besprechen zu wollen.

Denn über weite Strecken könnte „Cold Water“ fast zu jeder Zeit und an jedem Ort spielen. Weil Kats Auto im Fluss gefunden wird, ihre Leiche bis in den Atlantik abgetrieben sein könnte und es nach dem Mord regnete, können all die modernen Methoden der Spurensuche, die wir dank CSI kennen, nicht angewandt werden. Es ist auch weitgehend egal, ob die Geschichte in Nordirland oder in einem anderen Land spielt. Jüngere Freundinnen und Minderheiten, bei denen der Ermittlungseifer der Polizei gegen Null tendiert, gibt es überall. Und dann ist Duffy hier mit einem typischen Rätselkrimiplot konfrontiert: eine Tote, mindestens drei Verdächtige und die Frage „Wer ist der Mörder?“.

Außerdem ist Sean Duffy 1990 nicht mehr der jugendliche Heißsporn, der er vor zehn Jahren war, als er sich im ersten Duffy-Roman „Der katholische Bulle“ in den Fall stürzte und jeder seiner Romanfälle auch und vor allem eine Chronik des Nordirlandkonflikts war.

In „Cold Water“ ist Duffy zwar erst neununddreißig Jahre, aber er bewegt sich wie ein deutlich älterer Ermittler durch den Fall. Außerdem ist er häuslich geworden. Er hat geheiratet und eine einige Monate alten Tochter.

„Cold Water“ ist, wie die andern Duffy-Romane, ein spannender, gut geplotteter und erzählter Kriminalroman. Gegen Ende wird auch der Nordirlandkonflikt wichtiger. Aber niemals so wichtig, wie ich es für meine Doppelbesprechung von „Ravenhill“ und „Cold Water“ gerne gehabt hätte.

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Adrian McKinty: Cold Water

(übersetzt von Peter Torberg)

Suhrkamp Nova, 2019

384 Seiten

15,95 Euro

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Originalausgabe

The Detective up late

Blackstone Publishing, Ashland, OR, 2019

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Hinweise

Blog von Adrian McKinty

Wikipedia über Adrian McKinty (deutsch, englisch)

Suhrkamp über Adrian McKinty

Krimi-Couch über Adrian McKinty

Meine Besprechung von Adrian McKintys „Ein letzter Job“ (Falling Glass, 2011)

Meine Besprechung von Adrian McKintys „Der katholische Bulle“ (The cold cold Ground, 2012)

Meine Besprechung von Adrian McKintys „Die Sirenen von Belfast“ (I hear the Sirens sing in the Street, 2013)

Meine Besprechung von Adrian McKintys „Die verlorenen Schwestern“ (In the Morning I’ll be gone, 2014)


TV-Tipp für den 14. August: Wehrlos – Die Tochter des Generals

August 14, 2019

ZDF Neo, 23.15

Wehrlos – Die Tochter des Generals (The General’s Daughter, USA 1999)

Regie: Simon West

Drehbuch: Christopher Bertolini, William Goldman, Scott Rosenberg (ungenannt)

LV: Nelson DeMille: The General´s Daughter, 1992 (Wehrlos – Die Tochter des Generals)

Auf dem Militärstützpunkt Fort MacCallum wird eine nackte Frauenleiche gefunden. Sie ist eine junge Offizierin und die Tochter des Basiskommandanten Campbell. Den Militärermittlern Brenner und Sunhill bleiben nur 36 Stunden, bis das FBI den Fall übernimmt.

Die deutsche Kritik war von diesem optisch überzeugendem 08/15-Whodunit nicht begeistert: „Politisch korrekter Schund über die Not der Frau in der Männerdomäne Armee, effekthascherisch inszeniert und von John Travolta und James Woods (zu) gut gespielt.“ (Film 11/99) oder „Einer jener Filme, die Unbehagen hinterlassen: ehrlich in Handwerk und Gesinnung, indifferent für den Zuschauer.“ (AZ, 18. 11. 1999)

Auf der Haben-Seite sind neben der Optik die Schauspieler, die teilweise wirklich gute Szenen haben. Aber die Story erreicht kaum das Niveau einer „Criminal Intent“-Folge.

Der deutsche Titel „Wehrlos“ ist, im Gegensatz zum Originaltitel, vollkommener Quatsch. Denn „Wehrlos“ ist in „The General’s Daughter“ niemand.

Und was sagt der Autor zur Verfilmung? „In the case of The General’s Daughter, the final drafts stayed true and close to the substance and intent of my novel. (…) What I can say is that the essence of my novel was captured and conveyed on the screen through excellent acting, sharp and funny dialoge, and through the use of visual settings that even the best novelist can’t convey on paper.”

Mit John Travolta, Madeleine Stowe, Timothy Hutton, James Woods, James Cromwell, Clarence Williams III

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Wehrlos – Die Tochter des Generals“

Wikipedia über „Wehrlos – Die Tochter des Generals“ (deutsch, englisch)

January Magazine unterhält sich mit Nelson DeMille (März 2000)

Wikipedia über Nelson DeMille (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Simon Wests „The Mechanic“ (The Mechanic, USA 2011)

Meine Besprechung von Simon Wests „The Expendables 2“ (The Expendables 2, USA 2012)

Meine Besprechung von Simon Wests „Wild Card“ (Wild Card, USA 2015)

Meine Besprechung von Simon Wests „Gun Shy“ (Gun Shy, Großbritannien 2017)

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Otto Penzler unterhält sich mit Nelson DeMille (Juni 2015)

 


Cover der Woche

August 13, 2019


TV-Tipp für den 13. August: Eye in the Sky – In letzter Sekunde

August 13, 2019

ARD, 22.45

Eye in the Sky – In letzter Sekunde (Eye in the Sky, Großbritannien 2015)

Regie: Gavin Hood

Drehbuch: Guy Hibbert

Ein über den halben Globus verteiltes Team beobachtet mittels einer Drohne und eines Agenten vor Ort die Zusammenkunft von islamistischen Terroristen in einem Haus in Nairobi. Als sie sehen, dass die Terroristen sich auf einen Selbstmordanschlag vorbereiten, stehen sie vor der Frage, ob sie weiter beobachten oder den vermuteten Anschlag verhindern wollen.

TV-Premiere eine gut besetzten, gut gespielten und zum Nachdenken anregenden Dramas über den Drohnenkrieg, die damit verbundenen Entscheidungen und moralischen Fragen.

Bei uns erschien „Eye in the Sky“ direkt auf DVD.

mit Helen Mirren, Aaron Paul, Alan Rickman, Barkhad Abdi, Jeremy Northam, Iain Glen, Phoebe Fox,Monica Dolan, Michael O’Keefe, Laila Robins, Gavin Hood

Wiederholung: Mittwoch, 14. August, 02.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Eye in the Sky“

Wikipedia über „Eye in the Sky“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Gavin Hoods „Ender’s Game – Das große Spiel“ (Ender’s Game, USA 2013)


TV-Tipp für den 12. August: Verdacht

August 11, 2019

Arte, 20.15

Verdacht (Suspicion, USA 1941)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: Samson Raphaelson, Joan Harrison, Alma Reville

LV: Francis Iles (Pseudonym von Anthony Berkeley): Before the fact, 1932 (Vor der Tat)

Hals über Kopf verknallt sich die schüchterne, vermögende Lina McLaidlaw in den Playboy Johnny Aysgarth. Nach ihrer Heirat erfährt sie, dass ihr Mann ein Spieler ist und dringend Geld braucht. Deshalb befürchtet sie, dass er sie umbringen will.

Klassiker.

Zur Einordnung: Das ist der Hitchcock, in dem Grant mit einem Glas Milch auf einem Tablett eine Treppe hochgeht.

“Durchaus spannend, aber auch humorvoll, ist ‘Verdacht’ eine Kriminalgeschichte ohne ein Verbrechen.” (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

mit Joan Fontaine, Cary Grant, Sir Cedric Hardwicke, Nigel Bruce

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Verdacht“

Wikipedia über „Verdacht“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis auf Stephen Rebellos Buch basierendem Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)


TV-Tipp für den 11. August: Hitchcock

August 10, 2019

ARD, 00.05

Hitchcock (Hitchcock, USA 2012)

Regie: Sacha Gervasi

Drehbuch: John J. McLaughlin

LV: Stephen Rebello: Alfred Hitchcock and The Making of Psycho, 1990 (Hitchcock und die Geschichte von „Psycho“)

Biopic über die Dreharbeiten zu „Psycho“ und die Beziehung zwischen Alfred Hitchcock und seiner Frau Alma Reville.

Die Dialoge sind pointiert, der Humor hitchcockian, die Schauspieler grandios, das Zeitkolorit treffend, die Faktentreue – naja, warum soll man bibeltreu bei den Fakten bleiben, wenn sie einer gelungenen Pointe im Weg stehen. Entstanden ist eine Geschichte, die in dieser Version, so meine Vermutung, Alfred Hitchcock gefallen hätte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Der Sendetermin dieser schon lange überfälligen TV-Premiere ist eine Frechheit, für die es keine Entschuldigung gibt.

mit Anthony Hopkins, Helen Mirren, Scarlett Johansson, Danny Huston, Toni Collette, Michael Stuhlbarg, Michael Wincott, Jessica Biel, James D’Arcy, Kurtwood Smith, Ralph Macchio, Tara Summers

Wiederholung: Montag 12. August, 03.15 Uhr (Taggenau!)

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Die Vorlage

Rebello - Hitchcock und die Geschichte von Psycho2

Stephen Rebello: Hitchcock und die Geschichte von „Psycho“

(mit einem neuen Vorwort von Stephen Rebello)

(übersetzt von Lisa Kögeböhn, Bernhatt Matt und Uli Meyer)

Heyne, 2013

416 Seiten

9,99 Euro (nur noch als Kindle)

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Erstausgabe

Alfred Hitchcock and The Making of Psycho

Dembner Books, 1990

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Metacritic über „Hitchcock“

Rotten Tomatoes über „Hitchcock“

Wikipedia über „Hitchcock“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über „Psycho“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis auf Stephen Rebellos Buch basierendem Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Meine Besprechung von Robert Blochs “Psycho” (Psycho, 1959)

 


TV-Tipp für den 10. August: Vertigo – Aus dem Reich der Toten

August 9, 2019

ARD, 23.30

Vertigo – Aus dem Reich der Toten (Vertigo, USA 1958)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: Alex Coppel, Samuel Taylor

LV: Pierre Boileau/Thomas Narcejac: D´entre les morts, 1954 (Aus dem Reich der Toten, Vertigo)

Scottie verfolgt im Auftrag eines Freundes dessen von einer Toten besessene, selbstmordgefährdete Frau Madelaine. Nach ihrem Tod trifft Scottie auf Judy. Er will sie zu Madelaines Ebenbild formen.

Beim Filmstart erhielt “Vertigo” gemischte Kritiken. Heute wird der Rang von “Vertigo” als eines von Hitchcocks Meisterwerken von niemandem mehr ernsthaft bestritten.

Mit James Stewart, Kim Novak, Barbara Bel Geddes, Henry Jones, Tom Helmore, Raymond Bailey

Hinweise

Wikipedia über “Vertigo” (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über “Vertigo”

Rotten Tomatoes über “Vertigo”

Sex in a Submarine (Drehbuchautor William C. Martell) über “Vertigo”

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis auf Stephen Rebellos Buch basierendem Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 9. August: Marnie

August 8, 2019

Wegen des 120. Geburtstags von Alfred Hitchcock am 13. August laufen die Tage einige Hitchcock-Filme. Morgen läuft „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“ (ARD, 23.30 Uhr), am Montag „Verdacht“ (Arte, 20.15 Uhr) und am Sonntag „Hitchcock“ (ARD, 00.05 Uhr, TV-Premiere des Biopics über die Dreharbeiten zu „Psycho“).

BR, 22.55

Marnie (Marnie, USA 1964)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: Jay Presson Allan

LV: Winston Graham: Marnie, 1961 (Marnie)

Ein Verleger verknallt sich in eine Kleptomanin.

„Marnie“ ist – nach mehreren Klassikern – ein schwacher Hitchcock, der von der damaligen Kritik ziemlich verrissen wurde. Sean Connery bewies allerdings schon zu Bond-Zeiten seine Lust auf ungewöhnliche Rollen: der Geheimagent ihrer Majestät als Weichei.

„Marnie ist Hitchcocks Phantasie über das kleine Kind in der Frau und über den Züchtigungswahn der Männer. Auch ein Experiment damit, wie sehr das Freudsche Sozialisierungsmodell taugt für den Rahmen eines Suspense-Thrillers, in dem es anscheinend nur um die Auflösung kindlicher Traumata geht (die zu Verwirrung bei Rot/Weiß-Wahrnehmungen, zu Alpträumen bei nächtlichen Klopfgeräuschen, zu Angstzuständen bei Gewittern führen). Im Grunde aber handelt der Film von den Stadien eines permanenten Schocks auf der einen Seite, die in ständige Transfers in andere Identitäten münden, und von der systematischen Manipulation einer Abhängigen, mal mit Gewalt, mal mit sadistischer Verzögerung zelebriert.“ (Norbert Grob in Lars-Olav Beier/Georg Seeßlen [Hrsg.]: Alfred Hitchcock, 1999)

Mit Sean Connery, Tippi Hedren, Diane Baker, Martin Gabel, Bruce Dern

Wiederholung: RBB: Samstag, 10. August, 23.30 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Marnie“

TCM über „Marnie“

Wikipedia über „Marnie“ (deutsch, englisch)

Winston Graham and Poldark Literary Society

Telegraph: Nachruf auf Winston Graham

Turner Classic Movies über „Marnie“

Tony Lee Moral: Hitchcock and the Making of „Marnie“, Manchester University Press 2002 (via Google Buchsuche)

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis auf Stephen Rebellos Buch basierendem Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte