Katja Sekercis Mann und ihr gemeinsamer Sohn sterben bei einem Nagelbombenattentat in Sekercis Ladengeschäft. Schnell werden die beiden Täter, ein junges Neonazi-Paar, erwischt. Als die, immerhin ist Hark Bohm Co-Autor, erstaunlich grotesk verlaufende Gerichtsverhandlungen anderes endet, als Katja es erwartete, entschließt sie sich zur Rache.
Die Inspiration für Fatih Akins neuen Film „Aus dem Nichts“ waren die Taten des NSU-Trios. Er nennt seinen Film, der sich auf die für diese Rolle beim Filmfestival in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnete Diane Kruger in ihrem ersten deutschsprachigen Film konzentriert, eine Rachefantasie. Dummerweise ist es keine Rachefantasie wie Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“, in der die Opfer sich, auch fernab jeglicher historischen Wirklichkeit, selbst ermächtigen, Richter und Henker zu sein. Dann kann ein Film eine Katharsis sein. Akin, dessen Filme ja eigentlich immer kraftvolle, nie mit Emotionen geizende Statements sind, scheint der perfekte Regisseur für eine Rachefantasie der Opfer des Neonazi-Terrors zu sein. Aber am Ende fehlt „Aus dem Nichts“ die ungebremste emotionale Wucht und Subjektivität, die nötig wäre, um über die Merkwürdigkeiten und Unwahrscheinlichkeiten des Drehbuchs hinwegzusehen.
Aus dem Nichts (Deutschland 2017)
Regie: Fatih Akin
Drehbuch: Fatih Akin, Hark Bohm (Co-Autor)
mit Diane Kruger, Denis Moschitto, Johannes Krisch, Samia Chancrin, Numan Acar, Ulrich Tukur
mit Gina Carano, Michael Fassbender, Ewan McGregor, Bill Paxton, Channing Tatum, Antonio Banderas, Michael Douglas, Michael Angarano, Mathieu Kassovitz, Anthony Wong
Als der Heyne Verlag 2005 Tom Franklins Debütroman „Die Gefürchteten“ (Hell at the Breech, 2003) veröffentlichte, hätte der Verlag gleich danach Franklins zweiten Roman veröffentlichen können. Zum Beispiel in der Hardcore-Reihe.
Aber er tat es nicht und jetzt ist „Smonk“ bei pulp master erschienen. Es geht um „die skabrösen Abenteuer von E. O. Smonk & der Hure Evavangeline im Clarke County, Alabama zu Beginn des letzten Jahrhunderts“. So der altertümlich längliche Untertitel von „Smonk oder Stadt der Witwen“.
Der Rest ist dann überhaupt nicht altertümlich. Eugene Oregon Smonk ist ein einäugiger, schießwütiger Farmer, Tyrann und, vielleicht, die Ausgeburt des Teufels. Jedenfalls ist er das Schlimmste, was dem kleinen, gottverlassenen Dorf Old Texas zustoßen konnte. Eine Gerichtsverhandlung gegen ihn beendet er schnell, indem er die halbe Dorfbevölkerung ermordet und den Tatort verlässt. Ein sehr kleiner, mäßig motivierter Lynchmob nimmt die Verfolgung auf.
Währenddessen hurt die fünfzehnjährige Evavangeline quer durch den Wilden Westen. In Shreveport stürmt während des Geschlechtsverkehrs eine Gruppe christlicher Deputys das Hotelzimmer. Sie kann durch einen Sprung aus dem Zimmer entwichen, aber weil die Deputys sie für einen Mann halten, beginnen sie sie quer durch das Land zu verfolgen. Denn Sex unter Männern ist noch viel sündhafter als Sex mit einer Frau. Auf ihrer Flucht trifft Evavangeline auf einen Jungen aus Old Texas, der Smonks Mordorgie für seine Flucht aus dem Kaff benutzen möchte, und eine Schar Kinder, die sie beschützen soll.
Nach einigen Umwegen und vielen Rückblenden, reiten alle Beteiligten in Richtung Old Texas.
„Smonk“ ist ein wahrhaft wilder Ritt, über den Tom Franklin sagt: „Das Schreiben war wie Masturbieren – es fühlt sich großartig an, aber gleichzeitig fühlt man sich schuldig – es war zu gewalttätig, es war zu schräg, es wurde zu viel gefurzt und es gab zu viel Sex.“
Die Rohfassung entstand in zehn Tagen. An den nächsten zehn Tagen fügte Franklin zwanzig Seiten pro Tag hinzu. Die Überarbeitungen dauerten dann anderthalb Jahre, ohne die Wucht der ersten Fassung in geordnete Bahnen zu lenken.
Immer noch ist Franklins unbändiger Spaß beim Erzählen spürbar, immer noch springt die Geschichte zwischen Gegenwart und Vergangenheit und immer noch ist sie in erster Linie eine endlose Aneinanderreihung von grotesken Situationen, garniert mit vielen Morden und Samenergüssen. Das erinnert dann an Free Jazz in seiner freiesten Form. Und auch in „Smonk“ ist für den Verursacher die unmittelbare Äußerungen seiner Gedanken und Gefühle, ohne auf irgendwelche irgendwie einschränkenden Regeln achten zu müssen, befreiender und spannender als für den Rezipienten. Jedenfalls stellte sich bei mir beim Lesen von „Smonk“ ziemlich schnell ein Gefühl gepflegter Langeweile ein. In der Geschichte gibt es keine Entwicklung und kein Ziel, sondern nur noch einen Mord, noch einen Samenerguss und noch eine Geschmacklosigkeit.
Franklins dritter, mit dem Gold Dagger ausgezeichneter Roman „Krumme Type, Krumme Type“ (Crooked Letter, Crooked Letter, 2010) erscheint demnächst bei pulp master und weil er in Baden-Württemberg zur Schullektüre erhoben wurde (natürlich in der Originalausgabe), dürfte die Übersetzung bald erscheinen.
Die Unbestechlichen – The Untouchables (USA 1987, Regie: Brian De Palma)
Drehbuch: David Mamet
Grandioser Gangsterfilm über den Kampf von Eliot Ness und seiner unbestechlichen Mitstreiter gegen Al Capone.
„Mit der ihm eigenen formalen Brillanz hat Brian De Palma diesen authentischen Fall inszeniert. Seine Liebe zum Detail, ausgeklügelte Kamerafahrten und Einstellungen, Ennio Morricones emotionaler Soundtrack und die lakonisch-präzise Charakterisierung der Personen machen den Film zu einem Augen- und Ohrenschmaus.“ (Fischer Film Almanach 1988)
Sean Connery gewann den Oscar als bester Nebendarsteller.
Mit Kevin Costner, Robert de Niro, Sean Connery, Charles Martin Smith, Andy Garcia, Jack Kehoe
Das kann man tagespolitisch sehen, muss man aber nicht: das Cover der gerade erschienenen Neuausgabe von „Zu viele Köche“; einem der ersten Fälle von Privatdetektiv Nero Wolfe.
Während einer Tagung von fünfzehn Meisterköchen wird ein Koch ermordet. Nero Wolfe und Archie Goodwin, sein Dr. Watson, suchen den Mörder, der wahrscheinlich einer der anderen Köche ist.
–
Rex Stout: Zu viele Köche – Ein Fall für Nero Wolfe
(vollständig neu übersetzt von Simone Salitter und Gunter Blank, mit einem Nachwort von Tobias Gohlis)
Weil Jasmine es unerträglich fände, von ihren Freundinnen aus der New Yorker Oberschicht an der Kasse gesehen zu werden, quartiert sie sich nach der Totalpleite ihres Mannes in San Francisco bei ihrer Schwester Ginger ein. Die bodenständige Ginger will Jasmine helfen, aber sie lebt in ihrer eigenen Traumwelt.
TV-Premiere eines von der Kritik abgefeierten Woody-Allen-Films vier Jahre nach dem Kinostart zu einer unmöglichen Uhrzeit.
Zum Kinostart meinte ich zu diesem um eine quirlige Schwester und etwas Wirtschaftskrimi angereichertes Quasi-Remake von Amos Kolleks „Sue – Eine Frau in New York“: „ein etwas zwiespältiges Vergnügen, trotz der gewohnt grandiosen Schauspieler und der gut gespielten Szenen, die mal mehr auf die Mike-Leigh-Schule, mal mehr in Richtung Ingmar Bergman, auch etwas in Richtung High-Society-Satire schielen und alle im Woody-Allen-Kosmos grundiert sind.“
mit Cate Blanchett, Sally Hawkins, Alec Baldwin, Peter Sarsgaard, Louis C. K., Bobby Cannavale, Michael Stuhlbarg, Andrew Dice Clay, Max Casella, Alden Ehrenreich, Tammy Blanchard
In der Hitze der Nacht (USA 1967, Regie: Norman Jewison)
Drehbuch: Sterling Siliphant
LV: John Ball: In the heat of the night, 1965 (In der Hitze der Nacht)
In einem Südstaatenkaff müssen ein weißer, reaktionärer Sheriff und ein afroamerikanischer Kollege einen Mord aufklären.
John Balls hochgelobter, erfolgreicher Roman war der erste Auftritt eines afroamerikanischen Polizisten als Sympathieträger. Ball wollte damit zur Verständigung zwischen den Rassen beitragen. Außerdem reflektierte er in seinem Krimi die damaligen politischen Kämpfe des Civil Rights Movements in den Südstaaten.
Die enorm erfolgreiche Verfilmung erhielt fünf Oscars, unter anderem als bester Film des Jahres. Aus heutiger Sicht ist „In der Hitze der Nacht“ ein extrem naives und einseitiges Bekenntnis zur Rassenversöhnung (etwas guter Wille und schon geht’s) und ein technisch gut gemachter Whodunit. Wie ein Blick nach Trump-Land zeigt, ist das Thema immer noch aktuell.
Mexiko, 1913: Zwei Verbrecher, einer davon ist ein Sprengstoffexperte, werden während des Bürgerkriegs zu Helden wider Willen und jagen einiges in die Luft.
Der weitgehend unbeachtete (und ungeliebte) Mittelteil von Leones Amerika-Trilogie, die mit „Spiel mir das Lied vom Tod“ begann und mit „Es war einmal in Amerika“ endete, bietet in erster Linie rauhe Unterhaltung mit einem starken Schuss Comedy.
mit Rod Steiger, James Coburn, Romolo Valli, Maria Monti, Rik Battaglia
Drehbuch: Sebastian Schipper, Olivia Neergaard-Holm, Eike Frederik Schulz
Eine Nacht in Berlin: vier Jungs treffen eine Spanierin. Sie zeigen ihr ihren Kiez, reden mit ihr, nehmen sie zu einem Banküberüberfall mit, der schiefgeht und müssen flüchten.
Inzwischen dürfte der große Clou von Schippers Film bekannt sein: er drehte die Liebes- und Gangstergeschichte ohne einen einzigen Schnitt.
Dafür hat Kameramann Sturla Brandth Grøvlen, der mit der schweren Kamera die Protagonisten an all die Orte begleiten musste, ein Extra-Lob verdient.
Das Bild, dass die westliche Bevölkerung vom Iran hat ist immer sehr verzerrt und voller Klischees. Es ist geprägt durch Stereotypen, die von „1001 Nacht“ bis zum nuklearen Disput mit dem strengen islamischen Regime reichen. Aber die Realität, die man auf den Straßen Teherans erlebt ist vielfältiger. Frauen im Iran haben oft einen besseren Bildungsgrad als Männer und eine viel sichtbarere Rolle im täglichen Leben als in vielen anderen Islamischen Ländern, wie z. B. Saudi-Arabien. Aber es gibt nicht die eine moderne iranische Frau. Es gibt viele Typen, von der religiösen Fundamentalistin bis zur westlich geprägten Feministin. Natürlich hat letztere nicht die Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen. Mein besonderes Interesse galt der Rolle der Frau im gesellschaftlichen Spiel der Tugenden. Sie sind diejenigen, die am meisten leiden. Von Frauen wird grundsätzlich erwartet, dass sie sich selbst und ihren Kindern Regeln und Tabus auferlegen, die ihre Freiheit und die der nächsten Generation eingrenzen.
Ali Soozandeh (Regie, Drehbuch)
Teheran ist die Hauptstadt der Islamischen Republik Iran, eines weltpolitisch nicht unumstrittenen Gottesstaates. Wenn man sich „Teheran Tabu“ ansieht, ist Teheran auch eine erstaunlich normale Millionenstadt, in der es alles gibt, was es in jeder anderen Großstadt auch gibt. Allerdings unter einem repressiven religiösen Regime, in dem alles, was mit Sex zu tun hat, hinter zugezogenen Vorhängen stattfindet und Frauen vollkommen vom Wohlwollen ihrer Männern abhängig sind.
Pari hat einen fünfjährigen, stummen Sohn. Ihr im Gefängnis sitzender Mann weigert sich, die Scheidungspapiere zu unterschreiben. Er zahlt auch keinen Unterhalt. Paris einzige Möglichkeit, an Geld zu kommen, ist die Prostitution. Immerhin bietet ihr ein angesehener Richter an, ihre Scheidung anzuerkennen, wenn sie seine Liebhaberin wird. Er quartiert er sie in einer ihm gehörenden Mietwohnung ein.
Im gleichen Haus lebt Sara, die nach zwei Fehlgeburten wieder schwanger ist. Ihre tiefgläubige Schwiegermutter (ein rechter Hausdrache) ist begeistert. Sara hätte wohl nichts gegen eine Abtreibung. Außerdem möchte sie dem Leben als gutsituierte, fügsame Hausfrau entkommen. Sie hat sich auf einen Job beworben. Jetzt benötigt sie nur noch die Einverständniserklärung ihres Mannes, ohne die sie die Arbeit nicht aufnehmen darf. Der weigert sich.
Und dann ist da noch Donya. Nach einem One-Night-Stand mit Babak ist ihr Jungfernhäutchen zerstört. Aber ihr künftiger Mann besteht darauf, eine Jungfrau zu heiraten. Babak versucht ihr zu helfen. Aber als Student hat er selbst kein Geld.
Diese drei Geschichten verknüpft Ali Soozandeh, ein seit über zwanzig Jahren in Deutschland lebender Iraner, in seinem Spielfilmdebüt zu einem Sittengemälde Teherans und der dort stattfindenden alltäglichen Unterdrückung von Frauen.
Dabei war vieles, was er für den Iran zeigt, vor wenigen Jahren auch bei uns verboten. So durften in Deutschland bis 1977 Frauen ohne die Erlaubnis ihres Mannes nicht arbeiten. Bis 1958 hatte der Ehemann das alleinige Bestimmungsrecht über Frau und Kinder inne. Sie durften kein eigenes Bankkonto haben und waren bis 1969 nicht geschäftsfähig. In Bayern mussten Lehrerinnen, wie Priester, zölibatär leben. Für außer- und vorehelichen Geschlechtsverkehr galten ähnlich rigide Vorstellungen. Und bis in die siebziger Jahre war Kuppelei, vor allem wegen der Gefahr der Unzucht, strafbar. Entsprechend schwierig war es für Verliebte, ungestört zusammen zu sein. Im damaligen Kino wurde all das normalerweise ignoriert.
In „Teheran Tabu“ wird es, teilweise in expliziten Bildern, gezeigt. Soozandeh zeigt die die gesamte Gesellschaft durchziehende Doppelmoral, das Schweigen, die Lügen, die Heimlichtuerei und die Vermeidungsstrategien der von der Unterdrückung ihrer Gefühle und Triebe betroffenen Frauen und Männer. Er zeigt auch, wie andere iranische Regisseure, dass nicht alle den Regeln der religiösen Gesetzesgeber folgen wollen und können.
Soozandeh drehte den Film im Rotoskopie-Verfahren, in dem echte Schauspieler die Szenen spielen, die dann so bearbeitet werden, dass sie wie ein Animationsfilm aussehen. Der banale Grund dafür war, so Soozandeh, dass er nicht in Teheran drehen konnte und andere Städte nicht wie Teheran aussähen. Insofern war die Verwendung des Rotoskopie-Verfahren am Anfang eine Notlösung, die am Ende zum Gelingen des Films beiträgt. Denn weil man die echten Gesichter der Schauspieler nicht sieht, erkennt man in ihren gemalten Gesichtern und den atmosphärischen Stadtansichten eher die Gemeinsamkeiten zwischen Teheran und anderen Großstädten.
Teheran Tabu (Deutschland/Österreich 2017)
Regie: Ali Soozandeh
Drehbuch: Ali Soozandeh
mit Elmira Rafizadeh, Zar Amir Ebrahimi, Arash Marandi, Bilal Yasar
Erin Brockovich – Eine wahre Geschichte (USA 1999, Regie: Steven Soderbergh)
Drehbuch: Susannah Grant
Erin Brockovich ist eine wandelnde Katastrophe: keine Ausbildung, drei Kinder, alleinerziehend, quasi pleite, nicht auf den Mund gefallen und mit Kleidungsvorstellungen, die nicht eine Anwaltskanzlei passen. Dennoch hilft sie in der Kanzlei von Ed Masry aus und stößt zufällig auf einen Umweltskandal, in den sie sich verbeißt. Der Fall wird zu einem der größten Schadenersatzprozesse der USA.
Auf einem wahren Fall beruhende, märchenhafte David-gegen-Goliath-Geschichte, die Soderbergh locker-leicht inszenierte. Er landete damit einen Kassen- und Kritikererfolg.
„Soderbergh (…) gibt einem jedenfalls den Glauben an Hollywood wieder. Als ich das Kino verließ, dachte ich: It’s a wonderful life!“ (Hans Schifferle, Schnitt 2/2000)
Julia Roberts erhielt einen Oscar als beste Hauptdarstellerin. Außerdem war der Film in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“, „Bestes Drehbuch“ und „Bester Nebendarsteller“ (Albert Finney) nominiert.
Außerdem war Susannah Grants Drehbuch für den Edgar Allan Poe Award und den Preis der Writers Guild of America nominiert.
mit Julia Roberts, Albert Finney, Aaron Eckhart, Marg Helgenberger, Cherry Jones, Peter Coyote, Erin Brockovich (Cameo als Kellnerin)
Vor dreizehn Jahren spielte Jan Henrik Stahlberg in dem von ihm mitgeschriebenen Film „Muxmäuschenstill“ Mux, einen gescheiterten Philosophiestudent, der jetzt den Menschen wieder Verantwortung beibringen will. Er geht gegen Ordnungswidrigkeiten und schlechtes Benehmen vor. Er stellt die über seine Aktionen gedrehten Filme ins Internet und wird zum Gründer einer Bewegung. Und so nett und sympathisch, wenn auch etwas rechthaberisch Mux am Anfang ist, so schnell wird auch das hinter seinen Aktionen stehende faschistoide und reaktionäre Gedankengut offensichtlich. Auch wenn jeder manchmal gerne wie Mux wäre und viele Szenen in der in schönster Guerilla-Manier gedrehte,n tiefschwarzen Berlin-Komödie unglaublich komisch sind.
Danach war Stahlberg auf diese Rolle festgelegt.
Für seinen neuesten, ähnlich kompromisslosen, aber deutlich weniger publikumsträchtigen Film griff er auf die aus „Muxmäuschenstill“ bewährten Strategien zurück. Auch „Fikkefuchs“ entstand als No-Budget-Produktion. Er musste keine Kompromisse mit irgendwelchen Geldgebern, Produzenten oder Redakteuren machen. Er geht, wieder, vollkommen in seiner Rolle auf. Er spielt Richard Ockers, genannt „Rocky“. Er nennt sich den „größten Stecher von Wuppertal“. Inzwischen lebt der End-Vierziger allein in Berlin in einer abgeranzten Wohnung. Überall prahlt er mit seinen wahrscheinlich schon immer imaginären Sex-Abenteuern mit jungen Frauen. Ebenso wortreich pflegt er seinen Hass auf Frauen und den Rest der Welt. Er ist, selten durch etwas Bildungsbürgertum getarnt, ein frauenfeindliches Arschloch, das sich für den Größten hält, immer noch sehr jungen Frauen hinterhersteigt und aussieht, wie ein ungewaschen aus dem Klo gezogener Zwillingsbruder von Michel Houellebecq. Ohne dessen intellektuelle Brillanz.
Eines Tages liegt Thorben (Franz Rogowski) vor seiner Tür. Er ist sein Sohn. Bis jetzt wusste Rocky nicht, dass er überhaupt einen Sohn hat. Zögernd nimmt er ihn bei sich auf und will ihm dann erklären, wie das so mit dem Aufreißen von Frauen geht. Denn Thorben floh aus der Psychiatrie. Dort war der Mittzwanziger wegen versuchter Vergewaltigung. Seine sexuellen Erfahrungen beziehen sich bis jetzt auf den maßlosen Konsum von Pornos, während seine Gedanken, die er normalerweise ungefiltert äußert, sich nur um Sex mit Frauen drehen.
Vater und Sohn sind also ein Traumgespann der Misogynie, mit dem man im echten Leben nicht mehr Zeit als nötig verbringen möchte. Stahlberg, der auch die Regie übernahm und zusammen mit Krimiautor Wolfram Fleischhauer das Drehbuch schrieb, und Franz Rogowski, der seinen Sohn spielt, werfen sich hundertfünfzigprozentig in ihre Rollen und die daraus permanent entstehenden, abstoßenden Fremdschäm-Momente.
Das ist der große Unterschied zwischen „Muxmäuschenstill“ und „Fikkefuchs“. In „Muxmäuschenstill“ konnte man mit Mux mitfühlen und auch Gemeinsamkeiten erkennen. Man konnte über das Thema des Films miteinander ins Gespräch kommen. Die Satire und die daraus resultierenden Überspitzungen waren immer erkennbar.
In „Fikkefuchs“ ist der satirische Aspekt unklar. Damit ist auch unklar, wie sehr Stahlberg sich selbst darstellt beziehungsweise seine eigenen Gefühle und Ansichten äußerst; – diese Frage stellt sich ja auch bei den Werken von Michel Houellebecq, der – wahrscheinlich – genau die Ansichten hat, die seine Figuren haben.
Es gibt in „Fikkefuchs“ auch keine Möglichkeit zur Identifikation. Man kann und will sich nicht mit den gezeigten Männern, vor allem dem Vater-und-Sohn-Gespann identifizieren. Sie sind sex- und notgeile, unbefriedigte, ihre Unsicherheit durch frauenfeindliche Sprüche tarnende Männlein. Da ist während des gesamten Films keine Entwicklung und auch keine zweite Ebene spürbar.
Es gibt auch nie eine filmische Überhöhung. Das liegt weniger an dem schmalen Budget, sondern daran, dass der quasi-dokumentarische, schäbige, mit seinen blassen Farben fast schon krank aussehende Look gewollt ist.
In „Fikkefuchs“ gibt es ein, zugegeben, kompromissloses und in sich geschlossenes Gemisch von Frauenhass, selten getarnt als Vergötterung der jungen, quasi jungfräulichen Frau, Dummheit und Selbstverblendung.
Dass Stahlberg nicht davor zurückschreckt, dem Publikum diesen Brocken vor die Füße zu werfen und dass er dabei einer Vision folgt, ist ihm hoch anzurechnen. Aber wirklich sehenswert oder erkenntnisreich ist der polarisierende Film nicht.
Fikkefuchs (Deutschland 2017)
Regie: Jan Henrik Stahlberg
Drehbuch: Jan Henrik Stahlberg, Wolfram Fleischhauer
mit Jan Henrik Stahlberg, Franz Rogowski, Thomas Bading, Susanne Bredehöft, Jan Pohl, Hans Ullrich Laux, Roald Schramm, Saralisa Volm
Am Anfang von „Justice League“, dem neuen Film aus dem DC Extended Universe, ist Superman immer noch tot. ‚Batman‘ Bruce Wayne und „Wonder Woman“ Diana Prince bekämpfen weiterhin Bösewichter. Insofern läuft alles seinen gewohnten Gang. Seltsam ist nur die auch für Batman-Verhältnisse Häufung seltsamer Bösewichter, die in letzter Zeit vermehrt auftauchen. Wayne glaubt, dass sie die Vorboten einer irgendwo aus dem Weltall kommenden großen Attacke auf die Menschheit sind.
Deshalb will er ein Team talentierter Personen (also Männer) zusammenstellen. Die titelgebende „Justice League“. Am Ende besteht das Team aus Aquaman (der mit den Fischen reden kann), Flash (der unglaublich schnell ist, weniger schnell ißt und für den Humor zuständig ist), Cyborg (der im Zweifelsfall irgendwie alles kann), Wonder Woman, Batman und einem Überraschungsgast, der dann doch nicht so super überraschend ist. Sie müssen gegen Steppenwolf kämpfen, der die drei Mother Boxes zusammenfügen will. Das wäre der Untergang der Welt, wie wir sie kennen. Deshalb wurden die Mother Boxes vor Ewigkeiten, nach einer großen Schlacht, an verschiedenen Orten versteckt. Eine in der Welt von Wonder Woman, eine in der von Aquaman und eine an einem unbekannten Ort.
Das ist die mühsam über den halben Film entwickelte Prämisse, die dann schnell in dem unvermeidlichen Finale mündet, bei dem höchstens überrascht, dass nichts überrascht. Bis dahin ist der Film voller Exposition, in der zwei Charaktere, meistens bewegungslos, sich erklären, was sie gerade fühlen und dabei den Plot zum nächsten Plot Point schieben. Das ist dann ungefähr emotional so involvierend wie das Studium eines Bauplans.
Entsprechend zäh gestalten sich die zwei Filmstunden, in denen die Mitglieder der Justice League blasse Gesellen bleiben. Im Gegensatz zu den Avengers von der deutlich unterhaltsameren Marvel-Konkurrenz.
Davon abgesehen erzählt „Justice League“ die Geschichte von „Batman v Superman: Dawn of Justice“ fort und baut darauf, dass man auch die DCEU-Filme „Man of Steel“ und „Wonder Woman“ (jau, der war gut) gesehen hat. Dann versteht man einige Anspielungen und Szenen besser und man weiß, warum so viele bekannte und großartige Schauspieler, wie Amy Adams, Jeremy Irons, Diane Lane und J. K. Simmons (in seinem Debüt als Commissioner Gordon), teilweise in Minirollen dabei sind.
Ben Affleck schaut als Bruce Wayne so missmutig in die Kamera, dass man förmlich hört, wie er sich die ganze Zeit fragt, was er in dem Scheiss sucht. Vielleicht weil der Ärger mit seinem Batman-Film sich während dem Dreh von „Justice League“ kontinuierlich steigerte. Der Hauptdreh für „Justice League“ war von April bis Oktober 2016. Im Frühjahr gab es, nachdem Zack Snyder im März wegen dem Suizid seiner Tochter die Arbeit niederlegte, zwei Monate Nachdrehs. Joss Whedon hatte die Regie übernommen und auch das Drehbuch überarbeitet. Es hieß auch, dass nach dem überragenden Erfolg von „Wonder Woman“ die Tonalität des Film geändert werden sollte.
Affleck, der den nächsten Batman-Film nach seinem Drehbuch inszenieren sollte, trat zwischen diesen beiden Drehs von der Regie für den geplanten Batman-Film zurück. Matt Reeves übernahm die Regie. Ihm gefiel Afflecks Drehbuch (Hey, gibt es das irgendwo im Netz?) nicht und anscheinend wird jetzt ein vollkommen neues Drehbuch geschrieben. Es gab auch Gerüchte, dass Warner überlegte, Afflecks Batman aus dem DCEU herauszuschreiben. Das alles ist bei einem Big-Budget-Film, vor allem vor Drehbeginn, nicht unbedingt ungewöhnlich, aber dass Affleck nach dem ganzen Ärger nach einem Weg aus dem Franchise sucht, ist nachvollziehbar. In aktuellen Interviews spricht er, ohne irgendetwas genaues zu sagen, über ein mögliches Ende seines Batmans. Es würde auch sein lustlos-verbissenes Spiel erklären.
Gal Gadot stahl in „Batman v Superman“ in ihren wenigen Szenen als Wonder Woman den Superhelden-Jungs mühelos die Show. In ihrem Solofilm „Wonder Woman“ war sie eine in jeder Beziehung willkommene Überraschung. In „Justice League“ wird sie hoffnungslos unter Wert verkauft.
Die anderen, ähem, Charaktere sind dann nur noch Staffage. Henry Cavill als Superman hat letztendlich nur eine Nebenrolle. Auch weil er die meiste Filmzeit tot ist. Und wenn er dann wiederbelebt wird, liefert er sich erst einmal eine Klopperei mit der Justice League, ehe er tiefsinnig über riesige Maisfelder blicken darf. Jason Momoa als Aquaman Arthur Curry und Ray Fisher als Cyborg Victor Stone sind blass. Ezra Miller als The Flash Barry Allen ist für den in Richtung des letzten Spider-Man-Films „Homecoming“ gehenden stubenreinen Pennäler-Humor zuständig. Schnell nervt dieser Humor und man wünscht sich noch langen vor dem Abspann Jesse Eisenberg zurück. In „Batman v Superman“ spielte er den bekannten Superman-Antagonisten Lex Luthor. Seine Spiel war zwar in Fankreisen umstritten, aber auch absolut bizarr und kurzweilig.
Dieses Mal ist der Bösewicht Steppenwolf, ein zweieinhalb Meter großer Krieger von der Alptraumwelt Apokolips. Viel mehr gibt es über ihn nicht zu sagen. Es ist eine CGI-Gestalt, die im Original von Ciarán Hinds gesprochen und wohl auch etwas gespielt wurde.
Und damit kommen wir zu Zack Snyder, dem Mastermind im DCEU-Filmkosmos. Wieder hat er die Regie übernommen und wieder gibt es Michael Bay für griesgrämige Comic-Nerds. Daran ändert der Wechsel des Regisseurs nichts. Whedon drückte dem Film nicht seinen Stempel auf, sondern er ergänzte in Snyders Sinn. Auch wenn man sich nach dem Erfolg von „Wonder Woman“ um eine andere Tonalität bemüht und alles bunter ist, ist der Grundton immer noch düster und schwermütig. Wie eine missglückte Pseudo-Doom-Metal-Version eines Beatles-Songs. – – Hm, im Abspann gibt es mit dem Beatles-Cover „Come together“ von Junkie XL, feat. Gary Clark Jr., so etwas ähnliches.
Die Bilder erinnern, wie man es von Zack Snyder gewohnt ist, an Comic-Panels. Das sieht unbestritten gut aus. Aber der gesamte Film sieht, abgesehen von einem kurzen „Watchmen“-Selbstzitat in den ersten Minuten, wie eine Abfolge von Panels aus. Nur ergibt eine Abfolge von Standbildern keinen Film. Das zeigt sich in den Actionszenen, die alle wenig dynamisch sind. Dialoge sind banale Schuss-Gegenschuss-Montagen, die mit einer Bräsigkeit zelebriert werden, die ihnen jedes Leben aussagen bis sie zu einem Standbild gefrieren. Da hat sogar ein Dialog in einer 08/15-TV-Serie oder einer TV-Show mehr Dynamik. Alles in „Justice League“ ist statisch. Nichts hat einen eigenständigen Rhythmus.
Das Drehbuch ist nur eine Abfolge von Plot Points, die eine niemals überraschende Geschichte erzählen. Im Gegensatz zu „Batman v Superman“ ist die Geschichte wenigstens immer nachvollziehbar und in sich schlüssig. Die Charaktere sind durchgehend eindimensional. Ihre Dialoge banal. Für keinen Schauspieler gibt es etwas, mit dem er arbeiten könnte. Sie müssen nur die Stichworte für den nächsten Plot Point geben. Entsprechend blass bleiben sie.
Wie bei Marvel gibt es im Abspann zwei Szenen, wobei die zweite die gelungenere ist. Sie teast auch den nächsten Film an, der – die Hoffnung stirbt zuletzt – besser als „Justice League“ sein könnte. Wenn sie bei DC endlich einmal Geld für ein schlüssiges, überraschendes, wendungs- und facettenreiches Drehbuch ausgeben. Bis dahin wird man diesen Langweiler, der nichts aus seinem Budget von dreihundert Millionen US-Dollar macht, vergessen haben.
Justice League (Justice League, USA 2016)
Regie: Zack Snyder, Joss Whedon (ungenannt)
Drehbuch: Chris Terrio, Joss Whedon (nach einer Geschichte von Chris Terrio und Zack Snyder)
mit Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Gal Gadot, Ezra Miller, Jason Momoa, Ray Fisher, Jeremy Irons, Diane Lane, Connie Nielsen, J. K. Simmons, Ciarán Hinds, Amber Heard, Joe Morton, Lisa Loven Kongsli, Ingvar Sigurdsson, David Thewlis, Sergi Constance
Planet der Vampire (Terrore nello spazio/Terror en el Espacio, Italien/Spanien 1965)
Regie: Mario Bava
Drehbuch: Callisto Cosulich, Antonio Roman, Alberto Bevilacqua, Mario Bava, Rafael J. Salvia
Nachdem die Galliot spurlos verschwindet, wird die Argos von einer unbekannten Kraft zu einer Landung auf dem nebelverhangenen Planeten Aura gezwungen. Kurz nach der Landung beginnen die Raumfahrer sich seltsam zu verhalten. Was auch an den körperlosen Bewohnern von Aura liegt, die sich den Körpern der Menschen bemächtigen.
„ein Schundklassiker par excellence“ (Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science-Fiction-Films)
„ein Film, der Spaß macht, ungeachtet aller technischen Abstrusitäten und Ungereimtheiten in der Logik.“ (Filmkritik)
„Planet der Vampire“ weist zahlreiche Parallelen zu „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ auf. Aber „Alien“-Regisseur Ridley Scott meinte, er habe „Planet der Vampire“ nie gesehen.
mit Barry Sullivan, Norma Bengell, Angel Aranda, Evi Morandi, Fernando Villena
Das Versprechen – Erste Liebe lebenslänglich (The Promise, Deutschland 2016)
Regie: Marcus Vetter, Karin Steinberger
Drehbuch: Marcus Vetter, Karin Steinberger
Informative, spannende und sehr akribische Doku über den deutschen Diplomatensohn Jens Söring, der seit 1990 in den USA im Gefängnis sitzt. Er soll am 30. März 1985 die Eltern von seiner Freundin und ersten großen Liebe Elizabeth Haysom in ihrem Haus in Lynchburg, Virginia bestialisch ermordet haben. Er behauptet, unschuldig zu sein und die neueren Beweise unterstützen seine Version.
mit Jens Söring, Gail Marshall, Tom Elliott, William Sweeney, Ricky Gardner, Gail Ball, Chuck Reid, Rich Zorn, Dave Watson, Tony Buchanan, Carlos Santos, Steven Rosenfield
Der Mann, der niemals lebte (USA 2008, Regie: Ridley Scott)
Drehbuch: William Monahan
LV: David Ignatius: Body of Lies, 2007 (Der Mann, der niemals lebte)
CIA-Agent Roger Ferris fahndet im Nahen Osten nach einer islamistischen Terrorzelle. Als sie nicht weiterkommen, hecken Ferris und sein in Washington, D. C., sitzender Chef einen verwegenen Plan aus.
Okayer, schrecklich ausgewogener, realistischer Polit-Thriller, bei dem man nie den Eindruck los wird, dass hier alle unter ihren Möglichkeiten bleiben. Außerdem ist das Ende enttäuschend.
David Ignatius gefällt die Verfilmung.
mit Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Oscar Isaac
Vor zwei Jahren erlebte Fred Dewilde eine Nacht, die er bis zu seinem Tod nicht vergessen wird. Er besuchte am 13. November 2015 das Konzert der Garagenrockband „Eagles of Death Metal“ in Paris im Bataclan. In „Bataclan – Wie ich überlebte“ erzählt er seine Erlebnisse in dieser Nacht und wie er danach damit umging. Denn in dieser Nacht schlugen Islamisten gleichzeitig an mehreren Orten in Paris brutal zu. In der Konzerthalle ermordeten französischstämmige Islamisten mit Kalaschnikow-Sturmgewehren und Handgranaten neunzig Konzertbesucher. Viele der 1500 Konzertbesucher wurden teilweise schwer verletzt.
Dewilde, ein auf medizinische Illustrationen spezialisierter Grafiker und verheirateter Vater mehrerer Kinder, teilt sein Erinnerungsbuch, in dem er die Ereignisse der Nacht künstlerisch verarbeitet in zwei Hälften. In der ersten, kürzeren Hälfte erzählt er als SW-Comic seine Erlebnisse in der Nacht. In der zweiten Hälfte schreibt er darüber, was er nach der Nacht fühlte, welche (Schuld)gefühle er hatte und wie er versuchte, das Erlebte zu verarbeiten. Wie er sich auf nichts konzentrieren konnte, wie er krank geschrieben wurde, von seiner Psychotherapie und wie er als Therapie begann, seine Erlebnisse aufzuzeichnen. Er sagt, warum er die Täter als die vier apokalyptischen Reiter als Skelette zeichnete: „Sie waren bereits gestorben, hatten jede Verbindung zum Leben, zu anderen Menschen verloren.“ Er erzählt auch vom Zusammengehörigkeitsgefühl der Überlebenden, von seiner Kindheit in einem Problemviertel, seiner Frau und seiner dreieinhalbjährigen Tochter. Am Ende meint er: „Ich habe gesehen, was der Hass anrichtet. Deshalb bitte ich euch: Lasst uns einmal wenigstens schlauer sein…lasst uns dieses Mal das Leben wählen.“
Pianist Maurice Martineau will den Liebhaber seiner Frau zur Rede stellen. Dummerweise ist dieser schon tot. Selbstverständlich hält die Polizei den gehörnten Ehemann für den Mörder.
Der düstere Polizeifilm ist auch „das unerbittliche klarste Porträt des Nachkriegs-Frankreichs“ (Marcel Oms, Cahiers de la Cinémathéque)
„Ein sehr schwarzer Film mit einer hinreisenden Leistung des Hauptdarstellers.“ (Lexikon des internationalen Films)
mit Louis Jouvet, Bernard Blier, Simone Renant, Suzy Delair, Charles Dullin
Nein, das ist nicht das Ende des WochenENDEs, sondern
RTL II, 22.30
The World’s End (The World’s End, Großbritannien 2013)
Regie: Edgar Wright
Drehbuch: Simon Pegg, Edgar Wright
Zwei Jahrzehnte nachdem sie Newton Haven verlassen haben, kann Gary King seine alten Schulkumpels überzeugen, die damals vorzeitig abgebrochene Sauftour endlich zu beenden. Aber schon vor dem ersten Bier kommen ihnen die Dorfbewohner seltsam vor.
„The World’s End“ ist die neueste Komödie der Macher von „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ und ist eigentlich ein Remake von „Shaun of the Dead“ mit zombiehaft angreifenden Aliens anstatt Zombies. Dazu gibt es etwas Midlife-Crisis-Komödie – und viele Anspielungen.
Der Film ist wie ein Pubbesuch mit einigen guten Freunden, plus einer grandiosen Methode, die Aliens zu besiegen, die eindeutig aus der „Dr. Who“-Schule stammt, und einem unpassendem Epilog, der ungefähr so witzig wie der Kater nach der Sauftour ist. Aber bis dahin…