
Heute, kurz vor zwölf Uhr, im Westhafen Richtung Westen blickend. Leider mit bescheidenem Wetter. Ich werde wohl wieder auf den Turm schnaufen müssen. Wenn sie mich lassen.

Heute, kurz vor zwölf Uhr, im Westhafen Richtung Westen blickend. Leider mit bescheidenem Wetter. Ich werde wohl wieder auf den Turm schnaufen müssen. Wenn sie mich lassen.
Lief laut meiner nicht hundertprozentig zuverlässigen Buchführung zuletzt 2015:
Arte, 20.15
Tote schlafen fest (The Big Sleep, USA 1946)
Regie: Howard Hawks
Drehbuch: William Faulkner, Leigh Brackett, Jules Furthman
LV: Raymond Chandler: The big sleep, 1939 (Der große Schlaf)
Privatdetektiv Philip Marlowe soll einen Erpresser finden. Zuerst findet er zwei schöne Töchter und viele Leichen.
Unbestritten – neben „Der Malteser Falke“ (der nach meiner Buchführung zuletzt 2010 im TV lief) – der Klassiker unter den Privatdetektiv-Krimis und eines der Meisterwerke des Film Noir.
Im Anschluss, um 22.05 Uhr, läuft „Lauren Bacall – Die diskrete Verführerin“ (Frankreich 2017).
Mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Elisha Cook Jr., John Ridgely, Martha Vickers, Dorothy Malone, Charles Waldron, Regis Toomey
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Tote schlafen fest“
Wikipedia über „Tote schlafen fest“ (deutsch, englisch), Philip Marlowe (deutsch, englisch) und Raymond Chandler (deutsch, englisch)
Thrilling Detective über Philip Marlowe
Thrilling Detective über Raymond Chandler
Krimi-Couch über Raymond Chandler
Mordlust über Raymond Chandler
Mein Hinweis auf Raymond Chandlers „Das hohe Fenster“ (The High Window, 1942)
Meine Besprechung von Raymond Chandlers „Die Lady im See“ (The Lady in the Lake, 1943)
Meine Besprechung von Leigh Bracketts „Das lange Morgen“ (The Long Tomorrow, 1955)
RTL II, 22.30
BlacKkKlansman (BlacKkKlansman, USA 2018)
Regie: Spike Lee
Drehbuch: Charlie Wachtel, David Rabinowitz, Kevin Willmott, Spike Lee
LV: Ron Stallworth: Black Klansman, 2014
Ron Stallworth ist in den Siebzigern der erste schwarze Polizist in Colorado Springs. Als er eine Anzeige des Ku Klux Klans entdeckt ruft er dort an und wird auch gleich zu einem Treffen eingeladen. Aufgrund seiner Hautfarbe kann er nicht hingehen. Aber sein jüdischer Kollege Flip Zimmerman kann es. Gemeinsam beginnen sie gegen die weißen Rassisten zu ermitteln.
Spike Lee in Höchstform: er erzählt eine unglaubliche, aber wahre Geschichte mit viel Verve, Wut, satirischen Überspitzungen viel Zeitkolorit.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit John David Washington, Adam Driver, Topher Grace, Laura Harrier, Ryan Eggold, Jasper Pääkkönen, Corey Hawkins, Paul Walter Hauser, Alec Baldwin, Harry Belafone
Hinweise
Moviepilot über „BlacKkKlansman“
Metacritic über „BlacKkKlansman“
Rotten Tomatoes über „BlacKkKlansman“
Wikipedia über „BlacKkKlansman“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „BlacKkKlansman“ (Im Zweifel für die Geschichte!)
Meine Besprechung von Spike Lees “Oldboy” (Oldboy, USA 2013)
Meine Besprechung von Spike Lees „BlacKkKlansman“ (BlacKkKlansman, USA 2018)
Joseph ist schwul, Regisseur und trauert drei Jahre nach der Trennung immer noch seinem Ex hinterher. Außerdem ist er mit seiner depressiven Ex zusammen, die in der Psychiatrie sein sollte. Er erzieht ihren gemeinsamen Sohn. Er schreibt irgendwie an seinem zweiten Spielfilm. Seine ersten Ideen überzeugen seinen Produzenten nicht. Und nach einem Kampf mit einem Snack-Automaten ist Josephs linke Hand die meiste Zeit des Films bandagiert.
Fabian Stumm spielt diesen Pechvogel. Er schrieb auch das Drehbuch und inszenierte „Sad Jokes“ als eine Abfolge von meist peinlich unwitzigen Sketchen. Sie ergeben ein Panoptikum dysfunktionaler, gescheiterter und scheiternder Beziehungen. Sie könnten, bis auf sehr wenige Ausnahmen, auch in irgendeiner anderen Reihenfolge präsentiert werden. Es würde nicht auffallen. Es würde auch nicht auffallen, wenn einzelne Szenen durch vollkommen andere Szenen ersetzt würden. Denn eine Story ist höchstens erahnbar.
Normalerweise nahm Stumm die Szenen ungeschnitten mit einer statischen, die Ereignisse wie eine Überwachungskamera beobachtenden Kamera auf. Wenn dann doch geschnitten wird, sind die Schnitte so unbeholfen gesetzt, dass es schon wieder Absicht sein könnte.
Und genau das ist das Problem von „Sad Jokes“. Es ist vollkommen unklar, ob er schlecht ist, weil die Macher es nicht besser können, oder ob er schlecht ist, weil er schlecht sein soll.
Aber egal welche Erklärung zutrifft: „Sad Jokes“ ist ein schlechter Feelbad-Film, eine Komödie, die keine Komödie ist, und ein Episodendrama voller passiv-aggressiver, latent nervender Menschen.
Anderen gefällt „Sad Jokes“ besser. Die meisten Kritiken sind überaus positiv und beim diesjährigem Filmfest München erhielt „Sad Jokes den FIPRESCI-Preis und den Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Beste Regie.

Sad Jokes (Deutschland 2024)
Regie: Fabian Stumm
Drehbuch: Fabian Stumm
mit Fabian Stumm, Haley Louise Jones, Justus Meyer, Ulrica Flach, Jonas Dassler, Godehard Giese, Marie-Lou Sellem, Anne Haug, Knut Berger, Anneke Kim Sarnau (nicht jedem ist ein zweiter Auftritt in dem Film gegönnt)
Länge: 97 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
Vox, 20.15
I, Robot (I, Robot, USA 2004)
Regie: Alex Proyas
Drehbuch: Jeff Vintar, Akiva Goldsman
LV: Isaac Asimov: I, Robot, 1950 (Ich, der Robot, Kurzgeschichtensammlung)
2035: Roboter nehmen uns viele Aufgaben ab. Als der Chefkonstrukteur der Firma US Robotics in den Tod stürzt, glaubt Polizist und Roboterhasser Del Spooner, dass der Konstrukteur von einem Roboter umgebracht wurde. Niemand glaubt ihm.
Unterhaltsamer SF-Actionthriller, der von Asimov vor allem die drei Robotergesetze übernommen hat. Denn Proyas interessiert sich vor allem für Design und Entertainment.
mit Will Smith, Bridget Moynahan, Alan Tudyk, James Cromwell, Bruce Greenwood, Chi McBride, Shia LaBeouf
Wiederholung: Sonntag, 15. September, 14.50 Uhr
Hinweise
Rotten Tomatoes über “I, Robot”
Reisen mit den Eltern sind schon anstrengend. Vor allem wenn die Tochter einen festen Plan hat, der mehr ein ausufernder Arbeitsplan als eine Urlaubsreise ist und wenn diese Reise nicht an irgendwelche schönen sonnigen Strände, sondern in das triste postkommunistische Polen führt und die Tochter die Familiengeschichte erforschen möchte. Eine Familiengeschichte zu der ein KZ-Besuch gehört.
Deshalb wollte die 36-jährige New Yorker Musik-Journalistin Ruth Rothwax (Lena Dunham) 1991 die Reise auch ohne ihren Vater Edek (Stephen Fry) machen. Aber er lud sich ungefragt ein. Er benimmt sich – und so scheint er sich immer zu benehmen – wie ein Kind, das auf jede Ablenkung und jedes Vergnügen anspringt. Er nimmt jede Gelegenheit wahr, ihre Pläne zu sabotieren. Außerdem will er, der als Kind im KZ Auschwitz-Birkenau war, nicht Zug fahren. Schon am Flughafen besorgt er ein Taxi und verpflichtet den Fahrer bis zu ihrer Abreise als ihren persönlichen Chauffeur.
Ruth und Edek sind ein seltsames Paar. Sie ist ständig schlecht gelaunt. Er nicht. Die Stationen, die sie abfahren sind die vorhersehbaren Stationen eines Ausflugs in die Familienvergangenheit. Die Erlebnisse sind auch vorhersehbar. Sie treffen einige Menschen. Einige treffen sie öfter. Sie besuchen das inzwischen herunterkommene Haus, in dem Edek als Kind wohnte und in dem jetzt andere Menschen wohnen, die Angst um ihre Wohnung haben. Sie besuchen das KZ, werden am Zaun entlang gefahren und Edek entdeckt dabei Orte, an denen er früher war. Und langsam öffnet Edek sich.
Julia von Heinz‘ Film „Treasure – Familie ist ein fremdes Land“ basiert auf dem siebenhundertseitigem Roman „Zu viele Männer“ von Lilly Brett, den von Heinz und ihr Co-Autor John Quester für den Film veränderten. Ihre sich während eines einwöchigen Besuchs in Polen abspielende Familiengeschichte reiht konventionell die einzelnen Stationen der Reise aneinander. Die Vergangenheit bildet den Hintergrund für die Kabbeleien zwischen Ruth und Edek. Lena Dunham spielt die penibel planende Journalistin mit einem von ihrem Vater dauergenervtem Gesichtsaustdruck. Stephen Fry läuft als lebensbejahender Holocaust-Überlebender, der die Schrecken, die er im Zweiten Weltkrieg erlebte und jetzt unter der Maske der Fröhlichkeit versteckt, zu großer Form auf.

Treasure – Familie ist ein fremdes Land (Deutschland/Frankreich 2024)
Regie: Julia von Heinz
Drehbuch: Julia von Heinz, John Quester
LV: Lilly Brett: Too many men, 1999 (Zu viele Männer)
mit Lena Dunham, Stephen Fry, Zbigniew Zamachowski, Tomasz Wlosok, Iwona Bielska, Maria Mamona, Wenanty Nosul, Klara Bielawka, Magdalena Célowna
Länge: 110 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
Filmportal über „Treasure – Familie ist ein fremdes Land“
Moviepilot über „Treasure – Familie ist ein fremdes Land“
Metacritic über „Treasure – Familie ist ein fremdes Land“
Rotten Tomatoes über „Treasure – Familie ist ein fremdes Land“
Wikipedia über „Treasure – Familie ist ein fremdes Land“ (deutsch, englisch)
Berlnale über „Treasure – Familie ist ein fremdes Land“
Meine Besprechung von Julia von Heinz‘ „Hannas Reise“ (Deutschland/Israel 2013)
Meine Besprechung von Julia von Heinz‘ „Und morgen die ganze Welt“ (Deutschland 2020)
Beim Kauf einer Wohnung in der schwedischen Kleinstadt Gullspång treffen zwei Schwestern auf eine Frau, die wie die Zwillingsschwester ihrer vor dreißig Jahren gestorbenen Schwester aussieht. Aber sie haben niemals etwas von einer Zwillingsschwester gehört. Neugierig und begleitet von Regisseurin Maria Fredriksson versuchen sie herauszufinden, weshalb ihre tote Schwester und die Verkäuferin der Wohnung wie Zwillinge aussehen.
Ziemlich schnell ist in „Das Gullspång-Geheimnis“ geklärt, dass es sich wirklich um Zwillinge handelt. Sie treffen ihre Familie. Bald fragen die Schwestern sich auch, ob ihre ältere Schwester sich damals wirklich umgebracht hat.
Und was jetzt der Auftakt für einen dicken skandinavischen Kriminalroman sein könnte, ist der Auftakt für einen etwas schrägen Dokumentarfilm. Einerseits ist die Schwester wirklich im Juli 1988 gestorben, es wurde nie wirklich ermittelt, einige Umstände ihres Todes sind seltsam und die vor den Kindern verschwiegene Familiengeschichte ist es wert, ausgegraben zu werden.
Andererseits inszeniert Maria Fredriksson ihren Film immer wie eine Fake-Doku. Mehrmals mischt sie sich als Regisseurin ein. Sie gibt Regieanweisungen, lässt Szenen mehrmals wiederholen und lässt gleichzeitig Interviews störende Ereignisse im fertigen Film. Die im Film auftretenden Personen werden nur mit ihren Vornamen vorgestellt. Die Musik ist in ihrer harmlosen Fröhlichkeit vollkommen unpassend für einen Dokumentarfilm über düstere Familiengeheimnisse und einen ungeklärten Mord. „Das Gullspång-Geheimnis“ ist das Gegenteil einer konventionellen True-Crime-Doku. Dazu passt auch, dass am Ende nichts geklärt ist. Es gibt noch nicht einmal eine tragfähige Vermutung, was mit ihr geschah.
Trotz wahrer Ereignisse wirkt „Das Gullspång-Geheimnis“ wie eine Parodie auf True-Crime-Dokus. Fredriksson dekonstruiert das Genre. Anstatt Geheimnisse aufzuklären, vernebelt sie und ist immer weniger an einer Aufklärung interessiert. Das ist während des Ansehens durchaus amüsant, am Ende aber auch frustrierend.

Das Gullspång-Geheimnis (Miraklet i Gullspång, Schweden/Norwegen/Dänemark 2023)
Regie: Maria Fredriksson
Drehbuch: Maria Fredriksson
mit Kari Klo, May-Elin Storsletten, Olaug Bakkevold Østby
Länge: 114 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
–
Hinweise
Moviepilot über „Das Gullspång-Geheimnis“
RTL II, 20.15
Die Unfassbaren – Now you see me (Now you see me, USA 2013)
Regie: Louis Leterrier
Drehbuch: Ed Solomon, Boaz Yakin, Edward Ricourt
Vier Illusionskünstler beginnen, im Auftrag eines Unbekannten, als „Die vier Reiter“ (The four Horsemen) verbrecherische Zauberkunststücke mit Robin-Hood-Touch auszuführen. Schnell werden sie vom FBI und einem Ex-Magier verfolgt.
Der Überraschungserfolg „Die Unfassbaren – Now you see me“ ist ein locker-lässiger Popcorn-Film, ein vergnüglicher Comic-Crime-Caper, der Spaß macht, solange man nicht zu genau über die Geschichte nachdenkt und das nach einem fulminanten ersten Trick zunehmend konventioneller wird. Denn ein Las-Vegas-Paris-Bankraub ist viel eindrucksvoller, als ein Geldtransfer von einem Konto zu anderen Konten; auch wenn dies während einer Show geschieht und sich dabei – dank unsichtbarer Schrift – der Kontostand auf den Papieren der Anwesenden verändert.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Jesse Eisenberg, Isla Fisher, Woody Harrelson, Dave Franco, Mark Ruffalo, Mélanie Laurent, Morgan Freeman, Michael Caine, Common, Michael J. Kelly
Wiederholung: Samstag, 14. September, 02.35 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Metacritic über „Die Unfassbaren – Now you see me“
Rotten Tomatoes über „Die Unfassbaren – Now you see me“
Wikipedia über „Die Unfassbaren – Now you see me“ (deutsch, englisch)
The Wrap: Interview mit den Drehbuchautoren Ed Solomon und Edward Ricourt (31. Mai 2013)
Schnittberichte: Vergleich der Kinofassung und der Extended Edition
Meine Besprechung von Louis Leteriers „Die Unfassbaren – Now you see me“ (Now you see me, USA 2013) und der DVD
Meine Besprechung von Louis Leterriers „Der Spion und sein Bruder“ (The Brothers Grimsby, USA 2016)
Meine Besprechung von Louis Leteriers „Fast & Furious 10“ (Fast X, USA 2023)
Meine Besprechung von Boaz Yakins „Todsicher“ (Safe, USA 2012)
Meine Besprechung von Boaz Yakins „Max“ (Max, USA 2015)
Meine Besprechung von Jon M. Chus „Die Unfassbaren 2 – Now you see me“ (Now you see me 2, USA 2016) und der DVD
Beetlejuice ist zurück. 1988 war das, nach einigen kürzeren Arbeiten und dem Talentprobe-Spielfilmdebüt „Pee-Wee’s irre Abenteuer“ sein erster echter Tim-Burton-Spielfilm und sein Durchbruch. Danach inszenierte er „Batman“. In „Beetlejuice“ geht es um das Ehepaar Maitland, das bei einem tödlichen Unfall stirbt und die nächsten 125 Jahre in ihrem Haus als Geister leben muss. Als die Familie Geetz, eine neureiche Clique, die das gesamte Haus umgestalten will, einzieht, versuchen die Maitlands die neuen Bewohner loszuwerden. Ohne Erfolg. Aus nackter Verzweiflung rufen sie den selbsternannten Bio-Exorzisten Beetlejuice (bzw. Betelgeuse). Der erledigt die Aufgabe.
Burton erzählt das als liebevoll-skurille Geisterkomödie mit zahlreichen Anspielungen auf die entsprechenden Filme und Geschichten. Es ist die Mischung, die er seitdem in seinen Filmen perfektionierte.
„Beetlejuice Beetlejuice“ spielt ungefähr fünfunddreißig Jahre nach dem ersten Film. Michael Keaton als Beetlejuice, Winona Ryder als Lydia Deetz und Catherine O’Hara als ihre Mutter Delia Deetz sind wieder dabei. Es gibt viele Neuzugänge, wie Jenny Ortega, Justin Theroux, Monica Bellucci, Arthur Conti, Willem Dafoe (erstaunlicherweise erstmals in einem Tim-Burton-Film) und Danny DeVito, in mehr oder weniger großen Rollen. Eine nennenswerte Story ist, im Gegensatz zu „Beetlejuice“, nicht mehr vorhanden. Es gibt mehrere Plots, die mehr oder weniger halbherzig erzählt werden, und einzelne mal mehr, mal weniger gelungene Gags, die die Hauptgeschichten nicht voranbringen.
Es geht um Delores (Monica Bellucci), die sich an ihrem Ehemann Beetlejuice rächen will. Es geht um die Familie Deetz, die nach dem Tod des Familienoberhaupts für die Beerdigung nach Winter River und in das Geisterhaus zurückkehrt und dort ‚Erlebnisse‘ hat. Es geht Lydias Tochter Astrid (Jenny Ortega), die als Teenager von dem ganzen Geisterbohei, ihrer Familie und dem Rest der Welt genervt ist. In Winter River trifft sie Jeremy Frazier (Arthur Conti) und verliebt sich in ihn. Zur gleichen Zeit wird ihrer Mutter Lydia, die als Gastgeberin der TV-Show „Ghost House with Lydia Deetz“ bekannt ist, von ihrem Freund und Produzenten Rory (Justin Theroux) während der Beerdigung ein Heiratsantrag gemacht. Notgedrungen akzeptiert sie und sofort wird die Hochzeit geplant.
Die einzelnen Szenen spielen in dieser und in der Geisterwelt, von der wir mehr als in „Beetlejuice“ sehen und das Verhältnis zwischen beiden Welten und wie vor allem die Geisterwelt funktioniert, ist wahnsinnig komplex. Oder einfach nur verwirrend.
Der Film ist eine Nummernrevue für die Fans des ersten Films. Nachdem Tim Burton in „Beetlejuice“ die Regeln des Geisterfilms parodierte und dekonstruierte, dekonstruiert er hier auch das Erzählen von Geschichten. Die einzelnen Szenen sind liebevoll inszeniert und für Freunde alter Horrorfilme und Gruselcomics ein Fest. Die Effekte gelungen. Die Musik von Danny Elfman gewohnt bombastisch. Die Schauspieler hatten beim Dreh ihren Spaß. Die von ihnen gespielten Figuren sind durchgehend eindimensionale Cartoons.
Da erscheint der Griff in den Tim-Burton-Zettelkasten trotz seiner kurzen Laufzeit von, ohne den langen Abspann, etwas über neunzig Minuten doch ziemlich lang.

Beetlejuice Beetlejuice (Beetlejuice Beetlejuice, USA 2024)
Regie: Tim Burton
Drehbuch: Alfred Gough, Miles Millar (nach einer Geschichte von Alfred Gough, Miles Millar und Seth Grahame-Smith, basierend auf von Michael McDowell und Larry Wilson)
mit Michael Keaton, Winona Ryder, Catherine O’Hara, Jenna Ortega, Justin Theroux, Willem Dafoe, Monica Bellucci, Arthur Conti, Nick Kellington, Santiago Cabrera, Danny DeVito
Länge: 105 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
Moviepilot über „Beetlejuice Beetlejuice“
Metacritic über „Beetlejuice Beetlejuice“
Rotten Tomaotes über „Beetlejuice Beetlejuice“
Wikipedia über „Beetlejuice Beetlejuice“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Tim Burtons „Big Eyes“ (Big Eyes, USA 2014)
Tele 5, 20. 15
Runaway Train – Express in die Hölle (Runaway Train, USA 1985)
Regie: Andrei Konchalovsky
Drehbuch: Djordje Milicevic, Paul Zindel, Edward Bunker (nach einem Drehbuch von Akira Kurosawa)
Alaska: zwei Knackis brechen aus und hoffen als blinde Passagiere auf einem Güterzug in die Freiheit fahren zu können. Doch der Lokführer stirbt, ein dritter blinder Passagier ist ebenfalls an Bord und der Zug kann nicht gebremst werden.
Harter, spannender, heute fast unbekannter Thriller mit guten Schauspielerleistungen. Voight und Roberts waren für je einen Oscar nominiert; Voight erhielt einen Golden Globe, Roberts war nominiert. Außerdem war der Film als bester Film für einen Golden Globe nominiert. Die Schmonzette „Out of Africa“ erhielt ihn.
Mit Jon Voight, Eric Roberts, Rebecca DeMornay, Edward Bunker, Danny Trejo (Debüt)
Wiederholung: Freitag, 13. September, 03.00 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Express in die Hölle“
Wikipedia über „Express in die Hölle“ (deutsch, englisch)
BBC: Nachruf auf Edward Bunker (Juli 2005)
New York Times: Nachruf auf Edward Bunker (AP)
Meine Besprechung von Edward Bunkers „Lockruf der Nacht“ (Stark, 2007)
Meine Besprechung von Andrei Konchalovskys „Paradies“ (Ray, Russland/Deutschland 2016)
Arte, 20.15
Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush (Deutschland/Frankreich 2022)
Regie: Andreas Dresen
Drehbuch: Laila Stieler
Wenige Wochen nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 wird in Pakistan der neunzehnjährige Murat Kurnat verhaftet und nach Guantanamo gebracht. Die Presse nennt ihn „Bremer Taliban“.
Seine Mutter Rabiye Kurnaz will ihren Jungen aus der Gefangenschaft befreien. Zusammen mit dem Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke setzt sie Himmel und Hölle in Bewegung.
TV-Premiere. Sehr gelungenes, unterhaltsames, nah an den Fakten entlang erzähltes Drama, mit einer ordentlichen Portion Humor.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
Anschließend, um 22.10 Uhr, zeigt Arte die brandneue knapp einstündige Doku „Andreas Dresen – Ein Leben für den Film“.
Am 17. Oktober, startet der neue, selbstverständlich ebenfalls sehenswerte Film von Andreas Dresen und Laila Stieler. „In Liebe, eure Hilde“ erzählt von Hilde Coppi und der „Roten Kapelle“, einem immer noch wenig bekanntem Widerstandsnetzwerk gegen die Nazi-Diktatur.
mit Meltem Kaptan, Alexander Scheer, Charly Hübner, Nazmi Kirik, Sevda Polat, Abdullah Emre Öztürk
Wiederholung: Sonntag, 15. September, 01.30 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Filmportal über „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“
Moviepilot über „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“
Rotten Tomatoes über „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“
Wikipedia über „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“
Meine Besprechung von Andreas Dresens „Als wir träumten“ (Deutschland/Frankreich 2015)
Meine Besprechung von Andres Dresens „Gundermann“ (Deutschland 2018)
NDR, 22.00
Tatort: Die Macht des Schicksals (Deutschland 1987)
Regie: Reinhard Schwabenitzky
Drehbuch: Ulf Miehe, Klaus Richter
Ein falscher Polizist nimmt gutgläubige Rentner aus. Als es dabei Tote gibt, muss der echte Polizist Lenz ermitteln.
Hübsche kleine, pointiert erzählte Geschichte.
Mit Helmut Fischer, Georg Einerdinger, Henner Quest, Rolf Castell, Gunnar Möller, Hans Clarin, Sebastian Koch
Wiederholung: Mittwoch, 11. September, 01.20 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Ulf Miehe
Wikipedia über Ulf Miehe und über „Die Macht des Schicksals“
Meine Besprechung von Ulf Miehes „Puma“ (1976)

2007 erschien im Heyne-Verlag „L. A. Crime Report“, eine Sammlung von Reportagen, die Michael Connelly schrieb, bevor er mit seinen Harry-Bosch-Polizeiromanen weltweit Millionen Leser begeisterte. Sein mit dem Edgar ausgezeichnetes Romandebüt „Schwarzes Echo“ (The Black Echo) erschien 1992.
Jetzt veröffentlichte der Kampa Verlag unter dem Titel „Cops und Killer“ den Sammelband wieder – und ich hole meine alte Besprechung aus den Tiefen des Internets, entstaube sie (Hust!) und poste sie in leicht aktualisierter Form wieder:
Das neueste Buch “Cops und Killer“ von Michael Connelly ist eigentlich ein vollkommen überflüssiges Buch. Connelly-Fans wissen, dass er vor seiner Schriftstellerkarriere Polizeireporter für den „South Florida Sun-Sentinel“ und die „Los Angeles Times“ war. Diese Artikel verstauben, wie hunderttausende weitere Zeitungsartikel, in den Archiven der Zeitungen und Bibliotheken, wenn es nicht einen Grund gäbe, sie wieder auszugraben. Der Grund bei Michael Connelly ist ganz einfach. Er ist heute einer der großen zeitgenössischen Krimiautoren. Mit seinen Einzelwerken und, vor allem, der Harry Bosch-Reihe eroberte er weltweit die Herzen der Krimifans. Bei seinen Romanen fällt immer wieder auf, wie genau sie recherchiert sind und wie präzise die zahlreichen Informationen in der Geschichte präsentiert werden. Das lernte Connelly, wie die im irreführend betitelten „Cops und Killer“ abgedruckten Texte zeigen, als Polizeireporter.
In „Cops und Killer“ sind nämlich etliche Reportagen und Zeitungsartikel abgedruckt, die er zwischen 1984 und 1992 für den „South Florida Sun-Sentinel“ und die „Los Angeles Times“ schrieb. Die Artikel sind unter den Überschriften „Die Cops“, „Die Killer“ und „Die Fälle“ gebündelt. Meistens sind mehrere, miteinander zusammenhängende Artikel über einen Fall zusammengefasst worden. Diese Zeitungsartikel unterscheiden sich dann auch nicht von Zeitungsartikel, die andere Journalisten über teilweise ebenfalls Aufsehen erregende Verbrechen geschrieben haben. Es werden die Fakten, garniert mit einigen Zitaten, präsentiert. Es sind über dreißig bis vierzig Jahre alte Artikel, die damals für den schnellen Gebrauch geschrieben waren und heute – wenn man nicht gerade über diese Zeit recherchiert – vollkommen uninteressant sind.
Neben diesen für den täglichen Gebrauch geschriebenen Artikeln wurden auch einige seiner Reportagen aufgenommen. In ihnen ist am ehesten die Verbindung zwischen dem Polizeireporter, der irgendwann einmal Romane schreiben wollte, und dem heutigen Kriminalromanautor erkennbar. So findet sich in „Der Anruf“ die Stelle, in der Detective George Hurt, während er am Tatort keine Miene verzieht, den Plastiküberzug an seiner Brille mit seinen Zähnen zerbeißt. Für diese Reportage begleitete Michael Connelly eine Woche lang zwei Detectives. Ebenfalls von bleibendem Interesse sind die Reportagen über die Arbeit der Polizei gegen die sich in Florida entspannenden Mafiosi („Das Open Territory“), die Zusammenarbeit der Foreign Prosecution Unit von Los Angeles mit der ausländischen Justiz, um flüchtige Straftäter vor Gericht zu bringen („Grenzüberschreitungen“), die Reportage über eine Gruppe von unfähigen Mietkillern („Wo Gangster um die Ecke knallen“) und die Fallstudien „Böse, bis er stirbt“ über einen mutmaßlichen Mörder und „Ein Leben auf der Überholspur“ über einen Serieneinbrecher.
In den Reportagen und Artikeln, in denen Michael Connelly einzelne Fälle begleitete, fällt immer wieder auf, wie einige Fälle und darin verwickelte Personen in seine Romane eingeflossen sind. Denn, so Raymond-Chandler-Fan Connelly in dem lesenswerten Vorwort: „Meine Erlebnisse mit Cops und Mördern und meine Tage als Polizeireporter waren für mich als Romanautor von unschätzbarem Wert. Den Romanautor gäbe es nicht ohne den Polizeireporter. Ich könnte nicht über meinen fiktiven Detective Harry Bosch schreiben, hätte ich nicht zuerst die realen Detectives erlebt. Ich könnte meine Mörder nicht erfinden, hätte ich vorher nicht mit ein paar richtigen gesprochen.“
Deshalb ist „Cops und Killer“ kein überflüssiges Buch. Michael Connelly-Fans, die an allen von Connelly geschriebenen Texten und vor allem an den ersten Einflüssen für seine Romane interessiert sind, haben es bereits gekauft. Aber auch für True Crime-Fans und für Journalisten ist „Cops und Killer“ ein sehr lohnenswertes Buch. Denn, so Michael Carlson, in seinem ebenfalls lesenwertem Nachwort, Michael Connelly „ist Reporter im besten Sinn des Wortes, jemand, der es versteht, Informationen zu sammeln und die hinter den Fakten versteckte Geschichte zu erkennen, jemand, der es versteht, die Eindrücke der unterschiedlichen Menschen zu sortieren und zu erkennen, wie sie diesen Fakten zugrunde liegen, und vor allem jemand, der es versteht, das alles so zu Papier zu bringen, dass auch seine Leserschaft dazu in der Lage ist.“
Die deutsche Ausgabe wurde um einen kurzen Text von Jochen Stremmel über Connelly ergänzt.
Für die aktuelle Ausgabe wurde laut Impressum die Übersetzung überarbeitet. Beim flüchtigen Überprüfen fielen mir nur Kleinigkeiten.
Es gibt zwei weitere kleinere Änderungen. In der Originalausgabe werden die Originaltitel der Reportagen, Erscheinungsdatum und -ort am Ende des Buches gesammelt aufgelistet. In der Neuausgabe werden die Originaltitel nicht mehr genannt. Das Erscheinungsdatum und der -ort stehen bei den Reportagen.
Im Gegensatz zur Originalausgabe wurde auf ein Werkverzeichnis verzichtet. Weil diese Angaben leicht im Internet, u. a. bei Wikipedia, zu finden sind, ist das kein nennenswerter Verlust.
Ein Verlust wäre es allerdings, das Buch nicht zu lesen.
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Michael Connelly: Cops und Killer – Wahre Fälle aus L. A.
(übersetzt von Sepp Leeb)
Kampa, 2024
336 Seiten
18,90 Euro
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Deutsche Erstausgabe
L. A. Crime Report
Heyne, 2007
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Originalausgabe
Crime Beat: Selected Journalism 1984 – 1992
Steven C. Vasic Publications, 2004
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Neuauflage (bei einem größeren Verlag; diese Ausgabe ist populärer)
Crime Beat: A decade of covering cops and killers
Little, Brown and Company, 2006
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Britische Ausgabe unter dem Titel “Crime Beat – True Stories of Cops and Killers” bei Orion, 2006
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Hinweise
Wikipedia über Michael Connelly (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Michael Connellys “L. A. Crime Report” (Crime Beat, 2004)
Meine Besprechung von Michael Connellys „The Lincoln Lawyer“ (2005, deutscher Titel: Der Mandant)
Meine Besprechung der Filmausgabe von Michael Connellys „Der Mandant“ (The Lincoln Lawyer, 2005)
Meine Besprechung von Michael Connellys „Vergessene Stimmen“ (The Closers, 2005)
Meine Besprechung von Michael Connellys “Echo Park” (Echo Park, 2006)
Meine Besprechung von Michael Connellys “Kalter Tod” (The Overlook, 2007)
Michael Connelly in der Kriminalakte
Arte, 20.15
Brutale Schatten (Une homme est mort, Frankreich/Italien 1972)
Regie: Jacques Deray
Drehbuch: Jean-Claude Carrière, Jacques Deray, Ian McLellan Hunter
In Los Angeles soll der französische Auftragskiller Lucien Bellon (Jean-Louis Trintignant) einen Gangsterboss töten. Danach will sein Auftraggeber ihn umbringen – und das ist nicht die beste aller Idee. Also für den Auftraggeber, für uns Zuschauer sieht es anders aus.
Verdammt selten gezeigte, in den USA gedrehte, ziemlich unbekannte Genreperle. „Kühl inszenierter Gangsterfilm mit leichter Ironie bei der Zeichnung amerkanischer Mentalität und Gewohnheiten.“ (Lexikon des internationalen Films)
Die Musik ist von Michel Legrand
mit Jean-Louis Trintignant, Ann-Margret, Roy Scheider, Angie Dickinson, Georgia Engel, Felice Orlandi, Michel Constantin, Umberto Orsini, Jackie Earle Haley, John Hillerman, Talia Shire
Hinweise
Arte über den Film (bis zum 1. März 2025 in der Mediathek)
Allociné über „Brutale Schatten“
Rotten Tomatoes über „Brutale Schatten“
Wikipedia über „Brutale Schatten“ (deutsch, englisch, französisch)
Tele 5, 22.20
Butch Cassidy und Sundance Kid (Butch Cassidy and Sundance Kid, USA 1969)
Regie: George Roy Hill
Drehbuch: William Goldman
In Wirklichkeit waren Butch Cassidy und Sundance Kid zwei Verbrecher, die zu Legenden wurden, und deren Leben öfters verfilmt wurde. Am erfolgreichsten von George Roy Hill, nach einem Drehbuch von William Goldman, der damit in die Topliga der Drehbuchautoren aufstieg, und mit Paul Newman als Butch Cassidy und Robert Redford als Sundance Kid. Der eine war damals schon ein Star, der andere danach.
In „Butch Cassidy und Sundance Kid“ erzählen sie das Leben der beiden Verbrecher in einem locker-flockigen Stil, bei dem die beiden einfach nette Jungs sind, die gegen die Autoritäten kämpfen, Züge und Banken überfallen, immer ihren Spaß haben und die besten Freunde sind.
Der Film war ein Kinohit. 1973 trafen sich George Roy Hill, Paul Newman und Robert Redford wieder für die ebenfalls sehr erfolgreiche Gaunerkomödie „Der Clou“ (The Sting, USA 1973), die mir nicht so gefällt. William Goldman erhielt für „Butch Cassidy und Sundance Kid“ einen Drehbuchoscar und schrieb in den nächsten Jahren die Drehbücher für „Vier schräge Vögel/Zwei dufte Typen“ (The hot rock, USA 1972), „Die Frauen von Stepford“ (The Stepford Wives, USA 1975), „Tollkühne Flieger“ (The great Waldo Pepper, USA 1975, ein schöner, unterschätzter Film mit Robert Redford), „Die Unbestechlichen“ (All the President’s Men, USA 1976, für den er seinen zweiten Drehbuchoscar erhielt) und „Der Marathon-Mann“ (Marathon Man, USA 1976, nach seinem Roman).
mit Robert Redford, Paul Newman, Katherine Ross, Strother Martin, Henry Jones, Jeff Corey
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Butch Cassidy und Sundance Kid“
Wikipedia über „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (deutsch, englisch)
Draußen vor der Tür ist Baggerseewetter, drinnen stapeln sich die September-Empfehlungen der Krimibestenliste, präsentiert von Deutschlandfunk Kultur:
1 (1) Ross Thomas: Die Narren sind auf unserer Seite
Aus dem Englischen von Gisbert und Julian Haefs
Alexander, 580 Seiten, 20 Euro
2 (–) Tana French: Feuerjagd
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermanns
Fischer, 525 Seiten, 25 Euro
3 (4) Liz Nugent: Seltsame Sally Diamond
Aus dem Englischen von Kathrin Razum
Steidl, 391 Seiten, 26 Euro
4 (–) Jochen Brunow: Die Chinesin
ars vivendi, 296 Seiten, 18 Euro
5 (3) Liza Cody: Die Schnellimbissdetektivin
Aus dem Englischen von Iris Konopik
Ariadne/Argument, 351 Seiten, 18 Euro
6 (–) Leye Adenle: Zügel der Macht
Aus dem Englischen von Yasemin Dinçer
Interkontinental, 358 Seiten, 24,50 Euro
7 (–) James Kestrel: Bis in alle Ewigkeit
Aus dem Englischen von Stefan Lux
Suhrkamp, 432 Seiten, 16,99 Euro
8 (–) Paul Lynch: Das Lied des Propheten
Aus dem Englischen von Eike Schönfeld
Klett-Cotta, 311 Seiten, 26 Euro
9 (–) Jake Lamar: Das schwarze Chamäleon
Aus dem Englischen von Robert Brack
Edition Nautilus, 326 Seiten, 22 Euro
10 (–) Bernhard Aichner: Yoko
Wunderlich, 333 Seiten, 23 Euro
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In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.
Sat.1, 20.15
Downsizing (Downsizing, USA 2017)
Regie: Alexander Payne
Drehbuch: Alexander Payne, Jim Taylor
Forscher haben das Mittel gefunden, um die Klimakatastrophe abzuwenden: sie verkleinern einfach die Menschen. Denn so ein zwölf Zentimeter großer Mensch verbraucht fast keine Idee mehr. Der von seinem Leben gefrustete Paul lässt sich verkleinern. Seine Frau macht in letzter Sekunde einen Rückzieher und Paul muss die Miniwelt allein erkunden und neue Freunde finden.
Vor dem Hintergrund der äußerst detailliert ausgemalten Welt der Winzlinge erzählt Alexander Payne eine liebevoll erzählte Liebesgeschichte voller liebenswerter Menschen. Ein herzerwärmender Film.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Matt Damon, Kristen Wiig, Christoph Waltz, Hong Chau, Udo Kier, Jason Sudeikis, Neil Patrick Harris, Rolf Lassgård, Ingjerd Egeberg, Laura Dern
Wiederholung: Sonntag, 8. September, 12.30 Uhr
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Downsizing“
Wikipedia über „Downsizing“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Alexander Paynes „Nebraska (Nebraska, USA 2013)
Meine Besprechung von Alexander Paynes „Downsizing“ (Downsizing, USA 2017)
Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Holdovers“ (The Holdovers, USA 2023)
Nachdem Gerüstbauer Ringo Fleisch, stockbetrunken wie immer, einen Kollegen verletzt, kommt er einem Rauswurf zuvor, indem er kündigt. Anschließend streift er ziellos durch seine Heimatstadt Herne und landet auf dem Rummelplatz. Geblendet von den Neonlichtern der Cranger Kirmes nimmt er einen Job auf der Achterbahn an. Kurz darauf engagiert ihn Frankie, der Besitzer einer Boxbude, als Kirmesboxer. Ringo nimmt den Job an, trainiert und steigt in den Ring.
Währenddessen freundet er sich mit dem immer wieder aus seiner Rolle fallendem Pantomimen Der Große Heinz und Jenny vom Autoscooter an. Sie wird seine Freundin, nimmt ihn mit auf Klautouren und hat Ärger mit ihrem Ex-Freund. Mit dem Geld, das der geschiedene, tumbe Ringo als Kirmesboxer verdient, will er seiner gehörlosen Tochter Mia einen Wunsch erfüllen.
Gut, die Story von „Rock’n’Roll Ringo“ entwickelt sich vorhersehbar und auch holprig. Einiges, wie die das Geschehen kommentierenden Texte von Kirmespfarrer Petrus, sind schlicht prätentiös. Die Schauspieler überzeugen vor allem durch ihre Präsenz und Authentizität. Authentizität und Atmosphäre sind dann auch die beiden Worte, die Dominik Galizias neuen Film, nach dem Off-Kinohit „Heikos Welt“, am besten beschreiben. Mit sehr bunten Cinemascope-Bildern taucht er in das liebevoll porträtierte Milieu der Schausteller ein.
Die Ästhetik orientiert sich dabei am Kino der achtziger Jahre, mit kleinen Referenzen an das davor und danach liegende Jahrzehnt, als die Nacht neonbunt leuchtete und in Deutschland ein Kirmesplatz als Ort der Träume von einem besseren Leben taugte.
Im Ruhrpott, in und um Herne, stehen die Zeichen gut für einen Publikumshit und kommenden Kultfilm.

Rock’n’Roll Ringo (Deutschland 2024)
Regie: Dominik Galizia
Drehbuch: Dominik Galizia
mit Martin Rohde, Larissa Sirah Herden, Charly Schultz, Margarethe Tiesel, Erwin Leder, Peter Trabner, Tuba Seese, Victoria Schulz, Eric Cordes
Länge: 101 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Filmportal über „Rock’n’Roll Ringo“
Moviepilot über „Rock’n’Roll Ringo“