Der zweite Spielfilm von Loriot. Dieses Mal spielt er den frühpensionierten Einkaufsleiter Heinrich Lohse. Der ordnungsverliebte Spießbürger, der sich bislang aus dem Haushalt heraushielt, beginnt nun den Haushalt neu zu organisieren. Zum Leidwesen seiner davon überhaupt nicht begeisterten Frau.
Auch der Fischer Film Almanach war nicht begeistert: „erreicht die Klasse des Erstlings ‚Ödipussi‘ auch nicht annähernd. Die schmalbrüstige Story über einen nervenden Familientyrann trägt trotzt einiger gelungener Sketche nicht über 90 Minuten.“
3,5 Millionen sahen sich den Film im Kino an. Er war in Deutschland 1991 der erfolgreichste deutsche Film.
mit Loriot, Evelyn Hamann, Ortrud Beginnen, Dagmar Biener, Irm Hermann, Hans Peter Korff, Inge Wolffberg, Gerrit Schmidt-Foß, Gerd Dudenhöffer
Letzte Woche war der durchgedrehte „Cocaine Bear“, diese Woche sind die hysterisch aufgedrehten „Brady’s Ladies“ der Hollywood-Film, der, wie uns von den Machern großspurig sagen, von wahren Ereignissen inspiriert ist. Das war bei „Cocaine Bear“ Quatsch. Und auch bei „Brady’s Ladies“ hat der Film mit den wahren Ereignissen nicht mehr als die Schlagzeile einer Zeitungsnachricht zu tun. Die Inspiration für „Brady’s Ladies“ war ein Foto von fünf in New England lebenden älteren Frauen, die sich seit ihrer Kindheit kennen und die Fans von American-Football-Spieler Tom Brady und seiner Mannschaft sind. Sie nannten sich „Over 80 for Brady“ (was den Originaltitel des Films „80 for Brady“ inspirierte). Bei Spielen der New England Patriots trafen sie sich in einem ihrer Wohnzimmer, verfolgten die Spiele und jubelten an den richtigen Stellen.
Eine Filmstory ist das nicht. Es ist höchstens eine Meldung auf der „Vermischtes“-Seite oder, in der sommerlichen Saure-Gurken-Zeit, ein längerer Text auf den Lokalseiten eines Provinzblattes.
Also haben die Drehbuchautorinnen Sarah Haskins und Emily Halpern und Regisseur Kyle Marvin munter losfantasiert. Aus den fünf Damen wurden vier Damen. Lily Tomlin, Jane Fonda, Rita Moreno und Sally Field spielen sie konstant aufgedreht, laut und gutgelaunt. Sie sind das US-amerikanische Äquivalent zu der unerträglichen Frauen-Kegelgruppe, die den gesamten Zug der Deutschen Bahn unterhält und alle nervt.
Marvins Komödie spielt 2017 vor und während des 51. Super Bowls. Damals war Tom Brady, der sich inzwischen im Ruhestand befindet, noch ein aktiver Spieler und er spielte bei den New England Patriots. Das Endspiel nahm einen dramatischen Verlauf, an den Football-Fans sich wahrscheinlich noch gut erinnern. Allen anderen sei, weil das Spiel der Höhepunkt des Films ist, gesagt, dass der Sieger erst sehr spät feststand.
Bei einem ihrer Treffen beschließen die vier alten Brady-Fans, dass sie das nächste Spiel der New England Patriots besuchen und Tom Brady im Stadion zujubeln werden. Das haben sie noch nie getan und angesichts ihres Alters haben sie nur noch wenige Gelegenheiten, ein Spiel zu besuchen. Nach kurzen Vorbereitungen machen sie sich auf den Weg nach Houston zum 51. Super Bowl. Am Eingang des NRG Stadium erfahren sie, dass ihre Karten Fälschungen sind. Ohne Karten, aber mit dem festen Willen, das Spiel im Stadion zu sehen, setzen sie Himmel und Hölle in Bewegungen – und treffen immer wieder auf deutlich jüngere Männer, die sofort dem Charme der Damen verfallen und ihnen selbstlos helfen.
„Brady’s Ladies“ ist eine absolut belanglose und rundum harmlose Komödie, die vier sympathische Altstars wieder zurück ins Kino bringt. Die Story ist nicht der Rede wert. Die Witze sind mau, aber immerhin niveauvoller als in ähnlich gelagerten Komödien, in denen männliche Altstars sich auf eine Reise begeben, die von den Machern genutzt wird für vulgären Humor und den Running Gag, dass der alte Mann bei den jungen Frauen, die locker seine Urenkeltöchter sein könnten, gut ankommt und mit ihnen Sex hat. Ich sage nur „Dirty Grandpa“.
Gegen diese Fremdschäm-Komödie ist „Brady’s Ladies“ eine Komödie, in die man mit seiner Mutter gehen kann. Wenn sie über Siebzig ist und noch fit genug ist, um ins Kino zu gehen.
Bereits am 11. Mai gibt es für die Großmütter den nächsten Ausflug ins Kino. In „Book Club – Ein neues Kapitel“ begeben sich Jane Fonda, Diane Keaton, Candice Bergen und Mary Steenburgen auf eine Italienreise, die wohl auch „Brady’s Ladies besuchen Italien“ heißen könnte.
Das klingt dann nach einem Muttertags-Doppelprogramm. Der ist am 14. Mai.
Brady’s Ladies (80 for Brady, USA 2023)
Regie: Kyle Marvin
Drehbuch: Sarah Haskins, Emily Halpern
mit Lily Tomlin, Jane Fonda, Rita Moreno, Sally Field, Tom Brady, Billy Porter, Rob Corddry, Alex Moffat, Guy Fieri, Harry Hamlin, Bob Balaban, Glynn Turman, Sara Gilbert, Jimmy O. Yang, Ron Funches, Matt Lauria
Drehbuch: David O. Selznick, Alma Reville (Adaption), Ben Hecht (ungenannt), James Bridie (ungenannt)
LV: Robert Hichens: The Paradine case, 1933 (Wege im Zwielicht)
Der verheiratete Staranwalt Keane soll die des Mordes angeklagte Mrs. Paradin verteidigen. Er verliebt sich in die Angeklagte und möchte ihre Unschuld beweisen. Aber die Beweise für ihre Schuld sind eindeutig.
„Der Fall Paradin“ war ein Lieblinsprojekt von David O. Selznick. Hitchcock hielt nie besonders viel von dem Stoff, aber er drehte den Film, um seinen Vertrag mit Selznick zu erfüllen. Selznick begann die Dreharbeiten ohne ein vollständiges Drehbuch, mischte sich immer wieder in die Drehbarbeiten ein (er gab Hitchcock täglich die zu drehenden Seiten), es wurde endlos unnützes Material gedreht, die Drehbarbeiten dauerten 92 Tage, die Kosten explodierten. Mit vier Millionen Dollar, so Donald Spoto in seiner Hitchcock-Biografie, kostete „Der Fall Paradin“ etwas mehr als Selznicks Epos „Vom Winde verweht“. Das kostete 3,9 Millionen Dollar; die allerdings auch im Film zu sehen sind. Eine erste Fassung von „Der Fall Paradin“ war fast drei Stunden. Für die Kinoauswertung wurde dann eine Stunde herausgekürzt. Dennoch ist „Der Fall Paradin“ immer noch ein dröger, langatmiger Gerichtsfilm. Halt zu viel Selznick und zu wenig Hitchcock.
P. S.: In der deutschen Fassung wurde aus ‚Paradine‘ ‚Paradin‘.
Mit Gregory Peck, Ann Todd, Charles Laughton, Ethel Barrymore, Louis Jordan, Alida Valli, Leo G. Carroll
„In meinen ersten Jahren als regelmäßiger Kinobesucher waren die tollsten Vorfilme, zwischen Eiscremekonfekt- und Zigarettenwerbung, ein paar Trickfilme von Loriot, die für kurze Zeit von Horst Wendlandt im Kino eingesetzt wurden. Viele Hauptfilme waren nach den „Herren im Bad“ enttäuschend für den Jungen von damals. Ich habe auch selten ein Publikum ausgelassener lachen hören.“ (Peter Geyer)
Der Spruch, dass die Summe weniger als die einzelnen Teile ist, trifft auch auf „Loriots große Trickfilmrevue“ zu. Gleichzeitig fallen in der Summe bestimmte Sachen auf, die, wenn man sich die einzelnen Sketche mit mehr oder weniger langen Unterbrechungen ansieht, nicht auffallen. Denn selbstverständlich ist es idiotisch, fast achtzig Minuten lang einen Sketch nach dem nächsten zu sehen und dann noch darauf zu hoffen, dass es in der Sketchparade große Lacher gibt. Vor allem, wenn man die Sketche mehr oder weniger schon kennt. Und das kann von Loriots Sketchen behauptet werden. Sie gehörten zum bildungsbürgerlichen Kanon und Loriot ist immer noch einer der größten deutschen Humoristen.
Insofern ist die jetzt im Kino startende „Loriots große Trickfilmrevue“ ein gewagtes Experiment – Lohn es sich wirklich, die bekannten Sketche noch einmal, dieses Mal im Kino, zu sehen? – und eine Enttäuschug. Wie beim Verzehr einer XXL-Schachtel Pralinen in einem Gang ist es einfach zu viel und die Köstlichkeiten sind sich zu ähnlich.
Für den Film stellte Peter Geyer 31 Loriot-Sketche zusammen. Die von ihm ausgewählten Sketche liefen erstmals zwischen 1967 und 1993 im Fernsehen. Fast ein Drittel der im Film gezeigten Sketche ist aus den Sechzigern. Über die Hälfte ist aus den Siebzigern. Sie wurden für die Kinopräsentation in 4K restauriert. Die ganz alten Sketche, die in den Sechzigern im Fernsehen in Schwarzweiß ausgestrahlt wurden, wurden koloriert. Weil einige der alten Sketche von Auftragzeichnern auf der Basis von Loriots Zeichnungen erstellt wurden, wurden sie jetzt für die Kinoauswertung im Stil von Loriot nachgezeichnet. Es sind sparsam animierte Trickfilme, die in „Loriots große Trickfilmevue“ einfach hintereinander gezeigt werden. Fast achtzig Minuten lang folgt ein Sketch auf den nächsten. Trotzdem sind die Lacher und das Amüsement überschaubar. Das hat zwei Gründe. Einige Sketche sind nicht so witzig, andere sind einfach zu bekannt.
Gleichzeitig wird das Prinzip von Loriots Humor deutlich. Fast immer geht es um gescheiterte Kommunikation. Überaus höflich und gewählt reden die Menschen aneinander vorbei. Eine Schlusspointe fehlt fast immer. Wichtiger ist ihm die Beschreibung einer mehr oder weniger absurden Situation. Das kann auf der Pferderennbahn, im Badezimmer oder in der eigenen Wohnung sein. Das kann ein Fernsehinterview mit einem Experten sein, dem es nicht gelingt, die Fragen des Reporters zu beantworten. Das können Expertengespräche, lange vor der Erfindung der allabendlichen TV-Talkshows, sein. Immer wieder zeigt Loriot, wie diese Menschen konsequent aneinander vorbeireden. Es ist, als ob zwei Chatbots versuchten, miteinander zu reden.
Gleichzeitig fällt auf, wie sehr diese doch zeitlosen Sketche in der Bundesrepublik der sechziger, siebziger und achtziger Jahre verwurzelt sind. Gerade diese Entdeckung ist dann schon den wiederholten Genuss von „Auf der Rennbahn“ (der einzige nicht von Loriot geschriebene Sketch), „Das Frühstücksei“, „Fernsehabend“, „Feierabend“ und, selbstverständlich, zwei „Herren im Bad“ wert. Gerne wieder als Vorfilm im Kino.
Loriots große Trickfilmrevue(Deutschland 2023)
Zusammenstellung/Regie: Peter Geyer
Regie der Trickfilme: Loriot (Vicco von Bülow)
Drehbuch: Loriot
Länge: 79 Minuten
FSK: ? (dürfte aber in Richtung „ab 0 Jahre“ gehen)
präsentiert werden in wundervollen Farben, ohne nervige Werbepausen und ohne einen störenden Ansager
Farbfernsehen (1967/2023)
Fernsehansagerin (1969/2023), gesprochen von Roswitha Roszak
Studiointerview (1976/2023)
Der Hasenbrüter (1970/2023)
Kaninchen (1968/2023)
Die Volksdroge (1969/2023)
Der Vampir (1971/2023)
Mainzelfrau (1972/2023)
Postleitzahlen (1993/2023)
Comedian Harmonists (1976/2023), gesungen von Ari Leschnikoff (Erster Tenor), Erich A. Collin (Zweiter Tenor), Harry Frommermann (Tenorbuffo), Roman Cycowski (Bariton), Robert Biberti (Bass) und Erwin Bootz (Klavier)
Der Kunstpfeifer (1972/2023)
Auf der Rennbahn (1972/2023), geschrieben von Wilhelm Bendow, gesprochen von Wilhelm Bendow und Franz-Otto Krüger
Zum Kinostart von „Loriots große Trickfilmrevue“ zeigt Deutschlands bester Hauptstadtsender Loriots „Ödipussi“. Das kann kein Zufall sein.
Paul Winkelmann (Loriot) ist Chef des Möbelhauses Winkelmann & Sohn. Außerdem lebt der verklemmte Mittfünfziger noch bei seiner resoluten Mutter. Da trifft er die Diplompsychologin Margarethe Tietze (Evelyn Hamann) und die Mutter-Sohn-Beziehung gerät aus der Balance.
Erster Kinoausflug von Loriot, dem „Goldschmied unter den deutschen Humoristen“ (Fischer Film Almanach 1989). Die Kritiker meinten, der Film erreiche nicht das Niveau seiner TV-Sketche. Dem Publikum gefiel’s.
mit Loriot, Evelyn Hamann, Katharina Brauren, Edda Seipel, Richard Lauffen, April de Luca, Rosemarie Fendel
Wiederholung: Freitag, 21. April, 01.05 Uhr (Taggenau!)
Regie: Eric Friedler, Andreas Frege (bekannter als Campino)
Drehbuch: Eric Friedler
Friedler und Frege porträtieren Wenders, zeigen bis dahin nicht gezeigtes Archivmaterial und unterhalten sich mit Wegbegleitern von Wenders. Dazu gehören Francis Ford Coppola, Willem Dafoe, Andie MacDowell, Hanns Zischler, Patti Smith, Ed Lachman, Rüdiger Vogler, Erika Pluhar, Bruno Ganz, Donata Wenders, Hark Bohm und Werner Herzog.
Danach, um 01.00 Uhr, zeigen die Bayern Wenders‘ „Am Ende der Gewalt“ (1997), eines seiner unbekannteren Werke.
Léon ist ein zurückgezogen lebender Profikiller. Das ändert sich, als der durchgeknallte, sadistische Cop Stansfield die Nachbarfamilie ermordet. Nur die zwölfjährige Mathilda überlebt das Massaker. Sie versteckt sich bei Léon – und will, um sich an Stansfield zu rächen, von ihm zur Killerin gemacht werden.
Ein amoralisches Noir-Märchen, das dann doch einer höheren Moral gehorcht, Réno, Portman und Oldman treten in heute für sie immer noch ikonischen Rollen auf. Besson war damals auf dem Höhepunkt seines Könnens. Kino pur.
Wahrscheinlich zeigt Nitro eine stark gekürzte Fassung des FSK-16-Films.
Inspektor Lavardin oder Die Gerechtigkeit (Inspecteur Lavardin, Frankreich/Schweiz 1986)
Regie: Claude Chabrol
Drehbuch: Claude Chabrol, Dominique Roulet
In der Bretagne wird die nackte Leiche eines Schriftstellers gefunden. Inspektor Lavardin soll den Fall aufklären.
Nach dem Erfolg des ersten Lavardin-Filmes „Hühnchen in Essig“ entschloß sich Chabrol einen zweiten Film mit Lavardin zu drehen. Dominique Roulet, der die Vorlage zu dem ersten Film schrieb, arbeitete am Drehbuch mit und schrieb die Dialoge.
Chabrol zum Film: „Während ‚Hühnchen in Essig‘ die Adaption eines Romans war, ist Inspektor Lavardin ein freieres Spiel der Fantasie um diesen Helden herum. Ich habe meine eigene Welt und meine Ticks wiedergefunden, Voyeurismus und Heuchelei – das eine ist die Kehrseite des anderen – in den kleinen Provinzstädten, das ist eine kleine Welt, die mir gehört: mit der homosexuellen lustigen Witwe oder dem verlogenen katholischen Schriftsteller, die sehr wohl meine Geschöpfe sind.“ Und Inspektor Lavardin sorgt mit seinem eigenwilligen Gerechtigkeitssinn für eine Lösung.
Ein galliges Vergnügen
Mit Jean Poiret, Jean-Claude Brialy, Bernadette Lafont, Jean-Luc Bideau, Jacques Dacqmine
Im Sommer 1990 lebt die achtzehnjährige Maria in Thüringen bei ihrem Freund Johannes auf dem Hof seiner Eltern. Diese stehen der Beziehung aufgeschlossen gegenüber, haben sie in ihre Familie aufgenommen, ahnen aber auch, dass Johannes und Maria nicht zusammen bleiben werden. Er ist ein begeisterter Fotograf, der demnächst ein entsprechendes Studium beginnen möchte und dafür eine Mappe erstellt. Sie lebt in den Tag hinein. Sie hat keine Ziele und keine Interessen. Die Schule hat sie, kurz vor dem Abschluss, geschmissen. Auf dem Hof hilft sie auch nicht. Sie verbringt ihre Zeit im Moment vor allem mit der Lektüre von Fjodor Dostojewskis „Die Brüder Karamasow“.
Als sie nach einem Slapstick-Autounfall, bei dem es keine Verletzten gibt und der Trabi danach immer noch fahrtüchtig ist, den mehr als doppelt so alten Henner trifft, ist sie fasziniert von ihm. Der knurrige Einsiedler betreibt den Nachbarhof und er soll ein Fraueneld sein. Das ist er allerdings nur in der blühenden Fantasie der Dörfler.
Maria und Henner beginnen eine destruktive Beziehung, die sie vor allen anderen geheim halten und die bis zum bitteren Ende ziemlich genau den erwartbaren Verlauf nimmt. Im Gedächtnis bleiben von dieser Liebesgeschichte vor allem die heute im Kino ungewöhnlich ausführlichen, freizügigen und drastischen Sexszenen, die viel über Maria, Henner und ihre Beziehung verraten. Sie können allerdings nicht die Frage beantworten, warum Maria bei diesem Grobian bleiben möchte.
Gelungener als diese Coming-of-Age-Geschichte ist Emily Atefs neuer Film „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“ als Zustandsbeschreibung eines Stillstands. Aber es nicht der Stillstand, der als die Ruhe vor (oder nach) dem Sturm verstanden werden kann. Immerhin spielt die Filmgeschichte 1990 in der damals noch existierenden DDR. Einige Monate später gab es sie nicht mehr. Die DDR, ihr Ende und die damit verbundenen Hoffnungen und Sorgen der Ostdeutschen sind Atef ziemlich egal. In ein, zwei Sätzen wird das erwähnt. Ein Verwandter, der vor Jahren in den Westen flüchtete, besucht einmal kurz den Hof. Für die Filmgeschichte ist dieser Besuch unwichtig. Marias Mutter ist arbeitslos. Doch auch das kann jederzeit und überall passieren. Maria und Johannes fahren mal in den Westen. Johannes benutzt den Ausflug, um sich Zubehör für seine Kamera zu kaufen. Maria langweilt sich währenddessen im Eiscafé.
So mutiert der Hof und die thüringische Provinz zu einer austauschbaren Provinz, in der die Zeit stehen geblieben ist, Veränderungen höchsten verzögert ankommen und Jugendliche überlegen, wie sie dieser Hölle entkommen können. Atef zeigt einen bleiernen Zustand, der nach über zwei Stunden genau so endet, wie man es aus unzähligen anderen Coming-of-Age-Filmen kennt.
Irgendwann werden wir uns alles erzählen (Deutschland/Frankreich 2023)
Regie: Emily Atef
Drehbuch: Emily Atef, Daniela Krien
LV: Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzählen, 2011
mit Marlene Burow, Felix Kramer, Cedric Eich, Silke Bodenbender, Jördis Triebel, Florian Panzner, Christian Erdmann, Christine Schorn, Axel Werner
Falling Down – Ein ganz normaler Tag (Falling Down, USA 1992)
Regie: Joel Schumacher
Drehbuch: Ebbe Roe Smith
Ein verdammt heißer Sommertag in Los Angeles: ein namenloser weißer Durchschnittsbürger (er wird nach seinem Autokennzeichen ‚D-Fens‘ genannt) lässt genervt sein Auto im Stau stehen. Er will zu Fuß und ohne Umwege zum Haus seiner Ex-Frau gehen und dort den Geburtstag seiner Tochter feiern. Sein Fußmarsch entwickelt sich schnell zu einem Rachefeldzug gegen alle, die sich ihm in den Weg stellen und ihn nerven. Ein Polizist will ihn stoppen.
Grandioser Thriller, der auch und vor allem ein düsteres, schwarzhumoriges Porträt der US-Gesellschaft ist.
„Falling Down“ erhielt 1994 den Edgar-Allan-Poe-Award als bester Spielfilm.
mit Michael Douglas, Robert Duvall, Barbara Hershey, Rachel Ticotin, Tuesday Weld, Frederic Forrest
Wiederholung: Montag, 17. April, 00.50 Uhr (Taggenau!)
Nah an der damaligen Realität entlang inszeniertes TV-Dokudrama über eine Inversionswetterlage, die im Ruhrgebiet zu dem titelgebendem Smog führt. Wolfgang Petersen und Wolfgang Menge schildern eindrucksvoll die Auswirkungen des Smogs auf die dort lebenden Menschen und was die Regierung dagegen tut. Damals war der Film ein veritabler Skandal und Tagesgespräch. Heute ist er immer noch sehenswert.
„‚Smog‘ ist sicher eine der besten Produktionen der deutschen Fernsehgeschichte.“ (Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Science-Fiction-Films, 1983)
Die Erstausstrahlung war am 15. April 1973; – also vor genau fünfzig Jahren.
mit Wolfgang Grönebaum, Marie-Luise Marjan, Heinz Schacht, Hans Schulze, Doris Gallart
Wiederholung: Sonntag, 16. April, 01.10 Uhr (Taggenau!)
Als seine bitterarmen Eltern 1927 dem Seiwald-Bauerm die Vormundschaft für ihn übetragen, ist das das Ende von Franz Streitbergers glücklichen Tagen in den Bergen im Pinzgau. Die nächsten zehn Jahre, die Adrian Goiginger in seinem dritten Spielfilm „Der Fuchs“ schnell überspringt, ist Franz ein Knecht auf dem Seiwald-Hof. 1937, gerade volljährig, lässt er sich in Salzburg rekrutieren. Beim Österreichischen Bundesheer gibt es täglich drei Mahlzeiten, Sold und ein Bett.
Drei Jahre später ist er, während des Zweiten Weltkriegs, ein Motorradkurier. Seine Einheit ist auf dem Weg zur Westfront. Im Wald entdeckt der Einzelgänger ein Fuchswelpen, das neben seiner in einer Tierfalle gestorbenen Mutter sitzt. Franz nimmt den Fuchs in seine Obhut. Für ihn entwickelt er väterlichen Gefühle. Zum ersten Mal in seinem Leben hat er Verantwortung für ein anderes Wesen. Jede freie Minute verbringt er mit dem Fuchs; – was zu Konflikten mit seinen Kameraden und Vorgesetzten führt.
In seinem dritten Spielfilme erzählt Adrian Goiginger, sich einige Freiheiten nehmend, ungefähr zwanzig Jahre aus dem Leben seines Urgroßvaters und wie er mit Hilfe des Fuchses reifte. Bis dahin war er für niemand verantwortlich. Bis dahin musste er sich keine Gedanken darüber machen, was es bedeutet, für jemand verantwortlich zu sein und auch Entscheidungen für ihn zu treffen.
Das ist durchgehend gut inszeniert, aber insgesamt auch wenig packend. Goiginger erzählt die Geschichte chronologisch. Deshalb dauert es sehr lange, bis Franz zum ersten Mal dem Fuchs begegnet. Alles was bis dahin geschehen ist, ist eine für diese Begegnung und die nun folgende Freundschaft zwischen Mensch und Tier nicht so wahnsinnig wichtige Vorgeschichte. Goiginger erzählt episodisch. Er überspringt auch mal mehrere Jahre und erzählt so in zwei Filmstunden in schönster Biopic-Manier zwanzig Jahre aus dem Leben von Franz Streitberger. Es gibt auch keinen die gesamte Handlung bestimmenden klar erkennbaren Konflikt. Und ohne Konflikt gibt es kein Drama und keine emotionale Anteilnahme des Publikums. Verschärfend kommt hinzu, dass Franz ein introvertierter Einzelgänger ist. Er ist lieber allein. Er redet nicht mit seinen Kameraden. Diese akzeptieren sein Verhalten und auch, dass er sich über mehr oder weniger lange Zeiträume von der Truppe entfernt. Denn er würde, das wissen alle, niemals desertieren.
Vielleicht hätte Goiginger aus den Erinnerungen seines Urgroßvaters besser einen Roman gemacht.
Der Fuchs(Deutschland/Österreich 2022)
Regie: Adrian Goiginger
Drehbuch: Adrian Goiginger
mit Simon Morzé, Marko Kerezovic, Joseph Stoisits, Pit Bukowski, Maximilian Echtinger, Joshua Bader, Stanislaus Steinbichler, Alexander Beyer, Karl Markovics
So langsam werden auch bei uns japanische Trickfilme populärer. In den vergangenen Jahren wurden viele Animes auf DVD/Blu-ray veröffentlicht. Sie hatten keinen oder nur einen Pseudo-Kinostart der Marke „nur ein Tag, nur in ausgewählten Kinos“. Manchmal waren es dann doch mehrere Tage oder verdammt lange Tage. „Suzumu“ hat jetzt einen richtigen Kinostart. Die in Japan schon sehr erfolgreiche Fantasy-Romanze läuft mehrere Tage in mehreren Kinos und wird, je nach Zuschauerzahlen, natürlich weiter gezeigt werden.
In Makoto Shinkais neuem Film geht es um die siebzehnjährige Suzume und die Abenteuer, die sie mit Souta erlebt.
Auf dem Weg zur Schule trifft sie auf Souta und sie verliebt sich sofort in ihn. Schließlich sieht er wie ein Rockstar-Traumprinz aus. Seine offensichtliche Traurigkeit und Weltmüdigkeit macht ihn noch attraktiver für Suzume. Er sucht in dem Küstenort nach Ruinen. Sie verfolgt ihn, entdeckt dabei in einem verlassenen Bad eine im Wasser stehende Tür, durch die eine andere Welt betreten werden kann. Sie ist ein Portal in eine andere Dimension. Souta ist ein Portalwächter, der dieses und andere Portale schließen muss, bevor aus der anderen Dimension ein Wurm kommt und in unserer Welt Erdbeben verursacht.
Mehr soll hier nicht über die komplexe, vor allem für Mädchen gemachte Fantasy-Romanze, die zwischen Räumen und Zeiten spielt, verraten werden. Wobei alle, die Shinkais frühere Filme kennen, ziemlich schnell eine ziemlich gute und zutreffende Idee über den weiteren Verlauf der Geschichte haben werden. „Suzume“ bedient sich nämlich sehr offensichtlich an dem Plot von Shinkais bislang größtem Erfolg „Your Name. – Gestern, heute und für immer“. Diese Fantasy-Romanze war ein Kritiker- und Publikusliebling und der aktuell dritterfolgreichste Anime. Auf dem vierten Platz steht, im Moment noch mit deutlichem Abstand, „Suzume“.
Shinkais neuer Anime ist absolut sehenswert, aber nicht ganz so gut wie „Your Name. – Gester, heute und für immer“.
Suzume (Suzume no Tojimari, Japan 2022)
Regie: Makoto Shinkai
Drehbuch: Makoto Shinkai
Länge: 123 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Lektürehinweis
Wer mehr über die Welt der Animes erfahren möchte, kommt um die von Michael Leader und Jake Cunningham geschriebenen, reichhaltig illustrierten Bücher „Die Anime-Bibliothek – Die ultimative Guide zum japanischen Animationsfilm“ und „Gibliothek – Der inoffizielle Guide zu den Filmen von Studio Ghibli“.
Lasst euch nicht von der Seitenzahl täuschen. Die umfangreichen Texte sind sehr klein gedruckt. Und sehr informativ.
–
Michael Leader/Jake Cunningham: Die Anime Bibliothek – Der ultimative Guide zum japanischen Animationsfilm
(übersetzt von Ruben Grest)
Panini, 2022
192 Seiten
30 Euro
–
Michael Leader/Jake Cunningham: Ghibliothek – Der inoffizielle Guide zu den Filmen von Studio Ghibli
LV: Jennie Rooney: Red Joan, 2013 (Geheimnis eines Lebens)
Im Mai 2000 wird die 87-jährige Joan Stanley verhaftet. Sie soll ab dem Zweiten Weltkriegs für die Sowjetunion spioniert haben.
Von einem wahren Fall inspiriertes Agentendrama, das Theaterregisseur Trevor Nunn in Rückblenden erzählt. Angesichts des Potentials der Geschichte und der Schauspieler eine enttäuschende Angelegenheit. Wobei die Romanvorlage auch nicht spannender ist.
Jetzt fechten sie wieder für den König und, angesichts der vielen Verfilmungen von Alexandre Dumas‘ Roman kann man sich fragen, ob die Welt wirklich einen weiteren „Die drei Musketiere“-Film benötigt. Die bekanntesten und immer noch beliebtesten Verfilmungen sind George Sidneys „Die drei Musketiere“ (USA 1948) und Richard Lesters Zweiteiler „Die drei Musketiere“ (Panama 1974) und „Die vier Musketiere – Die Rache der Milady“ (Panama 1975). Außerdem gibt es unzählige weitere Verfilmungen der bekannten Vorlage, die inzwischen vergessen sind.
Und dann gibt es noch Bertrand Taverniers „D’Artagnans Tochter“ (Frankreich 1994), die im Film von Sophie Marceau als muntere Kämpferin gespielt wird. Die Mantel-und-Degen-Komödie hat zwar nichts mehr mit dem Roman von Dumas zu tun, aber sie ist äußerst kurzweilig, viel zu unbekannt und der Grund, warum Martin Bourboulon das Angebot einer Neuverfilmung von Dumas‘ Roman akzeptierte. Sein Vater war einer der Produzenten von Taverniers Film und er durfte als Jugendlicher das Set besuchen.
Jetzt konnte Martin Bourboulon seinen eigenen Mantel-und-Degen-Film drehen.
Die Story hat er nicht grundlegend verändert. Wieder geht es um D’Artagnan (François Civil), einen vor Selbstvertrauen strotzendem Burschen aus der Gascogne, der in Paris ein Mitglied der legendären Musketiere werden möchte. Doch zuerst muss er sich mit drei Männern herumschlagen, denen er in den übervollen Gassen der Hauptstadt innerhalb weniger Minuten auf die Füße trat und die ihn nacheinander zum Duell herausforderten. Es sind, was D’Artagnan nicht weiß, die Musketiere Athos (Vincent Cassel), Porthos (Pio Marmaï) und Aramis (Romain Duris).
Noch bevor sie in einem Waldstück mit dem ersten Duell beginnen können, werden sie von Kardinal Richelieus Männern gestört – und Regisseur Martin Bourboulon nutzt die Gelegenheit für eine große, ungeschnittene, nicht enden wollende Actionszene. Bis zum Abspann folgende weitere sparsam geschnittene Kampfszenen.
Nach diesem wilden Kampf hat D’Artagnan sich den Respekt der drei Musketiere verdient. Sie nehmen ihn in ihre elitäre Gruppe auf.
Schnell werden sie in einen Komplott gegen den König, den sie beschützen sollen, verwickelt. 1627 ist die politische Situation unübersichtlich. Frankreich und England bekriegen sich. Evangelen und Katholen ebenso. Es wird munter hinter dem Rücken des Königs intrigiert. Treibende Kräfte sind dabei Kardinal Richelieu (Éric Ruf) und die geheimnisvolle Milady de Winter (Eva Green).
Martin Bourboulon, zuletzt „Eiffel in Love“, verzichtet in seiner Interpretation der klassischen Geschichte auf Modernismen, Ironisierungen und Aktualisierungen, die andere Regisseure bei ihren Verfilmungen historischer Stoffe vornehmen. Zum Bespiel indem die Musik aus Rocksongs besteht. Teilweise werden diese Songs, neu arrangiert, vor Publikum auf höfischen Gesellschaften gespielt. Oder indem moderne Gegenstände, die es damals noch lange nicht gab, im Bild auftauchen. Bourboulon verzichtet darauf. Er inszenierte einen bewusst altmodischen Mantel- und Degenfilm, der so auch schon für fünfzig Jahren hätte entstehen können. Und er nimmt sich viel Zeit. Wie einige ältere Versionen der Geschichte erzählt er sie in zwei Teilen. Der zweite Teil „Die drei Musketiere – Milady“ soll am 14. Dezember 2023 in Deutschland starten.
Eben diese Entscheidung führt zu einigen Längen. Die Geschichte wird jetzt in ungefähr vier Stunden erzählt. Dabei hätten sie sie auch als einen konzentriert in, sagen wir mal 150 Minuten erzählten Abenteuerfilm erzählen können. Jetzt ziehen sich einige Duelle gefühlt endlos hin. Milady de Winter geht auf einem Maskenball ebenfalls gefühlt endlos durch die Feiernden. Das Leben am Hof des Königs hätte nicht so ausführlich geschildert werden müssen. Und natürlich ist dieser erste Teil (mit seiner Abspannszene) vor allem die Vorbereitung des zweiten Teils, in dem die tapferen drei Musketieren (die eigentlich vier Musketiere sind) gegen die böse Milady de Winter kämpfen. Im ersten Teil hat sie nur eine Nebenrolle.
Doch das sind eher kleinere Einwände gegen einen unterhaltsamen, traditionsbewussten, starbesetzten Abenteuerfilm.
Die drei Musketiere – D’Artagnan (Les trois mousquetaires: D’Artagnan, Deutschland/Frankreich 2023)
Regie: Martin Bourboulon
Drehbuch: Matthieu Delaporte, Alexandre de La Patellière
LV: Alexandre Dumas: Les trois mousquetaires, 1843/44 (Die drei Musketiere)
mit François Civil, Vincent Cassel, Romain Duris, Pio Marmaï, Eva Green, Louis Garrel, Vicky Krieps, Lyna Khoudri, Jacob Fortune-Lloyd, Eric Ruf, Marc Barbé, Patrick Mille
1985 wirft ein Drogenschmuggler über dem Chattahoochee National Forest in Georgia etliche mit Kokain gefüllte Drogenpakete aus einem Flugzeug. Als er herausspringen will, verletzt er sich tödlich – und „Cocaine Bear“ hat seinen ersten Lacher. Weitere folgen. Aber weniger als erwartet.
„Cocaine Bear“ zählt zu den Filmen, die ihre Prämisse und gleichzeitig ihren größten Witz bereits im Titel tragen. In „Cocaine Bear“ geht es um einen Bären, der Kokain frisst und durchdreht. Er verhält sich nicht mehr wie ein friedliebender Bär, sondern wie ein komplett durchgeknallter Maniac. Das erfahren die Menschen, die zu dem Zeitpunkt gerade im Wald sind, leidvoll. Sie sind, wie es sich für eine Schwarze Deppen-Komödie gehört, eine Ansammlung von grenzdebilen Deppen, die mindestens zur Hälfte für ihre Verletzungen und ihren Tod selbst verantwortlich sind. Ihr teils groteskes Ableben – erinnert sei hier nur an die Szene im Krankenwagen – sorgt im Publikum dann für die erwartbaren höhnischen und auch überraschten Lacher. Die in der Komödie porträtierten Trottel sind sich tough gebende Verbrecher aus der Stadt (die jetzt die Kokainpakete im Wald suchen müssen) und der Provinz (die sich mit den Städtern anlegen und zuerst einmal ordentlich verkloppt werden), einer verliebten, älteren, übergewichtigen Parkwächterin, die sich als Elitepolizistin auf Standby sieht, ein Tierschützer, Sanitäter und Touristen.
Die wenigen Ausnahmen – zwei zwölfjährige Schulkinder, die zum ersten Mal Kokain ausprobieren, und eine besorgte Mutter, die verärgert die beiden Schulschwänzer sucht – bestätigen die Regel, dass an diesem Tag nur Idioten im Wald sind, deren Lebensinhalt darin besteht, Bärenfutter zu sein.
Als kleiner schwarzhumorige Splatterquickie ist „Cocaine Bear“ okay. Er liefert ziemlich genau das, was der Titel versprichte. Aber die Komödie ist nie auch nur halb so gut, wie sie hätte sein können.
Cocaine Bear(Cocaine Bear, USA 2023)
Regie: Elizabeth Banks
Drehbuch: Jimmy Warden
mit Keri Russell, O’Shea Jackson jr., Christian Convery, Alden Ehrenreich, Jessie Tyler Ferguson, Brooklynn Prince, Isiah Whitlock jr., Margo Martindale, Ray Liotta
History vs. Hollywood prüft – obwohl es in diesem Fall ziemlich egal ist, weil außer dem auslösendem Ereignis (dem Abwurf von Drogen aus dem Flugzeug und dem späteren Fund eines toten Bären, der 17 Kilo Kokain in seinem Magen hatte) alles erfunden ist
Extrem selten, um nicht zu sagen ‚fast nie‘, gezeigtes Melodrama von Luis Buñuel: Der reiche Francisco spannt Raúl die Verlobte aus und heiratet sie. Ihre Ehe könnte perfekt sein, wenn er nicht rasend eifersüchtig wäre.
„Surrealistisch gefärbtes Melodram aus Buñuels mexikanischer Periode.“ (Lexikon des internationalen Films)
Die deutsche Premiere war am 7. Juli 1970 in der ARD.
„Luis Buñuel Portolés (* 22. Februar 1900 in Calanda, Spanien; † 29. Juli 1983 in Mexiko-Stadt, Mexiko) war ein mexikanischer Filmemacher spanischer Herkunft, der gegen Ende der Stummfilmzeit als surrealistischer Regisseur bekannt wurde. Er zählt zu den bedeutendsten Filmregisseuren des 20. Jahrhunderts.“ (Wikipedia)
Seine bekanntesten und wichtigsten Filme sind „Ein andalusischer Hund“ (Un chien andalou, 1929), „Viridiana“ (1961), „Der Würgeengel“ (El ángel exterminador, 1962), „Tagebuch einer Kammerzofe“ (Le journal d’une femme de chambre, 1964), „Belle de Jour – Schöne des Tages“ (Belle de jour, 1967), „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“ (Le charme discret de la bourgeoisie, 1972), „Das Gespenst der Freiheit“ (Le fantôme de la liberté, 1974) und „Dieses obskure Objekt der Begierde“ (Cet obscur objet du désir, 1977).
mit Arturo de Córdova, Delia Garcés, Carlos Martínez Baena, Manuel Dondé, Fernando Casanova
Marc Raabe (Marc Raabe, links) und seine Erfindung Art Mayer (Mario Klischies, rechts) am Dienstag, den 11. April 2023, im Berliner Kriminal-Theater.
Der überaus sympathische Thrillerautor Marc Raabe stellte dort seinen neuen Thriller „Der Morgen“ und sein neues Ermittlerteam vor. Der BKA-Ermittler Art Mayer und seine neue Kollegin Nele Tschaikowski suchen den Mörder der Frau des Gesundheitsministers. Und sie wollen herausfinden, warum der Mörder die Adresse des Bundeskanzlers auf ihren Bauch schrieb.
–
Die nächsten Lesungen von Marc Raabe
Köln, 20. April 2023, 20:15 Uhr, Thalia Neumarkt//Mayersche
Leipzig, 26. April 2023, LangeKriminacht – Blauer Salon im Central Kabarett
Leipzig, 27. April 2023, 14:00 Uhr, Leipziger Buchmesse „Forum Literatur und Audio“, Halle: 2, Stand
Leipzig, 28. April 2023, 19:00 Uhr, KrimiClub
Kerpen, 24. Mai 2023, 19:30 Uhr, Buchhandlung Wortreich
LV: F. Scott Fitzgerald: The great Gatsby, 1925 (Der große Gatsby)
Auf Long Island veranstaltet der geheimnisumwitterte Jay Gatsby in den zwanziger Jahren glamouröse Partys. Da trifft er seine große, inzwischen verheiratete Liebe Daisy wieder.
Fünfte Verfilmung von F. Scott Fitzgeralds Romanklassiker und wieder ist die Verfilmung eine bestenfalls durchwachsene Angelegenheit, die der vernachlässigbaren Handlung des Romas folgt und ihren viel wichtigeren Geist verfehlt. Immerhin ist bei Luhrmann immer etwas los. Allerdings: „Luhrmanns Oberflächenfetischismus kennt keine echten Abgründe.“ (Lexikon des internationalen Films)
Die aktuell bekannteste Verfilmung dürfte die ebenfalls ungeliebte Version von 1974 sein. Francis Ford Coppola schrieb das Drehbuch und Robert Redfort spielte Jay Gatsby.
mit Leonardo DiCaprio, Isla Fisher, Jason Clarke, Carey Mulligan, Joel Edgerton, Tobey Maguire