Jetzt ist es offiziell: es gibt einen neuen „Indiana Jones“-Film. Steven Spielberg ist wieder der Regisseur. Harrison Ford der titelgebende Held und der fünfte „Indiana Jones“-Film startet in den USA am 19. Juli 2019.
Mehr ist noch nicht bekannt. Auch nicht, ob George Lucas das Drehbuch nicht schreibt.
So richtig begeistert über diese Nachricht bin ich nicht. Denn Harrison Ford wird beim Filmstart 77 Jahre sein und, auch wenn Vierzig vielleicht das neue Dreißig ist, ist Siebzig definitiv nicht mehr das neue Dreißig. Dabei leben die „Indiana Jones“-Filme, also die ersten drei Filme („Jäger des verlorenen Schatzes“, „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ und „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“) ja gerade von der Action, die natürlich einen entsprechend beweglichen Darsteller erfordert. Die Action war 2008 in „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“, neben vielen anderen Problemen, ein großes Problem. Schon damals war Harrison Ford kein junger Hüpfer mehr.
Und jetzt soll ich mir einen Mittsiebziger vorstellen, der peitschenschwingend in irgendwelchen Urwäldern Schätze sucht und sich eine wilde Hatz mit irgendwelchen Bösewichtern liefert? Uh, huh.
Auf einen Indiana Jones, der friedlich im Altersheim seine Pfeife raucht, habe ich allerdings auch keine Lust.
Tja, Clint Eastwood wusste schon, warum er als Endfünfziger zum letzten Mal Dirty Harry spielte.
Auch Sean Connery verzichtete nach „Sag niemals nie“ auf weitere Auftritte als James Bond. Und da war er noch keine 55 Jahre.
Neuer „Indiana Jones“-Film kommt 2019
März 16, 2016TV-Tipp für den 18. Dezember: Unheimliche Begegnung der dritten Art
Dezember 17, 2015
3sat, 22.35
Unheimliche Begegnung der dritten Art (USA 1977, Regie: Steven Spielberg)
Drehbuch: Steven Spielberg
Unglaublich: Anscheinend sind Außerirdische auf der Erde gelandet und sie sind überhaupt nicht böse. Jedenfalls interpretiert Normalbürger Roy Neary die Zeichen so und er macht sich auf die Suche nach ihnen.
Inzwischen ein Science-Fiction-Klassiker.
3sat zeigt heute die 1998er-Schnittfassung.
mit Richard Dreyfuss, Francois Truffaut, Teri Garr, Melinda Dillon, Bob Balaban, Lance Henriksen
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Unheimliche Begegnung der dritten Art“
Wikipedia über „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)
Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Agentenaustausch auf der „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ ist auch dabei
November 26, 2015
Als James Donovan (Tom Hanks) 1957 die Anfrage für ein Pflichtmandat erhält, will er zuerst ablehnen. Nach dem Krieg war er zwar Assistent des Hauptanklagevertreters bei den Nürnberger Prozessen, aber jetzt ist er vor allem ein Versicherungsanwalt. Strafrecht hat er schon lange nicht mehr praktiziert. Aber solche Pflichtmandate müssen gemacht werden. Er wird also Rudolf Abel (Mark Rylance) verteidigen. Abel ist ein hochrangiger sowjetischer Spion und ihm droht die Todesstrafe. Donovan kann sie verhindern, indem er argumentiert, dass es möglich sei, dass in naher Zukunft die Sowjets einen wichtigen US-Bürger verhaften. Dann könne man die Gefangenen austauschen.
Am 1. Mai 1960 schießen die Sowjets den U-2-Piloten und CIA-Spion Francis Gary Powers während eines Spionagefluges, den er über ihrem Gebiet unternimmt, ab. Sie präsentieren ihn und seine Spionageausrüstung im Fernsehen und verurteilen ihn zu einer langjährigen Haftstrafe.
Anfang 1962 soll Donovan im Auftrag der US-Regierung in Berlin über den Austausch verhandeln.
Auch wenn man weiß, wie die Geschichte damals endete – es war der erste Gefangenenaustausch zwischen Ost und West, die Medien berichteten damals nachträglich groß darüber und Donovan veröffentlichte schon 1964 ein Buch über seine Begegnung mit Oberst Rudolf Iwanowitsch Abel und den Gefangenenaustausch – ist „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ ein spannender Thriller, in dem Steven Spielberg nach der enttäuschenden Geschichtsstunde „Lincoln“ wieder zur gewohnten Form zurückkehrt. Denn trotz einer Laufzeit von über 140 Minuten wird es nie langweilig. Das straffe und pointierte Drehbuch von Matt Charman und den Coen-Brüdern half sicher. Alle Hintergründe werden erklärt (was bei „Lincoln“ ein Problem war), die Geschichte entwickelt sich beständig weiter und die Schauspieler dürfen mit klugen Sätzen brillieren, während die Ausstattung sich im Zeitkolorit badet und Spielbergs Stamm-Kameramann Janusz Kaminski (der für „Schindlers Liste“ und „Saving Private Ryan“ Oscars erhielt) die damalige Zeit und auch die damals beliebten, heute eher vergessenen Kalter-Krieg-Thriller, in denen es in Ost-Berlin mindestens fünf Grad kälter als in West-Berlin ist, wieder aufleben lässt. Dass auch an historischen Orten, wie der Glienicker Brücke, an der dieser erste von mehreren Gefangenaustäusche stattfand, gedreht wurde, erhöht nur die Glaubwürdigkeit der wahren Geschichte, bei der sich für den Film einige wenige Freiheiten genommen wurden, die vor allem Geschichts-Geeks in den Wahnsinn treiben.
Alle anderen dürfen einen feinen Schauspielerfilm genießen.
Bridge of Spies – Der Unterhändler (Bridge of Spies, USA 2015)
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Matt Charman, Ethan Coen, Joel Coen
mit Tom Hanks, Mark Rylance, Scott Shepherd, Amy Ryan, Sebastian Koch, Alan Alda, Austin Stowell, Mikhail Gorevnoy, Will Rogers
Länge: 142 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Die Hintergrundgeschichte
Es gibt inzwischen mehrere Sachbücher, die sich mit diesem Agentenaustausch beschäftigen. Spielbergs Film basiert explizit auf keiner Vorlage.
Dennoch wird die Neuausgabe von James B. Donovans „Strangers on a Bridge – Der Fall des Oberst Abel“ vom Goldmann- Verlag als die Hintergrundgeschichte zum Film beworben, was durchaus zutreffend ist. Immerhin verteidigte Donovan Abel und er verhandelte den Agentenaustausch.
Donovan (1916 – 1970) war während des Zweiten Weltkriegs Marine-Offizier und juristischer Berater des Office of Strategic Services (dem militärischen Nachrichtendienst und Vorläufer der CIA) und danach Assistent des Hauptanklagevertreters der Nürnberger Prozesse. Er war also, auch wenn er als Pflichtverteidiger zu dem Fall Abel kam, keine so schlechte Wahl wie der Film suggeriert. Denn, so Donovan in „Strangers on a Bridge“: „Die Wahl verdankte ich (…) dem Vorsitzenden des Ausschusses. Vor mehr als zehn Jahren hatte Goodenough einen Vortrag über die Nürnberger Prozesse angehört, den ich vor einer Gruppe konservativer Rechtsanwälte aus Brooklyn gehalten hatte und unter denen auch einige prominente Deutsch-Amerikaner waren. Goodenough hatte meinem Kompagnon erzählt, die Schlussdebatte sei damals recht hitzig gewesen, und er meinte, ich sei jedenfalls für meine Überzeugung eingetreten.“
Donovan nimmt das Mandat an, weil er überzeugt ist, dass „auch der gemeinste Verbrecher, Anspruch auf Rechtsbeistand und ein faires Gerichtsverfahren habe.“
In dem Buch, das auf seinen Tagebuch, das er während des Prozesses führte und das er für die Veröffentlichung um Gerichtsprotokolle, Briefe und gekabelte Berichte für das Außenministerium (über seine Verhandlungen in Berlin) ergänzte, erzählt er vor allem die Geschichte des Prozesses. Sie nimmt deutlich über die Hälfte des 576-seitigen Buches (über 330 Seiten) ein. Die Verhandlungen über den im Film zentralen Gefangenaustausch werden auf knapp siebzig Seiten érzählt, die Donovan mit dem Hinweis „Aus Sicherheitsgründen mussten gewisse Fakten unerwähnt bleiben und manche Einzelheiten verändert werden“ einleitet.
Das gesagt ist Donovans Einblick in seine Arbeit als Abels Pflichtverteidiger ein faszinierender Einblick in die Arbeit eines Verteidigers, in das damalige US-Rechtssystem und die damalige Geisteshaltung nach der Ära McCarthy und vor dem Bau der Mauer und der Kuba-Krise.
Wer also tiefer in die damalige Zeit eintauchen möchte, sollte sich diesen spannenden Erlebnisbericht eines Zeitzeugen, geschrieben mit dem damaligen Wissen, zulegen.
–
James B. Donovan: Strangers on a Bridge – Der Fall des Oberst Abel
(übersetzt von Eva Bornemann und Michael Molitor; mit einem neuen Vorwort von Jason Matthews)
Goldmann, 2015
560 Seiten
9,99 Euro
–
Originalausgabe
Strangers on a Bridge – The Case of Colonel Abel
Atheneum House, Inc., 1964
–
Frühere deutsche Ausgabe
Der Fall des Oberst Abel
Scheffler-Verlag, 1965
–
Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Bridge of Spies“
Moviepilot über „Bridge of Spies“
Metacritic über „Bridge of Spies“
Rotten Tomatoes über „Bridge of Spies“
Wikipedia über „Bridge of Spies“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „Bridge of Spies“
Das Drehbuch zum Film
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)
Steven Spielberg in der Kriminalakte
TV-Tipp für den 1. November: Unheimliche Begegnung der dritten Art
November 1, 2015
Arte, 20.15
Unheimliche Begegnung der dritten Art (USA 1977, Regie: Steven Spielberg)
Drehbuch: Steven Spielberg
Unglaublich: Anscheinend sind Außerirdische auf der Erde gelandet und sie sind überhaupt nicht böse. Jedenfalls interpretiert Normalbürger Roy Neary die Zeichen so und er macht sich auf die Suche nach ihnen.
Inzwischen ein Science-Fiction-Klassiker.
Arte zeigt heute die 1998er-Schnittfassung.
mit Richard Dreyfuss, Francois Truffaut, Teri Garr, Melinda Dillon, Bob Balaban, Lance Henriksen
Wiederholung: Montag, 2. November, 13.55 Uhr
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Unheimliche Begegnung der dritten Art“
Wikipedia über „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)
TV-Tipp für den 10. Juli: Krieg der Welten
Juli 10, 2015
Pro 7, 20.15
Krieg der Welten (USA 2005, Regie: Steven Spielberg)
Drehbuch: Josh Friedman, David Koepp
LV: H. G. Wells: The War of the Worlds, 1898 (Der Krieg der Welten)
Aliens wollen die Menschheit vernichten und Hafenarbeiter Ray Ferrier (Tom Cruise) stolpert mit seinen Kindern, die er retten will, durch ein sich in Auflösung befindendes Land. Denn die Aliens sind unbesiegbar.
Extrem düsterer, von 9/11 beeinflusster Science-Fiction-Film von Steven Spielberg.
mit Tom Cruise, Dakota Fanning, Miranda Otto, Justin Chatwin, Tim Robbins, Amy Ryan
Wiederholung: Samstag, 11. Juli, 00.50 Uhr
Hinweise
Film-Zeit über „Krieg der Welten“
Moviepilot über „Krieg der Welten“
Metacritic über „Krieg der Welten“
Rotten Tomatoes über „Krieg der Welten“
Wikipedia über „Krieg der Welten“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)
TV-Tipp für den 9. Juli: Lincoln
Juli 9, 2015
ARD, 22.45
Lincoln (Lincoln, USA 2012)
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Tony Kushner
LV: Doris Kearns Goodwin: Team of Rivals: The political Genius of Abraham Lincoln, 2005
Ohne historisches Vorwissen bestenfalls durchwachsenes Biopic über Abraham Lincolns Kampf um den 13. Verfassungszusatz (das ist der, der die Sklaverei abschaffte). Kurz nachdem der Zusatz im Kongress verabschiedet wurde, wurde Lincoln ermordet. Weil der Film mit seinem nicht gezeigten Tod endet, ist „Lincoln“ auch ein Film über die letzten Tage Lincolns.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Daniel Day-Lewis, Sally Field, David Strathairn, Tommy Lee Jones, Joseph Gordon-Levitt, James Spader, Hal Holbrook, John Hawkes, Jackie Earle Haley, Bruce McGill, Tim Blake Nelson , Jared Harris, Gloria Reuben, Walton Goggins , David Oyelowo, Lukas Haas, Gregory Itzin, S. Epatha Merkerson
Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Rotten Tomatoes über „Lincoln“
Wikipedia über „Lincoln“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)
TV-Tipp für den 17. Juni: Catch me if you can
Juni 16, 2015
Sat.1, 20.15
Catch me if you can (USA 2002, Regie: Steven Spielberg)
Drehbuch: Jeff Nathanson
LV: Frank Abagnale (mit Stan Redding): Catch me if you can: The Amazing True Story of the Youngest and Most Daring Con Man in the History of Fun and Profit, 1980 (Mein Leben auf der Flucht, Catch me if you can)
Spielberg erzählt kurzweilig die wahre Geschichte des Hochstaplers Frank Abagnale. Der Film „ist eine swingende, schwerelose Krimikomödie, die durch Tempo, Charme und Verspieltheit überzeugt.“ (Berliner Zeitung, 30. Januar 2003)
Mit Leonardo DiCaprio, Tom Hanks, Christopher Walken, Martin Sheen, Nathalie Baye, James Brolin, Jennifer Garner
Hinweise
Wikipedia über “Catch me if you can” (deutsch, englisch)
Rotten Tomatoes über “Catch me if you can”
History vs. Hollywood überprüft den Wahrheitsgehalt der Hochstaplergeschichte
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)
TV-Tipp für den 6. Juni: Indiana Jones und der letzte Kreuzzug
Juni 5, 2015
Sat.1, 20.15
Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (USA 1989, Regie: Steven Spielberg)
Drehbuch: Jeffrey Boam, George Lucas, Menno Meyjes
Dritter Auftritt von Indiana Jones. Dieses Mal sucht der Archäologe mit der Peitsche den Heiligen Gral, tut alles, damit er nicht den Nazis in die Hände fällt (das ist der leichte Teil) und er begegnet seinem Vater.
Und weil dieser von ‘James Bond’ Sean Connery gespielt wird, der wenig von seinem Sohn hält, ist für Spaß gesorgt. Und es gibt, selbstverständlich, Action satt.
Danach, um 22.45 Uhr, “Indiana Jones und der Tempel des Todes”.
mit Harrison Ford, Sean Connery, River Phoenix, Denholm Elliott, John Rhys-Davies, Julian Glover, Michael Byrne
Wiederholung: Sonntag, 7. Juni, 16.25 Uhr
Hinweise
Metacritic über „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“
Rotten Tomatoes über „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“
Wikipedia über „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)
Neu im Kino/Filmkritik: Der „Poltergeist“ poltert wieder
Mai 28, 2015
Wenn wir das „Das Original ist besser“-Gerede links liegen lassen, hat „Poltergeist“, Gil Kenans Remake des gleichnamigen Horrorfilms von Tobe Hooper (mit Steven-Spielberg-Vibe), zwei aktuelle Probleme: „Conjuring – Die Heimsuchung“ und „Der Babadook“ – zwei neue Horrorfilme, in denen in einem Haus die Hölle los ist, und die verdammt gut sind. Dagegen ist „Poltergeist“ nur ein laues Lüftchen, das vorhersehbar das Haunted-House-Horrorfilmgenre bedient. Denn die von Steven Spielberg erfundene Geschichte war schon beim 1982er Film altbekannt.
Die Familie Bowen zieht in ein wunderschönes Vorstadthaus, das direkt neben einer Grünanlage liegt. Schon bei der Besichtigung gibt es seltsame Ereignisse, die in den nächsten Tagen immer größere Dimensionen annehmen, bis – als vorläufiger Höhepunkt – die jüngste Tochter Maddy in eine andere Dimension verschwindet. Ihre beiden Geschwister Griffin und Kendra, Vater Eric (Sam Rockwell) und Mutter Amy (Rosemarie DeWitt, beide unterfordert), ein Team von universitären Forschern und ein professioneller Geisterjäger mit einer TV-Sendung versuchen jetzt das Kind zu retten.
Der Kontakt erfolgt dabei – und das war schon im Original der originelle Moment, der für das bekannte Plakatmotiv sorgte – über den Fernseher.
Der originale „Poltergeist“-Film überzeugte als altmodischer Geisterfilm, der die bekannte Geschichte mit guten Tricks noch einmal schlüssig in zwei Stunden erzählte. Er war die düstere Variante von „E. T.“, dem Film, den Steven Spielberg drehte, während er „Poltergeist“ produzierte und Tobe Hooper den Regiestuhl überließ. Schon während des Drehs gab es Diskussionen darüber, wie sehr Spielberg dann doch die Regie und den Schnitt übernahm. Der Film war ein Hit. In zwei Fortsetzungen durfte der Poltergeist weiter poltern.
Bei dem Remake übernahm Gil Kenan die Regie. Sein Regiedebüt war der Oscar-nominierten Animationsfilm „Monster House“ über ein sehr lebendiges Horrorhaus. „Tanz der Teufel“ Sam Raimi produzierte und selbstverständlich wird jetzt in 3D gepoltert. Es wurde – obwohl es eher nach einer Konvertierung aussieht – sogar in 3D gedreht. Trotzdem wirken die räumlichen Dimensionen auf eine ärgerliche Art immer etwas falsch. Denn, im Gegensatz zu einem Film Noir oder einem expressionistischem Horrorfilm, ist eine eindeutige künstlerische Aussage nie erkennbar. Immerhin gibt es keine Wackelkamera, kein Found-Footage-Gedöns und keine Splatter- und Folterorgien. Vor allem letzteres wäre in einem Geisterhausfilm auch etwas unpassend.
Im Gegensatz zu „Der Babadook“ ist „Poltergeist“ nur eine Geisterbahnfahrt: es gibt die erwartbaren Schocks und Überraschungen, aber die Seele, das Thema, das, was den Film zu mehr als einer Horrorshow machen könnte, fehlt. Die bösen Poltergeister sind einfach nur Tote, die stinkig sind, dass jemand ihre Grabsteine versetzt hat.
Poltergeist (Poltergeist, USA 2015)
Regie: Gil Kenan
Drehbuch: David Lindsay-Abaire (nach einer Geschichte von Steven Spielberg)
mit Sam Rockwell, Rosemarie DeWitt, Saxon Sharbino, Kyle Catlett, Kennedi Clements, Jared Harris, Jane Adams, Susan Heyward, Nicholas Braun
Länge: 94 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
–
Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Poltergeist“
Moviepilot über „Poltergeist“
Metacritic über „Poltergeist“
Rotten Tomatoes über „Poltergeist“
Wikipedia über „Poltergeist“ (deutsch, englisch)
TV-Tipp für den 1. Januar: Blues Brothers
Dezember 31, 2014
ZDFneo, 21.40
Blues Brothers (USA 1980, Regie: John Landis)
Drehbuch: Dan Aykroyd, John Landis
Als die beiden Waisenkinder Jake und Elwood Blues erfahren, dass das katholische Waisenhaus, in dem sie aufwuchsen, wegen nicht gezahlter Grundsteuer verkauft werden soll, beschließen sie, das Geld zu beschaffen. Dafür müssen sie ihre alte Blues-Band wieder vereinigen. Doch nicht alle wollen sofort mitmachen, eine geheimnisvolle Frau will sie umbringen und die Polizei verfolgt sie.
Immer wieder gern gesehene Mischung aus Bluesfilm, Konzertfilm, Komödie und Action-Film. Die Blues-Brothers-Band gab es wirklich und nach dem Film verzichtete keine Blues-Band auf schwarze Anzüge, Hüte und Sonnenbrillen.
mit John Belushi, Dan Aykroyd, James Brown, Cab Calloway, Ray Charles, Aretha Franklin, Steve Cropper, Donald Dunn, Murphy Dunne, Willie Hall, Tom Malone, Lou Marini, Matt Murphy, Alan Rubin, Carrie Fisher, Henry Gibson, John Candy, Kathleen Freeman, Twiggy, Frank Oz, Charles Napier, Chaka Khan, John Landis, John Lee Hooker, Walter Horton, Pinetop Perkins, Steven Spielberg, Mr. T (Debüt als Mann an der Straße) und noch viele weitere Musiker
Hinweise
Rotten Tomatoes über „The Blues Brothers“
Wikipedia über „The Blues Brothers“ (deutsch, englisch)
Blues Brothers Central (umfangreiche Fanseite)
TV-Tipp für den 19. November: Catch me if you can
November 19, 2014Kabel 1, 20.15
Catch me if you can (USA 2002, Regie: Steven Spielberg)
Drehbuch: Jeff Nathanson
LV: Frank Abagnale (mit Stan Redding): Catch me if you can: The Amazing True Story of the Youngest and Most Daring Con Man in the History of Fun and Profit, 1980 (Mein Leben auf der Flucht, Catch me if you can)
Spielberg erzählt kurzweilig die wahre Geschichte des Hochstaplers Frank Abagnale. Der Film „ist eine swingende, schwerelose Krimikomödie, die durch Tempo, Charme und Verspieltheit überzeugt.“ (Berliner Zeitung, 30. Januar 2003)
Mit Leonardo DiCaprio, Tom Hanks, Christopher Walken, Martin Sheen, Nathalie Baye, James Brolin, Jennifer Garner
Wiederholung: Donnerstag, 20. November, 02.35 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Wikipedia über “Catch me if you can” (deutsch, englisch)
Rotten Tomatoes über “Catch me if you can”
History vs. Hollywood überprüft den Wahrheitsgehalt der Hochstaplergeschichte
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)
TV-Tipp für den 19. September: Indiana Jones und der letzte Kreuzzug
September 19, 2014
Pro7, 22.45
Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (USA 1989, Regie: Steven Spielberg)
Drehbuch: Jeffrey Boam, George Lucas, Menno Meyjes
Dritter Auftritt von Indiana Jones. Dieses Mal sucht der Archäologe mit der Peitsche den Heiligen Gral, tut alles, damit er nicht den Nazis in die Hände fällt (das ist der leichte Teil) und er begegnet seinem Vater.
Und weil dieser von ‘James Bond’ Sean Connery gespielt wird, der wenig von seinem Sohn hält, ist für Spaß gesorgt. Und es gibt, selbstverständlich, Action satt.
Davor läuft, um 20.15 Uhr, „Indiana Jones und der Tempel des Todes“. Wahrscheinlich in einer gekürzten Fassung.
mit Harrison Ford, Sean Connery, River Phoenix, Denholm Elliott, John Rhys-Davies, Julian Glover, Michael Byrne
Hinweise
Metacritic über „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“
Rotten Tomatoes über „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“
Wikipedia über „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)
TV-Tipp für den 23. Juli: Catch me if you can
Juli 22, 2014Sat.1, 20.15
Catch me if you can (USA 2002, Regie: Steven Spielberg)
Drehbuch: Jeff Nathanson
LV: Frank Abagnale (mit Stan Redding): Catch me if you can: The Amazing True Story of the Youngest and Most Daring Con Man in the History of Fun and Profit, 1980 (Mein Leben auf der Flucht, Catch me if you can)
Spielberg erzählt kurzweilig die wahre Geschichte des Hochstaplers Frank Abagnale. Der Film „ist eine swingende, schwerelose Krimikomödie, die durch Tempo, Charme und Verspieltheit überzeugt.“ (Berliner Zeitung, 30. Januar 2003)
Mit Leonardo DiCaprio, Tom Hanks, Christopher Walken, Martin Sheen, Nathalie Baye, James Brolin, Jennifer Garner
Hinweise
Wikipedia über “Catch me if you can” (deutsch, englisch)
Rotten Tomatoes über “Catch me if you can”
History vs. Hollywood überprüft den Wahrheitsgehalt der Hochstaplergeschichte
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)
TV-Tipp für den 4. Juni: Minority Report
Juni 4, 2014Kabel 1, 20.15
Minority Report (USA 2002, Regie: Steven Spielberg)
Drehbuch: Scott Frank, Jon Cohen
LV: Philip K. Dick: The Minority Report, 1956 (erstmals erschienen in Fantastic Universe, Januar 1956, Der Minderheiten-Bericht, Kurzgeschichte)
Schöne neue Welt: 2054 werden in Washington, D. C., Verbrecher bereits vor der Tat, aufgrund der Prognose von Precogs, verhaftet. Ein perfektes System, bis die Precogs sagen, dass der Polizist John Anderton bald einen Mann, den er überhaupt nicht kennt, umbringen wird. Anderton glaubt nicht an die Prognose. Er flüchtet und versucht herauszufinden, warum er zum Mörder werden soll.
Guter, etwas zu lang geratener Science-Fiction-Thriller, der für den Bram-Stoker-, Nebula- und Hugo-Preis nominiert war und den Saturn-Preis erhielt.
mit Tom Cruise, Colin Farrell, Samantha Morton, Max von Sydow, Lois Smith, Peter Stormare, Frank Grillo
Wiederholung: Donnerstag, 5. Juni, 01.00 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Wikipedia über „Minority Report“ (deutsch, englisch)
Rotten Tomatoes über „Minority Report“
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)
TV-Tipp für den 15. März: Minority Report
März 15, 2014Sat.1, 22.35
Minority Report (USA 2002, R.: Steven Spielberg)
Drehbuch: Scott Frank, Jon Cohen
LV: Philip K. Dick: The Minority Report, 1956 (erstmals erschienen in Fantastic Universe, Januar 1956, Der Minderheiten-Bericht, Kurzgeschichte)
Schöne neue Welt: 2054 werden in Washington, D. C., Verbrecher bereits vor der Tat, aufgrund der Prognose von Precogs, verhaftet. Ein perfektes System, bis die Precogs sagen, dass der Polizist John Anderton bald einen Mann, den er überhaupt nicht kennt, umbringen wird. Anderton glaubt nicht an die Prognose. Er flüchtet und versucht herauszufinden, warum er zum Mörder werden soll.
Guter, etwas zu lang geratener Science-Fiction-Thriller, der für den Bram-Stoker-, Nebula- und Hugo-Preis nominiert war und den Saturn-Preis erhielt.
mit Tom Cruise, Colin Farrell, Samantha Morton, Max von Sydow, Lois Smith, Peter Stormare, Frank Grillo
Wiederholung: Sonntag, 16. März, 03.20 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Wikipedia über „Minority Report“ (deutsch, englisch)
Rotten Tomatoes über „Minority Report“
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)
TV-Tipp für den 13. Januar: Poltergeist
Januar 13, 2014Arte, 21,50
Poltergeist (USA 1982, R.: Tobe Hooper)
Drehbuch: Steven Spielberg, Michael Grais, Mark Victor (nach einer Geschichte von
Steven Spielberg)
Die Freelings ziehen in ein neues Haus, in dem unheimliche Dinge geschehen. Um die Geister zu bannen, rufen sie eine Parapsychologin, die die Poltergeister aus dem Haus vertreiben soll.
Das ist wohl ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk für Tobe Hooper, der am 25. Januar 1943 in Austin, Texas, das Licht der Welt erblickte, mit dem „Texas Chainsaw Massacre“ Horrorfilmgeschichte schrieb und mit „Poltergeist“ seinen kommerziellsten Film inszenierte (obwohl es Gerüchte gab, dass eigentlich Steven Spielberg inszenierte). Jedenfalls ist „Poltergeist“, der damals an der Kinokasse ein Erfolg war, ein Horrorfilmklassiker für fast die ganze Familie.
Der Film gewann den Saturn-Award der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films als bester Horrorfilm des Jahres. Hooper war als bester Regisseur nominiert.
mit Craig T. Nelson, JoBeth Williams, Heather O’Rourke, Oliver Robbins, Dominique Dunne, Zelda Rubinstein
Wiederholung: Samstag, 18. Januar, 02.10 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Poltergeist“
Wikipedia über „Poltergeist“ (deutsch, englisch) und Tobe Hooper (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Tobe Hoopers „Blutgericht in Texas“ (The Texas Chainsaw Massacre, USA 1974)
TV-Tipp für den 29. Juni: Duell
Juni 29, 2013ZDF 00.05
Duell (USA 1971, R.: Steven Spielberg)
Drehbuch: Richard Matheson
LV: Richard Matheson: Duel (Kurzgeschichte, Playboy, April 1971)
Auf einem Highway irgendwo im Nirgendwo überholt Handelsvertreter David Mann einen Truck. Der König der Landstraße beginnt Mann zu verfolgen.
Steven Spielbergs erster Kinofilm. Naja, fast. Denn „Duell“ war zuerst ein in zwei Wochen gedrehter ABC-TV-Film (es werden mal 12, mal 13, mal 16 Drehtage genannt, wobei anscheinend nur 10 Drehtage geplant waren), der für die Kinoauswertung um einige Szenen erweitert wurde.
„Duell“ ist ein kleiner, knackiger Highway-Thriller, bei dem die Geschichte auf das Gerüst reduziert wurde. Mit einer guten Idee und einem guten Drehbuch, beides von Richard Matheson.
„Offen gesagt ist der Film voll technischer Spielereien und logischer Brüche. Aber am Ende der neunzig Minuten scheint kaum Zeit vergangen.“ (Fob, Variety)
mit Dennis Weaver, Eddie Firestone, Charles Seel, Lucille Benson
Hinweise
Wikipedia über „Duell“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)
Steven Spielberg in der Kriminalakte
Kriminalakte: Ein episch langes Interview mit Richard Matheson
Meine Besprechung der Richard-Matheson-Verfilmung „Real Steel” (Real Steel, USA 2011)
Meine Besprechung der Comic-Version der Richard-Matheson-Kurzgeschichte “Duell”
TV-Tipp für den 9. Mai: Minority Report
Mai 8, 2013Kabel 1, 20.15
Minority Report (USA 2002, R.: Steven Spielberg)
Drehbuch: Scott Frank, Jon Cohen
LV: Philip K. Dick: The Minority Report, 1956 (erstmals erschienen in Fantastic Universe, Januar 1956, Der Minderheiten-Bericht, Kurzgeschichte)
Schöne neue Welt: 2054 werden in Washington, D. C., Verbrecher bereits vor der Tat, aufgrund der Prognose von Precogs, verhaftet. Ein perfektes System, bis die Precogs sagen, dass der Polizist John Anderton bald einen Mann, den er überhaupt nicht kennt, umbringen wird. Anderton glaubt nicht an die Prognose. Er flüchtet und versucht herauszufinden, warum er zum Mörder werden soll.
Guter, etwas zu lang geratener Science-Fiction-Thriller, der für den Bram-Stoker-, Nebula- und Hugo-Preis nominiert war und den Saturn-Preis erhielt.
mit Tom Cruise, Colin Farrell, Samantha Morton, Max von Sydow, Lois Smith, Peter Stormare, Frank Grillo
Wiederholung: Freitag, 10. Mai, 01.00 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Wikipedia über „Minority Report“ (deutsch, englisch)
Rotten Tomatoes über „Minority Report“
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Lincoln“ (Lincoln, USA 2012)
Veröffentlicht von AxelB 

