Das Piano (The Piano, Australien/Neuseeland/Frankreich 1993)
Regie: Jane Campion
Drehbuch: Jane Campion
Um 1850 herum wird die stumme Ada nach Neuseeland zwangsverheiratet. Ihr ihr vollkommen unbekannter Ehemann, der Plantagenbesitzer Stewart, nimmt sie und Adas neunjährige Tochter Flora auf. Adas heißgeliebtes Piano lässt er als unnötigen Ballast am Strand zurück. Stewarts Nachbar Baines holt das Piano in sein Haus. Er bietet Ada eine Möglichkeit an, wie sie wieder an ihr Piano kommen könnte.
Jane Campions Durchbruch beim globalen Kinopublikum und immer noch ihr bekanntester Film.
mit Holly Hunter, Harvey Keitel, Sam Neill, Anna Paquin, Kerry Walker
Oli „Beule“ Schröder (Janek Rieke) betreibt in Norddeutschland eine schlecht gehende Bootswerkstatt. Deshalb heuert er immer wieder für fünf Monate auf einem Schiff an. Insgesamt ist er etwas überfordert von den alltäglichen Problemen, seiner schwangeren Frau, die durch die Schwangerschaft ein ganz anderer Mensch wird, die ihn darüber hinweg tröstende Tankstellenwärterin, die plötzlich Besitzansprüche erhebt, und seine Kumpels, die ihn immer wieder verprügeln. Beule lässt dann seinen Frust an Zigarettenautomaten und Mülltonnen aus.
Zuerst einmal muss ich den Hut ziehen vor dem Engagment von Janek Rieke, der hier die Hauptrolle übernahm, Regie führte, das Drehbuch schrieb und auch produzierte. Nachdem das Projekt von allen Förderinstitutionen abgelehnt wurde, kratzten er und die anderen Produzenten alles Geld zusammen und machten den Film ohne Fördergelder und ohne einen Verleih. Gedreht wurde vom 16. Januar bis zum 12. Februar 2019. Die Premiere war am 2. Oktober 2022 auf dem Filmfest Hamburg. Und jetzt läuft er im Kino. Das ist eine beachtliche Leistung.
Der Film selbst ist dann weniger beachtlich. Es ist, soweit erkenn- und nachvollziehbar, eine chaotische, nie überzeugende Geschichte von Liebe und Freundschaft. Die Figuren sind, bei allen gewollten Überzeichnungen, in sich nicht stimmig. Die sich aus ihren Begegnungen entwickelnde Geschichte bleibt, immer mit der nächsten Pointe im Blick, beliebig. Es werden halt vor allem Sketche aneinandergereiht und, wenn man nicht mehr weiter weiß, wird Gewalt angewendet gegen Sachen und Menschen. Der Humor tendiert, ohne ein bestimmtes Ziel, durchgängig zu grobem Klamauk und übertriebener Farce.
Janek Rieke ist vor allem als Schauspieler bekannt. Von 2010 bis 2015 spielte er in der Kirmiserie „Der Kriminalist“ in 42 Folgen Kommissar Max Winter. In „Herr Lehmann“, „Die weiße Massai“, „Jerry Cotton“ und „Einmal Hans mit scharfer Soße“ spielte er mit. „Beule – Zerlegt die Welt“ ist sein zweiter Spielfilm als Regisseur. Sein Regiedebüt war 1997 die Beziehungskomödie „Hartetest“, ebenfalls nach seinem Drehbuch und mit ihm in der Hauptrolle.
Beule – Zerlegt die Welt(Deutschland 2022)
Regie: Janek Rieke
Drehbuch: Janek Rieke
mit Janek Rieke, Julia Hartmann, Max Giermann, Nilam Farooq, Freya Tampert, Hans Löw, Gerdy Zint
Es gibt sie noch: Gauchos. Nicht nur im Film, sondern auch in der Realität und nicht als Touristenattraktion. Die von Michael Dweck und Gregory Kershaw in ihrem wundervollem Dokumentarfilm „Gaucho Gaucho“ porträtierten Gauchos leben und arbeiten wie ihre Vorfahren.
Sie sind Cowboys, die in einigen Ländern in Südamerika Vieh hüten und ein traditionelles Leben zelebrieren. Freiheit ist ihnen wichtiger als Besitz.
Dweck und Kershaw beobachteten für ihren Film über mehrere Jahre einige Gauchos, die in der Region Salta im Nordwesten Argentiniens leben. Es ist eine karge und menschenleere Landschaft. Die Gauchos leben dort ein von der Moderne weitgehend unberührtes Leben. Wenn man nicht wüsste, dass das Regieduo mit der Recherche für diesen Film erst Anfang 2021 begann und die Bilder entsprechend später aufgenommen hat, könnte man glauben, sie seien vor mindestens fünfzig Jahren aufgenommen oder für einen klassischen SW-Western inszeniert worden.
„Gaucho Gaucho“ ist kein traditioneller Dokumentarfilm, sondern mehr ein beobachtendes Stimmungsstück. Dweck und Kershaw beobachten in wunderschönen, oft überhöhten SW-Bildern die Gauchos bei ihrer Arbeit, inszenieren sie, wenn sie durch die Landschaft reiten, als mythische Figuren und lassen sie von ihrem Leben und ihren Traditionen erzählen. Das Regieduo dokumentiert in betörend schönen Bildern eine untergehende Lebensweise. Dass eine der Protagonisten, die 17-jährige Guada, unbedingt eine Gaucha werden will, ändert daran nichts.
Wegen der Bilder sollte der Film unbedingt auf der größtmöglichen Leinwand gesehen werden.
Official Secrets (Official Secrets, Großbritannien/USA 2019)
Regie: Gavin Hood
Drehbuch: Gregory Bernstein, Sara Bernstein, Gavin Hood
LV: Marcia Mitchell, Thomas Mitchell: The Spy who tried to stop a War: Katharine Gun and the secret plot to sanction the Iraq Invasion, 2008
Spannender, auf wahren Begebenheiten beruhenden Polit-Thriller: Katharine Gun, Übersetzerin beim britischen Nachrichtendienst GCHQ, wird 2003 von ihrem Arbeitgeber angeklagt, gegen den Official Secrets Act verstoßen zu haben. Sie gab, über Umwege, eine Mail des US-amerikanischen Geheimdienstes weiter, in der sie aufgefordert werden, fünf Mitgliedstaaten des UN-Sicherheitsrats auszuspionieren. Die Staaten sollen erpresst werden, der US-Invasion in den Irak zuzustimmen.
Nein, die Überschrift ist kein Spoiler, sondern die Prämisse des Films: in einer dystopischen USA müssen jedes Jahr fünfzig, zufällig ausgeloste Jungen ihren Bundesstaat bei einem Marsch vertreten. Der Marsch endet, wenn nur noch einer lebt.
Stephen King schrieb die Geschichte bereits 1966/67. Damals war er Freshman an der Universität. Er veröffentlichte sie 1979 als Richard Bachman. Francis Lawrence, der Regisseur von vier (von fünf) „Die Tribute von Panem“-Filmen verfilmte den düsteren Roman über ein gnadenloses Auswahlverfahren als überraschend düsteren Film und ohne offensichtliche Aktualisierungen. Es ist unklar, wann der Film spielt. Nichts weißt auf die Gegenwart oder die nahe Zukunft hin. Alles sieht so aus, wie es schon zur Entstehungszeit des Romans aussah. Über die Gesellschaft, die den alljährlichen Todesmarsch gutheißt, erfahren wir auch nichts.
Vertreten wird das Regime durch den Major (Mark Hamill). Er erfand den Todesmarsch. Jetzt hält er gegenüber den Jungen während des Marsches immer wieder kernig-salbungsvolle Reden, die direkt aus dem Redenplatitütdenbuch für Offiziere stammen könnten und mit denen junge Männer in den Tod geschickt werden. King und Lawrence legen sich allerdings nicht auf eine Interpretation fest. Sie konzentrieren sich auf die den Wettbewerb, der letztendlich nur fünfzig Tote kennt.
Die Geschichte ist, ausgehend von der Prämisse und der anfänglichen Vorstellung der Todeskandidaten, absolut vorhersehbar. Überraschend ist nicht, wer überlebt (und einen Akt sinnlosen Widerstands leistet), sondern höchstens wer wann einen sinnlosen, aber den Regeln gehorchenden Tod stirbt. Die Regeln sind denkbar einfach: wer zu langsam geht, wird verwarnt. Wer dreimal verwarnt wurde, scheidet aus.
Trotzdem ist der erste Tod ein Schock. Als einer der Teilnehmer zu langsam geht, erhält er schnell hintereinander drei Verwarnungen und wird von einem gesichtslosen Soldaten, entsprechend den Regeln, erschossen. Ab dem Moment ist klar, dass Francis Lawrence nichts beschönigen oder heroisieren wird. Wer zu langsam geht, wird erschossen. Warum er zu langsam geht, ist egal. Die Notdurft wird während des Gehens verrichtet. Wunden, Krämpfe und Blasen werden ignoriert. Geschlafen wird bestenfalls im Gehen.
Beim Gehen unterhalten sich die Teilnehmer über ihr Leben und ihre Wünsche. In diesen Momenten werden sie zu Individuen. Sie kommen sich auch näher – und wissen, dass dies nur eine Freundschaft für wenige Stunden ist.
Die Landschaft durch die sie dabei marschieren ist das US-amerikanische Hinterland mit Feldern so weit das Auge reicht. Am Straßenrand stehen manchmal abrissreife Bretterbuden und ausgeschlachtete Schrottautos. Es ist ein menschenleerer Landstrich, der den Abstieg hinter sich hat. Auch das Wetter passt sich der allgemeinen Trostlosigkeit an.
Hoffnungsloser war schon seit Ewigkeiten kein Hollywood-Mainstreamfilm mehr. „The long walk – Todesmarsch“ hat keine tröstliche Botschaft, keinen Ausweg und auch keine glänzende Oberfläche, die einen über die nihilistische Botschaft hinwegsehen lassen könnte. War in den „Die Tribute von Panem“-Dystopien der tödliche Wettbewerb noch ein vor großer Kulisse inszeniertes Spektakel, ist in „The long Walk“ der Tod nicht mehr als eine Blutlache auf einer einsamen Landstraße.
Francis Lawrence zeigt in seinem neuesten, strikt chronologisch gedrehtem Drama nur fünfzig junge Männer, die durch eine langweilige Landschaft marschieren und sterben. Das ist nicht schön oder heroisch, aber absolut sehenswert.
The long Walk – Todesmarsch(The long Walk, USA 2025)
Regie: Francis Lawrence
Drehbuch: JT Mollner
LV: Richard Bachman (Pseudonym von Stephen King): The long Walk, 1979 (Todesmarsch)
mit Cooper Hoffman, David Jonsson, Garrett Wareing, Tut Nvuot, Charlie Plummer, Ben Wang, Roman Griffin Davis, Jordan Gonzalez, Joshua Odjick, Josh Hamilton, Judy Greer, Mark Hamill
Ein Noir aus dem Hause Coen. Mit einer Privatdetektivin als Heldin und bewusst die Hardboiled-Privatdetektiv-Tradition zitierend. Was kann da schon schiefgehen?
Nun, beginnen wir erst einmal mit einigen notwendigen Informationen. „Honey don’t!“ ist kein Film der Coen-Brüder, sondern der zweite Film der von Ethan Coen zusammen mit seiner Frau Tricia Cook geplanten lesbischen B-Movie-Trilogie. Sie lassen sich von alten Pulp-Geschichten und auch den Klassikern des Genres inspirieren und erzählen sie aus lesbischer Perspektive nach. Margaret Qualley übernahm wieder die Hauptrolle. Die vielversprechende Idee wurde schon in „Drive-Away Dolls“, dem ersten Film der Trilogie, schlecht umgesetzt. „Honey don’t!“ ist nicht besser, sondern sogar schlechter.
Es geht um die in Kalifornien in Bakersfield arbeitende offen lesbische Privatdetektivin Honey O’Donahue (Margaret Qualley), die mehr über den Tod eines Paares herausfinden will, das offensichtlich ermordet in einem verunglückten Auto gefunden wurde. Die Toten haben etwas mit einer geheimnisvollen, offensichtlich aus Europa kommenden Frau und dem öligen Reverend Drew Devlin (Chris Evans) zu tun. Devlin ist das Oberhaupt des zur Pfingstbewegung gehörenden „Four-Way Temple“. Diese Gemeinschaft ist keine traditionelle Glaubensgemeinschaft, sondern ein ihm auch sexuell höriger Kult und die Tarnung für verschiedene verbrecherische Aktivitäten. Neben dem den Film beginenden Autounfall, bei dem zwei Menschen starben, muss O’Donahue sich mit weiteren Fällen, teils beruflicher, teils privater Natur, herumschlagen. Außerdem beginnt sie eine Affäre mit Police Officer MG Falcone (Aubrey Plaza).
Viel mehr kann über die Story nicht verraten werden, weil sie ziemlich schnell in einer Unmenge nicht zusammenhängender Plots und Szenen zerfleddert. Die Ausgangsfrage wird schnell ignoriert. Ähnlich ergeht es den später begonnenen Plots. Das Ende ist die Conclusio eines vorher nicht erkennbaren Plots. Dazwischen gibt es slapstickhaft übertrieben blutige und auch mal tödliche Gewalt, viel Sex mit für eine US-Produktion erstaunlich viel nackter Haut und Witze, die nicht witzig sind.
Der größte Witz ist dabei, dass in „Honey don’t!“ die Rolle des hartgesottenen Privatdetektiv, die früher beispielsweise von Humphrey Bogart gespielt wurde, dieses Mal von einer Frau gespielt wird und dass diese Frau sexuell äußerst rege ist, jede Frau anbaggert und mit ihr Sex hat. Sie steht damit ihren männlichen Vorbildern in nichts nach. Allerdings kann sie Sätze sagen, die ein Mann in der gleichen Situation heute nicht mehr sagen kann; – falls er sie überhaupt jemals sagen konnte. Sie kann durch die Polizeistation gehen und lautstark verkünden: „I like girls!“.
Dass O’Donahue eine offen bekennende Lesbe ist, wäre vielleicht vor vierzig Jahren, als „Remington Steele“ im TV lief und Sara Paretsky und Sue Grafton den lesenden Krimifans ihre weiblichen Privatdetektive vorstellten, neu gewesen. Heute ist diese Idee nicht mehr neu oder provozierend. Schließlich gab es schon 2019 die ABC-TV-Serie „Stumptown“, in der die offen bisexuelle Privatdetektivin Dex Parios in Portland, Oregon, ihre Fälle löste. Greg Rucka erfand sie 2009 als Comicfigur.
Die von Coen und Cooke erfundene ‚Geschichte‘ erschöpft sich in einer beliebigen Aneinanderreihung von aus der Zeit gefallenen Klischees, garniert mit, als neuer Zutat, lesbischem Sex. Dabei demonstrieren Ethan Coen und Tricia Cooke ständig ihr Noir-Wissen, ohne es produktiv einzusetzten. Dass sie es können – Tricia Cooke arbeitet seit „Miller’s Crossing“ mit den Coens zusammen und ist seit 1993 mit Ethan verheiratet – bewiesen sie unter anderem in „Blood Simple“ (1984), „Raising Arizona“ (1987), „Miller’s Crossing“ (1990), „Barton Fink“ (1991), „Fargo“ (1996), „The Man Who Wasn’t There“ (2001) und „No Country for Old Men“ (2007).
Angesichts dieser Filmographie ist „Honey don’t!“ erschreckend misslungen. An dem langweiligem Debakel ändern auch eine gelungene Titelsequenz (einige halten sie für den besten Teil des Films), etliche für sich betrachtet durchaus gelungene Szenen, damit verbundene Zitate und Anspielungen, und die stilbewusste Ausstattung nichts.
Ethan Coens zweiter Solo-Spielfilm ist eine vollkommen verunglückte Noir-Pastiche, die schnell ihren Plot zugunsten einer weitgehend vollkommen beliebigen Zusammenstellung von Irgendetwas-mit-Kriminalfilm-Szenen aus dem Auge verliert und die nichts von der erzählerischen Meisterschaft der Filme der Coen-Brüder hat. Diese lesbische B-Moive-Noir-Komödie demonstriert nachdrücklich, wie wichtig die Zusammenarbeit von Joel und Ethan Coen für das gelingen ihrer Filme war.
Nach „Honey don’t!“ kann man nur hoffen, dass die beiden Brüder schnell wieder zusammen arbeiten. Auch wenn es davor noch den dritten und abschließenden Teil dieser B-Movie-Trilogie geben wird.
Honey don’t!(Honey don’t!, USA 2025)
Regie: Ethan Coen
Drehbuch: Ethan Coen, Tricia Cooke
mit Margaret Qualley, Aubrey Plaza, Chris Evans, Charlie Day, Kristen Connolly, Billy Eichner, Gabby Beans, Talia Ryder, Jacnier, Don Swayze, Josh Pafchek, Lena Hall, Lera Abova, Kale Browne
White Sands – Der große Deal (White Sands, USA 1991)
Regie: Roger Donaldson
Drehbuch: Daniel Pyne
New Mexico: in der Wüste werden eine Leiche und, neben ihr, ein Koffer voller Geld entdeckt. Sheriff Ray Donezal (Willem Dafoe) will den Fall aufklären. Er nimmt die Identität des Toten an.
Zutreffend, aber die Top-Besetzung verschweigend, urteilte der Fischer Film Almanach zum Kinostart: „Ein wirrer Plot als Vorwand für vertraute Actionspielchen.“
mit Willem Dafoe, Mickey Rourke, Mary Elizabeth Mastrantonio, Samuel L. Jackson, M. Emmet Walsh, Mimi Rogers, James Rebhorn, Maura Tierney, Beth Grant
Der Krieg des Charlie Wilson (Charlie Wilson’s War, USA 2007)
Regie: Michael Nichols
Drehbuch: Aaron Sorkin
LV: George Crile: Charlie Wilson’s War: The Extraordinary Story of the Largest Covert Operation in History, 2003 (Der Krieg des Charlie Wilson)
Auf Tatsachen basierende, von der Kritik abgefeierte und für viele Preise nominierte Polit-Komödie über den liberal-demokratischen Kongressabgeordneten Charlie Wilson, der in den Achtzigern half den afghanischen Widerstand gegen die Sowjets finanziell und mit Waffen zu unterstützten.
Die Folgen – nun, heute kennen wir die weitere Geschichte von Afghanistan, den Taliban und von Al-Qaida.
Mit Tom Hanks, Julia Roberts, Philip Seymour Hoffmann, Amy Adams, Ned Beatty, Emily Blunt, Michael Spellman
Die zwei Gesichter des Januars (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)
Regie: Hossein Amini
Drehbuch: Hossein Amini
LV: Patricia Highsmith: The two Faces of January, 1964 (Unfall auf Kreta, Die zwei Gesichter des Januars)
Athen, 1962: Der kleine Betrüger Rydal (Oscar Isaac) schlägt sich als Fremdenführer durch, trifft das amerikanische Ehepaar Chester MacFarland (Viggo Mortensen) und Colette (Kirsten Dunst) und wird in einem Mordfall verwickelt. Denn auch Chester ist in betrügerische Geschäfte verwickelt.
Verrat auf Befehl (The Counterfeit Traitor, USA 1962)
Regie: George Seaton
Drehbuch: George Seaton
LV: Alexander Klein: The Counterfeit Traitor, 1958
Schweden, 1942: der schwedische Ölindustrielle Eric Erickson wird von den Allierten gezwungen, die Nazis bei einem groß angelegtem Scheingeschäft auszuspähen. Dummerweise verliebt er sich in die Gattin eines deutschen Offiziers.
George Seatons heute fast unbekannter Agentenfilm lief zuletzt vor 25 Jahren im TV.
„Obgleich auf Tatsachen beruhend, besonders im zweiten Teil mehr turbulentes Abenteuer als Zeitschicksal.“ (Lexikon des Internationalen Films)
mit William Holden, Lilli Palmer, Wolfgang Preiss, Hugh Griffith, Holger Hagen, Carl Raddatz, Charles Regnier, Wolfgang Preiss, Ingrid van Bergen, Werner Peters, Klaus Kinski, Erik Schumann
Bevor am Donnerstag der „Todesmarsch“ startet (Besprechung folgt), gibt es ein Wiedersehen mit einem King-Klassiker
Tele 5, 22.10
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (Carrie, USA 1976)
Regie: Brian De Palma
Drehbuch: Lawrence D. Cohen
LV: Stephen King: Carrie, 1974 (Carrie)
In der Schule wird Carrie von ihren Klassenkameradinnen gemobbt. Zu Hause wird sie von ihrer fanatisch-religiösen Mutter zum Gebet gezwungen. Als sie vom Schulschönling zur Abschlussfeier eingeladen wird, reagiert die telekinetisch begabte Carrie etwas übertrieben.
Horrorfilmklassiker und die erste Verfilmung einer Geschichte von Stephen King.
„Brian De Palma demonstriert in dieser ultimativen Rachefantasie mit elaborierten Kamerafahrten, exzessivem Zeitlupeneinsatz und farblichen Manipulationen sein filmisches Repertoire. Unterstützt wird er dabei von großartigen Jungdarstellern, von denen viele eine erfolgreiche Hollywood-Karriere schafften.“ (Frank Schnelle/Andreas Thiemann: Die 50 besten Horrorfilme, 2010 – in dem Metaranking kommt „Carrie“ auf den zehnten Platz)
mit Sissy Spacek, Piper Laurie, Amy Irving, William Katt, John Travolta
Nach einem Bankraub flüchten zwei Bankräuber in ein verlassenes Kaff – und liefern sich schnell mit den dort lebenden Goldgräbern ein tödliches Duell.
Ein deutscher Genrefilm, ein in der Gegenwart spielender Western, der wirklich nichts von der Biederkeit und Langeweile vieler anderer deutscher Genrefilme der letzten Jahrzehnte hat, sondern originäres Kino ist.
„Ein Quasi-Western, ein Reißer und ein lyrisches Gespinst aus Farben, flirrendem Licht, Wüstensand und schemenhaften Figuren.“ (Wolf Donner, Die Zeit)
Die Musik ist von „The Can“, die Bilder von Robert Van Ackeren („Harlis“, „Die flambierte Frau“).
mit Mario Adorf, Anthony Dawson, Mascha Elm Rabben, Marquard Bohm, Sigurd Fitzek, Betty Segal
Am 19. Februar 2020 ermordet der 43-jährige Rechtsextremist Tobias Rathjen in Hanau innerhalb weniger Minuten neun junge Menschen mit Migrationsbiographie: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. Sechs weitere Menschen verletzt er teilweise schwer. Anschließend erschießt Rathjen seine Mutter und sich selbst.
Marcin Wierzchowski begann unmittelbar danach mit seinem Dokumentarfilm „Das Deutsche Volk“. Er befragt die Angehörigen und auch die Überlebenden des Anschlags. Er lässt sie reden. Er beobachtet sie und hält sich dabei unauffällig im Hintergrund. Über mehrere Jahre begleitet er sie und zeigt auch, wie sie um Informationen, Anerkennung ihres Leids und die richtige Form des Gedenkens kämpfen.Er zeigt, wie Rathjens Tat ihr Leben beeinflusst.
Das hat unbestritten viele starke Momente. Auch Wierzchowskis Entscheidung, den Film als SW-Film in ruhigen Bildern zu präsentieren, gefällt. Weniger, viel weniger gefällt, dass Wierzchowski sein Material chronologisch, weitgehend in der Form eines beobachtenden Dokumentarfilms präsentiert. Eine chronologische Anordnung des Materials ist grundsätzlich keine schlechte Idee. Vor allem wenn diese chronologische Erzählung von einem Verfahren oder Ereignissen eingerahmt werden, die ihr eine Dramaturgie mit einem klaren Anfang und Ende geben. Eine polizeiliche Ermittlung, ein Gerichtsverfahren oder ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss sind solche Verfahren. Wierzchowski belässt es bei der mit der Tat beginnenden chronologischen Aneinanderreihung von Ereignissen und wahrscheinlich immer zu diesem Zeitpunkt aufgenommenen Statements Betroffener. Es ist eine auf kein eindeutiges Ende fokussierte, ermüdende Und-dann-Dramaturgie. Irgendwann hört „Das Deutsche Volk“ ainfach auf.
Das andere große Problem ist das eklatante Missverhältnis zwischen investierter Zeit – „Das Deutsche Volk“ dauert 138 Minuten – und Informationsgewinn. Als Zuschauer muss man sich mühsam aus Nebensätzen zusammenreimen, was in der Nacht geschah und in welcher Beziehung die sprechenden Köpfe zu den Ermordeten stehen. Wierzchowski verzichtet auf ein Voice-Over. Er verzichtet auf erklärende Texteinblendungen, wozu auch Namenseinblendungen gehören. Er verzichtet auf eine Einordnung der Statements. Bei aller berechtigten, notwendigen und wichtigen Konzentration auf die Menschen, die sonst keine Stimme haben und die nach meiner Meinung schon seit Jahrzehnten zu Deutschland gehören, wäre das notwendig. So bleiben nur subjektive Statements.
Mit seinem geringen Erkenntnisgewinn ist „Das Deutsche Volk“ bestenfalls eine kleine, bewusst parteiische Ergänzung zum öffentlichen Diskurs über rechtsextremistische Taten.
Das Deutsche Volk (Deutschland 2025)
Regie: Marcin Wierzchowski
Drehbuch: Marcin Wierzchowski
mit Cetin Gültekin, Armin Kurtovic, Said Etris Hashemi, Niculescu Păun, Emis Gürbüz, Piter Minnemann
Die Mutter ist Alkoholikerin. Ihre älteste Tochter Tilda (Luna Wedler) kümmert sich um sie und ihre elfjährige Schwester Ida, studiert an einer nahe gelegenen Universität Mathematik und jobbt an der Kasse des Supermarktes. In einem Gedankenspiel versucht sie anhand der gekauften Lebensmittel zu erraten, wer sie kauft. Sie ist nur mäßig erfolgreich bei diesem Ratespiel. Zur Ruhe kommt sie im Freibad beim Schwimmen von 22 Bahnen.
„22 Bahnen“ ist auch der Titel von Caroline Wahls Bestseller-Debütroman „22 Bahnen“, der jetzt von Mia Maariel Meyer, nach einem Drehbuch von Elena Hell, mit Luna Wedler und Jannis Niewöhner in den Hauptrollen verfilmt wurde.
Nachdem die Grundpfeiler von Tildas Leben schnell etabliert sind, gerät ihr chaotisches, aber durchgeplantes Leben etwas in Unordnung. Im Freibad trifft sie auf Viktor (Jannis Niewöhner), den älteren, geheimnisumwitterten Bruder einer fünf Jahre zurückliegenden Beziehung, und ihr Lehrer informiert sie über eine Promotionsstelle in Berlin, die sie mühelos bekommen könnte. Aber dann müsste Tilda die Kleinstadt verlassen und ihre schutzbedürftige Schwester mit ihrer Mutter zurücklassen.
Als Charakterstudie und feinfühlige Beschreibung einer jungen Frau und ihres allernächsten Umfelds ist „22 Bahnen“ durchaus gelungen. Aber vieles bleibt oberflächlich und wird eher angedeutet als auserzählt. Dazu gehört auch der Plot, in dem Tilda versucht, das Selbstvertrauen ihrer jüngeren Schwester zu stärken. Er wird mit einem Voice-Over-Satz angedeutet. Es gibt später ein, zwei entsprechend interpretiertbare Szenen und dann, viele Filmminuten später, das Ergebnis ihrer Bemühungen.
Letztendlich ist „22 Bahnen“ eine weitere deutsche Coming-of-Age-Geschichte, in der die Hauptperson während des gesamten Films darüber räsoniert, dass das Leben im Dorf furchtbar sei und sie eigentlich in die große Stadt ziehen möchte. Über neunzig Minuten dreht sich die Geschichte im Kreis. Dann passiert ein Unglück, beispielsweise ein Autounfall, und die Hauptfigur verlässt das Dorf, ihre Familie und Freunde. Niemand hindert sie daran, das zu tun, was sie schon vor langer Zeit hätte tun können.
Meyer variiert diesen Grundplot an einigen Stellen. Aber die meiste Zeit des Films wird nur eine statische Situation beschrieben.
P. S.: Keine Ahnung, warum Tilda immer 22 Bahnen schwimmt.
P. P. S.: Es gibt verschiedene Hilfsangebote, die von Betroffenen und deren Umfeld in Anspruch genommen werden können und sollten.
22 Bahnen (Deutschland 2025)
Regie: Mia Maariel Meyer
Drehbuch: Elena Hell
LV: Caroline Wahl: 22 Bahnen, 2023
mit Luna Wedler, Zoë Baier, Laura Tonke, Jannis Niewöhner, Zoe Fürmann, Eleanor Reissa, Kosmas Schmidt, Ercan Karacayli
Der Körper meines Feindes (Le corps de mon ennemi, Frankreich 1976)
Regie: Henri Verneuil
Drehbuch: Michel Audiard, Félicien Marceau, Henri Verneuil
LV: Félicien Marceau: Le Corps de mon ennemi, 1975
Leclerq saß sieben Jahre unschuldig im Knast. Jetzt kehrt er in sein stinkkorruptes Heimatstädtchen zurück und will sich rächen.
Ein Belmondo ohne Action und einer rückblendenlastigen Erzählstruktur. Das war damals eine Ausnahme im Belmondoschen Ouevre. Daher ist „Der Körper meines Feindes“ vor allem etwas für die Freunde des gut abgehangenen französischen Polit-Thrillers.
Mit Jean-Paul Belmondo, Bernard Blier, Marie-France Pisie, Charles Gérard, Daniel Ivernel, Claude Brosset, Nicole Garcia
Beginne eine Geschichte immer möglichst nahe am Höhepunkt und erzähle die Geschichte chronologisch. Das sind zwei gängige und gute Tipps aus Schreibratgebern. An einen Ratschlag hält sich „Conjuring 4: Das letzte Kapitel“. An den anderen nicht. Und das ist durchaus ein Problem.
1986 gehen – ich folge der Filmgeschichte – die Geisterjäger Ed und Lorraine Warren (wieder gespielt von Patrick Wilson und Vera Farmiga) in das Haus der Smurls in West Pittston, Pennsylvania. In dem Duplex leben drei Generationen auf engstem Raum zusammen. Seit der Konfirmation ihrer Tochter Heather werden sie von übernatürlichen Erscheinungen heimgesucht.
In dem Jahr waren die Ed und Lorraine Warren eigentlich schon im Ruhestand. Aber nach dem Tod von Pater Gordon und nachdem ihre Tochter Judy von etwas in dem Haus angezogen wurde, übernehmen die Warrens den Fall. Ihr Freund Pater Gordon wurde möglicherweise irgendwie von einem Dämon, der auch in dem Smurl-Haus lebt, getötet. Judy, die die übersinnliche Begabung ihrer Mutter geerbt hat, spürt irgendeine Verbindung zu dem Haus.
Dieser für die Warrens weitgehend normale Fall soll, wie der Filmtitel andeutet, das Ende der „Conjuring“-Filmreihe sein. Jedenfalls der Hauptreihe mit Farmiga und Wilson, aber nicht der ähnlich lukrativen anderen Filmreihen und potentiellen Filmreihen aus dem „Conjuring“-Universum. Denn Judy (Mia Tomlinson) und ihr Freund und zukünftiger Ehemann Tony Spera (Ben Hardy), die hier eindeutig Nebenfiguren sind, die dem Publikum vorgestellt werden, können weitere Fälle übernehmen. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und es können noch etliche weitere Fälle der real existierenden Warrens als Inspiration für Filme genommen werden.
Ed und Lorraine Warren waren in den USA bekannte Geisterjäger. Ed lebte von 1926 bis 2006, Lorraine von 1927 bis 2019. Aktiv waren sie ab 1952. Ihre Tätigkeit erstreckte sich dabei nicht nur auf das Jagen von Dämonen und Geistern, sondern auch auf die Vermarktung ihrer Erlebnisse in Büchern, Filmen und Vorträgen. Kritiker hielten ihre Erklärungen für die seltsamen Ereignisse weitgehend für Unfug.
Beginnen tut „Conjuring 4: Das letzte Kapitel“ allerding nicht 1986, sondern 1964. Während die hochschwangere Lorraine Warren gerade mehr über einen Dämon und einen Spiegel herausfinden will, setzen die Wehen ein. Wenig später wird ihre Tochter Judy in einem Krankenaus geboren.
Von dieser Geburt an erzählt Michael Chaves seinen Film chronologisch und zwischen den Ereignissen in der Smurl-Familie und den Warrens wechselnd. Während es bei den Smurls zunehmend dämonische Erscheinungen gibt, halten die Warrens Vorträge über ihre Arbeit, treffen sich mit Freunden, essen gemeinsam zu Abend und begutachten Tony, den neuen Freund ihrer Tochter. Auch die aus zwei Solo-Filmen bekannte besessene Puppe Annabelle ist, ohne irgendetwas zur Filmgeschichte beizutragen, mehrmals im Bild.
Diese Ouvertüre vor dem Betreten des Hauses und der anschließenden Dämonenaustreibung dauert gut neunzig Minuten (bzw. ungefähr 2/3 des Film). Sie ist nur erträglich, weil klar ist, dass es sich um vorbereitende Szenen für die irgendwann stattfindende Dämonenaustreibung handelt.
Spannend ist das allerdings nicht. Eine stärkere Identifikation mit den einzelnen Figuren will sich nicht einstellen. Die Smurl-Familie bliebt eine austauschbare Großfamilie ohne besondere Eigenschaften. Ed und Lorraine Warren sind natürlich die Hauptfiguren, aber die meiste Zeit sind sie nicht im Film und wenn doch, dann bei alltäglichen Arbeiten wie dem Haushalt (sie) und dem Abchecken des neuen Freundes ihrer Tochter beim Tischtennis, dem Reparieren des Motorrads und dem Erzählen von Geschichten (er) beschäftigt. Mit ihrer Arbeit als Geisterjäger hat das nichts zu tun. Vera Farmiga und Patrick Wilson spielen diese Szenen aus dem Leben einer glücklichen Vorstadtfamilie als habe man sie aufgrund bestehender Verträge dazu genötigt, diese banalen Szenen zu spielen. Keine dieser Szenen ist wirklich schlecht, aber jede in diesen Szenen präsentierte Information hätte man bei der Geisterjagd im Smurl-Haus wirkungsvoller präsentieren können.
Die Entscheidung der Drehbuchautoren Ian Goldberg, Richard Naing und David Leslie Johnson-McGoldrick und von Regisseur Michael Chaves (der davor „Lloronas Fluch“, „Conjuring 3: Im Bann des Teufels“ und „The Nun II“ inszenierte) die Geschichte chronologisch zu erzählen macht aus „Conjuring 4: Das letzte Kapitel“ einen behäbigen Film. Es dauert einfach viel zu lange, bis die Geschichte wirklich beginnt. Das ist der Moment, dem Ed und Lorraine Warren das Smurl-Haus betreten und mit ihrer Arbeit beginnen.
Der potentiell spannende Fall wird dann in einem halbstündigem Budenzauber erledigt, der fast alles hat, was das Herz des Geisterhaus-Horrorfilmfans begehrt. Auf Suspense und potentiell interessante Hintergründe über die in dem Haus, uh, lebenden Dämonen wird verzichtet. Ihr schreckliches Aussehen und die entsetzten Reaktionen der Menschen müssen genügen.
So ändert auch „Conjuring 4: Das letzte Kapitel“ nichts an der Tatsache, dass die ersten beiden „Conjuring“-Filme, beide inszeniert von James Wan, die besten Filme der Serie und des gesamten Conjuring-Universum sind und dass Michael Chaves ein bestenfalls mittelmäßiger Horrorfilmregisseur ist. Wenn man keinen traditionellen Geisterhaushorrorfilm erwartet, in dem ein Haus und die Jagd nach dem unerwünschten Hausgast im Mittelpunkt stehen, ist „Conjuring 4: Das letzte Kapitel“ der okaye, aber letztendlich enttäuschende Abschluss der „Conjuring“-Serie. Er ist mehr Familien- als Horrorfilm und mehr Judys Film als der Film ihrer Eltern.
Deshalb kann dieser schwache Abschluss der Serie mit den Erlebnissen von Ed und Lorraine Warren auch der Start der Erlebnisse ihrer Tochter als Dämonenjägerin sein.
Conjuring 4: Das letzte Kapitel (The Conjuring: Last Rites, USA/Großbritannien 2025)
Regie: Michael Chaves
Drehbuch: Ian Goldberg, Richard Naing, David Leslie Johnson-McGoldrick (nach einer Geschichte von David Leslie Johnson-McGoldrick und James Wan, basierend auf von Chad Hayes und Carey W. Hayes erfundenen Figuren)
mit Vera Farmiga, Patrick Wilson, Mia Tomlinson, Ben Hardy, Steve Coulter, Rebecca Calder, Elliot Cowan, Kila Lord Cassidy, Beau Gadsdon, John Brotherton, Shannon Kook, Molly Cartwright, Tilly Walker, Peter Wight, Kate Fahy
Nach einer aus dem Ruder gelaufenen Party hat die 17-jährige Anna (Franka Potente) Hausarrest. Weil sie in München an einem Casting teilnehmen will, haut sie ab. Ihre Eltern suchen sie.
Äußerst gelungene Komödie über Kinder und ihre Eltern.
mit Franka Potente, Axel Milberg, Dagmar Manzel, Farina Brock, Sibylle Canonica, Peter Ender, Thomas Schmauser, Johann von Bülow
Conjuring – Die Heimsuchung (The Conjuring, USA 2013)
Regie: James Wan
Drehbuch: Chad Hayes, Carey W. Hayes
Bevor am Donnerstag „Conjuring 4: Das letzte Kapitel“ mit den real existierenden Geisterjägern Lorraine und Ed Warren startet, gibt es die Gelegenheit, sich die beiden ersten, besten und erfolgreichsten „Conjuring“-Filme anzusehen (innerhalb des „Conjuring“-Franchise war nur „The Nun“ an der Kinokasse erfolgreicher).
In „Conjuring – Die Heimsuchung“ kämpfen die Warrens 1971 gegen einen Geist, der die neuen Bewohner eines Hauses auf Rhode Island terrorisiert.
James Wans Film ist ein feiner Old-School-Grusler, der eine vertraute Geschichte gut erzählt.
mit Vera Farmiga, Patrick Wilson, Ron Livingston, Lili Taylor, Joey King, Shanley Caswell, Hayley McFarland, Mackenzie Foy, Kyla Deaver, Sterling Jerins
Die drei Tage des Condor (Three Day of the Condor, USA 1975)
Regie: Sydney Pollack
Drehbuch: Lorenzo Semple jr., David Rayfield
LV: James Grady: Six days of the Condor, 1974 (Die 6 Tage des Condor)
Joe Turner ist ein Büromensch und Angestellter der CIA. Als er nach einem Einkauf in das Büro zurückkommt sind seine Kollegen tot und er wird gejagt. Von den eigenen Leuten, wie Turner schnell herausfindet. Turner kämpft um sein Leben.
Der spannende Thriller entstand unmittelbar nach der Watergate-Affäre und fängt – wie einige andere fast zeitgleich entstandene Filme – die damalige Atmosphäre von Mißtrauen und Paranoia gut ein.
Das Drehbuch erhielt den Edgar-Allan-Poe-Preis.
Mit Robert Redford, Faye Dunaway, Cliff Robertson, Max von Sydow, John Houseman
Agent Trouble – Mord aus Versehen (Agent Trouble, Frankreich 1987)
Regie: Jean-Pierre Mocky
Drehbuch: Jean-Pierre Mocky
LV: Malcolm Bosse: The Man who loved Zoos, 1974
Im Elsass stürzt ein Reisebus mit fünfzig Fahrgästen in einen Bergsee. Ein tragischer Unfall, heißt es. Aber Tierschützer Victorien weiß, dass die Passagiere schon vorher tot waren. Kurz darauf wird er ermordet – und seine Tante Amanda (Catherine Deneuve) beginnt den Mörder zu suchen.
Diese Quasi-TV-Premiere (1990 strahlte RTL plus den Film aus; weitere TV-Ausstrahlungen sind nicht bekannt) dürfte Catherine Deneuves unbekanntester Film sein. Seine deutsche Premiere erlebte er 1989 auf Video.
Könnte trotzdem eine Entdeckung sein.
„Agent Trouble“gehört „als Hommage an den klassischen englischen Kriminalfilm, zu seinen diszipliniertesten Arbeiten, wenngleich er seine spezifische Handschrift auch hier in keiner Weise verleugnet.“ (Fischer Film Almanach 1990)
mit Catherine Deneuve, Richard Bohringer, Tom Novembre, Dominique Lavanant, Sophie Moyse, Kristin Scott Thomas, Sylvie Joly, Pierre Arditi