TV-Tipp für den 15. August: Out of Sight

August 14, 2015

ZDFneo, 20.15

Out of sight (USA 1998, Regie: Steven Soderbergh)

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Out of sight, 1996 (Zuckerschnute, Out of sight)

Auf der Flucht verbringt Jack Foley im Kofferraum einige Zeit mit Debputy U. S. Marshal Karen Sisco. Zwischen ihnen funkt es gewaltig. Als Jack in Detroit seinen letzten Coup plant, erscheint auch Karen auf der Bildfläche.

Hochgelobte und uneingeschränkt empfehlenswerte Leonard-Verfilmung mit George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina, Luis Guzman

Von Elmore Leonards Homepage: “Out of Sight, like Get Shorty, was a totally happy film experience for Elmore. The Get Shorty production team and writer: Danny DeVitos Jersey Films and screenwriter Scott Frank, once again collaborated on an Elmore Leonard project. Jersey signed Steven Soderbergh to direct and he cast George Clooney and Jennifer Lopez in the lead roles. (…) Clooney and Lopez added considerable sizzle to Out of Sight. Steve Zahn is hilarious as a stoner car thief; Ving Rhames, Don Cheadle and Isaiah Washington are all deadly and cool. Albert Brooks was a pleasant surprise. He makes the most out of the Ripley character. It was Scott Frank who took Ripley, off-stage in the book, and made him a key character. After Scott finished his screenplay, Elmore disagreed with the Ripley move and the ´happy´ movie ending, but admitted he was right after seeing the finished film. Out of Sight has a great look thanks to Steven Soderberghís masterful direction and Scott Frank’s savvy script. The film was a critical success but a box office so-so because of an unfortunate summer release date.”

Hinweise

Moviepilot über “Out of Sight”

Rotten Tomatoes über “Out of Sight”

Wikipedia über “Out of Sight” (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Scott Franks Lawrence-Block-Verfilmung „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk among the Tombstones, USA 2014)


TV-Tipp für den 14. August: Bis ans Ende der Welt

August 14, 2015

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Wim Wenders!

ZDF, 01.10
Bis ans Ende der Welt (Deutschland/Frankreich/Italien 1991, Regie: Wim Wenders)
Drehbuch: Peter Carey, Wim Wenders (nach einer Originalidee von Wim Wenders und Solveig Dommartin)
1999 (also damals in der Zukunft): eine nuklearer Satellit verläßt seine Umlaufbahn und er könnte das Ende der Welt bedeuten. Während die Menschheit auf ihr Ende wartet, verfolgt eine Frau einen Mann über den halben Globus bis nach Australien. Er zeichnet mit einer Spezialkamera Bilder auf, die Blinde sehen können.
Das ist etwas für die Nachteulen (und den Recorder): Wim Wenders Epos „Bis ans Ende der Welt“, das nach der Pressemitteilung des ZDF heute in seiner Langfassung seine Free-TV-Premiere erlebt (nach der OFDB lief der Film allerdings schon einmal im Fernsehen: nämlich vor zehn Jahren auf EinsFestival). In jedem Fall gehört der Film in der Kino- und der Langfassung zu seinen selten gezeigten Werken.
1991 lief im Kino eine dreistündige Fassung, die nicht so gut ankam, die ich aber, bei all ihren Schwächen, faszinierend finde.
„In ‚Bis ans Ende der Welt‘ synthetisiert Wenders zahlreiche traditionelle Filmgenres wie Science-Fiction, Romanze, Abenteuer-, Kriminal- und Musikfilm zu einer Art Gesamtkunstwerk, zu dem prominente Musiker und Bands von Peter Gabriel über Patti Smith und U2 bis zu den Talking Heads Exklusivsongs komponiert haben. Sein Stammkameramann Robby Müller hat dazu wieder brillante Bilder, vor allem von den grandiosen australischen Landschaften, eingefangen. (…) Bei allem Respekt für die enorme Kraftanstrengung bleibt am Ende doch ein zwiespältiger Eindruck, der sich vielleicht durch die Langfassungrevidieren läßt.“ (Fischer Film Almanach 1992)
„Wenders bleibt der Regisseur, der mit jedem neuen Projekt viel wagt. Trotz aller Widersprüche ist ‚Bis ans Ende der Welt‘ ein Film, der sich aus der Kinolandschaft als ein wichtiger Versuch heraushebt, wenn mit ihm auch nicht der erhoffte große Entwurf und Abschluß gelungen ist. Am Ende ist die größte Sensation des Films: daß es ihn tatsächlich gibt.“ (Stefan Kolditz: Bis ans Ende der Welt, in Peter W. Jansen/Wolfram Schütte, Hrsg.: Wim Wenders, 1992)
Immerhin hatte Wenders das Projekt bereits 1977 nach „Der amerikanische Freund“ begonnen. Das Budget betrug 23 Millionen Dollar (sein teuerster Film). Der Film wurde auf vier Kontinenten an 120 Drehtagen gedreht und 600 Menschen waren beteiligt.
Erst zehn Jahre später veröffentlichte Wenders die gut fünfstündige Fassung, die heute gezeigt wird, und die auch die ursprüngliche und schon beim Kinostart angekündigte Fassung ist.
Mit Solveig Dommartin, Chick Ortega, Eddy Mitchell, Ernie Dingo, William Hurt, Sam Neill, Rüdiger Vogler, Elena Smirnowa, Lois Chiles, Jeanne Moreau, Max von Sydow
Hinweise
Filmportal über „Bis ans Ende der Welt“
Rotten Tomatoes über „Bis ans Ende der Welt“
Wikipedia über „Bis ans Ende der Welt“ (deutsch, englisch)

Homepage von Wim Wenders

Meine Besprechung von Wim Wenders’ “Hammett” (Hammett, USA 1982)

Meine Besprechung von Wim Wenders/Juliano Ribeiro Salgados “Das Salz der Erde” (The Salt of the Earth, Frankreich/Deutschland 2013)

Wim Wenders in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 13. August (und DVD-Tipp): Father Brown: Der mysteriöse Agent/Der Fluch der Mumie

August 13, 2015

ZDFneo, 20.15
Father Brown: Der mysteriöse Agent/Der Fluch der Mumie (Großbritannien 2015, Regie: Paul Gibson, Matt Carter)
Drehbuch: Rob Kinsman, Jude Tindall
Erfinder: Rachel Flowerday, Tahsin Guner
LV: Charakter von Gilbert Keith Chesterton
Bleiben wir in den Fünfzigern, bewegen uns aber von den sonnigen italienischen Stränden (an denen Mr. Ripley gestern mordete) in die ebenso sonnige englische Provinz, in der Father Brown Mördern auf ihrem Weg zur Sühne hilft.
In „Der mysteriöse Agent“, der Auftaktepisode der dritten Staffel der lauschigen BBC-Krimiserie, will Father Brown (Mark Williams) herausfinden, wer einen Restaurator ermordete. Der Tote restaurierte im Anwesen von Lord Masters dessen Gemäldesammlung. Schwierig wird der Fall für unseren naseweisen geistlichen Ermittler, weil die Polizei versucht, die Tat zu vertuschen und der britische Geheimdienst ebenfalls involviert ist.
Auch wenn es dieses Mal um Geheimdienste und ihren Kampf gegen die bösen Kommunisten geht, ändert sich in der Welt von Father Brown wenig. Der Ton bleibt humorvoll, das Erzähltempo gemächlich und die aus den vorherigen Staffeln bekannten Charaktere sind wieder dabei.
ZDFneo zeigt die fünfzehn Folgen der dritten Staffel donnerstags in Doppelfolgen.
mit Mark Williams (Father Brown), Sorcha Cusack (Mrs. McCarthy), Nancy Carroll (Lady Felicia), Alex Price (Sid Carter), Tom Chambers (Inspector Sullivan), John Burton (Sgt Goodfellow)
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Bonushinweis

Father Brown - Staffel 2 - DVD-Cover - 4
Wem das zu wenig „Father Brown“ ist und wer die Folgen in der englischen Fassung sehen möchte, sollte zur DVD „Father Brown – Staffel 2“, in der die zehn Fälle der zweiten Staffel enthalten sind, kaufen. Sie hält, auch wenn Father Brown Geister und Bewohner einer Irrenanstalt trifft, das Niveau der ersten Staffel und die dritte Staffel scheint das Niveau der zweiten Staffel zu halten. Da ist es doch beruhigend, dass der die Kirchenoberen ihren Geistlichen nicht aus seiner Gemeinde Kembleford abziehen wollen und die vierte „Father Brown“-Staffel bereits angekündigt ist.
„Father Brown – Staffel 3“ erscheint am 5. Oktober 2015.

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Father Brown – Staffel 2
Polyband
Bild: 1,78:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: –
Länge: 466 Minuten (10 x 46 Minuten) (3 DVDs)
FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise
BBC-Homepage zur Serie
ZDFneo über die Serie
Wikipedia über „Father Brown“ (deutsch, englisch) und Gilbert K. Chesterton (deutsch, englisch)
Kirjasto über Gilbert K. Chesterton
Alle Father-Brown-Geschichten von Gilbert K. Chesterton

G. K. Chesterton im Projekt Gutenberg (derzeit fünf Texte, zwei mit Pater Brown)

Meine Besprechung von „Father Brown – Staffel 1“ (Großbritannien 2013)


TV-Tipp für den 12. August: Der talentierte Mr. Ripley

August 11, 2015

EinsPlus, 22.15

Der talentierte Mr. Ripley (USA 1999, Regie: Anthony Minghella)

Drehbuch: Anthony Minghella

LV: Patricia Highsmith: The talented Mr. Ripley, 1955 (Nur die Sonne war Zeuge, Der talentierte Mr. Ripley)

Eigentlich sollte der mittellose Tom Ripley den reichen Reedersohn Dickie Greenleaf nur aufspüren und wieder nach Hause bringen. Aber sie sehen sich so verdammt ähnlich und Ripley gefällt das Leben als reicher Müßiggänger.

Zweite Verfilmung des ersten Tom Ripley-Romanes (hier: Matt Damon, 1960 in der legendären Erstverfilmung „Nur die Sonne war Zeuge“ von René Clement war es Alain Delon) – dieses Mal als klassisches Hollywood-Kino, welches die Atmosphäre der 50er perfekt rekonstruiert. „Der talentierte Mr. Ripley“ ist im Wesentlichen nettes, etwas langatmiges, nicht sonderlich fesselndes Ausstattungskino.

Der Film war unter anderem für den Edgar Alan Poe Award nominiert.

Mit Matt Damon, Gwyneth Paltrow, Jude Law, Cate Blanchett, Philip Seymour Hoffman, Jack Davenport, James Rebhorn, Philip Baker Hall, Lisa Eichhorn

Wiederholung: Donnerstag, 13. August, 03.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Drehbuch “The talented Mr. Ripley” von Anthony Minghella (Fassung 1. November 1999)

Rotten Tomatoes über “Der talentierte Mr. Ripley”

Wikipedia über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Kirjasto über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988 )

Meine Besprechung der Patricia-Highsmith-Verfilmung “Die zwei Gesichter des Januars” (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)

Mein Nachruf auf Anthony Minghella


TV-Tipp für den 11. August: Biester

August 10, 2015

ZDFkultur, 20.15/23.40
Biester (Frankreich/Deutschland 1995, Regie: Claude Chabrol)
Drehbuch: Claude Chabrol, Caroline Eliacheff
LV: Ruth Rendell: A Judgment in Stone, 1977 (Urteil in Stein)
Die wohlhabenden Lelièvres schätzen Sophie als Hausmädchen. Dabei wissen sie nichts über ihre Perle. Ganz im Gegensatz zur Postbeamtin Jeanne.
Chabrols ruhiger Thriller blickt einmal mehr hinter die Kulissen der Provinz-Bourgeoisie. Der Ausgang seines „marxistischen Thrillers“ (Chabrol über Biester) ist letal. „Der sozialen Hinrichtung der Repräsentanten der Unterschicht folgt die körperliche Hinrichtung der Bourgeoisie. Das ist der totale Krieg zwischen den Klassen. Und Chabrol setzt ihn unverhüllt in Szene.“ (Fischer Film Almanach 1996)
Mit Isabelle Huppert, Sandrine Bonnaire, Jean-Pierre Cassel, Jacqueline Bisset

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Biester”

Wikipedia über “Biester” (deutsch, englisch, französisch), Ruth Rendell (deutsch, englisch) und Claude Chabrol (deutsch, englisch, französisch)

Mein Nachruf auf Claude Chabrol

Claude Chabrol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 10. August: Demolition Man

August 10, 2015

Kabel 1, 20.15

Demolition Man (USA 1993, Regie: Marco Brambilla)

Drehbuch: Daniel Waters, Robert Reneau, Peter M. Lenkov

In der Gegenwart bekriegen sich der Polizist Spartan und der Serienkiller Phoenix mit erheblichen Kollateralschäden. Deshalb werden sie beide in einen Tiefschlaf versetzt. Als sie in einer Zukunft, in der alles sauber, ordentlich, gesittet und gewaltfrei ist, aufwachen, setzten sie, zum Entsetzen der tugendhaften Bürger, ihren Zweikampf fort.

Vergnüglicher SF-Film mit etwas Satire und viel Action.

Der Film war für einen Saturn Award als bester Film von der Academy of Science Fiction, Fantasy and Horror Films nominiert.

Mit Sylvester Stallone, Wesley Snipes, Sandra Bullock, Nigel Hawthorne, Benjamin Bratt, Denis Leary

Wiederholung: Dienstag, 11. August, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Demolition Man“

Wikipedia über „Demolition Man“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 9. August: Schlimmer geht’s immer

August 8, 2015

Tele 5, 20.15
Schlimmer geht’s immer (USA 2001, Regie: Sam Weisman)
Drehbuch: Matthew Chapman
LV: Donald E. Westlake: What’s the worst that could happen, 1996
Bei einem Einbruch erwischt zu werden ist schlimm. Als der Hausbesitzer, der unglaublich reiche Medienzar Fairbanks, von Cafferty auch noch einen eigentlich wertlosen Freundschaftsring zurückfordert, sieht der ertappte Einbrecher rot. Denn der Ring war ein Geschenk seiner Freundin. Cafferty beginnt Fairbanks auszurauben.
Hollywood hat’s mal wieder vermasselt: „Irgendwann einmal muss dieser Stoff ein gewisses Quantum an Originalität besessen haben, immerhin überzeugte er einen Verleger, der ihn als Roman veröffentlichte. Und die Produzenten versichern, dass sie sich schon vorher die Rechte an einer Verfilmung gesichert hätten. Dann aber muss etwas schief gelaufen sein, denn Sam Weisman, bisher mehr oder weniger erfolgreich im Inszenieren von sinnfreiem Entertainment, liefert hier nicht mehr als öden Leerlauf ab.“ (Kistner, AZ, 13. 12. 2001 – der offensichtlich Westlake nicht kennt).
„What’s the worst thing that could happen“ ist der neunte Dortmunder-Krimi von Donald E. Westlake und selbstverständlich ein pures Lesevergnügen. Auch die erste Fassung des Drehbuchs von Matthew Chapman soll gut gewesen sein.
Es hält sich hartnäckig das Gerücht, der Film wäre in deutschen Kinos gelaufen; unter dem Titel „Schlimmer geht´s nimmer“.
Davon abgesehen ist „Schlimmer geht’s immer“ natürlich als Startpunkt für einen Donald-Westlake/Richard-Stark-Lesemarathon geeignet.
Denn „What’s the Worst that could happen?“ ist einer von Donald Westlakes grandiosen, witzigen John-Dortmunder-Einbrecherromanen.
Mit Martin Lawrence, Danny DeVito, John Leguizamo, William Fichter, Glenne Headley, Richard Schiff, Bernie Mac
Wiederholung: Montag, 10. August, 02.25 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Schlimmer geht’s immer“
Wikipedia über „Schlimmer geht’s immer“ (deutsch, englisch)

Homepage von Donald E. Westlake

Kriminalakte: Nachruf auf Donald E. Westlake

Kriminalakte: Covergalerie Donald E. Westlake

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Get Real“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „What’s so funny?“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Watch your back!“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Kurzroman „Die Geldmacher“ (Walking around money; erschienen in „Die hohe Kunst des Mordens“ [Transgressions])

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes „Mafiatod“ (361, 1962)

Meine Vorstellung von Westlakes als Richard Stark geschriebener Parker-Serie (mit „Nobody runs forever“)

Meine Besprechung von Richard Starks Parker-Romans „Ask the Parrot“

Meine Doppelbesprechung von Richard Starks Parker-Romanen „Fragen Sie den Papagei“ (Ask the Parrot) und „Dirty Money“

Meine Besprechung von Richard Starks Parker-Roman “Irgendwann gibt jeder auf” (Flashfire, 2000)

Meine Besprechung von Taylor Hackfords Richard-Stark-Verfilmung “Parker” (Parker, USA 2013)

Meine Besprechung des Films “The Stepfather”, nach einem Drehbuch von Donald E. Westlake

Meine Besprechung von Lax/Donald Westlakes „Hot Rock“ (Pierre qui roule, 2008, Comic)

Meine Besprechung von Darwyn Cookes Richard-Stark-Adaption „Parker“ (Richard Stark’s Parker – The Hunter, 2009)

Richard Stark in der Kriminalakte

 Thrilling Detective über Parker

The Violent World of Parker (1-A-Fanseite!)


TV-Tipp für den 8. August: No Direction Home: Bob Dylan

August 8, 2015

Arte, 21.50
No Direction Home: Bob Dylan (Großbritannien/USA 2005, Regie: Martin Scorsese)
Gut 210-minütige Doku über Bob Dylans frühe Jahre von seine Anfängen in Minnesota, der Greenwich-Village-Folk-Szene und seinem Verrat an der Folk-Szene, als er die akustische Gitarre gegen die E-Gitarre tauschte. Der Film endet 1966 mit Dylans Motorradunfall, nach dem er mehrere Jahre nicht mehr tourte.
Martin Scorsese gelang mit Konzertmitschnitten, historischen Aufnahmen und vielen aktuellen Interviews, die teilweise schon Jahre, bevor Scorsese sich an den Schnitt machte, geführt wurden, ein ebenso kurzweiliger wie informativer Film, der trotz der vielen Informationen nicht alles erklärt. Eigentlich bleiben viele Punkte sogar erstaunlich offen in dem von Sympathie getragenem Werk.
mit Bob Dylan, Joan Baez, Dave Van Ronk, Allen Ginsberg, Suze Rotolo
Wiederholung: Dienstag, 18. August, 00.20 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „No Direction Home: Bob Dylan“
Wikipedia über „No Direction Home: Bob Dylan“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Martin Scorseses “Hugo Cabret” (Hugo, USA 2011)

Meine Besprechung von Martin Scorseses “The Wolf of Wall Street” (The Wolf of Wall Street, USA 2013)

Martin Scorsese in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Aloha“ – besuchen sie Hawaii

August 7, 2015

Eine auf Hawaii spielende – und hier fangen die Schwierigkeiten schon an. Denn Cameron Crowe, der ja einige gute Filme inszenierte, hat sich wohl gedacht, wenn ich Hawaii und eine gute Besetzung habe, dann erledigt sich der Rest von alleine. Und die Schauspieler haben sich wohl gedacht, wenn der Regisseur von „Singles – Gemeinsam einsam“, „Jerry Maguire: Spiel des Lebens“, „Almost Famous – Fast berühmt“ und „Vanilla Sky“, eines seiner Drehbücher an einem der schönsten Orte des Planeten inszeniert, sind wir gerne dabei. Bradley Cooper, Emma Stone, Rachel McAdams, Bill Murray und Alec Baldwin sagten zu. Und sie hatten auch, wie man in der so entstandenen Komödie „Aloha – Die Chance auf Glück“ sieht, ihren Spaß.
Davon abgesehen ist „Aloha“ ein Film, der sich nie entscheiden kann, welche Geschichte er in welchem Tonfall er erzählen möchte. Und so pendelt „Aloha“, obwohl ein komödiantischer Ton vorherrschend ist, ziellos zwischen naivem Fünfziger-Jahre-Abenteuerfilm mit leicht kolonialistischer Attitüde, Liebesfilm, öfter in Richtung Romantic Comedy gehend, seltener in Richtung ernstes Drama gehend, und Politthriller. Mal ernst, mal lustig. Gerne auch in einer Szene. So wechselt Emma Stone als Air-Force-Pilotin Allison Ng bruchlos zwischen stocksteifem, humorlosem Army-Aufpasser zu gickeldem Mädchen zu einer an alle Mythen und Geister Hawaiis glaubenden Einheimischen und damit zwischen mehreren, einander widersprechenden Anlagen ihrer Rolle. Andere Charaktere werden mit nervigen Marotten, die im Drehbuch vielleicht lustig aussahen, im Film aber nur nervig sind, ausgestattet: ein Soldat schweigt immer (weil wir Männer ja so schweigsam sind), ein anderer hat einen Tick, weshalb er seine Finger immer vor seinem Gesicht bewegt.
Bradley Cooper bemüht sein einfach nur, entspannt anwesend zu sein. Was ihm auch gut gelint. Er spielt Brian Gilcrest, einen Ex-Soldaten, der jetzt Militärberater für den Milliardär Carson Welch (Bill Murray) ist. Auf Hawaii, wo Gilcrest früher stationiert war, soll er jetzt für Welch und mit Hilfe des US-Militärs irgendein Projekt mit Raketen zum Abschluss bringen. Begleitet bei seinem Auftrag wird Gilcrest von Allison Ng, die auf ihn aufpassen soll.
Für dieses Projekt muss Gilcrest mit zur Unabhängigkeitsbewegung gehörenden Ureinwohnern über irgendwelche Überflugrechte für Raketen verhandeln, die uns hier nicht weitere interessieren müssen. Cameron Crowe interessierten sie und die damit verbundenen erzählerischen Möglichkeiten auch nicht. Eher schon interessierte er sich für Gilcrests Wiederbegegnung mit seiner alten Freundin Tracy Woodside (Rachel McAdams), die inzwischen glücklich verheiratet ist und zwei kurz vor der Pubertät stehende Kinder hat.
Und dann ist da noch die deutlich jüngere Ng, die, immerhin ziehen sich Gegensätze an, sein ‚Love Interest‘ ist. Diese Geschichte zwischen Gilcrest und Ng funktioniert dann auch noch am Besten, weil man bei „sie lernen sich kennen – sie zanken sich – sie lieben sich“ wenig falsch machen kann. Auch wenn man die Dreharbeiten als Urlaub betrachtete, ein höchstens halbfertiges Drehbuch hatte und hoffte, mit den sympathischen Schauspielern und einigen unterhaltsamen Szenen über die Runden zu kommen.
„Aloha“ ist wirklich nur für beinharte Hawaii-Fans und Komplettisten eines der beteiligten Künstler sehenswert. Alle anderen können getrost auf den konfusen Film verzichten.

Aloha - Plakat

Aloha – Die Chance auf Glück (Aloha, USA 2015)
Regie: Cameron Crowe
Drehbuch: Cameron Crowe
mit Bradley Cooper, Emma Stone, Rachel McAdams, Bill Murray, John Krasinski, Danny McBride, Alec Baldwin, Bill Camp, Jaeden Lieberher, Dennis Bumpy Kanahele
Länge: 105 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
–
Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Aloha“
Moviepilot über „Aloha“
Metacritic über „Aloha“
Rotten Tomatoes über „Aloha“
Wikipedia über „Aloha“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 7. August: Paris, Texas

August 7, 2015

3sat, 22.35
Paris, Texas (Deutschland/Frankreich 1984, Regie: Wim Wenders)
Drehbuch: Sam Shepard
Nachdem Travis vier Jahre spurlos verschwunden war, kehrt er zurück. Sein achtjähriger Sohn Hunter ist inzwischen bei seinem Bruder in Los Angeles. Seine Frau Jane ist in Houston. Travis macht sich Hunter auf die Suche nach ihr.
In Cannes erhielt Wenders für „Paris, Texas“ die Goldene Palme. Auch an der Kinokasse war „Paris, Texas“, trotz seiner moralisch abstrusen Geschichte, ein Erfolg. In Deutschland sahen sich über eine Million Menschen den Film an.
Ry Cooder schrieb die spartanische Musik. Robby Müller fand die einprägsamen Americana-Bilder, in denen die USA ein Sehnsuchtsort ist und die Mutter-Kind-Zusammenführung von Travis, dem letzten Cowboy, der wortkarg seine Mission erledigt, als logisch erscheint.
Einer von Wim Wenders‘ schönsten und besten Filmen.
mit Harry Dean Stanton, Natassja Kinski, Hunter Carson, Aurore Clement, Dean Stockwell, Bernhard Wicki
Hinweise
Filmportal über „Paris, Texas“
Rotten Tomatoes über „Paris, Texas“
Wikipedia über „Paris, Texas“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Wim Wenders’ “Hammett” (Hammett, USA 1982)

Meine Besprechung von Wim Wenders/Juliano Ribeiro Salgados “Das Salz der Erde” (The Salt of the Earth, Frankreich/Deutschland 2013)

Wim Wenders in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Mission: Impossible – Rogue Nation“ – Terrorismusbekämpfung mit James-Bond-Retro-Vibe

August 6, 2015

Bis zum nächsten James-Bond-Film, für den schon eifrig die Werbetrommel gerührt wird, dauert es noch einige Wochen, aber Ethan Hunt (einer dieser kulturlosen Amis) empfiehlt sich als mehr als vollwertiger Ersatz.
Ethan Hunt, für alle, deren popkulturelle Bildung im negativen Bereich ist, ist er beste Agent der supergeheimen IMF (Impossible Mission Force), die irgendwie zum US-Geheimdienst gehört. Ihre ersten Einsätze hatte sie in der legendären TV-Serie „Mission: Impossible“ (Kobra, übernehmen Sie. USA 1966 – 1973). Von 1988 bis 1990 gab es eine TV-Neuauflage, die bei uns als „In geheimer Mission“ lief, und 1996 den ersten Spielfilm: „Mission: Impossible“ von Brian De Palma mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Seitdem baute Cruise die Serie in mehreren Filmen, immer mit verschiedenen Regisseuren (John Woo, J. J. Abrams, Brad Bird und jetzt Christopher McQuarrie) aus. Und, auch wenn die Stories schwächelten, die Actionszenen waren immer überzeugend, weil sie handgemacht waren und sind und Tom Cruise gerne auch die Rolle des Stuntmans übernimmt. Auch in dem inzwischen fünften „Mission: Impossible“-Film „Rogue Nation“. Deshalb gehören die zahlreichen Actionszenen, die wesentlich mitreisender als die computergenerierten Superheldenkämpfe der anderen Blockbuster, zu den Höhepunkten des Films.
Dieses Mal ist, dank des cleveren Christopher McQuarrie („Jack Reacher“, „Operation Walküre“ und das Drehbuch für „Edge of Tomorrow“), auch die Story gelungen und die zahlreichen filmischen Anspielungen erfreuen das Herz des Filmfans. Erwähnt sei nur die in der Wiener Oper spielende Konzertszene, die deutlich auf Alfred Hitchcocks legendäre Konzertszene in „Der Mann, der zuviel wusste“ anspielt, ihr aber, weil wir alle Hitchcocks Suspense-Szene kennen, einen eigenen Dreh verleiht.
Sowieso führt McQuarrie, der wie zu seinen vorherigen Filmen auch das Drehbuch schrieb, die Geschichte gelungen fort. Weil sich seit den Sechzigern die Zeiten geändert haben und die unauffälligen Aktion der IMF bedenkliche Kollateralschäden aufweisen, soll die geheime Abteilung geschlossen werden. CIA-Direktor Alan Hunley (Alec Baldwin) will diesen unkontrollierbaren Störfaktor seiner Geheimdienstarbeit auflösen.
Aber nicht nur er hat seine Rechnung ohne Ethan Hunt (Tom Cruise), der spurlos verschwunden ist, und seine Vertrauten – es sind wieder Computernerd Benji (Simon Pegg), Luther Stickell (Ving Rhames) und William Brandt (Jeremy Renner) – gemacht. Denn Hunt hat jetzt die Beweise, dass das „Syndikat“ existiert. Es ist eine Art Anti-IMF. Eine von Solomon Lane (Sean Harris) geführte Gruppe von Geheimagenten, die alle angeblich tot sind und die ihre Missionen nicht für die freie Welt, sondern für den Meistbietenden, vulgo die Bösen, durchführen.
Hunt verfolgt ihn, globetrottend, nach Wien, verschiedenen Orten in Marokko und London, das am Ende altmodischer als das viktorianische London Sherlock Holmes‘ aussieht. Immerhin ist Lane ein ehemaliger britischer Geheimagent und, nun, die Ursprünge von dem „Syndikat“ sind sehr britisch. Begleitet wird Hunt bei seiner Hatz, mal mehr, mal weniger eng, von der geheimnisvollen Ilsa Faust (Rebecca Ferguson), deren Loyalitäten unklar sind.
Nachdem ich von dem vorherigen „Mission: Impossible“-Film „Phantom Protokoll“ wegen der holprigen und wenig durchdachten Story enttäuscht war, hat mir „Rogue Nation“ dank der schlüssigen Story, den gelungenen Anspielungen, dem Humor, den guten Schauspielern, ihrem unverkrampft-lässigem Zusammenspiel und der realistischen Actionszenen (die auch, weil man ja den Star bei der Arbeit zeigen will, selten geschnitten wurden, gut gefallen.
Auch Paramount Pictures hat der Film gefallen. Schon jetzt kündigten sie einen sechsten „Mission: Impossible“-Film an. Die Dreharbeiten könnten schon nächstes Jahr beginnen.
P. S.: Demnächst in Cruise-Land: Im Moment dreht Tom Cruise mit Doug Liman den Thriller „Mena“. Danach spielt er in „Never go Back“ wieder Jack Reacher. Die Regie übernimmt dieses Mal Edward Zwick (Ausnahmenzustand, Last Samurai).
„Jack Reacher“ war, laut Presseheft, „eine der profitabelsten Produktionen des Jahres 2012“. Das weltweite Einspiel betrug 218 Millionen Dollar.

Mission Impossible 5 - Plakat - 4

Mission: Impossible – Rogue Nation (Mission Impossible: Rogue Nation, USA 2015)
Regie: Christopher McQuarrie
Drehbuch: Christopher McQuarrie (nach einer Geschichte von Christopher McQuarrie und Drew Pearce) (basierend auf der von Bruce Geller erfundenen TV-Serie)
mit Tom Cruise, Jeremy Renner, Simon Pegg, Rebecca Ferguson, Ving Rhames, Sean Harris, Alec Baldwin
Länge: 132 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
„Mission: Impossible – Rogue Nation“-YouTube-Kanal
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Mission: Impossible – Rogue Nation“
Moviepilot über „Mission: Impossible – Rogue Nation“
Metacritic über „Mission: Impossible – Rogue Nation“
Rotten Tomatoes über „Mission: Impossible – Rogue Nation“
Wikipedia über „Mission: Impossible – Rogue Nation“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Brad Birds „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ (Mission: Impossible – Phantom Protocoll, USA 2011)
Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

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Ein Filmgespräch mit den Beteiligten


Neu im Kino/Filmkritik: „True Story – Spiel um Macht“ erzählt eine wahre Geschichte

August 6, 2015

Michael Finkel (Jonah Hill) ist ein geachteter Reporter der „New York Times“. Einer, der die aufsehenerregenden Titelgeschichten schreibt und die wichtigen Reporterpreise erhält. Jetzt recherchiert er in Afrika über Sklavenhandel.
Michael Finkel (James Franco) ist ein sich in Mexiko entspannender Urlauber, der mit einer Frau anbändelt und von der Polizei verhaftet wird. Denn in Wirklichkeit ist dieser Michael Finkel der gesuchte Verbrecher Christian Longo. Er soll in seinem Heimatdorf in Oregon seine Frau und seine drei Kinder ermordet haben.
Zurück in New York schreibt der echte Finkel eine aufsehenerregende Titelgeschichte über seine Recherchen. Dummerweise hat er dabei etwas geschwindelt. Er verliert sofort seinen Job und zurück im heimischen Montana, bei seiner Freundin, sucht er erfolglos nach einer neuen Arbeit. Da erfährt er von Longo, der seine Identität geklaut hat.
Finkel wittert eine große Story. Vor allem nachdem Longo bereit ist, sich exclusiv mit ihm zu unterhalten.
Im Mittelpunkt von „True Story“, der auf der wahren Geschichte von Longo und Finkel basiert, die sich so 2002/2003 zutrug und von Finkel 2005 in dem True-Crime-Bestseller „True Story“ geschildert wurde, steht die Beziehung zwischen Finkel und Longo. Vor allem ihre langen Gespräche miteinander. Dabei gerät Finkel immer mehr in den Bann des charismatischen Longo, bis er sogar an seine Unschuld glaubt.
Und das ist das große Problem von „True Story“, der auch einfach als eine letztendlich langweilige Variante von „Kaltblütig“ gesehen werden kann. In „Kaltblütig“ (In Cold Blood) erzählt Truman Capote von seinen Recherchen über einen brutalen, die USA schockierenden Mehrfachmord in Holcomb, Kansas im November 1959 und seiner zunehmend problematischen Beziehung zu den Tätern Richard Hickcock und Perry Smith. Capotes Buch wurde ein Bestseller, der zur Blaupause für das True-Crime-Genre wurde, mehrfach verfilmt wurde und auch die Entstehungsgeschichte des Buches wurde mehrfach in verschiedenen Medien, zum Beispiel dem grandiosen Spielfilm „Capote“, erzählt. Aber während in „Kaltblütig“ auch und vor allem die Hintergründe zu dem Mord und das Umfeld beleuchtet werden, konzentriert Rupert Goold sich auf die Beziehung von Finkel zu Longo, der einfach seine Version der Geschichte erzählt, in der er unschuldig ist. Alles sei ein elaboriertes Komplott gegen ihn.
Finkel, den wir am Filmanfang als hartnäckigen Journalisten kennen lernten, glaubt ihm, ohne die Geschichte zu überprüfen. Aber gerade diese Überprüfung, die zum Handwerk jedes guten Journalisten gehört, hätte „True Story“ die Tiefe verleihen können, die er jetzt nicht hat.
So hat „True Story“ etliche gut beobachtete Szenen, mit Jonah Hill und James Franco zwei überzeugend ihre Charaktere verkörpernde Schauspieler und eine durchaus interessante Beziehung zwischen zwei Charakteren, die sich gegenseitig benutzen. Allerdings wird ihre Beziehung schnell zu einer zunehmend uninteressanten Groupie-Geschichte mit einem erstaunlich naiv-weltfremden Reporter.

True Story - Plakat

True Story – Spiel um Macht (True Story, USA 2015)
Regie: Rupert Goold
Drehbuch: Rupert Goold, David Kajganich
LV: Michael Finkel: True Story – Murder, Memoir, Mea Culpa, 2005
mit Jonah Hill, James Franco, Felicity Jones, Connor Kikot, Gretchen Mol, Betty Gilpin, John Sharian, Robert Stanton
Länge: 100 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „True Story – Spiel um Macht“
Moviepilot über „True Story – Spiel um Macht“
Metacritic über „True Story – Spiel um Macht“
Rotten Tomatoes über „True Story – Spiel um Macht“
Wikipedia über „True Story – Spiel um Macht“


TV-Tipp für den 6. August: Lady Vengeance – Leben für die Rache

August 6, 2015

Eins Plus, 23.00 (VPS 22.58)

Lady Vengeance – Leben für die Rache (Sudkorea 2005, Regie: Park Chan-wook)

Drehbuch: Park Chan-wook, Jeong Seo-Gyeong

Geum-ja saß dreizehn Jahre im Gefängnis für den Mord an einem kleinen Jungen, den sie nicht begangen hat. Jetzt will sie sich an dem wirklichem Täter, einem honorigem Englischlehrer, rächen.

Ein weiteres Meisterwerk des Regisseurs von „Joint Security Area“, „Sympathy for Mr. Vengeance“ und „Oldboy“. Die Kritiker waren vom Abschluß der Rachetrilogie des Südkoreaners begeistert, die zahlenden Zuschauer ebenso – und das Erste zeigte die TV-Premiere, wie erwartet, nach Mitternacht.

Mit Lee Yeong-ae, Choi Min-sik, Oh Dal-su, Kim Shi-hoo, Kim Bu-seon

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über “Lady Vengeance”

Rotten Tomatoes über “Lady Vengeance”

Wikipedia über “Lady Vengeance” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Park Chan-wooks “Stoker” (Stoker, USA 2012)


DVD-Kritik: „Still Alice“ – Julianne Moores Oscar-Performance

August 5, 2015

Dass Julianne Moore zu den besten Schauspielerinnen ihrern Generation gehört, ist kein Geheimnis. Und dass sie in einigen Klassikern mitspielte, ist ebenfalls kein Geheimnis. Immerhin haben wir „The Big Lebowski“, „Short Cuts“, „Cookie’s Fortune – Aufruhr in Holly Springs“, „Boogie Nights“, „Magnolia“, und, letztes Jahr, „Maps to the Stars“ gesehen. Manchmal mehrmals. Aber erst für ihr Spiel in „Still Alice“ erhielt sie, nachdem sie bereits viermal für einen Oscar nominiert war, den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Verdient.
In dem von Richard Glatzer und seinem Lebenspartner Wash Westmoreland inszeniertem Drama spielt Moore Alice Howland, eine anerkannte, an der Columbia University lehrende Sprachforscherin, die gerade ihren fünfzigsten Geburtstag im Kreis ihrer Familie feierte. Kurz darauf bemerkt die Linguistin, dass irgendetwas mit ihrem Gedächtnis nicht stimmt: ihr fällt ein Wort nicht ein, beim Joggen auf einer vertrauten Strecke verliert sie die Orientierung und sie vergisst Kleinigkeiten. Sie geht zu einem Arzt und der diagnostiziert bei ihr Alzheimer. Normalerweise ist Alzheimer eine Alte-Leute-Krankheit, aber manchmal erkranken auch Jüngere daran und „Still Alice“ zeigt genau den Krankheitsverlauf und was er für den Erkrankten (nämlich den langsamen Verlust von seinem Gedächtnis und damit seinem Leben) und seine Umgebung bedeutet. Weil Alice eine Wissenschaftlerin ist, versucht sie auch analytisch mit der Krankheit umzugehen und weil Alice noch eine junge Frau ist, stellen sich für ihren Ehemann und ihre drei Kinder die mit der Krankheit einhergehenden Probleme etwas anders als bei einer Achtzigjährigen. Und das ist auch der Verdienst von diesem klug inszeniertem und gut gespieltem Drama mit einem absehbarem Ende (Hey, wir kennen alle den groben Verlauf von Alzheimer). Er holt die Krankheit von einer Krankheit alter Menschen in die Mitte der Gesellschaft zurück.
Dass Regisseur Richard Glatzer selbst ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) hatte, verleiht dem Film noch eine zusätzliche dramatische und persönliche Note. Im Gegensatz zu Alzheimer zerstört ALS das motorische Nervensystem; kurz gesagt: man kann sich immer schlechter und weniger bewegen. Bei Glatzer wurde es 2011 diagnostiziert. Während der Dreharbeiten konnte er sich kaum noch bewegen und nur mit einem Sprachcomputer mit dem Team reden. Am 10. März 2015, wenige Tage nach dem Oscar-Gewinn von Julianne Moore, starb er an der Krankheit.
Sicher auch aufgrund dieser eigenen Betroffenheit inszenierten er und Wash Westmoreland das Schicksal von Alice nüchtern, unsentimental und einem präzisen Blick auf ein zunehmend eingeschränktes Leben, garniert mit einigen Informationen über die Krankheit.
Davon abgesehen ist „Still Alice“ allein schon wegen dem grandiosen Spiel von Julianne Moore sehenswert. Sie erhielt fast alle der über fünfzig Nominierungen und Preise für den Film.
Das Bonusmaterial ist ziemlich überschaubaur. Es gibt drei B-Rolls (von denen die dritte etwas interessanter ist) und Interviews mit Julianne Moore, Kristen Stewart, Alec Baldwin und Richard Glatzer und Wash Westmoreland. Gerade die Interviews mit Moore, Glatzer und Westmoreland sind interessant. Die beiden anderen erschöpfen sich, auch aufgrund der Fragen, auch wenn es glaubwürdig klingt, in der üblichen Lobhuddelei.

Still Alice - DVD-Cover

Still Alice – Mein Leben ohne Gestern (Still Alice, USA 2014)
Regie: Richard Glatzer, Wash Westmoreland
Drehbuch: Richard Glatzer, Wash Westmoreland
LV: Lisa Genova: Still Alice, 2009 (Mein Leben ohne Gestern)
mit Julianne Moore, Kristen Stewart, Alec Baldwin, Kate Bosworth, Hunter Parrish, Shane McRae, Stephen Kunken
–
DVD
Polyband
Bild: 16×9 anamorph (1,85:1)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Interviews, B-Roll, Hörfilm-Fassung
Länge: 97 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
–
Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Englische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Still Alice“
Moviepilot über „Still Alice“
Metacritic über „Still Alice“
Rotten Tomatoes über „Still Alice“
Wikipedia über „Still Alice“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 5. August: Nachtschicht: Wir sind die Polizei

August 5, 2015

ZDFneo, 20.15

Nachtschicht: Wir sind die Polizei (Deutschland 2010, Regie: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

In Hamburg geht’s auch in der siebten „Nachtschicht“-Folge rund: die Schicht beginnt mit einem Krokodil. Dann gibt es schlagende Männer, Männer, die in Frauenkleidern einen Juwelierladen überfallen und falsche Polizisten (Kennen wir die nicht schon von der vorherigen Folge?).

Die gewohnt kurzweilige Folge war für den Grimme-Preis nominiert.

mit Armin Rohde, Barbara Auer, Minh-Khai Phan-Thi, Roeland Wiesnekker, Peter Kremer, Cosma Shiva Hagen, Ralph Herforth, Oliver Stokowski

Hinweise

Wikipedia über „Nachtschicht“

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 4. August: Der Mann, der vom Himmel fiel

August 4, 2015

ZDFkultur, 22.10

Der Mann, der vom Himmel fiel (Großbritannien 1976, Regie: Nicolas Roeg)

Drehbuch: Paul Mayersberg

LV: Walter Tevis: The Man who fell to Earth, 1963 (Spion aus dem All; Der Mann, der vom Himmel fiel)

Ein Außerirdischer möchte auf der Erde eine neue Heimat für seine Familie und seine Spezies finden. Aber er verfällt dem menschlichem Lebensstil und Forscher sehen in ihm nur ein Forschungsobjekt.

„Der von Bowie verkörperte außergewöhnliche Charakter, Mayersbergs fragmenthaftes Drehbuch und Roegs mosaikhafte Regie kreieren einen extravaganten Film, dessen Handlungswindungen nur noch dazu beitragen, die verhängnisvolle Verwandlung von Bowie vom Außerirdischen in einen Menschen zu unterstreichen. (…) Ein stilsicherer Film voller hervorragender und komplexer Bilder, in dem Roeg Bowies Abstieg zum Menschen darstellt,der man sich nicht entziehen kann.“ (Phil Hardy, Hrsg.: Die Science-Fiction-Filmenzyklopädie)

Ein herrlich abgedrehter Kultfilm, der für den Hugo nominiert war und bei der damaligen deutschsprachigen Kritik nicht gut ankam: „mangelnden Tiefsinn durch Verhackstückerei von Handlungs- und Bildelementen vortäuscht“ (Ronald M. Hann/Volker Jansen: Lexikon des Science-Fiction-Films), „sinnentleerte Reizüberflutung“ (Filmbeobachter), „ein Werbefilm, der wie sein eigener, überlang-marktschreierischer Trailer aussieht“ (Medium).

Noir-Krimiautor James Sallis nannte die Vorlage „among the finest science fiction novels“.

mit David Bowie, Rip Torn, Candy Clark, Buck Henry, Bernie Casey, Linda Hutton

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Mann, der vom Himmel fiel“

Wikipedia über „Der Mann, der vom Himmel fiel“ (deutsch, englisch)

Homepage von Walter Tevis

Wired for Books: Interview mit Walter Tevis


DVD-Kritik: „Dead Rising: Watchtower“ gegen die Zombies

August 3, 2015

Ja, „Dead Rising: Watchtower“ ist eine Spieleverfilmung. Also, teilweise. Zach Lipovskys Film spielt in der „Dead Rising“-Welt der bekannten Computerspiele, die von George A. Romeros Zombie-Welt inspiriert ist (was jetzt nicht schwierig ist, weil eigentlich alle Zombie-Geschichten, die nach 1968 entstanden, von ihm inspiriert sind), und der Journalist Frank West, der in den ersten beiden „Dead Rising“-Computerspielen der Protagonist ist, ist dabei. Er sitzt als zynischer Journalist in einem TV-Studio und er bringt mal etwas mehr, mal etwas weniger gelungenen Humor in diesen vorhersehbaren Film. Rob Riggle spielt ihn. Außerdem sind Dennis Haysbert als Armee-General und Virginia Madsen als Mutter dabei. Aber eigenständige Akzente können sie nicht setzen. Haysbert macht Dienst nach Vorschrift und Madsen ist als nach dem Tod ihrer Tochter verrückt gewordene Mutter, nun, nett, aber auch, rollenbedingt, etwas abwesend.
Im Mittelpunkt des zwischen den Computerspielen „Dead Rising 2“ und „Dead Rising 3“ spielenden Films stehen Chase Carter (Jesse Metcalfe), ein ehrgeiziger TV-Journalist, und Crystal O’Rourke (Meghan Ory), eine Kampfamazone mit dem Zombie-Virus. Sie versuchen in der hermetisch abgeschotteten Stadt zu überleben. Dabei kommen sie einem Komplott mit einem unwirksamen Mittel gegen den Zombievirus auf die Spur.
„Dead Rising: Watchtower“ ist kein wirklich schlechter Film. Es ist nur ein vollkommen durchschnittlicher Film, der immer wie der TV-Film-der-Woche aussieht und dabei, obwohl er ein FSK-18 erhalten hat, nie so grausam und auch emotional berührend wie die TV-Serie „The Walking Dead“ ist.
Er ist schnelles Zwischendurch-Futter für Zombie-Fans, allerdings mit überschaubarem Nährwert.

Dead Rising Watchtower - DVD-Cover - 4

Dead Rising: Watchtower (Dead Rising; Watchtower, USA/Kanada 2015)
Regie: Zach Lipovsky
Drehbuch: Tim Carter
mit Jesse Metcalfe, Meghan Ory, Virginia Madsen, Dennis Haysbert, Rob Riggle, Keegan Connor Tracy
–
DVD (Ausstattung angekündigt)
Polyband
Bild: 2,40:1 (16×9 anamorph)
Ton: Deutsch, Englisch (Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: The Epic One’er, Making of Bonzo, Weapons of Dead Rising
Länge: 113 Minuten
FSK: ab 18 Jahre
–
Hinweise
Moviepilot über „Dead Rising: Watchtower“
Rotten Tomatoes über „Dead Rising: Watchtower“
Wikipedia über „Dead Rising: Watchtower“


DVD-Kritik: Was ist die „Brotherhood of Tears“? Und was ist im Koffer?

August 3, 2015

Obwohl ihn seine Tochter abgöttisch liebt und er auch ein liebevoller Vater ist, taugt Gabriel Chevalier (Jérémie Renier) nicht zum Vorbild. Er war Polizist, ist Trinker, Spieler, ständig in Finanznöten und nicht der zuverlässigste Mitarbeiter, weshalb er auch seine Stelle als Fensterputzer verliert. Da bietet ihm ein alter Bekannter einen Traumjob an: er muss nur in einem Büro sitzen und ab und zu einen Koffer transportieren. Er darf den Koffer allerdings unter keinen Umständen öffnen. Trotzdem sei alles legal.
Durchaus skeptisch beginnt Gabriel mit seiner Arbeit. Das regelmäßig eintreffende Geld beruhigt ihn und er liefert die Koffer bis nach China aus, bis in einem Hotel eine Kofferübergabe schief geht. Der Besitzer eines Koffers wird ermordet und der Koffer geklaut.
Jetzt erwachen bei Gabriel seine alten Polizisteninstinkte. Er will wissen, was in den Koffern ist und wer ihn bezahlt. Denn bislang hörte er die Stimme seines Chefs nur am Telefon.
„Brotherhood of Tears – Die letzte Lieferung“ von Jean-Baptiste Andrea („Dead End“, der ebenfalls auf dem Fantasy Filmfest lief, „Big Nothing“) ist sicher kein künftiger Klassiker, aber ein kurzweiliger, eskapistisch-globetrottender Thriller, der eine hübsche Verschwörungsgeschichte mit einem überaschendem Ende erzählt. Ich glaube, niemand errät, was in den Koffern ist. Andreas Film steht damit in der Tradition der „Largo Winch“-Filme, die allerdings das deutlich höhere Budget hatten.
Aber für einen spannenden francophilen Krimiabend mit einer guten Flasche Rotwein reicht es allemal.

Brotherhood of Tears - DVD-Cover

Brotherhood of Tears – Die letzte Lieferung (La confrérie des larmes, Belgien/Frankreich/Luxemburg 2013)
Regie: Jean-Baptiste Andrea
Drehbuch: Jean-Baptiste Andrea, Gael Malry
mit Jérémie Renier, Audrey Fleurot, Mélusine Mayance, Bouli Lanners, Antoine Basler
–
DVD
Eurovideo
Bild: 1,85:1 (16:9 anamorph)
Ton: Deutsch, Französisch (DD 5.1)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Trailer
Länge: 94 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
Moviepilot über „Brotherhood of Tears“
AlloCiné über „Brotherhood of Tears“
Rotten Tomatoes über „Brotherhood of Tears“
Wikipedia über „Brotherhood of Tears“


TV-Tipp für den 3. August: Im Lauf der Zeit

August 2, 2015

Arte, 22.10
Im Lauf der Zeit (Deutschland 1976, Regie: Wim Wenders)
Drehbuch: Wim Wenders
Das ist ein Blick in die Vergangenheit: an der deutsch-deutschen Grenze (!) fährt Bruno von Dorf zu Dorf, um in noch bestehenden kleinen Kinos (!) Projektoren (!) zu reparieren. Auf seiner Fahrt nimmt er Robert, den er bei einem missglückten Selbstmordversuch kennen lernte, mit.
Viel passiert nicht in Wenders während dem Dreh entstandenem Psychogramm der damals Dreißigjährigen (also der um 1945 geborenen) und trotzdem ist es ein wundervoller, entspannter SW-Film (Kamera: Robby Müller), der auch beim Publikum ankam und in einigen Kinos Kultstatus erlangte. Hm, dass einige Kinos einen Film immer wieder zeigen, ist wohl auch Vergangenheit.
Arte zeigt die 2014 restaurierte Fassung.
Mit Rüdiger Vogler, Hanns Zischler, Lisa Kreuzer, Rudolf Schündler, Marquard Bohm, Dieter Traier, Franziska Stömmer
Hinweise
Arte über Wim Wenders und „Im Lauf der Zeit“
Filmportal über „Im Lauf der Zeit“
Wikipedia über „Im Lauf der Zeit“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Wim Wenders’ “Hammett” (Hammett, USA 1982)

Meine Besprechung von Wim Wenders/Juliano Ribeiro Salgados “Das Salz der Erde” (The Salt of the Earth, Frankreich/Deutschland 2013)

Wim Wenders in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 2. August: Lockende Versuchung

August 2, 2015

Arte, 20.15
Lockende Versuchung (USA 1956, Regie: William Wyler)
Drehbuch: Michael Wilson
LV: Jessamyn West: The Friendly Persuasion, 1945
Indiana, 1862/1863: eine friedfertige Quäkerfamilie muss sich den Auswirkungen des Amerikanischen Bürgerkriegs und damit auch der Gültigkeit ihrer Prinzipien stellen.
In Cannes erhielt der selten gezeigte und heute fast unbekannte Gary-Cooper-Film die Goldene Palme. Außerdem war er für sechs Oscars nominiert; unter anderem, neben dem James-Dean-Film „Giganten“, als bester Film. „In 80 Tagen um die Welt“ gewann diese Trophäe.
„’Friendly Persuasion‘, das Porträt einer Quäker-Familie während des Bürgerkrieges, gilt als Coopers zweitbeste Arbeit der fünfziger Jahre und war einer der am stürmischsten gefeierten Filme des Jahres 1956.“ (Homer Dickens: Gary Cooper und seine Filme)
mit Gary Cooper, Dorothy McGuire, Anthony Perkins, Marjorie Main, Richard Eyer, Phyllis Love, Robert Middleton
Wiederholungen
Mittwoch, 5. August, 13.55 Uhr
Donnerstag, 20. August, 13.50 Uhr
Hinweise
Arte über „Lockende Versuchung“
Rotten Tomatoes über „Lockende Versuchung“
Turner Classic Movies über „Lockende Versuchung“
Wikipedia über „Lockende Versuchung“ (deutsch, englisch)