Der Kuß vor dem Tode (USA 1991, Regie: James Dearden)
Drehbuch: James Dearden
LV: Ira Levin: A kiss before dying, 1953 (Kuss vor dem Tode)
Student Jonathan hat wenig Geld, aber den unbedingten Willen zu Macht und Reichtum. Dafür geht er über Leichen. Nur die schöne Zwillingsschwester Ellen ahnt etwas.
Nettes Remake.
Mit Matt Dillon, Sean Young, Max von Sydow, James Russo
Wir haben
Chris Evans als Steve Rogers/Captain America (der hier erstaunlich blasse Anführer der Truppe)
Robert Downey Jr. als Tony Stark/Iron Man (der großmäulige, verantwortungslose Finanzier der Gruppe)
Chris Hemsworth als Thor (aus der anderen Galaxis)
Mark Ruffalo als Bruce Banner/Hulk (aus dem Forschungslabor)
Scarlett Johansson als Natasha Romanoff/Black Widow
Jeremy Renner als Clint Barton/Hawkeye
James Spader als Ultron (Stimme im Original)
Aaron Taylor-Johnson als Pietro Maximoff/Quicksilver (im letzten X-Men-Film „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ wurde er von Evan Peters gespielt, aber der wurde von einem anderen Studio produziert)
Elizabeth Olsen als Wanda Maximoff/Scarlet Witch
Paul Bettany als Jarvis/Vision (und mit einem Körper)
Samuel L. Jackson als Nick Fury
Don Cheadle als James Rhodes/War Machine
Cobie Smulders als Maria Hill
Anthony Mackie als Sam Wilson/The Falcon
Hayley Atwell als Peggy Carter
Idris Elba als Heimdall (ungefähr zwei Sätze)
Stellan Skarsgård als Erik Selvig (ungefähr kein Satz)
Claudia Kim als Dr. Helen Cho
Thomas Kretschmann als Baron Strucker
Andy Serkis als Ulysses Klaue (naja)
Julie Delpy als Madame B (sorry, hab ich in dem Starrummel übersehen)
Stan Lee als Stan Lee (obligatorischer Kurzauftritt)
Wir haben Action bis zum Abwinken.
Es beginnt mit einer großen Schlacht in dem osteuropäischen Fantasieland Sokovia. Danach geht die Reise um die halbe Welt und in New York, Seoul, Johannesburg und Sokovia geht dabei, mit der Hilfe von viel CGI, einiges zu Bruch.
Dabei werden dieses Mal erstaunlich oft ganz normale Menschen als Opfer und schreiend weglaufende Menschenmasse gezeigt. Das ist, nachdem man in früheren Marvel-Filmen den Eindruck gewinnen konnte, dass die Großstädte, in denen die Superhelden die Bösewichter verkloppen und regelmäßig eine sanierungsbedürftige Innenstadt hinterlassen, ein Novum. Denn bislang sah es so aus, als sei vor dem Kampf der Superhelden gegen die Superschurken die Kampfzone von magischen Kräften evakuiert worden. Aber dieses Mal verlang die Filmgeschichte nach vielen Menschen, die fotogen von den Avengers beschützt werden. Vor allem beim viel zu langen und ziemlich konfusen Schlußkampf in Sokovia.
Wir haben zu viel Beiwerk für eine sinnvolle Story. Die ist nur Klammer für die Auftritte und Kabbeleien der aus mehreren Filmen bekannten Superhelden. In „Avengers: Age of Ultron“ geht es um den Konflikt zwischen Gut und Böse und wie die Guten das Böse schaffen, das dann zuerst die Avengers und später die Welt vernichten will. Denn die von Tony Stark gestartete Friedensmaschine, der sehr lernfähige Roboter Ultron, begreift schnell, dass die Avengers bei ihren Friedensmissionen viel Leid verursachen. Deshalb will er, seinem Programm folgend, alle Bedrohungen für eine friedliche Welt beseitigen. Aber diese Idee, dass unser Handeln unbeabsichtigte Folgen hat und dass Gut und Böse miteinander verflochten sind, wird nur oberflächlich behandelt. Überhaupt nicht behandelt wird der grundlegende Fehler in Ultrons Programm. Denn hätte Tony Stark sich beim Programmieren an Isaac Asimovs Robotergesetze gehalten, wäre das alles nicht passiert.
Wir haben das filmische Äquivalent zu diesen maßlosen Benefiz-Rockkonzerten aus den Achtzigern, als sich alle bekannten Musiker für die gute Sache in einem Stadion versammelten und gegen die Apartheid, den Hunger und gegen die Kernkraft ansangen.
Denn dummerweise ist „Avengers: Age of Ultron“ genau wie diese Konzerte, die beim ersten Mal Spaß machen, aber beim zweiten Mal nerven. Es gibt zu viele Häuptlinge, aber keine Indianer und keine Struktur. Jeder versucht sich nur möglichst groß in Szene zu setzen und aus einer eigentlich guten Idee wird ein an allen Ecken und Enden ausufernde Starparade, die zeigt, dass ihre Soloauftritte besser sind.
So überzeugend „Ex Machina“ visuell ist, so enttäuschend ist das Drehbuch – und das überrascht. Denn das Drehbuch stammt von Alex Garland, dem Romanautor von „The Beach“ und Drehbuchautor von Filmen wie „28 Days Later“, „Sunshine“ und „Dredd“. Er übernahm auch die Regie und mit Domhnall Gleeson, Oscar Isaac und Alicia Vikander hatte er auch gute Schauspieler.
Domhnall Gleeson („Nur eine Frage der Zeit“, etwas Harry Potter und der neue „Star Wars“-Film) spielt den 24-jährigen Informatiker Caleb, der ein absolut unschlagbares Angebot erhält: er darf eine Woche auf dem abgelegen in Alaska liegendem Landsitz seines Chefs verbringen und von ihm persönlich bewirtet werden. Nathan (Oscar Isaac) ist nicht nur der CEO der weltweit größten Internetfirma, sondern auch ein Forscher. Er willl nicht nur herausfinden, ob es künstliche Intelligenz gibt und ob wir eine emotionale Beziehung zu einem Computer aufbauen können, sondern sogar, ob wir einen Computer als menschliches Wesen anerkennen, wenn wir wissen, dass der Computer ein Computer ist. Dafür soll Caleb herausfinden, ob Ava (Alicia Vikander), ein Roboter mit einer Mischung aus Skelett und weiblichen Rundungen, sich wie ein Mensch verhält.
„Ex Machina“ spielt fast nur auf dem rundum überwachten Landsitz von Nathan. Das gesamte Personal besteht aus einer stummen Dienerin. Das Drama entwickelt sich dann zwischen Caleb, Nathan und seiner Schöpfung Ava; was kein Problem wäre, wenn die Ausgangslage nicht so hochgradig hypothetisch und ausgedacht wäre (Ein Anwesen in der Einsamkeit? Ein zurückgezogen lebender Milliardär ohne irgendeinen Kontakt zur restlichen Welt oder irgendwelchen Angestellten und Vertrauten? Ein Pseudo-Turing-Test, der schon durch seinen Versuchsaufbau ad absurdum geführt wird.) und die sich dann entspinnende Geschichte nicht so grausam vorhersehbar wäre. Denn nachdem Nathan Caleb erzählt hat, worum es in dem Experiment geht und wie der avancierte Versuchsaufbau ist, kann man sich den weiteren Verlauf denken. In dem Moment müssen wir noch nicht einmal wissen, dass Caleb ein Waise ist, keine Freundin hat und sich eine Freundin wünscht.
Diese Vorhersehbarkeit wäre verzeihbar, wenn die Frage nach unserer Wahrnahme von Künstlicher Intelligenz mit neuen Einsichten behandelt würde und die Charaktere interessant wären. Aber ich konnte zu keinem Charakter eine emotionale Verbindung aufbauen. Was auch daran liegt, dass Nathan ein an erheblichen Stimmungsschwankungen leidender Alkoholiker ist, dass seine Schöpfung immer seine Puppe ist und dass Caleb ein wahrer Trottel ist, dem man am Liebsten ein „Alleine nicht lebensfähig“-Schild umhängen würde.
„Ex Machina“ ist eine unterkühlt erzählte „The Twilight Zone“-Episode, bei der in die Optik, aber nicht in die Charaktere und ihre plausible Entwicklung investiert wurde. So wird aus einer guten Idee für einen Kurzfilm ein fast zweistündiges, unter seinen Möglichkeiten bleibendes Kammerspiel, das ohne Überraschungen bekanntes Science-Fiction-Terrain abgrast.
Die Bilder von den Kindern mit den großen Augen dürften auch bei uns bekannt sein. Aber der Name der Zeichnerin und die Geschichte hinter den Kitsch-Bildern dürften bei uns unbekannt sein. Wahrscheinlich haben auch in den USA bis zu Tim Burtons „Big Eyes“ nur wenige Menschen die Geschichte dieses Kunstschwindels gekannt; obwohl die Zeichnungen von Margaret Keane seit Jahrzehnten bekannt sind, in den Sechzigern wohl allgegenwärtig waren und auch heute noch bekannt sind. Immerhin ist Margaret Keane immer noch als Malerin aktiv und erfolgreich.
Das war, als Margaret in den frühen Fünfzigern mit ihrer Tochter Jane ihren damaligen Mann verläßt und nach San Francisco flüchtet, nicht absehbar. Für ein Kleingeld verkauft sie auf Märkten ihre Bilder und lernt ihren späteren Mann Walter Keane kennen, der als Maler auftritt, aber vor allem ein Verkaufsgenie ist. Sie verlieben sich ineinander, heiraten 1955 und als bei einer Ausstellung ihre Bilder besser als seine Stadtansichten von Paris (die erstens kitschig und zweitens nicht von ihm sind) ankommen, gibt er sich kurzerhand als der Zeichner der Kinderbilder aus. Immerhin wollen die Käufer mit dem Künstler reden und eine Frau würde niemals als Künstlerin anerkannt werden. Er verkauft ihre Bilder für eine erstaunliche Summe und baut, dank seines Geschäftssinns, in den folgenden Jahren ein kleines Imperium auf. Denn die Leute sind süchtig nach Keane-Bildern. Mit Nachdrucken befriedigt er die durch seine publikumswirksamen Auftritte angestachelte Nachfrage, während die Druckerpressen heiß laufen und die schüchterne Margaret zu Hause Originale malt, bis sie die Lüge nicht mehr vor ihrer pubertierenden Tochter verbergen kann. 1964 verlässt sie Walter und flüchtet mit ihrer Tochter nach Hawaii. Dort lernt sie auch ihren jetzigen Mann Dan McGuire kennen (der im Film keine Rolle spielt), wird Zeugin Jehovas (was angesprochen wird) und sagt der Öffentlichkeit schließlich, dass sie die bekannten Keane-Bilder gemalt hat. Es kommt zu einem Prozess, den ihr Ex-Mann, der sich selbst verteidigt, grandios verliert und sie als Erschafferin der Keane-Bilder anerkannt wird.
Diese Fakten bilden, mit gewissen Freiheiten, das erzählerische Rückgrat von „Big Eyes“, den Keane-Bewunderer Tim Burton, als eher milde Satire auf den Kunstbetrieb der sechziger Jahre (mit Jason Schwartzman als blasierten Galerist, Terence Stamp als Kunstkritikpapst und Danny Huston als Keane fördernder Klatschkolumnist als Triumvirat des Kunstbetriebs), als Emanzipationsdrama und als bittere Studie über Träume inszenierte. Burton ließ die Schauspieler immer einen kleinen Tick neben der Rolle spielen und zeigt so ihren Selbstbetrug. Amy Adams ist als Margaret Keane eine Spur zu sehr die schüchterne Doris-Day-Hausfrau, die eben diesen Traum von der perfekten Familie hat, aber sich in die falschen Männer verliebt. Christoph Waltz ist als Walter Keane immer eine Spur zu großspurig als frankophoner Künstler. Schon bei seinem ersten Auftritt ist seine Fassade brüchig. Er wäre gerne ein großer Maler. In Wirklichkeit ist er aber ein großer Verkäufer, der sich nie eingestehen will, dass er kein Künstler ist. Er ist ein Nachfolger von Ed Wood, bei dem sich – im Gegensatz zu Walter Keane – der Traum auf eine große Karriere als Künstler niemals erfüllen wird.
Obwohl das Drehbuch für „Big Eyes“ von den „Ed Wood“-Drehbuchautoren Scott Alexander und Larry Karaszweski ist, ist „Big Eyes“ kein zweiter „Ed Wood“. Der Geschichte von Margaret Keane fehlt letztendlich die dramatische Fallhöhe von Ed Wood. Während bei ihm alles schief geht, was schief gehen kann, geht bei ihr alles gut aus. Auch dank der Hilfe einiger Männer.
Tim Burton inszeniert diese wahre Geschichte im quietschbunten Stil damaliger Hollywood-Kitschfilme, mit, bei der Ehegeschichte, einem größeren Realismus, einem oft ironischen Ton und einer bittersüßen Note. Denn die unschuldigen fünfziger und sechziger Jahre, als der amerikanische Traum noch intakt war und Kunst von den Museen zum Alltagsgegenstand wurde, sind vorbei.
Kann man einen Film über Helge Schneider machen, der Privates und Intimes über den Künstler enthüllt? Andrea Roggon versuchte in ihrer Dokumentation über den Musiker, Autor, Schauspieler, Regisseur und Maler Helge Schneider, diese Frage zu beantworten. Mit einem ernüchterndem Ergebnis.
Denn es gelingt ihr nicht, einen Blick hinter die Maske des Künstlers Helge Schneider zu werfen. Zu untrennbar ist die Bühnenperson Helge Schneider mit dem Menschen verbunden, der seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit eben diesen Charakter spielt. Er ist ein Dilletant, ein Blödler, ein Kind im Mann, ein Chaot, der keine Witze erzählen kann und der immer dann, wenn er nichts über sich verraten will, in eben diesen Bühnencharakter ausflüchtet.
Aber gerade das macht auch den Reiz von „Mülheim – Texas: Helge Schneider hier und dort“ aus. Es ist ein Porträt, bei dem immer unklar ist, wie viel davon von dem Porträtierten inszeniert wurde. Schließlich ist er ein dankbares Objekt für solche Inszenierungen, weil er sie von sich aus macht und nicht vom Regisseur dazu ermuntert werden muss und sein Umfeld, seine Eltern, Frauen, Kinder, Freunde und Arbeitskollegen, nicht vorkommen. Es geht immer nur um Helge in einer größenwahnsinnig bescheidenen Personality-Show. Roggons Porträt wirft einen sympathischen, gänzlich kritikfreien Blick auf einen sympathischen Menschen, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Oder mit Helges eindeutig doppeldeutigen Worten: „Ich spiele keine Rolle. – Deshalb spiele ich keine Rolle.“
Diese perfekt-schrullige Selbstinszenierung wird von einer Szene durchbrochen. Als Helge Schneider mit seiner Band auf der Bühne für einen Auftritt probt, gibt es kein Geblödel und keine Abschweifungen, sondern sehr präzise Anweisungen. In dem Moment wird deutlich, wie genau die scheinbar improvisierten Konzerte durchgeplant sind und was für ein guter Musiker er ist. In dem Moment muss man nicht wissen, dass er nach einer Sonderbegabtenprüfung an der Folkwang Universität der Künste aufgenommen wurde, als Studiomusiker arbeitete, in diversen Jazzbands, unter anderem mit Schlagzeuger Pete York, spielte und er da mit seinen spielerischen Fähigkeiten überzeugte.
Abgesehen von dieser Szene und einer Improvisation mit der Sängerin Butterscotch, folgt Andrea Roggon in ihrem Porträt, das sich ausschließlich auf Helge Schneider konzentriert und damit auch eindimensionaler als nötig bleibt, notgedrungen Helge Schneiders künstlerischem Programm: „Ich rebelliere gegen den Irrsinn der Normalität.“ In „Mülheim – Texas“ rebelliert er auch gegen die Konventionen des Porträtfilms. Das beginnt schon in den ersten Minuten, wenn er ihr seine Stadt zeigt und gleichzeitig ein Interview verweigert, weil er sich dafür erst noch vorbereiten müsse.
„Mülheim – Texas: Helge Schneider hier und dort“ ist ein grundsympathischer Helge-Schneider-Film, bei dem er sich auf das Schauspielen beschränken konnte. Nach dem Film kann man darüber nachdenken, wie nah Helge Schneiders in dieser Dokumentation seinen Ziel, der Perfektion innerhalb bestimmter Grenzen, gekommen ist. Im Film sagt er dazu: „Ich suche nach Perfektion. Das kann dann auch der perfekte wackelige Tisch sein.“
Departed – Unter Feinden (USA 2006, Regie: Martin Scorsese)
Drehbuch: William Monahan
Cop Billy Costigan ist Undercover-Agent in der Organisation des Mafiapaten Frank Costello. Gangster Colin Sullivan ist bei der Polizei der Top-Maulwurf für Costello. Beide steigen in den feindlichen Organisationen stetig auf. Da erhalten Costigan und Sullivan von ihrem Boss den Auftrag, den Verräter in den eigenen Reihen zu finden.
„Departed – Unter Feinden“ ist, wie Genre-Junkies wissen, das grandiose US-Remake des ebenso grandiosen Hongkong-Thrillers „Infernal Affairs“ (von Andrew Lau und Alan Mak). Monahan verlegte die Geschichte nach Boston, orientierte sich bei dem Mafiapaten an dem legendären Whitey Bulger und zeichnete ein Porträt der amerikanischen Gesellschaft. Die schwächsten Szenen des Remakes sind die weinigen, direkten Übernahmen von Szenen aus dem Original.
Beide Filme sind stilistisch überzeugende Werke über Freundschaft, Loyalität und Verrat.
Monahans Drehbuch erhielt einen Edgar, einen Oscar, den Preis der Writers Guild of America und war für den Golden Globe nominiert (um nur einige zu nennen). Der Film wurde für zahlreiche Preise nominiert und erhielt auch den Oscar für den besten Film des Jahres
Die nächste Zusammenarbeit von Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio war die allseits abgefeierte Dennis-Lehane-Verfilmung „Shutter Island“ (mir gefiel das Buch besser) und zuletzt war DiCaprio für Scorsese „The Wolf of Wall Street“.
Und William Monahans lieferte danach sein gelungenes Regiedebüt, die Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (mit Colin Farrell, David Thewlis, Ray Winstone, Eddie Marsan und, umpf, Keira Knightley) ab.
Mit Leonardo DiCaprio, Matt Damon, Jack Nicholson, Mark Wahlberg, Martin Sheen, Ray Winstone, Vera Farmiga, Alec Baldwin
Wiederholung: Freitag, 24. April, 01.20 Uhr (Taggenau!)
Denn zum Küssen sind sie da (USA 1997, Regie: Gary Fleder)
Drehbuch: David Klass
LV: James Patterson: Kiss the girls, 1995 (Denn zum Küssen sind sie da)
Polizeipsychologe Cross sucht den Frauenmörder „Casanova“. Als eines der Opfer entkommen kann, erhält Cross den entscheidenten Hinweis zur Lösung.
Lahmer Serienkiller-Thriller, basierend auf einem ebenso lahmen und schlecht geschriebenen Buch. Dennoch durfte Alex Cross (Morgan Freeman) in „Im Netz der Spinne“ (USA 2001, R.: Lee Tamahori) weiterermitteln. Nach einer zehnjährigen Pause gab es mit Tyler Perry als Alex Cross in dem Film „Alex Cross“ (R.: Rob Cohen) einen missglückten Neustart.
Von Gary Fleder hatte ich nach seinem tollen Debüt „Das Leben nach dem Tod in Denver“ (USA 1995) mehr erwartet. Danach arbeitete er fast ausschließlich für das Fernsehen. Anfang 2014 gab es allerdings einen neuen Kinofilm von ihm: den gelungenen Old-School-Thriller „Homefront“, nach einem Roman von Chuck Logan mit Jason Statham in der Hauptrolle.
mit Morgan Freeman, Ashley Judd, Cary Elwes, Brian Cox, Bill Nunn
Wiederholung: Donnerstag, 23. April, 03.00 Uhr (Taggenau!)
ZDFkultur, 20.15/23.30 Buffalo ’66 (USA 1997, Regie: Vincent Gallo)
Drehbuch: Vincent Gallo, Alison Bagnall (nach einer Geschichte von Vincent Gallo)
Radikales, überaus experimentierfreudiges und verspieltes US-Independent-Kino, das in der Tradition von John Cassavetes steht und eine einfache Geschichte erzählt: Gallo spielt den gerade aus dem Gefängnis entlassenen Billy Brown, der Layla entführt, die er seinen Eltern als seine Geliebte vorstellt. Layla verliebt sich dann doch in den großmäuligen Billy. Aber dieser hat nur einen Racheplan im Kopf.
Gallos zutiefst persönliches und galliges Regiedebüt begeistert mit seiner rohen Energie, den präzisen Beobachtungen eines verkorksten Lebens (mit zwei Alptraum-Eltern, die grandios von Ben Gazzara und Anjelica Huston gespielt werden) und den immer wieder eingestreuten Hollywood-Überhöhungen, die gleich als schaler Schein entzaubert werden.
Der Filmtitel „Buffalo ’66“ spielt auf den Handlungsort Buffalo, New York, und das Geburtsjahr des Protagonisten Billy Brown an.
„Buffalo ’66“ (auch „Buffalo 66“) war damals ein Versprechen, das der in Buffalo geborene Vincent Gallo (der auch die Musik schrieb) bislang nicht einlöste. Was sicher auch an seiner durchaus problematischen Persönlichkeit liegt. Immerhin ist er nie um einen starken Spruch und eine Beleidigung verlegen.
„beklemmende Galgenhumor-Studie eines Verlierers“ (Angie Dullinger, AZ, 29. Juni 1998)
mit Vincent Gallo, Christina Ricci, Ben Gazzara, Anjelica Huston, Mickey Rourke, Rosanna Arquette, Kevin Corrigan, Jan-Michael Vincent, Kevin Pollak Hinweise Homepage von Vincent Gallo Rotten Tomatoes über „Buffalo ’66“
Wikipedia über „Buffalo ’66“ (deutsch, englisch)
ARD, 22.45 V-Mann-Land(Deutschland 2015, Regie: Clemens Riha)
Drehbuch: Clemens Riha, Katja Riha
Riha zeigt in seiner 45minütigen Dokumentation für die er mit zahlreichen V-Männern vor laufender Kamera sprach, wie in der Vergangenheit der Verfassungsschutz und auch der polizeiliche Staatsschutz Nazis, die als V-Männer für sie arbeiteten, schützte, bezahlte, beim Aufbau von rechtsradikalen Strukturen mithalf und jetzt die Aufklärung sabotiert.
Beim Bundesverfassungsgericht kann der zweite NPD-Verbotsantrag (dieses Mal nur von den Bundesländern gestellt) wieder scheitern, weil V-Leute eine zu beherrschende Stellung in der Partei hatten.
Und was schlägt die Bundesregierung jetzt vor? Nun, als Lehre aus dem NSU-Skandal will die Regierung, dass V-Leute künftig Straftaten begehen dürfen. Nur so sei es möglich, terroristische und staatsbedrohende Strukturen aufzudecken. Wirklich??? Hinweise ARD über die Doku (müsste dort dann auch in der Mediathek stehen) CanDoBerlin – Homepage von Clemens und Katja Riha
ZDF, 22.00 Tom Thorne: Die Tränen des Mörders (Großbritannien 2010, Regie: Benjamin Ross)
Drehbuch: Dudi Appleton, Jim Keeble
LV: Mark Billingham: Scaredy Cat, 2002 (Die Tränen des Mörders)
Zweite und letzte Tom-Thorne-Verfilmung mit David Morrissey (inzwischen der Governeur in „The Walking Dead“) als hartnäckigen Londoner Detective Inspector Tom Thorne.
Dieses Mal will er den Mord an zwei jungen Frauen aufklären. Obwohl der Modus Operandi vollkommen verschieden ist und es, außer dass beide Frauen kurz vor ihrer Ermordung in einer U-Bahn-Station waren, keine Verbindung zwischen ihnen gibt, glaubt Thorne, dass es einen Zusammenhang zwischen den beiden Morden gibt und der Täter schon früher mordete. Thorne glaubt sogar, dass er zwei Serienkiller verfolgt, die gemeinsam morden.
Spannender Thriller, bei dem mich eine falsche Szene auf die falsche Fährte führte. Denn ohne diese Szene hätte ich die Pointe vorhergesehen.
Davon abgesehen: Eddie Marsan ist dabei!!!
mit David Morrissey, Aidan Gillen, Eddie Marsan, Sandra Oh, O. T. Fagbenle, Tom Brooke, Jaleh Alp, Leo Gregory, Jack Shepherd, Joe Absolom Wiederholungen
Montag, 20. April, 00.50 Uhr (Taggenau!)
ZDFneo, Freitag, 1. Mai, 23.05 Uhr
ZDFneo, Samstag, 2. Mai, 02.40 Uhr (Taggenau!)
Pro7, 20.15 Magic Mike – Die ganze Nacht (Magic Mike, USA 2012)
Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: Reid Carolin
Mike ist im sonnigen Florida tagsüber ein netter Bauarbeiter und nach Sonnenuntergang ein Stripper. Ein wundervolles Leben, wenn er nicht ein eigenes, seriöses Geschäft eröffnen möchte und sich verlieben würde. Wundervoller Film von Steven Soderbergh über das Milieu der männlichen Stripper und den amerikanischen Traum, inszeniert im dokumentarischen New-Hollywood-Stil.
Der Film war ein Kassenhit. Deshalb gibt es im Kino ab dem 23. Juli auch die Fortsetzung „Magic Mike XXL“. Inszeniert von Gregory Jacobs, der bei vielen Soderbergh-Filmen Second-Unit-Regisseur war, wieder nach einem Drehbuch von Reid Carolin, mit Channing Tatum und einigen anderen bekannten Gesichtern. Oh, und ein gewisser Steven Soderbergh ist für die Kamera und den Schnitt verantwortlich. Das heißt: diese Fortsetzung könnte gut sein.
mit Channing Tatum, Alex Pettyfer, Matthew McConaughey, Cody Horn, Olivia Munn, Matt Bomer, Riley Keough, Joe Manganiello, Kevin Nash, Adam Rodriguez, Gabriel Iglesias
3sat, 22.35 Lösegeld (Frankreich/Belgien 2009, Regie: Lucas Belvaux)
Drehbuch: Lucas Belvaux
Ein Industrieller wird entführt – und noch ehe das Lösegeld bezahlt wird, werden immer mehr schmutzige Details über ihn bekannt. Das beeinflusst selbstverständlich auch die Verhandlungen.
„Spannender, gut gespielter Thriller“ (Lexikon des internationalen Films), der für vier Césars nominiert war (bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller, beste Nebendarstellerin).
Belvaux inszenierte auch das hochgelobte Filmtrippel „Trilogie: Cavale – Auf der Flucht/Uncouple épatant – Ein tolles Paar/Aprè la vie – Nach dem Leben“ (Frankreich/Belgien 2002).
mit Yvan Attal, Anne Consigny, André Marcon, Francoise Fabian, Alex Descas Hinweise Moviepilot über „Lösegeld“
Wikipedia über „Lösegeld“ (deutsch, englisch, französisch)
Vergessen wir einfach „96 Hours – Taken 3“ und wenden uns „Run all Night“ zu. Mit Liam Neeson als Mafiakiller, der in einer Dezembernacht in New York seinen Sohn, der zufällig Zeuge eines Mordes wurde, vor Gangstern und der Polizei beschützen will.
Jaa, das klingt jetzt nach „Taken 4“. Aber „Run all Night“ ist ein äußerst sehenswerter Gangsterthriller, der die Tradition und die Genreregeln kennt, sie gelungen variiert und mit einer ordentlichen Portion Action abschmeckt. Die Story erinnert Einige an „Road to Perdition“. Das stimmt. Aber „Road to Perdition“ ist mir auch viel zu prätentiös. „Run all Night“ will dagegen nur ein spannender Thriller sein, der nebenbei noch einige ernste Themen behandelt. Die nächtlichen Bilder von den weniger bekannten Ecken New Yorks und weil die Jagd quer durch die Millionenstadt geht, erinnern mich an Michael Manns „Collateral“, das ursprünglich ebenfalls in New York spielen sollte. Mann verlegte die Geschichte nach Los Angeles und genau wie „Collateral“ ein Porträt von Los Angeles ist, ist „Run all Night“ ein Porträt von Manhattan.
Weil Liam Neeson den irischen Mobkiller Jimmy Conlon spielt, porträtiert Jaume Collet-Serra in seinem Film auch den irischen Mob, der auch als „Westies“ bekannt ist. Wer will, kann als echtes Vorbild für Conlon den Mafiakiller Richard Kuklinski erkennen, der für Gambino-Familie mordete und der auch das entfernte Vorbild für den Erzähler in Dave Zeltsermans „Killer“ ist.
Auch die restliche Besetzung ist gut. Ed Harris spielt den irischen Mob-Boss, dessen Sohn von Conlon/Neeson erschossen wird, um seinen Sohn zu beschützen. Harris und Neeson haben euch einige tolle gemeinsame Szenen, in denen aus besten Freunden innerhalb weniger Stunden Todfeinde werden. Joel Kinnaman und Boyd Holbrook spielen die Söhne. Vincent D’Onofrio einen Polizisten, der seit Jahren Conlon verfolgt. Common einen eiskalten Killer, der nur an einer effektiven Erledigung seines Auftrages interessiert ist. Nick Nolte hat einen kurzen Auftritt als Neesons Bruder. Und Bruce McGill ist immer gut.
Brad Ingelsby („Auge um Auge – Out of the Furnace“ und, demnächst, das „The Raid“-Remake) schrieb das Drehbuch, in dem die Action die Handlung vorantreibt und auch einige ernste Themen fast schon nebenbei behandelt werden. Ich sage nur Familienbande, Freundschaft, Loyalität und die unterschiedlichen Lebensentwürfe von Vätern und Söhnen. Dabei gibt „Run all Night“ dann keine einfachen Antworten, sondern lässt alles, wie „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“, in einem wunderschönen Graubereich verschwinden. Das unterscheidet „Run all Night“, mit seinem durchaus sympathischen Siebziger-Jahre-Gefühl, dann auch von schlechteren Thrillern.
Insgesamt knüpft „Run all Night“ an „Unknown Identity“ und „Non-Stop“, die beiden vorherigen Filme des Teams Collet-Serra/Neeson, an.
Das war jetzt schon ziemlich lang, aber eigentlich sind das nur einige Ergänzungen zu meiner Filmbesprechung, die in der Stuttgarter Zeitung erschien.
Fans der Inspector-Banks-Romane von Peter Robinson müssen jetzt tapfer sein. Weil Banks‘ Kollegin DS Annie Cabbot schwangerschaftsbedingt abwesend ist, hat DCI Alan Banks eine neue Kollegin, die es in den Romane nicht gibt. DI Helen Morton, die gleich an ihrem ersten Arbeitstag zu einer veritablen Hetzjagd gegen Banks blässt, weil bei einer Frauenleiche ein Zettel mit Banks‘ Anschrift gefunden wird und Banks nicht erreichbar ist. Denn er versucht seinem Bruder Roy, den er seit Jahren nicht gesehen hat, zu helfen.
„Eine seltsame Affäre“ ist der schwache Auftakt der zweiten regulären „DCI Banks“-Staffel. Der erste „DCI Banks“-Film „Aftermath“ (Banks – Der Solist), der im englischen TV als Einzelfilm mit der Option auf weitere Filme lief, wird manchmal als erste Staffel gezählt und dann verändert sich die Staffelzählung halt etwas; auch wenn man einen Film nicht wirklich als Staffel zahlen kann.
Doch zurück zu „Eine seltsame Affäre“. Auch hier ist, wie meistens bei Serien, der persönliche Fall eher weniger prickelnd und die Bekanntschaft mit der gesamten Banks-Familie, die wir bis jetzt nicht vermisst haben, ist überflüssig. Denn wir wissen ja, dass der, bis seine Unschuld erwiesen ist, gegen jeden Dienstvorschrift und Vernunft ermittelnde Polizist nichts mit den Morden zu tun hat. Immerhin gibt es hier keine pompöse Mordintrige gegen den Ermittler.
In den nächsten beiden Fällen wird dann wieder, ohne Familiengedöns, Dienst nach Vorschrift geleistet. „Die letzte Rechnung“ und „Der unschuldige Engel“ sind ordentliche, düster grundierte Polizeifilme, in denen die Ermittlungen eindeutig im Vordergrund stehen, wir kaum etwas über die Ermittler erfahren und nicht geblödelt wird. Das ist, wie die Romane von Peter Robinson, angenehm altmodisch-gediegene Krimiunterhaltung vor der prächtigen Kulisse von Yorkshire.
In „Die letzte Rechnung“ wird der Steuerberater Keith Rothwell in seiner Garage erschossen, während seine Frau und Tochter gefesselt nebenan im Haus sind. Banks und Morton finden bei ihren Ermittlungen heraus, dass Rothwell ein Doppelleben führte und in unseriöse Finanzgeschäfte verwickelt ist.
In „Der unschuldige Engel“ wird Ellie Clayton, die Tochter eines wohlhabenden Internet-Unternehmer, ermordet aufgefunden. Banks verdächtigt Owen Pearce, den Regisseur des Schultheaters, bei dem Clayton mitspielte.
Dieser Film gewinnt durch seinen an „Law & Order“ und „Der Preis des Verbrechens“ erinnernde Aufbau eine besondere Dimension. Denn Banks und sein Team werden, nachdem Pearce vom Gericht frei gesprochen wird, mit den Konsequenzen ihrer Ermittlungen für die davon betroffenen Menschen konfrontiert.
In England wurden 2014 und 2015 jeweils zwei weitere, aus drei Filmen bestehende Staffeln ausgestrahlt. Weitere Fälle sind in Arbeit; wobei es sein kann, dass vom neunzigminütigen Format auf ein sechzigminütiges Format gewechselt wird.
In einem aktuellen Interview mit Crime Time Preview sagt Peter Robinson zu den Verfilmungen: „It’s a process of loss. I thought the first few books adapted were relatively close to the originals, even though Annie disappeared and returned as a single mother and DI Helen Morton, a character I never wrote about, was added to the cast. Then DS Winsome Jackman disappeared, to be replaced by Tariq. The adaptations themselves were almost unrecognisable by the third series, and in the fourth Left Bank will be going with original stories. But if you take any expectations of fidelity to the original plots out of the equation, I think it’s a pretty damn good cop series.“
Die deutschen Ausgaben der Banks-Romane erschienen bei Ullstein und sind inzwischen antiquarisch erhältlich. Die letzten Banks-Romane wurden nicht mehr übersetzt.
Inspector Banks – Mord in Yorkshire: Staffel 2 (DCI Banks, Großbritannien 2012)
mit Stephen Tompkinson (DCI Alan Banks), Andrea Lowe (DS Annie Cabbot, nur Credits), Caroline Catz (DI Helen Morton), Lorraine Burroughs (DS Winsome Jackman), Jack Deam (DC Ken Blackstone), Nick Sidi (CS McLaughlin)
– Die aktuellen Morde in Yorkshire
Eine seltsame Affäre (Strange Affair, Großbritannien 2012)
Regie: Tim Fywell
Drehbuch: Robert Murphy
LV: Peter Robinson: Strange Affair, 2005 (Eine seltsame Affäre)
–
Die letzte Rechnung (Dry Bones that dream, Großbritannien 2012)
Regie: Jim Loach
Drehbuch: Rob Williams
LV: Peter Robinson: Dry Bones that dream, 1994 (auch „Final Account“, Die letzte Rechnung)
–
Der unschuldige Engel (Innocent Graves, Großbritannien 2012)
Regie: Mat King
Drehbuch: Andrew Payne, Rob Williams
LV: Peter Robinson: Innocent Graves, 1996 (Der unschuldige Engel)
– DVD
Polyband
Bild: 1,78:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial: –
Länge: 270 Minuten (3 x 90 Minuten (2 DVDs)
FSK: ab 12 Jahre
– Hinweise
Cotton Club (USA 1983, Regie: Francis Ford Coppola)
Drehbuch: William Kennedy, Francis Ford Coppola, nach einer Story von William Kennedy, Francis Ford Coppola und Mario Puzo
Coppolas Liebeserklärung an den Cotton Club. Nicht schlecht, wie er hier Gangsterfilm mit Liebesfilm mit Tanzfilm mit einem halben Dutzend weiterer Genres verbindet. Aber auch weit von der Qualität seiner ersten beiden Paten-Filme entfernt.
Während der Dreharbeiten unterhielten die verschiedensten Skandalmeldungen (Drehbuch, Budget, künstlerische Auseinandersetzungen, um nur einige zu nennen) die Öffentlichkeit.
Mit Richard Gere, Gregory Hines, Diane Lane, Bob Hoskins, James Remar, Nicolas Cage, Larry Fishburne, Tom Waits, Joe Dallesandro, Woody Strode
TATORT: Bienzle und der Champion (Deutschland 1998, Regie: Dieter Schlotterbeck)
Drehbuch: Felix Huby
LV: Felix Huby: Bienzle und der Champion, 1999
Hat der Boxer Piet Mangold den Wirt Jaco Riewers umgebracht? Eine harte Nuss für Bienzle, denn Piet kann sich an nichts erinnern.
Ein guter Bienzle im Boxmilieu.
„Ich glaube, hier ist ein guter Plot stimmig erzählt, wie in anderen Fällen auch. Herausragend wird der Film wirklich durch die Darsteller und die Regie von Dieter Schlotterbeck.“ (Felix Huby in „Felix Huby: Fast wie von selbst“)
Mit Dietz Werner Steck, Rüdiger Wandel, Ben Becker, Claude-Oliver Rudolph, Martin Semmelrogge, Dariusz ‚Tiger’ Michalczewski
NDR, 00.00 Night will fall – Hitchcocks Lehrfilm für die Deutschen (Großbritannien 2014, Regie: Andre Singer)
Drehbuch: Lynette Singer
Sehenswerte Doku über die von Alfred Hitchcock geplante Dokumentation für die Deutschen über die Konzentrationslager – und warum der Film nach dem Kriegsende nicht fertiggestellt wurde.
Auf der Berlinale 2014 wurde neben dieser Doku auch die rekonstruierte Fassung von Hitchcocks Lehrfilm gezeigt.
mit Alfred Hitchcock, Sidney Bernstein, Billy Wilder
Hinweise Arte über „Night will fall“ Berlinale über „Night will fall“ Rotten Tomatoes über „Night will fall“ (Frischegrad: 100 %) Wikipedia über „Night will fall“
Gibt es ein Paralleluniversum – und wenn ja: wie viele?
Diese Frage stellen sich irgendwann die vier befreundeten Paare, die sich zu einem entspannten Abendessen treffen und bei Wein und Essen über ihre Arbeit und den Kometen, der in dieser Nacht an der Erde vorbeifliegt, zu reden. Plötzlich geht das Licht aus. Das gesamte Viertel ist dunkel, bis auf ein Haus am anderen Ende der Straße.
Zwei von ihnen gehen rüber – und als gestählte Horrorfilmfans wissen wir (wie die zurückbleibenden Freunde), dass das wahrscheinlich keine gute Idee ist. Aber in der Wirklichkeit passiert ja nie etwas Schlimmes und so sind die beiden kurz darauf wieder zurück. Ohne eine offensichtliche Veränderung oder Verletzung. Aber sie verhalten sich etwas seltsam. Sie wollen nicht über das andere Haus und was sie dort gesehen und erlebt haben reden. Und hier beginnen wir als Science-Fiction-Fans, gestählt durch unzählige Invasionsfilme (Erinnert ihr euch an „Die Invasion der Körperfresser“?), in eine ganz andere Richtung zu rätseln.
„Coherence“ wurde von James Ward Byrkit („Rango“) mit einem Micro-Budget (also für ein Taschengeld) gedreht. Es spielt fast nur in einem Wohnzimmer und das Wohnzimmer ist Byrkits Wohnzimmer. Die Schauspieler durften während des fünftägigen Drehs, ausgehend von mehr oder weniger detaillierten Anweisungen, einen großen Teil ihrer Dialoge und Taten improvisieren. Deshalb wurde auch chronologisch gedreht. Das Team war klein. Letztendlich waren mehr Menschen vor als hinter der Kamera.
Byrkit hatte also bei seinem Spielfilmdebüt mit einigen selbstgewählten Beschränkungen zu kämpfen, die er zu seinem Vorteil ausnutzte. Die Kamera verleiht dem Film einen milden dokumentarischen Touch und die Idee, die „Twilight Zone“-würdige Geschichte, steht im Mittelpunkt.
Außerdem, und das ist wahrscheinlich die schönste Pointe von „Coherence“, zeigt Byrkit, dass man kein „Interstellar“-Budget braucht um eine sehr ähnliche Geschichte deutlich frischer und kurzweiliger zu erzählen.
Der Film erschien jetzt bei Bildstörung als DVD ohne Bonusmaterial und in einer limitierten „Special Edition“, die eine satte Portion informatives Bonusmaterial hat und die nur im Bildstörung-Online-Shop, bei Amazon und Müller erhältlich ist.
Sie enthält einen Audiokommentar mit Regisseur James Byrkit und den Schauspielern Emily Foxler und Alex Manugian, ein Making-of/Behind the Scenes, Interviews mit den Schauspielern Emily Foxler, Hugo Armstrong und Lorene Scafaria, Aufnahmen eines Testshootings (wahlweise mit einem Audiokommentar von James Byrkit), – insgesamt gut dreißig Minuten -, ein Booklet mit den Regieanweisungen für die Schauspieler und die Soundtrack-CD. Den gut einstündigen Soundtrack gibt es auch als Download. Ohne die Filmbilder ist Kristin Øhrn Dyruds Musik, die im Film für einige Gänsehautmomente sorgt, eine schöne Begleitmusik bei der Arbeit.
Coherence (Coherence, USA 2013)
Regie: James Ward Byrkit
Drehbuch: James Ward Byrkit (nach einer Geschichte von James Ward Byrkit und Alex Manugian)
mit Emily Foxler, Maury Sterling, Nicholas Brendon, Lorene Scafaria, Elizabeth Gracen, Hugo Armstrong, Alex Manugian, Lauren Maher
– DVD (Special Edition)
Bildstörung
Bild: 2,35:1 (16:9 Anamorph – Original Kinoformat)
Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Audiokommentar mit James Byrkit, Emily Foxler und Alex Manugian, Making-of/Behind the Scenes, Interviews mit den Darstellern, Aufnahmen eines Testshootings, zwei Trailer, Teaser, Booklet mit den Regieanweisungen für die Schauspieler, Soundtrack CD
Länge: 84 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
– Hinweise Englische Homepage zum Film Deutsche Homeapge zum Film Film-Zeit über „Coherence“ Moviepilot über „Coherence“ Metacritic über „Coherence“ Rotten Tomatoes über „Coherence“ Wikipedia über „Coherence“
Schießen Sie auf den Pianisten (Frankreich 1960, Regie: Francois Truffaut)
Drehbuch: François Truffaut, Marcel Moussy
LV: David Goodis: Down there, 1956 (Schüsse auf den Pianisten)
Nach dem Selbstmord seiner Frau hat sich der berühmte Konzertpianist Edouard zurückgezogen und fristet sein Dasein in einer Kaschemme als Barpianist. Als sein Bruder ihn um Hilfe bittet, gerät er in die Schusslinie von Gangstern.
Nach dem Erfolg seines Erstlings „Sie küssten und sie schlugen ihn“ drehte der 27-jährige Francois Truffaut ein stimmungsvolles Kriminalmelodrama, das in jeder Einstellung das Werk eines begeisterten Cineasten ist.
„Auf den ersten Blick kann man der gebrochenen Handlung kaum folgen, versteht kaum, um was es eigentlich geht. Sieht man den Film aber öfter, wird man weniger auf die Gangster- und Liebesgeschichte achten als vielmehr auf die Machart, auf das Strickmuster dieses Films über das Filmemachen und –anschauen. Truffaut, damals nun wahrlich ein junges Genie, das sich das Filmemachen fast ausschließlich theoretisch angeeignet hat, spielt mit dem Zuschauer nach allen Regeln der Filmkunst.“ (Willi Winkler: Die Filme von Francois Truffaut)