Neu im Kino/Filmkritik: Besuchen Sie „The Grand Budapest Hotel“!

März 6, 2014

Oft schreibe ich in meinen Besprechungen ja, welcher Schauspieler welche Rolle spielt. Bei Wes Andersons neuem Film „The Grand Budapest Hotel“ mache ich das nicht. Denn ein Teil des Spaßes beim Ansehen der Komödie ist es, Ralph Fiennes, F. Murray Abraham, Mathieu Amalric, Adrien Brody, Willem Dafoe, Jeff Goldblum, Harvey Keitel, Jude Law, Bill Murray, Edward Norton, Saoirse Ronan, Jason Schwartzman, Léa Seydoux, Tilda Swinton, Tom Wilkinson, Owen Wilson, Florian Lukas und Bob Balaban, in ihren teils cameohaften Auftritten, teils gut geschminkt oder mit Bart, zu erkennen. Außerdem steht das ja alles auf dem stylischen Plakat.

Ein weiterer Teil des Spaßes, jedenfalls für Filmfans, ist es, all die Anspielungen, Zitate und Reminiszenzen zu entdecken. In dem sicheren Gefühl, in dieser Sekunde gerade zwei verpasst zu haben. Denn „The Grand Budapest Hotel“ ist ein großartiger Spaß, in dem 1968 im nur noch schwach von seiner früheren Größe zehrendem Grand Budapest Hotel der seltsame Hotelbesitzer Zero Moustafa einem jungen Autor erzählt, wie er der Besitzer des mondänen Hotels wurde.

1932 begann er als Zero (und das war er damals) unter der strengen Fuchtel von Monsieur Gustave H., der als Chefconcierge gerade bei den älteren Damen sehr beliebt war, als Lobbyboy. Nach dem plötzlichen Tod der 84-jährigen Madame Céline Villeneuve Desgoffe und Taxis (kurz Madame D.), fahren sie zur Trauerfeier, haben ein unschönes Erlebnis an der Grenze, erfahren, dass Madame D. Monsieur Gustave ein wertvolles Gemälde vermachte und dass die aasigen Erben ihnen das Bild nicht gönnen. Monsieur Gustave und Zero stehlen es, flüchten zurück in das Grand Budapest Hotel und spätestens hier beginnt eine herrlich verwirrende Geschichte um Lug und Betrug, Mord, falsche Verdächtigungen und, wir ahnen es, Liebe, die so flott und so vergnüglich erzählt wird, dass man kaum zum Nachdenken kommt und auch überhaupt nicht über die Geschichte nachdenken will, denn eine wichtige Inspiration für die Filmgeschichte sind die Screwballkomödien und Serials der frühen dreißiger Jahre, in denen der Held von einer tödlichen Gefahr in die nächste stolpert. Erzählt wird das äußerst geschmackvoll und stilbewusst mit mehr als einem Hauch Billy Wilder und Ernst Lubitsch und einer Danksagung an Stefan Zweig, dessen Memoiren Anderson zu diesem Film inspirierten.

The Grand Budapest Hotel“ ist ein sehr kurzweiliger, temporeicher Spaß voller Zitate, Witze und Überraschungen. Eine wahre cineastische Wundertüte, die man auch einfach als spritzige Komödie genießen kann.

The Grand Budapest Hotel - Plakat

The Grand Budapest Hotel (The Grand Budapest Hotel, USA/Deutschland 2014)

Regie: Wes Anderson

Drehbuch: Wes Anderson (nach einer Geschichte von Wes Anderson und Hugo Guiness)

mit Ralph Fiennes, Tony Revolori, F. Murray Abraham, Mathieu Amalric, Adrien Brody, Willem Dafoe, Jeff Goldblum, Harvey Keitel, Jude Law, Bill Murray, Edward Norton, Saoirse Ronan, Jason Schwartzman, Léa Seydoux, Tilda Swinton, Tom Wilkinson, Owen Wilson, Florian Lukas, Bob Balaban, Lisa Kreuzer

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Homepage der Akademie Zubrowka

Film-Zeit über „The Grand Budapest Hotel“

Moviepilot über „The Grand Budapest Hotel“

Metacritic über „The Grand Budapest Hotel“

Rotten Tomatoes über „The Grand Budapest Hotel“

Wikipedia über „The Grand Budapest Hotel“ (deutsch, englisch)

Einige Ausschnitte aus der Berlinale-Pressekonferenz (hier in ganzer Länge von gut 53 Minuten)

Und noch mehr Ausschnitte aus dem Film (für die ganz Ungeduldigen, die auch gerne auf einige Überraschungen verzichten)


Neu im Kino/Filmkritik: Helmut Kohls blühende Landschaften „Mitgift“

März 6, 2014

 

Als Helmut Kohl 1990 von blühenden Landschaften sprach, die es in der DDR wieder geben sollte, dachte der damalige Bundeskanzler wahrscheinlich nicht an das, was Roland Blum in seiner Langzeitdokumentation „Mitgift“ zeigt. Nämlich Landschaften, in denen die Natur prächtig gedeiht und die Menschen in wunderschön restaurierten Innenstädten leben. Kohl und seine Zuhörer verstanden die „blühenden Landschaften“ als eine schiefe Metapher für einen rasanten ökonomischen Anschluss der DDR an die Bundesrepublik, Das war von der Wirklichkeit abgekoppeltes Wunschdenken. Denn damals war die DDR, nach den Statistiken, eine der führenden Industrienationen, die gerade ihre gesamten Absatzmärkte in Osteuropa verlor und deren Produkte gegenüber westlichen Produkten nicht konkurrenzfähig waren. Wer sich einen Golf kaufen konnte, verzichtete dankend auf einen Trabi. Die DDR war ein Unternehmen, das Produkte herstellte, die niemand mehr kaufen wollte. Da war ein Angleich der Ökonomien innerhalb weniger Jahre vollkommen illusionär und die Umweltkosten dieses dafür nötigen Wirtschaftswachstums wären enorm gewesen.

Damals, im Frühjahr 1990, zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung, begann Roland Blum die DDR zu erkunden. Denn jetzt konnten Journalisten aus dem Westen sich in der noch existierenden, aber sich in Auflösung befindenden DDR frei bewegen und mit den Menschen reden, die auch, weil sie keine staatlichen Repressionen mehr fürchteten, redeten. Und er filmte die Umweltzerstörung. Damals wurden Gifte und Chemikalien von Firmen einfach ins Wasser geleitet. Abgase verpesteten ganze Gegenden. Die Anwohner hatten sich daran gewohnt, dass das Trinkwasser ungenießbar war.

2000 und 2013 besuchte Blum wieder die Orte, an denen er 1990 die zerstörte Umwelt filmte. Er dokumentierte die Veränderungen und unterhielt sich teilweise wieder mit den gleichen Leuten.

Das ist durchaus interessant. Denn durch den direkten Vergleich fällt auch auf, wie sehr sich die Umwelt in der ehemaligen DDR in den vergangenen Jahrzehnten verbesserte. Wie wirklich blühende Landschaften entstanden.

Aber nachdem man das Erzählprinzip verstanden hat (was nicht besonders lange dauert), langweilt „Mitgift“. Denn Blum sagt eigentlich immer wieder, an verschiedenen Orten, das gleiche: Damals war es schlimm, heute ist es gut. Und implizit auch: Seht her, wie toll die BRD die auch ökologisch marode DDR rettete. Der Kapitalismus ist gut.

Dass die ökologische Situation im Westen wenige Jahre früher nicht viel besser war, wird dagegen nicht erwähnt. Das Ruhrgebiet versank unter einer Wolke Kohlestaub. Die Wälder sahen teilweise wie Müllkippen aus. Den Rest besorgte das Waldsterben. Der Rhein diente als Abwasserkanal. Als 1988 der damalige Umweltminister Klaus Töpfer in den Rhein sprang, um seine Ungefährlichkeit zu demonstrieren, wurde die Aktion als idiotische PR-Aktion verlacht. Das Umweltministerium gibt es erst seit 1986, als Reaktion auf die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Eine erstarkte Umweltbewegung und deren parlamentarischer Arm, die Grünen, kämpften seit den Siebzigern für eine saubere Umwelt, während die meisten Bundesbürger noch an sichere AKWs und das Recht auf den eigenen PKW glaubten.

Dass ein großer Teil des Umweltwunders in der ehemaligen DDR an einem kompletten Zusammenbruch der Industrie (denn wo nichts produziert wird, kann auch keine Umwelt verschmutzt werden), Arbeitslosigkeit und Flucht der Jüngeren aus ihrer Heimat, und einer großzügigen Förderung durch die Bundesregierung lagen, wird nur in Nebensätzen erwähnt.

Anstatt einer echten Analyse liefert Blum nur monothematische Impressionen des Wandels, die Umweltschützern gefallen können, weil es ihnen gelang, zahlreiche Biosphärenreservate (die für Westdeutschland auch ein einfacher Weg waren, um internationale Umweltziele zu erreichen) und, auf dem Grenzstreifen, das Grüne Band als Naturschutzgebiet festzulegen. Das sieht dann wie ein Sieg der DDR-Umweltbewegung aus. Gestandene CDUlern dürften in diesen Moment begeistert jauchzen, weil ihre Politik letztendlich doch zu blühenden Landschaften führten.

Mitgift - Plakat

Mitgift (Deutschland 2014)

Regie: Roland Blum

Drehbuch: Roland Blum

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Mitgift“

Moviepilot über „Mitgift“

 


TV-Tipp für den 6. März: I, Robot

März 6, 2014

Vox, 20.15

I, Robot (USA 2004, R.: Alex Proyas)

Drehbuch: Jeff Vintar, Akiva Goldsman

LV: Isaac Asimov: I, Robot, 1950 (Ich, der Robot, Kurzgeschichtensammlung)

2035: Roboter nehmen uns viele Aufgaben ab. Als der Chefkonstrukteur der Firma US Robotics in den Tod stürzt, glaubt Polizist und Roboterhasser Del Spooner, dass der Konstrukteur von einem Roboter umgebracht wurde. Niemand glaubt ihm.

Unterhaltsamer SF-Actionthriller, der von Asimov vor allem die drei Robotergesetze übernommen hat. Denn Proyas interessiert sich vor allem für Design und Entertainment.

mit Will Smith, Bridget Moynahan, Alan Tudyk, James Cromwell, Bruce Greenwood, Chi McBride, Shia LaBeouf

Wiederholung:  Freitag, 7. März, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „I, Robot“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über “I, Robot”

Rotten Tomatoes über “I Robot”

Homepage von Isaac Asimov


TV-Tipp für den 5. März: Code 37: Sexsüchtig/Sehen und gesehen werden

März 5, 2014

ZDFneo, 22.30

Code 37: Sexsüchtig/Sehen und gesehen werden (Belgien 2009)

Regie: Jakob Verbruggen

Drehbuch: Hola Guapa

Code 37“ ist in Belgien der Code der Staatsanwaltschaft für Sexualdelikte, wie sexuelle Gewalt, Vergewaltigung, Inzest, Kinderpornografie, Kindesmissbrauch, Pädophilie, Exhibitionismus, sexuelle Belästigung, sexuelle Diskriminierung und Prostitution.

In der belgischen Krimiserie „Code 37“ verfolgen wir die Fälle einer vierköpfigen Polizeieinheit, die sich in Gent nur mit Sexualdelikten beschäftigt, was für gestandene Krimifans schon einmal eine willkommene Ablenkung von den zahlreichen Mordermittlern ist.

Hannah Maes (gespielt von „Broken Circle“-Hauptdarstellerin Veerle Baetens – was allein schon ein Grund zum Einschalten ist) und ihre rein männlichen Untergebenen sind eine prächtig funktionierendes Team, bei dem die Arbeit und nicht persönliche Befindlichkeiten im Vordergrund stehen. Obwohl Bob De Groof Probleme mit einer Vorgesetzten hat. Dafür haben der ältere Verhörspezialist Charles Ruiters und der junge Computernerd Kevin Desmet keine Probleme mit ihr. Und, auch wenn wir einiges über Maes‘ Privatleben erfahren, stört es jedenfalls in den ersten beiden Folgen nicht die Polizeiarbeit.

In ihrem ersten gemeinsamen Fall „Sexsüchtig“ wollen sie herausfinden, wer eine 35-jährige Frau in einem Hotelzimmer strangulierte. Schnell finden sie heraus, dass die Tote keine Prostituierte, sondern eine sexsüchtige, verheiratete Headhunterin war. Entsprechend viele Affären hatte sie und die Ermittler haben etliche Tatverdächtige.

In „Sehen und gesehen werden“ wird die verprügelte Deborah Linden in ein Krankenhaus eingeliefert. Sie will allerdings keine Anzeige erstatten. Maes und ihr Team ermitteln trotzdem. Dabei bemerken sie, dass Linden Todesangst hat und dass sie von einem Nachbarn beobachtet wurde.

Nach den ersten beiden Fällen lautet mein Fazit: „Code 37“ ist ein ordentlicher Polizeikrimi mit vorhersehbaren Fällen, aber einem sympathischen Team und glaubwürdigen Fällen. Das macht Lust auf mehr.

ZDFneo strahlt in den kommenden Wochen, in Doppelfolgen, die ersten dreizehn Fälle aus. Für weiteren Nachschub ist gesorgt. Denn von 2009 bis 2012 entstanden 39 Folgen und, 2011, ein Kinofilm. .

mit Veerle Baetens (Hannah Maes), Michael Pas (Bob De Groof), Marc Lauwrys (Charles Ruiters), Gilles De Schrijver (Kevin Desmet), Geert Van Rampelberg (Koen Verberk), Carry Goossens (Robert Maes)

Hinweise

ZDF über „Code 37“

Wikipedia über „Code 37“


TV-Tipp für den 4. März: Little Miss Sunshine

März 4, 2014

Super RTL, 20.15

Little Miss Sunshine (USA 2006, R.: Jonathan Dayton, Valerie Faris)

Drehbuch: Michael Arndt

Die siebenjährige Olive Hoover will an einem Schönheitswettbewerb teilnehmen. Also macht sich die Familie (eine sympathische Ansammlung gescheiterter Existenzen) in einem klapprigen VW-Bus auf den Weg quer durch die USA.

„Sehenswert.“ (Lexikon des internationalen Films)

Ein Feelgood-Independent-Movie, das unter anderem zwei Oscars erhielt (Drehbuch und beste Nebenrolle, es war auch als bester Film des Jahres nominiert) und ein Kritiker- und Publikumserfolg war.

Mit Abigail Breslin, Greg Kinnear, Paul Dano, Alan Arkin, Toni Collette, Steve Carell

Hinweise

Film-Zeit über „Little Miss Sunshine“

Metacritic über “Little Miss Sunshine”

Rotten Tomatoes über “Little Miss Sunshine”

Wikipedia über “Little Miss Sunshine” (deutsch, englisch)

Go into the Story: Interview mit Michael Arndt (26. April 2009, aufgenommen wahrscheinlich 2006)

Meine Besprechung von Jonathan Dayton/Valerie Faris’ “Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin” (Ruby Sparks, USA 2012)


TV-Tipp für den 3. März: Herr Ober!

März 3, 2014

BR, 22.00

Herr Ober! (Deutschland 1992, R.: Gerhard Polt, Fred Unger)

Drehbuch: Gerhard Polt

Gerhard Polt spielt Ernst Held, einen verkannten bayerischen Heimatdichter, der von seiner Frau, einer wohlhabenden Hotelbesitzerin, nach einem platonischem Seitensprung achtkantig rausgeworfen wird. Held beginnt sich als Kellner eher erfolglos durchzuschlagen, bis sein Werk im Fernsehen abgefeiert wird.

Nachdem Gerhard Polts neuer Film „…und Äktschn!“ ein veritables Desaster ist, lohnt sich ein Blick auf sein deutlich besseres Frühwerk. Auch wenn sein Regiedebüt „Herr Ober!“ nicht so gut wie „Kehraus“ und „Man spricht deutsch“ ist.

Diese bierernste Nostalgie dominiert die bisweilen etwas einfallslos aneinandergereihten Elemente zeitgenössischer Gesellschaftssatire, bleibt dabei jedoch merkwürdig gegenstandslos. So ist Polts Regiedebüt weniger Komödie als vielmehr ein Heimatfilm ohne Heimat, dessen Ästhetik trotz aller Hiebe aufs Fernsehen von ebendiesem geprägt ist.“ (Fischer Film Almanach 1993)

Bedächtig-behäbig inszenierte Komödie um einen liebenswert-aufrechten Toren, mit satirischen Spitzen gegen das Fernsehen und die Kultur-Schickeria.“ (Zoom)

Die Musik ist von den Biermösl Blosn.

mit Gerhard Polt, Christiane Hörbiger, Ulrike Kriener, Robert Meyer, Natalia Lapina, Eisi Gulp

Hinweise

Wikipedia über „Herr Ober!“

Filmportal über „Herr Ober!“

Meine Besprechung von Frederick Bakers „…und Äktschn!“ (Österreich/Deutschland 2013 – mit Gerhard Polt in der Hauptrolle)


TV-Tipp für den 2. März: The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten

März 2, 2014

Pro 7, 20.15

The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten (USA 2011, Regie: Alexander Payne)

Drehbuch: Alexander Payne, Nat Faxon, Jim Rash

LV: Kaui Hart Hemmings: The Descendants, 2009 (Mit deinen Augen, Neuveröffentlichung unter „The Descendants“)

Auch im Paradies haben die Menschen alltägliche Probleme. So muss Rechtsanwalt Matt King (George Clooney) sich auf Hawaii mit der weiteren Nutzung des Landes, das seit Generationen im Familienbesitz ist und von ihm verwaltet wird, herumschlagen, seine Frau liegt nach einem Bootsunfall im Koma und er muss sich jetzt um seine beiden Töchter kümmern. Da erfährt er, dass seine Frau einen Liebhaber hatte.

Paynes Film ist eine feine, warmherzige und lebenskluge Komödie über Familien und andere alltägliche Probleme. Sein neuester Film „Nebraska“ läuft gerade im Kino.

mit George Clooney, Shailene Woodley, Beau Bridges, Robert Forster, Judy Greer, Matthew Lillard, Nick Krause, Amara Miller, Mary Birdsong, Rob Huebel, Patricia Hastie

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Descendants“

Rotten Tomatoes über „The Descendants“

Wikipedia über „The Descendants“ (deutschenglisch)

The Wall Street Journal: Interview mit Kaui Hart Hemmings über “The Descendants” (23. November 2011)

Stuttgarter Zeitung: Mein Interview mit Alexander Payne über „The Descendants“

Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ (The Descendants, USA 2011, mit George Clooney)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „Nebraska“ (Nebraska, USA 2013)

Alexander Payne in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Nat Faxon/Jim Rashs „Ganz weit hinten“ (The Way Way Back, USA 2013)


Die Oscar-Nominierungen 2014 – und meine Prognose der Gewinner (UPDATE: und die Gewinner)

März 1, 2014

(Update: 3. März: Oscar-Nacht ist um. Wie habe ich mich geschlagen? Einige Treffer sind dabei. Dass „Gravity“ so viele Oscars erhält, hätte ich nicht gedacht. Dass das von einem Briten inszenierte Sklavendrama bester Film wird, hätte ich auch nicht gedacht. Dass „American Hustle“ bei zehn Nominierungen und soviel Hype so schlecht abschneidet, wundert mich schon etwas. Dass meine Liebe zu „Nebraska“ nicht erwidert wird, enttäuscht mich. )

Dieses Jahr habe ich fast alle für die Oscars nominierten Filme gesehen und eine Vorhersage der Gewinner auf fundierter Basis machen; – wobei mehr Informationen nicht unbedingt zu besseren Entscheidungen führen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Und, auch wenn einige grandiose Leistungen vergessen wurden, ist die Auswahl der Nominierten durchgängig verdammt gut und in der Nacht vom Sonntag zum Montag, wenn die Oscars verliehen werden, wissen wir mehr.

Für Nachteulen überträgt Pro7 ab 00.40 Uhr. Die Verleihung beginnt um 01.30 Uhr und endet um 05.50 Uhr.

Also, dann:

Best Motion Picture of the Year

American Hustle (2013)

Captain Phillips (2013)

Dallas Buyers Club (2013)

Gravity (2013)

Her (2013) (Besprechung zum Kinostart)

MEIN TIPP: Nebraska (2013)

Philomena (2013)

GEWINNER: 12 Years a Slave (2013)

The Wolf of Wall Street (2013)

Best Performance by an Actor in a Leading Role

Christian Bale für American Hustle (2013)

MEIN TIPP: Bruce Dern für Nebraska (2013)

Leonardo DiCaprio für The Wolf of Wall Street (2013)

Chiwetel Ejiofor für 12 Years a Slave (2013)

GEWINNER: Matthew McConaughey für Dallas Buyers Club (2013)

Best Performance by an Actress in a Leading Role

Amy Adams für American Hustle (2013)

GEWINNER/MEIN TIPP: Cate Blanchett für Blue Jasmine (2013)

Sandra Bullock für Gravity (2013)

Judi Dench für Philomena (2013)

Meryl Streep für Im August in Osage County (2013)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role

Barkhad Abdi für Captain Phillips (2013)

Bradley Cooper für American Hustle (2013)

Jonah Hill für The Wolf of Wall Street (2013)

MEIN TIPP: Michael Fassbender für 12 Years a Slave (2013)

GEWINNER: Jared Leto für Dallas Buyers Club (2013)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role

Sally Hawkins für Blue Jasmine (2013)

Julia Roberts für Im August in Osage County (2013)

GEWINNER: Lupita Nyong’o für 12 Years a Slave (2013)

Jennifer Lawrence für American Hustle (2013)

MEIN TIPP: June Squibb für Nebraska (2013)

Best Achievement in Directing

GEWINNER/MEIN TIPP: Alfonso Cuarón für Gravity (2013)

Steve McQueen für 12 Years a Slave (2013)

David O. Russell für American Hustle (2013)

Martin Scorsese für The Wolf of Wall Street (2013)

Alexander Payne für Nebraska (2013)

Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen

American Hustle (2013): Eric Warren Singer, David O. Russell

Blue Jasmine (2013): Woody Allen

GEWINNER: Her (2013): Spike Jonze

MEIN TIPP: Nebraska (2013): Bob Nelson

Dallas Buyers Club (2013): Craig Borten, Melisa Wallack

Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published

Before Midnight (2013): Richard Linklater (Manche Einordnungen verstehe ich nicht. Denn für mich gehört „Before Midnight“ in die „Directly for the Screen“-Kategorie)

Captain Phillips (2013): Billy Ray

GEWINNER/MEIN TIPP: 12 Years a Slave (2013): John Ridley

The Wolf of Wall Street (2013): Terence Winter

Philomena (2013): Steve Coogan, Jeff Pope

Best Animated Feature Film of the Year

Die Croods (2013)

Ich – Einfach unverbesserlich 2 (2013)

Ernest & Célestine (2012)

GEWINNER: Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (2013)

Kaze tachinu (2013)

Kein Tipp, weil ich keinen der Filme kenne, aber „Die Eiskönigin“ soll sehr gut sein.

Best Foreign Language Film of the Year

The Broken Circle (2012): Felix Van Groeningen (Belgien)

L’image manquante (2013): Rithy Panh (Kambodscha)

Die Jagd (Jagten, 2012): Thomas Vinterberg (Dänemark)

GEWINNER/MEIN TIPP: La Grande Bellezza – Die große Schönheit (2013): Paolo Sorrentino (Italien)

Omar (2013): Hany Abu-Assad (Palästina)

Best Achievement in Cinematography

GEWINNER/MEIN TIPP: Gravity (2013): Emmanuel Lubezki

Inside Llewyn Davis (2013): Bruno Delbonnel

Nebraska (2013): Phedon Papamichael

Prisoners (2013): Roger Deakins

The Grandmaster (2013): Philippe Le Sourd

Ab jetzt wird es schwierig, weil es doch sehr speziell wird.

Best Achievement in Editing

MEIN TIPP: 12 Years a Slave (2013): Joe Walker

American Hustle (2013): Alan Baumgarten, Jay Cassidy, Crispin Struthers

GEWINNER: Gravity (2013): Alfonso Cuarón, Mark Sanger

Captain Phillips (2013): Christopher Rouse

Dallas Buyers Club (2013): Martin Pensa, John Mac McMurphy

Best Achievement in Production Design

12 Years a Slave (2013): Adam Stockhausen, Alice Baker

MEIN TIPP: American Hustle (2013): Judy Becker, Heather Loeffler

Gravity (2013): Andy Nicholson, Rosie Goodwin, Joanne Woollard

GEWINNER: Der große Gatsby (2013): Catherine Martin, Beverley Dunn

Her (2013): K.K. Barrett, Gene Serdena

Best Achievement in Costume Design

MEIN TIPP: American Hustle (2013): Michael Wilkinson

GEWINNER: Der große Gatsby (2013): Catherine Martin

12 Years a Slave (2013): Patricia Norris

The Grandmaster (2013): William Chang

The Invisible Woman (2013): Michael O’Connor

Best Achievement in Makeup and Hairstyling

GEWINNER: Dallas Buyers Club (2013): Adruitha Lee, Robin Mathews

MEIN TIPP: Jackass: Bad Grandpa (2013): Steve Prouty

Lone Ranger (2013): Joel Harlow, Gloria Pasqua Casny

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score

(Argh, wie soll ich mich an die Musik eines vor Monaten gesehenen Films erinnern? Und soll ich hier bewerten, wie sehr die Musik den Film unterstützt – was dazu führt, dass sie nicht auffällt – oder wie sehr sie als eigenständige CD funktioniert – was dazu führt, dass sie sehr wahrscheinlich die Filmgeschichte stört?)

Die Bücherdiebin (2013): John Williams (Besprechung zum Kinostart)

GEWINNER: Gravity (2013): Steven Price (War da Musik im Film?)

Her (2013): William Butler, Andy Koyama

MEIN TIPP: Saving Mr. Banks (2013): Thomas Newman (Besprechung zum Kinostart)

Philomena (2013): Alexandre Desplat

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Song

Ich – Einfach unverbesserlich 2 (2013): Pharrell Williams („Happy“)

GEWINNER: Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (2013): Kristen Anderson-Lopez, Robert Lopez („Let It Go“)

MEIN TIPP (obwohl es wahrscheinlich „Ich“ oder „Die Eiskönigin“ wird): Mandela: Der lange Weg zur Freiheit (2013): Bono, Adam Clayton, The Edge, Larry Mullen Jr., Brian Burton („Ordinary Love“)

Her (2013): Karen O („The Moon Song“)

Best Achievement in Sound Mixing

(Hm, was ist jetzt genau für mich als Zuschauer der Unterschied zwischen „Sound Mixing“ und „Sound Editing“ und wie groß ist der Einfluss des Kinos auf meine Wahrnehmung des Sounds?)

GEWINNER: Gravity (2013): Skip Lievsay, Niv Adiri, Christopher Benstead, Chris Munro

MEIN TIPP (weil diese Blockbuster immer einen Oscar in einer Nebenkategorie kriegen): Der Hobbit – Smaugs Einöde (2013): Christopher Boyes, Michael Hedges, Michael Semanick, Tony Johnson

Captain Phillips (2013): Chris Burdon, Mark Taylor, Mike Prestwood Smith, Chris Munro

Inside Llewyn Davis (2013): Skip Lievsay, Greg Orloff, Peter F. Kurland

Lone Survivor (2013): Andy Koyama, Beau Borders, David Brownlow

Best Achievement in Sound Editing

MEIN TIPP (weil der Film mehr Nominierungen verdient hätte): All Is Lost (2013): Steve Boeddeker, Richard Hymns

Captain Phillips (2013): Oliver Tarney

GEWINNER: Gravity (2013): Glenn Freemantle

Der Hobbit – Smaugs Einöde (2013): Brent Burge

Lone Survivor (2013): Wylie Stateman

Best Achievement in Visual Effects

GEWINNER/MEIN TIPP: Gravity (2013): Timothy Webber, Chris Lawrence, David Shirk, Neil Corbould

Der Hobbit – Smaugs Einöde (2013): Joe Letteri, Eric Saindon, David Clayton, Eric Reynolds

Iron Man 3 (2013): Christopher Townsend, Guy Williams, Erik Nash, Daniel Sudick

Lone Ranger (2013): Tim Alexander, Gary Brozenich, Edson Williams, John Frazier

Star Trek: Into Darkness (2013): Roger Guyett, Pat Tubach, Ben Grossmann, Burt Dalton

Best Documentary, Feature

MEIN TIPP: The Act of Killing (2012): Joshua Oppenheimer, Signe Byrge Sørensen

Cutie and the Boxer (2013): Zachary Heinzerling, Lydia Dean Pilcher

Schmutzige Kriege – Dirty Wars (2013): Rick Rowley, Jeremy Scahill

Al midan (2013): Jehane Noujaim, Karim Amer

GEWINNER: 20 Feet from Stardom (2013): Morgan Neville

Das war’s. Denn die folgenden Filme kenne ich nicht.

Best Documentary, Short Subject

Cavedigger (2013): Jeffrey Karoff

Facing Fear (2013): Jason Cohen

Karama Has No Walls (2012): Sara Ishaq

GEWINNER: The Lady In Number 6 (2013): Malcolm Clarke, Carl Freed

Prison Terminal: The Last Days of Private Jack Hall (2013): Edgar Barens

Best Short Film, Animated

Feral (2012): Daniel Sousa, Dan Golden

Get a Horse! (2013): Lauren MacMullan, Dorothy McKim

GEWINNER: Mr Hublot (2013): Laurent Witz, Alexandre Espigares

Tsukumo (2012): Shuhei Morita

Room on the Broom (2012) (TV): Max Lang, Jan Lachauer

Best Short Film, Live Action

Aquel no era yo (2012): Esteban Crespo

Avant que de tout perdre (2013): Xavier Legrand

GEWINNER: Helium (2014): Anders Walter

Pitääkö mun kaikki hoitaa? (2012): Selma Vilhunen

The Voorman Problem (2012): Mark Gill


Neu im Kino/Filmkritik: Die introvertierte Komödie „Viva la Libertà“

März 1, 2014

Italien ist – jedenfalls politisch betrachtet – ein Irrenhaus, das damit auch die Vorlage für entsprechende Satiren bietet. Auch „Viva la Libertà“ ist eine Satire auf die italienische Politik.

Enrico Oliveri (Toni Servillo) ist der Vorsitzende der wichtigsten Oppositionspartei. Aber die Umfragen sind mies, alle kritisieren ihn und hoffen doch auf ihn, weil sie keine Alternative haben. Ihm wird das alles zu viel und er verschwindet spurlos. Sein engster Mitarbeiter Andrea Bottini (Valerio Mastandrea) deckt ihn zunächst, aber alle fragen nach Enrico. Da erfährt er von Enricos Bruder Giovanni (wieder Toni Servillo) und als dieser spontan in einem Restaurant einem Polit-Journalisten ein Interview als Enrico gibt und der Journalist glücklich über das Exclusiv-Interview von dannen zieht, hat Bottini eine grandiose Idee. Der Doppelgänger kann doch einige Tage den Parteivorsitzenden spielen. Das Aussehen passt und Giovanni muss halt einfach still sein.

Aber Giovanni, ein exzentrischer Philosoph zwischen Genie und Wahnsinn, der bis vor kurzem in einer geschlossenen Anstalt war und schon seit Ewigkeiten nicht mehr mit seinem Bruder gesprochen hat, denkt nicht daran. Mit einem beseelten Lächeln stellt er sich vor die Mikrofone und becirct die Massen mit halbphilosophischen Sentenzen. Die Öffentlichkeit ist begeistert. Endlich redet ein Politiker Klartext und spricht die Probleme des Landes ohne Scheuklappen an. Für mich waren Giovannis Sätze dagegen nur allgemeines Geplauder, das sich, mit abendländischer Bildung gesättigt, schön anhörte, aber nur mit anderen Worten, teils sogar noch wolkiger, die Sprechblasen der Politiker wiederholte.

Aber neben der Geschichte von Giovanni erzählt Roberto Andò, der die Vorlage und das Drehbuch schrieb und Regie führte, auch die Geschichte von Enrico, der nach Frankreich zu einer alten Geliebten (Valeria Bruni Tedeschi) flüchtete, bei ihr untertaucht, sich mit ihrem neuen Freund, einem Regisseur, über Filme unterhält (denn die Oliveri-Brüder sind auch große Filmfans) und schließlich bei dem Dreh für einen Film mithilft. Hier findet er sein kleines Glück. Jedenfalls für den Moment.

Viva la Libertà“ ist eine im gemäßigten Tempo erzählte melancholische Komödie der leisen Tönen, in der wenig über die italienische Politik (als Politik-Komödie versagt der Film kläglich), aber viel über die Midlife-Crises eines Mannes erfahren. Denn Enrico fragt sich, ob er in der Vergangenheit die richtigen Entscheidungen getroffen hat oder ob er nicht doch mit Danielle und einer Arbeit im Filmgeschäft glücklicher geworden wäre.

Und Toni Servillo (zuletzt „La Grande Bellezza – Die große Schönheit“) liefert in einer Doppelrolle eine weitere Glanzleistung.

Viva la Liberta - Plakat

Viva la Libertà (Viva la Libertà, Italien 2013)

Regie: Roberto Andò

Drehbuch: Roberto Andò, Angelo Pasquin

LV: Roberto Andò: Il trono vuoto, 2012

mit Toni Servillo, Valerio Mastandrea, Valeria Bruni Tedeschi, Michela Cescon, Anna Bonaiuto, Eric Trung Nguyen

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Viva la Libertà“

Moviepilot über „Viva la Libertà“

Rotten Tomatoes über „Viva la Libertà“ (derzeit noch keine Besprechungen)

Wikipedia über „Viva la Libertà“ (englisch, italienisch)


TV-Tipp für den 1. März: Sphere – Die Macht aus dem All

März 1, 2014

RTL II, 22.35

Sphere – Die Macht aus dem All (USA 1998, Regie: Barry Levinson)

Drehbuch: Stephen Hauser, Paul Attanasio, Kurz Wimmer (Adaption)

LV: Michael Crichton: Sphere, 1987 (Sphere – Die Gedanken des Bösen)

Als auf dem Meeresgrund ein Raumschiff entdeckt, wird, soll eine Gruppe Wissenschaftler es erforschen – und wird schnell mit seltsamen Ereignissen konfrontiert.

Science-Fiction-Film, der das Genre nicht neu erfindet und zu lang geraten ist (134 Minuten!), aber mit einer guten Besetzung punktet.

befriedigendem Film“ (Fischer Film Almanach 1999)

mit Dustin Hoffman, Sharon Stone, Samuel L. Jackson, Peter Coyote, Lief Schreiber, Queen Latifah

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Sphere“

Wikipedia über „Sphere“ (deutsch, englisch)

Mein Nachruf auf Michael Crichton

Meine Besprechung von Barry Levinsons „The Bay – Nach Angst kommt Panik“ (The Bay, USA 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: Die Katholikin „Philomena“ sucht ihr Kind

Februar 28, 2014

 

Nachdem Stephen Frears mit seinem vorherigen Film „Lady Vegas“ (Lay the Favorite) so richtig daneben griff, kehrt er mit „Philomena“ wieder zur alten Stärke zurück, indem er, genau beobachtend und vielschichtig, eine einfache Geschichte erzählt, die von den Schauspielern und den pointierten Dialogen getragen wird. Außerdem handelt es sich um eine wahre Geschichte, die Martin Sixsmith zu einem Sachbuch verarbeitete, das die Vorlage für „Philomena“ ist. Dabei war Martin Sixsmith zuerst überhaupt nicht begeistert von der Geschichte. Aber nachdem der große BBC-Polit-Journalist nach einer spitzen Bemerkung als Berater der Tony-Blair-Regierung entlassen wurde, benötigte er das Geld und er nahm die Human-Interest-Geschichte – ein journalistisches Genre, das er für den Bodensatz des Bodensatzes hält – nur widerwillig an. Eigentlich überlegte er nur, wie er den Auftrag möglichst schnell erledigen könnte. Aber das war, bevor er Philomena Lee kennen lernte und er merkte, dass die katholische Kirche jede Hilfe verweigert.

Vor etwas über fünfzig Jahren, 1952, wurde Philomena im streng katholischen Irland als junges, unverheiratetes, katholisches Mädchen schwanger. Eine Sünde, für die sie von ihren Eltern in das Kloster in Roscrea abgeschoben wird. Dort, in der Sean Ross Abtei, muss sie, wie viele andere Sünderinnen in der Wäscherei schuften. Ihre Kinder wurden zur Adoption freigegeben; – eigentlich in die USA verkauft, während die Mütter nicht gefragt wurden, Frondienste leisteten und von den Schwestern wie Sklavinnen gehalten wurden. Nach außen inszenierten die Schwestern sich, wie auch die Kirche, als Wohltäterinnen. 1955 wurde Philomenas Kind verkauft.

Jetzt fragt sie sich, was aus ihrem Sohn wurde. Zusammen mit Martin Sixsmith besucht sie die Sean Ross Abtei, aber die Schwestern sagen ihnen nichts.

Im Dorfpub erfährt Sixsmith von den Verkäufen der Bastarde an reiche US-Amerikaner. Gemeinsam mit Philomena verfolgt er die vielversprechende Spur in die USA – und wer die Geschichte von Philomena Lee aus den Medien kennt, dürfte jetzt keine großen Überraschungen erleben. Jedenfalls nicht bei der Identität von ihrem Sohn.

Dafür schreibt hier das echte Leben eine viel bittere Geschichte. Denn ihr Sohn ist tot und seine letzten Wünsche wurden von der katholischen Kirche ignoriert.

Bis dahin lernen sich der arrogante, weltgewandte Upper-Class-Journalist Sixsmith und die Working-Class-Frau, die immer noch eine gläubige Katholikin ist, begeistert Kitschromane liest und nie ihr Land verlassen hat, besser kennen und, dank des pointierten Drehbuchs von Steve Coogan und Jeff Pope, der gewohnt souveränen Regie von Stephen Frears („Die Queen“, „The Snapper“, „Grifters“, „Gefährliche Liebschaften“, „Mein wunderbarer Waschsalon“) und dem grandiosen Spiel von Steve Coogan und Judi Dench werden die offensichtlichen Fallen der Geschichte souverän umschifft.

Philomena“ ist eine zu Herzen gehende Geschichte über die Suche nach dem verlorenen Sohn, eine kühle, die Fakten sprechende Anklage gegen die katholische Kirche, die witzige Geschichte eines seltsamen Paares und auch ein Moralstück. Denn wie soll man mit Unrecht umgehen?

Am Ende des Films verlässt man, trotz der düsteren Geschichte, beschwingt das Kino. „Philomena“ ist ein feiner, kleiner Film, der letztes Jahr beim Filmfestival in Venedig seine Premiere feierte, Publikumsliebling war und neun Preise erhielt. Seitdem erhielt das Drama etliche weitere Preise und wurde für vier Oscars, unter anderem als Bester Film, nominiert.

Philomena - Plakat

Philomena (Philomena, Großbritannien 2013)

Regie: Stephen Frears

Drehbuch: Steve Coogan, Jeff Pope

LV: Martin Sixsmith: The Lost Child of Philomena Lee, 2009 (Philomena – Eine Mutter sucht ihren Sohn)

mit Judi Dench, Steve Coogan, Sophie Kennedy Clark, Anna Maxwell Martin, Ruth McCabe, Kate Fleetwood, Peter Hermann, Mare Winningham, Michelle Fairley

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Philomena“

Moviepilot über „Philomena“

Metacritic über „Philomena“

Rotten Tomatoes über „Philomena“

Wikipedia über „Philomena“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Stephen Frears „Lady Vegas“ (Lay the Favorite, USA/GB 2012)

Und noch einige Interviews

mit Philomena Lee und ihrer Tochter Jane

mit Stephen Frears (Regie) und Steve Coogan (Produktion, Drehbuch, Hauptrolle)


TV-Tipp für den 28. Februar: Teufel in Blau

Februar 28, 2014

ZDFneo, 22.00

Der Teufel in Blau (USA 1995, R.: Carl Franklin)

Drehbuch: Carl Franklin

LV: Walter Mosley: Devil in a blue dress, 1990 (Teufel in Blau)

Los Angeles, 1948: Amateurdetektiv Easy Rawlins soll Daphne finden. Aber Daphne hat es faustdick hinter den Ohren.

Franklins gelungene Verfilmung von Mosley Debütroman. „Teufel in Blau“ ist ein Film Noir, der seine Vorbilder aus der Schwarzen Serie immer deutlich zitiert und damit immer zum gut gemachten, aber auch langweiligem Ausstattungskino tendiert.

Mit Denzel Washington, Tom Sizemore, Jennifer Beals, Don Cheadle

Wiederholung: Samstag, 1. März, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Teufel in Blau“

Wikipedia über „Teufel in Blau“ (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Easy Rawlins

Homepage von Walter Mosley

Meine Besprechung von Walter Mosleys Kurzroman „Archibald Lawless: Freier Anarchist“ in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Walter Mosleys neue Kriminalromane erscheinen inzwischen bei Suhrkamp.


Neu im Kino/Filmkritik: Trendy Optik, altes Getriebe: „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Februar 27, 2014

In seiner neuesten Inkarnation sieht Jack Ryan nach Alec Baldwin, Harrison Ford und Ben Affleck wie Chris Pine aus und er ist auch wieder etwas verjüngt worden. Denn als Tom Clancy Jack Ryan erstmals 1984 in seinem Bestseller „Jagd auf Roter Oktober“ auftreten ließ, war er bereits ein gestandener Mittdreißiger. Danach ließ er ihn altern – und als Hollywood jetzt wieder einen Jack-Ryan-Film machen wollte, war klar, dass sich die Filmemacher einige Freiheiten von den Vorlagen nehmen. Was ja nicht unbedingt schlecht ist. Siehe James Bond, dessen Filmabenteuer schon seit Jahrzehnten nichts mehr mit den Geschichten von Ian Fleming zu tun haben.

Mit diesem etwas aus der Zeit gefallenem Helden hat Jack Ryan, ein Kind des Kalten Krieges, durchaus einige Gemeinsamkeiten. Jack Ryan ist zwar kein das Leben auf die leichte Schulter nehmender, sexuell höchst aktiver Jet-Setter. Er ist ein in einer festen Beziehung lebender Analyst, ein Zahlenfresser, ein biederer Beamter, der dann doch immer wieder in Trouble gerät. Auch weil er die Daten anders – was im Rahmen der Filmgeschichte „richtig“ heißt – als seine Vorgesetzten interpretiert und er dann doch auch mal einen Alleingang für sein Vaterland machen muss. Aber genau wie James Bond ist Jack Ryan ein braver Staatsdiener, der Geheimdienst funktioniert prächtig, die Technik funktioniert ebenso fehlerfrei und die Welt ist klar in Gut und Böse getrennt. Das hat dann, nachdem Jack Bauer und Jason Bourne, nicht mehr wussten, auf welcher Seite ihre Vorgesetzten stehen, doch etwas altmodisches. Denn in einem Jack-Bauer-Abenteuer wäre der Vorgesetzte ein Verräter. In einem Jack-Ryan-Film ist der Vorgesetzte kein Verräter, sondern die dem Helden helfende Hand, die dieser auch nötig hat.

In „Jack Ryan: Shadow Recruit“, das auf keinem Tom-Clancy-Roman, sondern auf dem Charakter basiert und als Beginn einer neuen Jack-Ryan-Serie geplant ist, erlebt Jack Ryan (Chris Pine) als Student in London die Anschläge auf das World Trade Center. Er geht zum Militär, wird scher verletzt, von CIA-Mann William Harper (Kevin Costner) rekrutiert und er beginnt, im Auftrag des CIA, undercover als Analyst an der Wall Street zu arbeiten. In der Gegenwart entdeckt er Unregelmäßigkeiten bei einem russischen Großkunden.

Harper schickt „Ich bin nur ein Analyst“-Jack-Ryan nach Moskau. Dort soll er die Konten überprüfen – und er gerät schnell in einen James-Bond-würdigen Schlamassel, der in seinem Hotelzimmer mit einem Mordanschlag auf ihn beginnt. Am Ende des Kampfes ist das Nobelhotelzimmer demoliert und eine Leiche liegt in der Badewanne. Innerhalb weniger Minuten werden von der sehr effektiven CIA-Renovierungstruppe die Schäden beseitigt und Jack Ryan darf Viktor Cherevin (Kenneth Branagh), dem Bösewicht, die Hand schütteln. Dieser will mit mehreren Anschlägen die Finanzmärkte so manipulieren, dass der US-Dollar wertlos wird.

Jack Ryan: Shadow Recruit“ erfindet das Genre nicht neu. Aber Kenneth Branagh erzählt die Geschichte flott, konzentriert sich auf die Schauspieler, die Dialoge und altmodische Agentenspielereien, die als klassisches Spannungskino immer noch funktionieren. Die Action, wie die Schlägerei im Hotelzimmer und der Schlusskampf in New York, ist dagegen eher rar gesät und nicht so spannend wie Jack Ryans Einbruch in Cherevins Büro, während seine Freundin (Keira Knightley) Cherevin im Restaurant über mehrere Minuten ablenken soll.

Während Branagh stilistisch an die Gegenwart des Agententhrillers anschließt und auf eine angenehm altmodische Art ordentlich thrillt, sind gerade die Momente und die Ideologie, die aus dem Werk von Tom Clancy übernommen wurden, die Schwachpunkte des Films. Denn es wird die Mär von der guten und effizienten CIA verbreitet, einem funktionierendem, die Demokratie schützendem Apparat mit tapferen und ehrlichen Männer (und einigen gut aussehenden Frauen) und einer perfekt funktionierenden Technik. Nur die Politiker stören dabei ab und an. Und, wie im Kalten Krieg, sind die Amerikaner die Guten und die Russen die Bösen, in deren Reich sich seit Glasnost die Fassaden der Gebäude, aber nicht die inneren Strukturen des Landes änderten.

Aber schon der erste Jack-Ryan-Film „Jagd auf Roter Oktober“ war damals als ein mühsam auf Glasnost getrimmter Kalter-Kriegs-Thriller seltsam deplatziert in Kino.

Jack Ryan - Shadow Recruit - Hauptplakat

Jack Ryan: Shadow Recruit (Jack Ryan: Shadow Recruit, USA/Russland 2013)

Regie: Kenneth Branagh

Drehbuch: Adam Cozad, David Koepp

LV: Charakter von Tom Clancy

mit Chris Pine, Kevin Costner, Kenneth Branagh, Keira Knightley, Peter Andersson, David Paymer, Colm Feore, Lenn Kudrjawizki, Alec Utgoff

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Moviepilot über „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Metacritic über „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Rotten Tomatoes über „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Wikipedia über „Jack Ryan: Shadow Recruit“ (deutsch, englisch)

Homepage von Tom Clancy


TV-Tipp für den 27. Februar: Mary Poppins

Februar 27, 2014

 

Disney Channel, 20.15

Mary Poppins (USA 1964, Regie: Robert Stevenson)

Drehbuch: Bill Walsh, Don DaGradi

LV: P. L. Travers: Mary Poppins, 1934

Zur Einstimmung auf „Saving Mr. Banks“ (Kinostart: 6. März) sehen wir uns noch einmal den Disney-Musical-Klassiker über das Kindermädchen Mary Poppins, das in London etwas unorthodox auf zwei Bankierskinder aufpasst und ihnen singend eine magische Welt zeigt, an.

Der sehenswerte Disney-Film „Saving Mr. Banks“, mit Emma Thompson und Tom Hanks, ist das Making of zu „Mary Poppins“.

Mit Julie Andrews, Dick Van Dyke, David Tomlinson, Glynis Johns, Karen Dotrice, Matthew Garber

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Mary Poppins“

Wikipedia über „Mary Poppins“ (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: „Schmutzige Kriege – Dirty Wars“ – das filmische Making of

Februar 26, 2014

 

Natürlich kann man in einem neunzigminütigem Film nicht alles zeigen, was in einem über siebenhundertseitigem Buch steht; – obwohl bei einer Romanverfilmung durch kluge Raffungen eigentlich alles übernommen werden kann. Bei einem Sachbuch ist das unmöglich. Deshalb erzählt der US-Journalist Jeremy Scahill in dem Film „Schmutzige Kriege – Dirty Wars“ eine andere Geschichte als in seinem Sachbuch „Schmutzige Kriege – Amerikas geheime Kommandoaktionen“. Das Sachbuch folgt chronologisch dem Weg Amerikas nach 9/11 in eine neue Form des Krieges.

Im Film zeichnet Scahill dagegen, mit ihm immer wieder prominent im Bild, seine Recherche zu dem Buch nach: also wie er 2010 in Afghanistan erstmals von den geheimen Einsätzen des Joint Special Operations Command (JSOC) hörte. Das JSOC ist eine kleine, dem US-Präsidenten unterstehende Spezialeinheit, die vor 9/11 ziemlich unwichtig war und auch danach offiziell eigentlich nichts tat. Dennoch war sie in einen Anschlag in der afghanischen Stadt Gardez im Februar 2010, bei dem unter anderem zwei schwangere Frauen und ein Polizeikommandant getötet wurden, verwickelt.

Bei seinen Recherchen stieß Scahill schnell auf viele weitere Einsätze der JSOC in vielen Ländern, die vor der Öffentlichkeit verborgen wurden. Erst mit der Tötung von Osama Bin Laden wurde das JSOC einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

In der Dokumentation „Schmutzige Kriege – Dirty Wars“ werfen Jeremy Scahill und Regisseur Richard Rowley einen bedrückenden Blick auf Amerikas Krieg gegen seine Grundprinzipien. Und genau in diesem Aufzeigen der Dynamik, mit der der „war on terror“ zu einem sich selbst erhaltendem Krieg ohne Ende wurde, liegt der Verdienst dieser Dokumentation, die Richard Rowley in einer gewöhnungsbedürftigen Farbpalette und einer eher störenden Video-Kamera-Optik, für die es beim Sundance-Festival einen Preis gab, inszenierte.

Jeremy Scahill und Richard Rowley zeigen den Weg und auch die Strukturen auf, die dazu führten, dass Barack Obama den Krieg gegen den Terrorismus nicht beendete, sondern mit größerer Intensität als sein Vorgänger George Bush jr. fortführt. Unter Obama wurden gezielte Tötungen, auch mit Drohnen, zu einem wichtigen Teil der US-amerikanischen Außenpolitik. In der Logik dieses Krieges liegt, dass die Liste der Menschen, die ohne irgendeine Gerichtsverhandlung zum Abschuss freigegeben werden, ständig wächst, dass auch Menschen, die vielleicht irgendwann einmal Terroristen werden könnten (wie den sechzehnjährigen US-Bürger und Predigersohn Abdulrahman Awlaki, der zwei Wochen nach seinem Vater bei einem Drohnenangriff mit seinen Freunden und Cousins im Jemen getötet wurde) und Unschuldige, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren, ermordet werden.

Der für den Oscar in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ nominierte Film bleibt aufgrund seiner Machart, nämlich dem Verfolgen von Jeremy Scahill bei seinen Recherchen, notgedrungen etwas oberflächlich. Dennoch regt „Schmutzige Kriege – Dirty Wars“ zum Nachdenken an und weckt die Lust auf Scahills Buch.

Schmutzige Kriege - DVD-Cover - 4

Schmutzige Kriege – Dirty Wars (Dirty Wars, USA 2013)

Regie: Richard Rowley

Drehbuch: David Riker, Jeremy Scahill

mit Jeremy Scahill, Nasser Al Aulaqi, Saleha Al Aulaqi, Muqbal Al Kazemi

DVD

Koch Media

Bild: 1.85:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: –

Länge: 83 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Das Buch zum Film

Scahill - Schmutzige Kriege - 4

Jeremy Scahill: Schmutzige Kriege – Amerikas geheime Kommandoaktionen

(übersetzt von Maria Zybak, Gabriele Gockel, Sonja Schuhmacher und Bernhard Jendricke, Kollektiv Druck-Reif)

Verlag Antje Kunstmann, 2013

720 Seiten

29,95 Euro

(vom Autor autorisierte, gekürzte Fassung)

Originalausgabe

Dirty Wars – The World is a Battlefield

Nation Books, 2013

Hinweise

Twitter-Account von Jeremy Scahill

Homepage zum Buch und Film

Perlentaucher über Jeremy Scahills “Schmutzige Kriege”

Rotten Tomatoes über “Dirty Wars”

Wikipedia über Jeremy Scahill

Mein Hinweis auf Jeremy Scahills Lesereise (mit vielen Interviews)


TV-Tipp für den 26. Februar: Hitlers Madonna und die Retter der Raubkunst

Februar 26, 2014

 

Arte, 21.35

Hitlers Madonna und die Retter der Raubkunst (Deutschland/Österreich 2014, Regie: Petra Dorrmann)

Drehbuch: Petra Dorrmann

Gut einstündige Doku über die wahren Hintergründe der Rettung der von Hitler geraubten und in der Salzmine in Altaussee versteckten Kunstwerke. In George Clooneys „Monuments Men“ wird ja die Hollywood-Version der Rettung erzählt.

Wiederholung: Sonntag, 16. März, 15.55 Uhr

Hinweise

Arte über die Doku

Meine Besprechung von George Cloones „Monuments Men“ (The Monuments Men, USA/Deutschland 2013)


TV-Tipp für den 25. Februar: Versenktes Gift

Februar 25, 2014

 

Arte, 20.15

Versenktes Gift (Frankreich 2013, R.: Nicolas Koutsikas, Eric Nadler, Bob Cohen)

Drehbuch: Nicolas Koutsikas, Eric Nadler, Bob Cohen

Spielfilmlange Doku über Chemiewaffen, die in den vergangenen hundert Jahren von Militärs im Meer versenkt wurden, ohne darüber nachzudenken, was passiert, wenn die tödlichen Gifte ins Meer gelangen.

Wiederholung: Donnerstag, 6. März, 09.00 Uhr

Hinweis

Arte über die Doku


TV-Tipp für den 24. Februar: Johnny zieht in den Krieg

Februar 24, 2014

Arte, 22.25

Johnny zieht in den Krieg (USA 1971, R.: Dalton Trumbo)

Drehbuch: Dalton Trumbo, Luis Buñuel (ungenannt)

LV: Dalton Trumbo: Johnny got his gun, 1939 (Süß und ehrenvoll; Johnny zieht in den Krieg)

Im Ersten Weltkrieg wird der junge Johnny schwer verletzt. Ohne Arme und Beine, blind, taub und stumm wird er im Krankenhaus zum Versuchtstier von Ärzten und Johnny versucht sein Leiden zu begreifen.

Sehr selten gezeigter Antikriegsklassiker, der damals bei der europäischen Kritik (unter anderem Spezialpreis der Jury und Großer Preis der Kritik in Cannes) gut ankam. In den USA nicht so. .

mit Timothy Bottoms, Kathy Fields, Marsha Hunt, Jason Robards, Donald Sutherland

Wiederholung: Donnerstag, 6. März, 01.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Johnny zieht in den Krieg“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Johnny zieht in den Krieg“

Arte über “Johnny zieht in den Krieg”

Kirjasto über Dalton Trumbo


TV-Tipp für den 23. Februar: Der Uhrmacher von St. Paul

Februar 23, 2014

Arte, 20.15

Der Uhrmacher von St. Paul (F 1974, R.: Betrand Tavernier)

Drehbuch: Jean Aurenche, Pierre Bost, Georges Simenon, Bertrand Tavernier

LV: Georges Simenon: L’Horloger d’Everton, 1954 (Der Uhrmacher von Everton)

Ist sein Sohn ein Mörder? Uhrmacher Michel Descombes will seinen Sohn verstehen.

Hochgelobtes, selten gezeigtes Debüt von Tavernier – psychologisch dicht und packend. Dafür erhielt Tavernier den Silbernen Bären.

Im Anschluß, um 21.55 Uhr, gibt es die einstündige Doku „Das Jahrhundert des Georges Simenon“ (Frankreich 2013).

Mit Philippe Noiret, Jean Rochefort, Jacques Denis, Sylvain Rougerie, Christine Pascal

Wiederholung: Montag, 24. Februar, 14.00 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Der Uhrmacher von St. Paul“ (deutsch, englisch, französisch)

Deutsche Georges-Simenon-Fanseite

Senses of Cinema: Carloss James Chamberlin über Bertrand Tavernier (August 2003)

Meine Besprechung der von Bertrand Tavernier inszenierten James-Lee-Burke-Verfilmung „In the electric mist“ (In the electric mist, USA 2009)

Meine Besprechung von Bertrant Taverniers „Die Prinzessin von Montpensier“ (La Princesse de Montpensier, Frankreich 2010)

Meine ausführliche Besprechung von „Der Uhrmacher von St. Paul“


TV-Tipp für den 22. Februar: The Hunter

Februar 21, 2014

Servus TV, 20.15

The Hunter (Australien 2011, Regie: Daniel Nettheim)

Drehbuch: Alice Addison, Wain Fimeri (Original Adaptation)

LV: Julia Leigh: The Hunter, 1999 (Der Jäger)

Martin David (Willem Dafoe, grandios!) soll für einen Konzern den sagenumwobenen Tasmanischen Tiger finden und von ihm genetische Proben entnehmen. Allerdings jagen auch andere Menschen das Tier und David gerät in einen Konflikt zwischen Umweltschützern und Einheimischen.

The Hunter“ ist ein angenehm altmodischer Abenteuerfilm mit Öko-Touch, einem Kopfnicken in Richtung „Mein großer Freund Shane“ und grandiosen Landschaftsaufnahmen.

mit Willem Dafoe, Sam Neill, Frances O’Connor, Sullivan Stapleton, Callan Mulvey, Morgana Davies, Jacek Koman, Dan Wyllie

Wiederholung: Sonntag, 23. Februar, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „The Hunter“

Wikipedia über „The Hunter

Meine Besprechung von Daniel Nettheims „The Hunter“ (The Hunter, Australien 2011)