Neu im Kino/Filmkritik: The Arty Dozen – „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“

Februar 21, 2014

 

Allein schon die Besetzung des Ensemblestücks „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“ lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen: George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin, Bob Balaban, Hugh Bonneville und Cate Blanchett.

Und dann die auf Fakten basierende Filmgeschichte: während der letzten Tage des II. Weltkriegs versucht eine kleine Gruppe Männer, die allein schon wegen ihres Alters untauglich für den Dienst an der Waffe ist, Kunst vor der Zerstörung zu retten. Und es ist – immerhin sehen wir täglich, was sie alles retten konnten – schon erstaunlich, was diesen „Monuments Men“, die Kurzform von „Monuments, Fine Arts and Archives (MFAA)“, mitten im Schlachtgetümmel und ohne Befehlsgewalt gelang. Die Sektion bestand aus Männern und Frauen aus dreizehn Ländern, die sich freiwillig dazu gemeldet hatten, oft schon anerkannte Künstler und Wissenschaftler waren, teils verheiratet waren und auch Kinder hatten.

2010 setzten Robert M. Edsel und Bret Witter diesen Menschen in ihrem Sachbuch „Monuments Men – Die Jagd nach Hitlers Raubkunst“ ein Denkmal. Sie erzählten die Abenteuer einiger dieser Männer, die auf oft getrennten Wegen von der Normandie durch Frankreich, Belgien, Deutschland bis nach Österreich in den Ort Altaussee die Spur der von Adolf Hitler geklauten Kunstwerke verfolgten, sie teilweise an absurden Orten, wie Minen und in Neuschwanstein, entdeckten. Gerade während der letzten Kriegstage befürchteten sie, dass ihre Arbeit weitgehend vergeblich gewesen sein könnte. Denn Adolf Hitler hatte seinen Soldaten den Nero-Befehl, der die Vernichtung der gesamten Beutekunst befahl, erteilt.

Das ist eine Geschichte ganz nach dem Geschmack Hollywoods. Auch wenn für die Verfilmung die Namen der Monuments Men geändert wurden und, wie es sich für eine ordentliche Hollywood-Bearbeitung gehört, großzügig mit den Fakten umgegangen wird.

George Clooney erzählt die Geschichte dieser Männer in seinem neuen Film „Monuments Men“, der zu großen Teilen in Deutschland und Babelsberg gedreht wurde (deshalb laufen auch einige deutsche Schauspieler durchs Bild), als launiges Kriegsabenteuer mit Starbesetzung, etwas Action, Drama, Witz, pathetischen Ansprachen und einer kleinen Dosis Liebe. Das erinnert zunächst an Kriegsfilmklassiker wie „Gesprengte Ketten“ und „Das dreckige Dutzend“, schlägt in den ersten Minuten, wenn George Clooney seine Monuments Men rekrutiert, auch einen „Ocean’s Eleven“-Ton an. Aber treffender ist der Vergleich mit Blake Edwards‘ kaum bekannter, ziemlich missglückter Kriegsklamotte „ Was hast du denn im Krieg gemacht, Pappi?“ (What did you do in the War, Daddy?).

Denn „Monuments Men“ plätschert vor sich hin, während die Stars ihre Solo-Autritte absolvieren und sich auf getrennten Pfaden durch einen eklektischen Plot, mit den sattsam bekannten Kriegsfilmsituationen, kämpfen und ab und an George Clooney lauschen, der ihnen über das problemlos und rauschfrei funktionierende Funkgerät pathetische Ansprachen über die Bedeutung ihrer Aufgabe hält.

So gelungen jede einzelne Szene auch ist, so enttäuschend ist dann das Gesamtwerk. Denn es bleibt als sich selbst genügendes Starkino immer Stückwerk. Auch das Ende, wenn die Männer am Kriegsende in Altaussee einige Kunstwerke, an denen sie besonders interessiert sind, entdecken, ist nur durch die historischen Umstände (der Krieg war halt vorbei), aber nicht durch die Dramaturgie der Filmgeschichte, die eh nur eine Abfolge von Episoden ist, bestimmt.

Monuments Men“ ist kein wirklich schlechter Film, es ist nur ein extrem nachlässig erzählter Film, der weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Auch wenn ich mich beim Ansehen amüsierte und nichts gegen die Botschaft über die Wichtigkeit von Kunst für das Gedächtnis einer Gesellschaft habe.

Monuments Men - Plakat

Monuments Men – Ungewöhnliche Helden (The Monuments Men, USA/Deutschland 2013)

Regie: George Clooney

Drehbuch: George Clooney, Grant Heslov

LV: Robert M. Edsel/Bret Witter: The Monuments Men, 2010 (Monuments Men)

mit George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin, Bob Balaban, Hugh Bonneville, Cate Blanchett, Dimitri Leonidas, Justus von Dohnányi, Michael Brandner, Alexandre Desplat, Serge Hazanavicius, Grant Heslov, Nick Clooney (Vater von George Clooney; er tritt in der letzten Szene auf)

Länge: 118 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage

Auf über fünfhundert engbedruckten Seiten erzählt die Vorlage die wahre Geschichte der Monuments Men. Denn der Film nahm sich einige Freiheiten, wozu auch gehörte, dass die Namen geändert wurden.

Edsel - Monuments Men - 4

Robert M. Edsel (mit Bret Witter) Monuments Men – Die Jagd nach Hitlers Raubkunst

(übersetzt von Hans Freundl)

Heyne, 2014

560 Seiten

9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Residenz Verlag, St. Pölten, 2013

Originalausgabe

The Monuments Men – Allied Heroes, Nazi Thieves, and the greatest Treasure Hunt in History

Center Street, New York 2010

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Monuments Men“

Moviepilot über „Monuments Men“

Metacritic über „Monuments Men“

Rotten Tomatoes über „Monuments Men“

Wikipedia über „Monuments Men“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Monuments Men“

Die „Monuments Men“-Pressekonferenz in der National Gallery in London

Ein Interview mit Robert M. Edsel, dem Autor der Vorlage, und Drehbuchautor Grant Heslov

 

 


TV-Tipp für den 21. Februar: Eyes Wide Shut

Februar 21, 2014

RTL II, 22.00

Eyes Wide Shut (USA 1999, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Stanley Kubrick, Frederic Raphael

LV: Arthur Schnitzler: Traumnovelle, 1926 (Buchausgabe, davor 1925/1926 als Fortsetzungsroman in „Die Dame“ erschienen)

Nachdem seine Frau ihm eine Jahre zurückliegende außereheliche Sexfantasie beichtet, tickt William aus. Verstört irrt der Doktor durch das nächtliche New Yorker zwischen Prostituierten und Swingerclubs.

Kubricks letzter Film ist nicht sein bester. Dafür ist er zu lang (auf mich wirkt er wie der Rohschnitt) und durch den Wechsel der Handlungszeit vom Wien der späten Kaiserjahre in das heutige New York wird die Geschichte ihres moralischen Kontextes beraubt. Denn in einer heute, unter normalen Menschen, spielenden Geschichte ist es einfach unglaubwürdig, dass ein Mann so von einer außerehelichen Sexualfantasie irritiert ist.

Zum Glück spielen weite Teile in pompös-altmodischen Innenräumen und die Dialoge wurden auch von Schnitzler übernommen. So kann man meistens ausblenden, dass „Eyes Wide Shut“ zur falschen Zeit spielt.

Mit Tom Cruise, Nicole Kidman, Sydney Pollack, Sky Dumont

Hinweise

Wikipedia über “Eyes Wide Shut” (deutsch, englisch)

Stanley Kubrik in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Feuchtgebiete“ auf intellektuell: „Nymphomaniac – Teil 1“

Februar 20, 2014

Die Werbung lief in den vergangenen Monaten mit Clips und Bildern über die Reizworte „Stars“, „Porno“ und „Lars von Trier“. „Nymphomaniac“ sollte ein ungefähr fünfstündiges Werk werden, das in zwei Teilen in verschiedenen Fassungen gezeigt wird. Denn neben der vollständigen Fassung, die auch mal Hardcore-Fassung genannt wird, sollte es, entsprechend den Zensurbestimmungen der verschiedenen Länder, entsprechend gekürzte Fassungen geben. Freunde des pornographischen Films kennen das Spiel ja von den Soft- und Hardcore-Varianten. In der Hardcore-Variante des Films sieht man dann mehr vom Geschlechtsverkehr und auch mehr, ähem, anatomische Details.

Dann hörte man, vor allem im Umfeld der Berlinale und damit kurz vor dem Kinostart, dass in den Nacktszenen Body-Doubles und auch Prothesen eingesetzt wurden. Damit war klar, dass das zu sehende Geschlechtsteil nicht unbedingt das Geschlechtsteil des Schauspielers ist. Außerdem kürzte Lars von Trier nicht nur Sex-, sondern auch andere Szenen.

Damit schrumpfte der anvisierte Skandal – immerhin spielen Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgard, Shia LaBeouf, Christian Slater, Jamie Bell, Uma Thurman, Willem Dafoe, Connie Nielsen, Jean-Marc Barr und Udo Kier mit – schon auf das Normalmaß einer äußerst gelungene Werbestrategie. Außerdem hat natürlich niemand, der noch seine Tassen im Schrank hat, von dem Provokateur von Trier einen schnöden Porno erwartet.

In der deutschen Kinofassung des ersten Teils von „Nymphomaniac“ (und nur darum geht es in dieser Besprechung, Teil 2 folgt zum Kinostart am 3. April. Dann mit Dafoe und Kier.) gibt es – was jetzt nicht wirklich überraschend ist – auf der Porno-Ebene erstaunlich wenig bis nichts zu sehen. Außerdem ist der Film „frei ab 16 Jahre“, was sicher ein Grenzfall ist, aber es ist auch die Freigabe, die ich nach dem Film für wahrscheinlich hielt.

Auf der nackten Story-Ebene erzählt Lars von Trier hier nur die Arthouse-Variante der ersten Liebe, bei der einzelne Szenen, Segmente und mehr oder weniger metaphysische und optische Spielereien beeindruckender sind als die Geschichte, die durch die Struktur des Films auch immer wieder reflektiert wird. Das ist dann sogar erstaunlich unterhaltsam und kurzweilig und oft brüllend komisch mit einer ordentlichen Portion Absurdität geraten, obwohl diese zwei Stunden nur das Vorspiel sein können. Die von Seligman (Stellan Skarsgard) in einem Hinterhof gefundene, laut dem Presseheft, ungefähr fünfzigjährige Joe (Charlotte Gainsbourg, geb. 1971), sagt, dass sie eine ganz schlimme Frau sei, eine ungläubige Sünderin, die kein Mitleid verdient habe, eine selbst diagnostizierte Nymphomanin. Nymphomanie ist, laut Wikipedia, die Bezeichnung für ein gesteigertes Verlangen von Frauen nach Geschlechtsverkehr mit wechselnden Geschlechtspartnern; was ja an sich nicht so schlimm ist. Jedenfalls wenn man, wie Joe, nicht gläubig ist. Dennoch sind für sie die Schläge, die sie erhielt, bevor sie von Seligman entdeckt wurde, die gerechte Strafe für ihr gottloses Leben.

In der Nacht versucht sie dann Seligman zu überzeugen, dass ihre Selbsteinschätzung richtig ist. Sie erzählt ihm chronologisch ihr Leben in mehreren Rückblenden, in denen Joe von der Debütantin Stacy Martin, der Hauptdarstellerin des ersten Teils, gespielt wird. Dabei tauschen sich Joe und Seligman, züchtig angezogen und höflich den Abstand wahrend, auch immer wieder über die Struktur der Geschichte aus und diskutieren darüber, ob Joes Verhalten jetzt verwerflich ist oder nicht. Seligman sieht es durchgängig als normales, fröhliches, lebensbejahendes Verhalten. Es gibt Tonnen von Informationen über auch abseitige Gebiete und Seligman, ein passionierter Fliegenfischer, vergleicht Joes Geschichten immer wieder mit dem Fischen. Eigentlich erfahren wir in „Nymphomaniac“ mehr über das Fliegenfischen und die Musik von Johann Sebastian Bach, als über Sex.

Joe erzählt von ihrer guten Beziehung zu ihrem Vater (Christian Slater). Zuerst als Kind und, später, in Schwarzweiß, als er im Krankenhaus liegend einen schmerzhaften Tod hat.

Diese Episode ist, auch wenn wir nie erfahren, warum Joes Vater im Delirium lag, extrem schmerzhaft.

Durchgehend komischer sind dagegen Joes Erzählungen von ihren sexuellen Erlebnissen. Bei der von ihr veranlassten Entjungferung durch den an ihr vollkommen desinteressierten Moped-Bastler Jerome (Shia LaBeouf) gibt es eine herrliche Abrechnung mit dem männlichen Sexualverhalten: Hose runter, drei Stöße von vorne, fünf von hinten (Seligman erklärt uns die Bedeutung der Zahlen), fertig, Hose hoch und weiter, erfolglos, am Moped rumschrauben.

Brüllend komisch ist später der Auftritt einer hysterischen Ehefrau (Uma Thurman), die mit ihren Kindern Joes Wohnung, den Pfuhl der Sünde, besichtigt und ihren Kindern dabei alles, inclusive der kommenden Therapiegespräche, erklärt, während Joe und ihr Ehemann peinlich berührt dabei stehen. Viel effektiver kann man das psychologisierende Beziehungsdramenkino nicht durch den Kakao ziehen und endgültig demontieren.

Davor gibt es einen Wettbewerb zwischen Joe und ihrer Freundin B. (die meisten Charaktere haben nur Initialen). Wer während einer Zugfahrt die meisten sexuellen Erlebnisse hat, erhält als Preis eine Tüte Süßigkeiten.

Wie ein roter Faden zieht sich Joes Beziehung zu Jerome durch den Film. Nach ihrer Entjungferung verlor sie ihn aus den Augen. Später, als sie sich nach ihrem abgebrochenem Studium in einer Druckerei bewirbt, trifft sie ihn wieder. Jerome, der übergangsweise Chef einer Druckerei ist, stellt sie als Sekretärin ein. Zunächst lehnt sie seine Avancen ab. Als sie ihm ihre Liebe gestehen will, ist er gerade mit seiner Frau abgereist. Aber am Ende des Films trifft sie ihn zufällig wieder. Während Seligman dieses Treffen für einen unglaubwürdigen Zufall hält, besteht Joe auf ihrer Version. Immerhin erzähle sie die Geschichte. Warum sie Jerome dabei allerdings zu so einem unsympathischen Schmierlappen macht, sagt sie nicht.

Diese Erzählungen von Joe, über deren Wahrheitsgehalt daher debattiert werden kann, und die dazu gehörigen Betrachtungen von Joe und Seligman sind in insgesamt acht, streng voneinander getrennte Kapitel unterteilt. Im ersten Teil von „Nymphomaniac“ gibt es die ersten fünf Kapitel, die alle in einer seltsam anonymen und ortlosen Gegend, die meist das muffige Patina der fünfziger Jahre mit spartanisch eingerichteten Räumen, abgeranzten Sperrholz-Möbeln und alten Backsteingebäuden, verströmt und in denen Stacy Martin als junge Joe im Zentrum steht.

Nymphomaniac – Teil 1“ ist, wie die Musik von „Rammstein“, die den Film beginnt und beendet, ein letztendlich harmloses Spiel mit Tabus.

Nymphomaniac – Teil 1“ ist eine moralische Geschichte über eine junge Frau, die von ihrem Geschlechtsteil fasziniert ist und am Ende den Mann fürs Leben findet.

Nymphomaniac – Teil 1“ ist oft umwerfend komisch, pendelt zwischen Tief- und Flachsinn.

Nymphomaniac – Teil 1“ ist die Arthouse-Variante von „Feuchtgebiete“.

Nymphomaniac 1 - Plakat

Nymphomaniac – Teil 1 (Nymphomaniac – Volume 1, Dänemark/Deutschland/Frankreich/Schweden 2013)

Regie: Lars von Trier

Drehbuch: Lars von Trier

mit Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgard, Stacy Martin, Shia LaBeouf, Christian Slater, Jamie Bell, Uma Thurman, Jesper Christensen

Länge: 117 Minuten (Kinofassung – es gibt auch weitere Fassungen)

FSK: ab 16 Jahre

Teil 2 läuft am 3. April an. Ebenfalls FSK-16.

Hinweise

Englischsprachige Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „Nymph( )maniac – Teil 1“

Moviepilot über „Nymph( )maniac – Teil 1“

Metacritic über „Nymph( )maniac – Teil 1“

Rotten Tomatoes über „Nymph( )maniac – Teil 1“

Wikipedia über „Nymph( )maniac – Teil 1“ (deutsch, englisch)

Die Berlinale-Pressekonferenz, die zum Stadtgespräch wurde.


Neu im Kino/Filmkritik: „Tarzan 3D“, aber ohne Tiefe

Februar 20, 2014

Sicher ist nicht jeder „Tarzan“-Film ein Werk von überragender filmischer Bedeutung, aber „Tarzan 3D“ dürfte mühelos einen der Top-Plätze der misslungenen „Tarzan“-Filme erreichen, wegen der vollkommen abstrusen, in der Gegenwart spielenden Geschichte, die das schlechteste aus der Ursprungsgeschichte und einem Einzelabenteuer vereint, und der durchgängig höchst irritierenden Animation mit einem 3D zum Weglaufen.

Denn nach einem Hubschrauberabsturz, bei dem seine Eltern starben, muss der fünfjährige John Greystoke Jr. allein im Dschungel überleben. Eine Äffin zieht ihn groß. Er befreundet sich mit den Affen und erlernt ihre Sprache. Währenddessen vergisst er flugs die Sprache der Menschen.

Einige Jahre später trifft er auf Greystokes Forschungskollegen Jim Porter, der inzwischen als Reiseleiter eine kleine Gruppe Touristen durch die Gegend führt und immer noch einen legendären Meteoriten, der die Energieprobleme der Welt lösen könnte, sucht. Dieses Mal wird er von seiner Tochter Jane begleitet. Tarzan, wie John Greystoke Jr. sich jetzt nennt, verliebt sich in sie.

Und wieder einige Jahre später, – Tarzan ist inzwischen neunzehn Jahre alt -, wird zufällig das Notsignal des Hubschraubers ausgelöst. William Clayton, der Manager von Greystoke Energies (dem Unternehmen von Tarzans Vater), rüstet eine Expedition aus. Denn er will wissen, ob das Signal ihn zu dem Meteoriten führt. Greystoke suchte ihn damals erfolglos. Tja, mit einem Hubschrauber kann man wirklich ein im Dschungel liegendes Schwarzes Ding von der Größe des Saarlandes entdecken. Vor allem, wenn man direkt davor steht. Das ist ungefähr so glaubwürdig wie die Entdeckung eines Einhorns in einem Zoo.

Jedenfalls will Clayton den Meteoriten plündern. Jim und Jane Porter, die nichts von seinen wahren Absichten ahnen, begleiten ihn.

Als Tarzan, der sich bislang mit seinen Affenfreunden vergnügte, davon erfährt, muss er seine Welt gegen den bösen Kapitalisten verteidigen.

Zu der logikbefreiten Geschichte kommt noch die Animation. Denn „Tarzan 3D“ ist ein „Real-3D CGI-Animationsfilm“ für den Schauspieler im Motion-Capture-Verfahren die Rohdaten lieferten, die dann zu mehr oder weniger gezeichneten Menschen und Affen wurden. Allerdings stimmen die Proportionen nie. Meistens sind Arme und Beine zu lang. Die Menschen sind zu dünn, die Affengesichter sehen wie Überbleibsel aus „Planet der Affen: Prevolution“ aus. Einzelne Haare sind detailgenau abgebildet. Die Gesichter hätte auch ein Fünfjähriger malen können. Die Hintergründe, vor allem die reichhaltige Vegetation des Dschungels und das schwarze Innere des Meteoriten sind dann wieder fotorealistisch geraten.

Diese Mischung macht keinen Spaß.

Kinder – für die ist der Film ja in erster Linie gedacht – sollten davor geschützt werden. Unter allen Umständen.

Tarzan - Plakat

Tarzan 3D (Deutschland 2013)

Regie: Reinhard Klooss

Drehbuch: Reinhard Klooss

mit (Motion Capture Performance) Kellan Lutz, Spencer Locke, Anton Zetterholm, Les Bubb, Trevor St. John, Jaime Ray Newman, Mark Deklin, Brian Huskey

(Sprecher) Alexander Fehling, Lena Meyer-Landrut, Wigald Boning, Kai Wiesinger, Ben Becker

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Lesetipp

Die Johnny-Weismuller-“Tarzan“-Filme laufen ja immer wieder und für mich sind sie die klassischen und definitiven „Tarzan“-Filme. Immerhin sah ich sie als Kind.

Aber man kann die jetzige Verfilmung auch als Gelegenheit nehmen, einen Blick in die Vorlage, die „Tarzan“-Romane von Edgar Rice Burroughs zu werfen. Denn der Heyne-Verlag bietet gerade, mit einem kundigen Nachwort von Georg Seeßlen, einen Sammelband mit drei „Tarzan“-Romanen an. Enthalten sind die Ursprungsgeschichte „Tarzan bei den Affen“ (Tarzan of the Apes, 1912) und die beiden deutlich kürzeren „Tarzan“-Romane „Tarzan und die Schiffbrüchigen“ (Tarzan and the Castaways, 1940/1941/1964) und „Tarzan und der Verrückte“ (Tarzan and the Madman, 1964) und die ersten Seiten lesen sich verdammt gut.

Burroughs - Tarzan - 4

Edgar Rice Burroughs: Tarzan – Drei Romane in einem Band

Heyne, 2013

688 Seiten

11,99 Euro

Taschenbuch-Ausgabe entspricht der Ausgabe von Walde & Graf, Zürich 2012.

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Tarzan“

Moviepilot über „Tarzan“

Rotten Tomatoes über „Tarzan“

Wikipedia über den Charakter Tarzan (deutsch, englisch) und Edgar Rice Burroughs (deutsch, englisch)

Meine Besprechung der Edgar-Rice-Burroughs-Verfilmung „John Carter zwischen zwei Welten“ (John Carter, USA 2012)


TV-Tipp für den 20. Februar: Falsches Spiel mit Roger Rabbit

Februar 20, 2014

 

Disney, 20.15

Falsches Spiel mit Roger Rabbit (USA 1988, R.: Robert Zemeckis)

Drehbuch: Jeffrey Price, Peter S. Seaman

LV: Gary K. Wolf: Who censored Roger Rabbit?, 1981

Roger Rabbit ist eifersüchtig. Also soll der Privatdetektiv Eddie Valiant Rabbits sexy Frau beschatten. Valiant stolpert dabei in einen Mordfall und über ein Komplott, das die heile Welt von Toon Town bedroht.

Gut, das klingt jetzt nicht besonders aufregend. Aber Roger Rabbit ist eine Cartoon-Figur. Seine Frau ebenso. Wie viele Toon-Town-Charaktere. Einige sind auch Menschen, wie der Bob Hoskins gespielte Privatdetektiv.

Roger Zemeckis gelang eine köstliche Melange aus Disney Zeichentrickfilmen und Schwarzer Serie, die damals ein echter Hit war und heute schon ein Klassiker ist. Ein köstlicher Spaß mit vielen Zitaten.

Mit Bob Hoskins, Christopher Lloyd, Joanna Cassidy, Stubby Kaye, Joel Silver

Wiederholung: Freitag, 21. Februar, 23.10 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“

Wikipedia über „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (deutsch, englisch)

Homepage von Gary K. Wolf


TV-Tipp für den 19. Februar: A Murder of Crows – Diabolische Versuchung

Februar 19, 2014

 

Tele 5, 20.15

A Murder of Crows – Diabolische Versuchung (USA 1999, R.: Rowdy Herrington)

Drehbuch: Rowdy Herrington

Unter seinem Namen veröffentlicht Ex-Anwalt Russell das Manuskript eines verstorbenen Autoren über eine Mordserie an Juristen. Der Thriller wird ein Erfolg. Kurz darauf klopft die Polizei an seine Tür. Inspektor Dubose verdächtigt ihn, die im Roman geschilderten Taten verübt zu haben.

Überraschend gelungener kleiner, fast unbekannter Noir.

mit Cuba Gooding Jr., Tom Berenger, Marianne Jean-Baptiste, Eric Stoltz, Mark Pellegrino, Ashley Laurence, Carmen Argenziano, Doug Wert

Hinweise

Rotten Tomatoes über „A Murder of Crows“

Moviepilot über „A Murder of Crows“

Wikipedia über „A Murder of Crows“ (deutsch, englisch)

DVD Verdict über „A Murder of Crows“

 


TV-Tipp für den 18. Februar: Colors – Farben der Gewalt

Februar 18, 2014

Pro7 Maxx, 22.00

Colors – Farben der Gewalt (USA 1988, R.: Dennis Hopper)

Drehbuch: Michael Schiffer (nach einer Geschichte von Michael Schiffer und Richard DiLello)

Grandioser, aber auch düsterer semi-dokumentarischer Polizeikrimi, der einen Einblick in die Bekämpfung der Bandenkriminalität in Los Angeles 1988 durch die Spezialeinheit CRASH gibt. Im Mittelpunkt stehen dabei ein älterer Streifenpolizist und sein jüngerer Kollege und ihr aussichtsloser Kampf gegen die sinnlose Gewalt der Gangs.

Hopper erzählt „mit der Abgeklärtheit desjenigen, für den der amerikanische Traum nur noch eine zynische Floskel ist, von der Gewalt als etwas Alltäglichem. Deshalb ist sie in seinem Film allgegenwärtig. Deshalb aber auch ist sie nie spekulativ. (…) ein zutiefst deprimierender Film.“ (Fischer Film Almanach 1989)

Herbie Hancock schrieb die Musik.

mit Sean Penn, Robert Duvall, Maria Conchita Alonso, Randy Brooks, Grand Bush, Don Cheadle

Wiederholung: Mittwoch, 19. Februar, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Colors – Farben der Gewalt“

Wikipedia über „Colors – Farben der Gewalt“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 17. Februar: In einem anderen Land

Februar 16, 2014

Arte, 21.40

In einem anderen Land (USA 1932, R.: Frank Borzage)

Drehbuch: Benjamin Glazer, Oliver H. P. Garrett

LV: Ernest Hemingway: A Farewell to Arms

Erster Weltkrieg, Norditalien: US-Leutnant Frederic Henry verliebt sich in eine Krankenschwester, in die auch sein italienischer Freund verliebt ist. Nachdem Henry verletzt wird, wird er von ihr gepflegt.

TV-Premiere eines Kriegsmelodramas mit Klassikerstatus; ist auch die erste Hemingway-Verfilmung.

Hemingway war von der Verfilmung nicht begeistert, aber das intensive Spiel von Gary Cooper gefiel ihm.

Der Film war für den Oscar in den Kategorien bester Film, beste Art Direction, beste Kamera und bester Ton nominiert und gewann ihn in den Kategorien Kamera und Ton.

mit Gary Cooper, Helen Hayes, Adolphe Menjou, Mary Philips

Wiederholung: Mittwoch, 26. Februar, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „In einem anderen Land“

Rotten Tomatoes über „In einem anderen Land“

Turner Classic Movies über „In einem anderen Land“

Wikipedia über „In einem anderen Land“ (deutsch, englisch)

Archive.org: der Film (wobei mit Sicherheit die Bildqualität im TV deutlich besser ist)

 


TV-Tipp für den 16. Februar: Schnappt Shorty

Februar 16, 2014

Anläßlich des 60. Geburtstag von John Travolta am Dienstag

Tele 5, 20.15

Schnappt Shorty (USA 1995, R.: Barry Sonnenfeld)

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Get Shorty, 1990 (Schnappt Shorty)

Musik: John Lurie

Ein Mafia-Geldeintreiber aus Miami gerät in Hollywood an einen drittklassigen Filmproduzenten. Der Geldeintreiber möchte, dass sein Leben verfilmt wird. Aber diese Hollywood-Fritzen sind irgendwie anders.

Köstliche Leonard-Verfilmung über den Zusammenprall zweier Welten: eiskalter Profikiller trifft auf die Hollywood-Schickeria.

Von Elmore Leonards Homepage: „With Get Shorty Hollywood finally did right by Elmore and put his ´sound´ on the screen and not just his plots. In Scott Frank´s screenplay, the lines in the movie were delivered just the way that they were written, seriously, without reaction. The fact that many lines were funny, labeled Get Shorty a comedy, and helped make it a box-office hit. The story is about Chili Palmer, (John Travolta) who is ´fired´ by his unstable loanshark boss, Ray Bones (Dennis Farina). Ray sends Chili to Vegas to collect a bad debt, and a casino boss there enlists Chili to find an even bigger deadbeat: Harry Zimm (Gene Hackman), a Hollywood producer of low-budget horror films. In Hollywood, Chili meets Harry, as well as his scream-queen leading lady, Karen Flores (Rene Russo); Harry’s drug-dealing financier, Bo Catlett (Delroy Lindo), and his muscle, Bear (James Gandolfini). ´Shorty´ is Karen’s ex, Martin Weir (Danny DeVito), a big star with a giant ego. Chili learns that being a wiseguy helped when you wanted to produce movies. Get Shorty was win, win, win. Everything worked perfectly. The film had a winning combination in Danny DeVito’s Jersey Films, screenwriter Scott Frank and Director Barry Sonnenfeld. Everybody liked Elmore´s work and wanted to put it on the screen – the right way. Elmore was on the set four days in Beverly Hills. A couple of times, Barry came over after the shot and asked him what he thought, and if he had any suggestions. Elmore was surprised and tickled a little that a director would ask the book writer his opinion.“

Mit John Travolta, Gene Hackman, Rene Russo, Danny DeVito, Dennis Farina, Delroy Lindo, James Gandolfini, Martin Ferrero, Miguel Sandoval, Harvey Keitel, Bette Midler

Hinweise

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte


DVD-Kritik: „Die Todesliste – Nr. 1 stirbt“ und dann die nächste Nummer 1

Februar 15, 2014

 

Die Todesliste – Nr. 1 stirbt“ ist einer der Filme, bei denen ich zwischen Schock und Erstaunen schwanke. Schock über den schlechten Film. Erstaunen über die vielen verpassten Gelegenheiten, einen auch nur annehmbaren Film zu machen. Das Budget von „Die Todesliste“ war – erkennbar – nicht besonders üppig, aber ein immer wieder erkennbarer Stilwille war vorhanden und gerade bei einem kleinen Budget muss man keine Rücksichten auf Investoren nehmen. Es hätte also ein fieser, kleiner Paranoia-Thriller entstehen können. Jedenfalls scheinen die Macher das irgendwann einmal geplant zu haben, ehe sie ins Banale abdrifteten.

Unser Held Christopher Cowin ist der Kopf einer Organisation, die mit einer Liste (die auch nur „The List“ heißt) gegen Korruption in der Politik und Wirtschaft vorgehen. User dürfen ihre Stimme abgeben und so den Korruptesten auf den ersten Platz voten. Der erhält dann einen Preis. Die Liste ist bei der Bevölkerung beliebt. Bei den Machthabern nicht so. Vor allem, nachdem jemand beginnt, die oben auf der Liste stehenden Leute zu töten und Videos ihrer Ausflüchte und Exekutionen online zu posten.

Die Stimmung beginnt sich gegen Cowin zu drehen. Er trifft zufällig den Mörder, der ihm erklärt, dass die Liste Konsequenzen haben müsse und er daher immer die aktuelle Nummer 1 töten werde. Außerdem werde er Cowin vor Anschlägen beschützen.

Da erscheint Cowins Name auf der Liste – und plötzlich scheint die nicht manipulierbare Liste doch anfällig für Manipulationen zu sein.

Außerdem verdächtigt die Polizei Cowin als Mörder. Vor allem nachdem der Arzt, der für den Tod von Cowins Bruder verantwortlich war, vor Gericht freigesprochen wurde und die Initialzündung für die Liste war, entführt wird.

Die Todesliste“ hätte ein kleines, fieses B-Picture werden. Er wurde ein einziger Murks.

Die Todesliste - DVD-Cover

Die Todesliste – Nr. 1 stirbt (The List, Großbritannien 2013)

Regie: Klaus Hüttmann

Drehbuch: Klaus Hüttmann

mit Sienna Guillory, Clive Russell, Rebecca Ferdinando, Nigel Planer, Anthony Flanagan

DVD

Tiberius Film

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer

Länge: 86 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Facebook-Seite zum Film

Rotten Tomatoes über „Die Todesliste“ (noch keine Besprechungen)

 

 


TV-Tipp für den 15. Februar: Frances Ha

Februar 15, 2014

Servus TV, 20.15

Frances Ha (USA 2012, R.: Noah Baumbach)

Drehbuch: Greta Gerwig, Noah Baumbach

Frances Ha stolpert durch ihr Leben – und wir sind verzückt.

Eines der Kino-Highlights von 2013.

mit Greta Gerwig, Mickey Sumner, Michael Esper, Adam Driver, Michael Zegen, Charlotte d’Amboise, Crace Gummer, Justine Lupe, Patrick Heusinger, Christine Gerwig, Gordon Gerwig

Wiederholung: Sonntag, 16. Februar, 02.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Frances Ha“

Metacritic über „Frances Ha“

Rotten Tomatoes über „Frances Ha“

Wikipedia über „Frances Ha“ (deutsch, englisch)

Berlinale: „Frances Ha“-Pressekonferenz Noah Baumbach und Greta Gerwig

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Frances Ha“ (Frances Ha, USA 2012)


TV-Tipp für den 14. Februar: Dazed and Confused – Sommer der Ausgeflippten

Februar 14, 2014

 

ZDFneo, 23.55

Dazed and Confused – Sommer der Ausgeflippten (USA 1993, R.: Richard Linklater)

Drehbuch: Richard Linklater

Eine Story im herkömmlichen Sinn hat „Dazed and Confused“ nicht. Linklater schildert in seinem autobiographisch inspiriertem Film in Episoden von den Erlebnissen von mehreren High-School-Freshmen und den Schülern der Abschlussklasse im Sommer 1976 in Texas. Und genau wie in Debüt „Slacker“ erzählt er von ziellosen Jugendlichen und ihren Bedürfnissen.

Aber während „Slacker“ gleich als Porträt der Generation X gesehen wurde, ging die Highschool-Komödie „Dazed and Confused“ zunächst unter. Bei uns reichte es offiziell nur für einen Videostart. Immerhin durfte ich im Studentenkino „Dazed and Confused“ sein.

mit Jason London, Wiley Wiggins, Ben Affleck, Joey Lauren, Milla Jovovich, Matthew McConaughey, Rory Cochrane

auch bekannt als „Confusion – Sommer der Ausgeflippten“ (Videotitel)

Hinweise

Metacritic über „Dazed and Confused“

Rotten Tomatoes über „Dazed and Confused“

Wikipedia über „Dazed and Confused“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Richard Linklaters „Before Midnight“ (Before Midnight, USA 2013)

Richard Linklater in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Not so „Lovely Louise“ und ihre Kinder

Februar 13, 2014

 

André gehört nicht zu den Losern, die nach einer gescheiterten Karriere und überstandener Midlife-Crisis, vielleicht sogar inclusive Scheidung, mit Mitte Fünfzig in die elterliche Wohnung zurück ziehen, weil entweder die Eltern gerade gestorben sind oder finanzielle Engpässe ihn dazu zwingen. Der Taxifahrer und Tüftler ist nie bei ihr, der titelgebenden „Lovely Louise“ ausgezogen. Das Muttersöhnchen steht unter ihrer Fuchtel. Immer hält sie ihm, mal mehr, mal weniger höflich, vor, dass sie wegen ihm auf eine glänzende Hollywood-Karriere verzichten und in die kleinbürgerliche Spießigkeit der Schweiz zurückkehren musste. Ihre Selbstbestätigung holt sie sich von ihren Freundinnen, die sie als Diva bewundern. André serviert derweil in dem beengten Apartment die Schnittchen. Sein einziges Hobby ist die Modellfliegerei. Heimlich ist er in die am Flughafen arbeitende Wurstverkäuferin Steffi verliebt, aber ansprechen will er sie nicht.

Eines Tages taucht Louises bislang unbekannter Sohn Bill aus den USA auf, der sich gleich mit amerikanischer Jovialität in der engen Wohnung breitmacht, André in seine Werkstatt verbannt und das fragile Mutter-Sohn-Gefüge stört. Denn Louise wendet ihre ganze Liebe dem verlorenen Sohn zu.

Lovely Louise“, der neue Film von „Die Herbstzeitlosen“- und „Tannöd“-Regisseurin Bettina Oberli ist eine harmlos daherkommende, stille Komödie über Beziehungen, Illusionen, Lügen, Träume, das kleine Glück, gescheiterte Existenzen, der Angst vor Veränderungen, den damit verbundenen Stillstand und dem eigenen Weg. Denn irgendwann sollte André sich doch von seiner dominanten, ihn schamlos ausbeutenden Mutter trennen. Das ist, in einer reduzierten Bildsprache, fein beobachtet und gefällt gerade im Vermeiden von offensichtlichen Spannungsmomenten, vor allem in der Geschichte von Bill, dessen Gehabe und seine kaputten Socken ein untrügliches Zeichen für betrügerische Absichten zu sein scheinen. Und so fällt zunächst kaum auf, wie bösartig und unversöhnlich der bieder daherkommende Film hinter seiner heimeligen Fassade aus Züricher Vorstadt und Provinzflughafen ist.

Vollkommen überflüssig ist allerdings der Spanienausflug von Bill und Louise, inclusive Schwimmbadschlägerei zwischen Bill und André und „Charlie staubt Millionen ab“/“The Italian Job“-Kliffhängerei. Das darf nur Michael Caine. Aber der hatte wahrscheinlich keine Mutter.

Lovely Louise - Plakat

Lovely Louise (Schweiz/Deutschland 2013)

Regie: Bettina Oberli

Drehbuch: Bettina Oberli, Petra Volpe, Xao Seffcheque (Mitarbeit Drehbuch)

mit Stefan Kurt, Annemarie Düringer, Stanley Townsend, Nina Proll, Michael Neuenschwander, Carla Juri

Länge: 95 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Lovely Louise“

Moviepilot über „Lovely Louise“

 

 


Neu im Kino/Filmkritik: Die überschätzte Siebziger-Jahre-Gaunerkomödie „American Hustle“

Februar 13, 2014

Als die Oscar-Nominierungen veröffentlicht wurden, war die Nominierungsliste mit zehn Nominierungen für David O. Russells „American Hustle“, darunter, wie schon für seinen vorherigen Film „Silver Linings“, in den Kategorien bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und, was äußerst selten ist, in allen vier Darstellerkategorien, nur der vorläufige Höhepunkt des Nominierungs- und Preisregen der seit dem Kinostart auf die lose von der sehr umstrittenen FBI-Operation „Abscam“ inspirierte Siebziger-Jahre-Gaunerkomödie herabregnet. Begleitet von fast einhelligem Kritikerlob und guten Zuschauerzahlen, die sich so richtig in den damaligen Geschmacklosigkeiten suhlen und Männer bei der Haarpflege bewundern können. Denn der FBI-Agent Richie DiMaso (Bradley Cooper) und der Betrüger Irving Rosenfeld (Christian Bale) pflegen und kämmen ihre Haare vor der Kamera ausdauernder als Sylvester Stallone für sein tägliches Workout benötigt. Bürgermeister Carmine Polito (Jeremy Renner) pflegt seine überdimensionierte John-F.-Kennedy-Elvis-Presley-Tolle off screen.

So beginnt „American Hustle“ folgerichtig mit Rosenfeld (für die Rolle nahm Christian Bale jedes „Batman“-Kostüm sprengende Pfunde zu), der liebevoll mehrere Minuten seine verbleibenden Haare über seine beginnende Glatze kämmt, mit einem Toupet verschönert und mit viel Haarspray in die ihm gefallende Form bringt, die dann von DiMaso verwuschelt wird. In dem Moment stehen die beiden Männer kurz vor einem wichtigen Gespräch. Sie wollen nämlich Polito der Korruption überführen, indem er in einem vom FBI mit modernster Videotechnik überwachtem Hotelzimmer Schmiergeld annimmt.

Rosenfeld ist, wie wir in einer Rückblende erfahren, eigentlich ein Wäschereibesitzer, der mit kleinen Betrügereien und gefälschten Bildern ein erkleckliches Zubrot verdient. Dabei hilft ihm seine Geliebte Sydney Prosser (Amy Adams). Dass er gleichzeitig immer noch mit der ziemlich zickigen, latent zum Alkoholismus neigenden Rosalyn (Jennifer Lawrence) verheiratet ist, und er seinen Sohn liebt, verkompliziert die Beziehung in einer Mischung aus Siebziger-Jahre-Libertinage und katholischem Verschweigen kam.

Als er von DiMaso des Kreditbetrugs überführt wird, ersinnen Rosenfeld, Prosser und DiMaso schnell aus durchaus unterschiedlichen Eigeninteressen einen Plan, der eine fatale Eigendynamik Richtung Chaos entwickelt: Rosenfeld und Prosser arbeiten für das FBI und helfen dem überambitionierten, aber nicht besonders schlauem DiMaso an die wirklich großen Fische, die Wirtschaftsverbrecher, die korrupten Politiker und die Mafiosi, zu kommen. Ihr von DiMaso auserwähltes Ziel ist Carmine Polito, der allgemein beliebte Bürgermeister der 100.000-Einwohner-Gemeinde Camden in New Jersey. Polito möchte gerne Atlantic City wieder im alten Glanz erstrahlen lassen, damit dringend benötigte Arbeitsplätze beschaffen und er braucht dafür potente Investoren.

Mit einer Scheinfirma und einem falschen arabischen Scheich, der unbedingt Geld in New Jersey investieren will, beginnt das Trio den charmanten Kommunalpolitiker zu umwerben. Der sieht die Chance, für seine Gemeinde etwas Gutes zu tun.

Während DiMaso begeistert ist, dass er endlich an die großen Fische herankommt, wird es Rosenfeld zunehmend mulmiger. Denn er wird gezwungen in einem Spiel mitzuspielen, das er nicht mehr beherrscht, bei dem ihn jeder Fehler seine Freiheit und, als die Mafia ebenfalls investieren will, auch sein und das Leben der von ihm geliebten Personen kosten kann.

American Hustle“ ist kein schlechter Film. Er hat eine Riege grandios aufspielender Schauspieler, eine stimmige Ausstattung, die dazu passende Musik, ein Gespür für die Absurditäten von Situationen und die Dynamik zwischen den Charakteren.

Aber er ist auch bei weitem nicht so gut, wie er gerne wäre. Eigentlich zeigen schon die ersten Minuten, wenn Christian Bale sich ewig die Haare kämmt, alle Probleme des Films. Er ist mit gut 140 Minuten viel zu lang geraten. Anstatt stringent eine Geschichte zu erzählen, mäandert er zwischen mehreren hin und her. Damit ist er als Gaunerkomödie oder politische Satire zu lang und ohne Fokus. Für ein Caper-Movie ist „American Hustle“ ebenfalls zu nachlässig erzählt. Anscheinend wurden große Teile des Films während des Drehs improvisiert und damit veränderte sich auch die Geschichte, was man am langen Auftakt, in dem vor allem das Liebespaar Rosenfeld/Prosser und ihre kleinen Betrügereien lange eingeführt werden, und dem fast schon hastigen Ende erkennt. Denn da fädelt Rosenfeld, nachdem dank seiner Ehefrau alle seine Pläne schiefgehen könnten, mit seiner Freundin schnell einen allerletzten, aber auch sehr durchschaubaren Betrug, der schon damals zum Standardinventar für beginnende Betrüger gehörte, ein. Als Charakterstudie hat „American Hustle“ nicht besonders viel Tiefe. Es sind halt alles wahnsinnig von sich überzeugte Blender, die immer eine Spur zu dick auftragen und lauthals in die Welt hinausposaunen, wie genial sie sind, dabei aber Schein mit Sein verwechseln..

Und genau wie sie ist der egozentrische Film zu sehr von sich und seinen Qualitäten, die vor allem auf dem äußeren Schein beruhen, überzeugt, um mich zu überzeugen.

American Hustle - Plakat

American Hustle (American Hustle, USA 2013)

Regie: David O. Russell

Drehbuch: Eric Warren Singer, David O. Russell

mit Christian Bale, Amy Adam, Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Jeremy Renner, Jack Huston, Michael Peña, Louis C. K., Shea Whigham, Elisabeth Rohm, Barry Primus, Robert De Niro

Länge: 138 Minuten

FSK: ab 6 Jahre (erstaunlich)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „American Hustle“

Moviepilot über „American Hustle“

Metacritic über „American Hustle“

Rotten Tomatoes über „American Hustle“

Wikipedia über „American Hustle“ (deutsch, englisch) und die Operation Abscam (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „American Hustle“

Zwei ausführliche Interviews mit David O. Russell, eines mit ihm und Teilen des Ensembles


Neu im Kino/Filmkritik: Akiva Goldsmans Mark-Helprin-Verfilmung „Winter’s Tale“

Februar 13, 2014

Als Mark Helprins Roman „Winter’s Tale“ 1983 erschien, war die von ihm gezeichnete fantastische Welt vielleicht wirklich neu und überraschend. Denn in ihr kämpfen, wie wir aus Akiva Goldsmans Verfilmung lernen, in New York nicht nur Menschen gegeneinander, sondern auch der Teufel und, hm, Gott sind in irgendeinen Kampf involviert und Visionen und das Licht spielen eine entscheidende, aber unklare Rolle. Kurz, das Inventar eines heute handelsüblichen Fantasy- oder Superheldenfilms für – je nach Vorlage – schmachtende Teenager oder actionhungrige Fanboys ist vorhanden. „Winter’s Tale“ ist da die – ziemlich missglückte – Ausgabe für romantikverrückte Frauen.

Immerhin hat Colin Farrell die Hauptrolle übernommen. Er spielt den Waisen Peter Lake, der 1895 von seinen Eltern, denen die Einreise in die USA verweigert wurde, in einem Modellboot im Gewässer vor Manhattan ausgesetzt wurde. 1916 ist er ein Dieb, der aus nie richtig geklärten Gründen von dem Gangsterboss Pearly Soames (Russell Crowe), der ihn aufzog, verfolgt wird.

Bei einem seiner Einbrüche trifft Lake Beverly Penn (Jessica Brown Findlay), eine an der Schwindsucht tödlich erkrankte Schönheit, und sie verlieben sich sofort ineinander. Aufgrund ihrer Krankheit hat sie ein enormes Bedürfnis nach Kälte, das sie unter anderem stillt, indem sie fast unbekleidet und barfuß durch den Schnee wandelt.

Diese Liebesgeschichte spielt vor dem Hintergrund eines Kampfes zwischen Engel und Dämonen. Denn Pearly Soames ist ein Vertreter des Teufels in New York (und nur dort) und Peter Lake hat als Verbündeten einen weißen Schimmel. Nein, das ist jetzt keine plumpe Tautologie, sondern erfasst ungefähr die Subtilität des Films.

Der Kampf zwischen Lake und Soames endet, nach einer jahrzehntelangen Unterbrechung, 2014, in der Gegenwart, und spätestens hier werden starke Anforderungen an die „suspension of disbelief“ gestellt. Denn – ohne etwas von der Geschichte zu verraten (da gibt es in Punkto Visionen noch mindestens ein Problem) – wenn eine junge, alleinerziehende Reporterin herausfindet, dass Lake bereits vor einem Jahrhundert quicklebendig war, ist sie ungefähr so erstaunt wie ich, wenn ich eine Pizza Salami bestelle und eine Pizza Salami erhalte. Überboten wird ihre Reaktion nur noch von Beverlys Schwester Willa (Eva Marie Saint). Sie lernte Lake als kleines Mädchen kennen, leitet als deutlich über Hundertjährige immer noch die Zeitung, erkennt Lake sofort und ist darüber überhaupt nicht erstaunt, weil es viele unerklärliche Dinge gibt.

Akiva Goldsman (Oscar für „A beautiful Mind“, Razzie-Nominierung für „Batman & Robin“) kredenzt nach fünf TV-Serienfilme, unter anderem vier Folgen „Fringe“, in seinem Spielfilmdebüt einen ziemlich erhaben daherkommenden, schlecht inszenierten Kitsch. Denn es gehört schon einiges dazu, dass durchaus gute Schauspieler wie Colin Farrell (der als gut Vierzigjährige doch etwas alt für einen Zwanzigjährigen ist), Russell Crowe und Will Smith (als Luzifer ist er immerhin für einen Lacher gut) mit einem grenzdebilen Blick stoisch durch die Kulisse schlurfen.

Erschwerend kommt hinzu, dass – immerhin hat Goldsman ja die Bücher für einige veritable Blockbuster, wie „I, Robot“, „The Da Vinci Code – Sakrileg“, „I am Legend“ und „Illuminati“ geschrieben und die waren immerhin gutes Handwerk – Goldsman die Geschichte von „Winter’s Tale“ auf drei Zeitebenen beginnt und eine Myriade von Charakteren einführt, die später vollkommen bedeutungslos sind. Das erschwert den Einstieg in den Film unnötig. Der mythische Überbau, mit einem irritierendem Voice-Over, funktioniert auch nie und damit funktioniert auch der dritte, in der Gegenwart spielende Akt nicht.

Die Bilder und Tricks kolportieren nur das sattsam Bekannte. So sehen die gefletschten Zähne von Will Smith nicht anders aus als die Zähne der „30 Days of Night“-Vampire. Für eine „Fringe“-TV-Folge ist das okay, aber für einen abendfüllenden Spielfilm zu wenig.

Auch wenn die Musik von Hans Zimmer und Rupert Gregson-Williams ist.

Jedenfalls, und damit kommen wir zum Positiven, erscheint nach „Winter’s Tale“ der unterschätzte „Cloud Atlas“ als ein formvollendetes Meisterwerk

Winter's Tale - Plakat

Winter’s Tale (Winter’s Tale, USA 2014)

Regie: Akiva Goldsman

Drehbuch: Akiva Goldsman

LV: Mark Helprin: Winter’s Tale, 1983 (Wintermärchen)

mit Colin Farrell, Jessica Brown Findlay, Jennifer Connelly, Russell Crowe, William Hurt, Ripley Sobo, Mckayla Twiggs, Matt Bomer, Will Smith, Eva Marie Saint

Länge: 117 Minuten (laut FSK, aber sie fühlten sich eher nach der offiziellen Angabe von 129 Minuten an)

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Winter’s Tale“

Moviepilot über „Winter’s Tale“

Metacritic über „Winter’s Tale“

Rotten Tomatoes über „Winter’s Tale“

Wikipedia über „Winter’s Tale“ (deutsch, englisch)

Homepage von Mark Helprin

Tor: Chris Lough über den Roman (danach hätte die Verfilmung noch schlimmer oder vollkommen campy sein können)


TV-Tipp für den 13. Februar: Carlos – Der Schakal

Februar 13, 2014

Das ist jetzt etwas Hardcore oder für den Recorder

Arte, 21.40 Uhr (Teil 1), 23.20 Uhr (Teil 2), 01.10 Uhr (Teil 3)

Carlos – Der Schakal (Teil 1, Teil 2, Teil 3) (Frankreich/Deutschland 2010, R.: Olivier Assayas)

Drehbuch: Olivier Assayas, Dan Franck

Grandioses Biopic über den Terroristen Ilich Ramírez Sánchez, genannt „Carlos“ (Édgar Ramirez in der Rolle seines Lebens), in der langen, aber extrem kurzweiligen dreiteiligen TV-Fassung.

mit Édgar Ramírez, Nora von Waldstätten, Alexander Scheer, Christoph Bach, Julia Hummer, Aljoscha Stadelmann, Jule Böwe, Ahmat Kaabour, Udo Samel

Hinweise

Arte über „Carlos – Der Schakal“

Französische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Carlos“

Wikipedia über Illich Ramirez Sánchez (Carlos) (deutsch, englisch)

The Crime Library: Patrick Bellamy über Carlos

Meine Besprechung von Olivier Assayas‘ „Carlos – Der Schakal“ (Kinofassung)
Meine Besprechung von Olivier Assayas‘ „Carlos – Der Schakal“ (Director’s Cut – bzw. die dreiteilige TV-Fassung)

Meine Besprechung von Olvier Assayas‘ „Die wilde Zeit“ (Après Mai, Frankreich 2012) (und der DVD)


TV-Tipp für den 12. Februar: Das Cabinet des Dr. Caligari

Februar 11, 2014

Arte,23.00

Das Cabinet des Dr. Caligari (Deutschalnd 1920, R.: Robert Wiene)

Drehbuch: Hans Janowitz, Carl Mayer

Der wahnsinnige Dr. Caligari versetzt eine norddeutsche Kleinstadt in Angst und Schrecken.

Ein Stummfilmklassiker, ein Horrorfilmklassiker, ein Klassiker es expressionistischen Films und sicher noch einige „Klassiker“-Ernennungen mehr – und in jedem Fall in der heute präsentierten restaurierten Fassung, die auf dem Kameranegativ basiert, ein Augenschmaus. Und ein Ohrenschmaus: denn es soll die von John Zorn live während der Berlinale-Premiere auf der Karl-Schuke-Orgel der Berliner Philharmonie gespielte Musik präsentiert werden.

D. h.: Aufnahmebefehl!

Davor, um 22.05 Uhr, läuft die brandneue Doku „Caligari – Wie der Horror ins Kino kam“ von Rüdiger Suchsland über den Film.

mit Werner Krauß, Conrad Veidt, Lil Dagover, Hans Heinrich von Twardowski, Rudolf Lettinger

Hinweise

Filmportal über „Das Cabinet des Dr. Caligari“

Murnau-Stiftung über „Das Cabinet des Dr. Caligari“

Berlinale über „Das Cabinet des Dr. Caligari“

Rotten Tomatoes über „Das Cabinet des Dr. Caligari“

Turner Classic Movies über „Das Cabinet des Dr. Caligari“

Wikipedia über „Das Cabinet des Dr. Caligari“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 11. Februar: Misery

Februar 11, 2014

WDR, 23.15

Misery (USA 1990, R.: Rob Reiner)

Drehbuch: William Goldman

LV: Stephen King: Misery, 1987 (Sie)

Des Schriftstellers Alptraum (hilflos ans Bett gefesselt in den Händen eines fanatischen Fans), des Zuschauers Vergnügen. Eine der besten Verfilmungen des Grandmasters der Mystery Writers of America.

Kathy Bates erhielt für ihre furchterregende Darstellung der helfenden Krankenschwester den Oscar, den Chicago Film Critics Association Awards und den Golden Globe als beste Schauspielerin.

Mit James Caan, Kathy Bates, Richard Farnsworth, Lauren Bacall, Frances Sternhagen

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Misery“

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung „Carrie“ (Carrie, USA 2013)

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour


TV-Tipp für den 10. Februar: Transsiberian – Reise in den Tod

Februar 10, 2014

ZDF, 22.30

Transsiberian (GB/D/E 2007, R.: Brad Anderson)

Drehbuch: Will Conroy, Brad Anderson

Ein amerikanisches Ehepaar will mit der Transsibirischen Eisenbahn von Peking nach Moskau fahren. Auf ihrer Fahrt geraten sie zwischen die Fronten eines Kampfes zwischen Drogenschmugglern und einem skrupellosen Drogenfahnder.

Wer in den vergangenen Jahren nur einen Ben-Kingsley-Film gesehen hat, kann sich denken, auf welcher Seite Kingsley mitspielt. Und unser Mann in Hollywood (neinnein, der andere) ist auch dabei. Ansonsten: nach vielen Jahren wieder ein Eisenbahnthriller, der sogar in der Gegenwart spielt. Die internationale Kritik feierte, vollkommen berechtigt, das neue Werk des „The Machinist“-Regisseurs ab.

„Der Film hat eigentlich alle Anlagen zum B-Movie. Indem Anderson aber die inneren Konflikte seiner Figuren in den Mittelpunkt stellt, wird aus einem potenziellen Actionthriller ein durchaus überzeugendes Drama.“ (Andreas Busche, epd Film 12/2008)

mit Woody Harrelson, Emily Mortimer, Ben Kingsley, Kate Mara, Eduardo Noriega, Thomas Kretschmann

Wiederholung: Mittwoch, 12. Februar, 01.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Transsiberian“

Metacritic über “Transsiberian”

Rotten Tomatoes über “Transsiberian”

Wikipedia über “Transsiberian” (deutsch, englisch)

Arizona Daily Star: Phil Villarreal porträtiert Will Conroy (26. Juli 2007)

Cinematical: Interview mit Brad Anderson über “Transsiberian” (25. Juni 2008)

Dark Horizons: Interview mit Brad Anderson über “Transsiberian” (2. Juli 2008)

Shock till you drop: Interview mit Brad Anderson über “Transsiberian (14. Juli 2008)

IFC: Interview mit Brad Anderson über “Transsiberian” (17. Juli 2008)

Chud: Interview mit Brad Anderson über “Transsiberian” (19. Juli 2008)

Bullz-Eye: Interview mit Brad Anderson (25. Juli 2008)

Meine Besprechung von Brad Andersons „The Call – Leg nicht auf!“ (The Call, USA 2013)


TV-Tipp für den 9. Februar: Inception

Februar 9, 2014

RTL, 20.15 (Wiederholung um 23.50 Uhr)

Inception (USA/GB 2010, R.: Christopher Nolan)

Drehbuch: Christopher Nolan

Leonardo DiCaprio spielt einen Spion, der sich in die Gehirne von anderen Menschen einloggt. Jetzt soll er allerdings nichts ausspionieren, sondern eine schädliche Idee in das Gehirn seines Opfers implantieren.

Die Kritiker waren begeistert von “Batman“ Christopher Nolans Mindfuck. Die Zuschauer ebenso. Die Kinobetreiber zählten strahlend die verkauften Eintrittskarten. Denn „Inception“ ist ein inzwischen seltenes Beispiel für Blockbusterkino, bei dem man sein Gehirn nicht an der Kinokasse abgeben muss.

mit Leonardo DiCaprio, Joseph Gordon-Levitt, Ellen Page, Tom Hardy, Ken Watanabe, Cillian Murphy, Tom Berenger, Marion Cotillard, Pete Postlethwaite, Michael Caine, Lukas Haas

Hinweise

Amerikanische Homepage zu „Inception“

Deutsche Homepage zu „Inception“

Film-Zeit über „Inception“

Rotten Tomatoes über “Inception”

Wikipedia über “Inception” (deutsch, englisch)

Nolan Fans (umfangreiche Homepage, auch mit den Drehbüchern zu seinen Filmen, u. a. “Inception”)