Neu im Kino/Filmkritik: Pixar ist jetzt “Elemental”

Juni 23, 2023

In den USA, wo “Elemental” bereits letzte Woche anlief, wird der neueste Pixar-Animationsfilm bereits als Flop gehandelt. Er kostete 200 Millionen US-Dollar und spielte am Startwochenende keine dreißig Millionen US-Dollar ein. Das ist einer der schlechtesten Kinostarts für einen Pixar-Film.

Bei den Kritikern und dem Publikum kam die Geschichte von Ember Lumen, die sich in Wade Ripple verliebt und mit dem Widerstand ihrer Familie und der Elemente zu kämpfen hat, gut an .

In Element City leben die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft zusammen, aber auch getrennt voneinander. Vor allem Feuer und Wasser vertragen sich, wie jedes Kind weiß, nicht miteinander. Ember ist Feuer, Wade Wasser. Doch es kommt noch schlimmer. Ember ist ein Einwandererkind. Ihre Eltern wanderten aus Fireland nach Element City aus. Dort leben sie in einem Ghetto. Ihr Vater hat den kleinen Gemischtwarenladen „Fireplace“ eröffnet. Die ganze Familie hilft mit und irgendwann soll Ember den in der Nachbarschaft beliebten Laden übernehmen. Sie muss nur noch lernen, ihr Temperament zu zügeln. Denn nervige Kundschaft faucht sie schon einmal an und verbrannte Kunden sind schlechte Kunden.

Da platzt im Keller ein Rohr, überschwemmt ihn und Wade taucht aus dem Rohr auf. Er ist städtischer Inspektor in Element City, großherzig, leicht schusselig, easy-going und, in den falschen Momenten ein Paragraphenreiter. Deshalb meldet er den Wasserschaden seiner Vorgesetzten und gefährdet damit den Familienbetrieb.

Als Ember, die er ganz nett findet, ihm erklärt, was er angerichtet hat, will er ihr helfen.

Im Gegensatz zu früheren Pixar-Filmen ist “Elemental” ziemlich konventionell. Regisseur Peter Sohn erzählt eine Romeo-und-Julia-Liebesgeschichte zwischen Einwanderern und Einheimischen. Nur dass die ‚Menschen‘ jetzt die Eigenschaften der Elemente haben, ist neu und sorgt immer wieder für überraschende Momente. Zum Beispiel wenn Wade Ember seiner Familie in ihrer Wohnung vorstellt.

Das mag für Erwachsene etwas wenig sein, aber gerade jüngeren dürfte die gut gemachte und witzige Geschichte gefallen. Sie gewährt auch einen gelungenen Einblick in die Sorgen, Nöte und Hoffnungen von Einwanderern. Sie werden von den Einheimischen, die mit dem Feuer fremdeln, gemieden. Sie versuchen ihren Kindern ein besseres Leben zu geben. Sie versuchen den Spagat zwischen Anpassung an die neue Gesellschaft und der Bewahrung der eigenen Traditionen. Es geht auch um Werte, Traditionen, Toleranz und Weltoffenheit. Das alles wird so angesprochen, dass Kinder es verstehen können, ohne die Komplexität der Themen zu negieren. Es gibt eine starke Heldin – und Männer, die riesige Fontänen weinen. Vor allem Wade kann nicht genug weinen. Vor Freude.

„Elemental“ ist ein weiterer gelungener Pixar-Animationsfilm, der auch für Erwachsene gut ansehbar ist (was nicht von jedem Kinderfilm gesagt werden kann) und der eine sehr sympathische Botschaft hat. Sohns Film ist ein Film, den ich meinen Kindern empfehlen würde, wenn ich welche hätte. So müssen jetzt halt die Kinder anderer Leute reingehen.

Als Vorfilm läuft „Carl’s Date“ von Bob Peterson. In dem witzigen Kurzfilm begegnen wir wieder Carl Fredricksen und seinem Hund Dug, beide bekannt aus „Oben“. Dieses Mal wird Carl zu einem Date eingeladen. Dug gibt ihm Tipps, wie so ein Date erfolgreich verläuft. Jedenfalls bei Hunden.

Elemental (Elemental, USA 2023)

Regie: Peter Sohn

Drehbuch: John Hoberg, Kat Likkel, Brenda Hsueh (nach einer Geschichte von Peter Sohn , John Hoberg, Kat Likkel und Brenda Hsueh)

mit (im Original den Stimmen von) Leah Lewis, Mamoudou Athie, Ronnie Del Carmen, Shila Ommi, Wendi McLendon-Covey, Catherine O’Hara

(in der deutschen Fassung den Stimmen von) Emilia Schüle, Jannis Niewöhner

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über “Elemental”

Metacritic über “Elemental”

Rotten Tomatoes über “Elemental”

Wikipedia über “Elemental”


TV-Tipp für den 23. Juni: James Bond 007: Man lebt nur zweimal/James Bond 007: Im Geheimdienst ihrer Majestät

Juni 22, 2023

Pro 7, 20.15

JAMES BOND: Man lebt nur zweimal (You only live twice, Großbritannien 1967)

Regie: Lewis Gilbert

Drehbuch: Roald Dahl

LV: Ian Fleming: You only live twice, 1964 (Man lebt nur zweimal)

Blofeld kapert Raumkapseln. James Bond wird losgeschickt dem schändlichen Treiben ein Ende zu bereiten. In Blofelds Zentrale, einem erloschenen Vulkan, treffen beide aufeinander.

Die erste Begegnung zwischen den Herren Bond und Blofeld (im Film – in den Büchern war die Reihenfolge etwas anders). Der Film ist eine ziemlich ermüdende Materialschlacht mit einem als Japaner verkleideten Bond.

„You only live twice“ ist das vorletzte Bond-Buch von Ian Fleming. Für den Film wurde eine vollkommen neue Story entworfen. Nur der Gegner (Blofeld) und der Ort der Handlung (Japan) sind gleich.

Ein interessanten Blick auf den damaligen Presserummel findet sich in Erich Kocians Buch „Die James Bond Filme“ (Heyne Filmbibliothek, Auflage egal). Kocian berichtete damals aus Japan über die Dreharbeiten unter ständiger Belagerung von Reportern und Fans.

Mit Sean Connery, Karin Dor, Donald Pleasence, Akiko Wakabayashi, Bernard Lee, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn, Charles Gray

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Die Vorlage

Ian Fleming: James Bond 007 – Man lebt nur zweimal

(neu übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)

Cross Cult, 2013

288 Seiten

12,80 Euro

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Hinweise

Rotten Tomatoes über „James Bond: Man lebt nur zweimal”

Wikipedia über „James Bond: Man lebt nur zweimal” (deutsch, englisch)

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Pro7, 22.50

James Bond: Im Geheimdienst Ihrer Majestät (On her Majesty’s Secret Service, Großbritannien 1969)

Regie: Peter Hunt

Drehbuch: Richard Maibaum

LV: Ian Fleming: On her Majesty´s Secret Service, 1963 (007 James Bond im Dienst Ihrer Majestät; 007 James Bond im Geheimdienst Ihrer Majestät; 007 James Bond und sein gefährlichster Auftrag)

James Bond trifft in den Alpen auf seinen Erzfeind Blofeld.

Der Daily Herald meinte, „On her Majesty´s Secret Service“ sei das bis dahin beste Bond-Buch. Und der Film, der sich an die Buchvorlage hält, wäre auch der beste Bond-Film, wenn nicht George Lazenby, sondern Sean Connery die Hauptrolle gespielt hätte.

Mit George Lazenby, Diana Rigg, Telly Savalas, Ilse Steppat, Bernard Lee, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn

–

Die Vorlage

Ian Fleming: James Bond: Im Geheimdienst Ihrer Majestät

(neu und vollständig übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)

Cross Cult, 2013

384 Seiten

12,80 Euro

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Hinweise

Rotten Tomatoes über „James Bond: Im Geheimdienst Ihrer Majestät“

Wikipedia über “James Bond: Im Geheimdienst Ihrer Majestät” (deutsch, englisch) und über James Bond (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romane “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Mit der Absicht zu töten“ (James Bond – With a mind to kill, 2022)

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

Meine Besprechung von Cary Joji Fukunaga James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ (No time to die, Großbritannien 2021)

Meine Besprechung von Danny Morgensterns „Unnützes James Bond Wissen“ (2020)

Kriminalakte: Mein Gespräch mit Danny Morgenstern über „Keine Zeit zu sterben“ und sein Buch „Das ultimative James-Bond-Quizbuch“ (1. Oktober 2021) (Sehbefehl?)

Meine Besprechung von cinemas (Hrsg.) „Inside James Bond“ (2022)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Über Christoph Hochhäuslers „Bis ans Ende der Nacht“

Juni 22, 2023

Auf dem Papier klingt es ja noch interessant: ein Polizist und ein Spitzel sollen in einem Undercover-Einsatz einen Drogenhändler überführen.

Doch schon die ausführlichere Synopse des bewährten Plots stimmt skeptisch. Das scheint dann doch ziemlich gekünstelt zu sein. Und der Film ist hoffnungslos vermurkst. Lustlos bedient „Bis ans Ende der Nacht“ die verschiedenen Genretopoi und Klischees. Da gibt es etwas Noir, Polizeithriller, Fassbinder-Melodrama und deutsche Schlager, die nicht zum restlichen Film passen. Bestenfalls sind sie als eigenständiger Kommentar zum Film goutierbar. Regisseur Christoph Hochhäusler und Drehbuchautor Florian Plumeyer begraben in ihrem Film eine Beziehungsgeschichte, die durchaus Potential für einen gelungenen Film gehabt hätte, unter den Erfordernissen einer Kriminalgeschichte, für die sich nicht interessieren.

Der verdeckte Ermittler Robert Demant soll mit Leni Malinowski den Online-Drogenhändler Victor Arth überführen. Mit Victor war Leni vor ihrem aktuellen Gefängnisaufenthalt befreundet. Jetzt soll sie einen Kontakt zwischen Robert und Victor herstellen und für Robert, der sich als potentieller Drogenkäufer ausgibt, bürgen.

Schwierig wird der Einsatz, weil – und das wissen Roberts Vorgesetzte – Robert und Leni eine Beziehung haben. Vor Lenis Haft waren sie ein Liebespaar. Jetzt muss Robert mit seinen Gefühlen gegenüber Leni, die er als Mann kennen und lieben lernte, zurechtkommen. Außerdem ist sie drogenabhängig, hat ein elend langes Strafregister und ist eine in jeder Beziehung schwierige Person. Für den Undercover-Einsatz wurde sie mit einer vorzeitigen Entlassung geködert. Sie stimmte zu und verlangte, dass Robert ihr Partner ist.

Allein schon die Entscheidung dieses Pärchen, das sich in inniger Haßliebe verbunden ist, auf diese Mission zu schicken, ist der Weg zum Scheitern. Und macht den Krimiplot von der ersten bis zur letzten Sekunde unglaubwürdig.

Im Mittelpunkt des Krimidramas steht dann auch nicht der über weite Strecken des Films vollkommen ignorierte Krimiplot, sondern die schwierige Beziehung zwischen Robert und Leni und ihre sich entwickelnde Freundschaft zu dem Online-Drogenhändler und Discobetreiber Victor Arth und seiner Frau. Sie lernen sich bei einem ausführlich gezeigtem Tanzkurs kennen. Victor ist bei diesen Treffen charmant, überwacht seine Frau auf Schritt und Tritt und ist nie bei seinen beruflichen Tätigkeiten als Clubbesitzer und Drogenhändler zu sehen. Er könnte auch jeden anderen Beruf haben. Und er ist erstaunlich unbeeindruckt von Lenis Geschlechtsumwandlung, die er als Mann kennen lernte. Er akzeptiert ihre Geschlechtsumwandlung wie ein neues Etikett auf einer Bierflasche.

Diese Beziehungsgeschichten kommen gut ohne den Krimiplot aus. Sie wären sogar ohne den lustlos mitgeschleiften Krimiplot stärker.

Die nächste seltsame Entscheidung Hochhäuslers ist, Robert Demant zum Protagonisten zu machen. Alles kreist sich um seine widerstreitenden Gefühle gegenüber Leni. Dabei wäre die in jeder Beziehung äußerst problematische Leni die bessere Wahl gewesen. Ihre psychischen Probleme und, damit verbunden, die Probleme von Transpersonen sind interessanter als Roberts Selbstzweifel, die nur die Zweifel eines mittelalten weißen Mannes sind.

Bis ans Ende der Nacht (Deutschland 2023)

Regie: Christoph Hochhäusler

Drehbuch: Florian Plumeyer

mit Timocin Ziegler, Thea Ehre, Michael Sideris, Ioana Iacob, Rosa Enskat, Aenne Schwarz, Gottfried Breitfuß, Sahin Erylmaz, Ronald Kukulies

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Bis ans Ende der Nacht“

Moviepilot über „Bis ans Ende der Nacht“

Rotten Tomatoes über „Bis ans Ende der Nacht“

Wikipedia über „Bis ans Ende der Nacht“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „Bis ans Ende der Nacht“

Meine Besprechung von Christoph Hochhäuslers „Die Lügen der Sieger“ (Deutschland/Frankreich 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „No hard feelings“, nur ‚daten‘ im Auftrag der Eltern

Juni 22, 2023

Ihr Auto ist sie gerade losgeworden. Ihr Haus könnte als nächstes gepfändet werden. Denn Maddie (Jennifer Lawrence, schamlos) kann die Steuern für das schon etwas heruntergekommene Einfamilienhaus nicht bezahlen. Aber das Haus, in dem sie aufwuchs und das sie von ihrer Mutter erbte, möchte sie unbedingt behalten. Nur wie? Denn ohne eigenes Auto kann sie in Montauk, New York, nicht mehr als Uber-Fahrerin arbeiten.

Da entdeckt sie in der Zeitung eine Anzeige. In ihr suchen die Eltern des neunzehnjährigen Percy (Andrew Barth Feldman) eine Frau, die ihr Kind ‚dated‘. Das ist eine kaum verklausulierte Umschreibung für entjungfert. Als Lohn gibt es ein Auto. Die 32-jährige, sich für unwiderstehlich haltende Maddie denkt, dass sie das an einem Abend erledigen kann.

Dummerweise ist Percy sehr schüchtern und absolut desinteressiert an ihren offensiv vorgetragenen und präsentierten sexuellen Angeboten.

Wer die vorherigen Filme von Gene Stupnitsky, nämlich „Bad Teacher“ (nur Drehbuch) und „Good Boys“, kennt, hat eine ziemlich klare Vorstellung davon, in welche Richtung sich der Humor von „No hard feelings“ bewegen wird. Zwar beginnt die Komödie schwarzhumorig mit einigen Spitzen gegen den Kapitalismus und die reichen Leute, die auf Montauk die Preise verderben. Aber schnell wird deutlich, dass Stupnitsky nicht an einer ätzenden Satire auf den American Way of Life interessiert ist. Stattdessen geht es mit Zoten und Slapstick in Richtung Disney.

Das wird schon bei Maddies Vorstellungsgespräch mit Percys Eltern deutlich. Sie sind, gespielt von Matthew Broderick und Laura Benanti, keine durchgedrehten Helikopter-Eltern, sondern eher verständnisvolle, tiefentspannt-schluffige, passend zu ihren Möbeln gekleidete Millionäre mit Hippie-Attitüde. Sie sorgen sich wirlich um ihren Sohn sorgen und bemuttern ihn dabei mehr als nötig.

Die wenig subtilen Witze konzentrieren sich auf den Kampf um Percys Unschuld. Maddie und Percy sind, in bester Komödientradition, zwei vollkommen gegensätzliche Figuren. Sie ist freizügig, extrovertiert, unberechenbar und vollkommen verantwortungslos. Er ist schüchtern, rücksichtsvoll, verantwortungsvoll (so arbeitet er nach der Schule freiwillig in einem Tierheim) und interessiert an einer wahren Bindung. Sex ist für ihn, wie für ein Kind, kein Thema. Er ist der Trottel. Sie das Biest, das sich an ihm die Zähne ausbeißt, wahre Gefühle für ihn entwickelt und sich verändert in dieser Coming-of-Age-Komödie.

Letztendlich ist „No hard feelings“ ein harmloser, vulgärer und für US-Verhältnisse erstaunlich freizügiger Spaß. Bei uns reichte es nur für eine FSK-12.

No hard feelings (No hard feelings, USA 2023)

Regie: Gene Stupnitsky

Drehbuch: Gene Stupnitsky, John Phillips

mit Jennifer Lawrence, Andrew Feldman, Laura Benanti, Natalie Morales, Matthew Broderick, Scott MacArthur, Ebon Moss-Bachrach, Hasan Minhaj, Kyle Mooney

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 12 Jahre (in den USA gab’s ein R-Rating für „sexual content, language, some graphic nudity and brief drug use“)

–

Hinweise

Moviepilot über „No hard feelings“

Metacritic über „No hard feelings“

Rotten Tomatoes über „No hard feelings“

Wikipedia über „No hard feelings“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 22. Juni: Ein letzter Job

Juni 21, 2023

RBB, 20.15

Ein letzter Job (King of Thieves, Großbritannien 2018)

Regie: James Marsh

Drehbuch: Joe Penhall

Auf einer Trauerfeier trifft Brian Reader (Michael Caine) einige alte Kumpels wieder. Sie schwelgen in Erinnerungen an frühere Verbrechen. Danach beschließen Berufsverbrecher, im Londoner Diamantenviertel die Schließfächer der Hatton Garden Safe Deposit zu leeren. Es soll ihr letzter Job vor dem Ruhestand werden.

TV-Premiere. Harmlos nostalgischer Spaß, mit einem Top-Ensemble. Also genau das richtige für einen lauschigen Sommerabend.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Michael Caine, Tom Courtenay, Jim Broadbent, Ray Winstone, Michael Gambon, Charlie Cox, Paul Whitehouse

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Ein letzter Job“

Metacritic über „Ein letzter Job“

Rotten Tomatoes über „Ein letzter Job“

Wikipedia über „Ein letzter Job“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Marshs David-Peace-Verfilmung „1980“ (Red Riding: In the Year of Our Lord 1980, Großbritannien 2009)

Meine Besprechung von James Marshs „Shadow Dancer“ (Shadow Dancer, Großbritannien/Irland/Frankreich 2012)

Meine Besprechung von James Marshs „Vor uns das Meer“ (The Mercy, Großbritannien 2017)

Meine Besprechung von James Marshs „Ein letzter Job“ (King of Thieves, Großbritannien 2018)


TV-Tipp für den 21. Juni: Withnail & I

Juni 20, 2023

Arte, 00.20

Withnail & I (Withnail and I, Großbritannien 1987)

Regie: Bruce Robinson

Drehbuch: Bruce Robinson

1969: zwei junge arbeitslose Schauspieler flüchten vor ihrem chaotischen Leben in London auf’s Land. Dort hoffen sie auf Ruhe und Erholung, kommen aber vom Regen in die Traufe.

TV-Premiere. Unglaublich, aber wahr. In Großbritannien ist „Withnail & I“ ein absoluter Kultfilm. Als der Guardian 2009 Filmkritiker und Regisseure nach dem besten britischen Film der letzten 25 Jahre fragte, landete „Withnail & I“ auf dem zweiten Platz. Auf dem ersten Platz landete „Trainspotting“.

In Deutschland lief er nie im Kino. 1997 wurde eine deutsche Synchronisation erstellt. 2007 erfolgte eine DVD-Veröffentlichung. 2012 eine Neuauflage. Und jetzt gibt es die überfällige TV-Premiere.

„urkomische ’schwarze‘ Komödie“ (Lexikon des internationalen Films), die auf eigenen Erlebnissen von Bruce Robinson basiert.

mit Richard E. Grant, Paul McGann, Richard Griffiths, Ralph Brown, Michael Elphick, Daragh O’Malley

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Withnail & I“

Wikipedia über „Withnail & I“ (deutsch, englisch)

 


TV-Tipp für den 20. Juni: 37°: Radikal, gehasst, verzweifelt – Die letzte Generation

Juni 19, 2023

ZDF, 22.15

37°: Radikal, gehasst, verzweifelt – Die letzte Generation (Deutschland 2023)

Regie: Broka Herrmann

Drehbuch: Broka Herrmann

TV-Premiere. Halbstündige Doku über drei Aktivisten der Letzten Generation, ihr Umfeld und, vor allem, ihre Eltern.

Die Doku zeigt, wieder einmal, das Hauptproblem der Letzten Generation. Es wird über ihre Aktionen, aber nicht über ihre Forderungen gesprochen. Sie verärgern genau die Menschen, die sie für gesellschaftliche und politische Veränderungen bräuchten, während die Entscheider in der Politik und der Wirtschaft ungestört weitermachen können. D. h. bis jetzt bringen ihre Aktionen sie nicht näher an ihr Ziel. Eher scheinen sie sich weiter von ihm zu entfernen.

Die im Film gezeigten Personen scheinen trotzdem bei der gewählten Kleben-bis-die-Polizei-kommt-Strategie zu bleiben.

Hinweise

ZDF über die Doku (ab 8.00 Uhr in der Mediathek)

Wikipedia über die Letzte Generation

Homepage der Letzten Generation


TV-Tipp für den 19. Juni: Matador

Juni 18, 2023

Arte, 22.20

Matador (Matador, Spanien 1986)

Regie: Pedro Almodóvar

Drehbuch: Pedro Almodóvar, Jesús Ferrero

Selten gezeigtes Frühwerk von Pedro Almodóvar – mit einer ziemlich mörderischen Geschichte. Es geht um einen Stierkampflehrer, der nicht mehr in die Arena darf und deshalb Frauen tötet; um seinen religiös erzogenen Schüler, der ihn begehrt und mehrere Morde (die er nicht verübt hat) gesteht; und um eine Anwältin, die den Jüngling verteidigt und ihre Liebhaber mit einer Hutnadel ersticht. Als sie sich begegnen, wird es, nun, mörderisch und leidenschaftlich.

Die zeitgenössische Kritik meinte zum Kinostart: „einzigartigen, postmodernen Mischung aus Melodram und Farce“ (Fischer Film Almanach 1991)

mit Assumpta Serna, Antonio Banderas, Nacho Martínez, Eva Cobo, Julieta Serrano, Chus Lampreave, Carmen Maura, Bibi Andersen

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Matador“

Wikipedia über „Matador“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Fliegende Liebende“ (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Julieta“ (Julieta, Spanien 2016)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Leid und Herrlichkeit“ (Dolor y gloria, Spanien 2019)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Parallele Mütter“ (Madres paralelas, Spanien 2021)

Pedro Almodóvar in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 18. Juni: Mann nannte ihn Hombre

Juni 17, 2023

Arte, 20.15

Man nannte ihn Hombre (Hombre, USA 1967)

Regie: Martin Ritt

Drehbuch: Irving Ravetch, Harreit Frank jr.

LV: Elmore Leonard: Hombre, 1961 (Man nannte ihn Hombre)

Arizona, 1880: John Russell (Paul Newman) ist ein Weißer, der als Kind von Apachen entführt wurde und seitdem freiwillig bei ihnen lebt. Aufgrund einer Erbschaft benutzt er mit einigen Weißen die letzte Postkutsche von Sweetmary. Als die Postkutsche von Banditen überfallen wird, muss er sich entscheiden, ob er seinen Mitreisenden helfen will.

Eher selten gezeigter, von der Kritik gelobter und vom Publikum geliebter Klasse-Western, nach einem Frühwerk von Elmore Leonard. Die Western Writers of America nahmen „Hombre“ in ihre Liste der 25 besten Western auf.

„Ein Markstein wie John Fords ‚Stagecoach‘, nach dessen Rezept er aufgebaut ist und von dem ihn ein Vierteljahrhundert Western-Geschichte trennen. Wieder fährt die Postkutsche durch Arizona, aber diesmal sitzt der Indianer drinnen und die Schurken, von denen es drinnen und draußen wimmelt, sind Weiße.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

Anschließend, um 22.00 Uhr, zeigt Arte die brandneue gut einstündige Doku „Paul Newman – Der unwiderstehliche Typ“ (Frankreich 2022). Und danach, um 22.55 Uhr die Doku „Sergio Leone – Spiel mir das Lied von Amerika“. Die hat zwar nichts mit Paul Newman, Martin Ritt oder Elmore Leonard zu tun, aber doch einiges mit dem Wilden Westen.

mit Paul Newman, Frederic March, Richard Boone, Diane Cilento, Cameron Mitchell, Barbara Rush, Martin Balsam

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Man nannte ihn Hombre“

Wikipedia über „Man nannte ihn Hombre“ (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)


TV-Tipp für den 17. Juni: 24 Stunden in seiner Gewalt

Juni 16, 2023

Servus TV, 22.15

Desperate Hours – 24 Stunden in seiner Gewalt (Desperate Hours, USA 1990)

Regie: Michael Cimino

Drehbuch: Lawrence Kooner, Mark Rosenthal, Joseph Hayes

LV: Joseph Hayes: The desperate hours, 1954 (Roman), 1956 (Bühnenstück) (An einem Tag wie jeder andere)

Auf der Flucht nehmen Gangster die Familie Cornell als Geisel. Ein Psychoduell zwischen Geiselnehmern, Geiseln und einem das Haus belagerndem Riesenaufgebot der Polizei beginnt.

Das Original „An einem Tag wie jeder andere“ von William Wyler zeigte Humphrey Bogart in einer seiner letzten Rollen. Cimino befreite „An einem Tag wie jeder andere“ von dem Theatermief und drehte einen hochspannenden Thriller.

Mit Anthony Hopkins, Mickey Rourke, Elias Koteas, Mimi Rogers, Kelly Lynch, David Morse, Lindsay Crouse

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Desperate Hours“

Wikipedia über „Desperate Hours“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 16. Juni: James Bond 007: Goldfinger/James Bond 007: Feuerball

Juni 15, 2023

Zwei weitere Missionen für

Pro 7, 20.15

JAMES BOND: Goldfinger (Goldfinger, Großbritannien 1964)

Regie: Guy Hamilton

Drehbuch: Richard Maibaum, Paul Dehn

LV: Ian Fleming: Goldfinger, 1959

Goldfinger (Gert Fröbe) will Fort Knox ausräumen. James Bond (Sean Connery) hat etwas dagegen.

Mit „Goldfinger“ hatte sich James Bond endgültig im Kino etabliert und der Presserummel bei „Feuerball“ und „Man lebt nur zweimal“ war gigantisch. Ebenso die Zahl der mehr oder weniger missglückten Kopien in Buch und Film. Da scheint der heutige Rummel um „Harry Potter“/“Herr der Ringe“/“Krieg der Sterne“/“Matrix“/“X-Men“/“Marvel“ ein Klacks zu sein.

Mit Sean Connery, Gert Fröbe, Honor Blackman, Shirley Eaton, Harold Sakata, Bernard Lee, Lois Maxwell

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Die Vorlage

Ian Fleming: Goldfinger

(neu übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)

Cross Cult, 2013

400 Seiten

12,80 Euro

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Hinweise

Rotten Tomatoes über „Goldfinger“

Wikipedia über „Goldfinger“ (deutsch, englisch)

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Pro 7, 22.35

JAMES BOND: Feuerball (Thunderball, Großbritannien 1965)

Regie: Terence Young

Drehbuch: Richard Maibaum, John Hopkins, Jack Whittingham

LV: Ian Fleming: Thunderball, 1961 (Feuerball)

Emilio Largo, Blofelds bester Mann, erpresst die britische Regierung mit der Drohung zwei Atomraketen auf westliche Großstädte abzufeuern. Anstatt zu bezahlen schickt die Regierung James Bond los – die Welt zu retten.

Bond auf den Bahamas und mit gaaaanz vielen Tauchern. Die Story zu „Feuerball“ basierte auf einem zusammen mit Kevin McClory entworfenem Filmtreatment. Nach einem Rechtsstreit durfte McClory 1983 ein Remake machen. Es hieß „Sag niemals nie“ (ebenfalls mit Connery und am Ende wieder mit gaaaanz vielen Taucher, – wegen des Copyrights)

Mit Sean Connery, Adolfo Celi, Claudine Auger, Luciana Paluzzi, Ric Van Nutter, Bernhard Lee, Martine Beswick, Desmond Llewlyn, Lois Maxwell

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Die Vorlage

Ian Fleming: Feuerball

(übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)

Cross-Cult, 2013

384 Seiten

12,80 Euro

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Originalausgabe

Thunderball, 1961

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Hinweise

Rotten Tomatoes über „Feuerball“

Wikipedia über „Feuerball“ (deutsch, englisch) und über James Bond (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romane “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Mit der Absicht zu töten“ (James Bond – With a mind to kill, 2022)

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

Meine Besprechung von Cary Joji Fukunaga James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ (No time to die, Großbritannien 2021)

Meine Besprechung von Danny Morgensterns „Unnützes James Bond Wissen“ (2020)

Kriminalakte: Mein Gespräch mit Danny Morgenstern über „Keine Zeit zu sterben“ und sein Buch „Das ultimative James-Bond-Quizbuch“ (1. Oktober 2021) (Sehbefehl?)

Meine Besprechung von cinemas (Hrsg.) „Inside James Bond“ (2022)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Welcome to „Asteroid City“, Mr. Wes Anderson

Juni 15, 2023

Asteroid City gibt es nicht. Es ist, wie ein sich superseriös gebender, anscheinend direkt aus den Fünfzigern kommender TV-Sprecher am Filmanfang erklärt, eine erfundene Stadt für ein Theaterstück, das jetzt präsentiert wird. Mit einem Blick hinter die Kulissen der Produktion des Theaterstücks, das jetzt ein Film ist, der im Film gezeigt wird. Mit diesem Wissen betreten wir die Welt von Asteroid City, einer Kleinstadt im Südwesten der USA. 87 Einwohner. Eine Tankstelle, Imbiss, Telefonzelle, ein Motel mit zehn Zimmern, eine Sternwarte und ein von einem Asteroideneinschlag verursachter Krater. Zuggleise und eine Straße führen durch die Ansammlung sehr sauberer, frisch gestrichener Bretterbuden. Die Straße wird immer wieder von einem sich vor der Polizei auf der Flucht befindendem Gangsterpärchen benutzt. Sie schießen auf den sie mit Blaulicht verfolgenden Polizeiwagen und rasen durch Asteroid City. Mal in die eine, mal in die andere Richtung.

An diesem Wochenende wird in Asteroid City, wie jedes Jahr, der Asteroidentag gefeiert. Mit mehreren jugendlichen Sternguckern, einem Wettbewerb für sie, einem Fünf-Sterne-General und einer Astronomin. Im Hintergrund sehen wir immer wieder einen Atompilz.

Wir befinden uns in den fünfziger Jahren, als der US-amerikanische Traum intakt war. Das US-Militär führt in der Wüste Tests mit Atombomben durch. Niemand stört sich daran. Die Ufo-Hysterie erreicht ungeahnte Ausmaße. Ein Außerirdischer stört dann auch die Feierlichkeiten zum Asteroidentag. Danach verhängt die Regierung erst einmal eine Quarantäne unbekannter Dauer über Asteroid City.

Wes Anderson beobachtet in seiner neuen Komödie „Asteroid City“ die zufällig in dem Ort in der Wüste (und im Film, im Theaterstück und den Proben für das Stück) zusammengewürfelten, überwiegend weißen Menschen. Gespielt werden sie von Hollywood-Stars, wie Jason Schwartzman, Scarlett Johansson, Tom Hanks, Jeffrey Wright, Tilda Swinton, Bryan Cranston, Edward Norton, Adrien Brody, Liev Schreiber, Steve Carell, Matt Dillon, Willem Dafoe, Margot Robbie, Tony Revolori und Jeff Goldblum als Alien. Die meisten spielten bereits in früheren Wes-Anderson-Filmen mit. Einige von ihnen haben nur kleine bis kleinste, aber prägnante Rollen. Teilweise sind sie in ihren Kostümen nicht zu erkennen.

Nach der Verhängung der Quarantäne warten sie. Sie langweilen sich. Sie reden miteinander über sich, Gott, die Welt und den Alien, der sie besucht hat und der sich mehr für einen Stein als für sie interessierte. Ein Plot will sich daraus nicht entwickeln. Wes Anderson versucht es noch nicht einmal. Er belässt es beim Spiel mit Meta-Ebenen, bei Zitaten, Anspielungen, Witzen und sorgsam inszenierten Beobachtungen. Einige Personen, wie der Kriegsfotograf Augie Steenbeck, ein Witwer und Vater von vier Kindern (die erst in Asteroid City erfahren, dass ihre Mutter seit drei Wochen tot ist und sie in einer Tupperdose begleitet), und die Marilyn-Monroe-blonde Schauspielerin Midge Campbell, sind öfter im Bild. Aber nicht mehr. Auch ihre Szenen bleiben Vignetten, die jeweils für sich allein stehen und die sich vor allem auf die sichtbare Oberfläche konzentrieren.

Das ist dann wie das Ansehen von präzise arrangierten Postkartenbildern. Jede Farbe stimmt. Im Hintergrund gibt es immer noch etwas zu entdecken. Und es ist wunderschön verschachtelt als Film im Theaterstück in den Proben und Arbeiten für das Theaterstück, das immer wieder von den Figuren kommentiert wird.

Intellektuell ist das natürlich ein Spaß. Auch beim zweiten oder dritten Ansehen.

Aber dieses Mal ist der Spaß auch äußerst blutleer. Keine Figur hat ein nennenswertes Eigenleben. Eine Story gibt es auch nicht. Es gibt nur einige Menschen, die einige Tage in Asteroid City festsitzen, warten und danach wieder ihr Leben leben.

„Asteroid City“ ist eine Ansammlung von bekannten Wes-Anderson-Momenten, von denen jeder einzelne für sich gelungen und witzig ist. Als Gesamtwerk ist es trotzdem nicht mehr als ein sorgfältig kuratiertes Fotoalbum für seine Fans.

Asteroid City (Asteroid City, USA 2023)

Regie: Wes Anderson

Drehbuch Wes Anderson (basierend auf einer Idee von Wes Anderson und Roman Coppola)

mit Jason Schwartzman, Scarlett Johansson, Tom Hanks, Jeffrey Wright, Tilda Swinton, Bryan Cranston, Edward Norton, Adrien Brody, Liev Schreiber, Hope Davis, Stephen Park, Rupert Friend, Maya Hawke, Steve Carell, Matt Dillon, Hong Chau, Willem Dafoe, Margot Robbie, Tony Revolori, Jake Ryan, Jeff Goldblum, Grace Edwards, Aristou Meehan, Sophia Lillis, Ethan Josh Lee

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Asteroid City“ (weil auch deutsche Geld involviert ist)

Moviepilot über „Asteroid City“

Metacritic über „Asteroid City“

Rotten Tomatoes über „Asteroid City“

Wikipedia über „Asteroid City“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Wes Andersons „The Grand Budapest Hotel“ (The Grand Budapest Hotel, USA/Deutschland 2014)

Meine Besprechung von Wes Andersons „Isle of Dogs – Ataris Reise“ (Isle of Dogs, USA 2018)

Meine Besprechung von Wes Andersons „The French Dispatch“ (The French Dispatch, USA/Deutschland 2021)


Neu im Kino/Filmkritik: Superheld „The Flash“ spielt mit der Zeit

Juni 15, 2023

„Du kannst die Vergangenheit nicht verändern.“

„Wirklich? Es geht um meine Mutter. Sie darf nicht sterben.“

Zufällig entdeckt „The Flash“ Barry Allen, dessen Superfähigkeit ist, dass er sich wahnsinnig schnell bewegen kann, dass er in der Zeit zurückreisen kann; – wobei hier wohl zurücklaufen das zutreffendere Wort ist. Ihm ist natürlich klar, dass er bei so einer Zeitreise nichts großes verändern darf. Also beispielsweise einen Diktator töten. Aber wenn er eine Kleinigkeit verändert, die dazu führt, dass seine geliebte Mutter nicht ermordet und sein Vater für diese Tat nicht angeklagt wird, dann dürfte das kein Problem sein.

Ist es doch.

Zuerst einmal begegnet er in der Vergangenheit seinem jüngeren Ich, das ein verpeilter, vergnügungssüchtiger Slacker-Student ist. Barry ist dagegen ein überaus ernsthafter, junger Mann, der äußerst intelligent und schüchtern ist. Außerdem hat sein jüngeres Ich noch keine Ahnung von seinen Superheldenfähigkeiten. Er findet sie aber, als er davon erfährt, cool.

Dann gestaltet die geplante Rückreise in die Gegenwart sich als schwieriger als angenommen.

Und dann taucht auch noch General Zod auf. Er ist, wie Fans der DC-Superman-Geschichten und der vorherigen Kinofilme des DC Extended Universe (DCEU) wissen, ein Bösewicht vom Supermans Heimatplaneten Krypton. Er will die Erde vernichten.

Barry will das verhindern. Dafür braucht er die Hilfe seiner aus seiner Welt bekannten Freunde von der Justice League. Sie ist eine Superheldentruppe, zu der unter anderem Batman, Superman, Wonder Woman und Aquaman gehören.

Schon bei „Batman“ Bruce Wayne erlebt er seine erste Überraschung. Dieser Bruce Wayne lebt in einem heruntergekommenen Wayne Manor und er ist ein langhaariger, unrasierter Zausel, der wie Michael Keaton aussieht. Der Batman, den er kennt, sieht aus wie Ben Affleck.

Keaton-Batman erklärt ihm, mit der Hilfe von Spaghetti und Tomatensauce, was Barry mit seiner Zeitreise angerichtet hat. Auch im DC-Multiverse gibt es, wie uns vor einigen Tagen in „Spider-Man: Across the Spider-Verse“ für das Marvel-Multiverse erklärt wurde, viele verschiedene Zeitstränge, die voneinander unabhängig existieren. Dabei gibt es bestimmte Ereignisse, die in jedem Fall eintreffen. Einige Ereignisse können eintreffen. Und einiges kann ganz ganz anders sein. Aber in jedem Fall beeinflussen diese Zeitstränge sich nicht. Und Zeitreisen gibt es auch nicht. Wenn doch, führt das zu einem ziemlichen Chaos.

Nach dieser Erkärung machen sie sich auf die Suche nach Superman – und zum eine gute Stunde dauerndem Endkampf, der in seiner Ödnis nie die Brillanz der ersten Actionszene des Films erreicht. In dieser Szene überzeugt The Flash als gewitzer und improvisationsfreudiger Babretter. Im Finalkampf wird dann nur noch stumpf gegen General Zod gekämpft, während links und rechts, oben und unten gesichtslose Fußsoldaten sterben.

Nein, die Überraschungen bei „The Flash“ liegen nicht in der Hauptstory, sondern in den zahlreichen Auftritten bekannter Schauspieler und Figuren. Denn mit dem Multiverse gibt es jetzt nicht einen oder zwei, sondern unendlich viele Batmans. Bruce Wayne kann also in einem Film nicht nur aussehen wie Ben Affleck und Michael Keaton, sondern auch, nun, anders. Gleiches gilt auch für alle anderen Figuren. Nur General Zod wird, wie in vorherigen DCEU-Filmen, wieder von einem hoffnungslos unterfordertem Michael Shannon gespielt. Und einige Details wurden zwischen den Welten geändert. Zum Beispiel wie Batmans Haus und Höhle aussehen. Das ist dann etwas für die Fans, die munter eine Liste mit erkannten Anspielungen und Zitaten erstellen.

Andy Muschietti, der vorher die überzeugenden Horrorfilme „Mama“ und „Es“ inszenierte, erfüllt in seinem neuen Film klaglos die Anforderungen, die an einen Superheldenfilm gestellt werden. Das tut er gut, aber auch ohne irgendeine Überraschung. Das Ergebnis ist die Spielfilmversion von Malen nach Zahlen.

Deshalb unterscheiden sich die Kritikpunkte an „The Flash“ nicht von den aus fast allen neueren Superheldenfilmen bekannten Kritikpunkten. Das sind ein vergessenswerter Bösewicht, teils angesichts des Budgets atemberaubend schlechte Tricks und eine schlampig erzählte Geschichte. So dauert es in „The Flash“ ewig, bis General Zod auftaucht. Bis dahin zeigt Andy Muschietti uns, wie sehr Barry seine Mutter liebt, wie er sich in eine ehemalige Mitschülerin, die er jetzt als Journalistin wieder trifft, verliebt, wie er mit seinem jüngeren Ich plaudert und wie er mit Batman kämpft. Das ist unterhaltsam, aber auch immer wieder länger als nötig und so ähnlich inzwischen aus vorherigen Superheldenfilmen bekannt. Mit einer Szene am Ende des Abspanns, kommt „The Flash“ dann auf die inzwischen für Superheldenfilme übliche Laufzeit von ungefähr zweieinhalb Stunden.

Das gesagt steht „The Flash“ vor allem als Einzelfilm, der seit Jahren angekündigt und in der Planung war. Er kann auch ohne das Wissen des DCEU gesehen werden. Wobei etwas Wissen über die Figuren hilfreich ist. Aber alles für diesen Film wichtige erklärt Barry seinem jüngeren Ich.

„The Flash“ könnte der erste und letzte Solofilm mit Ezra Miller als The Flash sein. Das liegt einerseits an seinem Verhalten in der Öffentlichkeit und damit verbundenen Rechtsstreitigkeiten. Inzwischen hat er gesagt, er habe psychische Probleme gehabt und befinde sich in Behandlung. Andererseits richten James Gunn und Peter Safran, die aktuell die Verantwortung für das DCEU haben, dieses komplett neu aus. Es ist dabei unklar, welchen Stellenwert Ezra Miller und The Flash im Rahmen dieser Neuausrichtung haben werden.

The Flash (The Flash, USA 2023)

Regie: Andy Muschietti

Drehbuch: Christina Hodson (nach einer Filmgeschichte von John Francis Daley, Jonathan Goldstein und Joby Harold, basierend auf DC-Figuren)

mit Ezra Miller, Sasha Calle, Ben Affleck, Michael Keaton, Michael Shannon, Ron Livingston, Antje Traue, Jeremy Irons, Temuera Morrison, Kiersey Clemons, Maribel Verdú

Länge: 144 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Moviepilot über „The Flash“

Metacritic über „The Flash“

Rotten Tomatoes über „The Flash“

Wikipedia über „The Flash“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis „Mama“ (Mama, Spanien/Kanada 2012)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis Stephen-King-Verfilmung „Es“ (It, USA 2017)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis Stephen-King-Verfilmung „Es Kapitel 2“ (It Chapter 2, USA 2019)


TV-Tipp für den 15. Juni: Ray & Liz

Juni 14, 2023

WDR, 23.30

Ray & Liz (Ray & Liz, Großbritannien 2018)

Regie: Richard Billingham

Drehbuch: Richard Billingham

Fotograf Richard Billingham erzählt in seinem präzise fotografiertem Filmdebüt die Geschichte seiner Eltern Ray und Liz, die in Birmingham zur unteren Arbeiterklasse gehören. Es sind deprimierende Bilder aus deinem deprimierendem Leben. Danach möchte man, um sich besser zu fühlen, mindestens ein Feelbad-Movie sehen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Ella Smith, Justin Salinger, Patrick Romer, Deirdre Kelly, Tony Way, Sam Gittins, Joshua Millard-Lloyd

Hinweise

Moviepilot über „Ray & Liz“

Metacritic über „Ray & Liz“

Rotten Tomatoes über „Ray & Liz“

Wikipedia über „Ray & Liz“

Meine Besprechung von Richard Billinghams „Ray & Liz“ (Ray & Liz, Großbritannien 2018)


TV-Tipp für den 14. Juni: Black Sea

Juni 13, 2023

Nitro, 23.55

Black Sea (Black Sea, USA/Großbritannien/Russland 2014)

Regie: Kevin Macdonald

Drehbuch: Dennis Kelly

Eine britisch-russische U-Boot-Besatzung sucht im Schwarzen Meer nach einem Nazi-Goldschatz. Schnell müssen sie um ihr Überleben kämpfen.

Angenehm altmodischer Abenteuerfilm für die Fans von Filmen wie „Der Schatz der Sierra Madre“, „Lohn der Angst“ und Atemlos vor Angst“ (die im Presseheft alle als Inspiration genannt werden).

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Jude Law, Scoot McNairy, Ben Mendelsohn, David Threlfall, Konstantin Khabenskiy, Sergey Puskepalis, Michael Smiley, Grigory Dobrygin, Sergey Veksler, Sergey Kolesnikov, Bobby Schofield, Michael Smiley, Jodie Whittaker

Hinweise

Moviepilot über „Black Sea“

Metacritic über „Black Sea“

Rotten Tomatoes über „Black Sea“

Wikipedia über „Black Sea“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Kevin Macdonalds „Black Sea“ (Black Sea, USA/Großbritannien/Russland 2014)


TV-Tipp für den 13. Juni: Rächer der Enterbten

Juni 12, 2023

Servus TV, 22.10

Rächer der Enterbten (The true story of Jesse James, USA 1956)

Regie: Nicholas Ray

Drehbuch: Walter Newman (nach dem Drehbuch für den Film „Jesse James“ von Nunnally Johnson)

Die Geschichte von Jesse James, der im Wilden Westen ein berüchtigter Bankräuber war. „…denn sie wissen nicht, was sie tun“-Regisseur Nicholas Ray hatte einen experimentelleren Film geplant. Das Studio verlangte eine konventionelle, chronologisch erzählte Version. Der so entstandene Western ist vor allem etwas für die Nicholas-Ray-Komplettisten.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Robert Wagner, Jeffrey Hunter, Hope Lang, Agnes Moorehead, Alan Hale, Biff Elliot, Anthony Ray, Alan Baxter, John Carradine

Wiederholung: Mittwoch, 14. Juni, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Rächer der Enterbten“

Wikipedia über „Rächer der Enterbten“

Meine Besprechung von Nicholas Rays „Rächer der Enterbten“ (The true story of Jesse James, USA 1956)


„Jewcy Movies“ im Angebot – in Berlin und Potsdam und nur wenige Tage

Juni 12, 2023

Nächstes Jahr wird es eine Jubiläumsausgabe geben. Dieses Jahr probiert das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg (JFBB) in seiner 29. Ausgabe etwas neues. Denn die über sechzig Filme aus sechzehn Ländern werden nicht primär in einem Kino, sondern von Dienstag, dem 13. Juni, bis zum Sonntag, den 18. Juni, in sechzehn Spielstätten präsentiert. Dies sind in Berlin das Filmkunst 66 (beide Säle), das Kino Krokodil, Il Kino, das Bundesplatz-Kino, Kino Toni, die New Synagoge Berlin, das Jüdische Museum Berlin, das Jüdische Theaterschiff MS Goldberg und, als Open-Air-Location, das Kino Central. In Potsdam das Filmmuseum Potsdam, das Thalia Programmkino, das Haus der Brandurgisch-Preussischen Geschichte und, als Open-Air-Kino, das Waschhaus Potsdam. In Brandenburg sind außerdem die Viadrina Frankfurt/Oder, das Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio (Eberswalde) und das Filmtheater Union (Fürstenwalde/Spree) dabei. Einige Spielstätten kennen die Besucher des Jüdischen Filmfestivals von den vergangenen Jahren. Ob dieser Wechsel auf viele Orte und ohne ein festes Zentrum zu mehr oder weniger Publikum und mehr oder weniger Resonanz führt, wird dann die Auswertung zeigen.

Am Programm dürfte es kaum liegen. Denn die Macher haben wieder einige spannende „Jewcy Movies“ gefunden, die sich mit der Vergangenheit und Gegenwart jüdischen Lebens auseinandersetzten. Die Shoah und Israel bilden dabei natürliche Fixpunkte. Ein weiter Fixpunkt ist das Zeigen heutigen jüdischen Lebens in all seinen Facetten.

Im Zentrum stehen die beiden Wettbewerbe. Einmal für den Spielfilm, einmal für den Dokumentarfilm.

Die Nebenreihen sind ebenfalls einen Blick wert. Die Hommage Jack Garfein, der Blick auf 75 Jahre israelische Filmgeschichte, Jewcy Horror Movies (leider nur vier Filme), Fermished, Yidlife Crisis im Film und andere kanadisch-jüdische Geschichten bieten neben neuen Filmen auch die Gelegenheit, einige ältere Filme wieder im Kino zu sehen. Dazu gehören „Hallelujah: Leonard Cohen, A Journey, A Song“, der Horrorfilm „The Vigil“, der Animationsfilm „Waltz with Bashir“ und „Life according to Agfa“, ein in den frühen Neunzigern in einer Nacht in einem Pub in Tel Aviv spielendes Drama.

Die Filmreihe über das kanadisch-jüdische Leben wurde dem Montrealer Komikerduo Eli Batalion und Jamie Elman, die als Yidlife Crisis auftreten, kuratiert. In dieser Reihe gibt es neben der sehenswerten Leonard-Cohen-Dokumentation „Hallelujah“ und eigenen Werken, wie „Chewdaism“, ihrer hungrig machenden kulinarischen Tour durch das jüdische Montreal, auch ein Wiedersehen mit Ján Kadárs mit dem Golden Globe ausgezeichnetem, in Montreal in den 20er Jahren spielendem Drama „Geliebte Lügen“ (Lies my Father told me, 1975) und Larry Weinsteins „Dreaming of a jewish Christmas“, in dem er die Geschichte der jüdischen Weihnachten erforscht.

In weiteren Dokumentarfilmen geht es um die Offiziere der israelischen Streitkräfte, die Todesnachrichten überbringen müssen („Knock on the Door“), über Chelly Wilson, die in den 70ern in Manhattan ein Imperium von Pornokinos führte („Queen of the Deuce“), über das vergangene jüdische Leben in Marrakesch („Remembering Marrakech“), über das Finden der eigenen queeren Identität in Israel („Mini DV“), über zwei homosexuelle Männer aus ultraorthodoxen Gemeinschaften, die sich einer „Konversationstherapie“ unterwerfen („The Therapy“), über die Ermordung von vier Jüdinnen kurz vor der Befreiung von Auschwitz wegen Sabotage („Sabotage“), über den 90-jährigen Shoah-Überlebenden Daniel Chanoch („A Boy’s Life“), über die Geschwister Hanka und Dudek Ciesla, die ebenfalls das KZ überlebten („A Pocketful of Miracles: A Tale of two Siblings“) und über den Shoah-Überlebenden Komponisten Leo Spellman („The Rhapsody“).

Das Feld der Mockumentary wird mit „Burning Love“ (über das ganz Italien in Aufregung versetzende Verschwinden eines notorischen Antisemiten) und „Find a Jew“ (ein sehr wortreicher und damit Untertitel-leseintensiver Film über Antisemitismus in der Sowjetunion) bedient.

Bei den Spielfilmen sind einige Filme dabei, die vielleicht später noch regulär im Kino gezeigt werden. Dazu gehören Ady Walers „Shttl“ (über die Ereignisse in einem galizischen Shtetl, einen Tag vor der Nazi-Invasion der UdSSR), Fred Cavayés „Farewell, Mr. Haffmann“ (über einen jüdischen Juwelier, der 1941 im besetzten Paris sein Geschäft an seinen nicht-jüdischen Mitarbeiter verkaufen muss), Michal Kwiecinskis „Filip“ (über einen Warschauer Juden, der dem Ghetto entkommt und sich unter falschem Namen durchschlägt), Jake Paltrows „June Zero“ (über drei private Schicksale in Israel, kurz vor der Hinrichtung von Adolf Eichmann im Juni 1962), Philippe Le Guays „The Man in the Basement“ (über einen Juden, der einen Kellerraum seines Hauses an einen Holocaust-Leugner und manipulativen Psychopathen verkauft) und Leandro Koch/Paloma Schachmanns „The Klezmer Project“ (über einen argentinischen Hochzeitsfilmer, der für seine große Liebe eine Doku über Klezmer-Musik in Osteuropa drehen will).

Ein Höhepunkt ist die Aufführung von „Jewish Luck“. Das Potsdamer Künstlerkollektiv Xenorama bearbeitete und vertonte die sowjetische Stummfilmkomödie „Jüdisches Glück“ neu.

Das gesamte Programm mit allen Informationen gibt es auf der Homepage des Jüdischen Filmfestival Berlin Brandenburg (JFBB).


TV-Tipp für den 12. Juni: Die zwei Gesichter einer Frau

Juni 11, 2023

Arte, 22.45

Die zwei Gesichter einer Frau (Fantasma d’amore/Fantome d’amour, Italien/Deutschland/Frankreich 1980)

Regie: Dino Risi

Drehbuch: Bernardino Zapponi, Dino Risi

LV: Mino Milani: Fantsma d’amore, 1977

Ein älterer Rechtsanwalt trifft seine Jugendliebe wieder. Dummerweise ist sie bereits seit drei Jahren tot. Trotzdem trifft er sie wieder. Auch als junge Frau.

„Die zwei Gesichter einer Frau“ ist einer von Romy Schneiders letzten Filmen. Der Fischer Film Almanach meinte zum Kinostart wenig begeistert: „Dino Risi hat die zwischen tragischer Liebesgeschichte und sanfter Horrorstory angesiedelte Geschichte nicht so recht in den Griff bekommen. (…) Lediglich die Einstellungen der nebelverhangenen Landschaften des herbstlichen Norditaliens können den Zuschauer ein wenig entschädigen.“ (Fischer Film Almanach 1983)

Auch das Lexikon des internationalen Films meint, der Film löst „seinen künstlerischen Anspruch (…) nur in Ansätzen ein.“

Wenn es stimmt, wurde Risis Mystery-Melodrama zuletzt 1992 im Free-TV gezeigt. Auf DVD ist es nicht mehr erhältlich und es wird nirgendwo gestreamt. Und das macht diesen unbekannten Romy-Schneider-Film dann doch sehenswert.

mit Romy Schneider, Marcello Mastroianni, Eva Maria Meineke, Wolfgang Preiss

Hinweise

Filmportal über „Die zwei Gesichter einer Frau“

AlloCiné über „Die zwei Gesichter einer Frau“

Wikipedia über „Die zwei Gesichter einer Frau“ (deutsch, englisch, französisch, italienisch)


TV-Tipp für den 11. Juni: Westworld

Juni 10, 2023

Arte, 20.15

Westworld (Westworld, USA 1973)

Regie: Michael Crichton

Drehbuch: Michael Crichton

Delos hat das ultimative Walt-Disney-Paradies für Erwachsene erschaffen. Sie können in verschiedene Welten eintauchen und dort mit menschenähnlichen Robotern interagieren. Ein Knüller. Bis in der Wild-West-Abteilung des Vergnügungsparks ein Roboter durchknallt und beginnt, die zahlenden Gäste zu erschießen.

Michael Chrichtons holperiges Kino-Debüt „Westworld“ mit dem charismatischen Yul Brynner (Sind da etwa noch andere Schauspieler im Film?) ist eine etwas eindimensionale Anklage gegen die Vergnügungssucht der Reichen. Denn was kann es besseres geben, als einen anderen Menschen umzubringen? Auch wenn dieser andere Mensch nur ein Roboter ist. Neben der gesellschaftskritischen Komponente und dem aufklärerischen Impuls über die Gefahren der Technik gibt es – auch das kennen wir von den vielen späteren Crichton-Werken – letztendlich eine ganze Menge Action.

Der Erfolg des Hybriden aus Western und Science-Fiction-Film führte drei Jahre später zur Fortsetzung „Futureworld – Das Land von übermorgen“ (USA 1976, Regie: Richard T. Heffron), 1980 zur kurzlebigen Serie „Beyond Westworld“ und von 2016 bis 2022 zur HBO-Serie „Westworld“.

Crichton recycelte die Idee von „Westworld“ einige Jahre später in „Jurassic Park“. Während in „Westworld“ Yul Brynner in seinem „Die glorreichen Sieben“-Outfit die Besucher tötet, zerstören in „Jurassic Park“ Dinosaurier einen Vergnügungspark.

Danach zeigt Arte um 21.40 Uhr den Clint-Eastwood-Western „Hängt ihn höher“ (USA 1968) und, obwohl in diesen beiden Western keine Indianer vorkommen, um 23.40 Uhr die spielfilmlange Doku „Hollywood-Indianer“ (Kanada 2009).

mit Yul Brynner, Richard Benjamin, James Brolin, Dick Van Patten

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Westworld“

Wikipedia über „Westworld“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Mein Nachruf auf Michael Crichton (1942 – 2008)

Meine Besprechung von Robert Wises Michael-Crichton-Verfilmung „Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All“ (The Andromeda Strain, USA 1971)


Neu im Kino/Filmkritik: Und was läuft im Arthaus-Kino? „How to blow up a Pipeline“, „Medusa Deluxe“, „Nostalgia“ und „The Adults“

Juni 10, 2023

Während im großen Kinosaal Roboter Autos verkloppen und ‚Familie‘ beschworen wird, während Autos geschrottet werden, gibt es in den kleineren Kinosälen einiges zu entdecken. Und, wenn es interessiert: in diesen Filmen wird kein Auto geschädigt.

„How to blow up a Pipeline“ ist kein filmischer „Wie geht das?“-Ratgeber über das Zerstören von Pipelines. Obwohl Daniel Goldhaber in seinem spannenden Thriller ziemlich detailliert die Vorbereitung für einen solchen Anschlag zeigt.

In West Texas treffen sich mitten in der menschenleeren Einöde einige Menschen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Trotzdem haben sie sich für dieses Treffen verabretet. Sie wollen nämlich die nahe gelegene Ölpipeline zerstören und so das Unternehmen schädigen.

In Rückblenden erzählt Goldhaber warum sie diesen terroristischen Akt verüben wollen und wie sie sich fanden. Denn sie leben verstreut über die USA, sind verschieden alt und haben teilweise konträre politische Ansichten. Normalerweise wären diese Feierabendterroristen sich niemals begegnet. Durch die Rückblenden wird auch nachvollziehbar, warum sie nicht weiter friedlich protestieren oder ihr Schicksal klaglos ertragen wollen. Sie wollen die Ölfirma und den Kapitalismus bestrafen. Sie wollen ein Zeichen setzen.

Als Krimifan hat mir gefallen, dass hier die Täter nicht nur ihre Tat, sondern auch ihre Flucht akribisch planten. Das ist nämlich der Punkt, an dem die meisten perfekten Verbrechen schief gehen.

How to blow up a Pipeline (How to blow up a Pipeline, USA 2022)

Regie: Daniel Goldhaber

Drehbuch: Ariela Barer, Jordan Sjol, Daniel Goldhaber

LV (Inspiration): Andreas Malm: How to blow up a Pipeline: Learning to Fight in a World on Fire,, 2021 (Wie man eine Pipeline in die Luft jagt: Kämpfen lernen in einer Welt in Flammen)

mit Ariela Barer, Kristine Froseth, Lukas Gage, Forrest Goodluck, Sasha Lane, Jayme Lawson, Marcus Scribner, Jake Weary, Irene Bedard

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

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Metacritic über „How to blow up a Pipeline“

Rotten Tomatoes über „How to blow up a Pipeline“

Wikipedia über „How to blow up a Pipeline“ (deutsch, englisch)

–

In „Medusa Deluxe“ wird während eines regionalen Hairdresser-Wettbewerbs einer der Teilnehmer ermordet. Die anderen am Wettbewerb teilnehmden Hairstylist*innen müssen jetzt am Tatort warten, bis ihre Aussagen aufgenommen wurden. Bis dahin bewegen sie sich durch das weitläufige Gebäude und spekulieren in wechselnden Gruppen darüber, wer der Mörder, der sich noch im Haus befindet, ist.

Regisseur Tom Hardiman inszenierte sein Spielfilmdebüt quasi als One-Take. Genaugenommen wurde der Film an acht Tagen gedreht und er sieht jetzt aus, als sei er ohne einen Schnitt gedreht worden. Schwerelos bewegt die Kamera sich durch die Gänge, geht von Raum zu Raum. Einige Personen begleitet sie länger. Die Polizei ist währenddessen seltsam abwesend.

Der Ton ist immer klar verständlich. Nebengeräusche gibt es kaum. Radios und Fernseher sind ausgeschaltet. Und die Damen reden hintereinander. Erregt zwar, aber sie lassen die andere Hairstylistin ausreden. Dieser Verzicht auf überlappende Dialoge trägt zur irrealen Atmosphäre des Films ein.

Für den Kriminalfall interessiert Hardiman sich nicht weiter. Der ist für ihn nur der schnell unwichtig werdende Red Herring, der die Zuschauer auf seinen Film aufmerksam macht. Der Film selbt ist dann eine Liebeserklärung an nicht dem Hollywood-Schönheitsideal entsprechende Frauen, die auch gut in einem Rosa-von-Praunheim-Film passen würden.

Dieses von Hardiman im Film versammelte, äußerst farbige Ensemble exzentrischer, fast ununterbrochen plappernder Hairstylist*innen mit ihren die Blicke auf sich ziehenden Frisuren und sein Wagemut, den Film ohne einen erkennbaren Schnitt zu inszenieren, ist dann definitiv einen Blick wert.

In jedem Fall weckt „Medusa Deluxe“ die Neugierde auf seinen nächsten Film. Dann gerne mit einem besseren Drehbuch.

Medusa Deluxe (Medusa Deluxe, Großbritannien 2022)

Regie: Tom Hardiman

Drehbuch: Tom Hardiman

mit Anita-Joy Uwajeh, Clare Perkins, Darrell D’Silva, Debris Stevenson, Harriet Webb, Heider Ali, Kae Alexander, Kayla Meikle, Lilit Lesser, Luke Pasqualino, Nicholas Karimi

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

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Wikipedia über „Medusa Deluxe“

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In „Nostalgia“ kehrt Felice Lasco (Pierfancesco Favino) nach vierzig Jahren zurück nach Neapel. Er streift durch das Viertel, in dem er aufwuchs und das er als Fünfzehnjähriger überstürzt verließ. Er kümmert sich um seine kränkelnde Mutter. Er trifft andere Menschen, schwelgt in Erinnerungen und er möchte auch seinen damaligen besten Freund Oreste wieder treffen. Dieser ist inzwischen ein gefürchteter Camorra-Boss. Von diesem Gespräch erhofft er sich eine Form von Vergebung für die Sünden seiner Jugend. Immerhin spielt das melancholische Drama im katholischen Italien und Felice trifft sich regelmäßig mit einem in seiner Gemeinde respektierten Pfarrer, der versucht den Menschen eine Perspektive abseits des Lebens als Krimineller zu geben.

Viel passiert nicht in Mario Martones neuem Film. Er verlässt sich ganz auf seinen grandiosen Hauptdarsteller Pierfrancesco Favino („Il Traditore“, „Suburra“), der dem von ihm gespielten Felice eine große Tiefe verleiht. Er überspielt die an einigen wichtigen Punkten unklare Motivation von Felice. So ist vollkommen unklar, warum er gerade jetzt in seine Geburtsstadt zurückkehrt. Noch unklarer ist, warum der inzwischen als erfolgreicher Unternehmer in Kairo lebende, glücklich verheiratete Felice sich eine monatelange Auszeit von seiner Arbeit nimmt und allein durch Neapel streift. Das Ende ist dann im Rahmen eines Gangsterfilms durchaus vorhersehbar, aber auch unbefriedigend.

Dank Favino und der atmosphärischen Kamera von Paolo Carnera („Bad Tales – Es war einmal ein Traum“, „Suburra“) gelingt Martone ein stark gespieltes, konzentriert inszeniertes Stück über Erinnerungen und den aus der Vergangenheit erwachsenden echten und gefühlten Verpflichtungen.

Nostalgia (Nostalgia, Italien/Frankreich 2022)

Regie: Mario Martone

Drehbuch: Mario Martone, Ippolita di Majo

LV: Ermanno Rea: Nostalgia, 2018 (Nostalgia)

mit Pierfrancesco Favino, Francesco Di Leva, Tomasso Ragno, Sofia Essaidi, Aurora Quattrocchi, Nello Mascia

Länge: 118 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

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Auch in „The Adults“ kehrt der Protagonist nach längerer Zeit in seine Heimatstadt zurück. Eric will eigentlich nur kurz bei einem alten Freund und seinen beiden Schwestern Rachel und Maggie vorbeischauen und sich so schnell wie möglich wieder auf den Weg machen. Aber die Aussicht auf ein größeres Pokerspiel verzögert seine Abreise aus der Kleinstadt.

Diese Pokerrunden interessieren den spielsüchtigen Eric dann auch mehr als seine beiden Schwestern und, der Grund für seinen Besuch, das Baby seines damals besten Freundes.

In seinem Indie-Drama vermisst Dustin Guy Defa familiäre Dynamiken als ruhige Charakterstudie. Es passiert wenig zwischen diesen Geschwistern, die früher immer zusammen waren, die sich jetzt auseinandergelebt haben und nicht wissen, wie sie miteinander umgehen sollen.

Mich ließ dieses Independent-Drama, im Gegensatz zu den vorher besprochenen Filmen, reichlich desinteressiert zurück.

The Adults (The Adults, USA 2023)

Regie: Dustin Guy Defa

Drehbuch: Dustin Guy Defa

mit Michael Cera, Hannah Gross, Sophia Lillis

Länge: 91 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

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Wikipedia über „The Adults“ (deutsch, englisch)