TV-Tipp für den 15. August: Kill Bill: Volume 1

August 14, 2019

Heute läuft Quentin Tarantinos neuer Film „Once upon a Time in…Hollywood“ an. Daher

Vox, 22.30

Kill Bill: Volume 1 (Kill Bill: Voume 1, USA 2003)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

Die Braut will sich an ihrem Ex-Boss Bill und ihren alten Arbeitskolleginnen, einer Bande Auftragskiller, die sie umbringen wollten, rächen. Leichter gesagt, als getan – und Quentin Tarantino durfte in seinem vierten Spielfilm, der als Zweiteiler in die Kinos kam, kräftig im Blut baden. Im ersten Teil eher in Richtung Eastern, im zweiten Teil in Richtung Italowestern; weshalb die Teilung des Films auch Sinn macht.

Vox zeigt kommenden Donnerstag, den 22. August, um 22.30 Uhr den zweiten Teil.

mit Uma Thurman, Lucy Liu, Vivica A. Fox, Daryl Hannah, David Carradine, Michael Madsen, Sonny Chiba, Michael Parks

Hinweise

Metacritic über „Kill Bill Vol. 1“

Rotten Tomatoes über „Kill Bill Vol. 1“

Wikipedia über „Kill Bill Vol. 1“ (deutsch, englisch)

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

 Quentin Tarantino in der Kriminalakte


„Paper Girls 5“, immer noch unterwegs, immer noch nicht zurück in ihrer Zeit

August 14, 2019

Inzwischen sind die Paper Girls auf ihrer Reise durch die Zeit weit in der Zukunft angekommen.

Ihre Reise begann 1988 an Halloween in Stony Stream, Ohio. Damals trugen die zwölfjährigen Mädchen Erin Tieng, MacKenzie Coyle, Karina ‚KJ‘ J. und Tiffany Quilkin in der Vorstadt die Tageszeitung aus, entdecken in einem Keller eine Raumschiffkapsel, sehen Dinosaurier, beobachten eine Alien-Invasion (jedenfalls glauben sie das in dem Moment) und werden fortan durch die Zeit geschleudert. Mal in die Zukunft. Mal in die Vergangenheit.

Autor Brian K. Vaughan, Zeichner Cliff Chiang und Kolorist Matt Wilson erfanden diese „Paper Girls“ 2015. 2016 erhielt die Serie den Eisner und Harvey Award als „Beste neue Serie“.

Inzwischen ist der fünfte Sammelband mit den sympathisch-taffen Mädchen auf Deutsch erschienen. In ihm sind die Hefte # 21 bis 25 enthalten. Und es ist ein schwierig zu besprechender Sammelband. Während in die vorherigen Sammelbänden die Paper Girls durch die Abenteuer stolperten, ihren älteren Ichs begegneten und die Macher immer wieder neue Fragen und Rätsel aufwarfen, beginnen die Macher jetzt Antworten zu liefern. Es wird immer deutlicher, welche Gruppen sich bekämpfen und in welcher Gefahr die Zeitungsausträgerinnen sind.

Paper Girls 5“ ist, wie die vorherigen Bände, eine gewohnt vergnügliche Lektüre, die aber ohne die Kenntnis der vorherigen Bände kaum verständlich ist.

In den USA endete die Serie im Juli 2019 mit dem dreißigsten Heft. Inzwischen ist eine auf dem Comic basierende TV-Serie angekündigt, die es schwer haben wird, gegen die Vorlage zu bestehen.

Für Oktober ist die deutsche Übersetzung des sechsten und damit finalen „Paper Girls“-Bandes angekündigt.

Brian K. Vaughan/Cliff Chiang/Matt Wilson: Paper Girls 5

(übersetzt von Sarah Weissbeck)

Cross Cult, 2019

152 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

Paper Girls #5

Image, 2018

enthält

Paper Girls # 21 – 25

Hinweise

Homepage von Cliff Chiang

Wikipedia über „Paper Girls“, Brian K. Vaughan (deutsch, englisch) und Cliff Chiang

Meine Besprechung von Brian Azzarellos “Wonder Woman: Blut (Band 1)” (Wonder Woman #1 – 6, 2011/2012)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Goran Sudžuka/Cliff Chiangs „Wonder Woman: Königin der Amazonen (Band 6)“ (Wonder Woman # 30 – 35, 2014)

Meine Besprechung von Brian K. Vaughan/Cliff Chiangs „Paper Girls 1“ (Paper Girls, Volume 1, 2016)

Meine Besprechung von Brian K. Vaughan/Cliff Chiangs „Paper Girls 2“ (Paper Girls, Volume 2, 2017)

Meine Besprechung von Brian K. Vaughan/Cliff Chiang/Matt Wilsons „Paper Girls 4“ (Paper Girls 4, 2018)


Serviert Adrian McKinty dem katholischen Bullen Sean Duffy 1990 in Nordirland „Cold Water“?

August 14, 2019

Sean Duffys letzter Fall?“ steht auf dem Cover und der geneigte Krimifan fragt sich sofort, leicht panisch, ob Duffy am Ende der Geschichte tot ist oder ob Duffy-Erfinder Adrian McKinty keine weiteren Duffy-Romane mehr schreiben will. Dabei hat McKinty auf seinem Blog bereits verraten, dass er schon zwei weitere Duffy-Romane geschrieben hat, die im Original 2020 erscheinen sollen. Ob dann der neunte Duffy-Roman wirklich der letzte Duffy-Roman wird, werden wir in den nächsten Jahren erfahren.

Bis dahin ist der siebte Duffy-Roman „Cold Water“ vor allem der neueste Roman mit dem katholischen Bullen, der jetzt in Belfast noch einen Fall lösen will, ehe er mit seiner Familie nach Schottland umzieht. Die nächsten Jahre wird er als Polizist mit deutlich reduzierter Arbeitszeit und Verbindungsmann für einen anstrengenden Spitzel verbringen. Er muss dann jeden Monat nur sieben Arbeitstage in Belfast verbringen. Nach dreieinhalb Jahren als Teilzeitpolizist hat er dann zwanzig Jahre als Polizist gearbeitet und Anspruch auf eine volle Pension. Das ist sein Plan.

Am 30. Dezember 1989 verschwindet das fünfzehnjährige Travellermädchen Kat McAtamney und weil die Kesselflicker gesellschaftlich geächtet sind, hält sich der Ermittlungseifer der Beamten in sehr überschaubaren Grenzen. Als Sean Duffy Anfang Januar 1990 aus einem Israelurlaub zurückkehrt, stürzt er sich auf diesen Fall. Es soll sein letzter Fall als Vollzeitpolizist sein. Er findet heraus, dass die Minderjährige als Prostituierte arbeitete, wobei sie für die älteren Männer wohl eher eine Begleiterin war, mit der sie Kulturveranstaltungen besuchten und sich über Literatur unterhielten. Denn für ein Tinkermädchen war sie außerordentlich belesen und kulturell interessiert.

Duffys Hauptverdächtigen sind Johnny Dunbar, ein Mann mit langem Strafregister aus den sechziger und siebziger Jahren, der jetzt Politiker mit terroristischer Vergangenheit werden möchte, Terry Jones, ein höherrangiger, allein lebender Beamter mit jahrelanger Auslandserfahrung, und Charles McCawley, ein Universitätsdozent der mit der Tochter des Statthalters der Queen verheiratet ist.

Jeder von ihnen hätte ein Motiv. Jeder von ihnen behauptet, dass er sie nicht tötete und dummerweise hat jeder von ihnen für die Tatnacht ein Alibi, das durchaus glaubwürdig ist, aber nicht überprüft werden kann. Charles McCawley bereitete sich auf einen Vortrag vor. Johnny Dunbar sah mit seiner Frau im Fernsehen „Gesprengte Ketten“ (Wer hat den Film nicht gesehen?) und Terry Jones übersetzte an dem Abend einige Gedichte von Catull.

Hätte ich Adrian McKintys „Cold Water“ vor John Steeles „Ravenhill“ gelesen, wäre ich wahrscheinlich niemals auf die Idee gekommen, sie als fast zeitgleich spielende Bücher über den Nordirland-Konflikt besprechen zu wollen.

Denn über weite Strecken könnte „Cold Water“ fast zu jeder Zeit und an jedem Ort spielen. Weil Kats Auto im Fluss gefunden wird, ihre Leiche bis in den Atlantik abgetrieben sein könnte und es nach dem Mord regnete, können all die modernen Methoden der Spurensuche, die wir dank CSI kennen, nicht angewandt werden. Es ist auch weitgehend egal, ob die Geschichte in Nordirland oder in einem anderen Land spielt. Jüngere Freundinnen und Minderheiten, bei denen der Ermittlungseifer der Polizei gegen Null tendiert, gibt es überall. Und dann ist Duffy hier mit einem typischen Rätselkrimiplot konfrontiert: eine Tote, mindestens drei Verdächtige und die Frage „Wer ist der Mörder?“.

Außerdem ist Sean Duffy 1990 nicht mehr der jugendliche Heißsporn, der er vor zehn Jahren war, als er sich im ersten Duffy-Roman „Der katholische Bulle“ in den Fall stürzte und jeder seiner Romanfälle auch und vor allem eine Chronik des Nordirlandkonflikts war.

In „Cold Water“ ist Duffy zwar erst neununddreißig Jahre, aber er bewegt sich wie ein deutlich älterer Ermittler durch den Fall. Außerdem ist er häuslich geworden. Er hat geheiratet und eine einige Monate alten Tochter.

Cold Water“ ist, wie die andern Duffy-Romane, ein spannender, gut geplotteter und erzählter Kriminalroman. Gegen Ende wird auch der Nordirlandkonflikt wichtiger. Aber niemals so wichtig, wie ich es für meine Doppelbesprechung von „Ravenhill“ und „Cold Water“ gerne gehabt hätte.

Adrian McKinty: Cold Water

(übersetzt von Peter Torberg)

Suhrkamp Nova, 2019

384 Seiten

15,95 Euro

Originalausgabe

The Detective up late

Blackstone Publishing, Ashland, OR, 2019

Hinweise

Blog von Adrian McKinty

Wikipedia über Adrian McKinty (deutsch, englisch)

Suhrkamp über Adrian McKinty

Krimi-Couch über Adrian McKinty

Meine Besprechung von Adrian McKintys „Ein letzter Job“ (Falling Glass, 2011)

Meine Besprechung von Adrian McKintys „Der katholische Bulle“ (The cold cold Ground, 2012)

Meine Besprechung von Adrian McKintys „Die Sirenen von Belfast“ (I hear the Sirens sing in the Street, 2013)

Meine Besprechung von Adrian McKintys „Die verlorenen Schwestern“ (In the Morning I’ll be gone, 2014)


TV-Tipp für den 14. August: Wehrlos – Die Tochter des Generals

August 14, 2019

ZDF Neo, 23.15

Wehrlos – Die Tochter des Generals (The General’s Daughter, USA 1999)

Regie: Simon West

Drehbuch: Christopher Bertolini, William Goldman, Scott Rosenberg (ungenannt)

LV: Nelson DeMille: The General´s Daughter, 1992 (Wehrlos – Die Tochter des Generals)

Auf dem Militärstützpunkt Fort MacCallum wird eine nackte Frauenleiche gefunden. Sie ist eine junge Offizierin und die Tochter des Basiskommandanten Campbell. Den Militärermittlern Brenner und Sunhill bleiben nur 36 Stunden, bis das FBI den Fall übernimmt.

Die deutsche Kritik war von diesem optisch überzeugendem 08/15-Whodunit nicht begeistert: „Politisch korrekter Schund über die Not der Frau in der Männerdomäne Armee, effekthascherisch inszeniert und von John Travolta und James Woods (zu) gut gespielt.“ (Film 11/99) oder „Einer jener Filme, die Unbehagen hinterlassen: ehrlich in Handwerk und Gesinnung, indifferent für den Zuschauer.“ (AZ, 18. 11. 1999)

Auf der Haben-Seite sind neben der Optik die Schauspieler, die teilweise wirklich gute Szenen haben. Aber die Story erreicht kaum das Niveau einer „Criminal Intent“-Folge.

Der deutsche Titel „Wehrlos“ ist, im Gegensatz zum Originaltitel, vollkommener Quatsch. Denn „Wehrlos“ ist in „The General’s Daughter“ niemand.

Und was sagt der Autor zur Verfilmung? „In the case of The General’s Daughter, the final drafts stayed true and close to the substance and intent of my novel. (…) What I can say is that the essence of my novel was captured and conveyed on the screen through excellent acting, sharp and funny dialoge, and through the use of visual settings that even the best novelist can’t convey on paper.”

Mit John Travolta, Madeleine Stowe, Timothy Hutton, James Woods, James Cromwell, Clarence Williams III

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Wehrlos – Die Tochter des Generals“

Wikipedia über „Wehrlos – Die Tochter des Generals“ (deutsch, englisch)

January Magazine unterhält sich mit Nelson DeMille (März 2000)

Wikipedia über Nelson DeMille (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Simon Wests „The Mechanic“ (The Mechanic, USA 2011)

Meine Besprechung von Simon Wests „The Expendables 2“ (The Expendables 2, USA 2012)

Meine Besprechung von Simon Wests „Wild Card“ (Wild Card, USA 2015)

Meine Besprechung von Simon Wests „Gun Shy“ (Gun Shy, Großbritannien 2017)

Otto Penzler unterhält sich mit Nelson DeMille (Juni 2015)

 


Cover der Woche

August 13, 2019


TV-Tipp für den 13. August: Eye in the Sky – In letzter Sekunde

August 13, 2019

ARD, 22.45

Eye in the Sky – In letzter Sekunde (Eye in the Sky, Großbritannien 2015)

Regie: Gavin Hood

Drehbuch: Guy Hibbert

Ein über den halben Globus verteiltes Team beobachtet mittels einer Drohne und eines Agenten vor Ort die Zusammenkunft von islamistischen Terroristen in einem Haus in Nairobi. Als sie sehen, dass die Terroristen sich auf einen Selbstmordanschlag vorbereiten, stehen sie vor der Frage, ob sie weiter beobachten oder den vermuteten Anschlag verhindern wollen.

TV-Premiere eine gut besetzten, gut gespielten und zum Nachdenken anregenden Dramas über den Drohnenkrieg, die damit verbundenen Entscheidungen und moralischen Fragen.

Bei uns erschien „Eye in the Sky“ direkt auf DVD.

mit Helen Mirren, Aaron Paul, Alan Rickman, Barkhad Abdi, Jeremy Northam, Iain Glen, Phoebe Fox,Monica Dolan, Michael O’Keefe, Laila Robins, Gavin Hood

Wiederholung: Mittwoch, 14. August, 02.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Eye in the Sky“

Wikipedia über „Eye in the Sky“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Gavin Hoods „Ender’s Game – Das große Spiel“ (Ender’s Game, USA 2013)


TV-Tipp für den 12. August: Verdacht

August 11, 2019

Arte, 20.15

Verdacht (Suspicion, USA 1941)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: Samson Raphaelson, Joan Harrison, Alma Reville

LV: Francis Iles (Pseudonym von Anthony Berkeley): Before the fact, 1932 (Vor der Tat)

Hals über Kopf verknallt sich die schüchterne, vermögende Lina McLaidlaw in den Playboy Johnny Aysgarth. Nach ihrer Heirat erfährt sie, dass ihr Mann ein Spieler ist und dringend Geld braucht. Deshalb befürchtet sie, dass er sie umbringen will.

Klassiker.

Zur Einordnung: Das ist der Hitchcock, in dem Grant mit einem Glas Milch auf einem Tablett eine Treppe hochgeht.

“Durchaus spannend, aber auch humorvoll, ist ‘Verdacht’ eine Kriminalgeschichte ohne ein Verbrechen.” (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

mit Joan Fontaine, Cary Grant, Sir Cedric Hardwicke, Nigel Bruce

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Verdacht“

Wikipedia über „Verdacht“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis auf Stephen Rebellos Buch basierendem Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)


TV-Tipp für den 11. August: Hitchcock

August 10, 2019

ARD, 00.05

Hitchcock (Hitchcock, USA 2012)

Regie: Sacha Gervasi

Drehbuch: John J. McLaughlin

LV: Stephen Rebello: Alfred Hitchcock and The Making of Psycho, 1990 (Hitchcock und die Geschichte von „Psycho“)

Biopic über die Dreharbeiten zu „Psycho“ und die Beziehung zwischen Alfred Hitchcock und seiner Frau Alma Reville.

Die Dialoge sind pointiert, der Humor hitchcockian, die Schauspieler grandios, das Zeitkolorit treffend, die Faktentreue – naja, warum soll man bibeltreu bei den Fakten bleiben, wenn sie einer gelungenen Pointe im Weg stehen. Entstanden ist eine Geschichte, die in dieser Version, so meine Vermutung, Alfred Hitchcock gefallen hätte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Der Sendetermin dieser schon lange überfälligen TV-Premiere ist eine Frechheit, für die es keine Entschuldigung gibt.

mit Anthony Hopkins, Helen Mirren, Scarlett Johansson, Danny Huston, Toni Collette, Michael Stuhlbarg, Michael Wincott, Jessica Biel, James D’Arcy, Kurtwood Smith, Ralph Macchio, Tara Summers

Wiederholung: Montag 12. August, 03.15 Uhr (Taggenau!)

Die Vorlage

Rebello - Hitchcock und die Geschichte von Psycho2

Stephen Rebello: Hitchcock und die Geschichte von „Psycho“

(mit einem neuen Vorwort von Stephen Rebello)

(übersetzt von Lisa Kögeböhn, Bernhatt Matt und Uli Meyer)

Heyne, 2013

416 Seiten

9,99 Euro (nur noch als Kindle)

Erstausgabe

Alfred Hitchcock and The Making of Psycho

Dembner Books, 1990

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Metacritic über „Hitchcock“

Rotten Tomatoes über „Hitchcock“

Wikipedia über „Hitchcock“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über „Psycho“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis auf Stephen Rebellos Buch basierendem Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Meine Besprechung von Robert Blochs “Psycho” (Psycho, 1959)

 


TV-Tipp für den 10. August: Vertigo – Aus dem Reich der Toten

August 9, 2019

ARD, 23.30

Vertigo – Aus dem Reich der Toten (Vertigo, USA 1958)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: Alex Coppel, Samuel Taylor

LV: Pierre Boileau/Thomas Narcejac: D´entre les morts, 1954 (Aus dem Reich der Toten, Vertigo)

Scottie verfolgt im Auftrag eines Freundes dessen von einer Toten besessene, selbstmordgefährdete Frau Madelaine. Nach ihrem Tod trifft Scottie auf Judy. Er will sie zu Madelaines Ebenbild formen.

Beim Filmstart erhielt “Vertigo” gemischte Kritiken. Heute wird der Rang von “Vertigo” als eines von Hitchcocks Meisterwerken von niemandem mehr ernsthaft bestritten.

Mit James Stewart, Kim Novak, Barbara Bel Geddes, Henry Jones, Tom Helmore, Raymond Bailey

Hinweise

Wikipedia über “Vertigo” (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über “Vertigo”

Rotten Tomatoes über “Vertigo”

Sex in a Submarine (Drehbuchautor William C. Martell) über “Vertigo”

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis auf Stephen Rebellos Buch basierendem Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 9. August: Marnie

August 8, 2019

Wegen des 120. Geburtstags von Alfred Hitchcock am 13. August laufen die Tage einige Hitchcock-Filme. Morgen läuft „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“ (ARD, 23.30 Uhr), am Montag „Verdacht“ (Arte, 20.15 Uhr) und am Sonntag „Hitchcock“ (ARD, 00.05 Uhr, TV-Premiere des Biopics über die Dreharbeiten zu „Psycho“).

BR, 22.55

Marnie (Marnie, USA 1964)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: Jay Presson Allan

LV: Winston Graham: Marnie, 1961 (Marnie)

Ein Verleger verknallt sich in eine Kleptomanin.

„Marnie“ ist – nach mehreren Klassikern – ein schwacher Hitchcock, der von der damaligen Kritik ziemlich verrissen wurde. Sean Connery bewies allerdings schon zu Bond-Zeiten seine Lust auf ungewöhnliche Rollen: der Geheimagent ihrer Majestät als Weichei.

„Marnie ist Hitchcocks Phantasie über das kleine Kind in der Frau und über den Züchtigungswahn der Männer. Auch ein Experiment damit, wie sehr das Freudsche Sozialisierungsmodell taugt für den Rahmen eines Suspense-Thrillers, in dem es anscheinend nur um die Auflösung kindlicher Traumata geht (die zu Verwirrung bei Rot/Weiß-Wahrnehmungen, zu Alpträumen bei nächtlichen Klopfgeräuschen, zu Angstzuständen bei Gewittern führen). Im Grunde aber handelt der Film von den Stadien eines permanenten Schocks auf der einen Seite, die in ständige Transfers in andere Identitäten münden, und von der systematischen Manipulation einer Abhängigen, mal mit Gewalt, mal mit sadistischer Verzögerung zelebriert.“ (Norbert Grob in Lars-Olav Beier/Georg Seeßlen [Hrsg.]: Alfred Hitchcock, 1999)

Mit Sean Connery, Tippi Hedren, Diane Baker, Martin Gabel, Bruce Dern

Wiederholung: RBB: Samstag, 10. August, 23.30 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Marnie“

TCM über „Marnie“

Wikipedia über „Marnie“ (deutsch, englisch)

Winston Graham and Poldark Literary Society

Telegraph: Nachruf auf Winston Graham

Turner Classic Movies über „Marnie“

Tony Lee Moral: Hitchcock and the Making of „Marnie“, Manchester University Press 2002 (via Google Buchsuche)

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis auf Stephen Rebellos Buch basierendem Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

 


Neu im Kino/Filmkritik: „So wie du mich willst“, bin ich nicht

August 8, 2019

Es beginnt harmlos mit einer fast schon jugendlich unbedarften und unschuldigen Mischung aus Eifersucht und Neugierde. Denn der jüngere Freund von Claire Millaud hat gerade keine Zeit. Er will lieber mit seinem neuen Zimmergenossen Alex zusammen sein. Am Telefon lässt Ludo sich denkbar ungeschickt verleugnen. Also legt Claire ein Facebook-Profil an und gibt sich als 24-jährige Clara Antunès aus. Dabei ist Claire schon in den Fünfzigern und in Paris Universitätsprofessorin. Sie befindet sich in einer gesellschaftlichen, sozialen und auch ökonomischen Position, in der man sagt, sie habe es nicht nötig, sich in sozialen Netzwerken mit einem Fake-Profilen herumzutummeln.

Als Clara schickt sie eine Freundschaftsanfrage an Alex. Der reagiert darauf. Es entspinnt sich eine elektronische Freundschaft. Doch dann will Alex die verständnisvolle und nach den Fotos gut aussehende Claire, in die er sich inzwischen verliebt hat, treffen.

Safy Nebbou erzählt in seiner sich sehr ernst nehmenden, auf Camille Laurens‘ Roman basierenden Charakterstudie die Geschichte auf mehreren Zeit- und Realitätsebenen. So erzählt Claire ihrer Psychologin in einer Rahmenhandlung diese Geschichte von ihrer falschen elektronischen Identität und ihrer Liebe zu Alex. Dabei ist unklar, wie unzuverlässig Claire als unzuverlässige Erzählerin ist. Denn wenn bei ihr seelisch alles in bester Ordnung wäre, wäre sie nicht schon länger in psychologischer Behandlung. Außerdem scheint die Beziehung zu Alex kein glückliches Ende genommen zu haben.

Juliette Binoche spielt die geschiedene, zweifache Mutter und Literaturdozentin, die für eine Sex-Beziehung einen jüngeren Liebhaber hat, gewohnt überzeugend. Wobei rätselhaft bleibt, warum Claire sich so triebhaft zu jüngeren Männern hingezogen fühlt, anstatt sich mit einem etwa gleichaltrigem Mann zu treffen. Wobei natürlich auch Männer, wie Claires Ex-Mann, jüngere Freundinnen haben und warum sollte eine Frau nicht aus den gleichen Gründen eine Beziehung zu einem jüngeren Mann haben?

Mit zunehmender Laufzeit wird allerdings auch deutlich, dass Claire eine skrupellos manipulierende und lügende Stalkerin ist.

Weil diese Entwicklung schnell absehbar ist und die Figuren zu eindimensional sind, – eigentlich sind bis auf Claire alle Figuren Staffage, die sie nach Belieben inszeniert -, wird „So wie du mich willst“ schnell zu einem Vexierspiel, das davon lebt, dass vor allem Juliette Binoches Gesicht ausführlich in Großaufnahmen gezeigt wird.

Wer also gut hundert Minuten das Gesicht von Juliette Binoche ansehen will, wird von „So wie du mich willst“ begeistert sein.

So wie du mich willst (Celle que vous croyez, Frankreich 2019)

Regie: Safy Nebbou

Drehbuch: Saly Nebbou

LV: Camille Laurens: Celle que vous croyez, 2016

mit Juliette Binoche, Francois Civil, Guillaume Gouix, Charles Berlin, Nicole Garcia, Marie-Ange Casta, Jules Houplain

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film

Moviepilot über „So wie du mich willst“

AlloCiné über „So wie du mich willst“

Rotten Tomatoes über „So wie du mich willst“

Wikipedia über „So wie du mich willst“ (deutsch, englisch, französisch)

Berlinale über „So wie du mich willst“


Neu im Kino/Filmkritik: „Photograph – Ein Foto verändert ihr Leben für immer“ und wenn sie nicht gestorben sind…

August 8, 2019

Es ist nur ein Bild, das Rafi von Miloni macht, das in dem Feelgood-Movie „Photograph – Ein Foto verändert ihr Leben“ die Geschichte in Gang setzt.

Rafi fotografiert in Mumbai vor der Touristenattraktion „Gateway of India“ Touristen. Es sind Urlaubserinnerungen, die die in ihre Gedanken versunken über den Platz schlendernde Miloni nicht braucht. Denn sie lebt, behütet und gut situiert, in Mumbai. Die Vorzeigestudentin soll einen Mann heiraten, den sie nicht kennt.

Als Miloni einige Freunde entdeckt, verschwindet sie, ohne das von Rafi gemachte Bild zu bezahlen oder mitzunehmen.

Zur gleichen Zeit hört seine auf dem Dorf lebende Großmutter auf, die dringend nötigen Medikamente zu nehmen. Sie wird sie erst wieder nehmen, wenn Rafi eine Frau hat.

Weil Rafi seine Großmutter liebt, erfindet er eine junge und gut aussehende Freundin, die so aussieht wie Miloni.

Als seine Großmutter einen Besuch in Mumbai ankündigt, muss er Miloni finden und sie überreden, sich für einige Tage als seine Freundin auszugeben.

In dem Moment hat „Lunchbox“-Regisseur Ritesh Batra die wichtigen Konflikte eingeführt und weil „Photograph“ eine romantische Komödie ist, erübrigt sich die Frage, ob Rafi und Miloni zusammenfinden und ob die Großmutter die Charade, die ihr von Rafi und Miloni vorgespielt wird, durchschaut. Die Frage ist nur wann und wie. In anderen Filmen, mal mehr komödiantisch, mal mehr dramatisch, ist das ein tragfähiger Konflikt für viele dramatische Situationen.

Schließlich kommen Rafi und Miloni aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, die indische Klassengesellschaft existiert noch und sie sind unterschiedlich alt. Rafi ist zwar höflich, nett und ehrlich, aber ansonsten genau der Mann, den Eltern nicht für ihre Tochter wollen. Vor allem, wenn es ihr einmal besser gehen soll.

Diese gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Rafi und Miloni zeigt Batra sehr deutlich. Beispielsweise wenn Miloni mit ihren Eltern, bei denen sie lebt, zu Abend isst. Oder wenn Rafi abends in das kleine Zimmer geht, in dem er mit mehreren Männern schläft. Auf dem Weg wird er von mehreren Bekannten darauf angesprochen, dass seine Großmutter ihre Medikamente nicht mehr nimmt. Und plötzlich wird aus der anonymen Millionenstadt ein Dorf, in dem jeder jeden kennt.

In seinem neuen Film ist für Regisseur Batra auch der Konflikt zwischen Individuum und Familie wichtig: „Als ich aufwuchs, und wahrscheinlich genauso Jahrhunderte zuvor, kam für die Menschen in Indien immer die Familie zuerst. Erst seit kürzerer Zeit haben sie angefangen, sich selbst mehr als Individuen denn als Zugehöriger einer Familie wahrzunehmen. Das ist zu einem der zentralen Konflikte des heutigen indischen Lebens geworden.“

Um all diese Konflikte und Themen anzusprechen, müssten die Figuren etwas tun. In „Photograph“ schweigen sie sich meistens melancholisch und sehr höflich an.

Denn Batra will die Geschichte von Rafi und Miloni nicht als schnell erzählte Geschichte eskalierender Konflikte, humoristischer Volten und heißer Küsse erzählen. Er begnügt sich mit schönen Bildern von schönen Menschen, die ausdruckslos in die Kamera blicken und immer etwas gramgebeugt durch das Bild schlurfen. Es ist, als ob man Farbe beim Trocknen zusieht. Damit ist „Photograph“ der nicht besonders interessante Arthaus-Gegenentwurf zu den bunten Bollywood-Filmen.

Photograph – Ein Foto verändert ihr Leben für immer (Photograph, Indien/Deutschland/USA 2019)

Regie: Ritesh Batra

Drehbuch: Ritesh Batra

mit Nawazuddin Siddiqui, Sanya Mahotra, Farrukh Jaffar, Abdul Quadir Amin, Vijay Raaz, Virendra Saxena, Geetenjali Kulkarni

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Facebook-Seite zum Film

Filmportal über „Photograph“

Moviepilot über „Photograph“

Metacritic über „Photograph“

Rotten Tomatoes über „Photograph“

Wikipedia über „Photograph“ 


Neu im Kino/Filmkritik: Ziemlich old school, dieser „Killerman“

August 8, 2019

Moe Diamond (Liam Hemsworth – nicht der „Thor“-Hemsworth, sondern der „Tribute von Panem“-Hemsworth) ist in New York ein Geldwäscher, der altmodischen Art. Er läuft durch die halbe Stadt und tauscht das Drogengeld solange in Gold und Diamanten um, bis man die Spur nicht mehr zurückverfolgen kann. Dafür fallen für ihn zehn Prozent ab. Bei einer Million ist das kein schlechter Schnitt für einen Tag Lauferei. Dabei hilft ihm Skunk (Emory Cohen) , der Neffe des Mafiosi Perico. Sie arbeiten für ihn und Perico will ihnen jetzt mehr Geld zum Waschen anvertrauen.

Als Perico von einem korrupten FBI-Agenten vor polizeilichen Maßnahmen gewarnt wird, stoppt er für die nächsten Stunden alle seine Geschäfte. Moe und Skunk, die gerade auf einer Tour waren, sitzen jetzt auf einem Haufen Geld. Skunk hat auch gleich eine Idee, was sie mit dem Geld machen können: sie können es in einen Drogendeal investieren.

Widerwillig lässt Moe sich überzeugen. Und er hatte Recht mit seinen Bedenken: der Deal ist zu schön, um wahr zu sein. Bei der Übergabe tauchen korrupte Polizisten auf, die sie umbringen wollen.

In letzter Sekunde können Moe und Skunk mit dem Geld und den Drogen entkommen. Auf ihrer Flucht bauen sie einen Unfall, bei dem Moe sein Gedächtnis verliert. Zusammen mit Skunk muss er die nächsten Stunden überleben. Denn die Polizisten, die die Drogen für dieses Geschäft aus der Asservatenkammer entwendeten, suchen sie.

Killerman“, der neue Film von Malik Bader, orientiert sich mit seiner Gangstergeschichte erzählerisch und von der Wahl der Schauplätze und Schauspieler an den siebziger Jahren. Schon lange sah man diese abgeranzten Ecken von New York nicht mehr im Kino. Obwohl in Savannah, Georgia, gedreht wurde. Aber auch Martin Scorseses archetypischer New-York-Film „Hexenkessel“ (Mean Streets, 1973) wurde in Los Angeles gedreht. Und die Schauspieler sehen, bis auf den Strahlemann Liam Hemsworth, nicht wie die typischen Hollywood-Gesichter aus. Es sind Charakterköpfe, die man so aus älteren Filmen, von Fotos und auch aus der Nachbarschaft kennt.

Die Handkamera, die vielen Nahaufnahmen und das hohe Schnitttempo sind dann moderne Stilmittel, die den Thriller in die Nähe eines TV-Thrillers, wie der erfolgreichen Serie „24“, rücken.

Denn auch wenn „Killerman“ eine Gangstergeschichte erzählt, ist es ein Thriller, in dem jeder jeden jagt und tötet. Im Mittelpunkt der Jagd steht Moe, der sich, nach seinem Gedächtnisverlust, in einer fremden Welt, in der es mehr Feinde als Freunde gibt, zurechtfinden muss.

Bader inszenierte Moes Geschichte insgesamt recht zügig, hart und ironiefrei. Es gibt auch einige überraschende Wendungen, die für den Genrejunkie allerdings wenig überraschend sein dürften.

Insgesamt bietet „Killerman“ kurzweilige Genreunterhaltung in vertrauten Gewässern, die nie vorgibt mehr zu sein, als sie ist.

Killerman (Killerman, USA 2019)

Regie: Malik Bader

Drehbuch: Malik Bader

mit Liam Hemsworth, Diane Guerrero, Emory Cohen, Mike Moh, Zlatko Buric, Suraj Sharma, Nickola Shreli, John Cenatiempo

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 18 Jahre (eine FSK-16 wäre auch okay gewesen)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Killerman“

Metacritic über „Killerman“

Rotten Tomatoes über „Killerman“

Wikipedia über „Killerman“ 


TV-Tipp für den 8. August: Ein Mann sieht rot

August 8, 2019

Tele 5, 22.25

Ein Mann sieht rot (Death Wish, USA 1974)

Regie: Michael Winner

Drehbuch: Wendell Mayes

LV: Brian Garfield: Death Wish, 1972 (Ein Mann sieht rot)

Nachdem seine Frau und Tochter in ihrem New Yorker Apartment überfallen und vergewaltigt werden und seine Frau von den Verbrechern ermordet wird, sieht der friedliebende, linksliberale Paul Kersey (Charles Bronson) rot.

Selbstjustiz-Klassiker, der das schlechte Vorbild für unzählige weitere Vigilantenfilme war. Das gilt auch für die direkten „Ein Mann sieht rot“-Fortsetzungen.

Michael Winner inszenierte die krude Geschichte kraftvoll, ohne große Subtilitäten mit eindeutiger Botschaft. Trotzdem ist sein Film immer wieder ambivalenter als das Publikum den Kassenhit damals sah.

Brian Garfield, der Autor der Vorlage, ist überzeugt, dass Gewalt nur Gegengewalt erzeugt und sie zu einem moralischen Verfall des Täters führt. Weil er fand, dass seine Botschaft von Michael Winner falsch dargestellt wurde, schrieb er die „Ein Mann sieht rot“-Fortsetzung „Death Sentence“ (1975). Der Roman wurde 2007 von James Wan als äußerst pessimistische Studie über Selbstjustiz verfilmt. In anderen Romanen erzählt Garfield, wie seine Protagonisten erfolgreich und ohne Gewalt anzuwenden gegen Gewalttäter vorgehen.

Zu „Ein Mann sieht rot“ erklärte Garfield: „I meant it (if you believe in the influence of subtext) as a cautionary lesson, not a recommendation. Revenge is a universal fantasy but, in practice, it isn’t a solution, it’s a problem.“

Hauptdarsteller Charles Bronson äußerte sich in Interviews über den Film ähnlich. Und Winners Film hat durchaus ein Interesse an dieser Frage. Sein Film spielt vor einem konkreten sozialen und politischen Hintergrund: dem New York der frühen siebziger Jahre, als die Millionenstadt in einem Sumpf von Gewalt und Verbrechen versank.

2018 drehte Eli Roth mit Bruce Willis ein vollkommen missglücktes Remake von Michael Winners Film.

mit Charles Bronson, Hope Lange, Vincent Gardenia, Steven Keats, William Redfield, Stuart Margolin, Stephen Elliott, Jeff Goldblum (sein Debüt)

Wiederholung: Samstag, 10. August, 02.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ein Mann sieht rot“

Wikipedia über „Ein Mann sieht rot“ (deutsch, englisch)

Homepage von Brian Garfield

Meine Besprechung von Joseph Rubens  “The Stepfather” (The Stepfather, USA 1986, nach einer Geschichte von Brian Garfield)

Mein Nachruf auf Brian Garfield

Meine Besprechung von Michael Winners „Rendezvous mit einer Leiche“ (Appointment with Death, USA 1988)

Mein Nachruf auf Michael Winner


TV-Tipp für den 7. August: Das Mädchen Insiang

August 6, 2019

Arte, 22.50

Das Mädchen Insiang (Insiang, Philippinen 1977)

Regie: Lino Brocka

Drehbuch: Mario O’Hara, Lamberto E. Antonio

Insiang lebt mit ihren Geschwistern und ihrer sie drangsalierenden Mutter in den Slums von Manila. Eines Tages ergibt sich für sie eine Gelegenheit zur Rache.

Ewig nicht mehr gezeigter Klassiker von Lino Brocka (1939 – 1991), dem bedeutendsten philippinischen Regisseur. „Das Mädchen Insiang“ lief 1978 in Cannes und machte Brocka international bekannt. Heute wird die restaurierte Fassung gezeigt.

Für europäischen Geschmack wirken die melodramatischen Akzente und die schwülstige Erotik an manchen Stellen überzogen, doch ist der Film so meisterlich inszeniert, dass die Zerstörung menschlicher Gefühle und Werte im sozialen Elend eindrucksvoll sichtbar wird.“ (Lexikon des internationalen Films)

Der mit genau kalkulierten tränenreichen Gefühlsausbrüchen und mit perfekt eingesetzten melodramatischen Effekten nicht sparende Film (ein Kompromiss des Regisseurs, seine sozialkritischen Intentionen kommerziell abzusichern) war jedoch so realistisch und deprimierend, dass er vor heimischem Publikum zu einem finanziellen Misserfolg wurde.“ (Fischer Film Almanach 1982)

Um seine sozialkritischen Arbeiten zu finanzieren, drehte er kommerziell orientierte Auftragsproduktionen, Actionfilme und Melodramen.

mit Hilda Koronel, Mona Lisa, Ruel Vernal, Rez Cortez, Marlon Ramirez

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Das Mädchen Insiang“

Wikipedia über „Das Mädchen Insiang“ (deutsch, englisch)


Cover der Woche

August 6, 2019


TV-Tipp für den 6. August: Trash

August 5, 2019

Tele 5, 20.15

Trash (Trash, Großbritannien 2014)

Regie: Stephen Daldry, Christian Duurvoort (Brasilien)

Drehbuch: Richard Curtis, Felipe Braga (zusätzliches Material)

LV: Andy Mulligan: Trash, 2010 (Trash)

Die jugendlichen Müllsammler Raphael, Gardo und Rato finden in Rio de Janeiro auf einer Müllkippe einen Geldbeutel. Als die Polizei ihnen für den Geldbeutel einen unheimlich hohen Finderlohn verspricht, wissen die Slum-Kinder, dass sie etwas sehr Wertvolles gefunden haben. Nur was und wie können sie damit Geld verdienen, ohne vorher zu sterben?

Fabelhafter, mitreisend inszenierter Jugendfilm, der eine spannende Schnitzeljagd durch die Slums erzählt und einen ziemlich realistischen Einblick in das Leben seiner Protagonisten bietet. Für Erwachsene immer wieder etwas zu plakativ. Aber sie sind auch nicht das Zielpublikum des Thrillers, der für mich im Kino eine sehr erfreuliche Überraschung war.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Rickson Tevez, Eduardo Luis, Gabriels Weinstein, Martin Sheen, Rooney Mara, Wagner Moura, Selton Mello

Hinweise
Deutsche Facebook-Seite zum Film
Moviepilot über „Trash“
Metacritic über „Trash“
Rotten Tomatoes über „Trash“
Wikipedia über „Trash“ (deutsch, englisch)
Homepage von Andy Mulligan

Meine Besprechung von Stephen Daldry/Christian Duurvoorts „Trash“ (Trash, Großbritannien 2014)


Die Krimibestenliste August 2019

August 5, 2019

Zwischen Ende der Sommerferien (in Berlin) und Sommerferien präsentieren die F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur eiskalt ihre Krimibestenliste für den August:

1. Garry Disher – Kaltes Licht (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Peter Torberg. Unionsverlag, 314 Seiten, 22 Euro

2. Friedrich Ani – All die unbewohnten Zimmer (Plazierung im Vormonat: 2)

Suhrkamp, 495 Seiten, 22 Euro.

3. Max Annas – Morduntersuchungskommission (Plazierung im Vormonat: /)

Rowohlt, 346 Seiten, 20 Euro.

4. Nicholas Searle – Der Sprengsatz (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Jan Schönherr. Kindler, 304 Seiten, 20 Euro.

5. Liza Cody – Ballade einer vergessenen Toten (Plazierung im Vormonat: 3)

Aus dem Englischen von Martin Grundmann. Ariadne im Argument-Verlag, 416 Seiten, 22 Euro.

6. Georges Simenon: Maigret im Haus der Unruhe (Plazierung im Vormonat: 7)

Aus dem Französischen von Thomas Bodmer. Kampa, 220 Seiten, 16,90 Euro.

7. Adrian McKinty – Cold Water (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Peter Torberg. Suhrkamp Nova, 378 Seiten, 15,95 Euro.

8. Tawni O’Dell – Wenn Engel brennen (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Daisy Dunkel. Ariadne im Argument-Verlag, 350 Seiten, 21 Euro

9. Mike Nicol – Sleeper (Plazierung im Vormonat: 5)

Aus dem Englischen von Mechthild Barth. btb, 512 Seiten, 10 Euro.

10. George Pelecanos – Prisoners (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Karen Witthuhn. Ars Vivendi, 230 Seiten, 18 Euro.

Wenn ich mir die Liste ansehen, fällt mir ad hoc (auf meinen Schreibtisch blickend) auf, dass Lee Childs neuer Jack-Reacher-Roman „Keine Kompromisse“ und John Steeles Nordirland-Noir „Ravenhill“ fehlen.

Ansonsten warten Disher, Ani, Nicol und Pelecanos, – alles altbekannte Krimiautoren -, auch bei mir auf eine Lektüre. Ein, zwei, drei andere Bücher sollten noch auf dem Zu-Lesen-Stapel landen. Und McKintys „Cold Water“ wird die Tage abgefeiert.

 


TV-Tipp für den 5. August: The Assassin

August 5, 2019

Arte, 21.55

The Assassin (The Assassin, Taiwan/China/Hongkong/Frankreich 2015)

Regie: Hou Hsiao-Hsien

Drehbuch: Hou Hsiao-Hsien, Chu Tien-Wen, Hsieh Hai-Meng, Zhong Acheng

China im neunten Jahrhundert: Die Auftragsmörderin Nie Yinniang soll in ihrer Heimatprovinz ihren Cousin töten.

TV-Premiere. „The Assassin“ ist ein Film der Kontemplation, der Ruhe, des Versinkens im Dekor und der Landschaft.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Shu Qi, Chang Chen, Zhou Yun, Tsunambuki Satoshi, Juan Ching-Tian, Hsieh Hsin-Ying, Sheu Fang-Yi

Wiederholung: Dienstag, 14. August, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „The Assassin“

Metacritic über „The Assassin“

Rotten Tomatoes über „The Assassin“

Wikipedia über „The Assassin“

Meine Besprechung von Hou Hsiao-Hsiens „The Assassin“ (The Assassin, Taiwan/China/Hongkong/Frankreich 2015)


TV-Tipp für den 4. August: Jeremiah Johnson

August 3, 2019

Arte, 20.15

Jeremiah Johnson (Jeremiah Johnson, USA 1972)

Regie: Sydney Pollack

Drehbuch: John Milius, Edward Anhalt

LV: Vardis Fisher: Mountain Man (1965), Raymond W. Thorp, Robert Bunker: Crow Killer: The Saga of Liver-Eating Johnson (1958, 1969)

Um 1850 zieht Exsoldat Jeremiah Johnson sich aus der Zivilisation in die Berge zurück. Doch auch dort findet er nicht seinen Seelenfrieden.

„Pollack setzt in seinem Film auf ruhige, meditative Bilder und arbeitet mit langsamen Panoramaschwenks und Überblendungen. Im Mittelpunkt steht die Schilderung der einsamen Bergwelt von Utah, deren überwältigende Schönheit zugleich auch als bedrohlich und lebensfeindlich gezeigt wird. Es ist eine archaische Welt des Auge-um-Auge, in die Jeremiah geht. Die Winter scheinen in diesen Bergen nie zu vergehen, und diese ewigen Winter betonen die selbstgewählte Isoliertheit der Protagonisten.“ (Peter Ruckriegel, in Bernd Kiefer/Norbert Grob [Hrsg.]: Filmgenres Western)

Anschließend, um 22.05 Uhr, zeigt Arte die neue, einstündige Doku „Robert Redford – The Golden Look“, die bislang unveröffentlichtes Material enthält.

Mit Robert Redford, Will Geer, Stefan Gierasch

Wiederholung: Donnerstag, 8. August, 13.55 Uhr

Hinweise

Wikipedia über “Jeremiah Johnson” (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über “Jeremiah Johnson”

Turner Classic Movies über “Jeremiah Johnson”

Meine Besprechung des Westerns “Butch Cassidy & Sundance Kid” (mit Robert Redford)

Kriminalakte: Mein Nachruf auf Sidney Pollack