Neu im Kino/Filmkritik: „Deine Juliet“ besucht einen Buchclub auf Guernsey

August 10, 2018

1946, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, erhält die in London lebende Journalistin Juliet Ashton einen Brief. Dawsey Adams vom Lesezirkel „Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf“ bittet sie um die Adresse einer Buchhandlung, die Bücher von Charles Lamb führt. Neugierig geworden durch den epischen Namen des Buchclubs und Dawseys Briefe, beschließt die sich gerade in einer Schaffenskrise befindende Juliet, für einige Tage auf die Insel zu fahren, die Mitglieder des Buchclubs kennen zu lernen, die Hintergründe des Namens (Was ist ein Kartoffelschalenauflauf?) zu erfahren und einen Bericht darüber zu schreiben.

Schnell – immerhin ist Mike Newells neuer Film ein romantischer Liebesfilm – verliebt sie sich in den Prachtburschen Dawsey, die Mitglieder des Buchclubs und die Insel, die während des Kriegs von Deutschen besetzt war. Diese Besatzung ist auch der schon in den ersten Filmminuten enthüllte Grund für den seltsamen Namen des Buchclubs. Die Mitglieder des damals noch nicht existierenden Buchclubs werden nachts, reichlich angeheitert von einer gemeinsamen Feier, von einer deutschen Patrouille erwischt. Um einer Bestrafung zu entgehen, behauptet Elizabeth McKenna, sie seien die Mitglieder eines Buchclubs. Um diese dreiste Behauptung gegenüber den Deutschen aufrecht zu halten, gründen sie dann schnell, durch eine Anmeldung bei den Besatzern, den Buchclub. Sie treffen sich dann zu regelmäßigen Leserunden, die auch den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl zwischen ihnen stärken.

„Vier Hochzeiten und ein Todesfall“-Regisseur Mike Newell wechselt in seinem neuen Film „Deine Juliet“ zwischen Rückblenden, in denen wir mehr über die Geschichte des Buchclubs während des Kriegs erfahren, und in der Gegenwart spielenden Szenen, in denen Juliet die Kanalinsel Guernsey kennen und lieben lernt und sie sich in den alleinerziehenden Farmer Dawsey verliebt. Dabei gelingt ihm nicht die richtige Mischung zwischen den Handlungssträngen, die sich mehr im Weg stehen als sich gegenseitig zu verstärken.

Die Liebesgeschichte zwischen der Journalistin Juliet und Dawsey kommt nicht recht voran. Das liegt nicht an Juliets schnöseligem Liebhaber, einem US-Soldaten, der sie heiraten möchte und, nachdem sie länger als geplant auf Guernsey bleibt, auch auf der Insel besucht. Es liegt an den zahlreichen Rückblenden und weil Juliet beginnt, nach der verschwundenen Gründerin des Buchclubs zu suchen. Elizabeth wurde von den Nazis deportiert. Ihre Freunde wissen nicht wo sie ist, aber Juliet will herausfinden was mit ihr geschah. Das Ergebnis ihrer für die damalige Zeit erstaunlich einfachen Recherche erfahren wir im Film.

Und, immerhin geht es um einige Menschen, die Bücher lesen und darüber reden, die Faszination des Lesens stellt sich nicht ein. Der Film macht noch nicht einmal neugierig auf einige Bücher, die im Film erwähnt werden.

Ein weiteres Manko der in seiner Geschichte vorhersehbaren Liebeserklärung an die gute alte Zeit ist, dass „Deine Juliet“ auf Guernsey spielt, man aber fast nichts von der Insel sieht und vom Lebensgefühl einer Insel spürt. Weil das heutige, bei Touristen beliebte Guernsey nicht mehr an das Nachkriegs-Guernsey erinnert, wurde in Cornwall und Devon gedreht und das sieht dann wie die Rosamunde-Pilcher-Welt aus.

Deine Juliet (The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society, USA/Großbritannien 2018

Regie: Mike Newell

Drehbuch: Kevin Hood, Thomas Bezucha, Don Roos

LV: Mary Ann Shaffer/Annie Barrows: The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society, 2008 (Deine Juliet – Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf)

mit Lily James, Michiel Huisman, Matthew Goode, Jessica Brown Findlay, Tom Courtenay, Penelope Wilton, Katherine Parkinson, Glen Powell

Länge: 124 Minuten

FSK: ab 6 Jahre
–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Deine Juliet“

Metacritic über „Deine Juliet“

Rotten Tomatoes über „Deine Juliet“

Wikipedia über „Deine Juliet“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 10. August: James Bond: Sag niemals nie

August 10, 2018

RTL II, 20.15

James Bond: Sag niemals nie (Never say never again, USA 1983)

Regie: Irvin Kershner

Drehbuch: Lorenzo Semple jr.

LV: Ian Fleming: Thunderball, 1961 (Feuerball)

James Bond bei seiner Lieblinsbeschäftigung: Welt retten. Aktuelle Einsatzorte: Bahamas, Südfrankreich und Nordafrika.

Nach einer langen Pause (und bei einer anderen Produktionsfirma) spielte Sean Connery wieder Bond; Klaus Maria Brandauer den Bösewicht, Kim Basinger das ´love interest´ der beiden Männer. Außerdem sind Barbara Carrera, Max von Sydow, Edward Fox, Bernie Casey und Rowan Atkinson dabei.

„Sag niemals nie“ konnte entstehen, weil Ian Fleming zusammen mit Kevin McClory und Jack Whittingham für einen Film die Geschichte „Longitude 78 West“ entwarf. Fleming verarbeitete sie später in dem Bond-Roman „Feuerball“. McClory, der bei „Feuerball“ Co-Produzent war, hatte die Rechte für weitere Verfilmungen dieser Geschichte. Die Auflage war, dass er sich möglichst eng an das gemeinsam entworfene Story-Gerüst halten müsse. Die juristischen Streitigkeiten und der Konkurrenzkampf zwischen dem Ur-Bond Connery und dessen Nachfolger Roger Moore waren ein gefundenes Fressen für die damalige Presse. Denn „Octopussy“ (mit Moore) startete fast zeitgleich in den Kinos. An der Kinokasse war der Moore-Bond etwas erfolgreicher, bei der Kritik war es – zu Recht – umgekehrt.

Wiederholung: Samstag, 11. August, 03.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „James Bond: Sag niemals nie“

Wikipedia über „James Bond: Sag niemals nie“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Meg“ tut das, was Haie so tun. Im Film

August 9, 2018

Etwas böswillig könnte man sagen, dass Dwayne Johnson zwischen „Rampage“ und „Skyscraper“ keine Zeit hatte und deshalb Jason Statham gegen den Monsterhai kämpfen darf. Aber Stathams Version des Helden ist etwas weniger poliert als bei dem immer sympathischen Johnson. Es geht, dank Stathams gepflegtem Drei-Tage-Bart, in einer homöopathischen Dosis, in Richtung britische Arbeiterklasse. Und George Clooney war mal für die Rolle des tapferen Jonas Taylor im Gespräch.

Nachdem ein kleines Forschungs-U-Boot im Pazifik vor der Küste Chinas in der tiefsten Tiefsee havarierte, wird Taylor zur Hilfe gerufen. Sie entdeckten unter einer als Barriere funktionierenden Schwefelwasserstoff-Schicht eine neue, noch vollkommen unerforschte Unterwasserwelt. Die dreiköpfige Besatzung hat nur noch für wenige Stunden Sauerstoff und sie wird von irgendetwas Großem angegriffen. Taylor hat dieses Ding schon einmal vor fünf Jahren bei einer Tiefseetrettungsmission getroffen. Damals starben zwei Kameraden. Danach hörte er mit dem Tauchen auf und ertränkt sein Selbstmitleid heroisch in Bier. Das würde Dwayne Johnson niemals tu.

Weil Taylor der beste Mann für eine so gefährliche Rettungsaktion ist, bittet die Mannschaft der Forschungsstation, zu der auch zwei alte Bekannte von Taylor gehören, ihn um Hilfe. Und weil Taylors Ex-Frau in dem jetzt gesunkenen U-Boot ist, begibt er sich auf eine Rettungsmission, bei der er zwei der drei Besatzungsmitglieder, unter anderem seine Frau, retten kann. Dabei sehen sie und wir sensationsgierigen Zuschauer zum ersten mal das gefährliche Wesen: es ist ein Megalodon, ein 25 Meter großer Hai, der seit Ewigkeiten als ausgestorben gilt. Und dieser Meg (eigentlich sogar zwei) verlässt sein Unterwassergefängnis, um auf die Jagd zu gehen.

Die Filmgeschichte basiert auf Steve Altens 1997 erschienener Debütroman „The Meg“. Alten schrieb mehrere Buchfortsetzungen zu seinem erfolgreichen Thriller. Hollywood kaufte sich damals sofort die Filmrechte, aber nach „Deep Blue Sea“ wurde das Projekt erst einmal auf die lange Bank geschoben. Einmal waren auch Guillermo del Toro und Eli Roth involviert. Jetzt verfilmte Jon Turteltaub den Roman und der Film ist „Der weiße Hai“ mit einem größeren Hai und, nun, auch größeren Booten. Es gibt auch, – siehe „Alien“ -, einen fiesen Großkapitalisten.

Turteltaub erzählt die bekannte Geschichte mit viel Wumms und Spaß in unter zwei Stunden noch einmal nach für eine Generation, die Spielbergs Klassiker „Der weiße Hai“ nicht im Kino gesehen hat. Es gibt zahlreiche gut platzierte Anspielungen und Inside-Jokes auf „Der weiße Hai“ und seine unzähligen Fortsetzungen und Rip offs. Dafür hatte Turteltaub ein erkleckliches Budget von 150 Millionen Dollar. Das Geld sieht man auf der Leinwand.

Es ist auch, wie in „Der weiße Hai“, eine kluge Entscheidung, den riesigen Hai erst spät und oft nur in Teilansichten zu zeigen. Manchmal sieht man auch nur die Auswirkungen eines seiner Angriffe. So wirkt er etwas bedrohlicher, wenn er sich die bunt zusammengewürfelten Mitglieder der internationalen Forschungsmission vornimmt. Diese ist, und das ist ein augenfälliger Unterschied zu den älteren Blockbustern, deutlich multikultureller und weiblicher als im Siebziger-Jahre-Blockbuster-Kino.

„The Meg“ ist angenehm altmodisches Blockbuster-Kino, das bewusst auf die nervigen Modernismen der letzten Saisons verzichtet und seine Geschichte unaufgeregt präsentiert. Perfekt Sommerunterhaltung eben. Für das Open-Air-Strandkino.

P. S.: In „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ gibt es auch einen Riesenhai. Aber der hat mit diesen Megs nicht zu tun. Sie fressen sich durch vollkommen verschiedene Filmwelten.

Meg (The Meg, USA 2018)

Regie: Jon Turteltaub

Drehbuch: Dean Georgaris, Jon Hoeber, Erich Hoeber

LV: Steve Alten: Meg: A Novel of Deep Terror, 1997 (Meg)

mit Jason Statham, Li Bingbing, Winston Chao, Rainn Wilson, Ruby Rose, Page Kennedy, Jessica McNamee, Ólafur Darri Ólafsson, Robert Taylor, Sophia Shuya Cai, Masi Oka, Cliff Curtis

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Meg“

Metacritic über „Meg“

Rotten Tomatoes über „Meg“

Wikipedia über „Meg“

Homepage von Steve Alten

Meine Besprechung von Jon Turteltaubs „Last Vegas“ (Last Vegas, USA 2013)

–

Nachtrag (24. August 2018)

MEG von Steve Alten

Manchmal läuft’s dumm. Denn erst jetzt trudelte bei mir die lang ersehnte Neuausgabe von „Meg“ ein. Zum Filmstart veröffentlichte der Heyne Verlag nämlich eine Neuausgabe von Steve Altens jetzt erfolgreich verfilmtem Debütroman „Meg“. Wobei „Neuausgabe“ etwas irreführend ist. Denn es wurde nicht einfach der alte, 1997 erschienene Bestseller genommen und mit einem neuen Umschlag neu veröffentlicht, sondern die „Vom Autor erweiterte und komplett überarbeitete Neuausgabe“, die in den USA 2015 erschien und jetzt erstmals auf Deutsch erschien.

Die Neuausgabe beginnt mit der 2011 geschriebenen, sieben Jahre vor der Romangeschichte spielenden Vorgeschichte zum ursprünglichen Roman. Alten veröffentlichte die achtzigseitige Geschichte als E-Book. Ausgehend von den Ereignissen in der Vorgeschichte nahm er für die Neuausgabe am ursprünglichen Roman notwendige Änderungen vor, erweiterte Szenen, vertiefte Figuren und überarbeitete ihn auch sprachlich, weil, so Alten, er sich stilistisch weiterentwickelt hat.

Die Story ist natürlich immer noch die gleiche: Tiefseeforscher Jonas Taylor will im Marianengraben einen Carcharodon mealodon, kurz Meg, entdecken. Nach seiner Entdeckung begibt sich der riesige Hai in den oberen Wasserregionen und sucht Nahrung.

–

Steve Alten: Meg

(vom Autor erweiterte und komplett überarbeitete Neuausgabe)

(übersetzt von Bernd Kleinschmidt)

Heyne, 2018

400 Seiten

9,99 Euro

–

Originalausgabe dieser Ausgabe

Meg

Viper Press, 2015


TV-Tipp für den 9. August: Der Chef

August 9, 2018

Schlaflos? Da hilft

ARD, 02.10

Der Chef (Un Flic, Frankreich/Italien 1972)

Regie: Jean-Pierre Melville

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

Polizist Coleman jagt den Nachtclubbesitzer Simon, mit dem er befreundet ist und der Überfälle begeht. Zwischen den beiden Männern steht Simons Freund Cathy.

Nach „Der eiskalte Engel“ und „Vier im roten Kreis“ war „Der Chef“ die dritte Zusammenarbeit von Alain Delon und Jean-Pierre Melville und zum ersten Mal spielte Delon einen Polizisten. Aber weil es Melville in „Der Chef“ auch um die Austauschbarkeit von Gangstern und Polizisten ging, unterschied Delons Rolle sich kaum von seinen vorherigen Rollen als Gangster. Denn Melville räumt Coleman und Simon etwa gleich viel Leinwandzeit ein.

„Melvilles letzter Film (…) ist ein würdiger Abschluss im Werk eines seines Metiers und seiner Liebe zum Kino sicheren Ultra-Professionellen, der die düstersten und unheimlichsten, aber auch ästhetisch vollkommendsten und menschlichsten Filme schuf, die in Frankreich je gedreht worden sind.“ (Hans Gerhold: Un Flic in „Jean-Pierre Melville, Hanser Reihe Film 27, 1982)

„‘Un Flic’ ist vermutlich der kälteste Film Melvilles, und Alain Delon gelingt als Chef-Fahnder Edouard Coleman der Pariser Kriminalpolizei eine brillante Charakterstudie über die Einsamkeit und Isolation des professionellen Menschenjägers.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm, 1989)

Mit Alain Delon, Catherine Deneuve, Richard Crenna, Riccardo Cucciolla, Michel Conrad

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Chef“

Wikipedia über „Der Chef“ (deutsch, englisch, französisch) und Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Der Eberhofer Franz hat kein „Sauerkrautkoma“

August 9, 2018

Das ist eine längst überfällige Premiere. Denn in Bayern war schon die erste Rita-Falk-Verfilmung „Dampfnudelblues“ unglaublich erfolgreich. Auch die nächsten Franz-Eberhofer-Filme liefen im Süden erfolgreich in den Kinos. Der vierte Eberhofer-Film „Grießnockerlaffäre“ hatte über 830.000 Zuschauer. In der Top 10 der erfolgreichsten deutschen Filme 2017 reichte das für den sechsten Platz. Insgesamt haben fast 2,5 Millionen Menschen die Krimikomödien im Kino gesehen. Das sind Zahlen, von denen die meisten deutschen Filme nur Träumen können.

Aber erst die fünfte Rita-Falk-Verfilmung „Sauerkrautkoma“ wird auch außerhalb Bayerns regulär in den Kinos gezeigt und damit auch in Deutschlands größter Stadt. Aktuell läuft er im Cinemaxx Potsdamer Platz, dem Delphi Lux und dem Titania.

In „Sauerkrautkoma“ wird Franz Eberhofer von Niederkaltenkirchen, ein erfundenes Kaff, in dem jeder jede kennt (und umgekehrt) und ein Kreisverkehr das Symbol (und die Metapher) für Fortschritt ist, nach München versetzt. Anstatt sich über die Beförderung zu freuen, versucht er nur, möglichst schnell wieder an seine alte Arbeitsstelle zurückzukehren. Denn München ist für ihn schlimmer als die Hölle. Die täglichen mehrstündigen Heimfahrten (im Buch) und eine Vollverköstigung durch die Oma ändern daran nichts.

Mit seiner Dauerfreundin Susi hat er auch Stress. Denn sie wird heftig von Karl-Heinz Fleischmann umgarnt. Zu ihrer Schulzeit war er der pickelige hässliche Nerd. Der ‚Fleischi‘. Jetzt ist er ein sonnengebräunter Schönling und erfolgreicher Software-Unternehmer, der das Dorf besucht. Und dann heult sein Bruder sich auf dem Eberhofer-Hof aus. Seine thailändische Frau probiert gerade die Unabhängigkeit aus und hat ihn vor die Tür gesetzt.

Das sind die privaten Nebengeschichten, die in einem normalen Krimi vernachlässigbare Nebengeschichten wären. Neben Eberhofers ausführlich geschildertem Abhängen mit seinen aus den Romanen und Filmen bekannten, ähnlich ambitionslosen Kumpels, – Detektiv Rudi Birkenberger (der das titelgebende Sauerkrautkoma erleidet), Metzger Simmerl, Installateur Flötzinger und Wirt Wolfi – , nehmen die Nebenplots den größten Teil der Komödie ein, die das Dorfleben als inklusives Paradies schildert.

Der Kriminalfall ist, wie in den anderen Eberhofer-Geschichten, herzlich nebensächlich. Dieses Mal geht es um eine Frauenleiche, die im in München gestohlenen Oldtimer von Eberhofers Vater gefunden wird. Es ist das Au-pair-Mädchen einer vermögenden Familie. Im Buch ist es die Familie Dettenbeck in Grünwald, die mit dem Verleih von Oldtimern Geld verdient. Im Film arbeitete die Ermordete beim Bürgermeister von Niederkaltenkirchen. Er ist, immerhin gehört er zur Stammbesetzung der Ebershofer-Krimis, nicht der Mörder.

Der Film wurde vom bewährten Team inszeniert. Ed Herzog übernahm wieder die Regie. Stefan Betz ist zum dritten Mal am Drehbuch beteiligt. Sebastian Edschmid ist wieder der Kameramann. Kerstin Schmidbauer ist wieder die Produzentin. Es ist also ein eingespieltes Team, das in jeder Beziehung auf Kontinuität setzt. Deshalb wurde das erfolgreiche Rezept der vorherigen Filme „Dampfnudelblues“ (2013), „Winterkartoffelknödel“ (2014), „Schweinskopf al dente“ (2016) und „Grießnockerlaffäre“ (2017) nicht geändert.

Auch die aus den vorherigen Eberhofer-Filmen bekannten Schauspieler sind wieder dabei.

Sebastian Bezzel, den ich als „Tatort“-Kommissar immer zu steif fand, hängt hier, wieder einmal, in der Rolle seines Lebens als tiefenentspannter Franz Eberhofer ab. Am Ende löst er zwar den Fall, aber er ist ein richtiger niederbayerischer Slacker, der immer noch bei seinen Eltern wohnt und niemals sein vertrautes Revier verlassen will. In Niederkaltenkirchen hat er ja alles, was er braucht.

Simon Schwarz (als Rudi Birkenberger), Lisa Maria Potthoff (als Susi), Enzi Fuchs (als schnäppchenjagende und kochende Oma Eberhofer), Eisi Gulp (als dauerkiffender Papa Eberhofer), Gerhard Wittmann (als Franz Eberhofers Bruder Leopold), Sigi Zimmerschied (als Dienststellenleiter Moratschek), Stephan Zinner (als Metzger Simmerl), Daniel Christensen (als Flötzinger), Max Schmidt (als Wirt Wolfi) und Thomas Kügel (als mordverdächtiger Bürgermeister) sind wieder dabei.

Wieder wird die Romangeschichte nur als Inspiration für den Film genommen, der vor allem um das Leben und die Probleme seiner Protagonisten kreist, die alle mehr oder weniger mit ihrem Leben zufrieden sind. Ambitionen, an denen sie scheitern könnten, haben sie nicht.

Im Roman ist der Mordfall noch unwichtiger als im Film. Sogar die Zeilen, in denen Rita Falk darüber schreibt, was Eberhofer von seiner Oma gekocht bekommt, nehmen im Buch mehr Platz ein. Im Mittelpunkt steht dieses Mal Eberhofers reichlich unbeholfenes Werben um seine Susi, die er heiraten will, und die von ihm widerwillig absolvierten Hochzeitsvorbereitungen. Der Eberhofer ist halt kein Romantiker. Seine Susi schon eher. Das ist bestenfalls mäßig unterhaltsam. Es passt aber in einen „Provinzkrimi“ (Buchcover). Das ist ein anderes Wort für „Regiokrimi“ und wie eigentlich alle Regiokrimis richten sie sich nicht an beinharte Krimifans, sondern an Nicht-Krimileser, die vor allem ihre Heimat (oder den Urlaubsort) wieder erkennen wollen.

Der größte Unterschied zwischen dem Buch und dem Film ist der Humor. Im biederen Buch ist es ein schnurriger, niemand weh tuender Tonfall, der mich niemals zum Lachen reizte. Der Filmhumor ist dagegen gemeiner, bösartiger, schwärzer, lakonischer und auch antiautoritärer. Da gibt es dann etliche Lacher. Auch weil einiges doch sehr absurd und skurril ist.

„Sauerkrautkoma“ ist besser als der Roman und wem die vorherigen Eberhofer-Filme gefallen haben, wird auch dieser bayerische Provinzkrimi gefallen.

Sauerkrautkoma (Deutschland 2018)

Regie: Ed Herzog

Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog

LV: Rita Falk: Sauerkrautkoma, 2012

mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Nora Waldstätten, Gedeon Burkhard, Sigi Zimmerschied, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Ferdinand Hofer, Thomas Kügel, Ulrike Beimpold, Phillipp Franck, Michael Ostrowski, Goran Navojec

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Die Vorlage

(für den Kinostart im Filmcover)

Rita Falk: Sauerkrautkoma

dtv, 2018

272 Seiten

9, 95 Euro

–

Originalausgabe

dtv, 2012

–

Taschenbuchausgabe

dtv, 2014

–

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Sauerkrautkoma“

Moviepilot über „Sauerkrautkoma“

Wikipedia über „Sauerkrautkoma“

Homepage von Franz Eberhofer

dtv über Rita Falk

Meine Besprechung von Rita Falks „Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi“ (2011)


TV-Tipp für den 8. August: Die Welt der Wunderlichs

August 8, 2018

Arte, 20.15

Die Welt der Wunderlichs (Deutschland/Schweiz 2016)

Regie: Dani Levy

Drehbuch: Dani Levy

Allein unter Irren – das ist für Mimi der gelebte Normalzustand. Sie ist die einzige Normale in der Familie Wunderlich. Als sie bei einem Casting mitmachen will, möchte sie das ohne die Hilfe ihrer Familie tun…

Herrlich unaufgeräumte, gewollt dysfunktionale Komödie, die gerade deshalb gefällt. Auch wenn das Ende schwach ist.

Mehr in meiner ausführlichen Kritik der heutigen TV-Premiere.

mit Katharina Schüttler, Ewi Rodriguez, Peter Simonischek, Christiane Paul, Martin Feifel, Steffen Groth, Hannelore Elsner, Arabella Kiesbauer, Thomas Anders, Sabrina Setlur, Friedrich Liechtenstein

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Die Welt der Wunderlichs“

Moviepilot über „Die Welt der Wunderlichs“

Wikipedia über Dani Levy

Meine Besprechung von Dani Levys „Die Welt der Wunderlichs“ (Deutschland/Schweiz 2016)


Cover der Woche

August 7, 2018


TV-Tipp für den 7. August: St. Vincent

August 7, 2018

ARD, 22.45

St. Vincent – Mein himmlischer Nachbar (St. Vincent, USA 2014)

Regie: Ted Melfi (aka Theodore Melfi)

Drehbuch: Ted Melfi

Weil die gerade eingezogene Maggie (Melissa McCarthy) jemand braucht, der auf ihren Sohn Oliver (Jaeden Lieberher) aufpasst, engagiert sie den misanthropischen Nachbarn Vincent (Bill Murray). Der ist als Aufpasser eine denkbar schlechte Wahl.

TV-Premiere einer herzigen und sehr witzigen Komödie.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Bill Murray, Melissa McCarthy, Naomi Watts, Jaeden Lieberher, Chris O’Dowd, Terrence Howard

Wiederholungen

ARD, Mittwoch, 8. August, 02.15 Uhr (Taggenau!)

One, Freitag, 10. August, 21.00 Uhr

One, Samstag, 11. August, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „St. Vincent“
Moviepilot über „St. Vincent“
Metacritic über „St. Vincent“
Rotten Tomatoes über „St. Vincent“
Wikipedia über „St. Vincent“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ted Melfis „St. Vincent“ (St. Vincent, USA 2014)

Meine Besprechung von Ted Melfis „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ (Hidden Figures, USA 2016)


Die Krimibestenliste August 2018

August 6, 2018

Die Tage werden kürzer, die Nächte noch nicht länger und die F. A. S. und Deutschlandfunk Kultur legen ihre monatliche Krimibestenliste vor:

1. Lisa McInerney – Glorreiche Ketzereien (Platzierung im Vormonat: 10)

2. Joe Ide – Stille Feinde (Platzierung im Vormonat: /)

3. Joyce Carol Oates – Pik-Bube (Platzierung im Vormonat: 4)

4. Dominique Manotti – Kesseltreiben (Platzierung im Vormonat: 2)

5. Melanie Raabe – Der Schatten (Platzierung im Vormonat: /)

6. Claudia Piñeiro – Der Privatsekretär (Platzierung im Vormonat: /)

7. Denise Mina – Blut Salz Wasser (Platzierung im Vormonat: 1)

8. Gianrico Carofiglio – Kalter Sommer (Platzierung im Vormonat: /)

9. Tom Bouman – Im Morgengrauen (Platzierung im Vormonat: 6)

10. Max Annas – Finsterwalde (Platzierung im Vormonat: /)

–

Max Annas liegt auch bei mir rum und das könnte eine verdammt spannende Dystopie sein.

Zuletzt war (und bin) ich mit einigen verfilmten Romanen beschäftigt (Rita Falk: Sauerkrautkoma; Ian McEwan: Kindeswohl) und bei Pendragon ist ein neuer Roman von D. B. Blettenberg erschienen („Falken jagen“ in Thailand mit Farang), den ich natürlich unbedingt lesen muss. Und pulp master hat Tom Franklins „Krumme Type, krumme Type“ veröffentlicht, den ich auch unbedingt lesen muss. Und Markus Stromiedel hat bei Knaur mit „Nachfrost“ einen weiteren Krimi mit Kommissar Selig geschrieben. Dieses Mal geht es in die jüngste deutsche Vergangenheit – und den Roman will ich lesen. Wie Martin Cruz Smith „Im Schatten von San Marco“.

Spenden von Lesezeit werden entgegengenommen.


TV-Tipp für den 6. August: Mein großer Freund Shane

August 6, 2018

Arte, 20.15

Mein großer Freund Shane (Shane, USA 1953)

Regie: George Stevens

Drehbuch: A. B. Guthrie jr., Jack Sher

LV: Jack Schaefer: Shane, 1949 (Mein großer Freund Shane)

Revolverheld Shane hilft einigen Siedlern gegen einen Viehzüchter.

Ein Westernklassiker für Erwachsene mit einem mythologischen Helden. Sowohl Roman als auch Film eroberten Publikum und Kritik im Sturm.

Danach: Dranbleiben! Um 22.10 Uhr zeigt Arte „Der Feuerwehrball“ (eine Oscar-nominierte Satire von „Einer flog über das Kuckucksnest“-Regisseur Milos Forman) und danach, um 23.20 Uhr „Lerchen am Faden“ (eine über zwanzig Jahre verbotene Satire von Jiri Menzel, die 1990 den Goldenen Bären erhielt).

Mit Alan Ladd, Jean Arthur, Van Heflin, Brandon De Wilde, Jack Palance, Ben Johnson, Elisha Cook jr.

Wiederholung: Freitag, 10. August, 13.55 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Mein großer Freund Shane“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über “Shane”

Rotten Tomatoes über „Shane“

Filmsite: Tim Dirks über “Shane”

Western-Autor Richard S. Wheeler über „Shane“ von Jack Schaefer


TV-Tipp für den 5. August: Der Tag an dem die Erde Feuer fing

August 4, 2018

Tele 5, 18.10

Der Tag an dem die Erde Feuer fing (The Day the Earth caught Fire, Großbritannien 1961)

Regie: Val Guest

Drehbuch: Wolf Mankowitz, Val Guest

Buch zum Film: Barry Wells: The Day the Earth caugh Fire, 1961

Das Wetter spielt verrückt – und die Ursache ist, wie eine Telefonistin erfährt (und die gleich zur Presse geht), der Mensch. Damals waren es, zeittypisch, Versuche mit Atombomben. Kann die Erde noch gerettet werden?

Alter, ewig gezeigter SF-Film mit guten Effekten (für damals) und einer guten Story (wir reden von der Prä-“Raumschiff Enterprise“-Zeit). „eine eindringliche Mahnung zur Vernunft“ (Filmbeobachter)

„gut gemachte Konfektionsware…(Les) Bowies Spezialeffekte überzeugen – besonders die Szene, in der die Themse austrocknet – und suggerieren ein viel größeres Budget, als Guest tatsächlich zur Verfügung gestanden hat.“ (Phil Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopädie, 1998)

mit Janet Munro, Leo McKern, Edward Judd, Michael Goodliffe, Arthur Christiansen, Bernard Braden

Wiederholung: Dienstag, 7. August, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Tag an dem die Erde Feuer fing“

Wikipedia über „Der Tag an dem die Erde Feuer fing“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 4. August: American Gangster

August 3, 2018

ZDF, 23.00

American Gangster (American Gangster, USA 2007)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Steven Zaillian

LV: Mark Jacobson: The Return of Superfly (Reportage, New York Magazine, August 2000)

Biopic über den Aufstieg und Fall des Drogenbarons Frank Lucas in Harlem in den frühen Siebzigern.

Das Zeitkolorit ist toll, weniger toll ist, dass Denzel Washington als Drogenhändler Frank Lucas und Russell Crowe als den ihn jagenden Detective Richie Roberts erst am Ende eine gemeinsame Szene haben. Davor bekommen wir zwei Filme präsentiert: einen tollen Gangsterfilm (so als Best-of-Gangsterfilm), einen weniger tollen Polizeifilm und insgesamt einen doch ziemlich durchschnittlichen Film, der sich nie entscheiden kann welche Geschichte er erzählen soll und er deshalb in deutlich über zwei Stunden (Hey, früher gab’s für die Spielzeit auch zwei Filme) beide Geschichten erzählt. Das kommt dabei heraus, wenn man zwei Stars hat, die auf ihrer Filmzeit bestehen. Vielleicht hätte Ridley Scott Val Kilmer für die Rolle des Polizisten anfragen sollen.

mit Denzel Washington, Russell Crowe, Cuba Gooding jr., Josh Brolin, RZA, John Ortiz, Ted Levine, Chiwetel Eliofor, Armand Assante, Carla Gugino

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „American Gangster“

Rotten Tomatoes über „American Gangster“

Wikipedia über „American Gangster“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „American Gangster“ von Steven Zaillian

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ (The Martian, USA 2015)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)

Ridley Scott in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Grenzenlos“ – Ein Film von Wim Wenders

August 3, 2018

Wenige Wochen nach seinem nicht unproblematischem, aber insgesamt von der Kritik abgefeiertem Papst-Porträt „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ kehrt Wim Wenders mit „Grenzenlos“ wieder zum Spielfilm zurück. Seine Premiere hatte der Film bereits am 10. September 2017 beim Toronto International Film Festival und die Kritiker waren nicht entzückt.

Wenn man sich den Film anseht, versteht man schnell warum. Die sich sehr langsam herausschälende Geschichte besteht aus drei Erzählsträngen und zwei Zeitebenen. In einem Nobelhotel in der Normandie begegnen sich Danielle Finders (Alicia Vikander) und James More (James McAvoy). Sie ist eine Biomathematikerin, die an einem Tiefsee-Tauchprojekt mitarbeitet. Er behauptet, ein Entwicklungshelfer zu sein. In Wirklichkeit ist er ein Geheimagent. Sie verlieben sich ineinander und wissen schnell, dass sie die Liebe ihres Lebens gefunden haben.

Nach dem Hotelaufenthalt trennen sich ihre Wege. Sie fährt Richtung Norden, um an dem Forschungsprojekt teilzunehmen, das ihre Theorie über den Ursprung des Lebens beweisen soll. Dabei muss sie in der Grönlandsee in ungeahnte Tiefen tauchen. Er fliegt Richtung Süden. In Somalia soll er ein Islamistenlager, in dem Selbstmordattentäter ausgebildet werden, finden. Am Filmanfang vegetiert er allerdings in einem Gefängnis vor sich hin und kämpft um jeden Tropfen Wasser.

Sie erreicht ihn nicht und fragt sich, ob er sie noch liebt. Sie kämpft dabei um nicht beantwortete Nachrichten und einen fehlenden Smartphone-Empfang. Auf den Gedanken, dass er gerade keine Zeit oder Möglichkeit hat, ihr zu antworten, kommt sie nicht.

Diese Geschichte erzählt Wenders, wie gesagt, indem er zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen Danielles und James‘ Geschichte hin- und herspringt, ohne dass daraus irgendeine produktive Reibung entsteht. Es wirkt immer wie eine verkopfte Konstruktion, die langweiliger Edelkitsch ohne tiefere Einsichten und Emotionen ist. Das wird auch nicht von den beiden Hauptdarstellern gerettet. Beide spielen unter ihrem Niveau.

Alicia Vikander, die für „The Danish Girl“ einen Oscar erhielt und zuletzt „Tomb Raider“ war, blickt durchgehend erschreckend emotionslos in die Kamera. Da überzeugt nichts. Sogar ein Fotomodell aus einem Werbekatalog hat mehr Tiefe.

James McAvoy („Drecksau“, „Split“ und Charles Xavier in mehreren „X-Men“-Filmen) blickt ähnlich emotionslos in die Kamera. Aber er spielt einen Geheimagenten, der berufsbedingt keine Emotionen zeigen darf. Dank seiner schieren Präsenz, gibt er erfolgreich seine Bewerbungsmappe für den übernächsten James-Bond-Film (wenn Daniel Craig nur noch einmal 007 spielt) ab.

„Grenzenlos“ ist vielleicht nicht der schlechtester Film von Wim Wenders. Aber es ist in jedem Fall einer seiner misslungensten Filme und meilenweit weg von der Qualität seiner besten Filme, wie „Im Lauf der Zeit“, „Paris, Texas“ und „Der Himmel über Berlin“.

Am Ende bleibt nur ein verwegener Gedanke: Was hätte Werner Herzog aus dieser Geschichte für einen Film gemacht? Vielleicht keinen besseren (was schwer vorstellbar ist), aber in jedem Fall einen unterhaltsameren.

Grenzenlos (Submergence, USA 2017)

Regie: Wim Wenders

Drehbuch: Erin Dignam

LV: J. M. Ledgard: Submergence, 2013

mit James McAvoy, Alicia Vikander, Alexander Siddig, Celyn Jones, Reda Kateb, Hakeemshady Mohamed

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Grenzenlos“

Metacritic über „Grenzenlos“

Rotten Tomatoes über „Grenzenlos“

Wikipedia über „Grenzenlos“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Wim Wenders’ “Hammett” (Hammett, USA 1982)

Meine Besprechung von Wim Wenders/Juliano Ribeiro Salgados “Das Salz der Erde” (The Salt of the Earth, Frankreich/Deutschland 2013)

Meine Besprechung von Wim Wenders‘ „Every thing will be fine“ (Deutschland/Kanada/Norwegen/Schweden 2015)

Meine Besprechung von Wim Wenders‘ „Die schönen Tage von Aranjuez“ (Les beaux jours d‘ Aranjuez, Deutschland/Frankreich 2016)

Meine Besprechung von Wim Wenders‘ „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ (Pope Francis: A Man of his Word, Deutschland 2018)

Wim Wenders in der Kriminalakte

Homepage von Wim Wenders

 


TV-Tipp für den 3. August: Krieg in London – The Crime

August 2, 2018

3sat, 23.50

Krieg in London – The Crime (The Sweeney, Großbritannien 2012)

Regie: Nick Love

Drehbuch: Nick Love, John Hodge

Jack Regan (Ray Winstone) ist der Anführer einer kleinen Spezialeinheit der Londoner Polizei, die Verbrecher mit archaischen Methoden jagt und Bürgerrechte wahrscheinlich noch nicht einmal buchstabieren kann. Aber jetzt laufen interne Ermittlungen gegen sie und eine Verbrecherbande, angeführt von einem vermögendem Safeknacker, plant einige Überfälle.

In England hieß der Film, weil er auf einer dort kultigen, hier fast unbekannten TV-Serie basiert, „The Sweeney“. Bei uns hieß Nick Loves brachialer Polizeithriller dann „The Crime“, weil das so ein richtig deutscher Titel ist, der alles und nichts sagt. Im Fernsehen heißt er jetzt „Krieg in London – The Crime“, was genausoviel über den Film verrät, der ein herrlich altmodischer Actionthriller und ein Abgesang an „die gute alte Zeit der Verbrechensbekämpfung“ ist, als der Unterschied zwischen Verbrechern und Polizisten die Dienstmarke war.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Ray Winstone, Ben Drew, Hayley Atwell, Steven Mackintosh, Paul Anderson, Alan Ford, Damian Lewis

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „The Crime“

Metacritic über „The Crime“

Rotten Tomatoes über „The Crime“

Wikipedia über „The Crime“

Meine Besprechung von Nick Loves „The Crime“ (The Sweeney, Großbritannien 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: Keanu Reeves und Winona Ryder haben eine „Destination Wedding“

August 2, 2018

Nachdem Keanu Reeves zuletzt als John Wick hemmungslos böse Buben tötete, dachte nicht nur ich bei dem Titel seines neuen Films „Destination Wedding“ an den weltbekannten Berliner Stadtteil: den roten Wedding.

Mit diesem Wedding hat „Destination Wedding“ nichts zu tun. Sondern mit dem Wedding, das wir aus Filmen wie „Wedding Planer“, „My big fat greek Wedding“ oder „Mike and Dave need Wedding Dates“ kennen. Es geht um eine Hochzeit zu er Frank (Keanu Reeves) und Lindsay (Winona Ryder) eingeladen sind. Sie lernen sich auf dem Weg zu einer Hochzeit in einem Weingut im kalifornischen Paso Robles kennen. Der Bräutigam ist der Halbbruder von Frank und der Ex-Verlobte von Lindsay. Beide fliegen nur aus Pflichtgefühl zu den an einem Wochenende stattfindenden Heiratsfeierlichkeiten. Schon auf dem Flughafen, wenn er sich unauffällig vordrängeln will, zicken sie sich an. Während des Fluges in einem kleinen Flugzeug pflegen sie diese gegenseitige Abneigung weiter und in der Ferienanlage haben sie, perfekt für den weiteren Verlauf der Geschichte, nebeneinander liegende Zimmer.

Bei den Feierlichkeiten sind sie auch oft zusammen. Mal notgedrungen, weil sie an den selben Tisch gesetzt wurden. Mal freiwillig, weil sie die anderen Gäste nicht kennen und nichts mit ihnen zu tun haben wollen. Schließlich haben sie ja schon einige Gemeinsamkeiten entdeckt.

Victor Levin ist vor allem als Autor und Produzent von TV-Serien wie „Mad Men“ und Verrückt nach dir“(Mad about you) bekannt. In seinen zweiten Spielfilm „Destination Wedding“ bringt er Keanu Reeves und Winona Ryder zum vierten Mal vor der Kamera zusammen. Ihr erster gemeinsamer Film war „Bram Stokers Dracula“ (1992). Danach folgten „A Scanner Darkly – Der dunkle Schirm“ (2006) und „Pippa Lee“ (2009).

Levin inszenierte seine beiden Darsteller fast ausschließlich in langen Szenen in Totalen und Halbtotalen, in denen sie sich kaum bewegen. Damit ist der Film einerseits, wie ein abgefilmtes Theaterstück, vollkommen unfilmisch und andererseits ein Film für das Kino. Denn auf dem kleinen Bildschirm sieht man die beiden Schauspieler fast nicht. Andere Schauspieler sind fast nicht zu sehen und, wenn doch, haben sie keinen Dialog. Dieser Kniff betont die Distanz zwischen unserem Notpaar Lindsay und Frank und den anderen Hochzeitsgästen. Sie haben sich nichts zu sagen. Und das gilt sogar für die in den USA allgegenwärtigen Höflichkeitsfloskeln, die in diesem Fall nicht ausgetauscht werden.

Dafür reden Lindsay und Frank pausenlos miteinander, manchmal um sich Gemeinheiten zu sagen, manchmal um über die anderen Gäste und die furchtbaren Abläufe eines streng durchchoreographierten Hochzeitswochenendes zu lästern. Sie sind das fünfte Rad am Wagen. Sie wissen das und haben es für diese Veranstaltung akzeptiert.

Das Deadpan-Spiel von Reeves und Ryder trägt zur entspannten Atmosphäre des Films bei. Es ist ein Wochenende, an dem fast nichts passiert und man sich elendig langweilt. Wenn man nicht einen Sparringpartner zum gemeinsamen Ablästern findet.

Der sehr sympathische kleine Film „Destination Wedding“ ist die Slacker-Version einer Romantic-Comedy, die sich kaum bemüht, die Standards einzuhalten. Jedenfalls nicht mehr, als Frank und Lindsay ihrer Rolle als enthusiastische Hochzeitsgäste gerecht werden.

Destination Wedding (Destination Wedding, USA 2018

Regie: Victor Levin

Drehbuch: Victor Levin

mit Keanu Reeves, Winona Ryder

Länge: 86 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Destination Wedding“

Metacritic über „Destination Wedding“

Rotten Tomatoes über „Destination Wedding“

Wikipedia über „Destination Wedding“ (deutsch, englisch)

–

Weil es ja nicht nur auf die Dialoge, sondern auch auf die Präsentation ankommt: der Originaltrailer


Neu im Kino/Filmkritik: „Mission: Impossible – Fallout“ überzeugt

August 2, 2018

Einerseits: Wow!

Andererseits: Angesichts des überschwänglichen Kritikerlobs in Richtung „bester Actionfilm des Jahres“ und des 97-prozentigen Frischegrades bei „Rotten Tomatoes“ muss ich jetzt die Erwartungen dämpfen. „Mission: Impossible – Fallout“ ist kein das Genre verändernder Film und auch kein künftiger Klassiker. Aber es ist eine zweieinhalbstündige Actionsause, in der sich, fast ohne Verschnaufpausen, eine spektakuläre Actionszene an die nächste spektakuläre Actionszene anschließt. Diese Actionszenen sind in der alten James-Bond-Tradition zwar unglaublich und unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Das unterscheidet sie von den Actionszenen in den unzähligen Superheldenfilmen, die nur mit viel Computerhilfe entstehen können und die deshalb letztendlich auch nicht so beeindruckend wie handgemachte Actionszenen sind. Die beiden „John Wick“-Filme und „Atomic Blonde“ zeigten in den letzten Jahren den Hunger der Actionfans nach solchen Old-School-Actionszenen.

Ein zweiter sehr wichtiger Unterschied zur Action in Superheldenfilmen ist, dass Tom Cruise die Stunts selbst macht. Soweit wie möglich. Er kann sich da, wie ein Kind im Wunderland, austoben. Er darf all die Dinge machen, die ein normaler Mensch nicht machen darf, wie durch Paris zu rasen, über Dächer laufen, an Hubschraubern hängen, Hubschrauber durch Berge fliegen und aus Flugzeugen zu springen. Für diese HALO-Sprung aus über 8000 Meter Höhe wurde ein besonderer Helm entworfen, damit man sieht, dass er und nicht irgendein Stuntman durch die Luft fliegt. Manchmal geht auch etwas schief, wie bei dem Sprung in London, bei dem Cruise sich den Knöchel brach. Die ungeschnittene Szene ist inzwischen online. Geplant war, dass er läuft, zum gegenüberliegenden Haus springt, gegen die Hauswand prallt (Autsch!), sich hochzieht und weiterläuft.

Regisseur Christopher McQuarrie sagt zu den Stunts: „Tom ist immer bereit, bei allem mitzumachen, was wir uns einfallen lassen. Man muss nur immer zusätzlich noch einen Weg finden, die Kameras so zu platzieren, dass man sieht, dass es tatsächlich der Star des Films ist, der diese Stunts absolviert.“

Und die Action ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Teil der Handlung. Sie treibt die Geschichte voran, die in ihren großen Linien nicht so wahnsinnig aufregend ist. Hunt muss gestohlenes Plutonium finden, bevor es in die Hände von einer Terrorgruppe fällt. Die brauchen es für drei Atombomben, die einen großen Teil der Menschheit vernichten sollen. Das ist ein typischer „Mission: Impossible“/“James Bond“-Plot, bei dem meistens auch schnell die Bösewichter und ihre Helfer bekannt sind. In diesem Fall steckt der aus dem vorherigen „Mission: Impossible“-Film „Rogue Nation“ bekannte Solomon Lane (Sean Harris) dahinter.

Aber in den Details wird dieser Plot sehr interessant ausgemalt. Gleichzeitig gibt es einige Verbindungen zu den früheren „Mission: Impossible“-Filmen, die das Herz des fanatischen Fans erfreuen, ohne dass das Verständnis des aktuellen Films darunter leidet. So ist die Waffenhändlerin Alana, genannt „Die weiße Witwe“ (Vanessa Kirby), die Tochter der Waffenhändlerin Max (Vanessa Redgrave) aus dem ersten „Mission: Impossible“-Film. Hunts Frau Julia (Michelle Monaghan) ist wieder dabei. Ihr Auftritt ist zwar kurz, aber wichtig für diese Geschichte. Ebenso sind Luther Stickell (Ving Rhames, von Anfang an dabei), Benji Dunn (Simon Pegg), ihr Chef Alan Hunley (Alec Baldwin) und die MI6-Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) wieder dabei. Ihre Rolle in dem Spiel ist allerdings zunächst unklar.

Es gibt auf der Seite der Guten auch zwei wichtige Neuzugänge: Erika Sloane (Angela Bassett, hoffnungslos unterfordert) ist die neue CIA-Chefin, die ein natürliches Misstrauen gegen Hunts unkontrollierbare Einheit hat. August Walker (Henry Cavill) ist der von ihr beauftragte schlagkräftige CIA-Aufpasser für Hunt und seine globetrottende Rasselbande.

Hunt lehnt die brachialen und oft letalen Methoden des CIA-Killers ab und würde den aktuellen Auftrag auch lieber ohne den Aufpasser absolvieren. Walker ist dabei von der ersten Minute an so over the top inszeniert und, wenn er Hunts Arbeit bewusst oder unbewusst sabotiert, so intrigant, dass unklar ist, ob er wirklich in Hunts Team spielt. In jedem Fall steht Hunt immer wieder wie ein von der Situation hoffnungslos überforderter Trottel da. Die Dynamik zwischen den beiden gegensätzlichen Charakteren, die notgedrungen zusammenarbeiten müssen (wobei Walker auch ordentlich gegen Hunt arbeitet) verleiht den Actionszenen eine zusätzliche Dynamik, weil sie mit Problemen anders umgehen. Und dann kommt noch Faust und Lane dazu, die ebenfalls einen anderen Umgang mit Problemen haben.

McQuarrie, der, im Gegensatz zur „Mission: Impossible“-Tradition, einen zweiten „Mission: Impossible“-Film inszenieren durfte, setzt eine andere Tradition fort, die vorher durch die Regisseure Brian De Palma, John Woo, J. J. Abrams und Brad Bird garantiert wurde. Nämlich dass sich jeder „Mission: Impossible“-Film stilistisch von dem anderen unterscheidet.

Während McQuarries erster „Mission: Impossible“-Film „Rouge Nation“ sich stilistisch bei den Bond-Filmen und den britischen Agentenfilmen bediente, geht es jetzt hemmungslos in Richtung Breitwand-Actionepos. Mit 150 Minuten ist es der längste „Mission: Impossible“-Film. Es ist auch der erste in 3D. Leider. Denn die 3D-Effekte sehen gruselig aus, nerven oft und stören die Komposition der Actionszenen so sehr, dass ich unbedingt die 2D-Fassung empfehle. Oder die IMAX-Fassung.

Wie gesagt: „Mission: Impossible – Fallout“ ist eine feine und, trotz der Laufzeit, enorm kurzweilige und effiziente Actionsause, die bei den aktuellen Temperaturen in einem gut gekühlten Kinosaal einen zusätzlichen Reiz entfaltet.

Der sich schon jetzt abzeichnende Kassenerfolg und die Möglichkeiten, die das Ende von „Fallout“ für weitere „Mission: Impossible“-Filme eröffnet, sprechen für einen weiteren „Mission: Impossible“-Film. In den USA hat der sechste Film der Serie mit über sechzig Millionen Dollar das beste Einspielergebnis der „Mission: Impossible“-Filme am Startwochenende. Und das bisherige weltweite Einspielergebnis übertrifft schon jetzt sein Budget von gut 180 Millionen Dollar..

Mission: Impossible – Fallout (Mission: Impossible – Fallout, USA 2018)

Regie: Christopher McQuarrie

Drehbuch: Christopher McQuarrie (basierend auf der TV-Serie von Bruce Geller)

mit Tom Cruise, Henry Cavill, Ving Rhames, Simon Pegg, Rebecca Ferguson, Sean Harris, Angela Bassett, Vanessa Kirby, Wes Bentley, Frederick Schmidt, Michelle Monaghan, Alec Baldwin

Länge: 148 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Mission: Impossible – Fallout“

Metacritic über „Mission: Impossible – Fallout“

Rotten Tomatoes über „Mission: Impossible – Fallout“

Wikipedia über „Mission: Impossible – Fallout“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Brad Birds „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ (Mission: Impossible – Phantom Protocoll, USA 2011)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Rogue Nation“ (Mission Impossible: Rogue Nation, USA 2015)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)


TV-Tipp für den 2. August: Like Father, like Son

August 2, 2018

WDR, 23.25

Like Father, like Son (Soshite chichi ni naru, Japan 2013)

Regie: Hirokazu Kore-eda

Drehbuch: Hirokazu Kore-eda

Was wäre, wenn dein Kind bei der Geburt vertauscht worden wäre? Und was würdest du tun? Das muss sich der statusbewusste Architekt Ryota Nonomiya fragen, als er erfährt, dass genau das vor sechs Jahren geschehen ist.

Hirokazu Kore-eda erhielt für „Like Father, like Son“ in Cannes den Preis der Jury und das ist verständlich. Ruhig und aus Ryotas Perspektive erzählt er von diesem Dilemma. Dabei bleiben die Sympathien für den egoistischen Ryota, der das Kind vor allem als Statussymbol braucht, überschaubar. Aber die angesprochenen Fragen sind universell und Hirokazu Kore-eda behandelt sie auch angemessen komplex in einer scheinbar einfachen Geschichte über zwei gegensätzliche Familien und ihre Kinder in einer Gesellschaft, in der – wenn so ein Fehler entdeckt wird – die Kinder einfach wieder ausgetauscht werden. Adoptionen sind dagegen selten.

Ein sehenswerter Film.

mit Masaharu Fukuyama, Machiko Ono, Keita Ninomiya, Lily Franky, Yoko Maki, Shogen Hwang

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Like Father, like Son“
Moviepilot über „Like Father, like Son“
Metacritic über „Like Father, like Son“
Rotten Tomatoes über „Like Father, like Son“
Wikipedia über „Like Father, like Son“

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Like Father, like Son“ (Soshite chichi ni naru, Japan 2013)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Unsere kleine Schwester“ (Umimachi Diary, Japan 2015)


TV-Tipp für den 1. August: Sie tötet in Ekstase

Juli 31, 2018

Arte, 23.00

Sie tötete in Ekstase (She killed in Ecstasy/Mrs. Hyde, Deutschland/Spanien 1971)

Regie: Frank Hollmann (Pseudonym von Jess Franco)

Drehbuch: Frank Hollmann

Nach dem Suizid ihres Mannes, eines Embryonenforschers, beginnt die Witwe die Männer zu töten, die ihren Mann in den Tod trieben.

Mit der heutigen TV-Premiere ist Arte wieder im Dienst der Filmkunst, Abteilung Trash, und wir dürfen einen der Filme genießen, die unsere Eltern damals ’niemals‘ (mit Indianerehrenwort) gesehen haben.

Jess Franco inszenierte „Sie tötete in Ekstase“ kurz nach seinem Kultfilm „Vampyros Lesbos“ und, auch wenn es kein guter Film ist, ist er viel besser als seine späteren Werke.

„Geschmacklose Mischung aus Sex- und Gruselfilmelementen.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mit Susann Korda (Pseudonym von Soledad Miranda) , Fred Williams (Pseudonym von Erwin C. Dietrich), Paul Müller, Horst Tappert (vor „Derrick“, aber schon als Kommissar)

Hinweise

Arte über „Sie tötete in Ekstase“

Rotten Tomatoes über „Sie tötete in Ekstase“

Wikipedia über „Sie tötete in Ekstase“ (deutsch, englisch) und über Jess Franco (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Mein Nachruf auf Jess Franco

Meine Besprechung von Jess Francos „Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London“ (Jack, the Ripper, Deutschland/Schweiz 1976)

Meine Besprechung von Jess Francos „Downtown – Die nackten Puppen der Unterwelt“ (Schweiz 1975)

Meine Besprechung von Jess Francos „Voodoo Passion – Ruf der blonden Göttin“ (Schweiz 1977)

Meine Besprechung von Jess Francos „Frauen für Zellenblock 9“ (Schweiz 1977)

Meine Besprechung von Jess Francos „Ilsa – The Mad Butcher“ (Schweiz/Deutschland/USA 1977)

Meine Besprechung von Jess Francos „Die teuflischen Schwestern – Sexy Sisters“ (Schweiz 1977)

Meine Besprechung von Jess Francos „Wicked Women – Das Haus der mannstollen Frauen“ (Schweiz 1977)

 


Cover der Woche

Juli 31, 2018


TV-Tipp für den 31. Juli: Picknick mit Bären

Juli 30, 2018

ARD, 22.45

Picknick mit Bären (A Walk in the Woods, USA 2015)

Regie: Ken Kwapis

Drehbuch: Rick Kerb, Bill Holderman

LV: Bill Bryson: A Walk in the Woods: Rediscovering America on the Appalachian Trail, 1998 (Picknick mit Bären)

Reiseschriftsteller Bill Bryson (Robert Redford) macht sich mit seinem Kumpel Stephen Katz (Nick Nolte) auf den Weg. Gemeinsam wollen sie den legendären 3524 Kilometer langen Appalachian Trail abwandern.

Entspannte Komödie, die den alten Herren Redford und Nolte beim Austausch von Lebensweisheiten eine große Naturbühne bietet.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Robert Redford, Nick Nolte, Emma Thompson, Mary Steenburgen, Nick Offerman, Kristen Schaal, R. Keith Harris

Wiederholungen

ARD: Mittwoch, 1. August, 02.20 Uhr (Taggenau!)

One: Sonntag, 5. August, 12.45 Uhr

Hinweise
Film-Zeit über „Picknick mit Bären“
Moviepilot über „Picknick mit Bären“
Metacritic über „Picknick mit Bären“
Rotten Tomatoes über „Picknick mit Bären“
Wikipedia über „Picknick mit Bären“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ken Kwapis‘ „Picknick mit Bären“ (A Walk in the Woods, USA 2015)