TV-Tipp für den 25. März: The Getaway

März 25, 2013

Arte, 22.25 (VPS 22.30)

Getaway (USA 1972, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: Walter Hill

LV: Jim Thompson: Getaway, 1958 (Getaway)

Auf Wunsch des korrupten Politikers Jack Benyon wird Doc McCoy vorzeitig aus der Haft entlassen. Er soll eine Bank ausrauben. Der Überfall gelingt, aber danach geht alles schief.

Die gelungene und kommerziell sehr erfolgreiche Verfilmung des Krimis, mit Steve McQueen und Ali MacGraw – obwohl das letzte Drittel des Buches fehlt. Und das ist noch nicht alles, wie der französische Regisseur Alain Corneau meint: „Im Gegensatz zu Hammett und Chandler sind die Amerikaner nicht dazu in der Lage, Thompson zu verfilmen. Nehmen wir zum Beispiel Getaway. Die Figuren werden für die Verfilmung um 180 Grad gedreht, das Buch um mindestens ein Drittel gekürzt. Die Personen und das Thema des Romans wurden an die Seite gedrängt. Doc McCoy ist im Buch ein viel düsterer Charakter als Steve McQueen, und die philosophischen Dimensionen gingen völlig verloren.“ – Trotzdem ist „Getaway“ ein kalter, düsterer und amoralischer Film.

Mit Steve McQueen, Ali MacGraw, Ben Johnson, Al Lettieri, Slim Pickens, Bo Hopkins

Wiederholung: Sonntag, 31. März, 23.35 Uhr

Hinweise

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs „Gefährten des Todes“ (The deadly Companions, USA 1961)

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs „Steiner – Das eiserne Kreuz“ (Cross of Iron, D/GB 1977)

Meine Besprechung von Mike Siegels Dokumentation „Sam Peckinpah: Passion & Poetry“ (D 2005)

Wikipedia über Sam Peckinpah (deutsch, englisch)

Georg Seeßlen über Sam Peckinpah (der Nachruf erschien zuerst in epd Film 2/1985)

The Guardian: Rick Moody über Sam Peckinpah (9. Januar 2009)

Senses of Cinema: Gabrielle Murray über Sam Peckinpah

Mordlust über Jim Thompson

Crimetime über Jim Thompson

Wikipedia über Jim Thompson (Englisch)

Kirjasto über Jim Thompson

Popsubculture über Jim Thompson

Meine Besprechung von Jim Thompsons „Jetzt und auf Erden“ (Now and on Earth, 1942)

Meine Besprechung von Michael Winterbottoms Jim-Thompson-Verfilmung „The Killer inside me“ (The Killer inside me, USA 2010)

Senses of Cinema über „The Getaway“

Drehbuch „Getaway“ von Walter Hill (Final Revised Shooting Draft – 23. Februar 1972)

Meine Besprechung von Walter Hills „Shootout – Keine Gnade“ (Bullet to the the Head, USA 2013)


TV-Tipp für den 24. März: Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra

März 24, 2013

3sat, 22.10

Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra (I 2008, R.: Matteo Garrone)

Drehbuch: Maurizio Braucci, Ugo Chiti, Gianni Di Gregorio, Matteo Garrone, Massimo Gaudioso, Roberto Saviano

LV: Roberto Saviano: Gomorra, 2006 (Gomorrha)

Hochgelobte Verfilmung von Savianos auf Tatsachen basierendem gleichnamigem Roman. Garrone zeichnet in fünf unabhängigen Handlungssträngen ein unglamouröses Bild der Camorro in Neapel.

Der Film erhielt in Cannes den Großen Preis der Jury.

Mit Salvatore Abruzzese, Maria Nazionale, Toni Servillo

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film

Italienische Homepage zum Film

Film-Zeit über “Gomorrha”

Wikipedia über „Gomorrha“

FAZ: Andreas Kilb interviewt Roberto Saviano (2007)


DVD-Kritik: Steven Soderbergh wagt das „Girlfriend Experience“ mit Sasha Grey

März 23, 2013

Als Steven Soderbergh „The Girlfriend Experience“ ankündigte, sorgte vor allem die Besetzung der Hauptrolle für Aufsehen. Denn Sasha Grey war Adult Actress, vulgo Pornodarstellerin. Der Film sollte auch, so hieß es, in dem Milieu spielen. Einen deutschen Kinostart erlebte der Film nie und jetzt, vier Jahre nach der US-Premiere, liegt der Film auf DVD vor – und er wirkt inzwischen wie eine Vorstudie zu seinem letzten Film „Magic Mike“.

In beiden Filmen geht es um Menschen, die mit ihrem Körper Geld verdienen. Einmal um eine Escortdame, einmal um einen Stripper. Aber während „Magic Mike“ seine Geschichte, sehr züchtig, im gepflegten New-Hollywood-Stil erzählt und der Film ein Kinohit war, ist „Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls“ einer von Soderberghs experimentellen Filme. Wie „Voll Frontal“ (lief sogar in deutschen Kinos) und „Bubble“ (den er in den USA gleichzeitig im Kino, auf DVD und im Fernsehen präsentierte und in Deutschland noch nicht veröffentlicht wurde) improvisierten die Schauspieler und die Kameraführung und Bildqualität ist teilweise so schlecht, dass sogar ein Dokumentarfilmer vor Scham im Boden versinken würde. Eine herkömmliche Geschichte gibt es auch nicht. In „Girlfriend Experience“ gibt es Impressionen aus dem Leben einer von Sasha Grey glaubhaft gespielten Escortdame, die für ihre reichen Freier in der Öffentlichkeit die Freundin mimt, und ihres Umfeldes. Dabei drehen sich die Gespräche die sie mit Kunden, ihrem Freund, einer Freundin, einem Interviewer und möglichen Geschäftspartnern führt, letztendlich immer ums Geld. Beziehungen scheinen nur über ihren ökonomischen Nutzen und ihr ökonomisches Potential möglich zu sein. Diese, durchaus sehr amerikanische, Verkürzung aller Beziehungen auf eine Dimension macht die Charakterstudie zu einem ziemlich deprimierendem Gesellschaftsporträt.

Trotzdem sieht „Girlfriend Experience“ weniger wie ein durchdachter Film, sondern wie eine Notizsammlung, eine Skizze, aus, die keinen Anspruch auf eine letzte und gültige Aussage erhebt an. Deshalb schnitt Soderbergh in dem „Alternativen Director’s Cut“, der fast genausolang wie die Kinofassung ist, das Material, das er hatte, anders zusammen.

Diese Schnittfassung ist neben der Kinofassung auf der jetzt erschienenen DVD enthalten. Außerdem gibt es einen informativen Audiokommentar von Steven Soderbergh und Sasha Grey, in dem er sie ziemlich geschickt ausfragt, und ein kurzes Featurette, das sich in den üblichen Lobhuddeleien ergeht und wahrscheinlich als Werbematerial für den Film erstellt wurde.

Für die echten Steven-Soderbergh-Fans ist mit dieser DVD eine Lücke in ihrer Sammlung geschlossen. Für die Fans von Filmen wie „The Good German“, „Ocean’s Eleven“, den beiden Fortsetzungen und „Magic Mike“ (trotz thematischer Nähe) dürfte „Girlfriend Experience“ nichts sein. Dafür ist dieser Film dann doch zu experimentell und nicht-narrativ.

Girlfriend Experience

Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: David Levien, Brian Koppelman

mit Sasha Grey, Chris Santos, Philip Eytan, T. Colby Trane, Peter Zizzo, David Levien

–

DVD

Koch Media

Bild: 2.40:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1, DTS)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Alternativer Director’s Cut (73 Minuten), Audiokommentar mit Steven Soderbergh und Sasha Grey, Ein Blick hinter The Girlfriend Expererience, Original Kinotrailer, Wendecover

Länge: 75 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Homepage zum Film

Metacritic über „Girlfriend Experience“

Rotten Tomatoes über „Girlfriend Experience“

Wikipedia über „Girlfriend Experience“

Schnittberichte: Vergleich Kinofassung und Alternativer Director’s Cut

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Magic Mike“ (Magic Mike, USA 2012)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 23. März: Casino Royale

März 23, 2013

ARD, 20.15

James Bond: Casino Royale (USA 2006, R.: Martin Campbell)

Drehbuch: Paul Haggis, Neal Purvis, Robert Wade

LV: Ian Fleming: Casino Royale, 1953 (Casino Royale)

James Bond soll Le Chiffre, den Finanzier eines weltweiten Terrornetzwerkes, ausschalten.

Nach allgemeiner Einschätzung ist der einundzwanzigste James-Bond-Film (Offizielle Zählung) einer der fünf besten, vielleicht sogar – vor „Skyfall“ – der beste Bond-Film. Niemand hatte mit dieser umfassenden Revitalisierung des Mythos James Bond für das neue Jahrhundert gerechnet.

Der erste Auftritt von Daniel Craig als Geheimagent ihrer Majestät ist ein spannender Thriller mit einem viel zu langen Ende. Denn nachdem Le Chiffre tot ist, ist der Film noch lange nicht zu Ende.

Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert.

Mit Daniel Craig, Eva Green, Mads Mikkelsen, Jeffrey Wrigth, Judi Dench, Giancarlo Giannini

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Casino Royale“

Wikipedia über „Casino Royale“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 22. März: Krieg der Sterne (heute als „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“)

März 22, 2013

Pro7, 20.15

Krieg der Sterne – Special Edition (USA 1977/1997, R.: George Lucas)

Drehbuch: George Lucas

Darth Vader entführt Prinzessin Leia. Der Jüngling Luke Skywalker macht sich auf den Weg, sie aus den Fängen des Bösewichts zu retten.

Heute wird die vor über zehn Jahren von George Lucas himself digital aufgepeppte Version seines Klassikers gezeigt. Naja, immerhin besser als nichts.

Die zeitgenössische Kritik war nicht amüsiert („Ramschladen“ [Der Spiegel], „ein Verbrechen“ [Film und Fernsehen], „Star Wars offenbart sich als ein Film, der den Zuschauer in seinen Ängsten gefangenhalten will, um ihm eine affirmative Haltung zur Macht zu erleichtern.“ [SF-Baustelle], „Star Wars gehört zu jenen zahllosen Filmen, die das Publikum unmündig halten wollen.“ [Science Fiction Times]).

Variety meinte: „An der Kinokasse dürfte der Film, der potentiell alle Altersgruppen anspricht, zauberhafte Ergebnisse erzielen.“

Das Werk wurde ein Blockbuster.

„Im nachhinein ist es einfach, die Schwachstellen in Krieg der Sterne zu finden: Er ist mehr naiv als unschuldig erzählt; er arbeitet nicht mit Andeutungen, sondern mit geklauten Ideen. (…) Kurz gesagt, ist Krieg der Sterne eine durchdacht hergestellte Märchengeschichte, die sorgfältig aus Stücken seiner Hauptinspiration Rocket Ship (Flash Gordon, 1936) und zahlreichen anderen Filmen und Serien zusammengefügt ist, die trotz ihrer herrlichen Verrücktheiten mit einigen Ausnahmen (für die Flash Gordon das beste Beispiel ist) ihre bizarren Plots in eine Moral packten, die weitaus enger gefasst war als die in alten Märchengeschichten. (…) Krieg der Sterne ist ein erheiternder Film.“ (Phil Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopädie)

Nicht erstaunlich ist, dass „Krieg der Sterne“ 1978 einen Hugo gewann. Erstaunlich ist aber die Drehbuchnominierung der Writers Guild of America. Nicht, dass das Buch nominiert wurde, sondern dass es in der Kategorie „Best Comedy Written Directly for the Screen“ nominiert wurde.

Obwohl – witzig ist der „Krieg der Sterne“ schon. Irgendwie.

Mit Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Peter Cushing, Alec Guiness, Anthony Daniels, Kenny Baker, David Prowse, Peter Mayhew, Phil Brown

Hinweise

Homepage zu “Star Wars” (Lucasfilm)

Wikipedia über „Krieg der Sterne“ (deutsch, englisch)

Deutsche “Krieg der Sterne”-Fanseite

Simply Scripts: Drehbuch “Star Wars” von George Lucas (Links zu den verschiedenen Versionen. Die ersten Fassungen unterscheiden sich sehr von dem verfilmten Drehbuch.)


Neu im Kino/Filmkritik: „Spring Breakers“ forever and ever

März 21, 2013

Ob man „Spring Breakers“ für eine geniale Beschreibung der US-amerikanischen Jugend oder für ein Stück ausgesuchter Langeweile, aufgepeppt mit homöopathischen Dosen nackter Haut und Gangster-Chic hält, ist nicht nur Ansichts-, sondern auch Stimmungssache. Immerhin war ich von „Letztes Jahr in Marienbad“ begeistert, fand „Blow Up“ toll und „Clerks“, „Kids“ und „Slacker“ grandios.

Aber „Spring Breakers“ ist für mich nur „Kids“ meets „CSI: Miami“ minus Sonnenbrille Horatio Caine. Und das meine ich nicht lobend.

Autorenfilmer Harmony Korine ignoriert die üblichen Hollywood-Erzählformen. Sein neuester Film ist eher wie ein Minimal-Music-Stück aufgebaut: einige Bilder, Szenen, Satzfetzen, Sätze und Dialoge wiederholen sich immer wieder; dazwischen gibt es so etwas wie eine Geschichte, die aber vollkommen unchronologisch erzählt wird – und vieles, was in den USA vielleicht provoziert, langweilt hier, weil sich vieles einfach immer wieder in einer monotonen Endlosschleife wiederholt und alles so furchtbar plakativ ist, dass sogar ein Michael-Bay-Film subtil wirkt.

Dabei dürfte die größte Provokation in den USA nicht die nackte Haut (fast immer züchtig im Bikini) und der ach so exzessive Drogenkonsum (gerne wird der Alkohol auch breitflächig über nackte Haut verteilt) sein, sondern die Wahl der Darsteller. Selena Gomez, Vanessa Hudgens und Ashley Benson sind in den USA bekannte Gesichter. Vor allem aus dem Disney-Channel. Sie stehen für saubere, familientaugliche Unterhaltung.

Und James Franco gehört sicher zu den interessantesten Jungstars, den die meisten aus den „Spider-Man“-Filmen und der „fantastischen Welt von Oz“ kennen. In „Spring Breakers“ spielt er einen Drogendealer, der unter seiner Maske kaum erkennbar ist und Brit (Ashley Benson), Candy (Vanessa Hudgens), Cotty (Rachel Korine) und Faith (Selena Gomez) auf Kaution und mit einigen Hintergedanken aus dem Gefängnis holt. Die drei Hübschen haben vorher, um beim Spring Break (ein tagelanges Komasaufen, das nur durch die vollkommen verquere Haltung der Amis zu Alkohol erklärt werden kann) dabei zu sein, einen Überfall auf ein Diner begangen, sind nach Florida gefahren, haben viel Alkohol getrunken, wurden verhaftet und von Alien (James Franco) aus dem Gefängnis geholt. Mit ihm haben sie ihren Spaß und aus braven Mädels werden in Aliens Gegenwart (ich gebe zu, sein Charisma verfing bei mir nicht) in Lichtgeschwindigkeit waffenschwingende Mordmaschinen.

Die Story ist, wie schon bei „Kids“, Larry Clarks verstörendes Porträt von normalen New-Yorker-Teenagern, für das Harmony Korine das Drehbuch schrieb, nebensächlich. Die Stimmung des Spring Breaks, der Wechsel zwischen Hochgefühl und Kater, das Gefühl, dass es eine Woche lang keine Regeln mehr gibt, ist dagegen essentiell und Korine drehte, wie auch in seinen vorherigen Filmen mit Laien und er ließ alle Darsteller improvisieren. Wahrscheinlich ist das auch ein Grund für die fast pausenlose asynchron laufende Tonspur.

Die Bilder spielen immer mit der Hochglanzoptik von Sonne, Wasser, durchtrainierten männlichen Oberkörpern und knapp bekleideten, schlanken Mädchen. In den USA reichte das für ein R-Rating „for strong sexual content, language, nudity, drug use and violence throughout“ (also unter siebzehn Jahren nur in Begleitung eines Elternteils). Die coolen Franzosen gaben dem Film achselzuckend ein „frei ab 12 Jahre“ – und Zwölfjährige finden „Spring Breakers“ vielleicht wirklich provozierend, verstörend und einen Blick in eine neue Welt, in der Filme nicht wie eine Folge aus einer TV-Familienserie aussehen müssen.

Spring Breakers - Plakat

Spring Breakers (Spring Breakers, USA/Frankreich 2012)

Regie: Harmony Korine

Drehbuch: Harmony Korine

mit James Franco, Selena Gomez, Vanessa Hudgens, Ashley Benson, Rachel Korine, Heather Morris, Cait Taylor, Ashley Lendzion, Emma Holzer, Gucci Maine

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Spring Breakers“

Metacritic über „Spring Breakers“

Rotten Tomatoes über „Spring Breaker“

Wikipedia über „Spring Breakers“ (deutsch, englisch)

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Die TIFF-Pressekonferenz mit dem Regisseur und den Hauptdarstellern vom 7. September 2012


TV-Tipp für den 21. März: Wolfsburg

März 21, 2013

ZDFkultur, 20.15

Wolfsburg (D 2003, R.: Christian Petzold)

Drehbuch: Christian Petzold

Autoverkäufer Philipp hat nach einem tödlichen Unfall Fahrerflucht begangen. Später nähert er sich, von Schuldgefühlen geplagt, Laura (Nina Hoss), der Mutter des toten Kindes. Die will sich rächen.

Wie immer bei Christian Petzold: karg inszenierte, kluge Unterhaltung.

mit Benno Fürmann, Nina Hoss, Antje Westermann, Astrid Meyerfeldt

Wiederholung: Freitag, 22. März, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Wikipedia über „Wolfsburg“


Ist „Der Professor“ John Katzenbach auch „Der Wolf“? Oder umgekehrt?

März 20, 2013

Im Gespräch gibt der zweimal für den Edgar nominierte Bestsellerautor John Katzenbach freimütig zu, dass er keinen Überblick darüber habe, welche seiner Romane gerade wo erhältlich sind und dass er auch nicht verstehe, nach welchen Kriterien die Verlage seine neuen Bücher veröffentlichten. Denn als wir uns unterhielten, waren – zu seiner Verwunderung – seine ersten Romane in den USA nicht erhältlich und sein neues Buch „Der Wolf“ in den USA noch gar nicht erschienen.

Sein deutscher Verlag Droemer (der durch die einheitliche Covergestaltung, die Titelwahl und sicher auch einen ordentlich Griff in die Werbekasse John Katzenbach beim deutschen Publikum etablierte) war von den ersten Kapiteln von „Der Wolf“ so begeistert, dass er es gleich übersetzen ließ.

Die Story ist auch nicht schlecht und knüpft an Grimms Märchen an.

Ein älterer Krimischriftsteller mit einer Mega-Schreibblockade beschließt, sich mit seinem letzten Werk in die Geschichte einzuschreiben: er will an einem Tag drei rothaarige Frauen, die außer ihrer Haarfarbe keine Gemeinsamkeiten haben, umbringen. Er schreibt ihnen als „Böser Wolf“ einen Brief, in dem er ihren baldigen Tod ankündigt.

Die drei Frauen reagieren zunächst verschieden, aber alle sind sie ziemlich verstört von der Botschaft und panisch. Als sie sich aber zusammentun (was durch geschickte Nutzung des Internets gelingt) und beschließen, gegen den „Bösen Wolf“ zu kämpfen, gerät sein minutiös ausgedachter Plan in Gefahr.

Die eine Inspiration für die Geschichte ist natürlich das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf und die Frage, wie verschiedene Frauen auf eine anonyme Bedrohung reagieren. Katzenbach nimmt an – und hier musste ich einen großen „Suspension of Disbelief“ machen -, dass die drei Rothaarigen den Brief sofort ernst nehmen.

Später, wenn er ihnen Links zu YouTube-Videos mit heimlichen Aufnahmen von ihnen zusendet, wird die Bedrohung glaubhafter und natürlich ist der „Böse Wolf“ ein herrlicher Bösewicht: ein Schriftsteller, der in einer Kleinstadt lebt, verheiratet mit einer ihm treu ergebenen Frau ist und seit Ewigkeiten kein Buch mehr veröffentlichte. Seit fünfzehn Jahren hat er nichts Druckreifes mehr geschrieben, weil ihm die mörderische Inspiration fehlte und der jetzt zum Serienmörder werden will, um wieder schreiben zu können. Das hat was.

Außerdem hat der Böse Wolf einen guten Geschmack. Wenig überraschend nutzte John Katzenbach die Gelegenheit, einige seiner Lieblingsautoren (wie James W. Hall [den könnte ein Verlag mal wieder übersetzen]) zu nennen.

In seinem vorherigen Roman „Der Professor“ beobachtet ein pensionierter Psychologieprofessor, der Demenz im Anfangsstadium hat, wie auf offener Straße ein sechzehnjähriges Mädchen entführt wird. Er will sie finden. Gleichzeitig fragt er sich, ob er wirklich eine Entführung beobachtet hat.

Er hat. Denn das Mädchen wird in einem Keller gefangen gehalten und dort von einem Ehepaar gequält, das ihre Folter via Internet an ein weltweites, zahlungswilliges Publikum überträgt.

Interessant an dem Thriller ist, wie Katzenbach die zunehmende Demenz des Professor literarisch verarbeitet. Für ihn erscheinen seine Erinnerungen und Fantasien zunehmend real, während ihm gleichzeitig die Realität entgleitet. Die Geisel, die während ihrer Gefangenschaft eine undurchsichtige Kapuze auf hat, ist mit einem ähnlichen Problem konfrontiert und die Geschichte benutzt das Internet nicht als einen Gimmick oder eine Bedrohung, sondern als eine Technik, die die Taten der Entführer ermöglicht.

Davon abgesehen sind „Der Wolf“ und „Der Professor“ ziemlich geradlinige Thriller die, souverän zwischen mehreren Handlungssträngen wechselnd, auf die finale Konfrontation zwischen Held und Bösewicht zusteuern,

In dem Gespräch sagte Katzenbach auch, dass er beim Schreiben keine detaillierte Outline habe und intuitiv zwischen den verschiedenen Handlungssträngen wechsle. Allerdings kennt er von Anfang an das Ende seiner Geschichte und was seine Charaktere erleben und erleiden.

Vielleicht sind deshalb beide Romane für meinen Geschmack einen Tick zu lang. Immerhin kennt John Katzenbach das Ziel der Reise sehr genau und er hat deshalb auch keine besondere Eile, dorthin zu gelangen, aber es gibt bei ihm auch nicht, wie bei Harlan Coben oder Jeffery Deaver, am Ende die große Überraschung, die den halben Roman auf den Kopf stellt.

Katzenbach - Der Wolf

John Katzenbach: Der Wolf

(übersetzt von Anke und Eberhard Kreutzer)

Droemer, 2012

512 Seiten

19,99 Euro

–

Originalausgabe

Red 123

Mysterious Press, New York, noch nicht erschienen (angekündigt für Frühling 2013)

–

Katzenbach - Der Professor - TB

John Katzenbach: Der Professor

(übersetzt von Anke und Eberhard Kreutzer)

Knaur, 2011

560 Seiten

10,99 Euro

–

Originalausgabe

What Comes Next

Mysterious Press, 2012

(Yeah, die undurchsichtige Verlagsplanung, die auch John Katzenbach in einem globalen Markt nicht versteht.)

–

Deutsche Erstausgabe

Droemer, 2010

(nicht mehr erhältlich)

–

Hinweise

Homepage von John Katzenbach

Deutsche Homepage von John Katzenbach

Wikipedia über John Katzenbach (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 20. März: Gardenia – Eine Frau will vergessen

März 20, 2013

HR, 00.00

Gardenia – Eine Frau will vergessen (USA 1952, R.: Fritz Lang)

Drehbuch: Charles Hoffman

LV: Vera Caspary: Gardenia (Kurzgeschichte)

Norah Larkin glaubt, den Playboy Harry Prebble umgebracht zu haben.

Lang zeichnet das Psychogramm einer Frau in einer männerdominierten Welt.

„Dieses Melodram ist der schwächste aller Films noirs Langs – nur wenige Sequenzen haben zeigen Noir-Qualität.“ (Paul Werner: Film noir)

Mit Anne Baxter, Richard Conte, Raymond Burr, Nat King Cole (spielt sich)

Hinweise

Jay Steinberg bei Turner Classic Movies über Gardenia

Sam Ishii-Gonzalès bei Senses of Cinema über Gardenia

Wikipedia über Vera Caspary

Wikipedia über Fritz Lang (deutsch, englisch)

Senses of Cinema: Dan Shaw über Fritz Lang

BFI über Fritz Lang

MovieMaker: Interview von 1972 mit Fritz Lang

Manhola Dargis: Making Hollywood Films Was Brutal, Even for Fritz Lang (New York Times, 21. Januar 2011)

Meine Besprechung von Fritz Langs “Du und ich” (You and me, USA 1938)

Meine Besprechung von Fritz Langs „Auch Henker sterben“ (Hangman also die, USA 1943)

Meine Besprechung von Astrid Johanna Ofner (Hrsg.): Fritz Lang – Eine Retrospektive der Viennale und des Österreichischen Filmmuseums (2012 – Sehr empfehlenswert!)

Fritz Lang in der Kriminalakte


Mord und Totschlag – mit Worten und Bildern – und der selbstlosen Hilfe von einigen Superhelden

März 19, 2013

Nachdem ich vor einigen Tagen einige der in den letzten Monaten gesehenen und noch nicht besprochenen Filme, Romane und Sachbücher abarbeitete, sind jetzt die gelesenen Comics mit Wenige-Satz-Kritiken dran. Einige gute, einige weniger gute – und einige Entdeckungen.

Mignola - Hellboy - Der Sturm2

Ein Ende, eigentlich zwei, gibt es auch im Hellboy-Kosmos. Hellboy ist der von Mike Mignola erfundene rote Dämon mit den abgeschnittenen Hörnern, der sich gerne mit irgendwelchen seltsamen, definitiv nicht-menschlichen Wesen kloppt – und in zwei Filmen (über einen Dritten wird immer noch geredet) von Ron Perlman kongenial verkörpert.

„Der Sturm“ ist der Abschluss der von Mike Mignola mit Duncan Fegredo geschriebenen Trilogie, die mit „Ruf der Finsternis“ und „Die Wilde Jagd“ begann.

Im ländlichen England trifft Hellboy, bewaffnet mit dem Königsschwert Excalibur, auf die Armeen von Nimue, der Königin des Blutes, und Hellboy kann den Kampf nur für einen höllisch hohen Preis gewinnen.

Ein ziemlich stürmisches Finale und ein höllischer Spaß für uns.

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Mike Mignola (Autor)/Duncan Fegredo (Zeichner): Hellboy: Der Sturm (Band 12)

(übersetzt von Frank Neubauer und Filipe Tavares)

Cross Cult, 2012

176 Seiten

22 Euro

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Originalausgabe

Hellboy: The Storm and the Fury

Dark Horse Comics, 2010/2011/2012

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Mignola - Arcudi - Davis - BUAP - König der Furcht

„B. U. A. P.“ ist die Abkürzung für „Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen“ und der Serientitel des „Hellboy“-Ablegers, in dem frühere Arbeitskollegen von Hellboy gegen paranormale Erscheinungen kämpfen. In den vorherigen neun Bänden kämpften sie gegen die Froschplage.

Jetzt, in „König der Furcht“, dem zehnten „B. U. A. P.“-Band von Mike Mignola, John Arcudi und Guy Davis kommt der Kampf zwischen der B. U. A. P. und den Fröschen und ihren Verbündeten zu einem vorläufigen Ende. Aber während in „Der Sturm“ wirklich ein Sturm losbrach, ist der „König der Furcht“ doch eher ein laues Lüftchen, das sich an mehreren Orten entfaltet. Immerhin gibt es einen schönen Epilog, in dem die B. U. A. P. vor einer Kommission ihr Verhalten rechtfertigen will. Und im Nachwort sagt Mike Mignola, dass der nächste „B. U. A. P.“-Zyklus „Hölle auf Erden“ heißt und mit „Die neue Welt“ beginnt.

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Mike Mignola (Autor)/John Arcudi (Autor)/Guy Davis (Zeichner): B. U. A. P.: König der Furcht (Band 10)

(übersetzt von Frank Neubauer)

Cross Cult, 2012

144 Seiten

19,80 Euro

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Originalausgabe

BPRD: King of Fear

Dark Horse Comics, 2010/2012

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Hinweise

Hellboy-Comic-Seite (oder Mike Mignolas Hellboy-Seite)

Meine Besprechung von Mike Mignola (Autor)/John Arcudi (Autor)/Guy Davis (Zeichner) „B. U. A. P.: Tödliches Terrain (Band 7)“ (BPRD: Killing Ground, 2008)

Meine Besprechung von Mike Mignola (Autor)/John Arcudi (Autor)/Guy Davis (Zeichner) „B. U. A. P.: Die Warnung (Band 8)“ (BPRD: The Warning, 2009/2010)

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Snyder - American Vampire 4 - 2

Fast schon auf „Hellboy“-Territorium begibt sich „Das Überleben des Stärkeren“, der vierte Sammelband von „American Vampire“, der genialen von Scott Snyder erfundenen Vampirserie, für die auch Stephen King eine Geschichte erfand.

Denn anstatt weiter vom Kampf der amerikanischen Vampire gegen die europäischen Vampire in den USA zu erzählen, werden Felicia Book und Cash McCogan, zwei Charaktere, die bislang eher Nebenfiguren waren, 1941 im Auftrag des die Vampire bekämpfenden Bundes „Die Vasallen des Morgengrauens“ nach Europa geschickt. In der abgelegenen, rumänischen Burg Vlan sollen sie Dr. Erik Pavel, der angeblich ein Heilmittel gegen die Vampire gefunden hat, befreien. Getarnt als reiche Amerikaner, die mit den Nazis Geschäfte machen wollen, treffen sie auf der Burg auf Pavel, ihn beschützend-bewachende Nazis und Vampire. Viele Vampire. Eine ganze Brigade.

„Das Überleben des Stärkeren“ bringt vielleicht die große „American Vampire“-Geschichte nicht voran, aber als Einzelgeschichte, in der, fast schon in Indiana-Jones-Manier, tapfere Amerikaner gegen böse Nazis und noch bösere Vampire kämpfen, ist das spannend-kurzweilige Unterhaltung.

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Scott Snyder (Autor)/Sean Murphy (Zeichner): American Vampire: Das Überleben des Stärkeren (Band 4)

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2012

116 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe

American Vampire: The Survival of the Fittest, Vol. 1 – 5

Vertigo, 2011

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Hinweise

Wikipedia über “American Vampire”

Meine Besprechung von Scott Snyder/Stephen King/Rafael Albuquerques (Zeichner) „American Vampire – Band 1“ (American Vampire, Vol. 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Rafael Albuquerque/Mateus Santoloucos „American Vampire – Band 2“ (American Vampire, Vol. 6 – 11, 2010/2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Rafael Albuquerque/Danijel Zezeljs „American Vampire – Band 3“ (American Vampire, Vol. 12 – 18, 2011)

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Ross - Edwards - Turf - 2

Das kann von „Turf“, trotz eines Stan Lee Best Newcomer Award für Autor Jonathan Ross, nicht behauptet werden. In der 1929 in New York spielenden Geschichte bekämpfen sich die verschiedenen Verbrecherfamilien. Zuletzt eroberte die geheimnisvolle, aus dem Nichts aufgetauchte Dragonmir-Familie immer größere Territorien. Weil sie Vampire sind, haben sie in punkto Blutdurst und Quasi-Unverletzbarkeit gegenüber den menschlichen Verbrechern unschätzbare Kampfvorteile.

Auf der anderen Seite steht Gangsterboss Eddie Falco, der unverhofft Hilfe von einem gestrandeten Außerirdischen erhält.

Die steampunkige Idee fand ich im ersten Moment genial, aber „Turf“ ist dann doch kein fetziges Genre-Crossover, sondern ein sehr textlastiges und eher zähes Alien-treffen-Vampire-treffen-Gangster-Abenteuer, mit einigen popkulturellen Anspielungen.

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Jonathan Ross (Autor)/Tommy Lee Edwards (Zeichner): Turf

(übersetzt von Claudia Fliege)

Panini, 2012

164 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe/enthält

Turf 1: The Fangs of New York, April 2010

Turf 2: Aliens with Dirty Faces, Juni 2010

Turf 3: BadFellas!, Oktober 2010

Turf 4: Once Upon a Time in Harlem, Februar 2011

Turf 5: The Bloodfather, Juni 2011

(Yeah, schöne Titel!)

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Charlot - Chabert - Bourbon Street 2

Jazz und Crime gehören oft zusammen, aber nicht auf der „Bourbon Street“. In dem von Philippe Charlot geschriebenem und Alexis Chabert atmosphärisch gezeichnetem Comic geht es um die Musik und wie, inspiriert von dem Erfolg des Buena Vista Social Clubs, Alvin die alte New-Orleans-Jazzband wieder zusammentrommelt (erzählt in dem ersten „Bourbon Street“-Band „Die Geister des Cornelius“) und sie wieder auf Tour gehen, mit den Enttäuschungen und Freuden des Tour-Alltags konfrontiert werden und, immerhin lenkt der Geist von Louis Armstrong die Geschicke der echten Jazzer, sie am Ende eine einmalige Chance erhalten.

Das wird in dem jetzt vorliegenden zweiten „Bourbon Street“-Band „Abschiedstournee“ erzählt und, wie schon in dem ersten „Bourbon Street“-Buch gefällt auch dieser Band durch die gekonnte Verbindung von Gegenwart und Vergangenheit, von Wirklichkeit und Traum.

Jazzfans dürften von dieser Liebeserklärung an ihre Musik begeistert sein und die anderen hören sich nach einem Besuch auf der „Bourbon Street“ sicher ein Jazzstück mit anderen Ohren an.

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Philippe Charlot (Autor)/Alexis Chabert (Zeichner): Bourbon Street: Abschiedstournee (Band 2)

(übersetzt von Horst Berner)

Ehapa Comic Collection, 2012

48 Seiten

13,99 Euro

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Originalausgabe

Bourbon Street: Tome 2 – Tournée d’adieu

Bamboo Édition, 2012

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Hinweis

Meine Besprechung von Philippe Charlot/Alexis Chaberts „Bourbon Street: Die Geister des Cornelius“ (Bourbon Street: Tome 1 – Les Fantômes de Cornelius, 2011)

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Johns - Frank - Batman Erde Eins - 2

In „Batman: Erde Eins“ erzählen Geoff Johns und Gary Frank mal wieder – und wie der Zusatztitel „Erde Eins“ erahnen lässt, in einer neuen Serie außerhalb der Kontinuität der bestehenden „Batman“-Serie – den bekannten Werdegang von Bruce Wayne zu Batman: in einer Gasse werden seine Eltern ermordet, er hat Schuldgefühle, er wird von Butler Alfred erzogen, er will sich an den Bösewichtern rächen, er kämpft gegen den Pinguin. Das ist alles bekannt und es ist schon erstaunlich, wie gespannt man dann doch dieser bekannten Geschichte folgt, sich über die kleinen Variationen freut und man am Schluss das Buch zufrieden zuklappt und sagt: Gut gemacht.

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Geoff Johns (Autor)/Gary Frank (Zeichner): Batman: Erde eins

(übersetzt von Steve Kups)

Panini, 2012

140 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe

Batman: Earth One

DC Comics, 2012

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Hinweise

Homepage von Geoff Jones

DC Comics über „Batman: Earth One“

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Azzarello - Wonder Woman 1 - Blut

Wie bekannt gab es Ende 2011 im DC-Comic-Universum einen umfassenden Neustart, in dem alle Serien und Charaktere quasi auf Null gestellt wurden, die Charaktere mehr oder weniger neu definiert werden und irgendwie die vielen, vielen Serien miteinander neue Verbindungen eingehen sollen.

Während der wahre Fan sich natürlich blind alle Serien besorgt, wählen wir fast willkürlich zwei aus: nämlich „Wonder Woman“ von „100 Bullets“-Erfinder Brian Azzarello und „Swamp Thing“ von „American Vampire“-Erfinder Scott Snyder und genießen deren gelungene Neuinterpretationen.

Wobei das besonders bei Brian Azzarello überrascht. Denn anstatt in düsteren Noir-Phantasien zu baden, erzählt er in „Wonder Woman: Blut“ ein herrlich durchgeknalltes Fantasy-Abenteuer mit einer kampfesstarken Heldin in äußerst knapper Bekleidung. Wonder Woman Diana will herausfinden, welches Geheimnis ihre Mutter Hippolyta, die Königin der Amazonen vor ihr bewahrt. Und dann mischen sich auch noch die griechischen Götter ein.

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Brian Azzarello (Autor)/Cliff Chiang (Zeichner)/Tony Akins (Zeichner): Wonder Woman: Blut (Band 1)

(übersetzt von Steve Kups)

Panini, 2012

140 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe/enthält

Wonder Woman 1: The Visitation (Die Heimsuchung, November 2011)

Wonder Woman 2: Home (Zu Hause, Dezember 2011)

Wonder Woman 3: Clay (Lehm, Januar 2012)

Wonder Woman 4: Blood (Blut, Februar 2012)

Wonder Woman 5: Lourdes (Wallfahrt, März 2012)

Wonder Woman 6: Thrones (Herrscher, April 2012)

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Hinweise

DC Comics über Wonder Woman

Wikipedia über Wonder Woman (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “Jonny Double” (Jonny Double, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins “Loveless 1 – Blutrache” (Loveless: A Kin’ of Homecoming, 2006)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins „Loveless 2 – Begraben in Blackwater“ (Loveless: Thicker than Blackwater, 2007)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs „Loveless 3 – Saat der Vergeltung” (Loveless: Blackwater Falls, 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs “Loveless 4 – Stunde der Abrechnung” (Loveless, Vol. 19 – 24, 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “100 Bullets 3 – Alle guten Dinge” (100 Bullets: Hang up on the Hang Low, 2001)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets 5 – Du sollst nicht töten“ (100 Bullets Vol. 5: The Counterfifth Detective, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets – Dekadent (Band 10)“ (100 Bullets: Decayed, Volume 68 – 75)

Meine Besprechung von Brian Azzarellos/Eduardo Rissos „!00 Bullets: Das Einmaleins der Macht (Band 11)“ (100 Bullets: Once upon a crime, Volume 76 – 83)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets: Das dreckige Dutzend (Band 12)“ (100 Bullets: Dirty, Volume 84 – 88)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets: Freitag (Band 13) (100 Bullets: Wilt, Volume 89 – 100)

Meine Besprechung von Brian Azzarello (Autor)/Eduardo Risso (Zeichner): Batman – Kaputte Stadt, 2012 (Broken City: Part 1 – 5, Conclusio (Batman # 620 – 625), Dezember 2003 – Mai 2004)

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Snyder - Swamp Thing 1

Während Wonder Woman die Tochter einer Königin ist, die, so die Legende, in einer mondlosen Nacht aus Lehm geformt wurde, ist Swamp Thing der Botaniker Dr. Alec Holland, der nach einer Explosion in seinem Labor starb und sechs Wochen vor dem Beginn von „Swamp Thing: Die Auferstehung der Toten“ im Sumpf wiedererwachte und jetzt als Bauarbeiter, der die Schreie der Pflanzen hören kann, arbeitet. Er will nur seine Ruhe haben. Auch als er erfährt, dass ein Wesen, das die Fäulnis und der Zerfall ist, das alles Grün vernichten will und an den unfruchtbarsten Orten der Welt, wo es nur schwaches Grün gibt, nistet und jetzt auch andere Gebiete erobern will, will Alec Holland zunächst nur seine Ruhe haben.

Gut, unter den Superhelden hat Holland eine gewaltige Achillesferse. Denn als Beschützer der Pflanzen benötigt er Pflanzen in seiner Nähe. Wenn es keine gibt, zum Beispiel in der Wüste, verlassen ihn schnell seine Kräfte. Aber dafür hat er mehr ökologisches Bewusstsein als eine halbe Umweltschutzbewegung und die Geschichte von seinem Konflikt zwischen Wollen und Berufung ist von Scott Snyder spannend erzählt.

Mal sehen, wie die Abenteuer von Wonder Woman und Swamp Thing weiter gehen. Der Auftakt ist jedenfalls beide Male gelungen.

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Scott Snyder (Autor)/Yanick Paquette (Zeichner): Swamp Thing: Die Auferstehung der Toten (Band 1)

(übersetzt von Josef Rother)

Panini, 2012

156 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe/enthält

Swamp Thing 1: Raise Dem Bones (Die Auferstehung der Toten, November 2011)

Swamp Thing 2: When it Coms a Knockin (Das Klopfen an der Tür, Dezember 2011)

Swamp Thing 3: Come Hither, Child (Komm zu mir, Kind, Januar 2012)

Swamp Thing 4: Desert Five O’clock (Die Wunderblume, Februar 2012)

Swamp Thing 5: Dead Meat (Totes Fleisch, März 2012)

Swamp Thing 6: The Black Queen (Die schwarze Dame, April 2012)

Swamp Thing 7: Swamp Thing (Swamp Thing, Mai 2012)

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Hinweise

DC Comics über Swamp Thing

Wikipedia über Swamp Thing (deutsch, englisch)

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David B - Tanquerelle - Die falschen Gesichter - 2

Genug Superheldentum. Wenden wir uns wieder normalen Menschen und ihren normalen Problemen zu: nämlich dem lieben Geld. In der von Autor David B. und Zeichner Hervé Tanquerelle erzählten, von wahren Ereignissen inspirierten Geschichte „Die falschen Gesichter“ besorgen die Protagonisten sich das Geld mit Banküberfällen. Als Tarnung maskieren die Jungs aus dem Pariser Viertel Belleville sich mit falschen Bärten und Perücken. Über viele Jahre können sie der Polizei entkommen, werden von der Öffentlichkeit wegen ihres unblutigen Vorgehens und ihrer Chuzpe als Helden gefeiert und sie finden Nachahmer, die deutlich weniger zimperlich vorgehen. Als die Polizei ihre Kräfte konzentriert und sie nach einem Überfall ein Video sicherstellen können, haben sie eine heiße Spur – und die Gang will das berühmte letzte Ding drehen.

„Die falschen Gesichter“ spielt im Paris der späten siebziger und frühen achtziger Jahre und David B. und Hervé Tanquerelle gelingt es, die damalige Zeit und die damaligen französischen Kriminalromane und -filme wieder auferstehen zu lassen und man wünscht sich eine Verfilmung. Denn auch wenn Jean-Pierre Melville, Jose Giovanni, Robert Enrico, Yves Montand und Lino Ventura nicht mehr unter uns weilen und Alain Delon, Jean-Paul Belmondo und Gérard Depardieu sich heute in anderen Sphären bewegen, liest sich die Geschichte wie ein nie entstandener Film mit ihnen, der noch einmal die großen Mythen von Polizisten und Verbrechern, geerdet in einem bestimmten Milieu und einem Stadtviertel, beschwört.

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David B. & Hervé Tanquerelle: Die falschen Gesichter

(übersetzt von Uli Pröfrock)

avant-verlag, 2012

152 Seiten

19,95 Euro

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Originalausgabe

Les faux visages – Une vie imaginaire du Gang des Postiches

Futuropolis, Paris 2012

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Hinweise

Wikipedia über David B.(deutsch, französisch) und Hervé Tanquerelle

Blog von Hervé Tanquerelle


Cover der Woche

März 19, 2013

Bell - Ein sauberer Schnitt


TV-Tipp für den 19. März: 8 Frauen

März 19, 2013

ARD, 00.50

8 Frauen (F 2002, R.: Francois Ozon)

Drehbuch: Francois Ozon, Marina de Van

LV: Robert Thomas: Huit Femmes, 1958/1962 (Theaterstück)

Weihnachten in einem verschneiten Landhaus: In der Nacht wird der Hausherr ermordet. Die Täterin ist eine der acht Frauen, die im Haus sind. Selbstverständlich hat jede von ihnen auch ein gutes Motiv das Ekel umzubringen.

Ein Cozy mit Gesang und einem Darstellerinnenensemble, das über jeden Zweifel erhaben ist und die Crème de la Crème des französischen Films versammelt.

mit Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Virginie Ledoyen, Danielle Darrieux, Ludivine Sagnier, Firmine Richard, Dominique Lamure

Hinweise

Wikipedia über „8 Frauen“ (deutsch, englisch, französisch)

Spiegel: Interview mit Francois Ozon über „8 Frauen“

Blickpunkt Film: Interview mit Francois Ozon über „8 Frauen“

epd Film: Interview mit Francois Ozon (8/2007)

Homepage von Francois Ozon

Meine Besprechung von Francois Ozons „In ihrem Haus“ (Dans la Maison, Frankreich 2012)


Mord und Totschlag – mit Worten – und zwei Sachbücher

März 18, 2013

Nachdem ich vor einigen Tagen einige der in den letzten Monaten gesehenen und noch nicht besprochenen Filme abarbeitete, sind jetzt die gelesenen Werke mit Wenige-Satz-Kritiken dran. Einige gute, einige weniger gute – und ein Sachbuch, mit dem ich schon seit Monaten mein halbes Umfeld nerve.

Jarvis - Mehr Transparenz wagen - 2

Es ist „Mehr Transparenz wagen“ von Jeff Jarvis und es gehört zum intelligentesten, was ich in letzter Zeit über das Internet und den damit verbundenen Veränderungen von Privatsphäre und Öffentlichkeit gelesen habe. Jeff Jarvis ist Journalist, Blogger und Professor an der Journalistenschule der City University of New York. Er zeigt, immer wieder, sehr gelungen und fundiert den großen historischen Bogen bis hin zur Erfindung des Buchdrucks schlagend, wie das Internet die Welt verändert, wie das Verhältnis von Privatsphäre und Öffentlichkeit sich in den vergangenen Jahrhunderten änderte (und warum bestimmte Soldaten „Privates“ und „Public Schools“ [also Internate] gar nicht so öffentlich sind), wie sehr ihm der Gang in die Öffentlichkeit mit seiner Prostatakrebs-Erkrankung half, weil er viel Zuspruch bekam, das Thema in der Öffentlichkeit thematisiert wurde und er auch hilfreiche Informationen bekam und da sind wir schon bei dem großen Thema des Buches. Denn Jeff Jarvis geht es darum, zu zeigen, wie das Teilen von Wissen, Informationen und Erfahrungen unsere Welt verbessern kann. Wie die Zusammenarbeit von Kunden und Unternehmen zu besseren Produkten führt. Nämlich zu den Produkten, die die Kunden wollen. Das zeigt er an zahlreichen Beispielen und, im Gegensatz zu den Büchern über das Internet, die ich zuletzt von deutschsprachigen Autoren gelesen (manchmal auch nur angelesen) habe, nie mit einem larmoyant-kulturpessimistischen, sondern mit einem optimistischen Blick in die Zukunft. Ohne dabei die Probleme zu leugnen.

Auch wenn ich nicht mit jeder seiner Thesen übereinstimme, stimme ich ihm in vielen Punkten zu und „Mehr Transparenz wagen!“ hat mich zum Nachdenken angeregt und mir neue Einsichten und Erkenntnisse verschafft – und das kann wahrlich nicht von jedem Buch gesagt werden.

Also: Lesebefehl!

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Jeff Jarvis: Mehr Transparenz wagen! – Wie Facebook, Twitter & Co die Welt erneuern

(übersetzt von Lutz-W. Wolff)

Quadriga, 2012

320 Seiten

24,99 Euro

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Originalausgabe

Public Parts. How Sharing in the Digital Age improves the Way We Work and Live

Simon & Schuster, 2011

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Hinweise

Buzzmachine (Blog von Jeff Jarvis)

Wikipedia über Jeff Jarvis (deutsch, englisch)

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Pallay - Zugriff - 2

Emil Pallays „Zugriff – Aus dem Leben eines SEK-Mannes“ reiht sich nahtlos in die Reihe der deutschsprachigen True-Crime-Bücher ein. Pallay war zwanzig Jahre Mitglied des Spezialeinsatzkommandos Südbayern und in „Zugriff“ erzählt er von einigen Einsätzen, bei denen er dabei war. Meist als Einsatzleiter. Das bleibt dann im anekdotischen stecken und es fehlt auch jede kritische Perspektive.

Ich habe nichts gegen Erfahrungsberichte, aber ich hätte auch gerne mal einige Bücher von Journalisten, die nach einer intensiven Recherche ein kritisches Buch über die Arbeit der Polizei oder bestimmte Einsätze und Fälle schreiben. Es muss ja nicht gleich der Nachfolger von Truman Capotes „Kaltblütig“ (Cold Blood, 1965) sein, aber es sollte schon mehr als eine Anekdotensammlung sein.

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Emil Pallay: Zugriff – Aus dem Leben eines SEK-Mannes

Heyne, 2013

224 Seiten

8,99 Euro

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Jonas - Bis zum Hals

Mit seinem neuen Buch „Bis zum Hals“ versucht Kabarettist Bruno Jonas etwas neues. Anstatt die gedruckte Fassung von seinem aktuellen Programm vorzulegen oder mehrere Satiren, die er in den letzten Jahren auf der Bühne vortrug, gesammelt zu veröffentlichen, hat er zehn Geschichten geschrieben, in denen Menschen an einem Endpunkt angekommen sind und die über ihr bisheriges und künftiges Leben reflektieren.

In der ersten Geschichte „HerzLos“, gleichzeitig mit fast fünfzig Seiten auch die längste Geschichte des Buches, hat ein Boulevard-Journalist einen Herzanfall. Gegen den behandelten Arzt hatte er eine Rufmordkampagne inszeniert und er fragt sich, ob der Arzt ihn deshalb bei der Operation zufällig tötet. Das Spenderherz kommt von einem von-Guttenberg-Klon, den er mit seinen Artikeln aus dem Amt jagte und in den Suizid trieb. Die Operation gelingt und der Journalist will jetzt als Bekehrter für seine früheren Sünden büßen und nur noch über das Wahre und Gute schreiben.

Das ist so vorhersehbar-moralinsauer und bis zur erbaulich-wirklichkeitsfernen Schlusspointe erschreckend bieder-bräsig erzählt, dass diese Erzählung eher an die witzigen Geschichten eines Heinz Erhardt, als an die treffsicheren und genau beobachtenden Satiren eines Bruno Jonas erinnert. Die harmlose Geschichte machte mich auch nicht neugierig auf die anderen, vielleicht sogar guten Geschichten. Stattdessen nahm ich nach „HerzLos“ die Chance wahr, „Bis zum Hals“ zur Seite zu legen und mich anderen Werken zuzuwenden.

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Bruno Jonas: Bis zum Hals

Karl Blessing Verlag, 2012

240 Seiten

17,95 Euro

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Hinweise

Homepage von Bruno Jonas

Wikipedia über Bruno Jonas

Kaberett Live über Bruno Jonas

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Parker - Das dunkle Paradies - Pendragon2

Nachdem Robert B. Parker mit seinen Spenser-Romanen inzwischen bei Pendragon einen guten Unterschlupf gefunden hat und sogar sein Western „Appaloosa“ übersetzt wurde, hat Pendragon sich jetzt seine, erfolgreich mit Tom Selleck verfilmten, Jesse-Stone-Romane vorgenommen. Der erste, jetzt bei Pendragon wiederveröffentlichte Jesse-Stone-Roman „Das dunkle Paradies“ erschien bereits 1998 bei Rowohlt. Die folgenden acht von Robert B. Parker geschriebenen Stone-Romane wurden nicht mehr übersetzt. In den USA hat Michael Brandman, nach Parkers Tod, bereits zwei weitere Stone-Romane geschrieben.

In „Das dunkle Paradies“ tritt Jesse Stone, ein geschiedener Alkoholiker, der gerade bei der Mordkommission in Los Angeles rausgeworfen wurde, seinen neuen Job in Paradise, einer kleinen Ostküstenstadt in der Nähe von Boston, Massachusetts an. Während Jesse Stone sich keine Illusionen über den Grund für seine Einstellung macht, haben der Vorsitzende des Stadtrats und seine engsten Vertrauten sich verschätzt. Nach einem Mord beginnt Jesse Stone mit ernsthaften Ermittlungen, die sich auch gegen die Stadtspitze richten. Denn er hat nichts mehr zu verlieren.

Im Gegensatz zu den in der ersten Person erzählten Spenser-Romanen, erzählt Robert B. Parker die Jesse-Stone-Geschichten aus der dritten Personen und auch aus verschiedenen Perspektiven und gerade bei den ersten Stone-Romanen sieht man, dass Robert B. Parker sich freute, Geschichten zu erzählen, die nicht in den Spenser-Kosmos gehörten. Denn ein Privatdetektiv, der in einer festen Beziehung lebt, ist das Gegenteil eines verkorksten Alkoholikers, der seiner Ehe hinterhertrauert und in einer Kleinstadt Polizist spielt.

Für die Neuausgabe schrieb Frank Göhre ein siebenseitiges Nachwort.

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Robert B. Parker: Das dunkle Paradies – Ein Fall für Jesse Stone

(übersetzt von Robert Brack)

Pendragon, 2013

352 Seiten

10,95 Euro

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Originalausgabe

Night Passage

G. P. Putnam’s Sons, New York, 1997

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Deutsche Erstausgabe

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998

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Verfilmung

Jesse Stone: Knallhart (Jesse Stone: Night Passage, USA 2006)

Regie: Robert Harmon

Drehbuch: Tom Epperson

mit Tom Selleck, Stephanie March, Stephen Baldwin, Saul Rubinek, Viola Davis, Kohl Sudduth

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Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte

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Chraibi - Inspektor Ali im Trinity College

Bei „Inspektor Ali im Trinity College“ von Driss Chraibi hilft die Länge, eigentlich Kürze von 128 Seiten, ungemein. Denn Chraibi will sich vor allem einen Spaß machen, indem er einen Culture Clash zwischen Afrika und England inszeniert. Der Kriminalfall ist dabei bestenfalls eine notdürftige dramaturgische Klammer, die Inspektor Ali von Casablanca nach Cambridge versetzt. Dort soll der geniale Ermittler Scotland Yard bei einem Mordfall helfen. Denn im ehrwürdigen Trinity College wurde eine marokkanische Prinzessin ermordet.

Bei seinen Ermittlungen bemüht sich der geniale Ermittler möglichst jedes Klischee und Vorurteil, das der Westen über Araber hat, zu erfüllen. Das ist anfangs witzig, aber es mündet schnell in eine billige Nummernrevue, in denen einfach immer wieder das schlechte Benehmen, die überragende sexuelle Potenz und Brünstigkeit von Inspektor Ali hoffnungslos übertrieben zur Schau gestellt werden.

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Driss Chraibi: Inspektor Ali im Trinity College

(übersetzt von Regina Keil-Sagawe)

Unionsverlag, 2012

128 Seiten

10,95 Euro

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Originalausgabe

L’Inspector Ali à Trinity College

Éditions Denoel, Paris, 1996

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Deutsche Erstausgabe

Unionsverlag, 1998

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Hinweise

Unionsverlag über Driss Chraibi

Wikipedia über Driss Chraibi

Krimi-Couch über Driss Chraibi

Kirjasto über Driss Chraibi

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Bruen - Coleman - Tower

Nachdem Ken Bruen die drei genial-abgedrehten Über-Pulps „Flop“, „Crack“ und „Attica“ mit Jason Starr schrieb, hat er sich mit Reed Farrel Coleman, einem in den USA abgefeiertem Noir-Poeten, dessen bislang noch nicht übersetzten Krimis mehrmals für den Edgar nominiert waren und der mehrere Shamus Awards erhielt, zusammengetan und „Tower“ geschrieben. In „Tower“ erzählen sie von den seit ihrer Jugend miteinander befreundeten New Yorker Kleinkriminellen Nick und Todd und ihrem Leben auf den unteren Stufen eines Gangstersyndikats. Als Nick Todd umbringen soll, weil dieser ein Polizeispitzel ist, geraten die Dinge außer Kontrolle.

„Tower“, das in New York während der neunziger Jahre spielt (es endet am 11. September 2001), ist sicher nicht der stärkste Roman von Ken Bruen. Denn der Aufbau von „Tower“, wonach die Geschichte zuerst aus der Sicht von Nick (das dürfte die von Ken Bruen geschriebene Hälfte sein) und danach aus der Sicht von Todd erzählt wird, führt dazu, dass wir in der zweiten Hälfte die gleichen Ereignisse aus einer anderen Perspektive, aber ohne einen wirklich großen Erkenntnisgewinn wieder lesen.

Das ist nicht wirklich schlecht, aber auch etwas zu sehr in den bekannten Gewässern. Trotz dem trockenen Humor und den sympathisch-unsympathischen Charakteren, die letztendlich alle Berufsverbrecher sind.

„Tower“ erhielt den Macavity Award als bester Roman des Jahres.

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Ken Bruen/Reed Farrel Coleman: Tower

(übersetzt von Richard Betzenbichler)

Rotbuch Verlag, 2012

224 Seiten

12,95 Euro

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Originalausgabe

Tower

Busted Flush Press, 2009

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Hinweise

Homepage von Reed Farrel Coleman

 

Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor liegt falsch“ (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Ken Bruen in der Kriminalakte

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Child - Underground - 2

Während „Tower“ mit 9/11 endet, thematisiert der neue Jack-Reacher-Roman „Underground“ von Lee Child in einer gewissen Weise die Folgen und die Vorgeschichte von 9/11. In New York sieht Jack Reacher nach Mitternacht in einer U-Bahn eine Frau, die alle Anzeichen einer Selbstmord-Attentäterin hat. Als er sie von dem Attentat abhalten will, erschießt sie sich – und Jack Reacher steckt wieder einmal tief im Schlamassel. Denn die Selbstmord-Attentäterin war keine Selbstmord-Attentäterin, sondern eine kleine Pentagon-Angestellte in der Personalabteilung, und mehrere Leute glauben, dass sie Jack Reacher vorher wichtige Unterlagen gegeben hat, die die nationale Sicherheit bedrohen. Ein besonderes Interesse daran haben der hochdekorierte Kongressabgeordnete John Sansom aus North Carolina, der Senator werden will und der als Mitglied eines Special-Forces-Kommandos 1983 in Afghanistan war und für diesen Einsatz eine hohe Auszeichnung erhielt, und die Ukrainerin Lila Hoth, die mit einer seltsamen Geschichte in den USA einen Soldaten sucht.

Nach dem furiosen Beginn plätschert „Underground“ etwas unglücklich vor sich hin, weil Jack Reacher von A nach B läuft und meistens wenige Seiten später erklärt, dass er von Anfang an wusste, dass er gerade eben belogen wurde und das lange zurückliegende, nie vollständig aufgeklärte Ereignis in Afghanistan wirkt als Auslöser für die heutigen Ereignisse etwas zu bemüht.

„Underground“ ist ein zu redseliger Thriller mit viel zu viel Militärpatriotismus. Denn in erster Linie will Jack Reacher Sansom helfen, weil Soldaten sich gegenseitig helfen.

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Lee Child: Underground

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2012

448 Seiten

19,99 Euro

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Originalausgabe

Gone Tomorrow

Bantam Press, 2009

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Hinweise

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“

Meine Besprechung von Christopher McQuarries Lee-Child-Verfilmung „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

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Bell - Die Farbe der Nacht

Auch Madison Smartt Bell schlägt in „Die Farbe der Nacht“ einen Bogen von 9/11 in die Vergangenheit. Aber ganz anders als Lee Child. Madison Smartt Bell, eigentlich ein literarischer Schriftsteller und kein klassischer Krimiautor (obwohl er mit „Ein sauberer Schnitt“ [Straight Cut, 1986] einen tollen Hardboiled-Krimi schrieb) begibt sich in „Die Farbe der Nacht“ zurück in die Flower-Power-Zeit, den Drogenmissbrauch, die freie Liebe und den wirklich kriminellen Taten einer Hippie-Kommune.

Ich-Erzählerin Mae, die als Croupiere in einem Casino in Nevada arbeitet, entdeckt in einer TV-Aufnahme von dem Anschlag auf das World Trade Center ihre alte Freundin Laurel. „Blut lief ihr aus den Mundwinkeln, wie damals, doch nicht aus denselben Gründen.“ Sie erinnert sich an ihre gemeinsame Vergangenheit als sie in einer sektenhaften Hippie-Kommune des charismatischen Gurus D. zusammenlebten, sich ineinander verliebten, Sex mit wechselnden Partnern, unter anderem dem bekannten Musiker O., hatten und zunächst kleinere Einbrüche begingen.

Erinnerungen an die Manson-Familie sind nicht zufällig.

„Die Farbe der Nacht“ ist, obwohl es derzeit auf der KrimiZeit-Bestenliste steht, eine Reise zur dunklen Seite der Flower-Power-Bewegung, die auch ziemlich Noir ist, aber sich nicht um Krimikonventionen kümmert, weil es kein Krimi ist. Bells kurzer Roman ist eine durchaus faszinierende Lektüre, die allerdings bewusst skizzenhaft bleibt und munter zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Traum und Realität hin und her springt.

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Madison Smartt Bell: Die Farbe der Nacht

(übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann)

Liebeskind, 2013

240 Seiten

18,90 Euro

(Die vorliegende Ausgabe basiert auf der Urfassung des Autors)

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Originalausgabe

The Color of Night

Random House, 2011

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Hinweise

Krimi-Couch über Madison Smartt Bell

Wikipedia über Madison Smartt Bell

 

 


TV-Tipp für den 18. März: Transsiberian – Reise in den Tod

März 18, 2013

Arte, 21.55

Transsiberian (GB/D/E 2007, R.: Brad Anderson)

Drehbuch: Will Conroy, Brad Anderson

Ein amerikanisches Ehepaar will mit der Transsibirischen Eisenbahn von Peking nach Moskau fahren. Auf ihrer Fahrt geraten sie zwischen die Fronten eines Kampfes zwischen Drogenschmugglern und einem skrupellosen Drogenfahnder.

Wer in den vergangenen Jahren nur einen Ben-Kingsley-Film gesehen hat, kann sich denken, auf welcher Seite Kingsley mitspielt. Und unser Mann in Hollywood (neinnein, der andere) ist auch dabei. Ansonsten: nach vielen Jahren wieder ein Eisenbahnthriller, der sogar in der Gegenwart spielt. Die internationale Kritik feierte, vollkommen berechtigt, das neue Werk des „The Machinist“-Regisseurs ab.

„Der Film hat eigentlich alle Anlagen zum B-Movie. Indem Anderson aber die inneren Konflikte seiner Figuren in den Mittelpunkt stellt, wird aus einem potenziellen Actionthriller ein durchaus überzeugendes Drama.“ (Andreas Busche, epd Film 12/2008)

mit Woody Harrelson, Emily Mortimer, Ben Kingsley, Kate Mara, Eduardo Noriega, Thomas Kretschmann

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Transsiberian“

Metacritic über „Transsiberian“

Rotten Tomatoes über „Transsiberian“

Wikipedia über „Transsiberian“ (deutsch, englisch)

Arizona Daily Star: Phil Villarreal porträtiert Will Conroy (26. Juli 2007)

Cinematical: Interview mit Brad Anderson über “Transsiberian” (25. Juni 2008)

Dark Horizons: Interview mit Brad Anderson über “Transsiberian” (2. Juli 2008)

Shock till you drop: Interview mit Brad Anderson über “Transsiberian (14. Juli 2008)

IFC: Interview mit Brad Anderson über “Transsiberian” (17. Juli 2008)

Chud: Interview mit Brad Anderson über “Transsiberian” (19. Juli 2008)

Bullz-Eye: Interview mit Brad Anderson (25. Juli 2008)


TV-Tipp für den 17. März: Mel Brooks‘ Spaceballs

März 17, 2013

RTL II, 20.15

Spaceballs (USA 1987, R.: Mel Brooks)
Drehbuch: Mel Brooks, Thomas Meehan, Ronny Graham

Mel Brooks verarscht „Krieg der Sterne“ – und den ganzen Rest.

George Lucas las vor dem Dreh das Buch und er gab Mel Brooks sein Okay.

Mit Mel Brooks, John Candy, Rick Moranis, Bill Pullman, Daphne Zuniga, Dick Van Patten, Michael Winslow, John Hurt

Hinweise

Wikipedia über „Spaceballs“ (deutsch, englisch)

Umfangreiche „Spaceballs“-Fanseite


TV-Tipp für den 16. März: Im Tal von Elah

März 16, 2013

ARD, 23.45

Im Tal von Elah (USA 2007, R.: Paul Haggis)

Drehbuch: Paul Haggis (nach einer Geschichte von Mark Boal und Paul Haggis)

Ex-Militärpolizist und Vietnamveteran Hank Deerfield erfährt, dass sein Sohn Mike sich nach seiner Rückkehr aus dem Irak fahnenflüchtig ist. Kurz darauf wird seine verbrannte Leiche gefunden. Deerfield beginnt mit einer Polizistin Mikes Mörder zu suchen. Dabei werden sie vom Militär behindert.

Haggis benutzt in seinem feinen Thriller das Genre, um auf ein gesellschaftliches Problem aufmerksam zu machen. Denn der auf einem wahren Fall basierende, hochgelobte Thriller beschäftigt sich mit den seelischen Kosten von Kriegseinsätzen für den Einzelnen und die Gesellschaft.

Der Titel spielt auf die David-und-Goliath-Geschichte in der Bibel an. Deren Kampf fand im Valley of Elah, bei uns je nach Bibelübersetzung bekannt als Eichgrund, Elberfelder oder Terebinthental, statt.

Mit Tommy Lee Jones, Charlize Theron, Susan Sarandon, Jason Patric, James Franco, Josh Brolin, Jonathan Tucker

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Im Tal von Elah“

Metacritic über “Im Tal von Elah”

Rotten Tomatoes über “Im Tal von Elah”

Wikipedia über “Im Tal von Elah” (deutsch, englisch)

Das Drehbuch „In the Valley of Elah“ von Paul Haggis

About com: Interview mit Paul Haggis und Charlize Theron über „Im Tal von Elah“ (mit weiterführenden Links)

Future Movies: Interview mit Paul Haggis über „Im Tal von Elah“

Bayerisches Fernsehen: Interview mit Paul Haggis über „Im Tal von Elah“


„Eiskalt erwischt“ von Dan Simmons

März 15, 2013

Simmons - Eiskalt erwischt - 2

Am bekanntesten ist Dan Simmons als Science-Fiction-, Horror-, Fantasy- und Thriller-Autor; wobei „Thriller“ ja irgendwie alles und nichts ist und Dan Simmons auch gerne ein spannendes Genre-Crossover macht. Aber auch als waschechter Krimiautor reüssierte er mit den drei Joe-Kurtz-Romanen, in denen er so richtig hardboiled Hardboiled sein wollte und kein Kapitel länger als fünf Seiten sein sollte.

Nun, die Kapitel in „Eiskalt erwischt“ sind verdammt kurz. Die in zwei Monaten geschriebene, sich wendungsreich in einem halsbrecherischem Tempo voranbewegende Geschichte ist ebenfalls kurz. Halt in der idealen Pulp-Länge. Und der Protagonist Joe Kurtz ist mehr Mike Hammer, als Mike Hammer jemals Mike Hammer war.

Im ersten Kapitel wirft er den Mörder seiner Partnerin aus dem Fenster eines Hochhauses auf das Dach eines Polizeiautos. Nach elf Jahren wird er aus Attica auf Bewährung entlassen und, weil er als Sträfling keine Privatdetektiv-Lizenz mehr erhält, eröffnet er im Keller eines Porno-Ladens mit Arlene Demarco als seiner Sekretärin eine Detektei, die sich nicht so nennt, und er besorgt sich seinen ersten Auftrag bei dem alten Mafiaboss Don Farino. Er will den Mord an dem Buchhalter der Familie aufklären. Dabei räumt er gleichzeitig unter den Gangstern von Buffalo, New York auf.

„Eiskalt erwischt“ ist ein Fest für die Freunde eines guten, düsteren Privatdetektiv-Thrillers, der gleichzeitig eine äußerst gelungene Hommage an die Pulp-Tradition ist.

Simmons widmete „Eiskalt erwischt“ Richard Stark und dessen Held, der eiskalte Profi-Dieb Parker, diente ihm auch als eine Inspirationsquelle für Joe Kurtz. Beide verfolgen, obwohl sie auf verschiedenen Seiten des Gesetzes stehen, ihre Ziele ähnlich kompromisslos.

Und, wie er in einem Interview mit Writers Write sagte, als Leitfaden für schnörkelloses Erzählen und gutes Plotting diente ihm Richard Stark:

Whenever I get poisoned by reading too much pretentious writing, overblown prose carrying too-little freight, and serious, self-conscious lit’ry posturing, I would read a Parker-the-thief novel and remember how lean and mean and clean good prose can be. In creating „Joe Kurtz,“ I imagined that Parker might have sewn a few wild oats back in the late 1960s, and Kurtz might be that illegitimate child of Parker. Kurtz certainly isn’t as realized as Parker as a character, but I hope he shares some of the same unstoppable-machine quality when he’s double-crossed.

Tja, hm, Lesebefehl für „Eiskalt erwischt“ – und schön, dass sich endlich ein deutscher Verleger für die hochgelobte PI-Serie gefunden hat. Schade, dass Dan Simmons nach drei Romanen Joe Kurtz in Rente schickte.

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Dan Simmons: Eiskalt erwischt

(übersetzt von Michael Plogmann)

Festa, 2012

336 Seiten

13,95 Euro

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Originalausgabe

Hardcase

St. Martin’s Press, 2001

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Die Joe-Kurtz-Trilogie

Hardcase, 2001 (Eiskalt erwischt)

Hard Freeze, 2002 (Bitterkalt [angekündigt für März 2013])

Hard as Nails, 2003 (Kalt wie Stahl [angekündigt für Sommer 2013])

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Hinweise

Homepage von Dan Simmons

Thrilling Detective über Joe Kurtz

Writers Write: Ausführliches Interview mit Dan Simmons (September 2001 – und daher über „Eiskalt erwischt)

Evolver: Martin Compart über Dan Simmons

Evolver: Martin Compart spricht mit  Interview mit Verleger Frank Festa über „Festa Crime“

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Und noch einige weitere Tipps und Hinweise

Ideal für ein langes Wochenende – ein sehr langes, langes Wochenende – ist die gerade erschienene Ausgabe von „Die Hyperion-Gesänge“, der Science-Fiction-Saga, mit der Dan Simmons bekannt wurde und für die er den Hugo und Locus-Preis erhielt und für den Nebula-Preis nominiert war.

Simmons - Die Hyperion-Gesänge - 2

Dan Simmons: Die Hyperion-Gesänge

(übersetzt von Joachim Körber, mit einem Nachwort von Sascha Mamczak)

Heyne, 2013

1408 Seiten

18,99 Euro

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enthält

Hyperion (Hyperion, 1989)

Der Sturz von Hyperion (The Fall of Hyperion, 1990)

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Bei Festa sind auch einige andere Bücher einen Blick wert:

Wilson - Die Gruft - 2Wilson - Der Erbe - 2

Fans von Handyman Jack (im Original „Repairman Jack“ und ich habe keine Ahnung, wer auf die Idee kam, aus einem Repairman einen Handyman zu machen) dürfen sich freuen. Er ist, hm, kurz und plakativ gesagt, der ältere Bruder von Jack Reacher, aber mit übernatürlichen Gegnern. Mit „Die Gruft“ und „Der Erbe“ gibt es eine Neuausgabe und ein neueres Abenteuer mit ihm.

„Die Gruft“ ist der erste von F. Paul Wilson geschriebene Handyman-Jack-Thriller, ein Teil des Adversary-Zyklus (in diesem Zyklus erschien der Roman ursprünglich und macht damit die Handyman-Jack-Thriller zu einem Spin off) und, so Stephen King: „’Die Gruft‘ ist einer der radikalsten Action-Romane, den ich in den letzten Jahren gelesen habe.“ In dem Thriller sucht Handyman Jack die verschwundene Tante seiner Freundin und eine von einem Inder geraubte Halskette. Dabei stößt er auf einen jahrhundertealten Fluch und eine Brut höllischer Wesen. „Die Gruft“ erschien vor Jahren schon einmal im Goldmann Verlag und, mit einem anderen Cover, bei Festa.

„Der Erbe“ erschien im Original bereits 2006. Aber erst jetzt auf Deutsch. Der vorherige Handyman-Jack-Roman „Das Höllenwrack“ (Infernal, 2005) erschien 2007 bei Blanvalet.

In „Der Erbe“ sucht Handyman Jack eine verschwundene Vierzehnjährige. Dabei stößt er auf zwei sich bekämpfende übernatürliche Mächte, für die Menschen in der Nahrungskette ungefähr auf der Stufe von Schmeißfliegen stehen.

Der elfte Handyman-Jack-Thriller „Das Blutbad“ ist für September angekündigt und seitdem sind in den USA weitere Handyman-Jack-Romane erschienen.

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F. Paul Wilson: Die Gruft – Der 1. Handyman Jack Thriller

(übersetzt von Michael Plogmann)

464 Seiten

13,95 Euro

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Originalausgabe

The Tomb

Whispers Press, 1984

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F. Paul Wilson: Der Erbe – Der 10. Handyman Jack Thriller

(übersetzt von Michael Plogmann)

480 Seiten

13,95 Euro

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Originalausgabe

Harbingers

Tor/Forge Books, 2006

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Hinweise 

Homepage von F. Paul Wilson

Thrilling Detective über Repairman Jack (aka Handyman Jack)

Evolver: Martin Compart über F. Paul Wilson

Phantastik-Couch über F. Paul Wilson

Krimi-Couch über F. Paul Wilson

Meine Besprechung von F. Paul Wilsons „Das Höllenwrack“ (Infernal, 2005)

F. Paul Wilson in der Kriminalakte

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Lee - Creekers - 2Lee - Flesh Gothic

Für die härteren Gemüter gibt es die Romane von Edward Lee (der auch einige Male mit Jack Ketchum zusammen arbeitete), die in der „Horror“-Reihe von Festa erscheinen. Richard Laymon sagt: „Edward Lee – das ist literarische Körperverletzung!“ Der Verlag sagt über Lee: „Er gilt als obszöner Provokateur und führender Autor des ‚Extreme Horror‘.“

In „Creekers“ kehrt Ex-Polizist Phil Straker in seinen Geburtsort, das Kaff Crick City, zurück. Dort sucht er ein vermisstes Mädchen und entdeckt im Wald die Creekers, einen Clan, der seit Jahrhunderten fernab jeglicher Zivilisation in Inzucht lebt und über den es schlimme Gerüchte gibt. Aber, so muss Straker erfahren, die Wahrheit ist noch schlimmer.

In „Flesh Gothic“ besuchen wir das Luxusanwesen von Reginald Hildreth in Florida. Nach einer Dämonenbeschwörung ist der Hausherr spurlos verschwunden und von den 26 Gästen sind nur noch Fleischfetzen vorhanden. Hildreths Frau will mit einer Gruppe übersinnlich begabter Menschen herausfinden, was in dem Haus geschah.

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Edward Lee: Creekers

(übersetzt von Ben Sonntag)

Festa, 2012

416 Seiten

13,95 Euro

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Originalausgabe

Creekers

Zebra Books, 1994

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Edward Lee: Flesh Gothic

(übersetzt von Michael Krug)

Festa, 2012

448 Seiten

13,95 Euro

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Originalausgabe

Flesh Gothic

Necro Publications, 2004

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Slade - Der Kopfjäger - 2

Die Joe-Kurtz-Romane von Dan Simmons erscheinen bei Festa in deren neuer „Crime“-Reihe, deren erster Band „Der Kopfjäger – Der 1. Special X Thriller“ von Michael Slade ist. In dem, im Original bereits 1984 erschienenem, Thriller werden in Vancouver mehrere Frauen enthauptet. Erst als Superintendent Robert DeClercq und sein Team auf einen alten Indianerfluch und eine Verbindung zu einem Voodoo-Kult in New Orleans stoßen, haben sie eine heiße Spur.

Slade veröffentlichte bis heute 17 Special-X-Romane. Für „Mountie Noir“-Nachschub ist also gesorgt.

Und, damit keiner sagen konnte, er wurde nicht gewarnt: Der zweite vom Goldmann Verlag in den Achtzigern veröffentlichte Roman von Michael Slade landete auf dem Index.

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Michael Slade: Der Kopfjäger – Der 1. Special X Thriller

(übersetzt von Heinz Zwack)

Festa, 2012

528 Seiten

13,95 Euro

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Originalausgabe

Headhunter

Signet, 1984

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Nachtrag (26. März 2013): Weil der Postbote keine Benachrichtigung in meinen Briefkasten legte, habe ich diese beiden Bücher, die ich natürlich bei der Veröffentlichung dieses Textes erwähnt hätte, erst jetzt erhalten:

Der zweite Joe-Kurtz-Thriller ist draußen

Simmons - Bitterkalt - 2

Dan Simmons: Bitterkalt

(übersetzt von Manfred Sanders)

Festa, 2013

384 Seiten

13,95 Euro

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Originalausgabe

Hard Freeze

St. Martin’s Press, 2002

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Der zweite „Special X“-Thriller ist auch draußen

Slade - Der Ghoul - 2

Michael Slade: Der Ghoul

(übersetzt von Heinz Zwack)

Fest, 2013

512 Seiten

13,95 Euro

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Originalausgabe

Ghoul

W. H. Allen, 1987


TV-Tipp für den 15. März: Der Knochenjäger

März 15, 2013

ZDFneo, 22.00

Der Knochenjäger (USA 1999, R.: Philip Noyce)

Drehbuch: Jerome Iacone

LV: Jeffery Deaver: The bone collector, 1997 (Die Assistentin, Der Knochenjäger)

Der fast vollständig gelähmte Superdetektiv Lincoln Rhyme sucht mit seinem Assistenten, der Streifenpolizistin Amelia Donaghy, einen Serienkiller.

Nach all den Serienkiller-Filmen ist der Whodunit „Der Knochenjäger“ ziemlich langweilige Kost.

Mit Denzel Washington, Angelina Jolie, Ed O´Neill, Michael Rooker, Queen Latifah, Luis Guzman

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Der Knochenjäger”

Wikipedia über “Der Knochenjäger” (deutsch, englisch)

Homepage von Jeffery Deaver

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzroman „Auf ewig“ (Forever, 2005)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzgeschichtensammlung “Gezinkt” (More twisted, 2006)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Die Menschenleserin“ (The sleeping doll, 2007)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Lautloses Duell“ (The blue nowhere, 2001)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers “Der Täuscher” (The broken window, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers “Carte Blanche Ein James-Bond-Roman” (Carte Blanche, 2011)

Jeffery Deaver in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Das ziemlich erfundene Biopic „Hitchcock“

März 14, 2013

Die Silhouette von Alfred Hitchcock kennt heute, über dreißig Jahre nach seinem Tod, auch dank der „drei ???“, wohl noch jedes Kind. Und dabei war Hitchcock kein Schauspieler, kein Sänger, sondern ein Regisseur. Seine Thriller, wie „Psycho“, laufen immer noch regelmäßig im Fernsehen. Es dürfte sogar sein bekanntester und erfolgreichster Film sein. Hauptdarsteller Anthony Perkins übernahm danach – Fluch und Segen zugleich – die Rolle des Mörders Norman Bates noch drei weitere Male. Denn egal wen er in den sechziger und siebziger Jahren auch spielte, er blieb immer Norman Bates. Etliche Bücher befassten sich mit den Dreharbeiten und dem Film in all seinen Schattierungen.

Daher macht es durchaus Sinn, bei einem Biopic über Alfred Hitchcock die Entstehungsgeschichte für diesen Film als Filmgeschichte zu nehmen. Jedenfalls wenn man einen Blick auf die möglichen Einspielergebnisse wirft. Immerhin kennt jeder „Psycho“ und auch ohne den Film gesehen zu haben, sind der Duschmord, Mutter, Norman und der Bruch mit den gängigen Erzählregeln (In welchem anderen Film stirbt die Hauptdarstellerin nach 45 Minuten?) bekannt. Aber im Gegensatz zu den anderen Biopics, die in den letzten Monaten im Kino starteten, wie „Hannah Arendt“ und „Lincoln“, und die sich ebenfalls auf ein wichtiges Ereignis im Leben ihres Protagonisten konzentrierten, nehmen es die Macher von „Hitchcock“ mit der historischen Wahrheit nicht so genau. Anstatt ein auch nur halbwegs akkurates Bild von der Entstehungsgeschichte des Films zu geben, mischen sie munter die Entstehungsgeschichte von „Psycho“ mit mehr oder weniger erfundenen Anekdoten, Elementen und Bruchstücken aus Hitchcocks Leben, unter galanter Verleugnung der Realität zu einer Fantasie über Alfred Hitchcock, garniert mit einem Hitchcock-Best-of. Denn damals, Ende der fünfziger Jahre, nach einer Reihe erfolgreicher Filme, der ebenso erfolgreichen TV-Serie „Alfred Hitchcock präsentiert“, seit 1955, und, seit 1956, des in den USA immer noch erscheinenden „Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine“, war Hitchcock, der gerade die Einnahmen für „Der unsichtbare Dritte“ (North by Northwest) zählte, scheinbar auf dem Höhepunkt seines Ruhms angelangt.

Er sah, dass einige Schwarzweiß-Filme und einige billig produzierte Horrorfilme an der Kinokasse erfolgreich waren und das war seine Idee für seinen nächsten Film: mit einem billigen Film Geld verdienen. Dabei war „Psycho“ von Anfang an so niedrig budgetiert mit wenigen Schauplätzen, wenigen Drehtagen und der TV-Crew, die an ein schnelles Arbeiten gewohnt war, dass es vollkommen absurd wirkt, wenn in dem Film behauptet wird, dass Alfred Hitchcock sich für den Film verschulden musste. Auch die im Film behauptete große Schaffenskrise des Master of Suspense wirkt einfach weit hergeholt. Zehn Jahre später, nach den Flops „Marnie“, „Der zerrissene Vorhang“ (Torn Curtain) und „Topas“ und vor der gloriosen Rückkehr mit „Frenzy“ (gleichzeitig eine Rückkehr nach London) oder zwanzig Jahre früher, als er sich bei den Dreharbeiten für seinen ersten Hollywood-Film „Rebecca“ ordentlich mit dem Produzenten David O. Selznick zoffte, wären künstlerische Selbstzweifel angebrachter gewesen. Aber „Rebecca“ und „Frenzy“ sind halt nicht so bekannt wie „Psycho“.

Und dass Hitchcocks Frau Alma Reville eine größere Rolle bekommt, dass gezeigt wird, dass hinter dem Genie eine starke und überaus kluge Frau stand, auf deren Meinung er sich blind verließ, war zwar den Hitchcockianern bekannt, aber sicher nicht der breiten Öffentlichkeit. Allerdings wirkt die breit angelegte Ehekrise und ihr Quasi-Seitensprung mit dem Drehbuchautor Whitfield Cook doch weit hergeholt und nur den Regeln des dramatischen Erzählens geschuldet.

Das führt dazu, dass „Hitchcock“ ein gut gespieltes Künstlerbiopic ist, mit pointierten Dialogen, die oft auch sehr Hitchcockian sind und die sich ihren Spaß mit den Charakteren erlauben. So ist Alfred Hitchcock (gespielt von Anthony Hopkins, der Anthony Hopkins spielt, der Alfred Hitchcock spielt) hier ein wahrer Peeping Tom, der sich in seinen Träumen mit Ed Gein, dem realen Vorbild von Norman Bates, unterhält, zu viel isst und trinkt (gerne auch mit nächtlichen Fressattacken am heimischen Kühlschrank) und ein wahrer Snob ist, der von seiner Frau (Helen Mirren gewohnt gut) immer wieder, ebenso britisch, geerdet wird.

Vielleicht hätte „Hitchcock“ Alfred Hitchcock wirklich gefallen als eine weitere Maskerade und Selbstinszenierung, die gut unterhält und mit der Wirklichkeit eher wenig bis nichts zu tun hat. Und genau diese klaffende Lücke zwischen quasi-dokumentarischem Anspruch des Films und den nicht dazu passenden Fakten, störte mich schon beim Ansehen des Films. Und das war, bevor ich Stephen Rebellos grandioses Buch „Hitchcock und die Geschickte von ‚Psycho’“, das Gervasis Film inspirierte, in den Fingern hatte.

Hitchcock - Hauptplakat

Hitchcock (Hitchcock, USA 2012)

Regie: Sacha Gervasi

Drehbuch: John J. McLaughlin

LV: Stephen Rebello: Alfred Hitchcock and The Making of Psycho, 1990 (Hitchcock und die Geschichte von „Psycho“)

mit Anthony Hopkins, Helen Mirren, Scarlett Johansson, Danny Huston, Toni Collette, Michael Stuhlbarg, Michael Wincott, Jessica Biel, James D’Arcy, Kurtwood Smith, Ralph Macchio, Tara Summers

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Die Vorlage

Rebello - Hitchcock und die Geschichte von Psycho2

Stephen Rebello: Hitchcock und die Geschichte von „Psycho“

(mit einem neuen Vorwort von Stephen Rebello)

(übersetzt von Lisa Kögeböhn, Bernhatt Matt und Uli Meyer)

Heyne, 2013

416 Seiten

9,99 Euro

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Erstausgabe

Alfred Hitchcock and The Making of Psycho

Dembner Books, 1990

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Hitchcock“

Metacritic über „Hitchcock“

Rotten Tomatoes über „Hitchcock“

Wikipedia über „Hitchcock“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über „Psycho“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Robert Blochs “Psycho” (Psycho, 1959)

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

 


TV-Tipp für den 14. März: Scanners

März 14, 2013

3sat, 22.55

Scanners – Ihre Gedanken können töten (Kanada 1981, R.: David Cronenberg)

Drehbuch: David Cronenberg

TV-Premiere von einem Frühwerk von David Cronenberg (geb. 15. März 1943), das vielleicht nicht sein bester Film ist (er schrieb während des Drehs das Drehbuch) ist, aber mit der Idee der durch Gedankenkraft explodierenden Köpfe ein Bild geschaffen hat, das sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hat.

Die Story selbst ist eine ziemlich verwirrende Geschichte um sich bekämpfende Gruppen von telepathisch besonders begabten Menschen, Scanner genannt, wie sie ihre Fähigkeiten einsetzen und einem bösen Konzern, der die Scanners für ihre Interessen ausnutzen will.

Bereits um 22.25 zeigt „Kennwort Kino“ „Die dunklen Begierden des David Cronenberg“ (dort gibt es auch das komplette neunzigminütige Interview mit David Cronenberg) und am Freitag zeigt 3sat um 22.35 Cronenbergs „eXistenZ“ (GB/CDN/F 1999)

mit Jennifer O’Neill, Stephen Lack, Patrick McGoohan, Lawrence Dane, Michale Ironside, Robert A. Silverman

Hinweise

 Turner Classic Movies über „Scanners“

Wikipedia über „Scanners“ (deutsch, englisch)  (der deutsche Text ist in der Liste der lesenswerten Artikel)

Meine Besprechung von Marcus Stigleggers “David Cronenberg” (2011)

Meine Besprechung von David Cronenbergs „Cosmopolis“ (Cosmopolis, Frankreich/Kanada 2012)