TV-Tipp für den 19. Februar: Nico, 1988

Februar 18, 2021

Arte, 22.45

Nico, 1988 (Nico, 1988, Italien/Belgien 2017)

Regie: Susanna Nicchiarelli

Drehbuch: Susanna Nicchiarelli

TV-Premiere. Faszinierendes Porträt von Christa Päffgen (Trine Dyrholm, grandios!), die als Nico bekannter war. Bekannt wurde sie als Fotomodelle, Muse von Andy Warhol und Sängerin einiger Songs der ersten LP von „The Velvet Underground“. Danach nahm sie einige Solo-Platten auf und hatte eine kleine, treue Fanbasis. Susanna Nicchiarelli konzentriert sich in ihrem Porträt auf die letzten Monate der drogenabhängige Künstlerin.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Trine Dyrholm, John Gordon Sinclair, Anamaria Marinca, Sandor Funtek, Thomas Trabacchi, Karina Fernandez

Hinweise

Moviepilot über „Nico, 1988“

Metacritic über „Nico, 1988“

Rotten Tomatoes über „Nico, 1988“

Wikipedia über Nico (deutsch, englisch)

AllMusic über Nico

Meine Besprechung von Susanna Nicchiarellis „Nico, 1988“ (Nico, 1988, Italien/Belgien 2017)

Meine Besprechung von Tobias Lehmkuhls „Nico – Biographie eines Rätsels“ (2018)


TV-Tipp für den 18. Februar: Angel Heart

Februar 17, 2021

Tele 5, 22.15

Angel Heart (Angel Heart, USA 1987)

Regie: Alan Parker

Drehbuch: Alan Parker

LV: William Hjortsberg: Falling Angel, 1978 (Angel Heart)

Privatdetektiv Harry Angel soll einen verschwundenen Jazzmusiker finden. In New Orleans verschwimmen für ihn immer mehr die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit.

Exzellenter Okkultthriller, der die Handlung des Buches von New York nach New Orleans verlegt.

William Hjortsberg zum Film: „Parker wrote an excellent script and went on to make a memorable film.”

Mit Mickey Rourke, Robert De Niro, Lisa Bonet, Charlotte Rampling, Brownie McGhee, Dann Florek

Wiederholung: Freitag, 19. Februar, 04.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Angel Heart“

Wikipedia über „Angel Heart“ (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Harry Angel


TV-Tipp für den 17. Februar: Der gute Bulle – Nur Tote reden nicht

Februar 16, 2021

ZDF, 20.15

Der gute Bulle – Nur Tote reden nicht (Deutschland 2020)

Regie: Lars Becker

Drehbuch: Lars Becker

Dritter Einsatz für den guten Bullen Fredo Schulz. Dieses Mal sucht er den Mörder von seinem Partner Milan Filipovic. Der wollte aus dem Polizeidienst ausscheiden und wurde an seinem letzten Tag im Dienst erschossen. Fredo und Milan waren gerade dabei, eine Drogenkurierin vom Flughafen zum Präsidium zu fahren, als diese auf die Toilette wollte. Während der Pause wurden sie überfallen. Danach beginnt Fredo den Täter (den wir Zuschauer schon kennen), die Flüchtige und die Hintermänner (dito) zu suchen. Außerdem muss Fredo sich mit einem neuen Partner herumschlagen, der es mit den Regeln besonders genau nimmt. Im Gegensatz zu Fredo.

Gewohnt unterhaltsame Krimi-Kost von „Nachtschicht“-Macher Lars Becker. Mehr muss wirklich nicht über diesen in Berlin spielenden Multikulti-Krimi gesagt werden.

Deshalb kann ich sofort zu den Neuigkeiten kommen: Am Montag, den 29. März 2021, zeigt das ZDF um 20.15 Uhr den neuen „Nachtschicht“-Krimi „Blut und Eisen“.

Lars Becker hat gerade mit den Dreharbeiten für „Alles auf Rot“ (Arbeitstitel) begonnen. In dem Krimi erzählt er ein neues Abenteuer der korrupten Polizisten Diller und Kessel. Der Sendetermin steht noch nicht fest.

mit Armin Rohde, Edin Hasanovic, Sabin Tambrea, Johann von Bülow, Nele Kiper, Lo Rivera, Timo Jacobs, Anica Dobra, Carlo Ljubek, Andreas Anke

Hinweise

ZDF über den Film

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte


VoD-Kritik: „The Tunnel – Die Todesfalle“ nach einem LKW-Unfall

Februar 16, 2021

Kurz vor Weihnachten: während in dem Dorf noch auf eine weiße Weihnacht gehofft wird, sind die Berge bereits verschneit und auch in Norwegen gibt es den üblichen vorweihnachtlichen Reiseverkehr. Da rammt im knapp zehn Kilometer langen Storfjell-Tunnel ein Tanklaster eine Tunnelwand und versperrt die Straße. Die Telefonverbindung zur Rettungsstelle – natürlich nur über Handy – ist instabil. Daher ist unklar, wo der Unfall genau passierte. Auf der einen Seite des Tunnels ist kurz vorher eine Lawine heruntergegangen, die die Straße versperrt. Auf der anderen Seite nähert sich, als Rettungstruppe, die Freiwillige Feuerwehr. Immerhin haben sie mit Stein einen alten Hasen im Team, der den Tunnel besser als seine Hosentasche kennt.

Eigentlich wollen sie den Einsatz mit der nötigen Ruhe angehen. Da explodiert der Tanklaster.

Pål Øie erzählt seinen Katastrophenthriller „The Tunnel – Die Todesfalle“ mit handgemachten Actionszenen nordisch unterkühlt. Es gibt also nicht die tapferen Helden und erbärmlichen Feiglinge und die mit pompöser Musik erhaben zelebrierten Momente von Tapferkeit, Todesverachtung und übermenschlichem Mut, die wir aus mehr oder weniger prominent besetzten US-Katastrophenfilmen kennen. Natürlich gibt es auch in „The Tunnel – Die Todesfalle“ mutige Männer und Menschen, die mehr oder weniger egoistisch um ihr und das Überleben ihrer Familie kämpfen. Es gibt auch den Schnösel, der zuerst eine geführte Kolonne überholt, anschließend sein Auto auf einer Eisfläche in den Schnee setzt (off Kamera) und seine Tochter anpflaumt. Aber im Gegensatz zu einem normalen Katastrophenfilm gerät er nicht in Lebensgefahr, sondern muss die Zeit, in der Tunnel gesperrt ist, in einem gastlichen Lokal verbringen. Die anderen Figuren sind noch sparsamer gezeichnet. Ihr Sterben (falls wir es überhaupt sehen), ihre Leiden und ihr Mut berühren uns daher nicht.

Das macht „The Tunnel – Die Todesfalle“ zu einem okayen, wahrscheinlich sogar ziemlich realistischen Katastrophenfilm, von dem kein Bild, keine Szene, kein Tod und auch keine Rettung länger im Gedächtnis bleibt.

Das am Filmbeginn erklärte Selbstrettungsprinzip und die mangelhafte Ausstattung des knapp zehn Kilometer langen Tunnels, in dem im Film die Katastrophe passiert, ist erstaunlich. Anscheinend haben die einfach einen Tunnel, also eine aus zwei Fahrspuren bestehende, enge Röhre, durch den Berg gebohrt und verlassen sich anschließend darauf, dass nichts passiert. Es gibt keine Notausgänge und keine Noträume. Keine Feuerlöscher. Keine Überwachung, egal ob über Video oder irgendein anderes System. Und das Notruftelefon funktioniert auch nicht besser als die Handys, über die zuerst um Hilfe gerufen wird. Für mich klingt das nach einem Rezept für eine Katastrophe mit chaotischen Zuständen und vielen Toten.

Dabei ist „The Tunnel – Die Todesfalle“ wohl nicht die Idee einer nach Hollywood schielenden Drehbuchautorin, sondern ziemlich nah an der norwegischen Realität. Denn vor der Filmpremiere überprüfte die Feuerwehr die Sicherheit mehrerer Tunnel, in denen der Film gedreht wurde. Ihr Fazit: Der Film ist realistisch.

Für Deutschland scheint das nicht zu gelten. So schreibt das Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST): „Für manche Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ist das Durchfahren eines Tunnels mit einem unbehaglichen Gefühl verbunden, obwohl die Unfallhäufigkeit sogar nachweislich geringer ist als außerhalb von Tunneln. Deutschlands Straßentunnel gehören zu den sichersten der Welt. Die Sicherheitsstandards der Tunnel werden regelmäßig überprüft und den neuesten Erkenntnissen angepasst. Neue Tunnel werden auf Basis der aktuellen Techniken und Bauweisen errichtet und ausgestattet, ältere Straßentunnel werden entsprechend nachgerüstet.

Grundlage für das hohe Sicherheitsniveau sind die in Deutschland geltenden „Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln“ (RABT). Zusätzlich regelt seit 2004 eine europäische Richtlinie den grundlegenden Sicherheitsstandard für Straßentunnel im transeuropäischen Netz, um ein weitgehend einheitliches Sicherheitsniveau in allen europäischen Tunneln zu erreichen.“ (BAST: Sicherheit geht vor – Straßentunnel in Deutschland, 2017)

Unter anderen gibt es alle 600 Meter Nothalte- und Pannenbuchten mit Notrufkabinen. Es gibt alle 150 Meter Notrufkabinen mit Brandmeldern und Feuerlöschern. Mindestens alle 300 Meter Notausgänge. Es gibt an jeder Fahrbahnseite Notgehwege. Es gibt eine Videoüberwachung und die Möglichkeit für Lautsprecherdurchsagen. Und es gibt eine selbstleuchtende Beschilderung, die einen auch in absoluter Dunkelheit zum nächsten Ausgang führt

Danach wäre in Deutschland und in der EU der im Film geschilderte Verlauf der Katastrophe nicht möglich.

Aktuell ist keine DVD- und Blu-ray-Veröffentlichung geplant.

The Tunnel – Die Todesfalle (Tunnelen, Norwegen 2019)

Regie: Pål Øie

Drehbuch: Kjersti Helen Rasmussen

mit Thorbjørn Harr, Ylva Lyng Fuglerud, Lisa Carlehed, Mikkel Bratt Silset, Peter Førde, Daniel Alexander Skadal, Per Egil Aske, Tor Christian Bleikli

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

EST/TVOD unter anderem bei iTunes, Amazon, Sky, Google, Maxdome, Videoload, Videociety, Chilli, On Demand und Vodafone

Hinweis

Wikipedia über „The Tunnel – Die Todesfalle“ 

 


TV-Tipp für den 16. Februar: Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie

Februar 15, 2021

Arte, 20.15

Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie (The Rise of the Murdoch Dynasty, Großbritannien 2020)

Regie: Jamie Roberts

Dreiteilige Doku, die Arte an einem Stück bis 22.45 Uhr zeigt. Es geht um Rupert Murdoch und sein, ähem, Leben und Wirken.

Hinweise

Arte über „Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie“ (bis 17. März in der Mediathek)

Rotten Tomatoes über „Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie“

Wikipedia über „Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie“ und Rupert Murdoch (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 15. Februar: Mishima – Ein Leben in vier Kapiteln

Februar 14, 2021

Arte, 22.20

Mishima – Ein Leben in vier Kapiteln (Mishima: A Life in four Chapters, USA/Japan 1985)

Regie: Paul Schrader

Drehbuch: Paul Schrader, Leonard Schrader, Chieko Schrader (teils nach Romanen von Yukio Mishima)

Kein leichter Film. Damals ein vor allem in Japan heftig umstrittener Film und erwartungsgemäß kein Erfolg an der Kinokasse. Heute einhellig als Meisterwerk gelabelt. In „Mishima – Ein Leben in vier Kapiteln“ nähert sich „Taxi Driver“-Autor Paul Schrader in der Form einer komplexen Collage Yukio Mishima, einem bedeutenden, bekannten und umstrittenen japanischen Schriftsteller, der 1970 Seppuku, eine besondere Form des Harakiri, beginn. Der 45-jährige war ein auch selbst politisch aktives Idol der extremen Rechten. Es setzte sich gegen die Verwestlichung und für eine Wiedereinsetzung des Tenno in seiner alten Machtfülle ein. In seinen von der westlichen Kultur und Vorbildern beeinflussten Büchern thematisierte er Masochismus, Bisexualität und kultische Todessehnsucht.

Ein durchaus komplexer Charakter, dem Schrader „einen schwer zugänglichen filmischen Traktat“ (Fischer Film Almanach 1986) widmete.

Schrader selbst nannte den Film „an egregiously under-budgeted labor of love production“.

Die Musik ist von Philip Glass.

mit Ken Ogata, Masayuki Shionoya, Junkichi Orimoto, Naoko Otani, Gi Riju, Masato Aizawa, Yuki Nagahara

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Mishima – Ein Leben in vier Kapiteln“

Wikipedia über „Mishima – Ein Leben in vier Kapiteln“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 14. Februar: The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer

Februar 13, 2021

Tele 5, 00.55

The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer (The Hot Spot, USA 1990)

Regie: Dennis Hopper

Drehbuch: Nona Tyson, Charles Williams

LV: Charles Williams: Hell hath no fury, The Hot Spot, 1953 (Bis dass der Mord euch scheidet, Spiel mit dem Feuer, The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer)

Aus dem Nichts taucht Harry Maddox in einem texanischen Provinzkaff auf. Er will nur die örtliche Bank überfallen. Aber nachdem er mit zwei Frauen ein Verhältnis beginnt, gerät sein einfacher Plan aus dem Ruder.

Schwüler Film Noir mit einem glänzenden Soundtrack (Miles Davis, John Lee Hooker) und grandios aufspielenden Schauspielern. Eine gelungene Liebeserklärung an die Klassiker.

Mit Don Johnson, Virginia Madsen, Jennifer Connelly, Charles Martin Smith, William Sadler, Jerry Hardin

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Hot Spot“

Wikipedia über „The Hot Spot“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Charles Williams


TV-Tipp für den 13. Februar: Kehraus

Februar 12, 2021

BR, 22.00

Kehraus (Deutschland 1983)

Regie: Hanns Christian Müller

Drehbuch: Hanns Christian Müller, Gerhard Polt, Carlo Fedier

Gabelstaplerfahrer Ferdinand Weitel will mehrere vollkommen unsinnige und hoffnungslov überteuerte Versicherungen, die er abgeschlossen hat, rückgängig machen. Bei seinem Besuch in der Versicherung und der Suche nach einem Verantwortlichen platzt er in die dortige Faschingsfeier.

Gerhard Polts Spielfilmdebüt ist „eine bundesdeutsche Komödie, die diesen Namen wirklich verdient (…) eine bitterböse Paraphrase auf mehrere bundesrepublikanische Einrichtungen und Typen.“ (Fischer Film Almanach 1984)

Kinostart war der 11. November, auch bekannt als Auftakt der närrischen Jahreszeit.

mit Gerhard Polt, Gisela Schneeberger, Nikolaus Paryla, Dieter Hildebrandt, Jochen Busse, Hans Gündther Martens, Karl Obermayr, Bruno Jonas

Wiederholung: Dienstag, 16. Februar, 3sat, 24.15 Uhr

Hinweise

Filmportal über „Kehraus“

Wikipedia über „Kehraus“


DVD-Kritik: „Vergiftete Wahrheit“ – die Sache mit der Teflon-Pfanne

Februar 12, 2021

Zum Kinostart, der pandemiebedingt letztendlich quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, schrieb ich über diesen tollen, auf einem wahren Fall Skandal basierenden Justizthriller, der viele, viele Zuschauer verdient hat:

Die Teflonpfanne – wer keine hat, kennt sie wenigstens vom Namen. Es handelt sich um eine beschichtete Pfanne, mit der man sehr gut kochen kann.

Wenn es da nicht das kleine Problem mit der Beschichtung gäbe, das DuPont lange verschwieg. Bei der Herstellung von Teflon verwendete der Chemiekonzern DuPont Perfluoroctansäure (PFOA). Diese Säure kann unter anderem Krebs verursachen. Sie sollte daher nicht in Kontakt mit Lebensmitteln geraten.

Wie groß die Probleme sind und was sie für die Betroffenen bedeuten, zeigt Todd Haynes in seinem neuesten Film „Vergiftete Wahrheit“. Ursprünglich sollte das packende und absolut sehenswerte Drama bereits im Frühjahr anlaufen. Jetzt läuft das Thrillerdrama einige Monate später an. Aktuell und wichtig ist es immer noch.

Im Mittelpunkt des Films steht der von Mark Ruffalo überzeugend gespielte Anwalt Robert ‚Rob‘ Bilott. Er hat den Aufstieg in die oberen Etagen der renommierten in Cincinnati, Ohio, residierenden Kanzlei Taft Stettinius & Hollister geschafft. Dort ist das Spezialgebiet des Wirtschaftsanwalts die Umweltgesetzgebung. Zu den Mandanten der Kanzlei gehören große Chemiefirmen, wie DuPont.

Die Sommer, die er als Kind und Jugendlicher auf der Farm seiner Großmutter in Parkersburg, West Virginia, verbrachte, sind nur noch eine ferne Erinnerung. Über diesen Teil seines Lebens redet er nicht. Nicht weil er sich dafür schämt (obwohl er als gesellschaftlicher Aufsteiger in dieser Hinsicht einen Minderwertigkeitskomplex hat), sondern weil diese Welt mit der Welt der Kanzlei nichts zu tun hat.

Eines Tages steht im Eingangsbereich der Kanzlei ein Mann, der schon durch seine Kleidung signalisiert, dass er nicht zu den normalen Kunden der Kanzlei gehört. Wilbur Tennant ist ein Farmer aus Parkersburg. Er behauptet, dass DuPont giftige Chemikalien ins Wasser leite und damit seine Kühe vergifte. Er hofft, dass Bilott sich des Falls annimmt. Auf Bilott ist er gekommen, weil bei ihnen in der Provinz sich kein Anwalt mit DuPont anlegen will, Bilott Umweltanwalt ist und er früher öfter auf dem Nachbarhof war. Er also die Gegend und die Menschen kennt und damit vertrauenswürdig ist.

Aus Pflichtgefühl gegenüber seiner Großmutter kehrt Bilott in seine alte Heimat zurück. Eigentlich will er sich nur kurz die Kühe auf dem Hof der Brüder Wilbur und Jim Tennant ansehen und ihnen dann erklären, dass Wilbur Tennants Vermutung, dass seine Kühe von DuPont vergiftet werden, falsch ist.

Damit hätte er schnell seine Pflichten gegenüber seiner Familie erledigt und er könnte wieder in sein Leben zurückkehren.

Aber er sieht bei einem seiner ersten Besuche, wie Tennant einen wild gewordenen Stier erschießen muss. Außerdem hat Tennant auf Video degenerierte und krepierende Kühe aufgenommen. Es sind Bilder, die gut in einen Horrorfilm passen würden. Auch die Landschaft und die Menschen sehen nicht gesund aus.

Diese Beobachtungen beunruhigen ihn. Er will mehr wissen und er kann seinen Chef Tom Terp überzeugen, dass sie den Fall als einen Pro-Bono-Fall übernehmen. Solche Fälle werden von Kanzleien immer wieder übernommen, um ihr soziales Image aufzupolieren.

Bilott beginnt zu recherchieren. Er lässt sich Akten von DuPont bringen. Er klagt auf die Herausgabe von Akten. Er entdeckt eine riesige Gesetzeslücke, die auf den ersten Blick nicht besteht. Die US-Umweltschutzbehörde EPA konzentriert sich bei ihren Genehmigungen und Vorschriften auf neue Chemikalien und unter welchen Bedingungen sie wie zugelassen werden können. Mit älteren Chemikalien, wie der Perfluoroctansäure (PFOA), die seit 1951 eingesetzt wird, wird sich nicht weiter beschäftigt.

Bei seinem Aktenstudium bemerkt Bilott, dass DuPont schon länger von den von PFOA ausgehenden Gefahren wusste. Unklar ist allerdings zunächst, seit wann DuPont von den Gefahren wusste, ob sie danach weiter den mit PFOA angereicherten Schlamm auf einer Deponie lagerte, von der aus die Chemikalien in das Trinkwasser des Ortes gelangten, oder ob sie damit aufhörten.

Im Sommer 1999, ungefähr ein Jahr nach seiner ersten Begegnung mit Tennant, hat Bilott genug Material zusammen, für eine Klage gegen DuPont.

Aber damit ist Bilotts Kampf noch lange nicht vorbei. Eigentlich beginnt er erst jetzt. Denn DuPont hat, wie alle Konzerne, viel Geld und Zeit, um gegen unbequeme Kläger vorzugehen. Vor allem wenn es um hohe Forderungen geht und die Klagenden todkrank sind.

Vergiftete Wahrheit“ gehört in die ehrwürdige Reihe aufklärerischer Dramen wie Michael Manns „Insider“ (wo es um die von der Tabakindustrie geleugnete Gefährlichkeit von Nikotin geht), Steven Soderberghs „Erin Brockovich“ (wo es ebenfalls um verseuchtes Wasser geht), Alan J. Pakulas Watergate-Film „Die Unbestechlichen“, Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (über die Pentagon-Papiere und was vor Watergate geschah) und, ebenfalls mit Mark Ruffalo, Tom McCarthys „Spotlight“ (über sexuellen Missbrauch von Kindern in der römisch-katholischen Kirche in Boston).

Auch Todd Haynes und den Drehbuchautoren Mario Correa und Matthew Michael Carnahan gelingt es, einen komplexen, sich über einen längeren Zeitraum erstreckenden Fall gekonnt zu verdichten und die verschiedenen Aspekte des Falls verständlich zu präsentieren. Die traditionelle Erzählweise, die sich auf die Geschichte, die Dialoge und die Schauspieler verlässt, hilft dabei.

Für Mark Ruffalo ist der von ihm gespielte Robert Bilott, ein Mann der ohne Anzug nicht leben kann, ein weiteres Highlight seiner Schauspielerkarriere.

2017 erhielt Bilott von der schwedischen Right Livelihood Foundation den Alternativen Nobelpreis. Sein Kampf ist noch lange nicht vorbei.

 

Nach der zweiten Sichtung dieser David-gegen-Goliath-Geschichte fällt (wieder) auf, wie dicht und klug die Geschichte erzählt wird. Mit einem Helden, der nicht wie Erin Brockovich eine sexy Rampensau ist, sondern ein biederer, konservativer Angestellter, für den in jeder Situation ein unauffälliger Anzug die Kleidung seiner Wahl ist.

Das Bonusmaterial, über vierzig Minuten, besteht aus einer selbstablaufenden Bildergalerie, kurzen Interviews mit Mark Ruffalo, Anne Hathaway, Tim Robbins und Todd Haynes und mehreren kurzen Featurettes. Das sind ein Mini-Making-of, „Uncovering Dark Waters“, „The cost of being a hero“ und „The real people“. Die Werbe-Featurettes sind solide gemacht und unterscheiden sich in ihrer Mischung aus Interviewschnipsel und Bildern aus dem Film und von den Dreharbeiten nicht von den Featurettes für irgendeinen anderen Film. Die wahren Hintergründe werden nur in einem Halbsatz angesprochen. Dabei wären gerade hier über den Film hinausgehende vertiefende Informationen zu DuPont, der Teflon-Pfanne, PFOA, den Auswirkungen der benutzten Chemikalien auf Mensch, Tier und Umwelt und Robert Bilotts unermüdlichen Kampf gegen DuPont interessant gewesen.

Vergiftete Wahrheit (Dark Waters, USA 2019)

Regie: Todd Haynes

Drehbuch: Mario Correa, Matthew Michael Carnahan

LV: Nathaniel Rich: The Lawyer Who Became DuPont’s Worst Nightmare (New York Times Magazine, 6. Januar 2016)

mit Mark Ruffalo, Anne Hathaway, Tim Robbins, Bill Camp, Victor Garber, Bill Pullman, Mare Winningham, William Jackson Harper

DVD

Tobis Home Entertainment/Leonine

Bild: 2,40:1 (16:9 anamorph)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englischfür Hörgeschädigte

Bonusmaterial: Trailer, OV-Trailer, Mini-Making-Of (deutsch), Featurettes (englisch), Interviews (englisch), Bildergalerie

Länge: 122 Minuten

FSK: ab 12 Jahre (Hauptfilm ab 6 Jahre; d. h. wegen eines Trailers FSK-12)

Die Blu-ray enthält zusätzlich einige B-Roll-Aufnahmen.

Eine Expertendiskussion in Hamburg während der Deutschlandpremiere des sehenswerten (Habe ich das schon einmal gesagt?) Justizthrillers

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Vergiftete Wahrheit“

Metacritic über „Vergiftete Wahrheit“

Rotten Tomatoes über „Vergiftete Wahrheit“

Wikipedia über „Vergiftete Wahrheit“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Todd Haynes‘ Patricia-Highsmith-Verfilmung „Carol“ (Carol, USA/Großbritannien/Frankreich 2015)

Meine Besprechung von Todd Haynes‘ „Vergiftete Wahrheit“ (Dark Waters, USA 2019)


TV-Tipp für den 12. Februar: Making Waves: The Art of Cinematic Sound

Februar 11, 2021

Arte, 21.55

Making Waves: The Art of Cinematic Sound (Making Waves: The Art of Cinematic Sound, USA 2019)

Regie: Midge Costin

Drehbuch: Bobette Buster

TV-Premiere einer hochgelobten spielfilmlangen Doku über den Ton bei Filmen. Und wie wichtig er beim Erzählen einer Geschichte ist.

mit Walter Murch, Ben Burtt, Gary Rydstrom, George Lucas, Steven Spielberg, Robert Redford, Barbra Streisand, Ryan Coogler, David Lynch, Ang Lee, Sofia Coppola, Peter Weir, Christopher Nolan

Hinweise

Homepage zum Film

Arte über „Making Waves“ (bis zum 13. März in der Mediathek)

Rotten Tomatoes über „Making Waves“

Wikipedia über „Making Waves“


DVD-Kritik: Der gelungene Blumhouse-Horrorfilm „The Vigil – Die Totenwache“

Februar 11, 2021

Ist es wirklich eine gute Idee, sich während des Lockdowns, nach Sonnenuntergang allein zu Hause einen Horrorfilm anzusehen, in dem ein junger Mann eine Nacht mit einem Toten in einem ziemlich einsamen Haus voller knarrender Stufen und geisterhafter Erscheinungen verbringt? Und er dann auch noch in den dunklen Keller, aus dem Geräusche ertönen, geht?

Wahrscheinlich nicht.

Aber dann würde man Keith Thomas‘ „The Vigil – Die Totenwache“ verpassen. Keith Thomas veröffentlichte die nicht übersetzten Spannungsromane „The Clarify“ und „Dahlia Black“ und soll jetzt für Blumhouse Stephen Kings „Feuerkind“ (Firestarter, 1980) verfilmen.

Mit seinem Filmdebüt „The Vigil – Die Totenwache“ bewies er sein Talent für Horror und Suspense. Eine Totenwache wird unter Juden in der Nacht vor der Beerdigung des Toten abgehalten. Der Wächter soll die Seele des Verstorbenen durch seine Gebete beschützen. Normalerweise übernehmen Familienmitglieder diese Aufgabe. Wenn das nicht möglich ist, übernimmt ein Stellvertreter die Aufgabe des Schomers. So ein Stellvertreter ist Yakov Ronen (Dave Davis). Er möchte nach einem traumatischen Erlebnis die chassidische Gemeinde in Brooklyn verlassen. Da bittet ihn der Rabbiner, gegen Geld, die Totenwache bei einem gerade verstorbenem Gemeindemitglied zu übernehmen. Litvak war Holocaust-Überlebender. Mit seiner Frau (Lynn Cohen, bekannt als Golda Meir in Steven Spielbergs „München“) lebte er seit Ewigkeiten in einem Haus in Brooklyn, das inzwischen wie ein heruntergekommenes Relikt aus den fünfziger Jahren wirkt. Mit schummeriger Beleuchtung, durchbrennenden Glühbirnen, knarrenden Stufen, bräunlich vergilbten Tapeten, altertümlichen Möbeln und einer mitten im Wohnzimmer aufgebahrten Leiche, die mit einem strahlend weißen Betttuch zugedeckt ist.

Dass die Totenwache für Yakov eine Nacht wird, in der er sich auch seinen inneren Dämonen stellen muss, ist klar.

The Vigil – Die Totenwache“ ist ein überzeugendes Debüt. Wie auch bei anderen Blumhouse-Horrorfilmen ist das Budget mehr als überschaubar. Eigentlich gibt es nur das Haus des Toten, bestehend aus Wohnzimmer, Küche und Keller, und einen Schauspieler. Die anderen Schauspieler haben, bis auf die Ehefrau des Toten und den Rabbi, nur kurze Auftritte. Bekannte Namen, die jeder kennt, sind nicht dabei.

Die von Thomas erfundene Geschichte wurzelt tief im jüdischen Glauben. Der Spannungsaufbau ist vorbildlich und alles ist äußerst elegant gefilmt. In jedem Bild ist offensichtlich, dass Thomas und sein Kameramann Zach Kuperstein („The Eyes of my Mother“, „Jonathan“) sich vorher überlegten, was sie wie zeigen wollen. So ist, beispielsweise, wenn Yakov die ersten Minuten im Haus des Toten verbringt, sich in der fremden Wohnung umsieht und mit seinem Telefon spielt, die Leiche immer so im Bild, dass ich (und damit jeder Zuschauer) nur darauf wartet, dass sich die Leiche bewegt oder etwas Unheimliches im Bildhintergrund auftaucht. Auch die Musik (von Michael Yezerski) und die Geräusche verstärken die unheimliche Stimmung gelungen. Die wenigen Jumpscares sind da störende Rückfälle in gewohnte Horrorfilmkonventionen.

Viel wichtiger als kurze Schockmomente ist die unheimliche Atmosphäre und das Gefühl einer dämonischen Bedrohung. Das macht „The Vigil – Die Totenwache“ zu einem spannenden, gelungenem und empfehlenswerten Film voller Suspense.

Horrorfilmfans, die einfach nur einen gewöhnlichen Geisterhorrorfilm sehen wollen, werden dagegen enttäuscht sein. „The Vigil – Die Totenwache“ ist nicht ‚das verwunschene jüdische Horrorhaus mit kreischenden und gemeuchelten Teenagern‘.

The Vigil – Die Totenwache (The Vigil, USA 2019)

Regie: Keith Thomas

Drehbuch: Keith Thomas

mit Dave Davis, Menashe Lustig, Malky Goldman, Lynn Cohen, Fred Melamed, Ronald Cohen, Nati Rabinowitz

DVD

EuroVideo

Bild: 2,39:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer

Länge: 86 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Blu-ray identisch und selbstverständlich auch digital verfügbar.

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „The Vigil“

Metacritic über „The Vigil“

Rotten Tomatoes über „The Vigil“

Wikipedia über „The Vigil“ 


TV-Tipp für den 11. Februar: Liebe und Intrigen

Februar 10, 2021

Servus TV, 20.15

Liebe und Intrigen (Crime d’amour, Frankreich 2010)

Regie: Alain Corneau

Drehbuch: Alain Corneau, Nathalie Carter

Christine (Kristin Scott Thomas) ist die Managerin der französischen Abteilung eines US-Konzerns, die kurz vor einer Beförderung in die USA steht und die ihre Untergebenen schamlos manipuliert. Auch die sie bewundernde Isabelle (Ludivine Sagnier), die irgendwann auch anerkannt werden möchte. Es beginnt ein tödlicher Zickenkrieg voller Wendungen und Überraschungen.

„Love Crime“ ist ein edler französischer Noir. Ein elegant inszenierter Kriminalfilm, der fest in der Tradition des französischen Kriminalfilms steht und seine Vorbilder in den Filmen der sechziger und siebziger Jahre hat, in denen man niemals sicher sein konnte, welche Gerechtigkeit, falls überhaupt, am Ende siegt.

Das Sahnehäubchen ist die Musik von Pharoah Sanders.

mit Ludivine Sagnier, Kristin Scott Thomas, Patrick Mille, Guillaume Marquet, Gérald Laroche, Julien Rochefort, Olivier Rabourdin

auch bekannt als „Love Crime“ (DVD-Titel)

Wiederholung: Freitag, 12. Februar, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

AlloCine über „Love Crime“

Rotten Tomatoes über „Love Crime“

Wikipedia über „Love Crime“ (englisch, französisch)

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Wahl der Waffen“ (Le choix des armes, Frankreich 1981)

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Love Crime“ (Crime d’amour, Frankreich 2010)

Mein Nachruf auf Alain Corneau

Alain Corneau in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 10. Februar: Unstoppable – Außer Kontrolle

Februar 9, 2021

Kabel 1, 20.15

Unstoppable – Außer Kontrolle (Unstoppable, USA 2010)

Regie: Tony Scott

Drehbuch: Mark Bomback

Zugfahren mit „Last Boy Scout“ Tony Scott: nach „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ lässt Tony Scott in seinem letzten Spielfilm den feuchten Traum jedes Trassenküssers wahr werden: ein Zug mit sehr gefährlicher Ladung donnert im Affentempo auf sein Ziel zu. Nur zwei Männer wissen, wie man die Superduperkatastrophe verhindern kann. Sie besteigen den fahrenden Zug.

„Unstoppable“ basiert auf wahren Ereignissen. Aber die Macher haben sich einige spannungsfördernde Freiheiten genommen.

mit Chris Pine, Denzel Washington, Rosario Dawson

Wiederholung: Donnerstag, 11. Februar, 00.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über “Unstoppable – Außer Kontrolle”

Rotten Tomatoes über “Unstoppable – Außer Kontrolle”

Wikipedia über “Außer Kontrolle” (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 9. Februar: Atemlos vor Angst

Februar 8, 2021

Servus TV, 22.05

Atemlos vor Angst (Sorcerer, USA 1977)

Regie: William Friedkin

Drehbuch: Walon Green

LV: Georges Arnaud: Le salaire de peur, 1952 (Lohn der Angst)

Vier im lateinamerikanischen Dschungel gestrandete Existenzen erhalten die Chance auf einen Neuanfang. Sie müssen nur zwei mit Nitro bepackte Laster durch den unwegsamen Dschungel zu einer Ölbohrstelle fahren. Wer von ihnen wird den Höllentrip überleben?

Georges Arnauds kurzer, spannender Thriller wurde bereits 1952 als „Lohn der Angst“ erfolgreich verfilmt. Friedkins sträflich unterschätztes Remake konzentriert sich in der europäischen Version stärker auf die Spannungsmomente.

Die zeitgenössische Filmkritik verglich das Remake mit dem hochgeschätzten Original und verriss den Film ziemlich einhellig. Das Publikum sah sich lieber Weltraumschlachten an.

Servus TV zeigt die zweistündige Originalfassung.

Die Musik ist von Tangerine Dream.

Mit Roy Scheider, Bruno Cremer, Francisco Rabal, Amidou

Wiederholung: Mittwoch, 10. Februar, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Atemlos vor Angst“

Wikipedia über „Atemlos vor Angst“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 8. Februar: Früchte des Zorns

Februar 7, 2021

Arte, 20.15

Früchte des Zorns (The Grapes of Wrath, USA 1940)

Regie: John Ford

Drehbuch: Nunnally Johnson

LV: John Steinbeck: The Grapes of Wrath, 1939 (Früchte des Zorns)

Selten gezeigter Filmklassiker über verzweifelte Farmer, die in den USA während der Weltwirtschaftskrise (vor gut hundert Jahren) um ihr Land gebracht wurden und sich auf den Weg nach Kalifornien machen. Dort soll es fruchtbaren Boden geben.

das wohl beste Werk John Fords, das dieser außerhalb des Western-Genres drehte.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

mit Henry Fonda, Jane Darwell, John Carradine, Charley Grapewin, Dorris Bowdon

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Früchte des Zorns“

Wikipedia über „Die Früchte des Zorns“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Österreichisches Filmmuseum/Viennale(herausgegeben von Astrid Johanna Ofner und Hans Hurch) „John Ford“ (2014)


TV-Tipp für den 7. Februar: Elvis & Nixon

Februar 6, 2021

Tele 5, 00.40

Elvis & Nixon (Elvis & Nixon, USA/Deutschland 2016)

Regie: Liza Johnson

Drehbuch: Joey Sagal, Hanala Sagal

Am 21. Dezember 1970 treffen sich im Oval Office US-Präsident Richard Nixon und Sänger Elvis Presley. Von dem Treffen gibt es ein Bild, aber keinen Tonmitschnitt. In der wunderschönen Komödie/Charakterstudie „Elvis & Nixon“ erfahren wir jetzt, wie es zu dem Treffen kam (keine leichte Angelegehnheit für die Kofferträger der beiden prominenten Männer) und was damals im Weißen Haus geschah. Denn Elvis war von der Hippie(un)kultur genervt und er wollte als Undercover-FBI-Agent gegen die Langhaarigen, die Kommunisten und Drogen kämpfen.

TV-Premiere eines rundum gelungenen Films mit viel Zeitkolorit über eine kleine, unbedeutende Anekdote der Weltgeschichte zu einer unmöglichen Uhrzeit.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Michael Shannon, Kevin Spacey, Alex Pettyfer, Johnny Knoxville, Colin Hanks, Evan Peters, Sky Ferreira, Tracy Letts

Hinweise

Moviepilot über „Elvis & Nixon“

Metacritic über „Elvis & Nixon“

Rotten Tomatoes über „Elvis & Nixon“

Wikipedia über „Elvis & Nixon“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Liza Johnsons „Elvis & Nixon“ (Elvis & Nixon, USA/Deutschland 2016)


TV-Tipp für den 6. Februar: Tatort: Trimmel hält ein Plädoyer

Februar 5, 2021

NDR, 23.30

Tatort: Trimmel hält ein Plädoyer (Deutschland 1978)

Regie: Peter Schulze-Rohr

Drehbuch: Friedhelm Werremeier

LV: Friedhelm Werremeier: Trimmel hält ein Plädoyer, 1976 (überarbeitete Ausgabe 1983)

Kommissar Trimmel glaubt, den Richtigen erwischt zu haben. Aber ein Verteider paukt den Mordverdächtigen heraus. Denn: Im Zweifel für den Angeklagten.

Werremeiers Auseinandersetzung mit dem Rechtsstaat, den Rechten der Polizei, denen der Beschuldigten und dem Auftreten von Starverteidigern (damals eindeutig Rolf Bossi). Immer noch aktuell, immer noch spannend.

Mit Walter Richter, Ulrich von Bock, Joachim Richert, Wolf-Dietrich Berg, Volker Eckstein, Klaus Herm, Karl-Heinz Vosgerau, Horst Michael Neutze

Hinweise

Tatort-Fundus über Kommissar Paul Trimmel

Wikipedia über „Trimmel hält ein Plädoyer“

Krimilexikon über Friedhelm Werremeier

Meine Besprechung von Friedhelm Werremeiers „Trimmels letzter Fall“ (2009)


TV-Tipp für den 5. Februar: Minority Report

Februar 4, 2021

RTL II, 22.05

Minority Report (Minority Report, USA 2002)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Scott Frank, Jon Cohen

LV: Philip K. Dick: The Minority Report, 1956 (erstmals erschienen in Fantastic Universe, Januar 1956, Der Minderheiten-Bericht, Kurzgeschichte)

Schöne neue Welt: 2054 werden in Washington, D. C., Verbrecher bereits vor der Tat, aufgrund der Prognose von Precogs, verhaftet. Ein perfektes System, bis die Precogs sagen, dass der Polizist John Anderton bald einen Mann, den er überhaupt nicht kennt, umbringen wird. Anderton glaubt nicht an die Prognose. Er flüchtet und versucht herauszufinden, warum er zum Mörder werden soll.

Guter, etwas zu lang geratener Science-Fiction-Thriller, der für den Bram-Stoker-, Nebula- und Hugo-Preis nominiert war und den Saturn-Preis erhielt.

mit Tom Cruise, Colin Farrell, Samantha Morton, Max von Sydow, Lois Smith, Peter Stormare, Frank Grillo

Wiederholung: Samstag, 6. Februar, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Minority Report“

Wikipedia über „Minority Report“ (deutsch, englisch)

Homepage von Philip K. Dick

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 4. Februar: Mandela – Der lange Weg zur Freiheit

Februar 3, 2021

RBB, 20.15

Mandela – Der lange Weg zur Freiheit (Mandela: Long Walk to Freedom, USA 2013)

Regie: Justin Chadwick

Drehbuch: William Nicholson

LV: Nelson Mandela: Long Walk to Freedom, 1995 (Der lange Weg zur Freiheit)

Sehenswertes Biopic über Nelson Mandela.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Idris Elba, Naomi Harris, Tony Kgoroge, Riaad Moosa, Fana Mokonea

Wiederholung: Freitag, 5. Februar, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“

Metacritic über „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“

Rotten Tomatoes über „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“

Wikipedia über „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“ (deutsch, englisch) und Nelson Mandela

Meine Besprechung von Justin Chadwicks „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“ (Mandela: Long Walk to Freedom, USA 2013)

Meine Besprechung von Justin Chadwicks „Tulpenfieber“ (Tulip Fever, USA/Großbritannien 2017)


TV-Tipp für den 3. Februar: Girl

Februar 2, 2021

Arte, 20.15

Girl (Girl, Belgien/Niederlande 2018)

Regie: Lukas Dhont

Drehbuch: Lukas Dhont, Angelo Tijssens

TV-Premiere. Feinfühliges, in Cannes mehrfach ausgezeichnetes Drama über einen fünfzehnjährigen Jungen, der gerne ein Mädchen und Balletttänzerin wäre.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Victor Polster, Arieh Worthalter, Oliver Bodart, Tijmen Govaerts, Katelijne Damen, Valentijn Dhaenens

Hinweise

Moviepilot über „Girl“

Metacritic über „Girl“

Rotten Tomateos über „Girl“

Wikipedia über „Girl“ (deutsch, englisch, niederländisch)

Meine Besprechung von Lukas Dhonts „Girl“ (Girl, Belgien/Niederlande 2018)