Servus TV, 22.30 Rampart – Cop außer Kontrolle(Rampart, USA 2011)
Regie: Oren Moverman
Drehbuch: James Ellroy, Oren Moverman
Los Angeles, kurz nach dem Rampart-Skandal: der rassistische Streifenpolizist Dave Brown verprügelt vor laufender Kamera einen Mann. Jetzt soll Brown geopfert werden, um das Image der Polizei wieder herzustellen.
Woody Harrelson hält diesen Film zusammen. Als erstklassig besetzte Charakterstudie überzeugt „Rampart“, der eindeutig vom US-amerikanischen New Hollywood der siebziger Jahre, als der „Taxi Driver“ und „Der Pate“ das Publikum mit komplexen und wenig vorbildlichen Charakteren konfrontierte, und dem europäischen Kino inspiriert ist. Mehr in meiner ausführlichen Besprechung, die mit vielen O-Tönen von Oren Moverman und Woody Harrelson garniert ist.
mit Woody Harrelson, Robin Wright, Anne Heche, Cynthia Nixon, Steve Buscemi, Ice Cube, Sigourney Weaver, Ben Foster, Ned Beatty, Jon Bernthal, Brie Larson Wiederholung: Sonntag, 21. Juni, 02.05 Uhr (Taggenau!)
Pro7, 20.15 Django Unchained (Django Unchained, USA 2012)
Regie: Quentin Tarantino Drehbuch: Quentin Tarantino
Wilder Westen: Nachdem der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz Django aus der Sklaverei befreite und sie das erkleckliche Kopfgeld für die Brittle-Brüder kassierten, machen sie sich auf die Suche nach Djangos Frau Broomhilda (oder Brunhilde). Ihre Suche führt sie nach Candyland, der Farm des durchtriebenen Südstaatlers und Sklavenhalters Calvin Candie.
„Django Unchained“ ist ein typischer Quentin-Tarantino-Film, mit vielen bekannten Gesichtern, teilweise in Kleinstrollen, die dieses Mal unter der Maske von Bart und Dreck kaum bis überhaupt nicht erkennbar sind. Als Tarantino- und Western-Fan hat mir die Nummernrevue, bei der Tarantino einfach die vertrauten Pfade in einem anderen Setting abschreitet, durchaus gefallen. – Mehr in meiner ausführlichen Filmbesprechung.
mit Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson, Kerry Washington, Walton Goggins, Dennis Christopher, Don Johnson, Laura Cayouette, James Remar, James Russo, Nichole Galacia, Dana Gourrier, Don Stroud, Bruce Dern, Lee Horsley, Zoe Bell, Michael Bowen, Robert Carradine, Tom Savini, Rex Linn, Ned Bellamy, Michael Parks, Quentin Tarantino, Franco Nero Wiederholung: Sonntag, 21. Juni, 22.45 Uhr (Dann wahrscheinlich ungekürzt. Immerhin ist der Film FSK-16.)
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Die Bildergeschichte zum Film
Mehr oder weniger parallel zum Film erschien auch eine Comic-Version von „Django Unchained“, über die Quentin Tarantino sagt: „Dieser Comic ist im Grunde die erste Entwurfsfassung des Drehbuchs. Sämlichtes Material, das es am Ende doch nicht in den Film geschafft hat, ist in der vorliegenden Ausgabe sehr wohl enthalten.“ Dafür wurde dann an anderen Stellen, vor allem bei den Dialogen, gekürzt. Aber insgesamt ist der Comic eine schöne Ergänzung zum Film, die für Tarantino- und Western-Fans eine unterhaltsame Lektüre ist.
Dass die Geschichte mir im Comic schlüssiger als im Film erschien, hat wohl damit zu tun, dass ich die Spaghettiwestern-Geschichte schon bis zur letzten Wendung kannte und, so meine Erinnerung an den Film, einige Szenen umgestellt wurden.
In jedem Fall ist „Django Unchained“ ein großer Spaß für den Western-Fan.
– Quentin Tarantino (Originaldrehbuch)/Reginald Hudlin (Adaption)/R. M. Guéra/Jason Latour/Denys Cowan/Danijel Zezelj/John Floyd (Zeichnungen): Django Unchained (übersetzt von Dietmar Schmidt) Eichborn, 2013 272 Seiten
19,99 Euro
– Originalausgabe
Django Unchained
Vertigo/DC Comics, 2013
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Eis in seiner ursprünglichen Form findet man im Moment nur im Tiefkühlfach und Schnee (also diesen Schnee, nicht den anderen Schnee) nirgends. Immerhin zeigt dieser Schneewestern uns, wie Schnee aussieht:
Servus TV, 22.15
Leichen pflastern seinen Weg (Il grande silenzio, Italien/Frankreich 1968)
Regie: Sergio Corbucci
Drehbuch: Sergio Corbucci, Mario Amondola, Vittoriani Petrilli, Bruno Corbucci
Kultiger Schneewestern, den Quentin Tarantino auch als eines der Vorbilder für seinen Schneewestern „The Hateful 8“ nennt. Der Plot für das, den Zeitgeist treffenden, muntere Töten mit gesellschafts- und kapitalismuskritischer Agenda: der stumme Silenzio (Trintignant), der nur in Notwehr tötet, soll den skrupellosen Kopfgeldjäger Loco (Kinski) töten.
„Mit ‚Leichen pflastern seinen Weg‘ schuf Corbucci im Übergang zu den 70er-Jahren den ebenso melancholischen wie bitteren Abgesang auf ein bereits im Verfall begriffenes Genre, den Italo-Western. In jeder Einstellung merkt man Corbucci die Bemühung an, ein letztes, ultimatives Bild zu finden für eine erstarrende, in Korruption und Hass erstickende Welt, überzogen von einer endlosen, eher stumpfen als glitzernden Schneedecke.“ (Marcus Stigglegger in Filmgenres: Western)
Die Musik ist von Ennio Morricone.
Und eigentlich sollte man den Film auf der großen Leinwand sehen.
mit Jean-Louis Trintignant, Klaus Kinski, Frank Wolff, Vonetta McGee
Barkeeper Don Jon (Joseph Gordon-Levitt) ist ein echter Frauenschwarm, der aber Internetpornos jeder echten Beziehung vorzieht. Da lernt er Barbara (Scarlett Johansson) kennen und verliebt sich in die Schönheit, die an die große, romantische Liebe glaubt und dummerweise seine Internetsucht nicht tolerieren will.
Nach einigen Kurzfilmen das überaus gelungene Spielfilmdebüt von Joseph Gordon-Levitt, der ein ernstes Thema unterhaltsam inszenierte.
mit Joseph Gordon-Levitt, Scarlett Johansson, Julianne Moore, Tony Danza, Brie Larson
Als Moderator bin ich selbstverständlich begeistert über den Film (Er ist wirklich gut!) und voller Vorfreude auf das Gespräch. Daher gibt es jetzt ein Copy&Paste der Ankündigung:
‚Sie war eine Freundin.‘
(eine von der Überwachung betroffene Frau)
Am Mittwoch, den 17. Juni, unterhalten wir uns um 20.00 Uhr mit Prof. Dr. Hartmut Aden (HWR Berlin) und den Regisseuren Hannes Obens und Claudia Morar über ihren Dokumentarfilm „Im inneren Kreis“ und die Problematik von polizeilichen und geheimdienstlichen Undercover-Einsätzen in friedlichen linken Zusammenhängen.
Iris P. führte enge Freundschaften und ging intime Beziehungen mit Menschen ein, die sie zugleich ausspionierte. Als Verdeckte Ermittlerin „Iris Schneider“ forschte sie jahrelang die linke Szene und die „Rote Flora“ in Hamburg aus. Nach ihrer medienwirksamen Enttarnung im Jahr 2014 flogen innerhalb von 18 Monaten zwei weitere Verdeckte Ermittlerinnen in Hamburg auf: Maria B. (Tarnname „Maria Block“) und Astrid O. (alias Astrid Schütt). Auch sie arbeiteten mit ähnlichen Methoden wie Iris P. und waren viele Jahre undercover in der linken Szene unterwegs.
Und auch im idyllischen Heidelberg hat sich der Polizist Simon B. 2010 eigens an der Universität immatrikuliert, um linke Studierende auszuspähen, die nicht im Traum damit gerechnet hätten, einmal ins Fadenkreuz staatlicher Überwachung zu geraten.
Eindrucksvoll erzählen die Protagonisten aus ganz unterschiedlichen Perspektiven ihre Geschichten. Überwachte Menschen aus dem Umfeld der „Roten Flora“ in Hamburg und junge Studierende aus Heidelberg, aber auch politisch und juristisch Verantwortliche kommen zu Wort, wie der frühere Generalbundesanwalt Kay Nehm.
Was bedeutet die meist abstrakt scheinende Überwachung wirklich? „Im inneren Kreis“ nähert sich dieser aktuellen gesellschaftlichen Fragen auf eine sehr persönliche und konkrete Art: Welche Folgen hat Überwachung für den Einzelnen und für die gesamte Gesellschaft? Wie frei können überwachte Menschen sein?
Zur Filmreihe
Die monatliche Filmreihe im Lichtblick-Kino, mit Dokumentarfilmen über Bürger- und Menschenrechte. Filmemacher*innen und Expert*innen diskutieren mit dem Publikum über Fragen, die Menschen in der Stadt bewegen, lokal und global: Rassismus und Diskriminierung, Überwachung und Datenspeicherung, Teilhabe an einer gerechten Gesellschaft – Menschsein und Menschenrechte in der digitalen Welt. Die Filmreihe versteht sich auch als Plattform für Berliner Bürger und Menschenrechts-Initiativen, die zu den in den Filmen verhandelten Fragen arbeiten.
Die Filmreihe wird organisiert von der Humanistischen Union, Deutschlands ältester Bürgerrechts-Organisation (mitbegründet von Fritz Bauer), One World Berlin – Human Rights Film Festival, das sich seit 2004 durch Menschenrechts-Filmarbeit engagiert, und dem Lichtblick-Kino.
Aufgrund der Coronavirus-Pandemie und der damit verbundenen Schließung von Kinos führen wir die Filmreihe aktuell im Netz fort.
Hinweise zum Gespräch
Weil das Gespräch aufgezeichnet wird, sollte, wie bei allen Videokonferenzen, folgendes beachtet werden:
– Mit Firefox oder Chrome sollte die Teilnahme problemlos funktionieren. Es empfiehlt sich in jedem Fall, die neueste Version des Browsers zu verwenden. Werbe- und Pop-up-Blocker müssen unter Umständen deaktiviert werden.
– Die Anmeldung erfolgt direkt über den Browser mit einem beliebigen Namen.
– Bitte Mikrophon und Kamera ausschalten. Beides kann, wenn nötig, später eingeschaltet werden.
– Wenn möglich ein Headset verwenden.
– Mit der Teilnahme an der Veranstaltung bist Du mit einer späteren Veröffentlichung einverstanden.
Dieser Punkt ist wichtig, wenn Du dich mit Ton und Bild zu Wort meldest.
Im Chat ist auch eine anonyme Wortmeldung möglich.
„Die Polizei: Dein Freund und Helfer.“ das war einmal, wenn man den Klage von Polizisten, Polizeigewerkschaften und den Opfern von Polizeigewalt glaubt. Sebastian Bellwinkel begibt sich in seiner 75-minütigen Doku in Deutschland und Frankreich auf Spurensuche. Und er fragt, wie das Verhältnis von Polizei und Bürger verbessert werden kann. Vielleicht, wie in England und Wales, durch eine unabhängige Einheit, die beim Verdacht von Polizeigewalt ermittelt.
Ältere Semester, die nicht gerne ‚ältere Semester‘ genannt werden, weil sie sich noch so wahnsinnig jung fühlen, es aber nicht mehr sind (was spätestens bei der Nennung ihres Lieblingsfilms als Teenager, der Lieblingsband und dem ersten Leinwandstar, in den man hoffnungslos verliebt war, auffällt), werden sich beim Konzept von „World Taxi“ spontan an Jim Jarmusch wundervollen Taxifahrerfilm „Night on Earth“ erinnern. In dem Film von 1991 erzählt Jarmusch fünf vollkommen erfundene Geschichten mit verschiedenen Taxifahrern und Tom Waits komponierte den traumhaften Soundtrack.
Auch Philipp Majer begleitet in seinem Film fünf Taxifahrer. Ebenfalls vier Männer und eine Frau. Allerdings, bis auf die Berliner Taxifahrerin, vor allem tagsüber und seine Taxifahrer sind echte Taxifahrer. Denn „World Taxi“ ist ein Dokumentarfilm, der die Welt durch den Blick auf die Rückbank des Taxis zeigt.
Seine Fahrer sind Destan aus Pristina (Kosovo), Mamadou aus Dakar (Senegal, Sergio aus El Paso (USA), Tony aus Bangkok (Thailand) und Bambi aus Berlin (Deutschland). So unterschiedlich diese fünf Fahrer sind, haben sie doch eine Gemeinsamkeit: sie unterhalten sich mit ihren Fahrgästen. Diese erzählen, woher sie kommen, wohin sie wollen und auch, was sie gerade bewegt. Das gibt einen Blick in das Leben der Städte, in denen die Taxisfahrer arbeiten. Wenn sie gerade keine Passagiere befördern, erzählen sie Regisseur Philipp Majer von sich. Sie erzählen auch von ihrem Land und den Konflikten. So weist Sergio darauf hin, dass die in den USA arbeitenden Mexikaner arbeiten verrichteten, die kein US-Amerikaner tun möchte. Gleichzeitig fährt er junge Frauen für Operationen von den USA nach Mexiko. Nur dort können sie sie, wegen der grotesken Struktur des US-Gesundheitswesens, bezahlen.
In Pristina geht es bei den Gesprächen zwischen dem Fahrer und seinen Kunden, denen er auch mal den Fahrpreis erlässt, um die Nachwehen des Kosovokrieges. In Dakar diskutieren drei Frauen auf der Rückbank lautstark untereinander und mit Mamadou über die Mehrehe und welches Verhältnis die verschiedenen Frauen zueinander haben. Also welche Frau sich mit welcher Frau verschwestert. In Bangkok wird auch über das Nachtleben und den Tourismus gesprochen. Und Bambi fährt durch das im Moment vollkommen zum Erliegen gekommene Nachtleben der deutschen Hauptstadt.
Die Inspiration für „World Taxi“ war für Majer vor fünf Jahren eine Taxifahrt in Roswell, New Mexico/USA, mit einem Fahrer, der, so Majer, direkt aus Jarmuschs „Night on Earth“ kommen könnte. „Während dieser kurzen Fahrt kam mir die Idee zu diesem Dokumentarfilm. Im Taxi können Menschen innerhalb weniger Minuten ihr Herz ausschütten oder brisante politische Meinungen äußern, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Im Taxi gelten andere Regeln, überall auf der Welt. Genau das finde ich spannend“, so Majer. Nicht beachtet hatte er allerdings Jarmuschs Hinweis, dass die Dreharbeiten für den Spielfilm wesentlich komplizierter waren, als er gedacht hatte. Für einen Dokumentarfilm und dank der zunehmend kleiner werdenden Kamera- und Tontechnik, gingen die Dreharbeiten dann bedeutend einfacher. Trotzdem war Majer sein eigener Kameramann. Während der im Mittelpunkt des Film stehenden Taxifahrten saß er, entgegen der Fahrtrichtung auf dem Beifahrersitz.
Der Film selbst ist, nun, wie eine Taxifahrt. Kurzweilig, amüsant, immer wieder mit überraschenden Einsichten, aber nie sehr in die Tiefe gehend und von Majer so komponiert, dass der Eindruck von einer Schicht entsteht.
Kirschblüten und rote Bohnen (An, Japan/Frankreich/Deutschland 2015)
Regie: Naomi Kawase
Drehbuch: Naomi Kawase
LV: Durian Sukegawa: An, 2013 (Kirschblüten und rote Bohnen)
Sentaro, Pächter eines Imbisses, der Dorayaki (Pfannkuchen mit Bohnenpaste) verkauft, stellt die weit über siebzigjährige, schrullig-versponnene Tokue ein. Schnell begeistert ihre Bohnenpaste Sentaro und alle seine Kunden. Aber warum sind Tokues Hände so verkrüppelt?
Gewohnt feinfühlig von Naomi Kawase erzählter Aufruf zu Humanität, Mitmenschlichkeit und Toleranz.
Drehbuch: Roland Kibee, James R. Webb (nach einer Story von Borden Chase)
1866 machen die beiden Glücksritter Trane und Erin Mexiko unsicher. Denn sie sind nicht politischen Ideologien, sondern grünen Scheinen treu.
Damals ein gewaltiger Erfolg an der Kasse, später eines der Vorbilder für den Spaghetti-Western und heute immer noch höchst unterhaltsam anzusehen, wie zwei Jungs mit einigen lässigen Sprüchen und Schüssen die mexikanische Revolution zur Operette degradieren.
Mit Gary Cooper, Burt Lancaster, Denise Darcel, Cesar Romero, Ernest Borgnine, Charles Bronson (noch als Charles Buchinsky), Jack Elam
Wilder Westen, 1870: der sechzehnjährige Schotte Jay Cavendish sucht seine aus Schottland geflüchtete große Liebe Rose Ross und eigentlich ist das Greenhorn zwischen Kopfgeldjägern, Indianern und allen anderen Wild-West-Gefahren zum Sterben verdammt. Wenn ihm nicht Silas Selleck, ein Revolverheld mit unklaren Absichten, helfen würde.
Schöner kleiner Western mit angenehm kurzer Laufzeit. Die Western Writers of America zeichneten den Film mit dem Spur Award als besten Western des Jahres aus.
Die achtjährige Jana hat einen tödlichen Herzfehler. Als nach langem Warten immer noch kein Spenderherz verfügbar ist und Janas Überlebenschancen beständig kleiner werden, bittet Janas Vater Micha illegale Organhändlern um Hilfe.
TV-Premiere. „Das Leben meiner Tochter“ ist ein ambitioniertes Fernsehspiel, das deutlich unter den Möglichkeiten des Themas bleibt.
Ähnlich urteilt das Lexikon des internationalen Films: „zielt (…) etwas zu offensichtlich auf das gesellschaftlich strittige Thema der Organspende und tendiert dadurch eher zum formelhaften Aufklärungsfilm.“
Drehbuch: Roger Spottiswoode, Walter Hill, Larry Gross, Steven E. de Souza
Detective Jack Cates hat ’nur 48 Stunden‘ um den flüchtigen Schwerverbrecher Albert Ganz zu schnappen. Der Knacki Reggie Hammond soll ihm helfen.
Ein Klassiker. Hill verband das Buddy-Movie mit dem Actionfilm und landete einen Kassenhit. Nolte ist dabei der ewig schlecht gelaunte, Regeln brechende Cop und Murphy, in seinem ersten Filmauftritt, eine wahre Quasselstrippe.
„Hill erzählt diese im Grund sehr simple Geschichte ungeheuer direkt, kraftvoll und mit einer Wucht, dass die Gewalt beinahe physisch spürbar wird. Seine rasantes Schnittfolgen lassen keine Entspannung zu und treiben die Story und die gewitzten Dialoge mit Höchstdruck voran.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm, 1989)
Danach, um 00.45 Uhr, zeigt ZDFneo die nicht so wahnsinnig überzeugende Fortsetzung „Und wieder nur 48 Stunden“
Mit Nick Nolte, Eddie Murphy, Annette O’Toole, Frank McRae, James Remar, David Patrick Kelly, Sonny Landham
Das Leben ist ein Spiel (Rien ne va plus, Frankreich/Schweiz 1997)
Regie: Claude Chabrol
Drehbuch: Claude Chabrol
Ein ungleiches Gaunerpärchen erleichtert reiche Herren. Als sie auf einen Geschäftsmann mit fünf Millionen Schweizer Franken im Reisegepäck stoßen, wird ihre Loyalität auf eine harte Probe gestellt. Denn das Geld gehört der Mafia.
Chabrols nach offizieller Zählung fünfzigster Film ist eine witzige Gaunerkomödie, die vor allem Dank dem Ganovenduo Huppert/Serrault Spaß macht.
„Ein unfeierliches Jubiläum, so ganz in der Manier des Meisters. Der alte Zyniker stellt dem Publikum darin wie eh und je hinterlistige Fallen in einem Vexierspiel zwischen Schein und Sein. Ein frivoles Spiel sowohl mit Identitäten und Identifikationen als auch mit den Normen und Genres des Mediums Film.“ (Fischer Film Almanach 1999)
D. h.: „Sehenswert.“ (Lexikon des internationalen Films)
Mit Isabelle Huppert, Michel Serrault, François Cluzet, Jean-François Balmer
Nachdem eine demente alte Dame Hauptkommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) von Blut und einem toten Mann im Pflegeheim erzählt, beginnt von Meuffels sich im Pflegeheim Johannishof umzuhören. Nur: gab es überhaupt ein Verbrechen?
Gewohnt guter von-Meuffels-“Polizeiruf 110“. Dieses Mal mit einem Blick in den Alltag von Pflegeheimen und dem letzten Lebensabschnitt.
„Ein beklemmend-melancholischer, zunehmend intensiver und verzweifelter werdender (Fernsehserien-)Krimi.“ (Lexikon des internationalen Films)
mit Matthias Brandt, Elisabeth Schwarz, Ernst Jacobi, Philipp Moog, Florian Karlheim, Marina Galic, Therese Hämer
Die Schlemmerorgie(Who is killing the great chiefs of Europe?USA/Deutschland 1978)
Regie: Ted Kotcheff
Drehbuch: Peter Stone
LV: Nan und Ivan Lyons: Someone is killing the Great Chefs of Europe, 1976
Wer bringt reihenweise Gourmetköche um? Und was hat das mit dem übergewichtigen Restaurantkritiker Max Vanderveere, der gerade auf Diät gesetzt wurde, zu tun?
Selten gezeigte Schwarze Komödie, bei der eigentlich alles stimmt.
„Flott und unterhaltsam erzählte schwarze Komödie mit ironischen Seitenhieben auf die Spitzengastronomie.“ (Lexikon des internationalen Films)
„Amüsantes schwarzes Lustspiel“ (Fischer Film Almanach 1980)
„Das ist ein Film für Feinschmecker, in jeder Beziehung. Ein Galadinner, sozusagen (..), gewürzt mit den boshaftesten Dialogen des Kinos seit den klassischen Wortgefechten Neil Simons in ‚Extrablatt‘ und ‚Ein seltsames Paar‘.“ (Filmbeobachter)
Mit George Segal, Jacqueline Bisset, Robert Morley, Jean-Pierre Cassel, Philippe Noiret, Jean Rochefort
auch (un)bekannt als „Ein Kochtopf voller Leichen“ und „Prost Mahlzeit“
Wiegenlied für eine Leiche (Hush…Hush, Sweet Charlotte, USA 1964)
Regie: Robert Aldrich
Drehbuch: Henry Farrell, Lukas Heller
LV: Henry Farrell: What ever happened to Cousin Charlotte? (Kurzgeschichte)
1927 wird der heimliche Geliebte von Charlotte Hollis im Haus ihrer Eltern ermordet. 37 Jahre später lebt die halbverrückte Charlotte immer noch im elterlichen Haus. Als es abgerissen werden soll, will sie das verhindern. Ihre Cousine Miriam und der Hausarzt Dr. Bayliss sollen ihr helfen. Nach ihrem Einzug häufen sich die seltsamen Ereignisse und Charlotte glaubt, dass die neuen Bewohner an das Familienvermögen ran wollen.
Nach „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ der zweite hochspannende Psychothriller von Robert Aldrich mit Bette Davis. „Aldrichs Reißer stimmt bis zur letzten Szene.“ (Hamburger Abendblatt)
Der Thriller erhielt 1965 den Edgar Allan Poe Award und war für sieben Oscars nominiert, u. a. Beste Nebenrolle (Agnes Moorehead), Beste Kamera (Joseph F. Biroc) und Besten Schnitt (Michael Luciano).
mit Bette Davis, Olivia de Havilland, Joseph Cotten, Agnes Moorehead, Victor Buono, Bruce Dern, Mary Astor, George Kennedy
Drehbuch: Jerzy Kromolowski, Mary Olson-Kromolowski
LV: Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957
Kamera: Chris Menges
Musik: Hans Zimmer
Ein Polizist sucht nach seiner Pensionierung – zunehmend wahnhaft – einen Kindermörder. Als Beute für den Mörder wählt er ein Kind aus.
Grandiose, ruhige Studie über Alter und Einsamkeit. Penn hielt sich bei seiner Version an Dürrenmatts Buch „Das Versprechen“. Dürrenmatt schrieb es, nachdem er mit dem optimistischen Ende von „Es geschah am hellichten Tag“ (Deutschland 1958) unzufrieden war. Sogar die notorisch schwer zu begeisternde Ponkie schrieb: „Das Vorhersehbare eines Krimiklassikers – und die Brutal-Details eines grausamen Thrillers: ein respektables, aber nicht zwingend nötiges Remake.“ (AZ, 11. 10. 2001)
Mit Jack Nicholson, Patricia Clarkson, Benicio Del Toro, Mickey Rourke, Helen Mirren, Robin Wright Penn, Vanessa Redgrave, Sam Sheppard, Tom Noonan, Harry Dean Stanton, Aaron Eckhart
1981 hat die in Bayern dauerregierende CSU die geniale Idee, in Wackersdorf eine atomare Wiederaufbereitungsanlage (WAA) zu bauen. Die Bewohner der strukturschwachen Region sollen sich über die versprochenen Arbeitsplätze freuen und still sein. Nicht gerechnet haben sie mit dem Protest von Atomkraftgegnern und dem SPD-Landrat Hans Schuierer, der sich und seine Region nicht für dumm verkaufen lässt.
TV-Premiere. „Wackersdorf“ ist ein ruhig und nah an den Fakten erzähltes Drama in gedeckten Brauntönen über einen Landrat, der zum Widerstandskämpfer wird.
Danach einfach dranbleiben und die Doku „QT8: Quentin Tarantino – The first eight“ (USA 2019) ansehen.
mit Johannes Zeiler, Peter Jordan, Florian Brückner, Anna Maria Sturm, Andreas Bittl, Fabian Hinrichs, Johannes Herrschmann, Frederic Linkemann, Ines Honsel, Sigi Zimmerschied, August Zirner
JAMES BOND: Die Welt ist nicht genug (The World is not enough, USA/Großbritannien 1999)
Regie: Michael Apted
Drehbuch: Bruce Feirstein, Neal Purvis, Robert Wade
LV: Figur von Ian Fleming
Buch zum Film: Raymond Benson: The World is not enough, 1999 (Die Welt ist nicht genug)
Nachdem Öl-Mogul King im Hauptquartier von MI-6 in die Luft gesprengt wurde, wird Bond als Bodyguard für dessen schöne Tochter Elektra abgestellt.
Mit Michael Apted engagierten die Bond-Macher einen renomierten Regisseur (u. a. Gorky Park, Gorillas im Nebel, Halbblut, Nell), der bis dahin nicht durch Action-Filme aufgefallen war. Im Rahmen dieser Produktion wurde er zum willigen Erfüllungsgehilfen einer wie üblich haarsträubenden Geschichte.
Mit Pierce Brosnan, Sophie Marceau, Robert Carlyle, Denise Richards (trotz eines Razzie die beste Werbung für den unbeliebten Job eines Atomphysikers), Robbie Coltrane, Claude Oliver Rudolph, John Cleese, Serena Scott Thomas, Goldie
James Bond: Sag niemals nie (Never say never again, USA 1983)
Regie: Irvin Kershner
Drehbuch: Lorenzo Semple jr.
LV: Ian Fleming: Thunderball, 1961 (Feuerball)
James Bond bei seiner Lieblinsbeschäftigung: Welt retten. Aktuelle Einsatzorte: Bahamas, Südfrankreich und Nordafrika.
Nach einer langen Pause (und bei einer anderen Produktionsfirma) spielte Sean Connery wieder Bond; Klaus Maria Brandauer den Bösewicht, Kim Basinger das ´love interest´ der beiden Männer. Außerdem sind Barbara Carrera, Max von Sydow, Edward Fox, Bernie Casey und Rowan Atkinson dabei.
„Sag niemals nie“ konnte entstehen, weil Ian Fleming zusammen mit Kevin McClory und Jack Whittingham für einen Film die Geschichte „Longitude 78 West“ entwarf. Fleming verarbeitete sie später in dem Bond-Roman „Feuerball“. McClory, der bei „Feuerball“ Co-Produzent war, hatte die Rechte für weitere Verfilmungen dieser Geschichte. Die Auflage war, dass er sich möglichst eng an das gemeinsam entworfene Story-Gerüst halten müsse. Die juristischen Streitigkeiten und der Konkurrenzkampf zwischen dem Ur-Bond Connery und dessen Nachfolger Roger Moore waren ein gefundenes Fressen für die damalige Presse. Denn „Octopussy“ (mit Moore) startete fast zeitgleich in den Kinos. An der Kinokasse war der Moore-Bond etwas erfolgreicher, bei der Kritik war es – zu Recht – umgekehrt.
French Connection II (French Connection, USA 1975)
Regie: John Frankenheimer
Drehbuch: Alexander Jacobs, Robert Dillon, Lauri Dillon
LV: Charakter von Robin Moore
Buch zum Film: Robin Moore/Milt Machlin: French Connection II, 1975
Der New Yorker Cop Popeye Doyle (Gene Hackman) soll seinen französischen Kollegen helfen, den Drogenbaron Alan Charnier (Fernando Rey) zu verhaften. Doch die Franzosen wollen Doyles Hilfe nicht. Also beginnt Doyle auf eigene Faust in der für ihn fremden Stadt Marseille Charnier zu jagen.
„French Connection“ war ein auf Tatsachen basierender Polizeithriller. „French Connection II“ ist die vollkommen erfundene Fortsetzung, die auch vollkommen andere Akzente setzt. John Frankenheimer („Ronin“) konzentriert sich auf die Hafenstadt Marseille und Popeye Doyle. Doyle ist das Bild des hässlichen Amerikaners. Er spricht kein Wort Französisch. Er kracht mit der Feinfühligkeit einer Dampframme in die Ermittlungen der französischen Polizei. Und er wird von seinem Intimfeind Alain Charnier zum Junkie gemacht. Gene Hackman zeigt hier wieder einmal sein Können (dazu gehört auch der legendäre Kalte Entzug in der Mitte des Films).
Mit Gene Hackman, Fernando Rey, Bernard Fresson, Jean-Pierre Castaldi, Philippe Léotard, Charles Millot, Cathleen Nesbitt