TV-Tipp für den 13. November: Sonntagsmörder

November 13, 2016

ARD, 21.45

Sonntagsmörder (Deutschland 2016, Regie: Peter Dörfler, Cordt Schnibben)

Drehbuch: Peter Dörfler, Cordt Schnippen

Wer hätte das damals, als Kommissar Trimmel das „Taxi nach Leipzig“ bestieg und im „Tatort“ landete, gedacht? Seitdem ertönte vor tausend Sonntagabendkrimis die catchy, von Klaus Doldinger komponierte Melodie und heute glauben tausende Unter-Vierzig-Jährige, dass es den „Tatort“ schon immer gab.

In dieser einstündigen Geburtstagsdoku spricht Ulrike Folkerts (aka Kommissarin Lena Odenthal) mit den „Tatort“-Kollegen Borowski (Axel Milberg), Markowitz (im Ruhestand) (Günther Lamprecht), Batic (Miroslav Nemic), Leitmayr (Udo Wachtveitl), Grosz (Franziska Weisz), Börne (Jan Josef Liefers) und Thiel (Axel Prahl) und ungenannt bleibenden Experten (das Los der Autoren, ohne die es keine „Tatorte“ gäbe).

Schade, dass nur die üblichen Verdächtigen vernommen werden.

Hinweis

Das Erste über die Doku


TV-Tipp für den 12. November: Tatort: Taxi nach Leipzig

November 11, 2016

NDR, 23.25

TATORT: Taxi nach Leipzig (Deutschland 1970, Regie: Peter Schulze-Rohr)

Drehbuch: Friedhelm Werremeier

LV: Friedhelm Werremeier: Taxi nach Leipzig, 1970

An der Autobahn Leipzig-Berlin wird eine Kinderleiche gefunden. Als Kommisar Trimmel erfährt, dass der Vater des Kindes vor wenigen Tagen von Hamburg nach Frankfurt gezogen ist und einen gleichaltrigen Sohn hat, ist seine Neugierde geweckt. Er fährt – entgegen aller Dienstvorschriften – in die DDR.

Mit „Taxi nach Leipzig“ begann am 29. November 1970 ein Experiment, das sich „Tatort“ nannte und zuerst auf zwei Jahre befristet war.

Der erste Trimmel-Tatort ist ein Klassiker. Dabei waren die nächsten Trimmel-Tatorte auch nicht schlecht. Kein Wunder, denn das Team Werremeier/Schulze-Rohr arbeitete weiter zusammen.

Mit Walter Richter, Edgar Hoppe, Hans Peter Hallwachs, Günter Lamprecht

Hinweise

Krimilexikon über Friedhelm Werremeier

Galerie der Detektive über Paul Trimmel

3sat über „Taxi nach Leipzig“

Das Erste über den „Tatort“

Tatort-Fundus (eine umfangreiche Fanseite)

Meine Besprechung von Friedhelm Werremeiers „Taxi nach Leipzig“

Meine Besprechung von Friedhelm Werremeiers „Trimmels letzter Fall“


Neu im Kino/Filmkritik: „Before I wake“ sollte ich einschlafen

November 11, 2016

Cody (Jacob Tremblay) hat Angst vor dem Einschlafen. Dabei hat der achtjährige Waisenknabe es gut erwischt. Nach dem Unfalltod ihres Kindes nehmen Jessie (Kate Bosworth) und Mark (Thomas Jane) Cody bei sich auf und sie bemühen sich wirklich, die Traumeltern zu sein, die sich jedes Kind wünscht.

Codys Einschlafunwille hat aber einen sehr nachvollziehbaren Grund: wenn er schläft, werden seine Träume Realität. Nicht immer eine unbedingt schöne Realität. Vor allem nachdem durch Codys Träume Jessies in der heimischen Badewanne ertrunkener Sohn zurückkehrt – und wir wissen alle, was für Probleme zurückkehrende Tote verursachen. Egal in welcher Form.

Bevor Mike Flanagan den gelungenen Sechziger-Jahre-Horrorfilm „Ouija: Ursprung des Bösen“, der vor einigen Tagen in unseren Kinos anlief, drehte, drehte er „Before I wake“, den er eine „Gute-Nacht-Geschichte für Erwachsene“ nennt. Das Drehbuch schrieb er mit seinem Standard-Schreibpartner Jeff Howard. Mit Kate Bosworth und Thomas Jane konnte er für die Hauptrollen auch zwei bekannte Namen verpflichten. Jacob Tremblay, der das Pflegekind spielt, ist bekannt aus „Raum“, wo er die männliche Hauptrolle spielt. Demnächst spielt er in dem Horrorfilm „Shut in“ neben Naomi Watts – und festigt seinen Ruf als Junge, den man nicht in sein Haus lassen sollte.

In „Before I wake“ geht die Bedrohung für das trauernde Ehepaar nämlich von ihm aus. Obwohl er selbst eine gequälte Seele ist. Die Idee von Träumen, die Realität werden, ist natürlich faszinierend, aber auch etwas idiotisch. Denn ohne Schlaf kann niemand lange leben. Aber jedes Mal, wenn Cody einschläft, werden seine Träume und Alpträume, die mehr oder weniger seine Träume sind, Realität. Und, ja, Träume haben in diesem Fall auch etwas mit Verdrängung zu tun.

Before I wake“ ist ein netter kleiner, nicht besonders spektakulärer oder länger im Gedächtnis bleibender Horrorfilm, der sich nicht auf den bekannten Schockmomenten ausruht. Die sind, weil Flanagan seinen Film auch eher als übernatürliches Drama sieht, rar. Stattdessen versucht er wirklich etwas über die Auswirkungen eines tragischen Unfalls – der Sohn von Jessie und Mark ertrinkt in der Badewanne, während Jessie einen kurzen Moment weg ist – auf eine glückliche, normale Familie zu zeigen. Gleichzeitig, was erst im Finale wirklich wichtig wird, hat Cody seine Eltern verloren. Im dritten Akt gibt es dann den erwartbaren Kampf der Mutter gegen das Monster.

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Before I wake (Before I wake, USA 2015)

Regie: Mike Flanagan

Drehbuch: Mike Flanagan, Jeff Howard

mit Kate Bosworth, Thomas Jane, Jacob Tremblay, Annabeth Gish

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Facebook-Seite  zum Film

Moviepilot über „Before I wake“

Metacritic über „Before I wake“

Rotten Tomatoes über „Before I wake“

Wikipedia über „Before I wake“

Meine Besprechung von Mike Flanagans „Ouija: Ursprung des Bösen“ (Ouija: Origin of Evil, USA 2016)

Ein „Collider“-Gespräch mit Mike Flanagan und seiner Frau und Partnerin Kate Siegel über „Ouija: Ursprung des Bösen“, „Before I wake“ und, vor allem, „Hush“


TV-Tipp für den 11. November: Mann unter Feuer

November 11, 2016

Pro7, 22.55

Mann unter Feuer (USA 2004, Regie: Tony Scott)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: A. J. Quinnell: Man on Fire, 1980 (Der Söldner, Mann unter Feuer)

Ex-CIA-Agent John Creasy ist in Mexiko City der Leibwächter einer siebenjährigen Millionärstochter. Als sie von Gangstern entführt wird, startet er einen blutigen Rachefeldzug.

Scotts formale Brillanz bei der Bild- und Tongestaltung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Mann unter Feuer“ ein viel zu lang geratenes, eindimensionales Rachedrama ist.

Mit Denzel Washington, Dakota Fanning, Christopher Walken, Giancarlo Giannini, Mickey Rourke

Hinweise

Film-Zeit über „Mann unter Feuer“

Metacritic über “Mann unter Feuer”

Rotten Tomatoes über “Mann unter Feuer”

Wikipedia über “Mann unter Feuer” (deutsch, englisch)

UGO: Interview mit Tony Scott über “Man on Fire”

Drehbuch “Man on Fire” von Brian Helgeland (Fassung vom 10. Februar 2003)

A.-J.-Quinnell-Fanseite

Mein Nachruf auf Tony Scott


Neu im Kino/Filmkritik: Besuchen Sie mit Woody Allen das „Café Society“

November 10, 2016

Der jährliche Woody-Allen-Film entführt uns wieder einmal in die Dreißiger Jahre an die Ost- und Westküste, nach Hollywood und in einen New Yorker Nachtclub, in dem sich die bessere Gesellschaft trifft.

Aber zuerst muss Bobby Dorfman (Jesse Eisenberg als Woody Allen) nach Los Angeles. Der jüdische Junge will nicht im Geschäft seines Vaters arbeiten. Weil die Dorfmans mit Phil Stern (Steve Carell) einen erfolgreichen Hollywood-Agenten in der Familie haben, gibt es auch gleich familiäre Beziehungen, die ausgenutzt werden können. Onkel Phil soll sich um Bobby kümmern. Und wie das so ist mit lästigen Verwandten, hat der großkotzige Agent keine Zeit für das entfernte Familienmitglied. Also lässt er ihn von seiner Sekretärin Vonnie (Kristen Stewart) durch Hollywood kutschieren. Dabei verlieben sich die beiden.

Dummerweise ist Vonnie auch mit Onkel Phil liiert und dieser überlegt jetzt ernsthaft, seine Frau für die Geliebte zu verlassen.

Dieses Liebesgeschichte steht zwar einerseits so halbwegs im Zentrum von „Café Society“, andererseits erzählt der Film, den Woody Allen nach eigenem Bekunden wie einen Roman strukturierte, vor allem ein Jahr aus dem Leben von Bobby, ergänzt um zahlreiche Episoden aus dem Leben seiner Familienmitglieder. Diese Episoden sind durchaus vergnüglich. Oft als Gags. Aber sie bringen den Hauptplot nicht voran. Und auch der Hauptplot ist eher eine Nebensache.

In der Filmmitte beginnt eine vollkommen neue Geschichte, die im Gegensatz zur Hollywood-Filmhälfte lustlos, ziellos und unkonzentriert heruntergespult wird. Bobby zieht zurück nach New York. Er betreibt, was für Ärger sorgen wird, zusammen mit seinem Verbrecher-Bruder einen Nachtclub, verliebt sich in eine andere Frau (Blake Lively) und heiratet sie. Erst als Phil mit seiner neuen Frau im Nachtclub wieder auftaucht, trifft Bobby seine erste Liebe wieder. Beide haben wir, während wir uns fragte, wie die Geschichte enden soll, nicht wirklich vermisst. Aber dann ist Silvester und das Jahr und der Film sind um, ohne dass wir klüger sind. Auch wenn die letzten Bilder eine bestimmte Interpretation nahe legen, hat das abrupte Ende von „Café Society“ nicht die Eleganz des Endes von „Match Point“. Und auch nie dessen erzählerische Stringenz und Eleganz.

Denn „Café Society“ ist ein Desaster. Da helfen auch nicht die stilbewusste Ausstattung, die schönen Hollywood-Locations, fein fotografiert von Vittorio Storaro, der beschwingte Jazz-Soundtrack, und die sympathischen, engagiert spielenden Schauspieler; auch wenn Steve Carell einfach nur wieder den bösen Kapitalisten spielt. Es hilft nicht, weil das Drehbuch einfach nur, zusammengehalten durch einen Erzähler (im Original von Woody Allen gesprochen), Episoden aneinanderreiht. Oft mit dem bekannten Allen-Witz, aber auch vollkommen beliebig austauschbar. Man hätte auch locker die Hälfte der Szenen durch andere Szenen ersetzen können, ohne dass man es bemerken würde. Eisenberg als Woody-Allen-Imitator wird von Szene zu Szene geschoben, ohne dass jemals klar wird, was er den will. Naja, eigentlich will er nichts. Weder in Hollywood, noch in New York. Dabei wiederholt Allen seine vertrauten Themen, die er in früheren Filmen deutlich besser behandelte als in dieser redundanten Abfilmung seiner Notizzettel.

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Café Society (Café Society, USA 2016)

Regie: Woody Allen

Drehbuch: Woody Allen

mit Jesse Eisenberg, Jeannie Berlin, Steve Carell, Blake Lively, Parker Posey, Kristen Stewart, Corey Stoll, Ken Stott

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Café Society“

Metacritic über „Café Society“

Rotten Tomatoes über „Café Society“

Wikipedia über „Café Society“ (deutsch, englisch)

Homepage von Woody Allen

Deutsche Woody-Allen-Seite

Meine Besprechung von Robert B. Weides „Woody Allen: A Documentary“ (Woody Allen: A Documentary, USA 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “To Rome with Love” (To Rome with Love, USA/Italien 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “Blue Jasmine” (Blue Jasmine, USA 2013)

Meine Besprechung von Woody Allens “Magic in the Moonlight” (Magic in the Moonlight, USA 2014)

Meine Besprechung von John Turturros “Plötzlich Gigolo” (Fading Gigolo, USA 2013 – mit Woody Allen)

Meine Besprechung von Woody Allens “Irrational Man” (Irrational Man, USA 2015)

Woody Allen in der Kriminalakte  


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Lee Childs „Die Gejagten“ und die Verfilmung „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

November 10, 2016

Lange stand ein zweiter Jack-Reacher-Film auf der Kippe.

Obwohl der erste Jack-Reacher-Film „Jack Reacher“ vor vier Jahren sein Geld mehr als einspielte. Im Presseheft wird ein weltweites Einspielergebnis von über 200 Millionen Dollar genannt und in den USA lag das Kinoeinspielergebnis auf dem Niveau der anderen Cruise-Einzelfime. Die „Mission: Impossible“-Filme spielen mehr ein und im Sommer 2018 gibt es einen sechsten „Mission: Impossible“-Film.

Obwohl Tom Cruise einen weiteren Reacher-Film drehen wollte.

Und obwohl es noch genug Jack-Reacher-Romane gibt, die man verfilmen könnte. Der 21. Jack-Reacher-Roman „Night School“ erschien in den USA am 7. November.

Der von Lee Child erfundene Charakter ist, für alle, die sonst nur Harry Potter lesen, ein Ex-Militärpolizist, der seit seinem Ausscheiden aus dem Militär durch die USA driftet, immer wieder Menschen, die er zufällig trifft, hilft und dabei einigen Bösewichtern das Handwerk legt. Er sucht zwar keinen Ärger, aber er hilft, wo es nötig ist. Die Romane sind Action-Thriller, die auch als politische Statements gelesen werden können. Aufgrund des Helden, der der archetypische Retter und edle Ritter im modernen Gewand ist, kann Lee Child sehr flexibel und frei entscheiden, welche Geschichten er wie erzählt. Und wo. Und, wie seine Romane aus Reachers Militärzeit zeigen, wie zuletzt „Night School“, auch wann. Solange Jack Reacher dabei ist, ist es ein Jack-Reacher-Roman.

Jack Reacher: Kein Weg zurück“, die Verfilmung des 18. Reacher-Romans „Die Gejagten“ (Never go back, 2013), spielt in der Gegenwart.

Jack Reacher (Tom Cruise) besucht seinen ehemaligen Stützpunkt, um dort Major Susan Turner (Cobie Smulders), seine Nachfolgerin, die er bislang nur telefonisch kennt, zu treffen. In der Kaserne wird er von Colonel Morgan (Holt McCallany) wieder zurück in den aktiven Dienst versetzt und gleich mit mehreren Anklagen konfrontiert. So soll er der Vater einer pubertierenden Tochter sein.

Turner wurde einige Stunden vor seinem Auftauchen inhaftiert. Reacher ist überzeugt, dass die Anklage gegen sie falsch ist. Als auch Reacher mit einer ebenso falschen Mordanschuldigung in einem Militärgefängnis inhaftiert wird, ergreift er die Gelegenheit und befreit Turner. Gemeinsam flüchten sie vor den Männern, die sie tot sehen wollen, weil Turner während ihrer Arbeit auf illegale Geschäfte stieß, die von Teilen des Militärs und einer privaten Firma in Afghanistan getätigt werden.

Der Roman ist, wie man es von Lee Child kennt, ein echter Pageturner, in dem Jack Reacher und Susan Turner quer durch die USA reisen, versuchen Beweise für ihre Unschuld zu finden und, was das gute Recht eines Angeklagten ist, ihre Militäranwälte für ihre Zwecke ausnutzen.

Der Film nimmt sich bei der Romanhandlung im Detail und im Großen und Ganzen etliche Freiheiten. Dennoch unterscheidet sich letztendlich die Filmgeschichte gar nicht so sehr von der Romangeschichte und diese Interpretation der Geschichte ist eine schöne alternative Version der Romangeschichte. In jedem Fall gibt es, egal ob man zuerst das Buch liest oder den Film sieht, einige Überraschungen.

Im Film überwiegen allerdings die Action-Elemente, die angenehm altmodisch mit Fäusten, Schusswaffen und Autos erledigt werden. Vor allem Faustkämpfe, die dem Film eine angenehm realistische Atmosphäre verpassen. Denn Reacher, Turner und Reachers Vielleicht-Tochter Samantha (Danika Yarosh), die im Film wesentlich wichtiger als im Roman ist, sind auf der Flucht auf sich allein gestellt und sie müssen mit dem Arbeiten, was sie haben. Da gibt es keine Hightech-Gadgets, wie wir sie aus den „Mission: Impossible“ oder James-Bond-Filmen kennen, und auch keine perfekt funktionierende, weltweite Überwachung à la Jason Bourne.

Und, im Gegensatz zum Roman, gibt es im Film keine Liebesszene zwischen Reacher und Turner. Um nur noch einen weiteren Unterschied zu nennen, den ich äußerst gelungen finde.

Edward Zwick, der bislang noch keinen reinrassigen Action-Krimi erzählte, aber mit Action seine Erfahrung hat, inszenierte „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ stilistisch zwar etwas konservativer als Christopher McQuarrie „Jack Reacher“, aber flott, kurzweilig und mit viel vergnüglicher Old-School-Action sind beide Filme.

Da sollte es doch noch mindestens einen weiteren Jack-Reacher-Film geben. Auch weil das weltweite Einspiel für „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ bereits bei deutlich über 100 Millionen Dollar liegt.

Bis dahin gibt es ja die Romane von Lee Child, der im Film als Sicherheitsbeamter am Flughafen einen Miniauftritt hat.

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Jack Reacher: Kein Weg zurück (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Regie: Edward Zwick

Drehbuch: Edward Zwick, Marshall Herskovitz, Richard Wenk

LV: Lee Child: Never go back, 2013 (Die Gejagten)

mit Tom Cruise, Cobie Smulders, Aldis Hodge, Danika Yarosh, Patrick Heusinger, Holt McCallany, Robert Knepper, Lee Child

Länge: 119 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

Die Gejagten von Lee Child

Lee Child: Die Gejagten – Ein Jack-Reacher-Roman

(übersetzt von Wulf Berger)

Blanvalet, 2016

448 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Never go back

Bantam Press, 2013

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Metacritic über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Rotten Tomatoes über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Wikipedia über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Bauernopfer – Spiel der Könige“ (Pawn Sacrifice, USA 2014) (und DVD-Kritik)

Facebook-Seite zu den Jack-Reacher-Filmen

Blanvalet über Lee Child

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“


TV-Tipp für den 10. November: 8 Blickwinkel

November 10, 2016

Kabel 1, 22.25

8 Blickwinkel (USA 2008, Regie: Pete Travis)

Drehbuch: Barry L. Levy

Salamanca, Spanien, großer Antiterrorgipfel: der amerikanische Präsident will auf dem Marktplatz eine Rede halten. Da wird er erschossen und eine Bombe explodiert. Sein Leibwächter Thomas Barnes hat aber etwas gesehen und er nimmt die Spur auf.

„8 Fremde, 8 Sichtweisen, 1 Wahrheit“ lautet der Werbespruch, der ziemlich genau die erzählerische Pointe des Films verrät. Denn das Ereignisse vor, während und nach dem Attentat werden aus acht verschiedenen Sichtweisen erzählt und am Ende gibt es eine atemberaubende Autoverfolgungsjagd. Das unterhält prächtig über die knapp neunzig Minuten und ist filmisch und darstellerisch auch sehr gut gelöst. Denn mit den verschiedenen Blickwinkeln ändert sich auch immer der Blick auf die Ereignisse und die beteiligten Personen.

Dass der ganze Attentatsplan, wenn man genauer darüber nachdenkt, ziemlich konstruiert ist, fällt einem erst nach dem Abspann auf.

mit Dennis Quaid, Matthew Fox, Forest Whitaker, Sigourney Weaver, William Hurt, Edgar Ramirez, Ayelet Zurer, Bruce McGill, Zoe Saldana

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „8 Blickwinkel“

Los Angeles Times über Barry Levy

Meine Besprechung von Pete Travis’ “Dredd” (Dredd, GB 2012)


Buch- und DVD-Kritik: Über „Narcos“ und „Narconomics“

November 9, 2016

Die letzte Meldung zum Drogenkrieg: Jeremy Douglas, der Asien-Pazifik-Vertreter der UN-Drogenbehörde UNODC sagte Ende Oktober: „Der Anti-Drogen-Krieg des vergangenen halben Jahrhunderts hat keine Resultate gebracht. Zahlen machen deutlich, dass die Lage schlimmer denn je ist.“

Wer wissen möchte, warum er scheiterte, findet unter anderem in der Serie „Narcos“ und dem Sachbuch „Narconomics“ Erklärungen.

Narcos“, eine von Carlo Bernard, Chris Brancato und Doug Miro erfundene Netflix-Serie, erzählt die Geschichte des USA-Südamerikanischen Drogenkrieges seit den frühen Siebzigern bis, nun, wir werden sehen. In der ersten Staffel (die zweite ist bereits veröffentlicht, eine dritte und vierte Staffel sind bestellt) geht es um Pablos Escobar (1. Dezember 1949 – 2. Dezember 1993) und seinen Aufstieg. Die erste Staffel endet im Juli 1992, als Escobar aus dem Gefängnis „La Catedral“ (das er in jeder Beziehung nach seinen eigenen Wünschen gestaltete) in den Dschungel flüchtet. Escobars Gegner ist der DEA-Agent Steve Murphy, der sich Ende der siebziger Jahre von Florida nach Kolumbien versetzen lässt und der in den ersten acht von zehn Episoden mit seiner Erzählerstimme die sich durchgehend nah an der Realität bewegenden, kongenial verdichteten Ereignisse kommentiert. Murphys Freund und Vertrauter ist sein Partner Javier Peña, der in der Serie schon länger im Land ist. In Wirklichkeit kam Peña erst 1989 ins DEA-Büro in Bogotá (und einige der Fotos, die er damals schoss, sind in James Mollisons Bildband „Escobar – Der Drogenbaron“ veröffentlicht).

In den letzten beiden Episoden verändert sich dann das Erzähltempo von einem Scorsese-haftem Epos hin zur langsamen Erzählweise des Serienfernsehens, in dem es, auch wenn es einen oder mehrere folgenübergreifende Handlungsstränge gibt, pro Folge immer einen klar umrissenen ‚Konflikt der Woche‘ gibt und die Geschichte sich manchmal im Schneckentempo voranbewegt. Dieser Bruch markiert auch den Punkt, in dem Macher bemerkten, dass sie mit „Narcos“ wirklich eine Serie haben, die sie über mehrere Staffeln weitererzählen können.

Die erste Staffel von „Narcos“ ist furioses Fernsehen, das immer wieder wie eine Bebilderung von Don Winslows Südamerika-Romanen „Tage der Toten“ und „Das Kartell“ wirkt. Immerhin behandeln die Serie und die Romane den gleichen Krieg aus der nord- und südamerikanischen Perspektive und sie stellen in ihrer Jahrzehnte umspannenden Chronik nüchtern das vollständige Scheitern des von Präsident Nixon groß angekündigten „war on drugs“ fest: der Drogenkonsum nahm zu, die Preise stagnierten, die Gewalt eskalierte.

Die ersten beiden Folgen wurden von José Padilha, dem Regisseur von „Tropa de Elite“ und „Robocop“, inszeniert. Er legte damit den Grundton und das Erzählprinzip, das er „’Goodfellas‘ mit Archivmaterial“ nennt, fest. Für ihn war, wie er im Bonusmaterial erzählt, nur Wagner Moura, mit dem er bereits mehrfach zusammenarbeitete, als Pablo Escobar vorstellbar. Und Moura, der für die Rolle spanisch lernte, überzeugt als Escobar restlos.

Daher ist es auch sehr lobenswert, dass auch in der deutschen Synchronisation das Prinzip der Zweisprachigkeit beibehalten wurde und die Charaktere in ihrer Muttersprache, also englisch (bzw. deutsch) oder spanisch, sprechen. Für Netflix war diese Zweisprachigkeit nie ein Problem und auch aus ökonomischer Perspektive sogar erwünscht. Denn der spanischsprechende Markt ist groß. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Sprachen trägt auch zum Realismus der Serie bei.

Ein Problem der Serie ist allerdings, dass gerade bei den ersten acht Episoden die einzelnen Charaktere kaum ein Eigenleben entwickeln können, weil in einem atemlosen Reportage-Stil durch die Jahre gehetzt werden muss.

Ein anderes Problem ist, dass wirklich kein Charakter zur Identifikation einlädt. Letztendlich sind alle Arschlöcher, die, wenn es ihren Zielen dient, Gesetze brechen und Moral für eine Nebensache halten. Auch DEA-Agent Murphy macht da in der Serie eine Entwicklung durch. Sie ist am Ende der achten Episode, die den Kreis zur ersten Episode schließt, abgeschlossen.

Das Bonusmaterial ist mit drei Audiokommentaren, den Featurettes „The Colombian Connection“, „Establishing the Route“ und „The Language Barrier“ (insgesamt 45 Minuten) und knapp acht Minuten „Deleted Scenes“ durchaus umfangreich ausgefallen. Die informativen Featurettes konzentrieren sich auf die Serie und liefern Hintergründe zum Dreh vor Ort und der Zusammenarbeit mit Netflix. Allerdings wurde, aus was für idiotischen Gründen auch immer, durchgehend darauf verzichtet, die Namen und Funktionen der Interviewten einzublenden. So muss man sich während des Gesprächs zusammenreimen, wer spricht. Bei einigen findet man es nie heraus.

Narconomics – Ein Drogenkartell erfolgreich führen“ von „Economist“-Journalist Tom Wainwright ist eine gute Ergänzung zu „Narcos“. Der ab 2010 jahrelang über Mittelamerika und die umliegenden Länder berichtende Journalist wagt eine aktuelle Bestandsaufnahme des Kampfes gegen die Drogen in Südamerika und den USA. Mit minimalen Ausflügen in andere Länder. In seinem Sachbuch zeichnet er den Weg der Drogen vom Anbau bis zum Verkauf an den Endkonsumenten nach. Dabei verbindet er Vor-Ort-Recherche mit umfassenderen Analysen und betrachtet das Drogengeschäft aus ökonomischer Perspektive. Also so, als wäre das Drogengeschäft ein ganz normales Geschäft, das sich von legalen Geschäften nur durch die beiden Buchstaben „i“ und „l“ unterscheidet. Mit dieser, zugegeben nicht besonders neuen Betrachtungsweise, die er auf die gesamte Lieferkette anwendet, führt er zu einer teilweise neuen Sicht des Drogengeschäftes und den damit zusammenhängenden Probleme, wie Kriminalität, zweifelhafte Produktqualität und den Kosten der Bekämpfung. Denn der gesamte, inzwischen seit Jahrzehnten geführte Kampf gegen die Drogen führte nicht zum Ziel. Im Gegenteil: es wird mehr konsumiert und der Straßenpreis (vulgo Endkundenpreis) für Drogen steigt nicht. Dagegen steigen, egal ob man sich nur auf die direkten oder auch die indirekten Kosten konzentriert, die Kosten der Bekämpfung.

Aus dem ökonomischen Blickwinkel wird auch deutlich, an welchen Punkten der Lieferkette man am besten eingreift: an der Grenze zur USA oder ziemlich direkt bei den Endkonsumenten. Dort ist das Produkt am teuersten. Der ökonomische Verlust für die Kartelle ist dort am höchsten.

Aus dem ökonomischen Blickwinkel wird auch deutlich, wie hoch die Kosten des erfolglosen Kampfes gegen die Drogen sind – und warum man die bisherige Politik ändern sollte. Folgerichtig fordert Wainwright ein Ende der Drogenprohibition, weil ein Verbot bei Drogen, wenn die Menschen sie konsumieren wollen, noch nie funktionierte. Das hatten die US-Amerikaner während der Alkoholprohibition schon erfahren müssen.

Eine überlegte Freigabe, Qualitätskontrolle, Besteuerung, vorausschauende Sozialpolitik, auch ein Umsteuern beim Umgang mit Inhaftierten (damit Gefängnisse nicht weiterhin Rekrutierungsorte für die Kartelle bleiben) und eine Produktion vor Ort würden vieles ändern. Der zunehmende Drogenhandel über das Internet hat schon jetzt, wie auch im normalen Handel, einiges geändert, weil die Vergleichsmöglichkeiten über die Qualität und den Preis des Produktes zunahmen. Außerdem war es noch nie wirklich sexy, aber abenteuerlich, sich in dunklen Gassen seinen Stoff zu besorgen.

Der Kollateralschaden einer solchen Politik wäre natürlich ein Ende Serien wie „Narcos“. Denn wer will schon normalen Kaufleuten bei ihrer stinklangweiligen Arbeit zusehen?

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Narcos – Die komplette erste Staffel (Narcos, USA 2015)

Regie: José Padilha, Guillermo Navarro, Andi Balz, Fernando Coimbra

Drehbuch: Chris Brancato, Carlo Bernard, Doug Miro, Dana Calvo, Dana Ledoux Miller, Andy Black, Zach Calig, Allison Abner, Nick Schenk

Erfinder: Carlo Bernard, Chris Brancato, Doug Miro

mit Wagner Moura (Pablo Escobar), Boyd Holbrook (Steve Murphy), Pedro Pascal (Javier Peña), Paulina Gaitan (Tata Escobar), Juan Murcia (Juan Pablo Escobar), Raúl Méndez (César Gaviria), Jorge Monterrosa (Trujillo), Paulina García (Hermilda Gaviria), Diego Cataño (La Quica), Julián Díaz (Blackie), Joanna Christie (Connie Murphy), Danielle Kennedy (Botschafterin Noonan), Luis Guzmán (José Rodríguez Gacha)

DVD

Polyband

Bild: 1,78:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch/Spanisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making-of, Interviews mit Cast & Crew, Deleted Scenes, Audiokommentare

Länge: 500 Minuten (4 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Narcos“

Wikipedia über „Narcos“ (deutsch, englisch) und Pablo Escobar (deutsch, englisch)

Narconomics von Tom Wainwright

Tom Wainwright: Narconomics – Ein Drogenkartell erfolgreich führen

(übersetzt von Henning Dedekind)

Blessing, 2016

352 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

How to run a Drug Cartel

PublicAffairs, Perseus Book Group, New York, 2016

Bonushinweis

Wer zwischen der Realität und „Narcos“ vergleichen will, sollte sich James Mollisons „Escobar – Der Drogenbaron“ beschaffen. In der reich bebilderten Biographie kann man in die damalige Zeit eintauchen.

Mollison - Escobar - Der Drogenbaron

James Mollison (mit Rainbow Nelson): Escobar – Der Drogenbaron

(übersetzt von Simone Salitter und Gunter Blank)

Heyne Hardcore, 2010

416 Seiten

16 Euro

Originalausgabe

The Memory of Pablo Escobar

Chris Boot Ltd., London 2007

 


TV-Tipp für den 9. November: Wie das Kino erwachsen wurde

November 9, 2016

Arte, 21.55

Wie das Kino erwachsen wurde (Frankreich 2015, Regie: Stan Neumann)

Drehbuch: Stan Neumann

Einstündige Doku die an zahlreichen Beispielen zeigt, wie die Entwicklung von Filmkameras den Film beeinflusste.

Hinweis

Arte über die Doku


TV-Tipp für den 8. November: The Illusionist – Nichts ist wie es scheint

November 8, 2016

Disney Channel, 20.15

The Ilusionist – Nichts ist wie es scheint (USA/Tschechien 2006, Regie: Neil Burger)

Drehbuch: Neil Burger

LV: Steven Millhauser: Eisenheim the Illusionist (Kurzgeschichte, aus The Barnum Museum, 1990)

Nach Jahren des Reisen kehrt der Illusionist Eisenheim um die Jahrhundertwende nach Wien. Dort trifft er während einer Show seine Jugendliebe, die ihn immer noch liebt, aber demnächst den krankhaft eifersüchtigen, egomanischen und an Minderwertigkeitsgefühlen leidenden Kronprinz Leopold heiraten soll. Da sind Konflikte vorprogrammiert.

Eindrucksvoll gespielter und prächtig ausgestatteter Historien- und Kriminalfilm, dessen Zaubertricks authentisch dem Standard der damaligen Zeit entsprechen. Er braucht den Vergleich mit Christopher Nolans ähnlich gelagertem Film ‚The Prestige‘ nicht zu scheuen.“ (Lexikon des internationalen Films)

Yep. Aber im Gegensatz zu Nolans Film wurde Burgers Film bei uns gleich als DVD veröffentlicht. Und eigentlich kann man sich die Pointe denken. Bis dahin gibt es keine Erklärungen zu Eisenheims Tricks, aber gute, lustvoll aufspielende Schauspieler in historischer Kulisse.

Kameramann Dick Pope war für den Oscar nominiert.

Die Musik ist von Philip Glass.

mit Edward Norton, Paul Giamatti, Jessica Biel, Rufus Sewell, Eddie Marsan, Jake Wood, Tom Fisher, Aaron Johnson (jetzt „Kick Ass“ Aaron Taylor-Johnson)

Hinweise

Moviepilot über „The Illusionist“

Metacritic über „The Illusionist“

Rotten Tomatoes über „The Illusionist“

Wikipedia über „The Illusionist“ (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: „Der Nachtmahr“ – kein gewöhnlicher deutscher Film

November 7, 2016

Der Film beginnt mit einer Warnung, wie wir sie aus Discotheken kennen. Empfindliche Gemüter könnten von den Licht- und Tonfolgen epileptische Anfälle bekommen. Trotzdem soll „Der Nachtmahr“ laut abgespielt werden, weil nur so die Technoszenen und die Musik, bei der Alec Empire beteiligt war, ihre volle Wirkung entfalten. Die brachial-laute Musik ist ein Teil des Lebens der 17-jährigen Tina, die mit ihren Freundinnen und Schulkameraden gerne auf mehr oder weniger professionellen Techno-Partys und Clubs abhängt. Auf so einer Party sieht sie im Gebüsch ein seltsames, angsteinflößendes, missgestaltetes, aus einem Alptraum kommendes Wesen.

Kurz darauf hört sie bei sich zu Hause aus der Küche schmatzende Geräusche. Sie glaubt, das Wesen, das sie vorher auf der Party sah, zu sehen. Aber niemand anderes sieht ihren Nachtmahr.

Bis zum Schluss hält AKIZ (das Pseudonym von Achim Bornhak, der unter seinem bürgerlichem Namen das Uschi-Obermaier-Biopic „Das wilde Leben“ drehte) in seinem Spielfilm die Balance zwischen Traum und Realität. Wie in einem David-Lynch-Film, vor allem „Mulholland Drive“ und „Lost Highway“, ist unklar, was Realität und was Fantasie ist und jede Szene kann verschieden interpretiert werden, weshalb jeder einen etwas anderen Film sehen wird.

Neben dem David-Lynch-Einfluss sind auch locker Einflüsse und Inspirationen aus dem Deutschen Expressionistischen Stummfilm und der Romantik erkennbar. Denn der Nachtmahr, der Tinas Nähe sucht, ist, je nach Interpretation, auch ein Wesen, das für verdrängte Gefühle, Sexualität, Ängste und das Fremde im Allgemeinen und Besonderen steht. Dann erzählt Tinas zunehmende Akzeptanz des Wesens, das schnell eine E.-T.-Knuddeligkeit entwickelt, auch eine klassische Coming-of-Age-Geschichte. Wobei, und das macht dann wieder einen großen Teil der Faszination von AKIZ‘ Film aus, in der Schwebe bleibt, ob es sich um eine Befreiungsgeschichte oder einen Verfall in den Wahnsinn handelt. Denn ihre besorgten Eltern haben sie zu einem Psychiater geschickt. Der erwägt, sie in die Psychiatrie einzuweisen.

Inszeniert wurde „Der Nachtmahr“ an zwanzig Drehtagen, ohne TV-Beteiligung und Fördergelder, mit einem Minibudget von 80.000 Euro. AKIZ wollte den Film einfach schnell und ohne Kompromisse drehen.

Meistens führt diese Ansage des Regisseurs zu einem Film, bei dem man sich wünscht, es hätte doch Fördergelder gegeben, um die schlimmsten Peinlichkeiten zu verhindern. In diesem Fall ist diese Befürchtung unbegründet. „Der Nachtmahr“ ist teilweise bewusst sprunghaft erzähltes Kino das mit seiner immer erkennbaren künstlerischen Vision und Gestaltungswillen seinen jugendlichen Protagonisten, ihrer Sprache, seinem Soundtrack (neben einigen Songs stammt die Musik von Steffen Kahles und Christoph Blaser) und der unruhigen Handkamera (auf der visuellen Ebene zeigt sich am Deutlichsten das begrenzte Budget) in erster Linie ein junges Publikum anspricht und ernst nimmt. Es ist außerdem eine Genregeschichte, die jugendliche Befindlichkeiten und jugendliche Selbstfindung im Rahmen des Horrorgenres behandelt und sie mit viel schwarzem und absurdem Humor garniert. Weshalb es auch einiges zu Lachen gibt.

Für AKIZ ist „Der Nachtmahr“, der im Ausland erfolgreich läuft und ihm Remake-Anfragen aus Hollywood bescherte, der Anfang seiner dämonischen Trilogie „Geburt, Liebe, Tod“. Die Filme sind nur, was ältere Cineasten jetzt an Eric Rohmer denken lässt, thematisch miteinander verknüpft. Er arbeitet schon am zweiten Teil, der dann auch mit einem höherem Budget gedreht werden soll.

 

Das Bonusmaterial (Nachtrag 5. Dezember 2016): In der limitierten 3-Disc-Special-Edition, die den Film auf DVD und Blu-ray enthält, gibt es auch eine ordentliche Portion informatives Bonusmaterial; neben den üblichen Trailern, einem Teaser, dem Crowdfunding-Video, einem Testclip, einer Bildergalerie, dem Musikvideo „Grey Sedan“ (Wild Style Lion, feat. Kim Gordon) und dem Kurzfilm „Evokation“ von Akiz. Das Kernstück des Bonusmaterials ist das 45-minütige, sehr ehrliche und unprätentiöse Making-of „Der Nachtmahr – und wie er zur Welt kam“ (gedreht von seiner Schwester Riki Bornhak, mit vielen Bildern aus dem Archiv von Achim „Akiz“ Bornhak, seiner Familie und Freunden) und ein 25-minütige Interview mit Akiz, in denen man viel über die Vorgeschichte des Films erfährt.

Außerdem gibt es in der Special-Edition das Drehbuch und ein Booklet mit einem Text von Marcus Stiglegger, der hier zu sehr den Fanboy herauslässt und auf jegliche Analyse oder analytische Einordnung verzichtet.

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Der Nachtmahr (Deutschland 2015)

Regie: AKIZ

Drehbuch: AKIZ

mit Carolyn Genzkow, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Sina Tkotsch, Alexander Scheer, Kim Gordon

 

DVD

Koch Media

Bild: 2.35:1 (16:9)

Don: Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Englisch

Bonusmaterial:

DVD/Blu-ray: Interview mit Regisseur Akiz, Kinotrailer, Teaser

Mediabook: Dokumentation „Der Nachtmahr – und wie er in die Welt kam“, Musikvideo „Grey Sedan“ (von Wild Style Lion feat. Kim Gordon), Crowdfunding Video, Nachtmahr Kurzfilm, Testclip, Booklet mit Text von Dr. Marcus Stiglegger

Länge: 89 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Der Nachtmahr“

Moviepilot über „Der Nachtmahr“

Rotten Tomatoes über „Der Nachtmahr“

Wikipedia über Achim Bornhak

Homepage von AKIZ

Ein langes Gespräch mit AKIZ (Achim Bornhak) auf dem 99Talent-Campus 2016


TV-Tipp für den 7. November: Mr. Smith geht nach Washington

November 7, 2016

Arte, 20.15

Mr. Smith geht nach Washington (USA 1939, Regie: Frank Capra)

Drehbuch: Sidney Buchman (basierend auf der Geschichte „The Man from Montana“ von Lewis R. Foster)

Der naive Pfadfinder Jefferson Smith (James Stewart in einer seiner klassischen Rollen) wird nach dem Tod eines Senators als Ersatzmann nach Washington geschickt. Dort soll er als Hinterbänkler nichts tun. Aber er will ein nationales Pfadfinderlager für Stadtkinder an genau dem Ort errichten, an dem sein Förderer einen Staudamm errichten will.

Capras warmherzige Komödie, die eine Liebeserklärung die wahren amerikanischen Tugenden und Werte ist, war ein Erfolg (u. a. elf Oscar-Nominierungen und ein Kassenhit) und ist inzwischen ein Klassiker, der kaum Patina angesetzt hat.

Allerdings ist der Konflikt arg weit hergeholt (Warum muss das Pfadfinderlager ausgerechnet an diesem Ort sein?) und Smiths Strategie, mit einem Filibuster die Verabschiedung der Staudamm-Vorlage zu verhindern ist, nun, ziemlich bescheuert. Denn aufgeschoben ist nicht abgelehnt und außer seinem herzergreifendem, stundenlangem Gerede (der Film zeigt nur einige Ausschnitte) hat Smith nichts in der Hinterhand. Da wäre mehr möglich gewesen.

Auch die Analyse der Politik in Washington bestärkt Vorurteile eher als sie zu hinterfragen. Das Politikporträt beschränkt sich auf den Gegensatz von korrupten Washington-Politikern und einem ehrlichen Mann aus dem Hinterland, der wegen seiner Anständigkeit vollkommen unfähig ist, Kompromisse auszuhandeln oder auch nur strategisch zu denken. Da sieht man heute einen Donald Trump, der sich wahrscheinlich für einen Nachfolger von Mr. Smith hält.

Hier haben wir es mit einer weiteren ehrgeizigen, voll aufgetakelten Komödie von Frank Capra zu tun, vollgepackt mit satirischem Biss, aber zugunsten von Mut, Sentiment und Gerechtigkeit. (…) Der Film ist im Grunde genommen ein Plädoyer für Anständigkeit und Ehrenhaftigkeit. Mit amüsantem, sardonischem Augenblinzeln wird allerdings ein kritischer Blick auf die Washington-Arena geworfen (wo der Film alles andere als geschätzt wurde). (…) Der Film gilt auch heute noch als schön inszeniertes Bemühen, Wärme, Gefühl und Komödie mit politischem Verstand und Zynismus zu mengen.“ (Howard Thompson: James Stewart: Seine Filme – sein Leben, 1979 [Originalausgabe 1974])

mit James Stewart, Jean Arthur, Claude Rains, Edward Arnold, Thomas Mitchell, Guy Kibbee, Beulah Bondi, Harry Carey

Wiederholung: Dienstag, 8. November, 13.45 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Mr. Smith geht nach Washington“

TCM über „Mr. Smith geht nach Washington“

Wikipedia über „Mr. Smith geht nach Washington“ (deutsch, englisch)

 


TV-Tipp für den 6. November: Tanz der Teufel 2

November 6, 2016

Tele 5, 22.40

Tanz der Teufel 2 (USA 1987, Regie: Sam Raimi)

Drehbuch: Sam Raimi, Scott Spiegel

Heute ist die TV-Premiere von „Tanz der Teufel 2“ (bzw. „Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt“) und, nach einer Neuprüfung im Juni 2016, darf er sogar ungekürzt im TV laufen. Dabei war die Fortsetzung/Remake von „Tanz der Teufel“ schon immer mehr Slapstick als Horror. Daran änderten auch die Blutfontänen nichts.

Ein großer, derber Spaß mit Bruce Campbell als Ash, der danach gegen die „Armee der Finsternis“ antreten musste.

mit Bruce Campbell, Sarah Berry, Denise Bixter, Kassie Wesley, Dan Hicks

Wiederholung: Montag, 7. November, 04.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Tanz der Teufel 2“

Wikipedia über „Tanz der Teufel 2“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Sam Raimis „Armee der Finsternis (Tanz der Teufel III)“ (Army of Darkness – Evil Dead 3, USA 1992)

Meine Besprechung von Sam Raimis „Die fantastische Welt von Oz“ (Oz, the Great and Powerful, USA 2013)


TV-Tipp für den 5. November: Tod im kalten Morgenlicht

November 4, 2016

ZDFneo, 20.15

Tod im kalten Morgenlicht (Niederlande/Großbritannien 1996, Regie: Rudolf van den Berg)

Drehbuch: Doug Magee

LV: Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Irgendwo in England: Kommissar Marek sucht einen Kindermörder. Um ihn zu schnappen, benutzt er ein Kind und ihre Mutter als Lockvögel.

Fast unbekanntes Remake von “Es geschah am hellichten Tag” (mit Heinz Rühmann), das trotzdem einen Blick wert ist: „Der Stoff ist derart differenziert, psychologisch fundiert und dramatisch, dass man bei den Aktualisierungen kaum etwas falsch machen kann. In Rudolf van den Bergs Variation geht es noch düsterer und bedrohlicher zu. (…) All diese Unterschiede betonen den naturalistischen Kern der eigenständigen Adaption, die dank der hervorragenden Kameraarbeit von Igor Luther, der mit kaltem Licht für Grauen sorgt, und der guten Besetzung so wirkungsvoll ist wie die anderen Versionen.“ (Fischer Film Almanach 1998)

mit Richard E. Grant, Lynsey Baxter, Simon Cadell, Perdita Weeks

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Tod im kalten Morgenlicht“

Wikipedia über „Tod im kalten Morgenlicht“

Meine Besprechung von Friedrich Dürrenmatts “Die Kriminalromane” (Sammelband)


Die KrimiZeit-Bestenliste November 2016

November 4, 2016

Wer die Weihnachtsgeschenke vor dem Fest testen möchte, kann sich in punkto „Mord & Totschlag“ von der neuen Bestenliste der KrimiZeit-Jury von Zeit und Nordwestradio inspirieren lassen:

1 (-) Franz Dobler: Schlag ins Gesicht

2 (10) Malla Nunn: Zeit der Finsternis

3 (1) Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom

4 (-) Peter Temple: Die Schuld vergangener Tage

5 (-) Matthias Wittekindt: Der Unfall in der Rue Bisson

6 (6) Alan Carter: Des einen Freund

7 (2) Friedrich Ani: Nackter Mann, der brennt

8 (7) Benjamin Whitmer: Nach mir die Nacht

9 (-) Candice Fox: Eden

10 (4) Patrícia Melo: Trügerisches Licht

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Einiges liegt auch auf meinem Zu-Lesen-Stapel. Neben, wegen der Verfilmung, Hans Falladas „Jeder stirbt für sich allein“, einigen Sachbüchern und Weihnachtskrimis, über die ich vor dem Fest etwas schreiben will. Zu Weihnachten kann ich dann ja Fastnachts- und Osterkrimis lesen.

Und dann gibt es mit „Peripherie“ (The Periphal, 2014) auch einen neuen Roman von William Gibson. Aber der schreibt ja Science-Fiction


TV-Tipp für den 4. November: Room 237

November 4, 2016

Arte, 21.45

Room 237 (USA 2012, Regie: Rodney Ascher)

Drehbuch: Rodney Ascher

Was hat sich der Regisseur dabei gedacht? Rodney Ascher folgt in seinem Meta-Film über Stanley Kubricks Horrofilm „Shining“ fünf Fans, die jedes Detail des Films analysieren und interpretieren.

faszinierende, höchst raffiniert montierte Sammelsurium aus Verschwörungstheorien und intensiver Detail-Lektüre (…) Vor allem fordert er zum intensiven Zuschauen und Hören auf und feiert den Bedeutungsüberschuss der filmischen Erzählung.“ (Lexikon des internationalen Films)

Hinweise

Moviepilot über „Room 237“

Metacritic über „Room 237“

Rotten Tomatoes über „Room 237“

Wikipedia über „Room 237“


Neu im Kino/Filmkritik: „Doctor Strange“ betritt das Marvel Cinematic Universe

November 3, 2016

Gesehen in der Originalfassung in 3D im Imax – und das lohnt sich. Jedenfalls wenn man gerade in der Nähe eines Imax ist. Denn das Bild ist groß (etwa eine Stunde des Films wurde für das Imax-Kino optimiert, was zu einem wesentlich größerem Bild führt und dieses Mal funktioniert der Wechsel zwischen dem normalen Kinoformat und dem 1.9:1-Imax-Format flüssig), 3D stört nicht und die Spezialeffekte sehen verdammt gut aus.

Sie sind auch ein Problem des Films. Denn in den großen Actionszenen werden locker-flockig im „Inception“-Stil ganze Städte, Straßen und Häuserzeilen wild in alle möglichen Richtungen gefaltet oder zerschnitten und im Finale wird, eher Doctor Strange in eine andere Dimension wechselt, eine Stadt entstört. Das ist eine beeindruckende, in „Doctor Strange“ öfter wiederholte, Zirkusnummer, bei der auch immer spürbar ist, dass bei den Sprüngen zwischen den Dimensionen und Paralleluniversen niemand von den Schauspielern und Stuntmen in einer wirklich gefährlichen Situation ist.

Ein anderes Problem von „Doctor Strange“ ist, dass, wie immer bei Marvel, der Bösewicht und seine Motivation schwach sind. Dieses Mal ist der Bösewicht Kaecilius; Mads Mikkelsen, der schon ein James-Bond-Bösewicht war und demnächst in „Star Wars: Rogue One“ mitspielt, verkörpert ihn mit stoischer Mine.

Er ist, neben seinem starren, humorlosen Blick und den schwarzen Augenrändern, als Bösewicht vor allem daran erkennbar, dass er am Filmanfang zwei sehr wichtige Blätter aus einem Buch herausreißt und nebenbei den Bibliothekar bestialisch ermordet.

Das sehr, sehr wichtige Buch stand in der Bibliothek von The Ancient One (Tilda Swinton), die den titelgebenden Dr. Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) zu einem besseren Menschen und Magier erzieht. Keine leichte Aufgabe, denn Strange ist ein Geistesverwandter von Tony Stark: ein arroganter Schnösel vor dem Herrn, der wie ein Rockstar lebt und ein begnadeter Neurochirurg ist. Nach einem Autounfall (selbst verschuldet) kann er seine Hände nicht mehr bewegen. Weil sein Beruf auch seine Berufung und der Sinn seines Lebens war, ist für ihn sein jetziges Leben vollkommen sinnlos und es ist für ihn unvorstellbar, irgendeiner anderen Profession nachzugehen. Einmal Chirurg, immer Chirurg.

Als er erfährt, dass es in Kathmandu einen Ort, das Kamar-Taj, und eine Person, The Ancient One, gibt, die ihm helfen kann, macht er sich auf den Weg.

Doctor Strange“ erzählt die Origin-Story von Stephen Strange. Der von Steve Ditko erfundene Charakter hatte 1963 seinen ersten Comic-Auftritt und schon damals sah er mit dem Amulett und seinem Umhang aus wie ein aus einem Dreißiger-Jahre-“Flash Gordon“-Serial entsprungener Charakter. Heute ist er modisch vollkommen aus der Zeit gefallen. Aber Benedict Cumberbatch trägt ihn mit der augenzwinkernden Würde eines gestandenen Theaterschauspielers.

Scott Derrickson, der sich vorher vor allem im Horrorfilm austobte („Der Exorzismus von Emily Rose“, „Sinister“, „Erlöse uns von dem Bösen“) erzählt die Geschichte, wie man es von Marvel gewohnt ist, mit großem Staraufgebot (das teilweise nur wenige Szenen hat), überwältigenden Tricks (auch wenn man vieles schon so ähnlich gesehen hat) und einer ordentlichen Portion Humor, der einen über die Storylücken, die doch recht einfache Geschichte und die schwurbeligen Weisheiten von The Ancient One hinwegsehen lässt. Das liegt allerdings auch an Tilda Swinton, die diese Weisheiten verkündet als seien es Shakespeare-Verse. Sie könnte allerdings auch ein Telefonbuch vorlesen und wir wären überzeugt, einen tiefsinnig-bedeutungsvollen Text zu hören.

Letztendlich liefert „Doctor Strange“ wieder genau das, was man von einem Marvel-Film erwartet. Auch wenn, wie es sich für eine Origin-Story gehört, der Fokus auf dem Helden liegt und all die anderen Superhelden (die Avengers, die Guardians, die wie-war-noch-einmal-der-Name) pausieren müssen. Das führt dann auch zu einer angenehm kurzen Laufzeit von unter zwei Stunden.

Ach ja: selbstverständlich gibt es ein Cameo von Stan Lee und im und nach dem Abspann je eine Szene, die den nächsten Film anteasert.

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Doctor Strange (Doctor Strange, USA 2016)

Regie: Scott Derrickson

Drehbuch: Scott Derrickson, C. Robert Cargill (nach einer Geschichte von Jon Spaihts, Scott Derrickson und C. Robert Cargill

LV: Charakter von Steve Ditko

Mit Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Chiwetel Ejiofor, Rachel McAdams, Michael Stuhlbarg, Mads Mikkelsen, Benedict Wong, Benjamin Bratt, Scott Adkins

Länge: 115 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Doctor Strange“

Metacritic über „Doctor Strange“

Rotten Tomatoes über „Doctor Strange“

Wikipedia über „Doctor Strange“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Scott Derricksons „Erlöse uns von dem Bösen“ (Deliver us from Evil, USA 2014)


TV-Tipp für den 3. November: Der Banker – Master of the Universe

November 3, 2016

HR, 23.45
Der Banker – Master of the Universe (Deutschland/Österreich 2013, Regie: Marc Bauder)
Drehbuch: Marc Bauder
Ex-Banker Rainer Voss plaudert aus dem Nähkästchen.
Das ist aszinierend anzuhören und liefert einen fundierten Einblick in einen Wirtschaftszweig, der einmal dafür gedacht war, Firmen das nötige Kapital für ihre Arbeit zu besorgen – und weil Bauder nur in einer verlassenen Bank drehte, sind die ästhetisch ansprechenden Bilder von leeren Büros auch ein süffisanter Kommentar zur glänzenden Fassade der Bankenwelt, die wie eine Sekte von ihren Jüngern bedingungslose Gefolgschaft fordert.
mit Rainer Voss

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Master of the Universe“

Moviepilot über „Master of the Universe“

Meine Besprechung von Marc Bauders „Master of the Universe“ (Deutschland/Österreich 2013) (mit zwei weiteren Clips, in denen die Macher über den Film reden)


Dokutipp: Before the Flood

November 2, 2016

Leo rettet die Welt – in dieser Doku von Regisseur Fisher Stevens, nach einem Drehbuch von Mark Monroe, zwar nicht ganz, aber sie klären mit Leonardo DiCaprio als Reiseführer über den globalen Klimawandel auf und weil das Anliegen so wichtig ist, wurde der Film von National Geographic auch kurz nach seiner Premiere auf verschiedenen Plattformen online gestellt:

Einige Infos über „Before the Flood“ gibt es auf der Film-Homepage, bei Wikipedia (deutsch, englisch) und Rotten Tomatoes sammelt die überwiegend positiven Kritikerstimmen.

 

Ach ja: ihr könnt auch Gutes tun:

Act Now #BeforeTheFlood:
For every use of #BeforeTheFlood across Facebook, Twitter, and Instagram between October 24 – November 18, 21st Century Fox and National Geographic will together donate $1 to Pristine Seas and $1 to the Wildlife Conservation Society, up to $50,000 to each organization.


TV-Tipp für den 2. November: Citizenfour

November 2, 2016

One, 21.30
Citizenfour (Citizenfour, USA/Deutschland 2014)
Regie: Laura Poitras
Drehbuch: Laura Poitras
Äußerst sehenswerte, mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnete Dokumentation über „Citezenfour“ Edward Snowden. Laura Poitras filmte in einem Hotelzimmer in Hongkong die ersten Gespräche zwischen NSA-Mitarbeiter Snowden und Glenn Grennwald. Sie dokumentierte den vielleicht wichtigsten Zeitpunkt für unser gewandeltes Verhältnis zur globalen Überwachung durch die Geheimdienste. Und allein schon das macht „Citizenfour“ sehenswert.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Edward Snowden, Glenn Greenwald, Laura Poitras, William Binney, Jacob Appelbaum, Ewen MacAskill, Jeremy Scahill
Hinweise
Deutsche Facebook-Seite zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Citizenfour“
Moviepilot über „Citizenfour“
Metacritic über „Citizenfour“
Rotten Tomatoes über „Citizenfour“
Wikipedia über „Citizenfour“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Glenn Greenwalds „Die globale Überwachung“ (No place to hide, 2014)

Meine Besprechung von Laura Poitras’ „Citzenfour“ (Citizenfour, USA/Deutschland 2014) (mit weiteren Video-Interviews) und der DVD (ebenfalls mit Bonusmaterial)