TV-Tipp für den 10. Januar: Air Force One

Januar 10, 2015

Vox, 20.15

Air Force One (USA 1997, Regie: Wolfgang Petersen)

Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Buch zum Film: Max Allan Collins: Air Force One, 1997 (Air Force One)

Russische Terroristen entführen die Air Force One. Der US-amerikanische Präsident James Marshall wirft sie – Wer könnte bei dem Namen daran zweifeln? – aus seinem Flugzeug. Davor erkundet er den Gepäckraum der Air Force One und versucht mit dem Weißen Haus zu telefonieren.

Gut besetztes Popcorn-Kino von unserem Mann in Hollywood. Jedenfalls damals. Denn inzwischen ist er anscheinend im Ruhestand.

Andrew W. Marlowe erfand später die TV-Serie „Castle“.

Mit Harrison Ford, Glenn Close, Gary Oldman, Wendy Crewson, Paul Guilfoyle, Xander Berkeley, William H. Macy, Dean Stockwell, Jürgen Prochnow, Bill Smitrovich, Philip Baker Hall, Werner Sonne (als deutscher Journalist)

Wiederholung: Sonntag, 11. Januar, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Air Force One“

Wikipedia über „Air Force One“ (deutsch, englisch)

Homepage von Max Allan Collins

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ “Der erste Quarry” (The first Quarry, 2008)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „Two for the Money“ (2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „The last Quarry“ (2006)

Meine Besprechung von „Der letzte Quarry“ (The last Quarry, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „Bones – Die Knochenjägerin: Tief begraben“ (Bones: Buried deep, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI – Crime Scene Investigation: Im Profil des Todes“ (CSI: Crime Scene Investigation – Snake Eyes, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: NY – Blutiger Mond (Bloody Murder, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI – Das Dämonenhaus“ (Demon House, 2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: Crime Scene Investigation – Die Last der Beweise“ (CSI: Crime Scene Investigation – Body of Evidence, 2003)

Max Allan Collins in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Wild Tales – Jeder dreht mal durch!“ und dann gibt’s halt Tote

Januar 9, 2015

Nach den ersten furiosen Minuten ist klar, dass Damián Szifrón mit „Wild Tales – Jeder dreht mal durch!“ keine Gefangenen machen will und man fragt sich ängstlich, ob er das Niveau des ersten Kurzfilms halten kann. „Pasternak“ ist von der Länge her ein Sketch über zwei, drei, vier, viele Passagiere in einem Flugzeug, die zufällig einen gemeinsamen Bekannten haben. Die Geschichte entwickelte sich so absurd schnell zur grandiosen Pointe, dass ich mich fragte, wie Szifrón das übertreffen will und wie er das Niveau halten will.
Denn „Wild Tales“ besteht aus sechs Kurzfilmen, in denen jemand Unrecht geschieht und er sich rächen kann. Manchmal, weil sich gerade eine günstige Gelegenheit ergibt. Manchmal, weil es einfach zu viel ist. Aber wollen sie das auch? Über hehre moralische Grundsätze wird dagegen weniger gesprochen. So trifft in einem Schnellimbiss eine Bedienung auf den Kredithai, der ihren Vater in den Selbstmord trieb – und die Köchin bietet ihr an, das Essen mit etwas Rattengift abzuschmecken. In der nächsten Geschichte überholt auf einer einsamen Landstraße ein junger Geschäftsmann einen langsameren Autofahrer und zeigt ihm dabei den Mittelfinger. Kurz darauf hat er eine Reifenpanne – und was folgt erinnert natürlich an „Duell“, weil jeder Film mit zwei Fahrzeugen auf einer einsamen Straße an „Duell“ erinnert, aber in „Straße zur Hölle“ ist der Verlauf noch tödlicher bis zur liebevollen Schlußbemerkung. In „Bombita“ will ein Sprengstoffexperte und Familienvater nicht mehr akzeptieren, dass eine Abschleppfirma willkürlich auch sein Auto abschleppt. In „Die Rechnung“ überfährt ein Magnatensohn im Drogenrausch eine Schwangere. Sein Vater und der Familienanwalt wollen das Problem aus der Welt schaffen, indem sie den Hausgärtner überzeugen, für etwas Geld die Schuld und die Haft auf sich zu nehmen. In der sechsten und letzten Geschichte erfährt die Braut während der Hochzeit, dass ihr Mann sie betrügt. Für eine heißblütige Südamerikanerin gibt es nur eine Antwort auf diese Schmach.
Szifrón schrieb die Geschichten, während er verschiedene Filmprojekte nicht realisieren konnte, zur Entspannung. Schnell bemerkte er, dass sie sich immer mit Vergeltung, Katharsis und auch den verständlichen, aber nicht immer unbedingt gerechtfertigten Reaktionen auf Ungerechtigkeiten beschäftigen. Manchmal liegt die Ungerechtigkeit im Verhältnis zwischen den Beteiligten, manchmal an den Strukturen der kapitalistischen und argentinischen Gesellschaft. Manchmal ist es nur eine Kleinigkeit, wie eine Geste, manchmal mehr. Aber immer beschließt ein Handelnder, das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen und weil niemand nachgeben will, entwickelt sich eine teils slapstickhafte Dynamik zwischen den Kontrahenten, die hier allerdings mit so viel schwarzem Humor, Sarkasmus und Satire abgeschmeckt wird, dass das Lachen immer einen bitteren Beigeschmack hat. Auch weil es die Selbsterkenntnis gibt, dass man selbst auch gerne einmal so durchdrehen würde.
Natürlich knüpft „Wild Tales“ an thematische Anthologien an, die es in Buchform immer noch gibt (in Deutschland allerdings selten, weil die Kurzgeschichte hier nicht wirklich gepflegt wird), im Fernsehen früher gab (ich sage nur „The Twilight Zone“ und „Alfred Hitchcock präsentiert“/“Alfred Hitchcock zeigt“) und im Kino immer eine Nischenexistenz hatte und es in diesen Kinofilmen oft Füller-Geschichten gibt.
In „Wild Tales“ gibt es keine einzige schwache Geschichte und auch wenn man nach einigen Geschichten das unbarmherzige Prinzip der Geschichten verstanden hat, wird es nie langweilig oder wirklich vorhersehbar.
Außerdem helfen die „Wild Tales“, den Frust über einen desaströsen Tag abzubauen. Zur Nachahmung sind sie allerdings nicht empfohlen.
In Argentinien war der Episodenfilm an der Kinokasse der erfolgreichste argentinische Film bis jetzt (was ja nichts über die Qualität aussagt) und er erhielt, was einiges über die Qualität aussagt, zehn argentinische Filmpreise, unter anderem als bester Film, für das beste Drehbuch und die beste Regie. In elf weiteren Kategorien war er, teilweise mehrfach, nominiert. Kein Wunder, dass Argentinien den Film für die diesjährigen Oscars einreichte.

Wild Tales - Plakat

Wild Tales – Jeder dreht mal durch! (Relatos Salvajes, Argentinien/Spanien 2014)
Regie: Damián Szifrón
Drehbuch: Damián Szifrón
mit Ricardo Darin, Dario Grandinetti, Oscar Martinez, Leonardo Sbaraglia, Érica Rivas, Rita Cortese, Julieta Zylberberg, Maria Marull, Mónica Villa, César Bordón, Walter Donado, Ricardo Darín, Nancy Dupláa, María Onetto, Alan Daicz, Osmar Núnez, German de Silva, Diego Gentile
Länge: 122 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Wild Tales“
Moviepilot über „Wild Tales“
Metacritic über „Wild Tales“
Rotten Tomatoes über „Wild Tales“
Wikipedia über „Wild Tales“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 9. Januar: Big Fish

Januar 9, 2015

Disney Channel, 21.55

Big Fish – Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht (USA 2003, Regie: Tim Burton)

Drehbuch: John August

Literaturvorlage: Daniel Wallace: Big Fish – A Novel of Mythic Proportions, 1998 (Big Fish)

Vertreter Edward Bloom ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Sein Sohn Will, der hinter den Geschichten nie den wahren Edward Bloom sah, brach deshalb vor Jahren entnervt den Kontakt zu ihm ab. Jetzt sitzt er an Edwards Sterbebett und versucht zum letzten Mal die Beziehung zu seinem Vater zu kitten. Aber dieser erzählt nur wieder einmal die altbekannten Geschichten aus seinem Leben und erfindet einige neue dazu.

Das Buch, eine lockere Sammlung von Episoden, ist bestenfalls solala. Aber der Film, der sich in vielen Teilen von dem Buch entfernt, die Episoden aus dem Buch und zahlreiche neue zu einer Biographie zusammenfügt und dabei das Thema des Buches deutlicher herausarbeitet,  ist eine zwischen trister Realität und farbenfreudiger Fantasie wechselnde Liebeserklärung an das Erzählen von Geschichten, die am Ende doch nicht so erfunden sind, wie der Sohn immer annahm.

Mit Ewan McGregor, Albert Finney, Billy Crudup, Jessica Lange, Helena Bonham Carter, Loudon Wainwright III, Steve Buscemi, Danny DeVito, Daniel Wallace (Econ Professor)

Hinweise

Homepage von Daniel Wallace

Homepage/Blog von John August (In der Abteilung „Downloads“ gibt es das Drehbuch und weiteres informatives Material zu „Big Fish“.)

Rotten Tomatoes über “Big Fish”

Wikipedia über “Big Fish” (deutsch, englisch)

Tim Burton bei Film-Zeit

Senses of Cinema-Artikel von Ben Andac über Tim Burton (2003)

Arte über die Tim-Burton-Reihe

Meine Besprechung von Tim Burtons “Frankenweenie” (Frankenweenie, USA 2012, nach einem Drehbuch von John August)

Tim Burton in der Kriminalakte

Meine Besprechung von John Augusts “The Nines” (The Nines, USA 2007)


Neu im Kino/Filmkritik: „St. Vincent“ ist ein seltsamer Heiliger

Januar 8, 2015

Das ist die Magie des Kinos. Ich meine nicht die großen Weltraumschlachten, Monster und sich durch Großstadtschluchten schwingende Superhelden. Das erinnert eher an eine Geisterbahn, die man auf einem Jahrmarkt besucht, um sich erschrecken zu lassen und man schon beim Lösen der Eintrittskarte seinen Unglauben über die kommenden Ereignisse ignoriert.
Nein, es geht um Charaktere wie Vincent. Ein Stinkstiefel, Spieler und Alkoholiker, mit dem wir im wirklichen Leben keine fünf Minuten verbringen möchten. Aber im Kino freuen wir uns auf zwei Stunden mit ihm. Dass er von Bill Murray gespielt wird, hilft. Und dass „St. Vincent“ als Komödie angelegt ist, ebenfalls. So sind seine Ausfälle gegenüber Mitmenschen, seine katastrophale finanzielle Situation (Pleite ist gar kein Ausdruck), seine vollkommen vermüllte Wohnung und seine stockbesoffene Heimfahrt, bei der er beim Einparken seinen Gartenzaun überfährt und er anschließend in seiner Wohnung slapstickhaft hinfällt, gut für einige Lacher.
Auch als er am nächsten Morgen von zwei ununterbrochen redenden Möbelpackern geweckt wird, die beim Einparken auf dem Nachbargrundstück seinen Baum touchieren. Ein Ast fällt krachend auf Vincents Rostlaube, die er als Antiquität bezeichnet. Selbstverständlich will er eine finanzielle Wiedergutmachung für seinen Schaden haben und er lernt gleich seine neuen Nachbarn kennen: Maggie (Melissa McCarthy) und ihren elfjährigen Sohn Oliver (Jaeden Lieberher). Sie befindet sich gerade in einem Scheidungsverfahren, das später zu einem Sorgerechtsstreit wird.
Während sie im Krankenhaus als Schwester Überstunden schiebt, bittet sie – aus reiner Verzweiflung – Vincent, auf ihren Sohn aufzupassen – und selbstverständlich entwickelt sich, zwischen Rennbahn (wegen den Wetten), Bar (wegen dem Alkohol), Strip-Club (wegen einer „Lady of the Night“), Altersheim (wegen einer anderen Frau) und Schule (wegen Olivers Klassenkameraden) eine Beziehung zwischen den Beiden. Vincent wird für Oliver zu einem Vater, den er nie hatte, und einem Onkel, mit dem man Abenteurer erleben kann.
Ted Melfi erzählt, nach einem TV-Film, mehreren Kurz- und Werbefilmen (unter anderem der „Pizza Guy“-MTV-Spot), diese Geschichte in seinem Kinodebüt flott in vielen pointierten Szenen, die gelungen die Tiefen des Stoffes umschiffen. Die Charakterstudie „St. Vincent“ ist als Komödie angelegt, die vor allem ein Bill-Murray-Showcase ist.
Naomi Watts darf als Freundin und schwangere Prostituierte (im Original mit einem dicken russischen Akzent) etwas Gossencharme versprühen.
Und wer Melissa McCarthy nur aus ihren letzten Filmen als großkotzig aufspielendes, wandelndes Katastrophengebiet kennt, wird erstaunt sein, wie zurückgenommen sie hier eine alleinerziehende Mutter spielt, weshalb in ihrer großen dramatischen Szene, wenn sie vor dem Schuldirektorund Olivers Klassenlehrer ihre Probleme schildert, kaum geschnitten wird.
Aber solche Szenen sind rar. Normalerweise sucht und findet Melfi immer eine Pointe, einen witzigen oder absurden Aspekt. Und wenn es nur Vincents bewegungslos in die Kamera blickende Katze oder Bill Murrays ebenso bewegungsloser Blick ist.
Dennoch – oder gerade deswegen – ist „St. Vincent“ ein herzerwärmender Film, der mit der titelgebenden Heiligsprechung von Vincent endet.
Nächste Woche zeigt Rupert Wyatt in dem Drama „The Gambler“ mit Mark Wahlberg in der titelgebenden Hauptrolle die andere Seite der Spielsucht.

St Vincent - Plakat

St. Vincent (St. Vincent, USA 2014)
Regie: Ted Melfi
Drehbuch: Ted Melfi
mit Bill Murray, Melissa McCarthy, Naomi Watts, Jaeden Lieberher, Chris O’Dowd, Terrence Howard
Länge: 103 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „St. Vincent“
Moviepilot über „St. Vincent“
Metacritic über „St. Vincent“
Rotten Tomatoes über „St. Vincent“
Wikipedia über „St. Vincent“ (deutsch, englisch)

Ein Q&A zum Film von eher historischem Wert


Neu im Kino/FIlmkritik: „96 Hours – Taken 3“, jetzt wird es wirklich persönlich

Januar 8, 2015

Nachdem „Taken“, der bei uns „96 Hours“ hieß, ein Überraschungserfolg war, der Liam Neeson als Actionhelden etablierte, gab es natürlich „Taken 2“, der ebenfalls sehr erfolgreich lief und, trotz der Beteuerungen der Macher, dass es kein „Taken 3“ geben werde, gibt es jetzt „Taken 3“, weil man natürlich nicht wirklich gegen die nackten Zahlen argumentieren will. Denn an der Kinokasse war der Film sehr erfolgreich und für „Taken 3“ sehen die Prognosen ähnlich gut aus. Was natürlich nichts über die Qualität des Films sagt.
Jedenfalls ist das alte Team, vor und hinter der Kamera, wieder zusammen gekommen und dieses Mal wird auch wirklich eine andere Geschichte erzählt. Allerdings keine bessere als in „Taken 2“ oder in den zahllosen anderen Luc-Besson-Produktionen.
In „96 Hours – Taken 3“ wird Lenore Mills (Famke Janssen), die Ex-Frau von Bryan Mills (Liam Neeson), ermordet. In seinem Bett und, als hätten die Bösewichter sich nicht schon genug Mühe gegeben, ihn zum Täter zu machen, fasst der Ex-CIA-Agent mit den besonderen letalen Fähigkeiten die Tatwaffe, ein großes Messer, an. Sofort taucht die Polizei auf und nach einer Verfolgungsjagd über mehrere Hinterhöfe kann Mills durch die Kanalisation entkommen. Er wird jetzt den Mörder seiner Frau jagen, während er von der Polizei gejagt wird.
Das ist natürlich ein klassischer Krimiplot, der hier mit einer ordentlichen Portion Action aufgebrezelt wird. Es ist allerdings auch ein Plot, der wohl selten so lieblos und so unlogisch erzählt wurde. Das mündet in der Schlussszene, wenn Mills und Frank Dotzler (Forest Whitaker), der Polizist, der ihn verfolgte, zusammensitzen und Dotzler Mills sagt, dass er von Anfang an gewusst habe, dass er nicht der Mörder sei. Nur, warum hat er dann den ganzen Film damit verbracht, die halbe Polizei von Los Angeles hinter einem Unschuldigen hinterherlaufen zu lassen? Warum hat er nicht nach dem wirklichen Täter gesucht?
Immerhin haben wir bis dahin die Kameraden von Mills, die dieses Mal eine größere Rolle übernehmen dürfen, besser kennen gelernt.
Aber wegen des diffizilen Plots sieht sich niemand einen „Taken“-Film an. Schon im ersten „Taken“-Film war die Entführung von Mills‘ Tochter in Paris die Entschuldigung für ein brachiales Actionfeuerwerk der eher altmodischen Sorte, das genau deshalb gefiel. In „Taken 3“ enttäuschen die wenigen Actionszenen. Sie sind wieder einmal so zerschnipselt, dass letztendlich nichts wirklich erkennbar ist. Die ganzen Abläufe sind nur noch erahnbar und wenn dann auf einem Highway etliche Autos geschrottet werden, fragt man sich, warum das nicht wie früher gezeigt wird, als man sich an den Zerstörungsorgien erfreuen konnte. Jetzt ist man damit beschäftigt, den Ablauf zu rekonstruieren.
Da bleibt Olivier Megaton („Transporter 3“, „Columbiana“, „Taken 2“) sich treu. Viele Schnitte und Farbfilter – wie man es bei Michael Bay und den anderen Filmen der Besson-Fabrik kennt.
Und, auch wenn viel geballert wird, sterben, so mein Eindruck, in „96 Hours – Taken 3“ deutlich weniger Menschen als in den vorherigen „Taken“-Filmen. Was sicher daran liegt, wie wir spätestens seit „The Rock – Fels der Entscheidung“ wissen, dass ein guter Amerikaner keine Landsleute tötet. Jedenfalls keine Unschuldigen.
Letztendlich ist „96 Hours – Taken 3“ ein weiteres liebloses Produkt aus der Besson-Fabrik, das dieses Mal sogar den Humor des zweiten Teils vermissen lässt. Denn die Standortbestimmung mit Handgranaten tagsüber im Zentrum von Istanbul und die von Bryn Mills für seine fahrunerfahrene Tochter gegebene Fahrstunde, sie sie wie eine Rennfahrerin durch die Innenstadt brettern lässt, waren hirnverbrannt, dass sie schon wieder witzig waren.
Aber, auch wenn die Macher im Presseheft betonen, dass „Taken 3“ das Ende einer Trilogie sei, wird es, wenn die Kasse stimmt, einen vierten Teil geben. Dann ist es halt eine aus vier Teilen bestehende Trilogie. Mit Tochter und Enkeltochter gibt es am Ende von „Taken 3“ ja noch genug Familienmitglieder, die von Bösewichtern belästigt werden können. Zum Beispiel mexikanische Drogenkartellbabyhändler, die das Baby wegen irgendwelcher Organe oder eine extrem seltenen Blutgruppe entführen…

96 Hours - Taken 3 - Plakat

96 Hours – Taken 3 (Taken 3, Frankreich 2014)
Regie: Olivier Megaton
Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen
mit Liam Neeson, Forest Whitaker, Maggie Grace, Famke Janssen, Dougray Scott, Sam Spruell, Leland Orser
Länge: 109 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Film-Zeit über „96 Hours – Taken 3“
Moviepilot über „96 Hours – Taken 3“
Metacritic über „96 Hours – Taken 3“
Rotten Tomatoes über „96 Hours – Taken 3“
Wikipedia über „96 Hours – Taken 3“
Meine Besprechung von Olivier Megatons „96 Hours – Taken 2“ (Taken 2, Frankreich 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: „Let’s be Cops – Die Party Bullen“ sind keine Zierde

Januar 8, 2015

Das muss für Jüngere angesichts von Filmen wie „Let’s be Cops – Die Party Bullen“ wie ein Märchen aus einer weit, weit entfernten Galaxis klingen: es gab einmal eine Zeit, als man sich auf die nächste Buddy-Cop-Komödie freute. Das waren Filme, in denen es reichlich Humor und Action gab. Ich sage nur „48 Stunden“, „Red Heat“, „Zwei stahlharte Profis“ (Lethal Weapon) und „Bad Boys“. Oft gab es erfolgreiche Fortsetzungen und sogar in schlechteren Buddy-Cop-Komödien, wie „Diese zwei sind nicht zu fassen“ (Running Scared), gibt es reichlich Humor und Action.
In „Let’s be Cops“ gibt es keine nennenswerten Action-Szenen und die, die es gibt, wären schon vor dreißig Jahren in einer TV-Serie verbraten worden. Der Humor bewegt sich konstant auf Blödel-Niveau. Das mag witzig gemeint sein, ist aber nur nervig im Eddie-Murphy-Gedächtnismodus.
Die Story: Ryan (Jake Johnson) und Justin (Damon Wayans Jr.) sind zwei erfolglose Mitt-Dreißiger, die schon vor Ewigkeiten aus der Kleinstadt nach Los Angeles gezogen sind. Der eine arbeitet als erfolgloser Schauspieler, der andere ist nachrangiger Spieleentwickler in einer großen Firma. Eines Tages ziehen sie als Party-Kostüm ein Polizeiuniformen an, werden für Polizisten gehalten und genießen den Respekt der Bevölkerung. Dummerweise legen sie sich mit einem Gangstersyndikat an und, nun, die Dinge laufen etwas aus dem Ruder.
Irgendwann läuft Andy Garcia auf der Suche nach seiner Lohntüte durch das Bild und wahrscheinlich freut er sich, dass dieses Werk nicht mit seinem Namen beworben wird.
Und weil der Film in den USA locker sein Budget einspielte, wird es sicher eine Fortsetzung geben.

Let s be Cops - Plakat

Let’s be Cops – Die Party Bullen (Let’s be Cops, USA 2014)
Regie: Luke Greenfield
Drehbuch: Luke Greenfield, Nicholas Thomas
mit Jake Johnson, Damon Wayans Jr., Rob Riggle, Nina Dobrev, James D’Arcy, Keegan-Michael Key, Andy Garcia, Jonathan Lajoie, Tom Mardirosian
Länge: 105 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Let’s be Cops“
Moviepilot über „Let’s be Cops“
Metacritic über „Let’s be Cops“
Rotten Tomatoes über „Let’s be Cops“
Wikipedia über „Let’s be Cops“ 


Neu im Kino/Filmkritik: „The Best of Me – Mein Weg zu dir“ und weg von der Filmkunst

Januar 8, 2015

Natürlich erwartet niemand von einer Nicholas-Sparks-Verfilmung hohe Filmkunst. Immerhin liefen in den vergangenen Jahren acht Sparks-Verfilmungen erfolgreich im Kino unter dem Etikett „Schmonzette“ und auch in der neuesten Sparks-Verfilmung „The Best of Me – Mein Weg zu dir“ geht es um Liebe.
Nach zwanzig Jahren, nach dem Tod von Onkel Tuck, treffen sich Amanda (Michelle Monaghan) und Dawson (James Marsden) wieder in dessen Haus, in dem sie viel Zeit verbrachten. Sie erinnern sich nach den zwei Jahrzehnten, in denen sie getrennte Leben führten, an ihre Vergangenheit und Michael Hoffman illustriert die Erinnerungen von Dawson, einem linkischen jungen Mann, der ein begeisterter Automechaniker ist und in einer White-Trash-Familie lebt, und Amanda, einer Schönheit aus besserem Haus, die sich natürlich sofort in den Jüngling verliebt. Nachdem Dawson aus dem Haus seiner Familie flüchtet, wird er von Tuck, einem Witwer und Besitzer einer Autowerkstatt, aufgenommen. In Tucks Haus verleben Dawson und Amanda (jaja, Romeo und Julia) glückliche Tage, bis es zu Ereignissen kommt, die zu der jahrelangen Trennung führten und die erst gegen Filmende aufgelöst werden.
In den viel zu langen Rückblenden werden die Liebenden von Luke Bracey und Liana Leberato gespielt, die beide höchstens eine entfernte Ähnlichkeit mit Marsden und Monaghan haben. Dass das besser geht, hat die Krimiserie „Cold Case“, in der die Aussagen der von den Polizisten befragten Personen immer mit Rückblenden illustriert wurden, in denen ein jüngeres Alter Ego des Befragten agierte, sieben Jahre lang bewiesen.
Michael Hoffman (zuletzt die unwitzige Komödie „Gambit – Der Masterplan“) erzählt diese Südstaaten-Schnulze mit schönen Bildern, viel Kitsch und Schmonzettentunke. Wenn nicht Onkel Tuck (gespielt von Gerald McRaney, ein Bruder des Privatdetektivduos „Simon & Simon“) einige knorrige Auftritte hätte, wäre „The Best of Me“ ein vollkommen ungenießbares Kitschfest, das sogar die Die-hard-Fans von James Marsden und Michelle Monaghan enttäuschen würde. Denn beide haben eigentlich nur Nebenrollen und die Rückkehr des verlorenen Sohns, der sich prompt wieder in die Angelegenheiten seiner Verbrecherfamilie einmischt, überzeugt noch nicht einmals gutwillige Geister.
Was hätte Lasse Hallström, der ja auch zwei Sparks-Romane verfilmt hat, aus dieser Geschichte gemacht? In jedem Fall einen besseren Film. Ein Film mit mehr Gefühl und weniger Kitsch.

The Best of Me - Plakat

The Best of Me – Mein Weg zu dir (The Best of Me, USA 2014)
Regie: Michael Hoffman
Drehbuch: J. Mills Goodloe, Will Fitters
LV: Nicholas Sparks: The Best of Me, 2011 (Mein Weg zu dir)
mit Michelle Monaghan, James Marsden, Luke Bracey, Liana Liberato, Gerald McRaney, Sebastian Arcelus, Robby Rasmussen, Sean Bridgers, Jo Tenney
Länge: 118 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „The Best of Me“
Moviepilot über „The Best of Me“
Metacritic über „The Best of Me“
Rotten Tomatoes über „The Best of Me“
Wikipedia über „The Best of Me“ (deutsch, englisch)

Homepage von Nicholas Sparks

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)


TV-Tipp für den 8. Januar: Im Zeichen des Bösen

Januar 8, 2015

3sat, 22.25

Im Zeichen des Bösen (USA 1958, Regie: Orson Welles)

Drehbuch: Orson Welles

LV: Whit Masterson: Badge of Evil, 1956 (Unfehlbarkeit kann tödlich sein)

In einer schäbigen Grenzstadt versuchen ein korrupter US-Polizist und ein mexikanischer Drogenfahnder (in den Flitterwochen) einen Mord aufzuklären.

Noir-Klassiker, bei dem es seit einiger Zeit endlich auch eine würdige deutsche Blu-ray-Ausgabe gibt, die ihr hier besprochen habe.

Ach ja: Heute läuft die Kinofassung von 1958.

„Einer der schönsten und intelligentesten Polizeifilme der Kinogeschichte.“ (Seesslen: Copland)

Mit Charlton Heston, Janet Leigh, Orson Welles, Akim Tamiroff, Marlene Dietrich, Joseph Cotten, Zsa Zsa Gabor, Dennis Weaver

Wiederholung: Samstag, 10. Januar, 03.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Im Zeichen des Bösen“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Touch of Evil“

TCM: Frank Miller über “Touch of Evil”

AMC Filmsite (Tim Dirks) über “Touch of Evil”

Noir of the Week über „Touch of Evil“

Script Secrets (William C. Martell) über “Touch of Evil”

Wellesnet: Das Memo von Orson Welles zum Film

Mystery File über Whit Masterson

Wikipedia über Whit Masterson

Mordlust über Whit Masterson

Meine Besprechung von Orson Welles‘ „Im Zeichen des Bösen“ (Touch of Evil, USA 1958)


TV-Tipp für den 7. Januar: Columbo: Etude in Schwarz

Januar 6, 2015

ZDFneo zeigt an den Wochentagen täglich einen Fall von Lieutenant Columbo. Und davor darf Privatdetektiv Thomas Magnum Gangster im Paradies jagen.

Heute gibt es ein Highlight der Serie:

ZDFneo, 17.55

Columbo: Etude in Schwarz (USA 1972, Regie: Nicholas Colasanto, Peter Falk [ungenannt], John Cassavetes [ungenannt])

Drehbuch: Steven Bochco

Erfinder: Richard Levinson , William Link

Dirigent Alex Benedict will nicht auf die unverschämten Forderungen seiner Geliebten eingehen. Also bringt er sie um und tarnt es als Selbstmord. Aber Lt. Columbo mag Selbstmorde, vor allem Selbstmorde von jungen Frauen nicht, und sucht ihren Mörder.

Bochcos Drehbuch war für einen Emmy nominiert.

Und die Besetzung ist auch nicht schlecht.

mit Peter Falk, John Cassavetes, Blythe Danner, James Olson, Myrna Loy, Pat Morita

Hinweise

Wikipedia über „Columbo“ (deutsch, englisch)

The Museum of Broadcast Communications über “Columbo”

Fernsehlexikon über “Columbo”

“Columbo”-Fanseite

Deutsche “Columbo”-Fanseite

Noch eine deutsche “Columbo”-Fanseite

TV Time Machine: Audiointerview mit Peter Falk und Mark Dawidziak

Mein Nachruf auf Peter Falk

Und als Bonus gibt es einen schönen Fan-Trailer


TV-Tipp für den 6. Januar: James Bond 007 – Skyfall

Januar 6, 2015

ZDF, 20.15/23.40
James Bond 007 – Skyfall (Skyfall, GB/USA 2012)
Regie: Sam Mendes
Drehbuch: Neal Purvis, Robert Wade, John Logan
LV: Charakter von Ian Fleming
James Bond jagt Raoul Silva, der zuerst die Datei mit den Identitäten von allen Geheimagenten, die undercover in Terroristennetzwerken arbeiten, entwendet und dann den gesamten britischen Geheimdienst ins Nirvana schicken will, weil M(ama) nicht nett zu ihm war.
Insgesamt ein sehr erfreulicher James-Bond-Film, in dem wir letztendlich mehr über Bond erfahren, als wir jemals wissen wollten – und den ich zum Kinostart ausführlich besprochen habe.
Mal sehen, was der nächste Bond-Film „Spectre“, der gerade gedreht wird, bringt. Die Besetzung überzeugt und Spectre steht eigentlich für schön altmodische Welteroberungspläne.
mit Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Bérénce Marlohe, Ben Whishaw, Albert Finney, Rory Kinnear, Ola Rapace

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Skyfall“

Metacritic über „Skyfall“

Rotten Tomatoes über „Skyfall“

Wikipedia über „Skyfall“ (deutsch, englisch – Vorsicht: es werden wichtige Teile der Handlung verraten!)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Buch- und DVD-Kritik: „Liebe ist das perfekte Verbrechen“ – Über die Verfilmung von Philippe Djians „Die Rastlosen“

Januar 5, 2015

Eigentlich hat der 53-jährige Literaturprofessor Marc, ein gescheiterter Schriftsteller, es ganz gut getroffen. Er unterricht an einer Universität, lebt mit seiner Schwester in einem malerisch in den Bergen gelegenem Chalet und er geht mit möglichst vielen Studentinnen ins Bett. Eine seiner Bettgesellinnen, die 23-jährige Barbara, überlebt dummerweise die Nacht mit ihm nicht. Wahrscheinlich hat sie zu viel von den falschen Drogen genommen. Marc ruft allerdings nicht den Notarzt oder die Polizei. Immerhin ist sie mausetot und die öffentliche Aufregung über eine tote Studentin in seinem Bett würde ihn garantiert für nichts und wieder nichts die Stelle kosten. Vor allem, weil sie sein Seminar besuchte.
Also schleppt er sie vor seiner ersten Unterrichtsstunde in den Wald und wirft sie in eine Felsspalte, die er vor Jahren zufällig mit seiner Schwester entdeckte.
Problem gelöst. Und dem Kommissar, der die verschwunden Studentin sucht, sagt man, dass man nicht wisse, wohin Barbara verschwunden ist.
Kurz darauf trifft Marc Myriam, die gut fünfzigjährige und, so Marcs Schürzenjägermeinung, verdammt gut aussende Stiefmutter von Barbara. Von Marc möchte sie mehr über Barbara erfahren – und der Universitätslehrer macht eine neue Erfahrung: denn er verliebt sich in die verheiratete Myriam, die deutlich älter als alle seine bisherigen Eroberungen ist.
„Liebe ist das perfekte Verbrechen“, der neue Film der Brüder Arnaud und Jean-Marie Larrie, basiert auf dem Roman „Die Rastlosen“ von Philippe Djian, dessen Bestseller „Betty Blue“ erfolgreich verfilmt wurde und der in seinen Romane immer wieder das Feld zwischen Sex, außergewöhnlicher Liebe und Verbrechen auslotet. Auch „Liebe ist das perfekte Verbrechen“ ist ein, hm, erotischer Kriminalfilm, der die Krimi-Aspekte in Djians Geschichte betont.
Denn nach dem flotten Auftakt beginnt im Roman die Geschichte zunehmend vor sich hin zu plätschern, während Marc sich mit Myriam zu Schäferstündchen trifft, er um seine ungeliebte Arbeit kämpft (immerhin ist er zu alt, um etwas Neues anzufangen) und wir mehr über die seltsame Beziehung zwischen ihm und seiner Schwester erfahren, ehe alles mit eine Knalleffekt endet. Dabei sind die Charaktere und ihre verkorksten Beziehungen durchaus interessant.
Die werkgetreue Verfilmung überzeugt dagegen als ruhiger Noir-Psycho-Thriller. Der von Mathieu Amalric gespielte Hochschullehrer ist von der ersten Minute an viel zwiespältiger als im Roman – und man erinnert sich an Amalrics ähnlich gelagerte Rollen in Roman Polanskis „Venus im Pelz“ und in seiner Georges-Simenon-Verfilmung „Das blaue Zimmer“ (ab 5. Februar 2015 im Kino). Beide Male verstrickt der Mann sich hoffnungslos und eher passiv in die Netze schöner Frauen und taumelt dem Abgrund entgegen.
Auch Myriam umgibt von Anfang an ein Geheimnis. Denn warum sollte die frisch Verheiratete sich ausgerechnet mit dem Lehrer ihrer Stieftochter einlassen, während ihr Mann auf einer lebensgefährlichen Auslandsmission ist?
Das Bonusmaterial der DVD ist mit einem Making of und Interviews erfreulich informativ ausgefallen. Vor allem wenn Arnaud und Jean-Marie Larrie über den Film sprechen.

Liebe ist das perfekte Verbrechen - DVD-Cover 4

Liebe ist das perfekte Verbrechen (L’amour est un crime parfait, Frankreich 2013)
Regie: Arnaud Larrieu, Jean-Marie Larrie
Drehbuch: Arnaud Larrieu, Jean-Marie Larrie
mit Mathieu Amalric, Karin Viard, Maïwenn, Sara Forestier

DVD
Alamode Film
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Französisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Interviews, Making of, Trailer, Wendecover
Länge: 110 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

Djian - Die Rastlosen

Philippe Djian: Die Rastlosen
(übersetzt von Oliver Ilan Schulz)
Diogenes, 2014
224 Seiten
10,90 Euro

Deutsche Erstausgabe
Diogenes, 2012

Originalausgabe
Incidences
Éditions Gallimard, 2010

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Liebe ist das perfekte Verbrechen“

Perlentaucher über Philippe Djian

Wikipedia über Philippe Djian (deutsch, englisch, französisch) und „Liebe ist das perfekte Verbrechen“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 5. Januar: Go Go Tales

Januar 5, 2015

Arte, 22.10
Go Go Tales (Italien/USA 2007, Regie: Abel Ferrara)
Drehbuch: Abel Ferrara, Scott Pardo
Ray Ruby hat ein großes Herz und er leitet einen Stripclub, der kurz vor der Pleite steht. Mit einem Lotto-Gewinn will er alle glücklich machen.
In den Neunzigern war Abel Ferrara Gott. Ich sage nur „King of New York“ und „Bad Lieutenant“. Aber seitdem fanden seine neuen Werke kaum noch den Weg nach Deutschland, geschweige denn ins Kino. Auch „Go Go Tales“, immerhin schon acht Jahre alt, erlebt heute seine große Deutschlandpremiere. Denn nach der Premiere in Cannes wurde der Film in Deutschland nur auf einigen Festivals gezeigt.
Dabei kam Ferraras Komödie, die seine Version von John Cassavetes‘ „Die Ermordung eines chinesischen Buchmachers“ ist, bei den Kritikern gut an. Über die grandiose Besetzung muss nichts gesagt werden.
mit Willem Dafoe, Bob Hoskins, Matthew Modine, Asia Argento, Riccardo Scamarcio, Sylvia Miles, Roy Dotrice, Joe Cortese, Burt Young, Stefania Rocca, Anita Pallenberg
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Go Go Tales“
Wikipedia über „Go Go Tales“

Meine Besprechung von Abel Ferraras “King of New York” (King of  New York, USA 1989)

Abel Ferrara in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 4. Januar (und den 5. Januar): Winter’s Bone

Januar 4, 2015

ARD, 23.50

Eins Festival, Montag, 5. Januar, 20.15 Uhr und 23.10 Uhr

Winter’s Bone (Winter’s Bone, USA 2010)
Regie: Debra Granik
Drehbuch: Debra Granik, Anne Rosellini
LV: Daniel Woodrell: Winter’s Bone, 2007 (Winters Knochen)
Die Ozarks: die siebzehnjährige Ree Dolly sucht ihren verschwundenen Vater. Nicht etwa, weil sie ihn so sehr liebt, sondern weil sie ihr Haus verlieren, wenn er nicht vor Gericht auftaucht. Aber alle, die ihr helfen könnten, raten ihr, nicht weiter nach dem Verschwundenen zu suchen.
Debra Graniks grandioser, allseits abgefeierter und vielfach ausgezeichneter Film folgt Daniel Woodrells Roman bis in die Dialoge. Sie drehte vor Ort in Missouri mit vielen unverbrauchten Gesichtern, die erstmals vor der Kamera standen, und, sagen wir mal, ungeschminkten Hollywood-Schauspielern (die sich eher in Serien und Independent-Filmen tummeln; also nicht die ganz großen Namen sind, aber an deren Gesichter man sich erinnert). All das trägt zum dokumentarischen New-Hollywood-Feeling, wie wir es aus den siebziger Jahren kennen, bei.
Und hier zeigt sich der größte Unterschied zwischen Buch und Film. Während in Woodrells Roman die Armut immer noch ein poetisches Anlitz hat, sehen wir im Film eine deprimierend ärmliche Landschaft, die eher an ein Dritte-Welt-Land erinnert. Auf den Höfen und in den Wohnungen stapelt sich Müll, der vergessen wurde, endgültig zu entsorgen. Die Menschen verdienen ihr Geld mit kriminellen Aktivitäten. Heute Meth und andere Drogen; während der Prohibition als Schnapsbrenner. Sie halten immer noch den alten Frontier-Mythos hoch. Aber es zeigt sich, auch, wo die Cowboy-Ideologie des Wilden Westens endete. Insofern ist die gelungene Verfilmung eines fantastischen Buches düsterer und am Ende sogar hoffnungsloser als die noirische Vorlage.
mit Jennifer Lawrence, Isaiah Stone, Ashlee Thompson, Valerie Richards, Shelley Waggener, Garret Dillahunt, William White, Ramona Blair
Wiederholung: Eins Festival, Montag, 5. Januar, 20.15 Uhr und 23.10 Uhr

Hinweise

Kaliber.38 über Daniel Woodrell

Mordlust über Daniel Woodrell

Wikipedia über Daniel Woodrell

The Independent: John Williams über Daniel Woodrell (16. Juni 2006)

The Southeast Review interviewt Daniel Woodrell (1. April 2009)

River Cities’ Reader über Daniel Woodrell (8. April 2010)

The Wall Street Journal/Speakeasy (Steven Kurutz) unterhält sich mit Daniel Woodrell über “Winter’s Bone” (27. Februar 2011)

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Winter’s Bone“

Rotten Tomatoes über „Winter’s Bone“

Daniel Woodrell bei Mulholland Books

Meine Besprechung von Daniel Woodrells „Winters Knochen“ (Winter’s Bone, 2006)

Meine Besprechung von Daniel Woodrells “Der Tod von Sweet Mister” (The Death of Sweet Mister, 2001)

Meine Besprechung von Daniel Woodrells “Im Süden – Die Bayou-Trilogie” (The Bayou Trilogy, 2011)

Meine Besprechung von Daniel Woodrells „In Almas Augen“ (The Maid’s Version, 2013)

Daniel Woodrell in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 3. Januar: Drive

Januar 3, 2015

ARD, 23.45
Drive (Drive, USA 2011)
Regie: Nicolas Winding Refn
Drehbuch: Hossein Amini
LV: James Sallis: Drive, 2005 (Driver, später wegen des Films „Drive“)
Der namenlose Fluchtwagenfahrer führt ein ruhiges, zurückgezogenes Leben, bis er sich in eine Frau verliebt und ihrem Freund bei einem Überfall helfen will. Der Überfall geht schief…
TV-Premiere eines allseits abgefeierten Neo-Noirs, der schon jetzt als Kultfilms gelabelt wird. Mehr gibt es in meiner ausführlichen Besprechung.
Natürlich ist die Uhrzeit eine Frechheit, aber sie eröffnet die Chance auf künftige Wiederholungen zu besseren Uhrzeiten und der FSK-18-Film kann problemlos ungekürzt gezeigt werden.
mit Ryan Gosling, Carey Mulligan, Bryan Cranston, Albert Brooks, Oscar Isaac, Christina Hendricks, Ron Perlman, Kaden Leos
Wiederholung: Sonntag, 4. Januar, 03.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage für “Drive”

Deutsche Homepage für “Drive”

Film-Zeit über “Drive”

Rotten Tomatoes über “Drive”

Wikipedia über “Drive” (deutsch, englisch)

Cannes: Presseheft für “Drive”

Homepage von James Sallis

Thrilling Detective über Turner

Eindrücke vom Berlin-Besuch von James Sallis

Meine ‘Besprechung’ von James Sallis’ „Deine Augen hat der Tod“ (Death will have your eyes, 1997)

Meine Besprechung von James Sallis’ „Driver“ (Drive, 2005)

Meine Besprechung von James Sallis’ „Dunkle Schuld“ (Cypress Groove, 2003)

Meine Besprechung von James Sallis’ „Dunkle Vergangenheit“ (Cripple Creek, 2006)

Meine Besprechung von James Sallis’ “Dunkles Verhängnis” (Salt River, 2007)

Meine Besprechung von James Sallis’ “Der Killer stirbt” (The Killer is dying, 2011)

Meine Besprechung von James Sallis‘ „Driver 2“ (Driven, 2012)

James Sallis in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Nicolas Winding Refns „Fear X“ (Fear X, USA 2003)

Meine Besprechung von Nicolas Winding Refns „Drive“ (Drive, USA 2011)

Meine Besprechung von Nicolas Winding Refns „Only God Forgives“ (Only God Forgives, Frankreich/Dänemark 2013)

Nicolas Winding Refn in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 2. Januar: Fargo – Blutiger Schnee

Januar 2, 2015

ZDFneo, 22.00

Fargo – Blutiger Schnee (USA 1996, Regie: Joel & Ethan Coen)

Drehbuch: Joel & Ethan Coen

Minnesota, im Winter: Autoverkäufer Jerry Lundegaard will an die Kohle von seinem Schwiegervater gelangen. Er lässt seine Frau von zwei strohdumm-gewalttätigen Verbrechern kidnappen. Selbstverständlich geht alles, was schief gehen kann, schief und die hochschwangere Polizeichefin Marge Gunderson darf Leichen einsammeln.

„Oh, jeez“, was für ein herrlich doppelbödiger, schwarzhumoriger Kriminalfilm. „Fargo“ gehört unbestritten zu den besten Werken der Coen-Brüder.

Mit Frances McDormand, William H. Macy, Steve Buscemi, Peter Stormare, Bruce Campbell (ungenannt)

Wiederholung: Samstag, 3. Januar, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Fargo”

Wikipedia über “Fargo” (deutsch, englisch)

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte

 


Neu im Kino/Filmkritik: Über David Ayers Weltkrieg-II-Film „Herz aus Stahl“

Januar 1, 2015

„Herz aus Stahl“ erfindet das Genre des Kriegsfilms nicht neu oder liefert umwerfend neue Erkenntnisse. Jedenfalls nicht, wenn man Filme wie „Steiner – Das eiserne Kreuz“ (von Sam Peckinpah) oder „The Big Red One“ (von Samuel Fuller) über den Zweiten Weltkrieg oder „Platoon“ (von Oliver Stone) über den Vietnamkrieg gesehen hat; um nur drei Filme zu nennen, die „Herz aus Stahl“ beeinflussten und die von Kriegsveteranen inszeniert wurden. Wobei Peckinpah keine Kampferfahrung hatte. „The Big Red One“ und „Platoon“ verarbeiten persönliche Erlebnisse. David Ayer ist vor allem für seine Drehbücher und Filme aus den innerstädtischen Kampfzonen von Los Angeles bekannt. „Training Day“, „The Fast and the Furious“, „Dark Blue“, „S. W. A. T. – Die Spezialeinheit“, „Harsh Times“, „Street Kings“, „End of Watch“ und zuletzt „Sabotage“ (okay, der war nicht gut). Immer geht es um Männergruppen, ihren Zusammenhalt, Macho-Rituale und auch den Kampf gegeneinander. Meistens sind seine Protagonisten Polizisten, die sich kaum von den Verbrechern, die sie bekämpfen sollen, unterscheiden. Ohne die Dienstmarke wäre diese Grenze zwischen Gut und Böse überhaupt nicht mehr vorhanden.
Alle seine Filme sind Kriegsfilme, die aber, bis auf „U-571“, in der Gegenwart in den USA spielten. In „Herz aus Stahl“ geht es nach Deutschland. Der Krieg ist fast vorbei, dennoch kämpfen die Deutschen bis zum letzten Mann und für die Amerikaner war es der letzte rundum gute Krieg.
Aber gerade weil Ayer seine bekannten Themen und Charaktere, gesättigt mit Erzählungen von Kriegsveteranen, in ein anderes Genre überträgt, entstehen interessante Verschiebungen und Irritationen. Sowohl in Ayers bekanntem Kosmos, als auch im Kriegsfilm.
So ist eine der grausamsten Szenen am Anfang. Die Mannschaft von Don ‚Wardaddy‘ Collier (Brad Pitt) hat, nach dem Tod eines Kameraden, einen neuen fünften Mann bekommen. Norman Ellison. Ein Junge, der den Krieg am Schreibtisch überleben wollte und der für den Einsatz nicht ausgebildet ist. Also gibt Wardaddy ihm einen verkürzten „Training Day“. Nach einem Gefecht soll er einen Deutschen erschießen. Er soll die Hemmung vor dem Töten verlieren. Er soll für seine Kameraden eintreten. Eigentlich will Wardaddy das Richtige: dem Jungen alles mitgeben, um im Krieg zu überleben und ihn im Schnellverfahren zu einem vollwertigen Teil seiner Mannschaft machen. Sie müssen sich auf den Neuling verlassen können.
Aber er will das Erreichen, indem Norman den Deutschen tötet. Er soll ihn hinterrücks exekutieren. Einen Mord begehen. Und dabei will er auch seinen Willen brechen.
Es gibt noch weitere grandiose Szenen, wie eine gruselige Mahlzeit bei zwei deutschen Frauen, die sich episodisch zu einer Chronik von 24 Stunden aus dem Krieg aneinanderreihen und der Logik von Gefecht und Vorbereitung auf das nächste Gefecht folgen, während sie in ihrem Sherman-Panzer im April 1945 durch Deutschland kurven und miteinander reden.
Da ist es schade, dass Ayer den Film nicht einfach, wie Sam Fuller in „The Big Red One“, mit dem Kriegsende enden lässt, sondern er eine Schlacht inszeniert, in der die Mannschaft des Panzers tapfer in den Heldentod marschiert, weil sie sich in den vergangenen Jahren niemals zurückgezogen haben und niemals ihren fahrunfähigen Panzer zurücklassen würden. Da wird der Antikriegsfilm dann doch zu einem Kriegsfilm, der die Tapferkeit des Soldaten feiert und all dem einen Sinn verleiht; wie Oliver Stone in „Platoon“, wenn am Filmende, nach dem Einsatz von Napalm, alle bis auf einige Amerikaner tot sind und, jedenfalls in dem Film, am Ende die Amerikaner den Krieg gewonnen haben. Diese Rechtfertigung hat Ayer nicht nötig. Immerhin spielt der Film während des Zweiten Weltkriegs und natürlich endet „Herz aus Stahl“ zwiespältiger.
Auffallend bei Ayers Film ist die historische Genauigkeit. Bei den Panzern und der Kleidung fällt das eher positiv auf. Die Leuchtspurmunition, die im Krieg eingesetzt wurde, um die Flugbahnen zu verfolgen, verleiht den nächtlichen Kämpfen dann die Ästhetik eines Computerspiels. Die blutigen Kopfschüsse und durch das Bild fliegenden Körperteile erinnern in ihrer Brutalität an aktuelle Zombie-Filme.
Und, bedingt durch die Konzentration auf eine Mannschaft die sich in einem Panzer durch Feindesland bewegt, wird „Herz aus Stahl“ dann auch zu einem Kriegsfilm, der auch zu einer anderen Zeit spielen könnte und eine seltsam verquere Moral hat. Denn Don Collier (Brad Pitt), Boyd Swan (Shia LaBeouf), Grady Travis (Jon Bernthal), Trini Garcia (Michael Pena) und Norman Ellison (Logan Lerman) haben keinen Überblick über die große Gefechtslage. Sie fahren von einem Gefecht zum nächsten. Die Kriegsziele werden niemals angesprochen. Die Deutschen treten nur als eine bedrohliche Masse ohne irgendwelche individuellen Eigenschaften auf. Es werden auch, abgesehen von einer Gruppe abgemagerte Gestalten, die durch ein Feld stolpern, keine Opfer der Nazi-Gräuel gezeigt. Es gibt auch keine Bilder der Konzentrationslager.
Es geht um Männer im Krieg, die zwischen ihnen entstehende Kameradschaft und ihre Weltsicht. Was sie vor dem Krieg getan haben oder was sie danach machen wollen, ist egal.
Das ist im Kriegsfilmgenre nicht neu, wurde aber selten so brutal gezeigt und weil die Eingangs erwähnten Filme schon lange nicht mehr im Kino laufen und teilweise selten im TV gezeigt werden, ist „Herz aus Stahl“ ein empfehlenswerter, aber auch harter und schonungsloser Kriegsfilm, der im Matsch nichts vom Mythos des heldenhaften Todes übrig lässt.
Bei David Ayer gibt es nicht die hemmungslose Glorifizierung des Kampfes. Der Krieg ist hier kein Spaß wie Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“, kein Leben in der Wiederholungsschleife, wie Doug Limans „Edge of Tomorrow“ (der ja unübersehbare Weltkrieg-II-Anspielungen hat), und auch kein „Saving Private Ryan“. Hier geht es nur um das Überleben im Feindesland und wie der Krieg Menschen verändert. Damals und heute.

Herz aus Stahl - Plakat

Herz aus Stahl (Fury, USA 2014)
Regie: David Ayer
Drehbuch: David Ayer
mit Brad Pitt, Logan Lerman, Shia LaBeouf, Jon Bernthal, Michael Pena, Jim Parrak, Brad William Henke, Jason Isaacs, Kevin Vance, Alicia von Rittberg, Scott Eastwood
Länge: 134 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Herz aus Stahl“
Moviepilot über „Herz aus Stahl“
Metacritic über „Herz aus Stahl“
Rotten Tomatoes über „Herz aus Stahl“
Wikipedia über „Herz aus Stahl“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Ayers „End of Watch“ (End of Watch, USA 2012)

Meine Besprechung von David Ayers „Sabotage“ (Sabotage, USA 2014)


TV-Tipp für den 1. Januar: Blues Brothers

Dezember 31, 2014

ZDFneo, 21.40

Blues Brothers (USA 1980, Regie: John Landis)

Drehbuch: Dan Aykroyd, John Landis

Als die beiden Waisenkinder Jake und Elwood Blues erfahren, dass das katholische Waisenhaus, in dem sie aufwuchsen, wegen nicht gezahlter Grundsteuer verkauft werden soll, beschließen sie, das Geld zu beschaffen. Dafür müssen sie ihre alte Blues-Band wieder vereinigen. Doch nicht alle wollen sofort mitmachen, eine geheimnisvolle Frau will sie umbringen und die Polizei verfolgt sie.

Immer wieder gern gesehene Mischung aus Bluesfilm, Konzertfilm, Komödie und Action-Film. Die Blues-Brothers-Band gab es wirklich und nach dem Film verzichtete keine Blues-Band auf schwarze Anzüge, Hüte und Sonnenbrillen.

mit John Belushi, Dan Aykroyd, James Brown, Cab Calloway, Ray Charles, Aretha Franklin, Steve Cropper, Donald Dunn, Murphy Dunne, Willie Hall, Tom Malone, Lou Marini, Matt Murphy, Alan Rubin, Carrie Fisher, Henry Gibson, John Candy, Kathleen Freeman, Twiggy, Frank Oz, Charles Napier, Chaka Khan, John Landis, John Lee Hooker, Walter Horton, Pinetop Perkins, Steven Spielberg, Mr. T (Debüt als Mann an der Straße) und noch viele weitere Musiker

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Blues Brothers“

Wikipedia über „The Blues Brothers“ (deutsch, englisch)

Blues Brothers Central (umfangreiche Fanseite)


TV-Tipp für den 31. Dezember: Pop around the Clock

Dezember 30, 2014

3sat, 06.00
Pop around the Clock
Same procedure as last year: 24 Stunden lang zeigt 3sat Konzerte bekannter Musiker und Bands, die oft erstmals und nur einmal im TV laufen. Ist also eine gute Gelegenheit, das Musikarchiv etwas aufzustocken.
Und wie in den vergangenen Jahren sind die interessanten Konzerne nicht um 20.15 Uhr. Da beschwört Frau Dion „The Power of Love“.
Interessanter sind da unter anderem Beth Hart & Joe Bonamassa (Live in Amsterdam 2013, 06.45 Uhr), Jeff Beck (Live in Tokyo 2014, 07.45 Uhr), The Rolling Stones (From the Vault – Live in 1981, 10.30 Uhr), Genesis (Three Sides Live – 1981, 11.30 Uhr), Dire Straits (On the Night – 1992, 14.00 Uhr), Ed Sheeran (Live in Dublin – 2014 [wir wollen uns ja nicht nur alte Säcke anhören], 15.00 Uhr), Sting (When the Last Ship Sails – New York 2013, 17.00 Uhr), Peter Gabriel (Back to the Front – 2013 [von ihm könnte auch mal ein altes Konzert gezeigt werden], 18.15 Uhr), Muse (Live at Rome 2013, 23.00 Uhr) und ZZ Top (Live at Montreux 2013, 02.15 Uhr).
Das vollständige Programm gibt es hier.


TV-Tipp für den 30. Dezember: Magnum: Wer braucht schon Schnee auf Hawaii?

Dezember 30, 2014

3sat, 21.45
Magnum: Wer braucht schon Schnee auf Hawaii? (USA 1980, Regie: Roger Young)
Drehbuch: Donald P. Bellisario, Glen A. Larson
Erfinder: Donald P. Bellisario, Glen A. Larson
Roman zum Film: Roger Bowdler: Don’t eat the Snow in Hawaii, 1981 (Kein Schnee auf Hawaii)
Ein früherer Armykamerad von Thomas Magnum soll ein Rauschgiftschmuggler gewesen sein. Magnum will die Ehre seines toten Freundes wieder herstellen.
Auftakt einer erfolgreichen Privatdetektiv-Krimiserie, die uns locker durch die achtziger Jahre begleitete. Der Drehort mit all seinen Annehmlichkeiten, die Gaststars, die Kommentare von Magnum und natürlich die Wohngemeinschaft von Privatdetektiv Magnum und Hausverwalter Higgins (gedeckt durch den immer abwesenden Brötchengeber) halfen, eine lockere Krimiserie abzuliefern, die in die Fußstapfen von „Detektiv Rockford“ trat.
mit Tom Selleck, John Hillerman, Roger E. Mosley, Larry Manetti, Pamela Susan Shoop, W.K. Stratton, Robert Loggia, Fritz Weaver, Judge Reinhold
Hinweise
Berühmte Detektive über Thomas Magnum
Thrilling Detectives über Thomas Magnum
Wikipedia über „Magnum“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 29. Dezember: Es geschah am hellichten Tag

Dezember 29, 2014

Ein Tag mit Heinz-Rühmann-Filmen, wie „Das schwarze Schaf“ (um 15.30 Uhr und 02.15 Uhr) und „Der brave Soldat Schwejk“ (um 20.15 Uhr), und diesem Klassiker

3sat, 21.50

Es geschah am hellichten Tag (Deutschland 1958, Regie: Ladislao Vajda)

Drehbuch: Friedrich Dürrenmatt, Hans Jacoby, Ladislao Vajda

LV: Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kommissar Matthäi sucht den Mörder eines neunjährigen Mädchens.

Allseits bekannter Krimiklassiker mit Heinz Rühmann, Gert Fröbe und Siegfried Lowitz. Auch das Ausland war von dem Film begeistert: „Unter der hervorragenden Regie von Ladislao Vajda wird die Handlung pausenlos in einem unbarmherzigen und beklemmenden Tempo gesteigert und ist getragen von einem Dialog, der vor Gescheitheit blitzt und nur gelegentlich durch die, dem Dichter eigene, Melancholie gebremst wird.“ (Aufbau, New York, 1960)

Dürrenmatt war mit dem Ende des Filmes unzufrieden. Sein „Buch zum Film“ hat daher ein pessimistisches Ende

Hinweise

Wikipedia über „Es geschah am hellichten Tag“ und Heinz Rühmann

Meine Besprechung von Friedrich Dürrenmatts “Die Kriminalromane” (Sammelband)