Neu im Kino/Filmkritik: Trendy Optik, altes Getriebe: „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Februar 27, 2014

In seiner neuesten Inkarnation sieht Jack Ryan nach Alec Baldwin, Harrison Ford und Ben Affleck wie Chris Pine aus und er ist auch wieder etwas verjüngt worden. Denn als Tom Clancy Jack Ryan erstmals 1984 in seinem Bestseller „Jagd auf Roter Oktober“ auftreten ließ, war er bereits ein gestandener Mittdreißiger. Danach ließ er ihn altern – und als Hollywood jetzt wieder einen Jack-Ryan-Film machen wollte, war klar, dass sich die Filmemacher einige Freiheiten von den Vorlagen nehmen. Was ja nicht unbedingt schlecht ist. Siehe James Bond, dessen Filmabenteuer schon seit Jahrzehnten nichts mehr mit den Geschichten von Ian Fleming zu tun haben.

Mit diesem etwas aus der Zeit gefallenem Helden hat Jack Ryan, ein Kind des Kalten Krieges, durchaus einige Gemeinsamkeiten. Jack Ryan ist zwar kein das Leben auf die leichte Schulter nehmender, sexuell höchst aktiver Jet-Setter. Er ist ein in einer festen Beziehung lebender Analyst, ein Zahlenfresser, ein biederer Beamter, der dann doch immer wieder in Trouble gerät. Auch weil er die Daten anders – was im Rahmen der Filmgeschichte „richtig“ heißt – als seine Vorgesetzten interpretiert und er dann doch auch mal einen Alleingang für sein Vaterland machen muss. Aber genau wie James Bond ist Jack Ryan ein braver Staatsdiener, der Geheimdienst funktioniert prächtig, die Technik funktioniert ebenso fehlerfrei und die Welt ist klar in Gut und Böse getrennt. Das hat dann, nachdem Jack Bauer und Jason Bourne, nicht mehr wussten, auf welcher Seite ihre Vorgesetzten stehen, doch etwas altmodisches. Denn in einem Jack-Bauer-Abenteuer wäre der Vorgesetzte ein Verräter. In einem Jack-Ryan-Film ist der Vorgesetzte kein Verräter, sondern die dem Helden helfende Hand, die dieser auch nötig hat.

In „Jack Ryan: Shadow Recruit“, das auf keinem Tom-Clancy-Roman, sondern auf dem Charakter basiert und als Beginn einer neuen Jack-Ryan-Serie geplant ist, erlebt Jack Ryan (Chris Pine) als Student in London die Anschläge auf das World Trade Center. Er geht zum Militär, wird scher verletzt, von CIA-Mann William Harper (Kevin Costner) rekrutiert und er beginnt, im Auftrag des CIA, undercover als Analyst an der Wall Street zu arbeiten. In der Gegenwart entdeckt er Unregelmäßigkeiten bei einem russischen Großkunden.

Harper schickt „Ich bin nur ein Analyst“-Jack-Ryan nach Moskau. Dort soll er die Konten überprüfen – und er gerät schnell in einen James-Bond-würdigen Schlamassel, der in seinem Hotelzimmer mit einem Mordanschlag auf ihn beginnt. Am Ende des Kampfes ist das Nobelhotelzimmer demoliert und eine Leiche liegt in der Badewanne. Innerhalb weniger Minuten werden von der sehr effektiven CIA-Renovierungstruppe die Schäden beseitigt und Jack Ryan darf Viktor Cherevin (Kenneth Branagh), dem Bösewicht, die Hand schütteln. Dieser will mit mehreren Anschlägen die Finanzmärkte so manipulieren, dass der US-Dollar wertlos wird.

„Jack Ryan: Shadow Recruit“ erfindet das Genre nicht neu. Aber Kenneth Branagh erzählt die Geschichte flott, konzentriert sich auf die Schauspieler, die Dialoge und altmodische Agentenspielereien, die als klassisches Spannungskino immer noch funktionieren. Die Action, wie die Schlägerei im Hotelzimmer und der Schlusskampf in New York, ist dagegen eher rar gesät und nicht so spannend wie Jack Ryans Einbruch in Cherevins Büro, während seine Freundin (Keira Knightley) Cherevin im Restaurant über mehrere Minuten ablenken soll.

Während Branagh stilistisch an die Gegenwart des Agententhrillers anschließt und auf eine angenehm altmodische Art ordentlich thrillt, sind gerade die Momente und die Ideologie, die aus dem Werk von Tom Clancy übernommen wurden, die Schwachpunkte des Films. Denn es wird die Mär von der guten und effizienten CIA verbreitet, einem funktionierendem, die Demokratie schützendem Apparat mit tapferen und ehrlichen Männer (und einigen gut aussehenden Frauen) und einer perfekt funktionierenden Technik. Nur die Politiker stören dabei ab und an. Und, wie im Kalten Krieg, sind die Amerikaner die Guten und die Russen die Bösen, in deren Reich sich seit Glasnost die Fassaden der Gebäude, aber nicht die inneren Strukturen des Landes änderten.

Aber schon der erste Jack-Ryan-Film „Jagd auf Roter Oktober“ war damals als ein mühsam auf Glasnost getrimmter Kalter-Kriegs-Thriller seltsam deplatziert in Kino.

Jack Ryan - Shadow Recruit - Hauptplakat

Jack Ryan: Shadow Recruit (Jack Ryan: Shadow Recruit, USA/Russland 2013)

Regie: Kenneth Branagh

Drehbuch: Adam Cozad, David Koepp

LV: Charakter von Tom Clancy

mit Chris Pine, Kevin Costner, Kenneth Branagh, Keira Knightley, Peter Andersson, David Paymer, Colm Feore, Lenn Kudrjawizki, Alec Utgoff

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Moviepilot über „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Metacritic über „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Rotten Tomatoes über „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Wikipedia über „Jack Ryan: Shadow Recruit“ (deutsch, englisch)

Homepage von Tom Clancy


TV-Tipp für den 27. Februar: Mary Poppins

Februar 27, 2014

 

Disney Channel, 20.15

Mary Poppins (USA 1964, Regie: Robert Stevenson)

Drehbuch: Bill Walsh, Don DaGradi

LV: P. L. Travers: Mary Poppins, 1934

Zur Einstimmung auf „Saving Mr. Banks“ (Kinostart: 6. März) sehen wir uns noch einmal den Disney-Musical-Klassiker über das Kindermädchen Mary Poppins, das in London etwas unorthodox auf zwei Bankierskinder aufpasst und ihnen singend eine magische Welt zeigt, an.

Der sehenswerte Disney-Film „Saving Mr. Banks“, mit Emma Thompson und Tom Hanks, ist das Making of zu „Mary Poppins“.

Mit Julie Andrews, Dick Van Dyke, David Tomlinson, Glynis Johns, Karen Dotrice, Matthew Garber

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Mary Poppins“

Wikipedia über „Mary Poppins“ (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: „Schmutzige Kriege – Dirty Wars“ – das filmische Making of

Februar 26, 2014

 

Natürlich kann man in einem neunzigminütigem Film nicht alles zeigen, was in einem über siebenhundertseitigem Buch steht; – obwohl bei einer Romanverfilmung durch kluge Raffungen eigentlich alles übernommen werden kann. Bei einem Sachbuch ist das unmöglich. Deshalb erzählt der US-Journalist Jeremy Scahill in dem Film „Schmutzige Kriege – Dirty Wars“ eine andere Geschichte als in seinem Sachbuch „Schmutzige Kriege – Amerikas geheime Kommandoaktionen“. Das Sachbuch folgt chronologisch dem Weg Amerikas nach 9/11 in eine neue Form des Krieges.

Im Film zeichnet Scahill dagegen, mit ihm immer wieder prominent im Bild, seine Recherche zu dem Buch nach: also wie er 2010 in Afghanistan erstmals von den geheimen Einsätzen des Joint Special Operations Command (JSOC) hörte. Das JSOC ist eine kleine, dem US-Präsidenten unterstehende Spezialeinheit, die vor 9/11 ziemlich unwichtig war und auch danach offiziell eigentlich nichts tat. Dennoch war sie in einen Anschlag in der afghanischen Stadt Gardez im Februar 2010, bei dem unter anderem zwei schwangere Frauen und ein Polizeikommandant getötet wurden, verwickelt.

Bei seinen Recherchen stieß Scahill schnell auf viele weitere Einsätze der JSOC in vielen Ländern, die vor der Öffentlichkeit verborgen wurden. Erst mit der Tötung von Osama Bin Laden wurde das JSOC einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

In der Dokumentation „Schmutzige Kriege – Dirty Wars“ werfen Jeremy Scahill und Regisseur Richard Rowley einen bedrückenden Blick auf Amerikas Krieg gegen seine Grundprinzipien. Und genau in diesem Aufzeigen der Dynamik, mit der der „war on terror“ zu einem sich selbst erhaltendem Krieg ohne Ende wurde, liegt der Verdienst dieser Dokumentation, die Richard Rowley in einer gewöhnungsbedürftigen Farbpalette und einer eher störenden Video-Kamera-Optik, für die es beim Sundance-Festival einen Preis gab, inszenierte.

Jeremy Scahill und Richard Rowley zeigen den Weg und auch die Strukturen auf, die dazu führten, dass Barack Obama den Krieg gegen den Terrorismus nicht beendete, sondern mit größerer Intensität als sein Vorgänger George Bush jr. fortführt. Unter Obama wurden gezielte Tötungen, auch mit Drohnen, zu einem wichtigen Teil der US-amerikanischen Außenpolitik. In der Logik dieses Krieges liegt, dass die Liste der Menschen, die ohne irgendeine Gerichtsverhandlung zum Abschuss freigegeben werden, ständig wächst, dass auch Menschen, die vielleicht irgendwann einmal Terroristen werden könnten (wie den sechzehnjährigen US-Bürger und Predigersohn Abdulrahman Awlaki, der zwei Wochen nach seinem Vater bei einem Drohnenangriff mit seinen Freunden und Cousins im Jemen getötet wurde) und Unschuldige, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren, ermordet werden.

Der für den Oscar in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ nominierte Film bleibt aufgrund seiner Machart, nämlich dem Verfolgen von Jeremy Scahill bei seinen Recherchen, notgedrungen etwas oberflächlich. Dennoch regt „Schmutzige Kriege – Dirty Wars“ zum Nachdenken an und weckt die Lust auf Scahills Buch.

Schmutzige Kriege - DVD-Cover - 4

Schmutzige Kriege – Dirty Wars (Dirty Wars, USA 2013)

Regie: Richard Rowley

Drehbuch: David Riker, Jeremy Scahill

mit Jeremy Scahill, Nasser Al Aulaqi, Saleha Al Aulaqi, Muqbal Al Kazemi

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DVD

Koch Media

Bild: 1.85:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: –

Länge: 83 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Das Buch zum Film

Scahill - Schmutzige Kriege - 4

Jeremy Scahill: Schmutzige Kriege – Amerikas geheime Kommandoaktionen

(übersetzt von Maria Zybak, Gabriele Gockel, Sonja Schuhmacher und Bernhard Jendricke, Kollektiv Druck-Reif)

Verlag Antje Kunstmann, 2013

720 Seiten

29,95 Euro

(vom Autor autorisierte, gekürzte Fassung)

–

Originalausgabe

Dirty Wars – The World is a Battlefield

Nation Books, 2013

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Hinweise

Twitter-Account von Jeremy Scahill

Homepage zum Buch und Film

Perlentaucher über Jeremy Scahills “Schmutzige Kriege”

Rotten Tomatoes über “Dirty Wars”

Wikipedia über Jeremy Scahill

Mein Hinweis auf Jeremy Scahills Lesereise (mit vielen Interviews)


TV-Tipp für den 26. Februar: Hitlers Madonna und die Retter der Raubkunst

Februar 26, 2014

 

Arte, 21.35

Hitlers Madonna und die Retter der Raubkunst (Deutschland/Österreich 2014, Regie: Petra Dorrmann)

Drehbuch: Petra Dorrmann

Gut einstündige Doku über die wahren Hintergründe der Rettung der von Hitler geraubten und in der Salzmine in Altaussee versteckten Kunstwerke. In George Clooneys „Monuments Men“ wird ja die Hollywood-Version der Rettung erzählt.

Wiederholung: Sonntag, 16. März, 15.55 Uhr

Hinweise

Arte über die Doku

Meine Besprechung von George Cloones „Monuments Men“ (The Monuments Men, USA/Deutschland 2013)


TV-Tipp für den 25. Februar: Versenktes Gift

Februar 25, 2014

 

Arte, 20.15

Versenktes Gift (Frankreich 2013, R.: Nicolas Koutsikas, Eric Nadler, Bob Cohen)

Drehbuch: Nicolas Koutsikas, Eric Nadler, Bob Cohen

Spielfilmlange Doku über Chemiewaffen, die in den vergangenen hundert Jahren von Militärs im Meer versenkt wurden, ohne darüber nachzudenken, was passiert, wenn die tödlichen Gifte ins Meer gelangen.

Wiederholung: Donnerstag, 6. März, 09.00 Uhr

Hinweis

Arte über die Doku


TV-Tipp für den 24. Februar: Johnny zieht in den Krieg

Februar 24, 2014

Arte, 22.25

Johnny zieht in den Krieg (USA 1971, R.: Dalton Trumbo)

Drehbuch: Dalton Trumbo, Luis Buñuel (ungenannt)

LV: Dalton Trumbo: Johnny got his gun, 1939 (Süß und ehrenvoll; Johnny zieht in den Krieg)

Im Ersten Weltkrieg wird der junge Johnny schwer verletzt. Ohne Arme und Beine, blind, taub und stumm wird er im Krankenhaus zum Versuchtstier von Ärzten und Johnny versucht sein Leiden zu begreifen.

Sehr selten gezeigter Antikriegsklassiker, der damals bei der europäischen Kritik (unter anderem Spezialpreis der Jury und Großer Preis der Kritik in Cannes) gut ankam. In den USA nicht so. .

mit Timothy Bottoms, Kathy Fields, Marsha Hunt, Jason Robards, Donald Sutherland

Wiederholung: Donnerstag, 6. März, 01.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Johnny zieht in den Krieg“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Johnny zieht in den Krieg“

Arte über “Johnny zieht in den Krieg”

Kirjasto über Dalton Trumbo


TV-Tipp für den 23. Februar: Der Uhrmacher von St. Paul

Februar 23, 2014

Arte, 20.15

Der Uhrmacher von St. Paul (F 1974, R.: Betrand Tavernier)

Drehbuch: Jean Aurenche, Pierre Bost, Georges Simenon, Bertrand Tavernier

LV: Georges Simenon: L’Horloger d’Everton, 1954 (Der Uhrmacher von Everton)

Ist sein Sohn ein Mörder? Uhrmacher Michel Descombes will seinen Sohn verstehen.

Hochgelobtes, selten gezeigtes Debüt von Tavernier – psychologisch dicht und packend. Dafür erhielt Tavernier den Silbernen Bären.

Im Anschluß, um 21.55 Uhr, gibt es die einstündige Doku „Das Jahrhundert des Georges Simenon“ (Frankreich 2013).

Mit Philippe Noiret, Jean Rochefort, Jacques Denis, Sylvain Rougerie, Christine Pascal

Wiederholung: Montag, 24. Februar, 14.00 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Der Uhrmacher von St. Paul“ (deutsch, englisch, französisch)

Deutsche Georges-Simenon-Fanseite

Senses of Cinema: Carloss James Chamberlin über Bertrand Tavernier (August 2003)

Meine Besprechung der von Bertrand Tavernier inszenierten James-Lee-Burke-Verfilmung „In the electric mist“ (In the electric mist, USA 2009)

Meine Besprechung von Bertrant Taverniers „Die Prinzessin von Montpensier“ (La Princesse de Montpensier, Frankreich 2010)

Meine ausführliche Besprechung von „Der Uhrmacher von St. Paul“


TV-Tipp für den 22. Februar: The Hunter

Februar 21, 2014

Servus TV, 20.15

The Hunter (Australien 2011, Regie: Daniel Nettheim)

Drehbuch: Alice Addison, Wain Fimeri (Original Adaptation)

LV: Julia Leigh: The Hunter, 1999 (Der Jäger)

Martin David (Willem Dafoe, grandios!) soll für einen Konzern den sagenumwobenen Tasmanischen Tiger finden und von ihm genetische Proben entnehmen. Allerdings jagen auch andere Menschen das Tier und David gerät in einen Konflikt zwischen Umweltschützern und Einheimischen.

„The Hunter“ ist ein angenehm altmodischer Abenteuerfilm mit Öko-Touch, einem Kopfnicken in Richtung „Mein großer Freund Shane“ und grandiosen Landschaftsaufnahmen.

mit Willem Dafoe, Sam Neill, Frances O’Connor, Sullivan Stapleton, Callan Mulvey, Morgana Davies, Jacek Koman, Dan Wyllie

Wiederholung: Sonntag, 23. Februar, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „The Hunter“

Wikipedia über „The Hunter

Meine Besprechung von Daniel Nettheims „The Hunter“ (The Hunter, Australien 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: The Arty Dozen – „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“

Februar 21, 2014

 

Allein schon die Besetzung des Ensemblestücks „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“ lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen: George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin, Bob Balaban, Hugh Bonneville und Cate Blanchett.

Und dann die auf Fakten basierende Filmgeschichte: während der letzten Tage des II. Weltkriegs versucht eine kleine Gruppe Männer, die allein schon wegen ihres Alters untauglich für den Dienst an der Waffe ist, Kunst vor der Zerstörung zu retten. Und es ist – immerhin sehen wir täglich, was sie alles retten konnten – schon erstaunlich, was diesen „Monuments Men“, die Kurzform von „Monuments, Fine Arts and Archives (MFAA)“, mitten im Schlachtgetümmel und ohne Befehlsgewalt gelang. Die Sektion bestand aus Männern und Frauen aus dreizehn Ländern, die sich freiwillig dazu gemeldet hatten, oft schon anerkannte Künstler und Wissenschaftler waren, teils verheiratet waren und auch Kinder hatten.

2010 setzten Robert M. Edsel und Bret Witter diesen Menschen in ihrem Sachbuch „Monuments Men – Die Jagd nach Hitlers Raubkunst“ ein Denkmal. Sie erzählten die Abenteuer einiger dieser Männer, die auf oft getrennten Wegen von der Normandie durch Frankreich, Belgien, Deutschland bis nach Österreich in den Ort Altaussee die Spur der von Adolf Hitler geklauten Kunstwerke verfolgten, sie teilweise an absurden Orten, wie Minen und in Neuschwanstein, entdeckten. Gerade während der letzten Kriegstage befürchteten sie, dass ihre Arbeit weitgehend vergeblich gewesen sein könnte. Denn Adolf Hitler hatte seinen Soldaten den Nero-Befehl, der die Vernichtung der gesamten Beutekunst befahl, erteilt.

Das ist eine Geschichte ganz nach dem Geschmack Hollywoods. Auch wenn für die Verfilmung die Namen der Monuments Men geändert wurden und, wie es sich für eine ordentliche Hollywood-Bearbeitung gehört, großzügig mit den Fakten umgegangen wird.

George Clooney erzählt die Geschichte dieser Männer in seinem neuen Film „Monuments Men“, der zu großen Teilen in Deutschland und Babelsberg gedreht wurde (deshalb laufen auch einige deutsche Schauspieler durchs Bild), als launiges Kriegsabenteuer mit Starbesetzung, etwas Action, Drama, Witz, pathetischen Ansprachen und einer kleinen Dosis Liebe. Das erinnert zunächst an Kriegsfilmklassiker wie „Gesprengte Ketten“ und „Das dreckige Dutzend“, schlägt in den ersten Minuten, wenn George Clooney seine Monuments Men rekrutiert, auch einen „Ocean’s Eleven“-Ton an. Aber treffender ist der Vergleich mit Blake Edwards‘ kaum bekannter, ziemlich missglückter Kriegsklamotte „ Was hast du denn im Krieg gemacht, Pappi?“ (What did you do in the War, Daddy?).

Denn „Monuments Men“ plätschert vor sich hin, während die Stars ihre Solo-Autritte absolvieren und sich auf getrennten Pfaden durch einen eklektischen Plot, mit den sattsam bekannten Kriegsfilmsituationen, kämpfen und ab und an George Clooney lauschen, der ihnen über das problemlos und rauschfrei funktionierende Funkgerät pathetische Ansprachen über die Bedeutung ihrer Aufgabe hält.

So gelungen jede einzelne Szene auch ist, so enttäuschend ist dann das Gesamtwerk. Denn es bleibt als sich selbst genügendes Starkino immer Stückwerk. Auch das Ende, wenn die Männer am Kriegsende in Altaussee einige Kunstwerke, an denen sie besonders interessiert sind, entdecken, ist nur durch die historischen Umstände (der Krieg war halt vorbei), aber nicht durch die Dramaturgie der Filmgeschichte, die eh nur eine Abfolge von Episoden ist, bestimmt.

„Monuments Men“ ist kein wirklich schlechter Film, es ist nur ein extrem nachlässig erzählter Film, der weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Auch wenn ich mich beim Ansehen amüsierte und nichts gegen die Botschaft über die Wichtigkeit von Kunst für das Gedächtnis einer Gesellschaft habe.

Monuments Men - Plakat

Monuments Men – Ungewöhnliche Helden (The Monuments Men, USA/Deutschland 2013)

Regie: George Clooney

Drehbuch: George Clooney, Grant Heslov

LV: Robert M. Edsel/Bret Witter: The Monuments Men, 2010 (Monuments Men)

mit George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin, Bob Balaban, Hugh Bonneville, Cate Blanchett, Dimitri Leonidas, Justus von Dohnányi, Michael Brandner, Alexandre Desplat, Serge Hazanavicius, Grant Heslov, Nick Clooney (Vater von George Clooney; er tritt in der letzten Szene auf)

Länge: 118 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Die Vorlage

Auf über fünfhundert engbedruckten Seiten erzählt die Vorlage die wahre Geschichte der Monuments Men. Denn der Film nahm sich einige Freiheiten, wozu auch gehörte, dass die Namen geändert wurden.

Edsel - Monuments Men - 4

Robert M. Edsel (mit Bret Witter) Monuments Men – Die Jagd nach Hitlers Raubkunst

(übersetzt von Hans Freundl)

Heyne, 2014

560 Seiten

9,99 Euro

–

Deutsche Erstausgabe

Residenz Verlag, St. Pölten, 2013

–

Originalausgabe

The Monuments Men – Allied Heroes, Nazi Thieves, and the greatest Treasure Hunt in History

Center Street, New York 2010

–

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Monuments Men“

Moviepilot über „Monuments Men“

Metacritic über „Monuments Men“

Rotten Tomatoes über „Monuments Men“

Wikipedia über „Monuments Men“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Monuments Men“

–

Die „Monuments Men“-Pressekonferenz in der National Gallery in London

Ein Interview mit Robert M. Edsel, dem Autor der Vorlage, und Drehbuchautor Grant Heslov

 

 


TV-Tipp für den 21. Februar: Eyes Wide Shut

Februar 21, 2014

RTL II, 22.00

Eyes Wide Shut (USA 1999, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Stanley Kubrick, Frederic Raphael

LV: Arthur Schnitzler: Traumnovelle, 1926 (Buchausgabe, davor 1925/1926 als Fortsetzungsroman in „Die Dame“ erschienen)

Nachdem seine Frau ihm eine Jahre zurückliegende außereheliche Sexfantasie beichtet, tickt William aus. Verstört irrt der Doktor durch das nächtliche New Yorker zwischen Prostituierten und Swingerclubs.

Kubricks letzter Film ist nicht sein bester. Dafür ist er zu lang (auf mich wirkt er wie der Rohschnitt) und durch den Wechsel der Handlungszeit vom Wien der späten Kaiserjahre in das heutige New York wird die Geschichte ihres moralischen Kontextes beraubt. Denn in einer heute, unter normalen Menschen, spielenden Geschichte ist es einfach unglaubwürdig, dass ein Mann so von einer außerehelichen Sexualfantasie irritiert ist.

Zum Glück spielen weite Teile in pompös-altmodischen Innenräumen und die Dialoge wurden auch von Schnitzler übernommen. So kann man meistens ausblenden, dass „Eyes Wide Shut“ zur falschen Zeit spielt.

Mit Tom Cruise, Nicole Kidman, Sydney Pollack, Sky Dumont

Hinweise

Wikipedia über “Eyes Wide Shut” (deutsch, englisch)

Stanley Kubrik in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Feuchtgebiete“ auf intellektuell: „Nymphomaniac – Teil 1“

Februar 20, 2014

Die Werbung lief in den vergangenen Monaten mit Clips und Bildern über die Reizworte „Stars“, „Porno“ und „Lars von Trier“. „Nymphomaniac“ sollte ein ungefähr fünfstündiges Werk werden, das in zwei Teilen in verschiedenen Fassungen gezeigt wird. Denn neben der vollständigen Fassung, die auch mal Hardcore-Fassung genannt wird, sollte es, entsprechend den Zensurbestimmungen der verschiedenen Länder, entsprechend gekürzte Fassungen geben. Freunde des pornographischen Films kennen das Spiel ja von den Soft- und Hardcore-Varianten. In der Hardcore-Variante des Films sieht man dann mehr vom Geschlechtsverkehr und auch mehr, ähem, anatomische Details.

Dann hörte man, vor allem im Umfeld der Berlinale und damit kurz vor dem Kinostart, dass in den Nacktszenen Body-Doubles und auch Prothesen eingesetzt wurden. Damit war klar, dass das zu sehende Geschlechtsteil nicht unbedingt das Geschlechtsteil des Schauspielers ist. Außerdem kürzte Lars von Trier nicht nur Sex-, sondern auch andere Szenen.

Damit schrumpfte der anvisierte Skandal – immerhin spielen Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgard, Shia LaBeouf, Christian Slater, Jamie Bell, Uma Thurman, Willem Dafoe, Connie Nielsen, Jean-Marc Barr und Udo Kier mit – schon auf das Normalmaß einer äußerst gelungene Werbestrategie. Außerdem hat natürlich niemand, der noch seine Tassen im Schrank hat, von dem Provokateur von Trier einen schnöden Porno erwartet.

In der deutschen Kinofassung des ersten Teils von „Nymphomaniac“ (und nur darum geht es in dieser Besprechung, Teil 2 folgt zum Kinostart am 3. April. Dann mit Dafoe und Kier.) gibt es – was jetzt nicht wirklich überraschend ist – auf der Porno-Ebene erstaunlich wenig bis nichts zu sehen. Außerdem ist der Film „frei ab 16 Jahre“, was sicher ein Grenzfall ist, aber es ist auch die Freigabe, die ich nach dem Film für wahrscheinlich hielt.

Auf der nackten Story-Ebene erzählt Lars von Trier hier nur die Arthouse-Variante der ersten Liebe, bei der einzelne Szenen, Segmente und mehr oder weniger metaphysische und optische Spielereien beeindruckender sind als die Geschichte, die durch die Struktur des Films auch immer wieder reflektiert wird. Das ist dann sogar erstaunlich unterhaltsam und kurzweilig und oft brüllend komisch mit einer ordentlichen Portion Absurdität geraten, obwohl diese zwei Stunden nur das Vorspiel sein können. Die von Seligman (Stellan Skarsgard) in einem Hinterhof gefundene, laut dem Presseheft, ungefähr fünfzigjährige Joe (Charlotte Gainsbourg, geb. 1971), sagt, dass sie eine ganz schlimme Frau sei, eine ungläubige Sünderin, die kein Mitleid verdient habe, eine selbst diagnostizierte Nymphomanin. Nymphomanie ist, laut Wikipedia, die Bezeichnung für ein gesteigertes Verlangen von Frauen nach Geschlechtsverkehr mit wechselnden Geschlechtspartnern; was ja an sich nicht so schlimm ist. Jedenfalls wenn man, wie Joe, nicht gläubig ist. Dennoch sind für sie die Schläge, die sie erhielt, bevor sie von Seligman entdeckt wurde, die gerechte Strafe für ihr gottloses Leben.

In der Nacht versucht sie dann Seligman zu überzeugen, dass ihre Selbsteinschätzung richtig ist. Sie erzählt ihm chronologisch ihr Leben in mehreren Rückblenden, in denen Joe von der Debütantin Stacy Martin, der Hauptdarstellerin des ersten Teils, gespielt wird. Dabei tauschen sich Joe und Seligman, züchtig angezogen und höflich den Abstand wahrend, auch immer wieder über die Struktur der Geschichte aus und diskutieren darüber, ob Joes Verhalten jetzt verwerflich ist oder nicht. Seligman sieht es durchgängig als normales, fröhliches, lebensbejahendes Verhalten. Es gibt Tonnen von Informationen über auch abseitige Gebiete und Seligman, ein passionierter Fliegenfischer, vergleicht Joes Geschichten immer wieder mit dem Fischen. Eigentlich erfahren wir in „Nymphomaniac“ mehr über das Fliegenfischen und die Musik von Johann Sebastian Bach, als über Sex.

Joe erzählt von ihrer guten Beziehung zu ihrem Vater (Christian Slater). Zuerst als Kind und, später, in Schwarzweiß, als er im Krankenhaus liegend einen schmerzhaften Tod hat.

Diese Episode ist, auch wenn wir nie erfahren, warum Joes Vater im Delirium lag, extrem schmerzhaft.

Durchgehend komischer sind dagegen Joes Erzählungen von ihren sexuellen Erlebnissen. Bei der von ihr veranlassten Entjungferung durch den an ihr vollkommen desinteressierten Moped-Bastler Jerome (Shia LaBeouf) gibt es eine herrliche Abrechnung mit dem männlichen Sexualverhalten: Hose runter, drei Stöße von vorne, fünf von hinten (Seligman erklärt uns die Bedeutung der Zahlen), fertig, Hose hoch und weiter, erfolglos, am Moped rumschrauben.

Brüllend komisch ist später der Auftritt einer hysterischen Ehefrau (Uma Thurman), die mit ihren Kindern Joes Wohnung, den Pfuhl der Sünde, besichtigt und ihren Kindern dabei alles, inclusive der kommenden Therapiegespräche, erklärt, während Joe und ihr Ehemann peinlich berührt dabei stehen. Viel effektiver kann man das psychologisierende Beziehungsdramenkino nicht durch den Kakao ziehen und endgültig demontieren.

Davor gibt es einen Wettbewerb zwischen Joe und ihrer Freundin B. (die meisten Charaktere haben nur Initialen). Wer während einer Zugfahrt die meisten sexuellen Erlebnisse hat, erhält als Preis eine Tüte Süßigkeiten.

Wie ein roter Faden zieht sich Joes Beziehung zu Jerome durch den Film. Nach ihrer Entjungferung verlor sie ihn aus den Augen. Später, als sie sich nach ihrem abgebrochenem Studium in einer Druckerei bewirbt, trifft sie ihn wieder. Jerome, der übergangsweise Chef einer Druckerei ist, stellt sie als Sekretärin ein. Zunächst lehnt sie seine Avancen ab. Als sie ihm ihre Liebe gestehen will, ist er gerade mit seiner Frau abgereist. Aber am Ende des Films trifft sie ihn zufällig wieder. Während Seligman dieses Treffen für einen unglaubwürdigen Zufall hält, besteht Joe auf ihrer Version. Immerhin erzähle sie die Geschichte. Warum sie Jerome dabei allerdings zu so einem unsympathischen Schmierlappen macht, sagt sie nicht.

Diese Erzählungen von Joe, über deren Wahrheitsgehalt daher debattiert werden kann, und die dazu gehörigen Betrachtungen von Joe und Seligman sind in insgesamt acht, streng voneinander getrennte Kapitel unterteilt. Im ersten Teil von „Nymphomaniac“ gibt es die ersten fünf Kapitel, die alle in einer seltsam anonymen und ortlosen Gegend, die meist das muffige Patina der fünfziger Jahre mit spartanisch eingerichteten Räumen, abgeranzten Sperrholz-Möbeln und alten Backsteingebäuden, verströmt und in denen Stacy Martin als junge Joe im Zentrum steht.

„Nymphomaniac – Teil 1“ ist, wie die Musik von „Rammstein“, die den Film beginnt und beendet, ein letztendlich harmloses Spiel mit Tabus.

„Nymphomaniac – Teil 1“ ist eine moralische Geschichte über eine junge Frau, die von ihrem Geschlechtsteil fasziniert ist und am Ende den Mann fürs Leben findet.

„Nymphomaniac – Teil 1“ ist oft umwerfend komisch, pendelt zwischen Tief- und Flachsinn.

„Nymphomaniac – Teil 1“ ist die Arthouse-Variante von „Feuchtgebiete“.

Nymphomaniac 1 - Plakat

Nymphomaniac – Teil 1 (Nymphomaniac – Volume 1, Dänemark/Deutschland/Frankreich/Schweden 2013)

Regie: Lars von Trier

Drehbuch: Lars von Trier

mit Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgard, Stacy Martin, Shia LaBeouf, Christian Slater, Jamie Bell, Uma Thurman, Jesper Christensen

Länge: 117 Minuten (Kinofassung – es gibt auch weitere Fassungen)

FSK: ab 16 Jahre

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Teil 2 läuft am 3. April an. Ebenfalls FSK-16.

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Hinweise

Englischsprachige Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „Nymph( )maniac – Teil 1“

Moviepilot über „Nymph( )maniac – Teil 1“

Metacritic über „Nymph( )maniac – Teil 1“

Rotten Tomatoes über „Nymph( )maniac – Teil 1“

Wikipedia über „Nymph( )maniac – Teil 1“ (deutsch, englisch)

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Die Berlinale-Pressekonferenz, die zum Stadtgespräch wurde.


Neu im Kino/Filmkritik: „Tarzan 3D“, aber ohne Tiefe

Februar 20, 2014

Sicher ist nicht jeder „Tarzan“-Film ein Werk von überragender filmischer Bedeutung, aber „Tarzan 3D“ dürfte mühelos einen der Top-Plätze der misslungenen „Tarzan“-Filme erreichen, wegen der vollkommen abstrusen, in der Gegenwart spielenden Geschichte, die das schlechteste aus der Ursprungsgeschichte und einem Einzelabenteuer vereint, und der durchgängig höchst irritierenden Animation mit einem 3D zum Weglaufen.

Denn nach einem Hubschrauberabsturz, bei dem seine Eltern starben, muss der fünfjährige John Greystoke Jr. allein im Dschungel überleben. Eine Äffin zieht ihn groß. Er befreundet sich mit den Affen und erlernt ihre Sprache. Währenddessen vergisst er flugs die Sprache der Menschen.

Einige Jahre später trifft er auf Greystokes Forschungskollegen Jim Porter, der inzwischen als Reiseleiter eine kleine Gruppe Touristen durch die Gegend führt und immer noch einen legendären Meteoriten, der die Energieprobleme der Welt lösen könnte, sucht. Dieses Mal wird er von seiner Tochter Jane begleitet. Tarzan, wie John Greystoke Jr. sich jetzt nennt, verliebt sich in sie.

Und wieder einige Jahre später, – Tarzan ist inzwischen neunzehn Jahre alt -, wird zufällig das Notsignal des Hubschraubers ausgelöst. William Clayton, der Manager von Greystoke Energies (dem Unternehmen von Tarzans Vater), rüstet eine Expedition aus. Denn er will wissen, ob das Signal ihn zu dem Meteoriten führt. Greystoke suchte ihn damals erfolglos. Tja, mit einem Hubschrauber kann man wirklich ein im Dschungel liegendes Schwarzes Ding von der Größe des Saarlandes entdecken. Vor allem, wenn man direkt davor steht. Das ist ungefähr so glaubwürdig wie die Entdeckung eines Einhorns in einem Zoo.

Jedenfalls will Clayton den Meteoriten plündern. Jim und Jane Porter, die nichts von seinen wahren Absichten ahnen, begleiten ihn.

Als Tarzan, der sich bislang mit seinen Affenfreunden vergnügte, davon erfährt, muss er seine Welt gegen den bösen Kapitalisten verteidigen.

Zu der logikbefreiten Geschichte kommt noch die Animation. Denn „Tarzan 3D“ ist ein „Real-3D CGI-Animationsfilm“ für den Schauspieler im Motion-Capture-Verfahren die Rohdaten lieferten, die dann zu mehr oder weniger gezeichneten Menschen und Affen wurden. Allerdings stimmen die Proportionen nie. Meistens sind Arme und Beine zu lang. Die Menschen sind zu dünn, die Affengesichter sehen wie Überbleibsel aus „Planet der Affen: Prevolution“ aus. Einzelne Haare sind detailgenau abgebildet. Die Gesichter hätte auch ein Fünfjähriger malen können. Die Hintergründe, vor allem die reichhaltige Vegetation des Dschungels und das schwarze Innere des Meteoriten sind dann wieder fotorealistisch geraten.

Diese Mischung macht keinen Spaß.

Kinder – für die ist der Film ja in erster Linie gedacht – sollten davor geschützt werden. Unter allen Umständen.

Tarzan - Plakat

Tarzan 3D (Deutschland 2013)

Regie: Reinhard Klooss

Drehbuch: Reinhard Klooss

mit (Motion Capture Performance) Kellan Lutz, Spencer Locke, Anton Zetterholm, Les Bubb, Trevor St. John, Jaime Ray Newman, Mark Deklin, Brian Huskey

(Sprecher) Alexander Fehling, Lena Meyer-Landrut, Wigald Boning, Kai Wiesinger, Ben Becker

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

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Lesetipp

Die Johnny-Weismuller-“Tarzan“-Filme laufen ja immer wieder und für mich sind sie die klassischen und definitiven „Tarzan“-Filme. Immerhin sah ich sie als Kind.

Aber man kann die jetzige Verfilmung auch als Gelegenheit nehmen, einen Blick in die Vorlage, die „Tarzan“-Romane von Edgar Rice Burroughs zu werfen. Denn der Heyne-Verlag bietet gerade, mit einem kundigen Nachwort von Georg Seeßlen, einen Sammelband mit drei „Tarzan“-Romanen an. Enthalten sind die Ursprungsgeschichte „Tarzan bei den Affen“ (Tarzan of the Apes, 1912) und die beiden deutlich kürzeren „Tarzan“-Romane „Tarzan und die Schiffbrüchigen“ (Tarzan and the Castaways, 1940/1941/1964) und „Tarzan und der Verrückte“ (Tarzan and the Madman, 1964) und die ersten Seiten lesen sich verdammt gut.

Burroughs - Tarzan - 4

Edgar Rice Burroughs: Tarzan – Drei Romane in einem Band

Heyne, 2013

688 Seiten

11,99 Euro

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Taschenbuch-Ausgabe entspricht der Ausgabe von Walde & Graf, Zürich 2012.

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Tarzan“

Moviepilot über „Tarzan“

Rotten Tomatoes über „Tarzan“

Wikipedia über den Charakter Tarzan (deutsch, englisch) und Edgar Rice Burroughs (deutsch, englisch)

Meine Besprechung der Edgar-Rice-Burroughs-Verfilmung „John Carter zwischen zwei Welten“ (John Carter, USA 2012)


TV-Tipp für den 20. Februar: Falsches Spiel mit Roger Rabbit

Februar 20, 2014

 

Disney, 20.15

Falsches Spiel mit Roger Rabbit (USA 1988, R.: Robert Zemeckis)

Drehbuch: Jeffrey Price, Peter S. Seaman

LV: Gary K. Wolf: Who censored Roger Rabbit?, 1981

Roger Rabbit ist eifersüchtig. Also soll der Privatdetektiv Eddie Valiant Rabbits sexy Frau beschatten. Valiant stolpert dabei in einen Mordfall und über ein Komplott, das die heile Welt von Toon Town bedroht.

Gut, das klingt jetzt nicht besonders aufregend. Aber Roger Rabbit ist eine Cartoon-Figur. Seine Frau ebenso. Wie viele Toon-Town-Charaktere. Einige sind auch Menschen, wie der Bob Hoskins gespielte Privatdetektiv.

Roger Zemeckis gelang eine köstliche Melange aus Disney Zeichentrickfilmen und Schwarzer Serie, die damals ein echter Hit war und heute schon ein Klassiker ist. Ein köstlicher Spaß mit vielen Zitaten.

Mit Bob Hoskins, Christopher Lloyd, Joanna Cassidy, Stubby Kaye, Joel Silver

Wiederholung: Freitag, 21. Februar, 23.10 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“

Wikipedia über „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (deutsch, englisch)

Homepage von Gary K. Wolf


TV-Tipp für den 19. Februar: A Murder of Crows – Diabolische Versuchung

Februar 19, 2014

 

Tele 5, 20.15

A Murder of Crows – Diabolische Versuchung (USA 1999, R.: Rowdy Herrington)

Drehbuch: Rowdy Herrington

Unter seinem Namen veröffentlicht Ex-Anwalt Russell das Manuskript eines verstorbenen Autoren über eine Mordserie an Juristen. Der Thriller wird ein Erfolg. Kurz darauf klopft die Polizei an seine Tür. Inspektor Dubose verdächtigt ihn, die im Roman geschilderten Taten verübt zu haben.

Überraschend gelungener kleiner, fast unbekannter Noir.

mit Cuba Gooding Jr., Tom Berenger, Marianne Jean-Baptiste, Eric Stoltz, Mark Pellegrino, Ashley Laurence, Carmen Argenziano, Doug Wert

Hinweise

Rotten Tomatoes über „A Murder of Crows“

Moviepilot über „A Murder of Crows“

Wikipedia über „A Murder of Crows“ (deutsch, englisch)

DVD Verdict über „A Murder of Crows“

 


TV-Tipp für den 18. Februar: Colors – Farben der Gewalt

Februar 18, 2014

Pro7 Maxx, 22.00

Colors – Farben der Gewalt (USA 1988, R.: Dennis Hopper)

Drehbuch: Michael Schiffer (nach einer Geschichte von Michael Schiffer und Richard DiLello)

Grandioser, aber auch düsterer semi-dokumentarischer Polizeikrimi, der einen Einblick in die Bekämpfung der Bandenkriminalität in Los Angeles 1988 durch die Spezialeinheit CRASH gibt. Im Mittelpunkt stehen dabei ein älterer Streifenpolizist und sein jüngerer Kollege und ihr aussichtsloser Kampf gegen die sinnlose Gewalt der Gangs.

Hopper erzählt „mit der Abgeklärtheit desjenigen, für den der amerikanische Traum nur noch eine zynische Floskel ist, von der Gewalt als etwas Alltäglichem. Deshalb ist sie in seinem Film allgegenwärtig. Deshalb aber auch ist sie nie spekulativ. (…) ein zutiefst deprimierender Film.“ (Fischer Film Almanach 1989)

Herbie Hancock schrieb die Musik.

mit Sean Penn, Robert Duvall, Maria Conchita Alonso, Randy Brooks, Grand Bush, Don Cheadle

Wiederholung: Mittwoch, 19. Februar, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Colors – Farben der Gewalt“

Wikipedia über „Colors – Farben der Gewalt“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 17. Februar: In einem anderen Land

Februar 16, 2014

Arte, 21.40

In einem anderen Land (USA 1932, R.: Frank Borzage)

Drehbuch: Benjamin Glazer, Oliver H. P. Garrett

LV: Ernest Hemingway: A Farewell to Arms

Erster Weltkrieg, Norditalien: US-Leutnant Frederic Henry verliebt sich in eine Krankenschwester, in die auch sein italienischer Freund verliebt ist. Nachdem Henry verletzt wird, wird er von ihr gepflegt.

TV-Premiere eines Kriegsmelodramas mit Klassikerstatus; ist auch die erste Hemingway-Verfilmung.

Hemingway war von der Verfilmung nicht begeistert, aber das intensive Spiel von Gary Cooper gefiel ihm.

Der Film war für den Oscar in den Kategorien bester Film, beste Art Direction, beste Kamera und bester Ton nominiert und gewann ihn in den Kategorien Kamera und Ton.

mit Gary Cooper, Helen Hayes, Adolphe Menjou, Mary Philips

Wiederholung: Mittwoch, 26. Februar, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „In einem anderen Land“

Rotten Tomatoes über „In einem anderen Land“

Turner Classic Movies über „In einem anderen Land“

Wikipedia über „In einem anderen Land“ (deutsch, englisch)

Archive.org: der Film (wobei mit Sicherheit die Bildqualität im TV deutlich besser ist)

 


TV-Tipp für den 16. Februar: Schnappt Shorty

Februar 16, 2014

Anläßlich des 60. Geburtstag von John Travolta am Dienstag

Tele 5, 20.15

Schnappt Shorty (USA 1995, R.: Barry Sonnenfeld)

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Get Shorty, 1990 (Schnappt Shorty)

Musik: John Lurie

Ein Mafia-Geldeintreiber aus Miami gerät in Hollywood an einen drittklassigen Filmproduzenten. Der Geldeintreiber möchte, dass sein Leben verfilmt wird. Aber diese Hollywood-Fritzen sind irgendwie anders.

Köstliche Leonard-Verfilmung über den Zusammenprall zweier Welten: eiskalter Profikiller trifft auf die Hollywood-Schickeria.

Von Elmore Leonards Homepage: „With Get Shorty Hollywood finally did right by Elmore and put his ´sound´ on the screen and not just his plots. In Scott Frank´s screenplay, the lines in the movie were delivered just the way that they were written, seriously, without reaction. The fact that many lines were funny, labeled Get Shorty a comedy, and helped make it a box-office hit. The story is about Chili Palmer, (John Travolta) who is ´fired´ by his unstable loanshark boss, Ray Bones (Dennis Farina). Ray sends Chili to Vegas to collect a bad debt, and a casino boss there enlists Chili to find an even bigger deadbeat: Harry Zimm (Gene Hackman), a Hollywood producer of low-budget horror films. In Hollywood, Chili meets Harry, as well as his scream-queen leading lady, Karen Flores (Rene Russo); Harry’s drug-dealing financier, Bo Catlett (Delroy Lindo), and his muscle, Bear (James Gandolfini). ´Shorty´ is Karen’s ex, Martin Weir (Danny DeVito), a big star with a giant ego. Chili learns that being a wiseguy helped when you wanted to produce movies. Get Shorty was win, win, win. Everything worked perfectly. The film had a winning combination in Danny DeVito’s Jersey Films, screenwriter Scott Frank and Director Barry Sonnenfeld. Everybody liked Elmore´s work and wanted to put it on the screen – the right way. Elmore was on the set four days in Beverly Hills. A couple of times, Barry came over after the shot and asked him what he thought, and if he had any suggestions. Elmore was surprised and tickled a little that a director would ask the book writer his opinion.“

Mit John Travolta, Gene Hackman, Rene Russo, Danny DeVito, Dennis Farina, Delroy Lindo, James Gandolfini, Martin Ferrero, Miguel Sandoval, Harvey Keitel, Bette Midler

Hinweise

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte


DVD-Kritik: „Die Todesliste – Nr. 1 stirbt“ und dann die nächste Nummer 1

Februar 15, 2014

 

„Die Todesliste – Nr. 1 stirbt“ ist einer der Filme, bei denen ich zwischen Schock und Erstaunen schwanke. Schock über den schlechten Film. Erstaunen über die vielen verpassten Gelegenheiten, einen auch nur annehmbaren Film zu machen. Das Budget von „Die Todesliste“ war – erkennbar – nicht besonders üppig, aber ein immer wieder erkennbarer Stilwille war vorhanden und gerade bei einem kleinen Budget muss man keine Rücksichten auf Investoren nehmen. Es hätte also ein fieser, kleiner Paranoia-Thriller entstehen können. Jedenfalls scheinen die Macher das irgendwann einmal geplant zu haben, ehe sie ins Banale abdrifteten.

Unser Held Christopher Cowin ist der Kopf einer Organisation, die mit einer Liste (die auch nur „The List“ heißt) gegen Korruption in der Politik und Wirtschaft vorgehen. User dürfen ihre Stimme abgeben und so den Korruptesten auf den ersten Platz voten. Der erhält dann einen Preis. Die Liste ist bei der Bevölkerung beliebt. Bei den Machthabern nicht so. Vor allem, nachdem jemand beginnt, die oben auf der Liste stehenden Leute zu töten und Videos ihrer Ausflüchte und Exekutionen online zu posten.

Die Stimmung beginnt sich gegen Cowin zu drehen. Er trifft zufällig den Mörder, der ihm erklärt, dass die Liste Konsequenzen haben müsse und er daher immer die aktuelle Nummer 1 töten werde. Außerdem werde er Cowin vor Anschlägen beschützen.

Da erscheint Cowins Name auf der Liste – und plötzlich scheint die nicht manipulierbare Liste doch anfällig für Manipulationen zu sein.

Außerdem verdächtigt die Polizei Cowin als Mörder. Vor allem nachdem der Arzt, der für den Tod von Cowins Bruder verantwortlich war, vor Gericht freigesprochen wurde und die Initialzündung für die Liste war, entführt wird.

„Die Todesliste“ hätte ein kleines, fieses B-Picture werden. Er wurde ein einziger Murks.

Die Todesliste - DVD-Cover

Die Todesliste – Nr. 1 stirbt (The List, Großbritannien 2013)

Regie: Klaus Hüttmann

Drehbuch: Klaus Hüttmann

mit Sienna Guillory, Clive Russell, Rebecca Ferdinando, Nigel Planer, Anthony Flanagan

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DVD

Tiberius Film

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer

Länge: 86 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Facebook-Seite zum Film

Rotten Tomatoes über „Die Todesliste“ (noch keine Besprechungen)

 

 


TV-Tipp für den 15. Februar: Frances Ha

Februar 15, 2014

Servus TV, 20.15

Frances Ha (USA 2012, R.: Noah Baumbach)

Drehbuch: Greta Gerwig, Noah Baumbach

Frances Ha stolpert durch ihr Leben – und wir sind verzückt.

Eines der Kino-Highlights von 2013.

mit Greta Gerwig, Mickey Sumner, Michael Esper, Adam Driver, Michael Zegen, Charlotte d’Amboise, Crace Gummer, Justine Lupe, Patrick Heusinger, Christine Gerwig, Gordon Gerwig

Wiederholung: Sonntag, 16. Februar, 02.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Frances Ha“

Metacritic über „Frances Ha“

Rotten Tomatoes über „Frances Ha“

Wikipedia über „Frances Ha“ (deutsch, englisch)

Berlinale: „Frances Ha“-Pressekonferenz Noah Baumbach und Greta Gerwig

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Frances Ha“ (Frances Ha, USA 2012)


TV-Tipp für den 14. Februar: Dazed and Confused – Sommer der Ausgeflippten

Februar 14, 2014

 

ZDFneo, 23.55

Dazed and Confused – Sommer der Ausgeflippten (USA 1993, R.: Richard Linklater)

Drehbuch: Richard Linklater

Eine Story im herkömmlichen Sinn hat „Dazed and Confused“ nicht. Linklater schildert in seinem autobiographisch inspiriertem Film in Episoden von den Erlebnissen von mehreren High-School-Freshmen und den Schülern der Abschlussklasse im Sommer 1976 in Texas. Und genau wie in Debüt „Slacker“ erzählt er von ziellosen Jugendlichen und ihren Bedürfnissen.

Aber während „Slacker“ gleich als Porträt der Generation X gesehen wurde, ging die Highschool-Komödie „Dazed and Confused“ zunächst unter. Bei uns reichte es offiziell nur für einen Videostart. Immerhin durfte ich im Studentenkino „Dazed and Confused“ sein.

mit Jason London, Wiley Wiggins, Ben Affleck, Joey Lauren, Milla Jovovich, Matthew McConaughey, Rory Cochrane

auch bekannt als „Confusion – Sommer der Ausgeflippten“ (Videotitel)

Hinweise

Metacritic über „Dazed and Confused“

Rotten Tomatoes über „Dazed and Confused“

Wikipedia über „Dazed and Confused“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Richard Linklaters „Before Midnight“ (Before Midnight, USA 2013)

Richard Linklater in der Kriminalakte