Die gefürchteten Vier (The Professionals, USA 1966)
Regie: Richard Brooks
Drehbuch: Richard Brooks
LV: Frank O’Rourke: A mule for the Marquesa, 1964 (später “The Professionals”)
Mexiko 1917: ein texanische Öl- und Viehmillionär engagiert vier Söldner seine von einem mexikanischen Revolutionär und Banditenführer entführte Frau zu befreien. Die vier Profis machen sich auf den Weg.
Richard Brooks Western-Klassiker „The Professionals“ ist gleichzeitig eine Heroisierung und zynische Demontage des professionellen Kriegshandwerks. Einer von Brooks besten, vielleicht sogar sein bester, Film.
Mit Burt Lancaster, Lee Marvin, Robert Ryan, Woody Strode, Claudia Cardinale, Jack Palance, Ralph Bellamy
Willy Wonka war nicht immer der aus Roald Dahls „Charlie und die Schokoladenfabrik“ bekannte Besitzer der titelgebenden Schokoladenfabrik. Er war auch einmal ein junger, überaus optimistischer Mann mit großen Plänen. Er reiste um die Welt, lernte alles über Schokolade und sammelte an den entlegendsten Orten die exotischten Zutaten für seine köstlichen Schokoladenkreationen.
Nach vielen Jahren auf See kehrt er in seine alte Heimat zurück. Dort will er die Menschen für seine Schokoladenkreationen begeistern.
Aber die drei das örtliche Schokoladengeschäft beherrschenden Schokoladenhersteller sind davon nicht begeistert. Sie wollen den lästigen Konkurrenten loswerden. Denn Wonka verkauft seine Schokolade zu Kampfpreisen und seine Schokoladenkreationen sind besser und fantasievoller als ihre eigenen Kreationen. Sie setzen Himmel (vulgo die Kirche) und Hölle (vulgo die Polizei) in Bewegung.
Mit dem Geld, das Wonka mit seiner Schokolade verdient, will er sich nicht nur eine eigene Firma aufbauen, sondern sich auch aus den Händen von Mrs. Scrubbit befreien. Die hat ihm in der ersten Nacht nach seiner Ankunft ein Zimmer vermietet, das ihn, wie er zu spät erfährt, ihn zu ihrem Gefangenen macht. Immerhin kann er seine Schulden in den nächsten Jahrzehnten in Scrubbits Wäscherei abarbeiten. Dort trifft er mehrere Schicksalgenossen, die zu seinen Freunden werden und ihm helfen.
„Wonka“ erzählt die Vorgeschichte zu Roald Dahls „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Paul King (Regie, Drehbuch) und Simon Farnaby (Drehbuch) erfanden diese Prequel-Geschichte. King führte bei den beiden allgemein beliebten „Paddington“-Filmen Regie. Farnaby spielte im ersten „Paddington“-Film mit und war bei „Paddington 2“ Co-Drehbuchautor.
Schon nach wenigen Minuten, wenn Willy Wonka frohgemut singend und tanzend die Hafenstadt betritt, ist die Frage, ob wir unbedingt noch ein Prequel zu einer bekannten Geschichte brauchen, hinfällig. King und Farnaby umgehen diese Prequel-Frage, indem sie einfach ihre Geschichte erzählen. Äußerst charmant, witzig, kurzweilig, sehr selbstironisch, voller gelungener Pointen und Anspielungen erzählen sie von den Schwierigkeiten, die Willy Wonka am Anfang seiner Karriere als Schokoladenhersteller überwinden musste und wie ihm das, mit einigen Freunden, gelingt. Es ist eine rundum positive Geschichte mit einem herrlich britischem Humor.
Timothée Chalamet als Willy Wonka, Olivia Colman als Mrs. Scrubbit und Hught Grant als Oompa-Loompa spielen Hauptrollen. Sally Hawkins, Keegan-Michael Key und Rowan Atkinson, um nur einige bekannte Namen zu nennen, übernahmen kleinere Rollen. Alle Schauspieler chargieren immer ein wenig und versuchen sich gegenseitig die Szenen zu stehlen.
„Wonka“ ist nicht nur ein Fantasy-Märchenfilm, sondern auch ein Musical. Deshalb mussten die Schauspieler, wie es heute gerne gemacht wird, auch singen und tanzen. Weil sie alle keine ausgebildeten Sänger und Tänzer sind, ist ihr Gesang und Tanz immer etwas amateurhaft, unbeholfen und schüchtern. Das trägt zum Charme des Films bei. Schnell stellt sich das Gefühl ein, so gut wie Timothée Chalamet oder Hugh Grant kann man selbst auch singen und tanzen.
Ob „Wonka“ ein Klassiker wird, ist natürlich noch unklar. Ebenso ob er in den kommenden Jahren zu einem immer wieder gern gesehenem und beliebten Weihnachtsfilm wird. Das Zeug dafür hat er auf jeden Fall. Bis dahin ist „Wonka“ in diesem Jahr der schönste Weihnachtsfilm für die ganze Familie; – ohne ein Weihnachtsfilm zu sein.
Wonka(Wonka, USA 2023)
Regie: Paul King
Drehbuch: Simon Farnaby, Paul King (nach einer Geschichte von Paul King) (basierend auf von Roald Dahl erfundenen Figuren)
mit Timothée Chalamet, Calah Lane, Olivia Colman, Hugh Grant, Sally Hawkins, Paterson Joseph, Keegan-Michael Key, Rowan Atkinson, Simon Farnaby, Mathew Baynton, Matt Lucas, Sophie Winkleman, Jim Carter, Tom Davis, Rakhee Thakrar, Natasha Rothwell, Rich Fulcher, Kobna Holdbrook-Smith
Der Ghostwriter (The Ghost Writer, Frankreich/Deutschland/Großbritannien 2010. Regie: Roman Polanski)
Drehbuch: Robert Harris, Roman Polanski
LV: Robert Harris: The Ghost, 2007 (Ghost, Der Ghostwriter)
Ein Autor soll innerhalb weniger Tage die Biographie des ehemaligen britischen Premierministers Adam Lang ghostwriten. Als Lang wegen Kriegsverbrechen im „Krieg gegen den Terror“ angeklagt wird, beginnt der gänzlich unpolitische Autor auf eigene Faust zu recherchieren.
Glänzend besetzter, grandioser Paranoia-Thriller, der an Polanskis frühere Filme, wie „Chinatown“ und „Der Mieter“, anknüpft.
mit Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Olivia Williams (die eigentlich viel zu jung für ihre Rolle ist), Kim Cattrall, Tom Wilkinson, James Belushi, Timothy Hutton, Eli Wallach (die letzten drei haben nur Kleinstrollen)
Alles über Martin Suter. Außer die Wahrheit. (Schweiz/Deutschland 2022)
Regie: André Schäfer
Drehbuch: André Schäfer
TV-Premiere eines – in der Kinofassung – sehr gelungenen Porträts des Bestsellerautors Martin Suter. Arte zeigt eine 50-minütige Fassung des 90-minütigen Kinofilms.
Der Komponist Fred Ballinger und sein Freund, der Drehbuchautor Mick Boyle, verbringen den Sommer in der Schweiz in einem edlen Wellness-Tempel. Die beiden alten Herren genießen die Ereignislosigkeit. Sie blicken wehmütig auf ihre früheren Jahre zurück und beobachten, milde desinteressiert, die anderen Hotelgäste. Ab und an wird Ballinger, – weil es doch nicht vollkommen ohne Story geht -, von einem Gesandten der Queen gefragt wird, ob er sein bekanntestes Stück für eine Feier dirigieren möchte. Ballinger lehnt diese Unterbrechung seines Ruhestandes zunächst ab.
In „Ewige Jugend“ gibt es noch nicht einmal die Scheinaktivitäten von Sorrentinos früheren Filmen. Handlungstechnisch passiert nichts. Visuell passiert nichts. Das hat, gerade wegen der Altersweisheit der Charaktere, durchaus seinen kontemplativ entspannenden Reiz. Wenn man in der richtigen Stimmung ist.
mit Michael Caine, Harvey Keitel, Rachel Weisz, Paul Dano, Jane Fonda, Mark Kozelek, Robert Seethaler, Alex Macqueen
Laurel & Hardy – Fliegende Teufelsbrüder (The Flying Deuces, USA 1939)
Regie: A. Edward Sutherland
Drehbuch: Ralph Spence, Harry Langdon, Charles Rogers, Alfred Schiller
Von der Liebe enttäuscht melden Stan (Stan Laurel) und Olllie (Oliver Hardy) sich bei der Fremdenlegion. Sie hoffen auf eine schnelle leichte Verletzung und einen erholsamen Aufenthalt in einem Sanatorium. Soweit der Plan.
Muss ich dazu etwas sagen? Stan und Ollie (die bei uns früher als „Dick & Doof“ populär waren) slapsticken sich durch die Fremdenlegion und wir lachen uns auf dem heimischen Sofa schlapp.
Mit Stan Laurel, Oliver Hardy, Jean Parker, Reginald Gardiner, James Finlayson, Jean Del Val
auch bekannt als „Dick und Doof in der Fremdenlegion“ (Kinotitel zur deutschen Kinopremiere 1951), „Fliegende Teufel“, „Fliegende Teufelsbrüder“
Confidence – Coup in L. A. (Confidence, USA/Kanada/Deutschland 2003)
Regie: James Foley
Drehbuch: Doug Jung
Weil Profidieb Jake zufällig einen Mafiosi beklaut hat, bietet er ihm bei seinem nächsten Trickbetrug einen Teil der Beute an. Nur: wer kann hier wem trauen und wer betrügt wen?
Gelungener Neo-Noir-Gangsterkrimi mit einer prächtig gelaunten Starbesetzung, die sich gegenseitig übers Ohr haut.
„mehr David Mamet als Ocean’s Eleven“ (Gerald Jung, Zitty 2/2004)
mit Edward Burns, Rachel Weisz, Andy Garcia, Dustin Hoffman, Paul Giamatti, Donal Logue, Luis Guzmán, John Carroll Lynch, Morris Chestnut, Robert Forster
Für eine Handvoll Dollar (Per un pugno di dollari, Italien/Deutschland/Spanien 1964)
Regie: Sergio Leone
Drehbuch: Sergio Leone, Duccio Tessari
Musik: Ennio Morricone
Sergio Leones erster richtiger Film (davor übte er bei Monumental- und Sandalenfilmen) und gleich ein genreprägender Klassiker, der für einen TV-Schauspieler den Weg zum Weltstar ebnete.
Die Story: In einer mexikanischen Kleinstadt taucht ein Fremder ohne Namen (Clint Eastwood, der öfter als Joe angesprochen wird) auf und spielt kaltschnäuzig die das Dorf beherrschenden Gangsterbanden gegeneinander aus.
Die Story lieh Leone sich von Akira Kurosawas „Yojimbo“. Der könnte auch mal wieder gezeigt werden.
mit Clint Eastwood, Marianne Koch, Gian Maria Volonté, Sieghardt Rupp, Antonio Prieto, Wolfgang Luckschy
Zwei glorreiche Halunken (Il buono, il butto, il cattivo, Italien 1966)
Regie: Sergio Leone
Drehbuch: Agenore Incrocci, Furio Scarpelli, Luciano Vincenzoni, Sergio Leone (nach einer Geschichte von Luciano Vincenzoni und Sergio Leone)
Musik: Ennio Morricone (Wer sonst?)
Klassiker und glorreicher Abschluss von Sergio Leones Dollar-Trilogie. Wieder mit Clint Eastwood in, in diesem Fall, einer Hauptrolle.
Während des US-Bürgerkriegs suchen drei Halunken, mehr gegen- als miteinander, einen Goldschatz.
Mit Clint Eastwood, Lee Van Cleef, Eli Wallach, Aldo Giuffre, Luigi Pistilli, Rada Rassimov, Enzo Petito, Claudio Scarchilli, John Bartho, Livio Lorenzon
Die Musik gefällt. Die Songs sind nämlich keine dieser pseudohippen gruseligen Pseudo-Dance-Pop-Songs, sondern großorchestraler Pop mit einer Tendenz zur gitarrenbasierten Lagerfeuermusik, die jeder schnell mitsingen kann.
Der Rest ist ein Mix aus wenig überzeugenden gezeichneten und computeranimierten Bildern, Anspielungen auf frühere Disney-Filme, dabei erstaunlich wenig Disney-Zauber und einer höchst unklaren, eigentlich schon beim Sehen vergessenen Geschichte. Es geht Asha. Das Mädchen lebt auf einer Insel, die als das „Königreich der Wünsche“ bekannt ist, weil der König des Landes Wünsche erfüllt. Allerdings, wie Asha erfährt, als sie ihm ihren Wunsch vorträgt, erfüllt König Magnifico nicht alle Wünsche, sondern nur die Wünsche, die ihm gefallen und die er als ungefährlich für sich ansieht. Er ist ein sich nach außen nett gebender Diktator.
Asha ist schockiert und versucht alle Wünsche, die bei König Magnifico geäußert und in Wunsch-Bubbles festgehalten sind, zu befreien. So kann sie den Menschen auch ihr Wissen über ihre Wünsche zurückzugeben.
Das ist natürlich nur dann eine gute Sache, wenn die Menschen sich und den anderen nur gute Dinge wünschen würden. Das ist so naiv und verquer, dass der Glaube an den Weihnachtsmann höchst rational ist.
Das Konzept der Wünsche ist auch, nun, etwas seltsam. Jeder kann seinen Wunsch bei König Magnifico abgeben. Danach vergisst der Wünschende seinen Wunsch. Er weiß also überhaupt nicht, ob sein Wunsch sich jemals erfüllt. Er kann sich deshalb auch nicht darüber freuen. Oder enttäuscht sein.
Sicher, in einem Kinderfilm muss nicht alles auf einem auch für Erwachsene erträglichem Niveau sein (obwohl Pixar und Ghibli, um nur zwei bekannte Animationsstudios zu nennen, das in ihren Filmen immer wieder zeigen), aber eine nachvollziehbare Geschichte, gerne mit einer plakativen Zeichnung von Gut und Böse, dreidimensionalen Charakteren und einem eindeutigen Ziel sollten möglich sein.
Das wäre mein Wish.
Davon abgesehen: alles Gute zum Hundertjährigen. So lange gibt es Disney schon und seinen hundertjährigen Geburtstag feiert das Studio in seinem neuesten Film mit zahlreichen Anspielungen auf frühere und heute immer noch bekannt-beliebte Filme. Diese Anspielungen und dass Asha sich wünscht, dass der Wunsch ihres hundertjährigen Großvaters in Erfüllung geht, bieten natürlich noch eine andere Lesart von „Wish“ an. Dann wäre „Wish“ ein Selbstbild und -analyse von Disney mit König Magnifico als Disney-Konzern.
Aber das ist sicher nur eine böswillige Überinterpretation.
Wish (Wish, USA 2023)
Regie: Chris Buck, Fawn Veerasunthorn
Drehbuch: Jennifer Lee, Allison Moore
mit (im Original den Stimmen von) Ariana DeBose, Chris Pine, Alan Tudyk, Angelique Cabral, Victor Garber, Natasha Rothwell, Jennifer Kumiyama
Life on Mars – Gefangen in den 70ern (Life on Mars, Großbritannien 2006)
Regie: Bharat Nalluri, John McKay
Drehbuch: Matthew Graham, Ashley Pharoah
Erfinder: Matthew Graham, Tony Jordan, Ashley Pharoah
Arte zeigt heute Abend die ersten vier Folgen der aus acht Folgen bestehenden ersten Staffel der kultigen Krimiserie. Kommenden Donnerstag geht es weiter – oder schon jetzt in der Mediathek. Dort kann dann auch gleich die zweite und letzte „Life on Mars“-Staffel angesehen werden.
Detective Chief Inspector Sam Tyler (John Simm) erwacht nach einem Unfall in der Vergangenheit im Jahr 1973. Dort kann er in Manchester als Polizist weiterarbeiten. Nur fremdelt er mit seinem zupackendem Chef Gene Hunt (Philip Glenister), den Kollegen, den archaischen Arbeitsmethoden und fast allem anderen.
„Ashes to Ashes – Zurück in die 80er“ setzte „Life on Mars“ fort und übertrifft sogar die ziemlich geniale Originalserie. In ihr erwacht DI Alex Drake (Keeley Hawes) nach einem Unfall 1981 in London und trifft auf den in die Hauptstadt versetzten Gene Hunt.
Mit John Simm, Philip Glenister, Liz White, Dean Andrews, Marshall Lancaster, Tony Marshall, Noreen Kershaw, Kevin McNally
Der Jigsaw-Killer ist zurück. Und wieder wird er von Tobin Bell in der Rolle seines Lebens gespielt. Weil er allerdings in der Filmserie schon vor langem gestorben ist, spielt der zehnte „Saw“-Film, profan „Saw X“ betitelt, zwischen dem ersten und dem zweiten „Saw“-Film.
John Kramer, der als Jigsaw Menschen tötet, hat Krebs im Endstadium und er hat sich mit seinem baldigen Tod abgefunden. Da hört er von einer experimentellen Behandlung in Mexiko, die in den USA nicht angewandt wird und die supererfolgreich sein soll. Anstatt dass bei ihm jetzt alle Alarmglocken über diesen Betrug losgehen, lässt er sich auf die teure Behandlung ein. Nur um nach der Operation und nachdem er sie bezahlt hat, zu erfahren, dass Doktor Cecilia Pederson ihn betrogen hat und mit seinem Geld verschwunden ist. Kramer beginnt sie und alle, die in den Betrug verwickelt sind, zu jagen und stellt deren Moral in von ihm ersonnenen Fallen auf die Probe.
Denn Jigsaw mordet nicht einfach so. Er will für seine Opfer ein Lehrer sein und sie zu besseren Menschen machen. Sagt er. In Wirklichkeit ist sein Gerede von Moral nur eine krude pseudophilosophische Ummäntelung für seine Taten. Er ist ein Sadist, der sich an den Leiden, Selbstverstümmelungen und dem Tod seiner Opfer ergötzt.
Bei seinem ersten Auftritt, 2004 in dem harten von James Wan inszeniertem und Leigh Whannell geschriebenem Horrorthriller „Saw“, war diese Mischung aus perversen Aufgaben für die Opfer und pseudophilospischen Erklärungen neu. Für Wan und Whannell war das der Beginn einer erfolgreichen Karriere in Hollywood. Sie erfanden auch das „Insidiuos“-Horrorfranchise. Wan inszenierte außerdem „Furious 7“ und die beiden „Aquaman“-Spielfilme (der zweite startet demnächst).
Jigsaw war nach dem Film einer der ikonischen Killer. Und das ganz ohne Maske.
Angesichts des Erfolgs an der Kinokasse folgten schnell weitere Filme, die bei uns nicht alle im Kino liefen und von der Kritik mehr oder weniger verrissen wurden.
Nachdem der vorherige „Saw“-Film „Saw: Spiral“ (Spiral: From the Book of Saw, USA 2021) an der Kinokasse deutlich weniger als erwartet einspielte (vierzig Millionen US-Dollar bei einem Budget von zwanzig Millionen US-Dollar), ist „Saw X“ ein gewisses back to the roots. Inszeniert wurde der Film von Kevin Greutert. Er war für den Schnitt bei den ersten fünf „Saw“-Filmen und dem achten „Saw“-Film „Jigsaw“ verantwortlich. Außerdem inszenierte er „Saw VI“ und „Saw VII“. Tobin Bell ist wieder dabei und zwar als Hauptdarsteller.
Für die langjährigen „Saw“-Fans gibt es etliche ausführlich gezeigte Morde. Denn die Fallen von Jigsaw sind so konstruiert, dass die Opfer einen möglichst schmerzhaften Tod erleiden.
Und es gibt eine Story, die zwar löchriger als Schweizer Käse ist, aber immerhin noch gut genug ist, um über Logiklöcher, unplausible Momente und Kramers verquere Moral nachzudenken. „Saw X“ reiht nicht nur etliche, detailliert gezeigte Folterungen aneinander, sondern es gibt eine Geschichte, die die Folterungen halbwegs sinnvoll zusammenhält, und wir erfahren einiges über John Kramer.
Insgesamt gehört „Saw X“ zu den besseren Filmen der Serie. Etliche Stimmen halten ihn sogar für die bislang beste Fortsetzung des ersten Films. Ein guter Film oder ein Film, den man sich unbedingt ansehen muss, ist es nicht. Außer man ist ein Fan der Serie oder liebt harte Horrorfilme.
Nachdem „Saw X“ bei einem Budget von dreizehn Millionen Dollar bereits jetzt über hundert Millionen Dollar eingespielt hat, ist ein elfter „Saw“-Film bereits beschlossen. Es wird nicht der letzte sein.
Saw X(Saw X, USA 2023)
Regie: Kevin Greutert
Drehbuch: Pete Goldfinger, Josh Stolberg
mit Tobin Bell, Shawnee Smith, Synnøve Macody Lund, Steven Brand, Renata Vaca, Michael Beach, Paulette Hernández, Octavia Hinojosa, Joshua Okamoto
Werner Herzog: Radikaler Träumer (Deutschland/USA 2022)
Regie: Thomas von Steinaecker
Drehbuch: Thomas von Steinaecker
TV-Premiere; „Werner Herzog: Radikaler Träumer“ ist die aus vollkommen unverständlichen Gründen um eine halbe Stunde gekürzte Fassung von Thomas von Steinaeckers sehr gelungener Doku „Werner Herzog – Radical Dreamer“ über das Leben und Werk von Werner Herzog.
Die Doku ist Teil eines langen Werner-Herzog-Abends. Um 20.15 Uhr zeigt Arte sein selten gezeigtes Kriegsdrama „Rescue Dawn“ (USA/GB/D 2006, mit Christian Bale), um 23.25 Uhr seine Dracula-Version „Nosferatu: Phantom der Nacht“ (D/Fr 1979, mit Klaus Kinski) und um 01.08 Uhr sein ebenfalls selten gezeigte Drama „Stroszek“ (D 1976, mit Bruno S.)
Mit (jedenfalls in der Kinofassung) Werner Herzog, Wim Wenders, Volker Schlöndorff, Lena Herzog, Nicole Kidman, Christian Bale, Robert Pattinson, Chloé Zhao, Thomas Mauch, Joshua Oppenheimer, Patti Smith, Lucki Stipetic, Carl Weathers, Peter Zeltinger
Draußen eisige Temperaturen und Schnee, also ab nach Hawaii (auch wenn es nur für einige Stunden ist)
Servus TV, 20.15
The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten (The Descendants, USA 2011)
Regie: Alexander Payne
Drehbuch: Alexander Payne, Nat Faxon, Jim Rash
LV: Kaui Hart Hemmings: The Descendants, 2009 (Mit deinen Augen, Neuveröffentlichung unter „The Descendants“)
Auch im Paradies haben die Menschen alltägliche Probleme. So muss Rechtsanwalt Matt King (George Clooney) sich auf Hawaii mit der weiteren Nutzung des Landes, das seit Generationen im Familienbesitz ist und von ihm verwaltet wird, herumschlagen, seine Frau liegt nach einem Bootsunfall im Koma und er muss sich jetzt um seine beiden Töchter kümmern. Da erfährt er, dass seine Frau einen Liebhaber hatte.
Alexander Paynes neuer Film „The Holdovers“ soll am 25. Januar 2024 in unseren Kinos anlaufen.
mit George Clooney, Shailene Woodley, Beau Bridges, Robert Forster, Judy Greer, Matthew Lillard, Nick Krause, Amara Miller, Mary Birdsong, Rob Huebel, Patricia Hastie
mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Ciarán Hinds, David Dencik, Simon McBurney, Kathy Burke, Stephen Graham, Svetlana Khodchenkova, John le Carré (Komparse bei der MI6-Silvesterfeier; also genau aufpassen)
Drehbuch: Frank Armitage (Pseudonym von John Carpenter)
LV: Ray Nelson: Eight O’Clock in the Morning, 1963
Der arbeitslose Bauarbeiter Nada findet eine Sonnenbrille. Als er sie aufsetzt, sieht er, dass Aliens die Welt übernommen haben und die Menschen zu willigen Konsumenten verführt (Seltsam wenn ich eine Brille aufsetzte, entdecke ich höchstens, dass das Objekt meines Begehrens doch nicht so gut aussieht.). Jedenfalls beginnt Nada mit seinem Kumpel Frank gegen die Aliens zu Kämpfen.
„Die Klapperschlange gegen die Reagans, Thatchers und Kohls.“ (Fischer Film Almanach 1990)
Wenn nicht der Hauptdarsteller (der als Schauspieler untalentierte Wrestler Roddy Piper) wäre, wäre Carpenters subversiver und konsumkritischer SF-Thriller wesentlich überzeugender.
Trotzdem „signalisiert ‚Sie leben!‘ Carpenters erfrischende Rückkehr zu seinen ideenreichen Low-Budget-Wurzeln“ (Paul Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopadie)
mit Roddy Piper, Keith David, Meg Foster, Raymond St. Jacques
The International (The International, USA/Deutschland 2009)
Regie: Tom Tykwer
Drehbuch: Eric Warren Singer
Ein Interpol-Agent und eine New Yorker Staatsanwältin wollen eine mächtige Bank, die Krieg und Terror finanziert, zur Strecke bringen. Das ist natürlich nicht so einfach.
Eine Woche nachdem „The International“ 2009 die Berlinale eröffnete und dort auf ein geteiltes Echo stieß, lief Tom Tykwers neuer Film in den Kinos an. Für Berliner ist er wegen des exzessiven Berlin-Shooting natürlich ein Pflichtprogramm. Aber auch andere sollten einen Blick riskieren. Denn „The International“ ist ein grundsolider Politthriller, der weitgehend realistisch unterhält (jaja, die Schießerei im Guggenheim-Museum ist reinstes Kino. Oder glaubt wirklich irgendjemand, dass in der Realität in dem Museum minutenlang herumgeballert werden kann, ohne dass ein Polizist oder ein Sicherheitsbeamter auftaucht? Aber toll anzusehen ist sie trotzdem.).
„Es gibt doch zurzeit nicht gerade haufenweise starke Thriller mit überzeugendem Gegenwartsbezug, die trotzdem dynamisch und intensiv sind, und die nicht angestrengt aufklärerisch oder bieder moralisierend daherkommen. Energische und trotzdem nachdenkliche Filme, deren Actionsequenzen nicht so hysterisch und ermüdend wirken, sondern klug verteilt sind. So einen Film wollte ich machen, auch aus einem gewissen Frust heraus, dass es in den letzten Jahren nur ganz wenige Vorbilder gab, an denen man sich hätte orientieren können. (…) Unser Film ist auch eine Reminiszenz an die klassischen Polit-Thriller aus den Siebzigerjahren, wo die Idee eines geheimen Systems innerhalb der offiziellen Dienste sehr verbreitet war. (…) Dieses Element des Paranoia-Thrillers wollten wir aufnehmen und in die Gegenwart führen.“ (Tom Tykwer, Berliner Zeitung 31. Januar/1. Februar 2009)
Mit Clive Owen, Naomi Watts, Armin Müller-Stahl, Brian F. O’Byrne
Beide haben gesagt, dass das ihr letzter Film sei. Beide haben das in der Vergangenheit schon öfter gesagt. Aber dieses Mal könnte es stimmen. Immerhin ist Michael Caine neunzig Jahre alt. Ken Loach ist drei Jahre jünger.
Und wenn es so ist, würden beide sich mit einem gelungenem Film verabschieden. Kein revolutionäres Werk, sondern ein Alters- und Abschiedswerk, das noch einmal überzeugend zeigt, warum wir Michael Caine und Ken Loach seit Jahrzehnten lieben.
Michael Caine spielt in „In voller Blüte“ den 89-jährigen Weltkrieg-II-Veteran Bernard Jordan. Zusammen mit seiner Frau Rene (der am 15. Juni 2023 verstorbenen Glenda Jackson) lebt er in Hove bei Brighton in einem Altersheim. Als er sich entschließt, bei den Feierlichkeiten zum siebzigsten Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie teilzunehmen, sind die bei der organisierten Reise für Veteranen verfügbaren Plätze bereits ausgebucht. Deshalb macht er sich, mit den guten Wünschen seiner Frau, auf eigene Faust auf den Weg nach Frankreich.
Oliver Parker („Swimming with Men“) erzählt in seinem Feelgood-Drama mit viel Gefühl, etwas Witz, Rückblenden in Bernard und Renes Kriegserlebnisse und ihre frühen gemeinsamen Jahre, eine wahre Geschichte, die damals um die Welt ging. Wahrscheinlich weil 2014 Hashtags noch etwas Neues waren, wir uns damals immer noch über die Möglichkeiten einer weltweiten Kommunikation wunderten und #The GreatEscaper (so auch der Originaltitel des Films) ein schöner Hashtag ist. Und nachdem klar war, dass Bernard Jordan quicklebendig in Frankreich bei den D-Day-Feierlichkeiten eine gute Zeit hat, konnten alle sich an der Geschichte des alten Mannes, der aus dem Altersheim nach Frankreich flüchtete und sich dort amüsierte, erfreuen. Dass er nicht aus dem Heim flüchten musste, weil er es jederzeit verlassen konnte, und dass seine Frau wusste, wo er war, war da egal. Es ist eine dieser kleinen Geschichten, die in einer Tageszeitung zur Erbauung des Publikums auf der „Vermischtes“-Seite abgedruckt werden.
Die mehr oder weniger wahre Verfilmung folgt kurzweilig und vergnüglich den wahren, nicht sonderlich dramatischen Ereignissen. Außerdem, und das macht diesen Feelgood-Film wichtig und sehenswert, gibt er Michael Caine und Glenda Jackson noch einmal die Gelegenheit groß aufzuspielen. „In voller Blüte“ ist eine rundum gelungene Abschiedsvorstellung.
Ken Loach begibt sich in „The Old Oak“ mit seinem Stammautor Paul Laverty wieder in den Nordosten Englands. Dort spielten bereits ihre beiden vorherigen Filme „Ich, Daniel Blake“ (2016) und „Sorry we missed you“ (2019). Dieses Mal spielt die gewohnt nah an der Realität entlang erzählte, 2016 spielende Geschichte in einer kleinen Bergbaugemeinde, die ihre besten Jahre hinter sich hat. Bergbau und die Gemeinschaft der Arbeiter gibt es nur noch in Erzählungen der älteren Dorfbewohner. Die Jüngeren haben das Dorf verlassen oder sie sind arbeitslos und ohne Perspektive auf eine Arbeit. Aus London werden Flüchtlinge zu ihnen geschickt. Denn im Norden sind die Wohnungen, die angemietet werden müssen, billig. Und das Problem ist aus den Nachrichten und der damit verbundenen öffentlichen Aufmerksamkeit verschwunden.
Als ein Bus mit syrischen Flüchtlingen in dem in der Grafschaft Durham liegendem Dorf ankommt, protestieren einige der Dorfbewohner dagegen. TJ Ballantyne (Dave Turner), der Betreiber des örtlichen Pubs, versucht zu deeskalieren. Mit mäßigem Erfolg. Als einer der hasserfüllt herumbrüllenden Dörfler, der nicht fotografiert werden möchte, den Fotoapparat von Yara (Ebla Mari) beschädigt, fordert sie vehement eine Reparatur. Die zwanzigjährige Yara ist gerade in dem Bus mit ihrer Familie angekommen. Die Kamera hat sie von ihrem in Syrien inhaftiertem, wahrscheinlich toten Vater. In einem Flüchtlingslager lernte sie Englisch. Sie ist freundlich, aufgeschlossen, neugierig und beharrlich.
In dem Moment könnte aus den Pöbeleien eine Schlägerei werden. Deshalb erklärt TJ sich bereit, den Schaden zu beheben.
Schon in diesem Moment, wenn TJ den Neuankömmlingen gegen die aufgebrachten Einheimischen hilft, wissen wir eigentlich schon, wie es weitergehen wird. Denn TJ ist ein hilfsbereiter Mensch, der andere Menschen akzeptiert und, auch wenn er sich unwohl dabei fühlt, hilft. Als Pub-Betreiber, der auf jeden Kunden angewiesen ist, hält er sich aus politischen Diskussionen heraus.
Wenn er Yara einige Minuten später das seit zwanzig Jahren nicht mehr benutzte Hinterzimmer seines Pubs zeigt, sie die eindrucksvollen SW-Fotografien vom Bergarbeiterstreik aus den frühen achtziger Jahren betrachtet und er ihr versichert, dass das Zimmer nur noch eine Rumpelkammer sei, die man nicht mehr benutzten könne, wissen wir, was bis zum Abspann passieren wird. Denn selbstverständlich wird die Rumpelkammer wieder zum Zentrum der Gemeinschaft – und vorne im Pub diskutieren die Einheimischen über ihren Umgang mit den Neuankömmlingen.
Diese Vorhersehbarkeit der Geschichte ist allerdings kein Problem. Ken Loach erzählt die aufbauende Geschichte über das Entstehen einer neuen Gemeinschaft mit einem genauen Blick für die Details und mit der ruhigen Souveränität eines Meisters, der sein Metier beherrscht und der immer noch auf der Seite des kleinen Mannes (und der Arbeiterklasse) steht, ihnen eine Stimme verleiht und für sie kämpft.
Diese wichtige Aufgabe muss künftig jemand anderes übernehmen. Freiwillige vor!
In voller Blüte (The Great Escaper, Großbritannien/USA 2023)
Regie: Oliver Parker
Drehbuch: William Ivory
mit Michael Caine, Glenda Jackson, John Standing, Wolf Kahler, Carlyss Peer, Laura Marcus, Danielle Vitalis, Will Fletcher
Für ein paar Dollar mehr (Per qualche dollari i piu,, Italien/Deutschland/Spanien 1965 [restaurierte Fassung 2003])
Regie: Sergio Leone
Drehbuch: Sergio Leone, Luciano Vincenzoni
Musik: Ennio Morricone
Zwei miteinander konkurrierende Kopfgeldjäger wollen das auf einen Bankräuber ausgesetzte Kopfgeld kassieren. Dafür infiltrieren sie seine Bande und ein ziemlich blutiges Spiel mit viel Betrug, Verrat und coolen Sprüchen beginnt.
Nach dem Erfolg von „Für eine Handvoll Dollar“ hatte Sergio Leone ein paar Dollar mehr zur Verfügung, die er für seinen nächsten stilbildenden Western-Klassiker investierte.
mit Clint Eastwood, Lee Van Cleef, Gian Maria Volonté, Klaus Kinski, Josef Egger, Kurt Zips, Rosemarie Dexter
In Paris gerät Sam (Nassim Lyès) nach seiner vorzeitigen Entlassung aus der Haft in Schwierigkeiten. Er wird von alten Kumpels, mit denen er nichts mehr zu tun haben will, durch die Straßen gejagt. Er flüchtet auf eine Baustelle, kämpft mit einem seiner Verfolger. Dieser stürzt unglücklich über eine Holzbrüstung und stirbt. Sam, der nicht wieder ins Gefängnis will, flüchtet ans andere Ende der Welt.
Fünf Jahre später hat er sich in Thailand ein Leben aufgebaut, das jeden Bewährungshelfer begeistern würde: er ist mit Mia (Loryn Mounay) verheiratet. Sie haben eine Tochter. Er arbeitet als Hotelpage. Sie als Barkeeperin. Und sie haben einen Traum: am Strand wollen sie eine Bar eröffnen.
Als es beim Kauf des Grundstücks Probleme gibt, erhält Sam eines dieser Angebote, das er unbedingt ablehnen sollte. Der lokale Gangsterboss Narong (Olivier Gourmet) bittet ihn, einmal für ihn Drogen zu schmuggeln. Danach gehöre ihm das Grundstück.
Aber die Sache geht schief. Sam flüchtet vor der Polizei. Narong tötet Sams Frau und entführt Sams Tochter Dara.
Sam macht sich auf den Weg nach Bangkok. In der Großstadt lebt Narong. Außerdem soll er dort Dara verstecken. In Bangkok mordet Sam sich im schönsten John-Wick-Style, allerdings weniger stylisch und deutlich brutaler, durch die Gangsterhierarchie nach oben.
Am Ende meint der Bösewicht, angesichts der vielen Toten: „Es ist alles außer Kontrolle geraten.“
Das könnte auch das Motto für Xavier Gens neuen Film sein. Denn Sams Rachefeldzug gerät blutig außer Kontrolle. Zu unserem Vergnügen. „Farang“, der seine deutsche Premiere auf dem Fantasy-Filmfest hatte, ist ein altmodischer harter Action-Thriller in dem ein weißer Mann sich durch ein asiatisches Land kloppt und mordet. Das erinnert an die Actionfilme der sechziger und siebziger Jahre, als öfter Geschichten von in Asien lebenden Europäern oder US-Amerikanern erzählt wurden, und ihren B-Picture-Nachklapp in den achtziger Jahren. Gens erzählt in seinem gelungenem Thriller-Update eine einfache, sattsam bekannte Geschichte ohne nennenswerte Überraschungen zügig, mit wenigen Dialogen und viel gut inszenierter Action.
Sicher, einen Preis für filmische Innovation wird „Farang“ nicht gewinnen. Aber wer mal wieder Lust auf das Ansehen eines harten, gut inszenierten Oldschool-Actionthrillers im Kino hat, der wird hier gut bedient.
Ach ja: Xavier Gens „Farang“ hat nichts mit D. B. Blettenbergs Romanfigur Farang zu tun. Farang ist nur das in Thailand übliche, oft als Schimpfwort verwendete Wort für einen hellhäutigen, weißen Ausländer.
Farang – Schatten der Unterwelt(Farang, Frankreich 2023)
Regie: Xavier Gens
Drehbuch: Magali Rossitto, Xavier Gens, Guillaume Lemans (Zusammenarbeit), Stéphane Cabel (Zusammenarbeit) (nach einer Originalidee von Xaxier Gens)
mit Nassim Lyès, Loryn Nounay, Oliver Gourment, Chananticha ‚Tang-Kwa‘, Vithaya Pansringarm, Sahajak Boonthanakit