TV-Tipp für den 15. Dezember: Star Wars: Das Erwachen der Macht

Dezember 15, 2019

Wenige Tage vor dem Kinostart von „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“

RTL, 20.15

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Regie: J.J. Abrams

Drehbuch: Lawrence Kasdan, J.J. Abrams, Michael Arndt

LV: Charaktere von George Lucas

Dreißig Jahre nach den aus „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ bekannten Ereignissen: Immer noch kämpfen die Rebellen (die sich jetzt „Neue Republik“ nennen) gegen das böse Imperium (das sich jetzt „Erste Ordnung“ nennt). Der böse Kylo Ren (aka Darth Vader) will einen Planetenzerstörer bauen. Nur die junge Waise Rey kann das verhindern. Denn sie hat in diesem Film eine noch ungeklärte Beziehung zur Macht. Währenddessen ist Luke Skywalker schon seit Jahren spurlos verschwunden. Aber dafür sind Han Solo, Chewbacca und Leia Organa dabei.

Die von den Fans heißersehnte, an der Kinokasse unglaublich erfolgreiche und von der Kritik abgefeierte Fortsetzung der „Krieg der Sterne“-Saga.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung dieses sehr unterhaltsamen SF-Films, der an einen anderen SF-Film erinnert.

mit Daisy Ridley, Adam Driver, John Boyega, Oscar Isaac, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Max von Sydow, Carrie Fisher, Harrison Ford, Mark Hamill, Kenny Baker, Anthony Daniels, Peter Mayhew, Gwendoline Christie, Lupita Nyong’o

Wiederholung: Montag, 16. Dezember, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

YouTube-Kanal zum Film

Film-Zeit über “Star Wars: Das Erwachen der Macht”

Moviepilot über “Star Wars: Das Erwachen der Macht”

Metacritic über “Star Wars: Das Erwachen der Macht”

Rotten Tomatoes über “Star Wars: Das Erwachen der Macht”

Wikipedia über “Star Wars: Das Erwachen der Macht” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von J. J. Abrams’ “Super 8” (Super 8, USA 2011)

Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Star Trek into Darkness“ (Star Trek into Darkness, USA 2013)

Meine Besprechung von J. J. Abrams „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Rogue One: A Star Wars Story“ (Rogue One: A Star Wars Story, USA 2016)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht) (Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4, Disney/Lucasfilm 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Vor dem Erwachen“ (Star Wars: Before the Awakening, 2015)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2015)

Meine Besprechung von Michael Kogges „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Jugendroman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2016)

Meine Besprechung von James Lucenos „Star Wars – Der Auslöser: Ein Rogue One Roman“ (Star Wars: Catalyst: A Rogue One Novel, 2016)

Meine Besprechung von Alexander Freeds „Rogue One – Eine Star Wars Story“ (Rogue One. A Star Wars Story, 2016) (Filmroman)

Meine Besprechung von Ron Howards „Solo: A Star Wars Story“ (Solo: A Star Wars Story, USA 2018)

Meine Besprechung von James Frys „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The Last Jedi, 2018) (Filmroman)


TV-Tipp für den 14. Dezember: The Company You Keep – Die Akte Grant

Dezember 13, 2019

RTL II, 22.15

The Company You Keep – Die Akte Grant (The Company you keep, USA 2013)

Regie: Robert Redford

Drehbuch: Lem Dobbs

LV: Neil Gordon: The Company you keep, 2003

Nachdem eine Weathermen-Kampfgefährtin verhaftet wird und ein neugieriger Jungspund-Journalist seine vierzig Jahre zurückliegende terroristische Vergangenheit enthüllt, taucht der angesehene Bürgerrechtsanwalt Jim Grant unter. Um, wie der Journalist vermutet, seine Unschuld zu beweisen.

Spannender, im positiven Sinn altmodischer, vor allem auf die Dialoge setzender Polit-Thriller, bei dem der Polit-Teil eher eine Beigabe ist und die vielen bekannten Gesichter, denen Robert Redford (als Grant) auf seiner Flucht vor dem FBI begegnet, erfreuen zuerst das Auge des gestandenen Kinofans und sorgen dann für eine angenehme Verunsicherung. Denn bei diesem All-Star-Ensemble ist schnell vollkommen unklar, wer nur einen kurzen Gastauftritt hat und wer nicht.

mit Robert Redford, Shia LaBeouf, Julie Christie, Susan Sarandon, Nick Nolte, Terrence Howard, Anna Kendrick, Stanley Tucci, Chris Cooper, Richard Jenkins, Brendan Gleeson, Brit Marling, Sam Elliott, Stephen Root, Jackie Evancho

Wiederholung: Montag, 16. Dezember, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Akte Grant“

Wikipedia über „Die Akte Grant“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Die Wache“, ein absurdes Verhör und viele Überraschungen

Dezember 13, 2019

Es beginnt mit einem bis auf eine Badehose nacktem Mann, der stolz seinen gewöhnlichen Körper präsentiert. Langsam bewegt die Kamera sich von ihm weg und wir sehen, dass er, auf einem Heuballen stehend, auf einem Feld ein Orchester dirigiert. Als die Polizei kommt, läuft er weg. Die Beamten verfolgen ihn in den Wald.

Wer diese absurde Szene für witzig hält, wird sich über den neuen Film von Quentin Dupieux freuen. Denn „Die Wache“ ist wieder ein sehr absurdes und höchst vergnügliches Stück abseitiges Kino. Damit schließt er nahtlos an seine vorherigen Filme „Reality“, „Wrong Cops“, „Wrong“ und, sein Durchbruch, „Rubber“ an. In der Komödie erzählt er die Geschichte eines Serienkillerreifens auf seinem Weg durch die USA.

In seinem neuen Film konzentriert Dupieux sich auf ein abgeranztes Büro in einer abgeranzten Polizeistation, die den Charme der siebziger Jahre verströmt. Dort will Kommissar Buron (Benoît Poelvoorde) in seinem fensterlosen Büro nur noch einige Punkte in Fugains Aussage klären. Louis Fugain (Grégoire Ludig) hatte in der Nacht vor dem anonymen Mietshaus, in dem er mit seiner Frau lebt, eine Leiche gefunden und die Polizei darüber informiert.

Buron führt diese Zeugenbefragung so penetrant durch, dass Fugain mit jeder Erklärung für sein auf den ersten Blick vorbildlich staatsbürgerliches Verhalten immer schuldiger wirkt. Abgelenkt wird Buron bei seiner Befragung durch ständige Telefonate, abschweifende Überlegungen und eine überbordende Lustlosigkeit. Buron verkörpert den unhöflich-nervigen Beamten, der seine Stellung für schlechtes Benehmen ausnutzt. Deshalb versucht der hungrige Fugain alle Fragen sehr höflich zu beantworten. Das scheint die beste Möglichkeit zu sein, möglichst schnell das Revier verlassen zu können und irgendwo etwas zu essen.

Als Buron mal kurz sein Büro verlassen muss, lernen wir Burons einäugigen Kollegen Philippe (Marc Fraize) kennen. Er ist so dumm, dass Buron ihm gegenüber wie eine wahre Geistesgröße wirkt. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände bringt Philippe sich um. Ein Geodreieck spielte eine wichtige Rolle bei seinem Tod. Verzweifelt versteckt Fugain die Leiche in einem der Büroschränke.

Als Buron zurückkehrt, geht das Verhör weiter. Immer noch will Buron jedes Detail mindestens fünfmal erklärt bekommen. Und Buron erklärt ihm alles mit einer Engelsgeduld, die ihn noch verdächtiger macht. Vor allem weil Buron immer wieder einen kleinen Widerspruch findet. Oder zu finden glaubt.

Die Wache“ ist ein herrlicher Witz, glänzend gespielt von gut aufgelegten Darstellern. Dabei ist die Befragung von der ersten Minute an so absurd, dass immer die triste Realität von missgünstigen, immer hart an der Grenze von Dummheit zu Debilität entlangschrammenden Beamten durchscheint. Sie hassen alle Menschen und sie lassen sie das spüren.

Das wundervoll absurde Theater strapaziert seinen Witz nicht über Gebühr. Nach etwas über einer Stunde ist der Spaß vorbei mit einer überraschend aus dem Hut gezauberten und nicht besonders überzeugenden Schlusspointe.

Ach ja: der Dirigent taucht, vollkommen unerwartet, kurz nach seiner Flucht noch einmal auf: als Gefangener in der Polizeistation. Danach verschwindet er aus dem Film und Kommissar Buron stellt Fugain seine erste Frage.

Die Wache (Au poste!, Frankreich 2018)

Regie: Quentin Dupieux

Drehbuch: Quentin Dupieux

mit Benoît Poelvoorde, Grégoire Ludig, Marc Fraize, Anais Demoustier, Orelsan, Philippe Duquesne, Jacky Lambert, Jeanne Rosa, Vicnent Grass, July Messéan

Länge: 71 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Die Wache“

AlloCiné über „Die Wache“

Rotten Tomatoes über „Die Wache“

Wikipedia über „Die Wache“ (englisch, französisch)

Meine Besprechung von Quentin Dupieux‘ „Wrong“ (Wrong, Frankreich/USA 2012)

Meine Besprechung von Quentin Dupieux‘ „Wrong Cops – Von Bullen und Biestern“ (Wrong Cops, Frankreich/USA/Russland 2013)


Neu im Kino/Filmkritik: „Supervized – Helden bleiben Helden“, auch im Altersheim

Dezember 13, 2019

Was geschieht wenn Superhelden alt werden? Sie landen, jedenfalls in Steve Barrons Komödie „Supervized – Helden bleiben Helden“, im Altersheim. Das ist nachvollziehbar. Denn bei allen Superkräften, die Superhelden haben, gehört das Besiegen der eigenen, natürlichen Sterblichkeit nicht dazu. Und sie sind notorische Einzelgänger. Sie haben vielleicht einen Sidekick, aber normalerweise keine Familie und keine Kinder. Finanziell sind sie entweder superreich oder Geld ist kein Thema. Da können die letzten Tage problemlos in einem noblen Altersheim verbracht werden.

Das irische Altersheim Dunmanor ist so ein herrschaftliches Anwesen. Es liegt idyllisch im Wald. Wenn dort die Bewohner ihre verbleibenden Superkräfte irrtümlich oder gedankenlos einsetzen, wird wenig zerstört. Dazwischen pflegen „Maximum Justice“ Ray, „Shimmy“ Ted, „Total Thunder“ Ted und „Moonlight“ Madera, wie normale Menschen, ihre alten Freund-, Feind- und Liebschaften, während sie über das Essen meckern.

Als „Rainbow Warrior“ Jerry stirbt, beobachtet Ray einige Dinge, die ihn zu dem Schluss kommen lassen, dass es eine Verschwörung gegen sie gibt. Zusammen mit den anderen Superhelden will er die Übeltäter bekämpfen. Allerdings muss er seine Freunde zuerst überzeugen, dass diese Verschwörung keine Spinnerei eines alten Mannes, der nicht mehr gebraucht wird, ist. Und er muss gegen die Gebrechlichkeiten des Alters ankämpfen.

Supervized“ hat eine wundervolle Idee. Auch die Besetzung ist durchaus beachtlich. Beau Bridges, Tom Berenger und Louis Gossett Jr. gehören zwar nicht zur Hollywood-A-Liga, aber sie sind verdiente Schauspieler. Und einer der Drehbuchautoren ist John Niven. Er ist bekannt als scharfzüngiger und skandalfreudiger Autor. Ich sage nur „Kill your friends“, „Gott bewahre“ und „Straight White Male“. Sein böser und respektloser Humor könnte dem Superheldengenre etliche neue Facetten abgewinnen. Im Film findet sich nichts davon. Die Witze sind platt. Eine Satire muss mit der Lupe gesucht werden. Und der kreative Input scheint sich mit der Idee „wie wäre es, wenn wir altersschwache Superhelden im Altersheim zeigen“ erschöpft zu haben.

Aus der Idee wurde nämlich keine Geschichte entwickelt. Es gibt einige der üblichen Pippi-Kacka-Alzheimer-Witze, die sich über alte Menschen anbieten und die hier erstaunlich lieblos und mit einem erstaunlich schlechtem Timing präsentiert werden. Es gibt einige nette Szenen, wie eine Präsentation der Superhelden auf dem Wochenmarkt. Am Ende gibt es dann den Kampf der Superhelden gegen den Bösewicht.

Steve Barron inszenierte die Geschichte in einer grottenschlechten, sehr billig aussehenden Videooptik, wie man es vielleicht von einem Debütfilm erwartet. Oder einem hoffnungslos unterbudgetiertem und ohne irgendeine künstlerische Ambition gedrehtem Alterswerk. In diesem Fall trifft dann letzteres zu. Barron ist nämlich ein alter Hase. Für die Miniserie „Merlin“ (u. a. mit Sam Neill, Helena Bonham Carter, John Gielgud und Rutger Hauer) wurde er für den Primetime-Emmy nominiert. Er inszenierte unzählige Musikvideos, u. a. „A-Ha: Take on Me“, „Dire Straits: Money for Nothing“, „ZZ Top: Rough Boy“ und „David Bowie: Underground“. Gerade von einem altgedientem Musikvideo-Regisseur hätte man ein visuell einfallsreicheres und überzeugenderes Werk erwarten können.

So verschenkt „Supervized“ seine interessante Prämisse zugunsten eines vollkommen missratenen Films.

Supervized – Helden bleiben Helden (Supervized, Irland/Großbritannien 2019)

Regie: Steve Barron

Drehbuch: Andy Briggs, John Niven, Roger Drew (zusätzliche Dialoge), Ed Dyson (zusätzliche Dialoge)

mit Tom Berenger, Beau Bridges, Fionnua Flanagan, Louis Gossett Jr., Fiona Glascott, Elya Baskin, Hiran Abeysekera

Länge: 87 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Supervized“

Metacritic über „Supervized“

Rotten Tomatoes über „Supervized“

 


TV-Tipp für den 13. Dezember: The Wolf of Wall Street

Dezember 12, 2019

3sat, 22.25

The Wolf of Wall Street (The Wolf of Wall Street, USA 2013)

Regie: Martin Scorsese

Drehbuch: Terence Winter

LV: Jordan Belfort: The Wolf of Wall Street, 2007 (Der Wolf der Wall Street)

An seinem ersten Arbeitstag an der Wall Street crasht die Börse. Also zieht der nun arbeitslose, selbsternannte „Wolf of Wall Street“ Jordan Belfort 1987 eine Straße weiter und mit dem Verkauf von Pennystocks verdient er ein Vermögen.

Knapp gesagt: „GoodFellas“ und „Casino“ in der Finanzwelt, niemals langweilig und grandios von Martin Scorsese inszeniert.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung – und noch mehr im Bonusmaterial zum Film.

mit Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, Matthew McConaughey, Kyle Chandler, Rob Reiner, Jon Favreau, Jean Dujardin, Jon Bernthal

Die Vorlage

Belfort - Der Wolf der Wall-Street - Movie-Tie-In - 4

Jordan Belfort: Der Wolf der Wall Street – Die Geschichte einer Wall-Street-Ikone

(übersetzt von Egbert Neumüller)

Goldmann Taschenbuch, 2014

640 Seiten

9,99 Euro

Die Originalausgabe erschien 2007.

Die deutsche Erstausgabe 2008 im Verlag Börsenmedien AG.

Hinweise

Moviepilot über „The Wolf of Wall Street“

Metacritic über „The Wolf of Wall Street“

Rotten Tomatoes über „The Wolf of Wall Street“

Wikipedia über „The Wolf of Wall Street“ (deutsch, englisch)

Hollywood vs. Reality über „The Wolf of Wall Street“

Kriminalakte: Tonnen weitergehender Informationen über den Film

Wikipedia über Martin Scorsese (deutsch, englisch)

Martin-Scorsese-Fanseite

Meine Besprechung von Martin Scorseses “Hugo Cabret” (Hugo, USA 2011)

Meine Besprechung von Martin Scorseses “The Wolf of Wall Street” (The Wolf of Wall Street, USA 2013)

Meine Besprechung von Martin Scorseses „Silence“ (Silence, USA 2016)

Martin Scorsese in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Wieder in „Jumanji: The next level“ stellt neue Herausforderungen

Dezember 12, 2019

Als vor zwei Jahren „Jumanji: Welcome to the Jungle“ im Kino lief, war der Film zuerst für die Kritik und dann für den Verleih eine erfreuliche Überraschung. Denn das Reboot des Originalfilms von 1995 (mit Robin Williams) ist ein rundum unterhaltsamer Abenteuerfilm mit einer glänzend aufgelegten Besetzung. An der Kasse schlug sich der Film, dem man gegen „Star Wars: Die letzten Jedi“ nur geringe Chancen einräumte, ausgezeichnet. Am Ende spielte er eine gute Milliarde US-Dollar ein und war der fünfterfolgreichste Film des Jahres 2017.

Das sich nahtlos an den ersten Film anschließende „The next level“ zeigt die Jugendlichen aus dem ersten „Jumanji“-Film getrennt. Spencer (Alex Wolff) studiert in New York. Er kommt über die Weihnachtstage zurück in seine alte Heimat Brantford, New Hampshire. Noch bevor er seine Freunde treffen kann, muss er akzeptieren, dass sein gesundheitlich angeschlagener Großvater Eddie (Danny DeVito, großartig grummelig) in seinem Kinderzimmer schläft.

Weil Spencer nicht einschlafen kann, startet er das von ihm im Keller versteckte Jumanji-Videospiel. Eigentlich hatten er und seine Freunde nach den Erlebnissen in „Jumanji: Welcome to the Jungle“ beschlossen, das lebensgefährliche Videospiel zu zerstören. Es saugt seine Spieler in das Spiel und sie können es nur verlassen, wenn sie das Spiel erfolgreich zu Ende spielen. Wenn sie Pech haben, stecken sie für immer im Spiel fest oder sterben im Spiel.

Als Spencer am nächsten Morgen spurlos verschwunden ist, machen sich seine Freunde

Martha (Morgan Turner), Bethany (Madison Iseman) und Fridge (Ser’Darius Blain) auf den Weg zu ihm. Sie entdecken das Spiel und beschließen, ihn zu retten.

Martha, Fridge, Großvater Eddie und sein zufällig anwesender alter Geschäftspartner Milo (Danny Glover) werden in das Spiel hineingezogen.

Bethany wird nicht in das Spiel hineingezogen. Die einzige Person, die ihr helfen kann, in das Spiel zu gelangen und die ihren Freunden im Spiel helfen kann, ist Alex (Colin Hanks), der zwanzig Jahre in dem Spiel gefangen war als Flugzeugpilot Seaplane (Nick Jonas).

In dem Spiel sind die alten Avatare Dr. Smolder Bravestone (Dwayne Johnson), Dr. Shelly Oberon (Jack Black), Mouse Finbar (Kevin Hart) und Ruby Roundhouse (Karen Gillan) noch vorhanden. Weil es dieses Mal mehr Spieler als im ersten Film gibt, gibt es auch neue Avatare, wie Spencers Avatar Ming (Awkwafina), und nicht jeder Spieler hat seinen alten Avatar. Dr. Bravestone ist jetzt der Avatar von Eddie, Dr. Oberon von Fridge, Finbar von Milo und Roundhouse wieder von Martha. Die besonderen Fähigkeiten und Schwächen haben sich teilweise geändert. Aber, keine Panik, Dr. Bravestone hat immer noch seinen unwiderstehlichen Blick und Ruby Roundhouse ist immer noch eine außergewöhnlich gute Kämpferin mit atemberaubender Beinarbeit.

Die Erfahrungen aus dem letzten Spiel können sie im aktuellen Spiel nur sehr begrenzt verwenden. Denn in „The next level“ startet ein neues Spiel mit neuen Aufgaben, Gefahren und Welten. Auch die Aufgabe, die sie lösen müssen, ist neu.

Jurgen the Brutal (Rory McCann) hat das riesige lebensspendende Falkenjuwel geklaut und bringt es in seine in den Bergen liegende Burg. Dr. Bravestone, Dr. Oberon, Finbar und Roundhouse sollen das Falkenjuwel zurückstehlen. Wenn es ihnen nicht gelingt, wird Jumanji untergehen.

Auf ihrer Jagd nach Jurgen the Brutal und dem Juwel geht es von Level zu Level schwuppdiwupp vom Dschungel in die Wüste in verschneite Berge. Gezeigt wird eine Steampunk-Fantasiewelt, die mühelos Mittelalter- und Orient-Fantasievorstellungen mit Fahrzeugen aus dem nächsten „Mad Max“-Film verbindet. Aber den Machern gelingt es, auch durch die Struktur des doch ziemlich einfachen „Jumanji“-Spiels, dass mich das nicht sonderlich störte.

Störender sind dagegen die in vielen Actionszenen überhand nehmenden Computereffekte. Sie sind der schwächste Teil des Films. Dafür ist das Spiel der gut aufgelegten Schauspieler – so muss Dwayne Johnson Danny DeVito channeln – immer vergnüglich.

Jumanji: The next level“ ist ein kurzweiliger Abenteuerfilm mit viel Situationskomik, Sprüchen und Action, der beim Weitererzählen der Geschichte von „Welcome to the Jungle“ die richtige Balance zwischen Bewahrung und Innovation findet.

Außerdem kommt Jake Kasdans Abenteuerkomödie nicht mit dem ganzen mythischen Ballast und den hohen Erwartungen des neuen „Star Wars“-Films, in dem das Ende einer vor Jahrzehnten begonnenen Geschichte erzählt werden soll. „Jumanji: The next level“ ist dagegen nur das neue Level in einem Computerspiel. Am dritten Level, so heißt es, wird bereits gearbeitet.

Jumanji: The next level (Jumanji: The next level, USA 2019)

Regie: Jake Kasdan

Drehbuch: Jake Kasdan, Jeff Pinkner, Scott Rosenberg (basierend auf Chris Van Allsburgs „Jumanji“)

mit Dwayne Johnson, Jack Black, Karen Gillan, Kevin Hart, Nick Jonas, Awkwafina, Alex Wolff, Morgan Turner, Madison Iseman, Ser’Darius Blain, Danny DeVito, Danny Glover, Marin Hinkle, Colin Hanks, Rory McCann

Länge: 124 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Jumanji: The next level“

Metacritic über „Jumanji: The next level“

Rotten Tomatoes über „Jumanji: The next level“

Wikipedia über „Jumanji: The next level“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jake Kasdans „Sex Tape“ (Sex Tape, USA 2014)

Meine Besprechung von Jake Kasdans „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ (Jumanji: Welcome to the Jungle, USA 2017)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Edward Norton erkundet Jonathan Lethems „Motherless Brooklyn“ und nimmt sich einige Freiheiten

Dezember 12, 2019

Als vor zwanzig Jahren Jonathan Lethems Noir-Krimi „Motherless Brooklyn“ erschien wurde gleich über eine Verfilmung gesprochen. Denn Lethems geradlinige Kriminalgeschichte voller liebgewonnener Klischees eignet sich vorzüglich dafür. Es dauerte dann doch zwanzig Jahre und der Film hat wenig mit der Vorlage zu tun. Norton verlegte die Geschichte von den späten Neunzigern in die fünfziger Jahre und er erfand einen vollkommen neuen Kriminalfall. Nur der Held und der Grund für seine Ermittlungen blieben gleich.

Wer jetzt aber denkt, dass Jonathan Lethem in Interviews Gift und Galle über die Verfälschung seines literarischen Meisterwerks speit, irrt sich. Er äußerte sich wohlwollend über den Film und er weist darauf hin, dass Buch und Film zwei verschiedene Sachen sind, die eigenen Regeln gehorchen.

Im Roman wird Lionel Essrogs Chef Frank Minna ermordet. Minna zog ihn und einige andere Waisenkinder groß, indem er sie immer wieder für sich arbeiten ließ. Zuletzt als „Privatdetektive“. Dabei waren ihre Aufträge meistens mehr, selten weniger halbseiden. Jetzt sollen sie Minna beschützen, während er sich in einem Apartmentzimmer mit einem Auftraggeber trifft. Das Treffen gerät aus dem Ruder. Minna wird angeschossen und stirbt kurz darauf im Krankenhaus. Essrog und seine Kollegen haben keine Ahnung, wer der Täter ist.

Essrog beginnt den Täter zu suchen. Dabei versucht er aus seinen Beobachtungen und Frank Minnas rätselhaften letzten Worten eine Spur zum Täter zu finden.

Im Buch bewegen Essrog und die anderen Minna Men sich durch das heutige Brooklyn wie klassische Hardboiled-Dicks. Nur ist halt nicht mehr 1950 und sie sind alle keine Sam Spades und Philip Marlowes, sondern mäßig begabte Waisenkinder. Sie sind Handlanger, die in eine Geschichte hineinstolpern, die zu groß für ihre geistigen Fähigkeiten ist.

Außerdem leidet Ich-Erzähler Lionel Essrog am Tourette-Syndrom.

Edward Norton, der das Drehbuch schrieb, die Regie führte und die Hauptrolle übernahm, verlegt die Geschichte von der Gegenwart in die das New York der späten fünfziger Jahre und damit in die Zeit des klassischen Noirs. Damit erscheinen die Minna Men und ihr Verhalten nicht mehr anachronistisch.

Gleichzeitig erfand Norton einen Fall, der deutlich von Roman Polanskis „Chinatown“ beeinflusst ist. Nur dass es dieses Mal um einen Bauskandal aus New York geht.

Moses Randolph (Alec Baldwin) ist ein skrupelloser Baumogul und Teilzeitpolitiker, der mit seinem politischen Amt seine Bauprojekte fördert. Dazu gehört die Zerstörung von von armen, hauptsächlich Schwarzen bewohnten Wohnvierteln. Anschließend baut er dort moderne Mietwohnungen, die für Schwarze nicht bezahlbar sind. Oder er baut eine Schnellstraße. Er hat sich die Stadt zur Beute gemacht und verdient mächtig daran.

Baldwins Figur ist am deutlichsten von Robert Moses inspiriert. Der Stadtplaner entwarf das Gesicht des heutigen New Yorks.

Dieser sich tief in die Stadtgeschichte von New York hineingrabende Plot hat mit Lethems Plot nichts zu tun.

Mit gut zweieinhalb Stunden ist der Film deutlich zu lang geraten. Es ist eine Länge, die vor allem die Eitelkeit des Hauptdarstellers befriedigt, der mit seiner Performance überdeutlich auf einen Oscar zielt.

Für die anderen Schauspieler bleiben da nur noch Nebenrollen. Bruce Willis, der Essrogs Mentor Frank Minna spielt, verschwindet aus dem Film genauso schnell wie aus dem Buch. Nach ein paar Minuten Minuten ist er tot. Danach taucht er noch einige Male in Flashbacks und kurzen Traumszenen, in denen er Essrog kluge Ratschläge gibt, auf. Damit reiht sich diese Rolle vom Umfang her mühelos in Bruce Willis‘ Spätwerk ein. Immerhin tritt er dieses Mal in einem besseren Film auf.

Alec Baldwin, Willem Dafoe und Gugu Mbatha-Raw überzeugen in ihren wenigen, aber wichtigen Auftritten. Gerade Baldwins erster Auftritt ist sehr gelungen inszeniert.

Trotzdem ist „Motherless Brooklyn“ vor allem eine zu lang geratene Fleißarbeit. Noir-Motive werden zitiert, die bekannten Plot-Points mit den vertrauten Figuren abgehandelt. Nur der Protagonist, der Möchtegern-Privatdetektiv Lionel Essrog, fällt mit seiner Störung und den damit verbundenen Macken aus dem Rahmen. Norton präsentiert das überzeugend als ein Period-Piece.

So ist „Motherless Brooklyn“ ein Noir, der weniger Interesse am Krimiplot und dem überschaubar kompliziertem Mordkomplott, als am Ausstellen der schauspielerischen Fähigkeiten von Edward Norton hat.

Motherless Brooklyn (Motherless Brooklyn, USA 2019)

Regie: Edward Norton

Drehbuch: Edward Norton

LV: Jonathan Lethem: Motherless Brooklyn, 1999 (Motherless Brooklyn)

mit Edward Norton, Gugu Mbatha-Raw, Alec Baldwin, Willem Dafoe, Bruce Willis, Ethan Suplee, Cherry Jones, Boby Cannavale, Dallas Roberts, Josh Pais, Radu Spinghel, Michael Kenneth Williams, Leslie Mann

Länge: 145 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage

(lesenswert und ganz anders als die Verfilmung)

Jonathan Lethem: Motherless Brooklyn

(übersetzt von Michael Zöllner)

Tropen Verlag, 2019

376 Seiten

9, 95 Euro

Deutsche Erstausgabe

Tropen Verlag, 2001

Originalausgabe

Motherless Brooklyn

Doubleday, New York 1999

Neu von Jonathan Lethem

Wenige Tage vor dem Kinostart von „Motherless Brooklyn“ erschien die deutsche Ausgabe von Jonathan Lethems Kurzgeschichtensammlung „Alan, der Glückspilz“. Die neun Geschichte richten sich dabei nicht an den Lethem-Neueinsteiger. Der sollte besser mit einem seiner Romane, wie „Motherless Brooklyn“, beginnen. Die Kurzgeschichten sind Stilübungen, Skizzen, Momentaufnahmen, Ideen und auch Was-zur-Hölle-hat-er-sich-dabei-gedacht?-Texte. Mal mehr, mal weniger absurd, mal mehr, mal weniger in unserer Wirklichkeit spielend.

Jonathan Lethem: Alan, der Glückspilz

(übersetzt von Johann Christoph Maass)

Tropen, 2019

176 Seiten

20 Euro

Originalausgabe

Lucky Alan and other stories

Doubleday, New York 2015

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Motherless Brooklyn“

Metacritic über „Motherless Brooklyn“

Rotten Tomatoes über „Motherless Brooklyn“

Wikipedia über „Motherless Brooklyn“ (deutsch, englisch)

Perlentaucher über den Roman „Motherless Brooklyn“

Book Marks über den Roman „Motherless Brooklyn“

Homepage von Jonathan Lethem

Wikipedia über Jonathan Lethem (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jonathan Lethems „Der wilde Detektiv“ (The feral detective, 2018)


TV-Tipp für den 12. Dezember: Lost in Translation

Dezember 11, 2019

Servus TV, 20.15

Lost in Translation – Zwischen den Welten (Lost in Translation, USA/Japan 2003)

Regie: Sofia Coppola

Drehbuch: Sofia Coppola

Bob (Bill Murray) trifft in seinen Luxushotel Charlotte (Scarlett Johansson) und weil beide einsam in Tokio sind, verbringen sie einige Tage zusammen.

Sofia Coppolas (jaja, die Tochter von dem „Der Pate“-Regisseur) bei den Kritikern und dem Publikum erfolgreichster Film: eine wunderschöne Stillstandsbeschreibung über zwei verlorene Seelen in einer fremden Stadt.

mit Bill Murray, Scarlett Johansson, Giovanni Ribisi, Anna Faris, Furnihiro Hayashi

Wiederholung: Freitag, 13. Dezember, 01.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Lost in Translation“

Wikipedia über „Lost in Translation“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Sofia Coppolas „The Bling Ring“ (The Bling Ring, USA 2013)


Vorbereitende Lektüre: James Frys Filmroman „Star Wars: Die letzten Jedi“

Dezember 11, 2019

Wenige Tage vor dem Kinostart von „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“, dem abschließenden Film der aktuellen „Star Wars“-Trilogie und auch, so wird gesagt, dem Abschluss der Skywalker-Geschichte, die 1977 mit „Krieg der Sterne“ begann, sollte man sich schnell auf den aktuellen Stand bringen. Zum Beispiel mit der Lektüre von Jason Frys Filmroman „Star Wars: Die letzten Jedi“, der an einigen Stellen über Rian Johnsons Film hinausgeht und auch einige kleine, sehr kleine, vielfältig interpretierbare Hinweise auf die Geschichte von „Der Aufstieg Skywalkers“ liefert.

Die Geschichte von „Die letzten Jedi“ dürfte inzwischen ja bekannt sein. Jedenfalls gehe ich davon aus.

Nach den Ereignissen von „Das Erwachen der Macht“ ist Rey, ein Waisenkind mit unbekannter Herkunft und einer ungewöhnlich starken Verbindung zur Macht, auf dem Planeten Ahch-To. Dort versucht sie den als Eremiten lebenden Luke Skywalker zu überreden, wieder für den Widerstand zu kämpfen.

Währenddessen kämpft der von Lukes Schwester Leia Organa angeführte Widerstand gegen das diktatorische Regime der Ersten Ordnung. Sie stehen kurz davor, endgültig vernichtet zu werden.

Deshalb werden Finn, ein Ex-Sturmtruppler, und Rose, eine herzensgute Wartungsarbeiterin, die im Roman noch mehr Raum einnimmt als im Film, nach Canto Bight geschickt. Sie sollen den Meister-Codeknacker DJ finden. Er kann ihnen helfen, ein Ortungsgerät, das sich auf einem Raumschiff der Ersten Ordnung befindet und das die Rebellenschiffe jederzeit orten kann, zu zerstören.

Irgendwann sind Rey, Kylo Ren und Snoke, der Oberste Anführer der Ersten Ordnung, gemeinsam in einem Raumschiff der Ersten Ordnung, wo sie sich duellieren. Kylo Ren tötet Snoke. Rey gelingt die Flucht.

Auf dem Planeten Crait kommt es dann zur großen Schlacht zwischen der Ersten Ordnung und dem Widerstand. Luke Skywalker erscheint Kraft seiner Gedanken als eine für alle sichtbare Vision im Schlachtgetümmel. Er verwickelt Kylo Ren in einen Lichtschwertkampf. Damit kann er die Bösewichter so lange ablenken, bis den Guten die Flucht gelingt.

Danach sehen wir, wie auf einem anderen Planeten Lukes Umhang in sich zusammenfällt und uns wird, auch im Roman, nahe gelegt, dass er gestorben sei.

Als Filmroman folgt Jason Fry notgedrungen der Filmgeschichte. Aber er kann immer wieder Szenen vertiefen, Erklärungen einfügen und auch einige Erweiterungen vornehmen, die auf Rian Johnsons verschiedenen Entwürfen beruhen und die selbstverständlich alle von Disney abgesegnet sind. Denn jedes Wort, das Fry schreibt, hat Auswirkungen auf den nächsten Film. Insofern ist er hier noch stärker an den Film gebunden als die Autoren anderer Filmromane, die sich, wenn sie eine Szene einfügen, über die Auswirkungen für künftige Filme keine Gedanken machen müssen. Umgekehrt kann hier davon ausgegangen werden, dass jedes Informationskrümmelchen eine Bedeutung hat.

Das ändert aber nichts an den großen Problemen der Geschichte von „Die letzten Jedi“ als Verbindungsstück zwischen dem ersten und letzten Teil einer Trilogie und an den Problemen, die die Trilogie selbst hat. In meiner Filmbesprechung schrieb ich, dass Rian Johnson viele Angebote und Ideen für den dritten Teil liefere, aber der Regisseur des dritten Teil nach Belieben jedes Angebot und jede Idee umstandslos verwerfen könne. Der Grund dafür ist die Jump-the-Shark-Szene, in der Prinzessin Leia Organa nach einem Torpedoangriff aus dem Raumschiff in den Weltraum geschleudert wird und diesen Raumausflug ohne Hilfsmittel überlebt. Erklärt wird das mit ihrer Beziehung zur Macht. Weil eben diese Beziehung bislang unwichtig war, überzeugt diese Erklärung nicht. Es ist ein billiger Taschenspielertrick, der in diesem Moment benutzt wird. Einmal. Denn auch als Leia Organa sich später wieder am Kampf gegen die Erste Ordnung beteiligt, hat sie keine nennenswerte Beziehung zur Macht. Sie hat nur die sattsam bekannte starke geistige Beziehung zu ihrem Bruder Luke Skywalker.

In dem Moment war mir klar, dass ab jetzt wirklich alles möglich ist. Die Autoren des dritten Teils können alles was vorher geschehen ist, nach eigenem Gutdünken benutzen. Daher gibt es auch keinen Grund, warum Luke Skywalker am Ende von „Die letzten Jedi“ gestorben sein soll.

Ein anderes großes Problem ist, dass auch am Ende des zweiten Teils der Trilogie immer noch unklar ist, was der Hauptkonflikt ist. Also wer der Protagonist und wer der Antagonist ist und worum sie kämpfen.

In der originalen Trilogie war das der Kampf zwischen Luke Skywalker und Darth Vader, seinem Vater.

In der aktuellen Trilogie ist das nicht so klar. Auch wenn immer gesagt wird, dass Rey und Kylo Ren im Mittelpunkt stehen. Immer noch ist unklar, in welcher Beziehung sie genau zueinander stehen und Kylo Ren ist ein wenig charismatischer Bösewicht. Er ist ein Bösewicht, der wenig Macht hat, der von ständigen Selbstzweifeln geplagt ist und der wie ein ungeliebtes, nach Liebe suchendes Kind durch die Raumstation wandelt. Furchterregend ist das nicht.

Aber dieses Dilemma eröffnet die Möglichkeit, wie man die Geschichte abschließen kann. Dann, auch wenn es in „Das Erwachen der Macht“ und „Die letzten Jedi“ nicht so aussieht, wäre Kylo Ren die Hauptfigur der Trilogie. Er hat, im Gegensatz zu Rey und fast allen anderen Figuren, einen Konflikt, der die gesamte Trilogie hätte tragen können, wenn die Macher von Anfang an nicht an einer Nacherzählung der originalen „Star Wars“-Trilogie interessiert gewesen wären. Jason Fry deutet diese Möglichkeit in seinem Filmroman mehrmals an.

Danach ginge es in der aktuellen Trilogie nicht um Rey, sondern um Kylo Ren, einen jungen Mann, der sich von seinen als übermächtig empfundenen Eltern – Prinzessin Leia Organa und Han Solo – und seinem Onkel – dem edlen Luke Skywalker – emanzipieren will. Daher versucht er in die Fußstapfen seines Großvater Darth Vader zu treten. Aber er hadert mit seinem Weg. Er fragt sich, ob er weiter den Weg des Bösen beschreiten soll. Er fragt sich, welcher Mann er sein will. Er versucht seinen eigenen Weg zwischen den übermächtigen Eltern und Großeltern zu wählen. „Der Aufstieg Skywalker“ würde dann die Frage beantworten, welchen Weg Kylo Ren einschlägt.

Wahrscheinlich wird Kylo Ren auch in einer Nebengeschichte geläutert, während Rey und ihre Verbündeten im Mittelpunkt stehen, den Kampf gegen die Erste Ordnung gewinnen, Rey zur Herrscherin über das Universum ausrufen und sie, weil sie viel lieber auf irgendwelchen Wüstenplaneten voller Weltraumschrott herumturnt, wird ihre Macht sofort an das Volk abgeben. Die ersten freien Wahlen erfolgen in der weit, weit entfernten Galaxis ein halbes Jahr nach dem Abspann.

Welche Version dann näher an der Wahrheit liegt, kann ich dann in meiner Filmbesprechung andeuten. Dann habe ich auch den Film gesehen.

Jason Fry: Star Wars: Die letzten Jedi

(übersetzt von Andreas Kasprzak)

Blanvalet, 2019

448 Seiten

9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Penhaligon, 2018

Originalausgabe

Star Wars: The Last Jedi

DelRey, 2018

Die Vorlage

Star Wars: Die letzten Jedi (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Regie: Rian Johnson

Drehbuch: Rian Johnson

mit Mark Hamill, Carrie Fisher, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Lupita Nyong’o, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Gwendoline Christie, Kelly Marie Tran, Laura Dern, Benicio Del Toro , Anthony Daniels, Jimmy Vee, Frank Oz

Länge: 152 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Der galaktische „Krieg der Sterne“-YouTube-Kanal

Moviepilot über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Metacritic über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Rotten Tomatoes über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Wikipedia über „Star Wars: Die letzten Jedi“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von J. J. Abrams „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Rogue One: A Star Wars Story“ (Rogue One: A Star Wars Story, USA 2016)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht) (Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4, Disney/Lucasfilm 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Vor dem Erwachen“ (Star Wars: Before the Awakening, 2015)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2015)

Meine Besprechung von Michael Kogges „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Jugendroman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2016)

Meine Besprechung von James Lucenos „Star Wars – Der Auslöser: Ein Rogue One Roman“ (Star Wars: Catalyst: A Rogue One Novel, 2016)

Meine Besprechung von Alexander Freeds „Rogue One – Eine Star Wars Story“ (Rogue One. A Star Wars Story, 2016) (Filmroman)

Meine Besprechung von Ron Howards „Solo: A Star Wars Story“ (Solo: A Star Wars Story, USA 2018)

Meine Besprechung von J. J. Abrams’ “Super 8” (Super 8, USA 2011)

Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Star Trek into Darkness“ (Star Trek into Darkness, USA 2013)


TV-Tipp für den 11. Dezember: Collateral

Dezember 10, 2019

Kabel Eins, 22.55

Collateral (Collateral, USA 2004)

Regie: Michael Mann

Drehbuch: Stuart Beattie

Max ist ein nett-harmloser Los-Angeles-Taxifahrer, der von einem eigenen Unternehmen träumt, aber seit zwölf Jahren sein Leben als Angestellter fristet. Da steigt Vincent ein und bietet ihm 600 Dollar, wenn er ihn in den kommenden Stunden zu fünf Freunden fährt. Nach dem ersten Stopp, weiß Max, dass Vincent ein Autragkiller ist und er ihn zu den nächsten Opfern bringen soll.

„Collateral“ ist ein kleiner, ökonomisch erzählter Neo-Noir-Thriller über das tödliche Aufeinandertreffen zweier Charaktere ihrer vollkommen gegensätzlichen Lebensauffassungen; ist ein grandios besetzter Schauspielerfilm; ist eine Liebeserklärung an das nächtliche Los Angeles und wahrscheinlich der beste Film von Michael Mann.

Mit Tom Cruise, Jamie Foxx, Jada Pinkett Smith, Mark Ruffalo, Peter Berg (Regisseur von “Operation: Kingdom” und „Hancock“), Bruce McGill, Javier Bardem, Jason Statham (Miniauftritt auf dem Flughafen)

Wiederholung: Donnerstag, 12. Dezember, 03.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Collateral“

Wikipidia über „Collateral“ (deutsch, englisch)

IndieLondon: Interview mit Michael Mann

Sight & Sound: Interview mit Michael Mann

The Dialogue: Stuart Beattie: Tricks of the Trade (Teil eines Interview)

Drehbuch „Collateral“ von Stuart Beattie, bearbeitet von Frank Darabont (12. September 2000) (und bereits teilweise von Michael Mann, Stand: 10. Juli 2003 – Änderung des Handlungsortes von New York nach Los Angeles)

Drehbuch „Collateral“ von Stuart Beattie, bearbeitet von Frank Darabont und Michael Mann  (24. August 2003)

Meine Besprechung der von Michael Mann erfundenen Krimiserie “Vega$ – Staffel 1″ (Vega$, USA 1978/1979)

Meine Besprechung von Michael Manns “Blackhat” (Blackhat, USA 2014)

Michael Mann in der Kriminalakte


Cover der Woche

Dezember 10, 2019

Das Buch des Medien- und Kulturhistorikers erschien im Original bereits 1998. Die deutsche Übersetzung 1999.


TV-Tipp für den 10. Dezember: Unternehmen Capricorn

Dezember 10, 2019

Servus TV, 22.10

Unternehmen Capricorn (Capricorn One, USA 1978)

Regie: Peter Hyams

Drehbuch: Peter Hyams

Peter Hyams schildert die erste Marslandung, die allerdings, aufgrund von Sicherheitsproblemen, von den USA gefälscht wurde. Als beim Eintritt in den Erdorbit die Raumkapsel verglüht, ahnen die NASA-Astronauten, dass ihre Tage gezählt sind. Offiziell sind sie ja schon tot. Aber ein Journalist versucht das Komplott aufzudecken.

Kommerziell erfolgreicher, erzählerisch unbeholfener Science-Fiction-Verschwörungsthriller mit viel Action und einer Top-Besetzung. Inzwischen kann der Thriller durchaus als Kultfilm bezeichnet werden. Und nach dem Film wissen wir, wie das mit der gefakten Mondlandung war. Ehrlich!

„Unglücklicherweise wird die interessante Grundidee von Hyams Drehbuch (…) durch Hyams unausgeglichene Regie abgeschwächt.“ (Phil Hardy, Hrsg.): Die Science Fiction Filmenzyklopädie)

mit Elliott Gould, James Brolin, Karen Black, Brenda Vaccaro, Sam Waterston, O. J. Simpson, Hal Holbrook, Telly Savalas

Wiederholung: Mittwoch, 11. Dezember, 02.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Unternehmen Capricorn“

Wikipedia über „Unternehmen Capricorn“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Peter Hyams‘ „Gegen jeden Zweifel“ (Beyond a reasonable doubt, USA 2009)


(Un)eigennütziger Veranstaltungshinweis: Präsentation des Dokumentarfilms „XY Chelsea“ mit anschließender Diskussion

Dezember 9, 2019

Am Dienstagabend darf ich wieder ran als Moderator. Dann präsentieren wir von der Bürgerrechtsorganisationen „Humanistische Union“ im Rahmen der monatlichen Reihe „One World Berlin – Menschenrechte“ um 20.00 Uhr im Lichtblick-Kino (Kastanienallee 77, Berlin/Prenzlauer Berg) den beeindruckenden Dokumentarfilm „XY Chelsea“ (Originalfassung) über die Whistleblowerin Chelsea Manning, geborene Bradley Manning.

Nach dem Film unterhalten wir uns mit

Darnell Stephen Summers, ehemaliger US-Soldat, Friedensaktivist, Künstler

Daniel Lücking, Journalist (Der Freitag – Die Wochenzeitung)

Lennart Mühlenmeier, Journalist (netzpolitik.org)

über den Film.

Das dürfte die einzige Vorführung des Films in einem Berliner Kino sein. Jedenfalls ist es die einzige Vorführung mit diesem Programm. Und weil ich als Moderator da immer etwas subjektiv begeistert bin, gibt es jetzt die offizielle Ankündigung:

Zum Film „XY Chelsea“ (Großbritannien 2019, Regie: Tim Travers Hawkins)

Von manchen für ihren Mut verehrt, von anderen wegen Vaterlandsverrat verhasst: Chelsea Manning sollte 35 Jahre ihres Lebens im Gefängnis verbringen. Grund für das Urteil gegen den damals als Bradley Manning in der US-Armee in Irak tätigen Nachrichtendienst-Spezialisten war die Weitergabe von über 750.000 geheimen Dokumenten an Wiki-Leaks. Mannings Whistleblower-Tätigkeit enthüllte Operationen der US-Streitkräfte und Spionagedienste in Afghanistan und Irak, die teils mit erheblichen Bürgerund Menschenrechtsverletzungen einher gingen.

Im Gefängnis vollzog Manning gegen erhebliche Widerstände eine Geschlechtsanpassung vom Mann zur Frau. Anfang 2017 hob US-Präsident Barack Obama – als eine seiner letzten Amtshandlungen – die Strafe auf und gewährte Chelsea Manning nach sieben Jahren in Gefangenschaft die Freiheit.

Seitdem kämpft sie nicht nur für Anerkennung in der Gesellschaft, sondern vor allem beständig für Pressefreiheit und unbeschränkt zugängliche Informationen. Derzeit ist Chelsea Manning wieder in Haft, weil sie die Aussage gegen Julian Assange beim Verhör vor der Grand Jury verweigert hat.

Mannings Persönlichkeit steht für konsequente Zivilcourage und das Ausleben einer selbstbestimmten Identität.

Veranstaltung in Kooperation mit dem Human Rights Film Festival Berlin

 

Zur „One World Berlin – Menschenrechte aktuell“-Filmreihe:

Die neue monatliche Filmreihe im Lichtblick-Kino, mit Dokumentarfilmen über Bürger- und Menschenrechte. Filmemacher*innen und Expert*innen diskutieren mit dem Publikum über Fragen, die Menschen in der Stadt bewegen, lokal und global.

Für das Recht auf Wohnraum, gegen Überwachung und Datenspeicherung, für Menschsein und Menschenrechte in der digitalen Welt.

Die Filmreihe versteht sich auch als Plattform für Berliner Bürger und Menschenrechts-Initiativen, die zu den in den Filmen verhandelten Fragen arbeiten.

Die Filmreihe wird organisiert von der Humanistischen Union, Deutschlands ältester Bürgerrechts-Organisation (mitbegründet von Fritz Bauer), One World Berlin – Human Rights Film Festival, das sich seit 2004 durch Menschenrechts-Filmarbeit engagiert, und dem Lichtblick-Kino.

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „XY Chelsea“

Metacritic über „XY Chelsea“

Rotten Tomatoes über „XY Chelsea“

Wikipedia über „XY Chelsea“ und Chelsea Manning (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 9. Dezember: Der Clou von Paris

Dezember 9, 2019

Arte, 22.10

Der Clou von Paris (Le Voyou, Frankreich/Italien 1970)

Regie: Claude Lelouch

Drehbuch: Claude Lelouch, Claude Pinoteau, Pierre Uytterhoeven

Ein sympathischer Berufsverbrecher entführt einen fünfjährigen Jungen. Während der Lösegeldverhandlungen bemerkt er, dass er sich sehr gut mit dem Jungen versteht. Und danach beginnen seine wirklichen Probleme.

Eine seit Ewigkeiten nicht mehr, falls überhaupt jemals im TV gezeigte Gaunerkomödie.

Erfrischend gespielte Krimi-Komödie mit einem hervorragenden Hauptdarsteller. Die eleganten formalen Spielereien können auf Dauer aber nicht die Banalität der Handlungs- und Typenklischees verdecken.“ (Lexikon des internationalen Films)

Lelouch ist vor allem für seine Liebesfilme bekannt. Er inszenierte u. a. „Ein Mann und eine Frau“, „Ein glückliches Jahr“, „Ein Hauch von Zärtlichkeit“, „Der Mann, der mir gefällt“ und „Die Entführer lassen grüßen“.

mit Jean-Louis Trintignant, Charls Denner, Danièle Delorne, Christine Lelouch, Yves Robert, Sacha Distel

alternative Titel: „Voyou – Der Gauner“, „Voyou oder ein Strolch in Paris“

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Clou von Paris“

Wikipedia über „Der Clou von Paris“ (englisch, französisch)


TV-Tipp für den 8. Dezember: Don’t Breathe

Dezember 7, 2019

RTL II, 22.25

Don’t Breathe (Don’t Breathe, USA 2016)

Regie: Fede Alvarez

Drehbuch: Fede Alvarez, Rodo Sayagues

Schnell mal einen Einbruch begehen und mit der Kohle abhauen wollen die drei jugendlichen Kleinkriminellen. Dummerweise kehrt der Hausbesitzer zurück. Zum Glück ist er blind. Dummerweise hört er sehr gut und er ist extrem stinkig.

TV-Premiere. Fieser kleiner Spannungsthriller, der genau das hält, was er verspricht.

Danach drehte Fede Alvarez den Elisabeth-Salander-Thriller „Verschwörung“.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Stephen Lang, Jane Levy, Dylan Minnette, Daniel Zovatto, Emma Bercovici, Franciska Töröcsik

Wiederholung: Montag, 9. Dezember, 03.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Don’t Breathe“

Metacritic über „Don’t Breathe“

Rotten Tomatoes über „Don’t Breathe“

Wikipedia über „Don’t Breathe“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Fede Alvarez‘ „Don’t Breathe“ (Don’t Breathe, USA 2016)

Meine Besprechung von Fede Alvarez‘ „Verschwörung“ (The Girl in the Spider’s Web: A New Dragon Tattoo Story, USA 2018)


Der Europäische Filmpreis 2019: Die glücklichen Gewinner

Dezember 7, 2019

Am 7. Dezember wurde in Berlin der diesjährige Europäische Filmpreis (European Film Award, EFA) verliehen. Die Gewinner sind:

EUROPEAN FILM 2019:

THE FAVOURITE

Großbritannien, Irland

Regie: Yorgos Lanthimos

Drehbuch: Deborah Davis & Tony McNamara

Produktion: Ed Guiney, Ceci Dempsey, Lee Magiday & Yorgos Lanthimos

EUROPEAN DOCUMENTARY 2019:

FOR SAMA

Großbritannien, USA

Regie: Waad al-Kateab & Edward Watts

Produktion: Waad al-Kateab

EUROPEAN ANIMATED FEATURE FILM 2019:

BUÑUEL – IM LABYRINTH DER SCHILDKRÖTEN (BUÑUEL EN EL LABERINTO DE LAS TORTUGAS)

Spanien, Niederlande

Regie: Salvador Simó

Drehbuch: Eligio Montero & Salvador Simó

Produktion: Manuel Cristobal, José Fernández de Vega & Bruno Felix

Animation: Manolo Galiana

EUROPEAN COMEDY 2019:

THE FAVOURITE – INTRIGEN UND IRRSINN

Großbritannien, Irland

Regie: Yorgos Lanthimos

Drehbuch : Deborah Davis & Tony McNamara

Produktion: Ed Guiney, Ceci Dempsey, Lee Magiday & Yorgos Lanthimos

EUROPEAN DISCOVERY 2019 – Prix FIPRESCI:

LES MISÉRABLES

Frankreich

Regie: Ladj Ly

Drehbuch: Ladj Ly, Giordano Gederlini & Alexis Manenti

Produktion: Christophe Barral & Toufik Ayadi

EUROPEAN SHORT FILM 2019:

DAS WEIHNACHTSGESCHENK (CADOUL DE CRĂCIUN)

Rumänien, Spanien, Fiktion, 23 min

Drehbuch & Regie: Bogdan Mureşanu

Produktion: Bogdan Mureşanu, Vistor Dumitrovici & Eduardo M Escribano Solera

EFA PEOPLE’S CHOICE AWARD 2019:

COLD WAR – DER BREITENGRAD DER LIEBE (ZIMNA WOJNA)

Polen, Großbritannien, Frankreich

Regie: Paweł Pawlikowski

Drehbuch: Paweł Pawlikowski, Janusz Glowacki, Piotr Borkowski

Hauptdarsteller: Joanna Kulig, Tomasz Kot, Borys Szyc, Agata Kulesza

EUROPEAN DIRECTOR 2019:

Yorgos Lanthimos für THE FAVOURITE

EUROPEAN ACTRESS 2019:

Olivia Colman in THE FAVOURITE

EUROPEAN ACTOR 2019:

Antonio Banderas in LEID UND HERRLICHKEIT

EUROPEAN SCREENWRITER 2019:

Céline Sciamma für PORTRAIT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN

EXCELLENCE AWARDS 2019:

EUROPEAN CINEMATOGRAPHER:

Robbie Ryan für THE FAVOURITE

EUROPEAN EDITOR:

Yorgos Mavropsaridis für THE FAVOURITE

EUROPEAN PRODUCTION DESIGNER:

Antxon Gómez für LEID UND HERRLICHKEIT

EUROPEAN COSTUME DESIGNER:

Sandy Powell für THE FAVOURITE

EUROPEAN HAIR & MAKE-UP ARTIST:

Nadia Stacey für THE FAVOURITE

EUROPEAN COMPOSER:

John Gürtler für SYSTEMSPRENGER

EUROPEAN SOUND DESIGNER:

Eduardo Esquide, Nacho Royo-Villanova & Laurent Chassaigne für A TWELVE-YEAR NIGHT

EUROPEAN VISUAL EFFECTS SUPERVISOR:

Martin Ziebell, Sebastian Kaltmeyer, Néha Hirve, Jesper Brodersen & Torgeir Busch für ABOUT ENDLESSNESS

EUROPEAN ACHIEVEMENT IN FICTION SERIES AWARD Autoren/Regisseure von BABYLON BERLIN, Achim von Borries, Henk Handloegten und Tom Tykwer.

EUROPÄISCHER BEITRAG ZUM WELTKINO

Juliette Binoche

PREIS FÜR EIN LEBENSWERK

Werner Herzog

EURIMAGES Co-Production Award

Ankica Jurić Tilić

Sehr schön, dass „The Favourite“ hier abräumen konnte. Bei der Oscar-Verleihung war das anders.

Das in jeder Beziehung beeindruckende Banlieue-Drama „Les misérables – Die Wütenden“ läuft bei uns am 23. Januar 2020 an.


TV-Tipp für den 7. Dezember: Fontane Effi Briest

Dezember 7, 2019

3sat, 20.15

Fontane Effi Briest (Deutschland 1974)

Regie: Rainer Werner Fassbinder

Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder

LV: Theodor Fontane: Effi Briest, 1895

Fassbinders grandiose Fontane-Verfimung heißt eigentlich „Fontane Effi Briest oder Viele, die eine Ahnung haben von ihren Möglichkeiten und Bedürfnissen und dennoch das herrschende System in ihrem Kopf akzeptieren durch ihre Taten und es somit festigen und durchaus bestätigen“.

Die Leidensgeschichte der unglücklich zwangsverheirateten und in einen anderen Mann verliebten Effi Briest bestätigt dann den langen Titel.

Zur Einstimmung zeigt 3sat um 19.20 Uhr die neue Doku „Effi Briest oder die Elastizität der Herzen“ über das Frauenbild in den verschiedenen „Effi Briest“-Verfilmungen.

Mit Hanna Schygulla, Wolfgang Schenck, Karlheinz Böhm, Ulli Lommel, Ursula Strätz, Irm Hermann, Hark Bohm, Rudolf Lenz, Barbara Valentin, Eva Mattes

Hinweise

Filmportal über „Fontane Effi Briest“

Rotten Tomatoes über „Fontane Effi Briest“

Wikipedia über „Fontane Effi Briest“ (deutsch, englisch) und Rainer Werner Fassbinder

Homepage der Rainer-Werner-Fassbinder-Foundation

Meine Besprechung von Annekatrin Hendels Doku „Fassbinder“ (Deutschland 2015)

Rainer Werner Fassbinder in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 6. Dezember: Butch Cassidy und Sundance Kid

Dezember 5, 2019

3sat, 22.25

Butch Cassidy und Sundance Kid (Butch Cassidy and Sundance Kid, USA 1969)

Regie: George Roy Hill

Drehbuch: William Goldman

In Wirklichkeit waren Butch Cassidy und Sundance Kid zwei Verbrecher, die zu Legenden wurden, und deren Leben öfters verfilmt wurde. Am erfolgreichsten von George Roy Hill, nach einem Drehbuch von William Goldman, der damit in die Topliga der Drehbuchautoren aufstieg, und mit Paul Newman als Butch Cassidy und Robert Redford als Sundance Kid. Der eine war damals schon ein Star, der andere danach.

In „Butch Cassidy und Sundance Kid“ erzählen sie das Leben der beiden Verbrecher in einem locker-flockigen Stil, bei dem die beiden einfach nette Jungs sind, die gegen die Autoritäten kämpfen, Züge und Banken überfallen, immer ihren Spaß haben und die besten Freunde sind.

Der Film war ein Kinohit. 1973 trafen sich George Roy Hill, Paul Newman und Robert Redford wieder für die ebenfalls sehr erfolgreiche Gaunerkomödie „Der Clou“ (The Sting, USA 1973), die mir nicht so gefällt. William Goldman erhielt für „Butch Cassidy und Sundance Kid“ einen Drehbuchoscar und schrieb in den nächsten Jahren die Drehbücher für „Vier schräge Vögel/Zwei dufte Typen“ (The hot rock, USA 1972), „Die Frauen von Stepford“ (The Stepford Wives, USA 1975), „Tollkühne Flieger“ (The great Waldo Pepper, USA 1975, ein schöner, unterschätzter Film mit Robert Redford), „Die Unbestechlichen“ (All the President’s Men, USA 1976, für den er seinen zweiten Drehbuchoscar erhielt) und „Der Marathon-Mann“ (Marathon Man, USA 1976, nach seinem Roman).

mit Robert Redford, Paul Newman, Katherine Ross, Strother Martin, Henry Jones, Jeff Corey

Hinweise

Turner Classic Movies über „Butch Cassidy und Sundance Kid“

Rotten Tomatoes über „Butch Cassidy und Sundance Kid“

Wikipedia über „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von George Roy Hills „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (Butch Cassidy and Sundance Kid, USA 1969)


Neu im Kino/Filmkritik: Was ist los im „Auerhaus“?

Dezember 5, 2019

Die achtziger Jahre in der westdeutschen Provinz: „Formel Eins“ (die Musiksendung) im Fernsehen, zum Vorbild taugliche Terroristen auf Fahndungsplakaten, die neben Che-Guevara-Plakaten in WG- und Studentenwohnungen hängen, das Waldsterben vor der Haustür und die Gefahr des ersten und zugleich letzten Atomkrieg im Bewusstsein. Denn wenn Ost- und Westblock demnächst ihre Waffen ausprobieren, hat Deutschland nur als atomar verseuchte Wüste eine Zukunft.

In diesem Deutschland entschließen sich die Jugendlichen Frieder, Höppner, Vera und Cäcilia in ihrem Dorf in das verlassene Haus von Frieders Großvater einzuziehen. Später ziehen als Mitbewohner die Pyromanin Pauline und der Freigeist Harry in die WG ein. Er ist mehr ein Drogen liefernder ständiger Gast als ein richtiger Mitbewohner. Bov Bjerg erzählt in seinem erfolgreichen, jetzt verfilmten Roman „Auerhaus“ von den Erlebnissen der Schüler-WG.

Die Vier sind im letzten Jahr vor dem Abitur und ziemlich normal. Nur Frieder war wegen eines Suizidversuchs in der Psychiatrie. Jetzt wollen sie auf ihren Mitschüler aufpassen und schon einmal die kleine Freiheit genießen. Ohne Eltern, die ständig ihre Schlaf- und Trinkgewohnheiten überwachen, aber noch mit der elterlichen Vollversorgung bei den unangenehmen Dingen. Anscheinend sind alle Eltern sofort mit der Idee der Wohngemeinschaft damit einverstanden. „Auerhaus“-Regisseurin Neele Leana Vollmar zeigt jedenfalls keine Szene, in der die künftigen WG-Bewohner mit ihren Eltern über ihren Plan streiten müssen.

Aus dieser Idee einer Schüler-WG auf dem Dorf hätte ein vielschichtiges Sittengemälde der Bundesrepublik in den frühen achtziger Jahren und wie es war, in dieser bleiernen, vom Weltuntergang bedrohten Zeit am Arsch der Welt aufzuwachsen, entstehen können.

Es entstand allerdings ein in einer von der Welt abgewandten Blase spielendes Drama. Das beginnt schon mit der Ortlosigkeit der Geschichte. Alle Figuren sprechen Hochdeutsch. Eine regionale Verankerung gibt es nicht. Das Dorf scheint nur aus der Wohngemeinschaft, einem netten Polizisten und Höppners Mutter zu bestehen. Ihr neuer Freund, der ein cholerischer Idiot ist und vom Erzähler Höppner nur F2M2 genannt wird, tritt auch kurz auf. Diese wenigen Figuren können nie die Vielfalt eines ganzen Dorfes ersetzen. Es kann nichts über das Verhältnis der Dorfbewohner zur Wohngemeinschaft erzählt werden. Im Film scheint der einzige Konflikt zu sein, dass sie vielleicht mal etwas zu laut sind und dann Wachtmeister Bogatzki vorbeikommen muss. Wenn Frieder im Lebensmittelladen des Dorfes das Essen für eine Woche zusammenklaut, scheint das niemand zu stören. Wahrscheinlich weil seine Einkäufe anschließend bezahlt werden.

Die politischen Bezüge erschöpfen sich in einem in der WG-Küche aufgehängtem Terroristen-Fahndungsplakat. Ohne das Plakat könnte der Film auch zu irgendeiner anderen Zeit spielen.

Die episodenhafte Story kann mit viel Wohlwollen als Coming-of-Age-Geschichte gesehen werden, weil die sechs WG-Bewohner halt in dem Alter sind, in dem sie erwachsen werden und nach der Schule einige Entscheidungen anstehen. Für mich gehört zu einer Geschichte auch dazu, dass die Figuren etwas gelernt haben und dass sie am Ende des Films eine Entwicklung durchgemacht haben. Das kann über die Bewohner des Auerhauses nicht gesagt werden. Außerdem ist eine Ortsveränderung keine Erkenntnis, sondern in erster Linie eine Ortsveränderung.

Auerhaus (Deutschland 2019)

Regie: Neele Leana Vollmar

Drehbuch: Neele Leana Vollmar, Lars Hubrich

LV: Bov Bjerg: Auerhaus, 2015

mit Damian Hardung, Max von der Groeben, Luna Wedler, Devrim Lingnau, Ada Philine Stappenbeck, Sven Schelker, Hans Löw, Milan Peschel

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Filmportal über „Auerhaus“

Moviepilot über „Auerhaus“

 


Neu im Kino/Filmkritik: Woody Allen verbringt „A rainy Day in New York“

Dezember 5, 2019

Schon der Titel „A rainy Day in New York“ deutet es an: das ist ein Film, bei dem beiläufige Beobachtungen und Begegnungen wichtiger als eine stringente Geschichte sind. Das ist auch kein Film, der große und letzte Wahrheiten verkünden will. Schließlich geht es nur um irgendeinen verregneten Tag. Ausgehend von diesem selbstgewählten Anspruch und weil Woody Allens letzte Filme eher solala waren, sind die Erwartungen für den neuen Film von Woody Allen nicht besonders hoch. Es ist einfach der neue Film eines Regisseurs, der seit gut fünfzig Jahren zuverlässig jedes Jahr einen Film dreht, dessen bekanntesten und besten Filme, wie „Der Stadtneurotiker“ und „Manhattan“ vor allem in den Siebzigern entstanden, der in den achtziger und neunziger Jahren abwechslungsreich darauf aufbaute und der seit zwanzig weitgehend selbstgenügsam vor sich hin arbeitet. Wenige Filme, wie „Match Point“ und „Blue Jasmine“, stechen hervor. Der Rest versinkt in einem immer wieder durchaus unterhaltsamen Strom recyclter Woody-Allen-Beliebigkeit mit sattsam bekannten Themen, Figuren, Witzen und einem aus alten Jazz-Songs bestehendem Soundtrack, der schon vor vierzig Jahren sehr retro war. Oder erinnert sich noch jemand ernsthaft an „Sweet and Lowdown“, „Schmalspurganoven“ (Small Time Crooks), „Im Bann des Jade Skorpions“ (The Curse of The Jade Scorpion), „Hollywood Ending“ (okay, der lief niemals in Deutschland), „Anything Else“, „Melinda und Melinda“, „Scoop – Der Knüller“, „Cassandras Traum“ (Cassandra’s Dream), „Vicky Cristina Barcelona“, „Whatever Works – Liebe sich wer kann“, „Ich sehe den Mann deiner Träume“ (You will meet a tall dark Stranger), „Midnight in Paris“, „To Rome with Love“, „Magic in the Moonlight“, „Irrational Man“, „Café Society“ und „Wonder Wheel“.

Das sind Filme, die, bis auf wenige Ausnahmen („Cassandras Traum“, „Midnight in Paris“), wie ein Griff in den Zettelkasten wirken.

Auch „A rainy Day in New York“ ist so ein Griff in den Zettelkasten. Da fährt Gatsby (!!!) (Timothée Chalamet) mit seiner Freundin Ashleigh (Elle Fanning) nach New York. Das kükenhafte Landei will für die Studentenzeitung Roland Pollard (Liev Schreiber) interviewen. Der von ihr abgöttisch bewunderte Arthaus-Regisseur lädt sie ein, sich mit ihm den Rohschnitt seines neuen Films anzusehen. Selbstverständlich ist sie einverstanden.

Währenddessen bummelt ihr Freund durch Manhattan, trifft alte Freunde, hilft bei einem Filmdreh für einen Noir aus, küsst dafür die jüngere Schwester einer Ex-Freundin und muss zu einer von seinen Eltern veranstalteten Feier.

Diese Abfolge von Episoden mit absehbaren amourösen Entwicklungen versucht nie mehr zu sein als eine beliebige Abfolge zufälliger Begegnungen fast ausschließlich weißer Menschen. Selena Gomez als in Gatsby verliebte jüngere Schwester und Diego Luna als Filmstar (und Latin Lover) bringen da etwas Farbe ins Bild.

Die von Woody Allen geschriebenen Monologe und Dialoge sind vertraut aus seinen früheren Filmen. Es ist, immerhin sind alle zentralen Figuren Jugendliche, aber nie die Sprache junger Leute. Die von ihnen benutzten Vergleiche und Anspielungen würden junge Menschen nicht wählen. Es wird nicht auf Harry Potter oder die Marvel-Filme angespielt, sondern auf den literarischen und filmischen Kanon, der vor über einem halben Jahrhundert en vogue war. Mit ihm konnte man sich als Zugehöriger zu einem bestimmten literarisch gebildetem Bildungsbürgermilieu zu erkennen geben. Da wurde, bei der richtigen cineastischen Bildung, die Anspielung auf „Out of the Past“ verstanden. Aber wer kennt heute diesen Vierziger-Jahre-Noir, der unter Noir-Fans ein Klassiker ist, überhaupt?

Allen drehte seinen verregneten Tag in Manhattan vor allem in langen Szenen, die oft nicht oder nur sparsam geschnitten sind. Keine Szene hinterlässt, im Gegensatz zum farbenprächtigen, oft wunderschön durchkomponiertem „Wonder Wheel“, einen visuell bleibenden Eindruck. Bei „A rainy Day in New York“ wirkt alles, als sei es schnell heruntergedreht worden. Fast jede Szene ist auch oft einfach zu lang geraten. Im endlosen Geplänkel seiner Stadtneurotiker fehlt jeder dramaturgische Fokus.

A rainy Day in New York““ ist der selbstgenügsame Film eines alten Mannes, der erfundene Jugendliche durch ein ebenso erfundenes Manhattan gehen lässt als ob es immer noch 1946 oder kurz danach wäre. Das ist sogar zu belanglos, um sich richtig darüber zu ärgern.

A rainy Day in New York (A rainy Day in New York, USA 2019)

Regie: Woody Allen

Drehbuch: Woody Allen

mit Timothée Chalamet, Elle Fanning, Selena Gomez, Jude Law, Diego Luna, Liev Schreiber, Annaleigh Ashford, Rebecca Hall, Cherry Jones, Will Rogers, Kelly Rohrbach

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „A rainy Day in New York“

Metacritic über „A rainy Day in New York“

Rotten Tomatoes über „A rainy Day in New York“

Wikipedia über „A rainy Day in New York“ (deutsch, englisch)

Homepage von Woody Allen

Deutsche Woody-Allen-Seite

Meine Besprechung von Robert B. Weides „Woody Allen: A Documentary“ (Woody Allen: A Documentary, USA 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “To Rome with Love” (To Rome with Love, USA/Italien 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “Blue Jasmine” (Blue Jasmine, USA 2013)

Meine Besprechung von Woody Allens “Magic in the Moonlight” (Magic in the Moonlight, USA 2014)

Meine Besprechung von John Turturros “Plötzlich Gigolo” (Fading Gigolo, USA 2013 – mit Woody Allen)

Meine Besprechung von Woody Allens “Irrational Man” (Irrational Man, USA 2015)

Meine Besprechung von Woody Allens „Café Society“ (Café Society, USA 2016)

Meine Besprechung von Woody Allens „Wonder Wheel“ (Wonder Wheel, USA 2017)

Woody Allen in der Kriminalakte