Cover der Woche

Juli 9, 2024


TV-Tipp für den 9. Juli: Tatort: Zabou

Juli 8, 2024

WDR, 23.40

Tatort: Zabou (Deutschland 1986)

Regie: Hajo Gies

Drehbuch: Martin Gies, Axel Götz

Roman zum Film: Martin Gies: Zabou, 1987

Dieses Mall will der Duisburger Kommissar Schimanski einen großen Drogenhändler überführen und die titelgebende Zabou, die Tochter einer Ex-Freundin, aus dem kriminellen Drogenmilieu retten. Dummerweise will sie nicht von ihm gerettet werden.

Die Euphorie der damaligen Kritik hielt sich in überschaubaren Grenzen: „Seine Ruhrpott-Mentalität, seine Originalität und seine Macken (…) geraten in den durch Action & Action aufgemotzten Kino-Spielfilmen zur Profillosigkeit“ (Fischer Film Almanach 1988)

„Die Geschichte ist an keiner Stelle glaubwürdig (eine junge Frau von Anfang Zwanzig als kaltschnäuzige Chefin einer Dealerbande!), die Stunts und Crashszenen sind rührend amateurhaft ausgeführt, und Schimanskis blauäugiges Beharren, die kleine Connie/Zabou aus dem Drogensumpf rauszuziehen, wirkt schlicht peinlich.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm, 1989)

Hajo Gies: „’Zabou‘ war für mich die Geschichte eines Mannes, der die Wahrheit ignoriert und nur das wahrnimmt, was er wahrnehmen will. Er lebt in einer Traumwelt“ (Interview, in Eike Wenzel, Hrsg.: Ermittlungen in Sachen TATORT, 2000)

mit Götz George, Eberhard Feik, Claudia Messner, Wolfram Berger, Hannes Jaenicke, Ralf Richter, Dieter Pfaff, Klaus Lage

Hinweise

Filmportal über „Tatort: Zabou“

Wikipedia über „Tatort: Zabou“

Horst-Schimanski-Fanseite

ARD über den „Tatort“


Die Krimibestenliste Juli 2024

Juli 8, 2024

Voilà, hier ist sie: die monatliche Krimibestenliste, wie gewohnt präsentiert von Deutschlandfunk Kultur, und mit viel Lesestoff für den schattigen Platz am Strand, im Garten, auf der Couch oder im kühlen Keller:

1 (2) Megan Abbott: Wage es nur!

Aus dem Englischen von Karen Gerwig

Pulp Master, 342 Seiten, 16 Euro

2 (–) Lisa Sandlin: Der Auftrag der Zwillinge

Aus dem Englischen von Andrea Stumpf

Suhrkamp, 366 Seiten, 17 Euro

3 (3) Fred Vargas: Jenseits des Grabes

Aus dem Französischen von Claudia Marquardt

Limes, 526 Seiten, 26 Euro

4 (1) Lavie Tidhar: Maror

Aus dem Englischen von Conny Lösch

Suhrkamp, 639 Seiten, 22 Euro

5 (5) Don Winslow: City in Ruins

Aus dem Englischen von Conny Lösch

HarperCollins, 447 Seiten, 24 Euro

6 (–) Liz Nugent: Seltsame Sally Diamond

Aus dem Englischen von Kathrin Razum

Steidl, 341 Seiten, 26 Euro

7 (4) Christoffer Carlsson: Wenn die Nacht endet

Aus dem Schwedischen von Ulla Ackermann

Kindler, 461 Seiten, 24 Euro

8 (10) Mike Nicol: Hitman

Aus dem Englischen von Meredith Barth

btb, 478 Seiten, 14 Euro

9 (–) Chris Whitaker: In den Farben des Dunkels

Aus dem Englischen von Conny Lösch

Piper, 589 Seiten, 24 Euro

10 (–) Liza Cody: Die Schnellimbissdetektivin

Aus dem Englischen von Iris Konopik

Ariadne/Argument, 351 Seiten, 18 Euro

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Dann wollen wir mal eine zufällige Beobachtungen notieren, aus denen eifrige Wissenschaftler ein dreckiges Dutzend (oder mehr) Thesen ableiten können:

Auf der Liste ist kein deutschsprachiger Kriminalroman.

Fünf Romane wurden von Frauen, fünf von Männern geschrieben.

Acht Krimis wurden aus dem Englischen übersetzt.

Alle Romane wurden von Frauen übersetzt.

Rekordverdächtige drei Bücher wurden von Conny Lösch übersetzt. Schläft die Frau jemals?

Ein Roman wurde bislang hier abgefeiert. Aber das werde ich ändern. Beginnend mit Megan oder mit Liza.


TV-Tipp für den 8. Juli: French Connection – Brennpunkt Brooklyn

Juli 7, 2024

Arte, 21.45

French Connection – Brennpunkt Brooklyn (The French Connection, USA 1971)

Regie: William Friedkin

Drehbuch: Ernest Tidyman

LV: Robin Moore: The French Connection, 1969 (Heroin Cif New York)

Die beiden Polizisten Popeye Doyle (Gene Hackman) und Buddy Russo (Roy Scheider) verfolgen Drogenschmuggler, die aus Frankreich eine große Menge Rauschgift in die USA schmuggeln wollen.

Zeitloser, hochspannender, vor Ort gedrehter Genre-Klassiker, der auf einem wahren Fall beruht.

Der Thriller erhielt unter anderem den Edgar-Allan-Poe-Award und fünf Oscars (Bester Film, Regie, Drehbuch, Hauptrolle und Schnitt).

Mit Gene Hackman, Roy Scheider, Fernando Rey, Tony LoBianco, Marcel Bozzufi

Hinweise

Rotten Tomatoes über „French Connection“

Wikipedia über „French Connection“ (deutsch, englisch)

Mein Nachruf auf Willliam Friedkin


TV-Tipp für den 7. Juli: Last Night in Soho

Juli 6, 2024

RTL II, 00.20

Last Night in Soho (Last Night in Soho, Großbritannien 2021)

Regie: Edgar Wright

Drehbuch: Edgar Wright, Krysty Wilson-Cairns (nach einer Geschichte von Edgar Wright)

Das schüchterne Landei Eloise will im heutigen London studieren. Sie quartiert sich in Soho im Haus von Miss Collins ein. In der ersten Nacht in dem Haus träumt von den wilden sechziger Jahren in Soho. Und sie wird in einen damals geschehenen Mordfall verwickelt.

TV-Premiere – aus keinem ersichtlichen Grund zu nachmitternächtlicher Stunde. Gelungener Mystery-Horror-Thriller zwischen Wahn und Wirklichkeit und mit einer Lösung die nur funktioniert, weil die Figuren sich vorher wie Idioten verhalten.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Thomasin McKenzie, Anya Taylor-Joy, Matt Smith, Diana Rigg, Terence Stamp, Rita Tushingham, Synnøve Karlsen, Michael Ajao, Jessie Mei Li, Kassius Nelson, Rebecca Harrod

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Last Night in Soho“

Metacritic über „Last Night in Soho“

Rotten Tomatoes über „Last Night in Soho“

Wikipedia über „Last Night in Soho“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The World’s End“ (The World’s End, Großbritannien 2013)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „Baby Driver“ (Baby Driver, USA 2017)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The Sparks Brothers“ (The Sparks Brothers, USA 2021)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „Last Night in Soho“ (Last Night in Soho, Großbritannien 2021)


TV-Tipp für den 6. Juli: Krieg der Welten

Juli 5, 2024

ZDFneo, 20.15

Krieg der Welten (War of the Worlds, USA 2005)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Josh Friedman, David Koepp

LV: H. G. Wells: The War of the Worlds, 1898 (Der Krieg der Welten)

Aliens wollen die Menschheit vernichten und Hafenarbeiter Ray Ferrier (Tom Cruise) stolpert mit seinen Kindern, die er retten will, durch ein sich in Auflösung befindendes Land. Denn die Aliens sind unbesiegbar.

Extrem düsterer, von 9/11 beeinflusster Science-Fiction-Film von Steven Spielberg.

Beginn eines langen Steven-Spielberg-Abends. Danach, um 22.00 Uhr, zeigt ZDFneo „A. I. – Künstliche Intelligenz“ (USA 2001) und um 00.15 Uhr „München“ (USA 2005).

mit Tom Cruise, Dakota Fanning, Miranda Otto, Justin Chatwin, Tim Robbins, Amy Ryan

Hinweise

Moviepilot über „Krieg der Welten“

Metacritic über „Krieg der Welten“

Rotten Tomatoes über „Krieg der Welten“

Wikipedia über „Krieg der Welten“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „West Side Story“ (West Side Story, USA 2021)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Fabelmans“ (The Fabelmans, USA 2022)

Steven Spielberg in der Kriminalakte

Meine Besprechung von David Koepps „Cold Storage – Es tötet“ (Cold Storage, 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Hanna Slaks schweigsames Drama „Kein Wort“

Juli 5, 2024

Eigentlich hat die alleinerziehende Dirigentin Nina Palčeck (Maren Eggert) dafür keine Zeit. Sie probt mit ihrem Orchester ein Stück, das in wenigen Tagen aufgeführt werden soll. Eine erfolgreiche Aufführung könnte ein wichtiger Schritt in ihrer weiteren Karriere sein. Aber ihr Sohn Lars (Jona Levin Nicolai) hat sich in der Schule aus einem Fenster gestürzt. Der Fenstersturz des Teenagers war offensichtlich kein Unfall, sondern irgendetwas zwischen einem gescheitertem Suizidversuch und einem Hilferuf.

Um ihm zu helfen und um ihre erkaltete Beziehung zu verbessern, nimmt sie sich einige Tage frei. Gemeinsam fahren sie – inzwischen ist der halbe Film um – von München nach Frankreich.

Dort wollen sie mitten im Winter in der Bretagne auf der Insel, auf der sie früher ihre Sommerurlaube verbrachten, ihre Probleme lösen.

In ihrem neuen Film „Kein Wort“ erzählt Hanna Slak von einer dysfunktionalen Mutter-Sohn-Beziehung. Sie reden kaum miteinander. Sie reden auch nicht mit jemand anderem übereinander oder suchen Rat bei Experten. Das führt dazu, dass in dem gesamten Film, wie der Titel erahnen lässt, wenig gesprochen wird.

Nina und Lars schweigen sich bedeutungsvoll an. Derweil überlassen sie dem Publikum das Zusammenpuzzeln der gar nicht so schwierigen Zusammenhänge. Eigentlich ist alles von der ersten Minute an ziemlich offensichtlich, aber Regisseurin Hanna Slak macht ein großes Geheimnis daraus, was an Lars‘ Schule geschah und wie Lars in den Tod seiner Schulkameradin involviert ist. Auch sonst bleibt vieles mehr oder weniger nebulös. Und der halbe Film basiert auf der Prämisse, dass Nina nichts von dem großen Unglück an der Schule mitbekommen hat.

Die sich daraus ergebende Schweigespirale, die Eskalation zwischen Mutter und Sohn auf der Insel und wie sie versuchen, sich durch die Restaurierung eines verlassen am Strand vor sich hin rottenden Bootes wieder näherzukommen, verläuft dann genau so, wie man es sich vorher dachte.

Mit 87 Minuten ist „Kein Wort“ ein ziemlich kurzer Film, der sich deutlich länger anfühlt.

Kein Wort (Deutschland/Frankreich/Slowenien 2023)

Regie: Hanna Slak

Drehbuch: Hanna Slak

mit Maren Eggert, Jona Levin Nicolai, Maryam Zaree, Juliane Siebecke, Marko Mandić, Mehdi Nebbou, Gina Haller, Yura Yang

Länge: 87 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Kein Wort“

Moviepilot über „Kein Wort“

Rotten Tomatoes über „Kein Wort“


Neu im Kino/Filmkritik: Über das Biopic „Ein Leben für die Menschlichkeit – Abbé Pierre“

Juli 5, 2024

Nein, einen solchen Film hat Abbé Pierre nicht verdient.

Abbé Pierre, bürgerlich Henri Antoine Grouès (1912 – 2007), ist in Frankreich ein Nationalheiliger. Dreißig Jahre lang, bis er 2005 darum bat, nicht mehr in die Liste aufgenommen zu werden, führte er die Liste der beliebtesten Franzosen an. Er gründete die weltweit tätige Emmaus Stiftung. Sie bekämpft Armut und Obdachlosigkeit. Dabei folgt sie dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.

Er stammt aus einer wohlhabenden Unternehmerfamilie. Mit zwanzig Jahren schließt er sich den Kapuzinern an. 1938 wird er zum Priester geweiht. Aus gesundheitlichen Gründen muss er das Ordensleben aufgeben. Im Zweiten Weltkrieg ist er Mitglied der Résistance und Fluchthelfer. Aus dieser Zeit stammt sein Pseudonym Abbé Pierre. Nach dem Krieg gründet er die Wohltätigkeitsorganisation Emmaus.

Zur nationalen und später weltweiten Berühmheit wird er im Winter 1953/54. Während einer Kältewelle erfrieren auf den Staßen von Paris viele Menschen elendig. Über Radio Luxemburg appelliert er an seine Landsleute. Der vom Herzen kommende, bewegende Aufruf löst eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Später wird, ausgehend von seiner Initiative, ein großes staatliches Wohnungsbauprogramm verabschiedet.

2007 stirbt er in Paris.

Das sind die biographischen Eckdaten, an denen Frédéric Tellier sich in seinem Biopic „Ein Leben für die Menschlichkeit – Abbé Pierre“ entlanghangelt. Sein Film ist ein biederes, chronologisch erzähltes Biopic, das beim Abhandeln wichtiger Lebensstationen konsequent an der Oberfläche bleibt.

Die für Abbé Pierre prägenden Momente – seine Zeit bei dem Kapuzinerorden, seine Erlebnisse im Krieg in der Résistance, sein Kampf gegen Armut und Obdachlosigkeit nach dem Krieg und vor allem im Winter 1953/54 – werden in der ersten Hälfte des hundertvierzigminütigen Films durchaus spannend und konzentriert abgehandelt. Seine Kindheit und Jugend werden ignoriert.

Aber dann ist da noch die zweite Hälfte des hundertvierzigminütigen Films. Die letzten sechzig Minuten sind eine einzige Aneinanderreihung von Epilog-Szenen, die ihn mal hier, mal da zeigen. Fast jede dieser Szenen könnte problemlos aus dem Film geschnitten werden (Was bringt es uns, zu erfahren, dass er keine Ahnung von Popkultur hat?) oder der Abspann könnte nach ihr beginnen. Fast immer ist unklar, warum Tellier unbedingt diese Episode aus dem Leben von Abbé Pierre in seinem Biopic haben wollte. Exemplarisch sei hier auf einen Auftritt von Abbé Pierre 1992 in einer Talkshow verwiesen, in der er sich unter anderem wortgewaltig gegen Jean-Marie Le Pen äußert. Warum Tellier ausgerechnet diesen Auftritt auswählte, bleibt unklar.

Was Abbé Pierre, außer dem Kampf gegen Armut, angetrieben hat, ob und welche Gewissenskonflikte er hatte, wie sehr sein Glauben sein Leben beeinflusste, das wird nur auf der alleroberflächlichsten Ebene abgehandelt. Etwaige Konflikte in der Emmaus Stiftung werden in einer Szene abgehandelt. Abbé Pierre bleibt dabei durchgehend ein von starken Überzeugungen getriebener, rechtschaffener und wortgewaltiger Heiliger.

Ein Leben für die Menschlichkeit – Abbé Pierre“ ist ein um eine Stunde zu lang geratenes 08/15-Biopic, das am Ende noch nicht einmal die Lektüre des Wikipedia-Artikels ersetzt. Er und sein Werk hätten einen besseren Film verdient gehabt.

Ein Leben für die Menschlichkeit – Abbé Pierre (L’Abbé Pierre: Une vie de combats, Frankreich 2023)

Regie: Frédéric Tellier

Drehbuch: Frédéric Tellier, Olivier Gorce

mit Benjamin Lavernhe, Emmanuelle Bercot, Michel Vuillermoz, Antoine Laurent, Alain Sachs, Chloé Stefani, Malik Amraoui

Länge: 138 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Ein Leben für die Menschlichkeit – Abbé Pierre“

AlloCiné über „Ein Leben für die Menschlichkeit – Abbé Pierre“

Rotten Tomatoes über „Ein Leben für die Menschlichkeit – Abbé Pierre“

Wikipedia über „Ein Leben für die Menschlichkeit – Abbé Pierre“ (englisch, französisch) und Abbé Pierre (deutsch, englisch, französisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Der Hit Man erlebt „A Killer Romance“

Juli 5, 2024

In seinem Hauptberuf ist Gary Johnson (Glen Powell) Psychologie-Professor. Er sieht, obwohl sein Studium schon lange zurückliegt, immer noch wie ein sympathisch verpeilter Philosophie-Student aus, der keinerlei Wert auf sein Äußeres legt. Auch sein Auto und seine Wohnung strahlen immer noch einen studentischen Flair aus. Gary ist die menschgewordene Wohlfühlzone.

In seinem Nebenberuf ist er ein Killer, ein Hit Man, der für Geld andere Menschen umbringt. Das sagt er jedenfalls zu seinen Klienten, die ihn mit einem Mord beauftragen und ihm dafür Geld geben. Danach werden sie verhaftet. Denn Gary ist ein Undercover-Agent der Polizei von New Orleans. Das wurde er eher zufällig. Davor half er der Polizei bei der Technik und alle mögen den sympathischen Lehrer. Als bei einem geplanten Undercover-Einsatz der eigentlich zuständige Beamte verhindert ist, wird Gary von den anderen Polizisten gedrängt, schnell einzuspringen. Er tut es. Er improvisiert. Er kann genug Beweise für eine Verhaftung sammeln. Weil er so überzeugend agierte, wird er für weitere Einsätze engagiert.

Schnell professionalisiert er seine Auftritte als Killer. Wie ein Method Actor fühlt er sich in verschiedene Killertypen ein, rekreiert bekannte Killer nach und er wird zu dem Killertyp, den der Auftraggeber wahrscheinlich mit der Tat beauftragen würde.

Das funktioniert alles prächtig, bis Gary auf Madison Masters (Adria Arjona) trifft. Sie möchte, dass er ihren gewalttätigen Mann ermordet. Aber dieses Mal nimmt er nicht das Geld und liefert sie der Justiz aus, sondern er verliebt sich in sie. Und sie verliebt sich in ihn; also in den vom ihm für sie gespielten Killer. Und schon beginnen die Probleme.

In dem Moment wandelt Richard Linklaters neuer, äußerst entspannt erzählter Film sich von einer Krimikomödie mit der Betonung auf Komödie in eine Noir-Liebesgeschichte.

Gary Johnson gab es wirklich. In den späten neunziger Jahren war er in und um Houston ein Lehrer (Teilzeit), städtischer Angestellter und der Mann, der für die Polizei als angeblicher Killer zahlreiche Täter überführte.

Richard Linklater verlegte die Geschichte in die Gegenwart, veränderte den Handlungsort und nahm sich weitere künstlerische Freiheiten. Entstanden ist eine wunderschön entspannte, leicht subversive, schwarzhumorige Krimikomödie, die immer mal wieder ihren Plot verliert. Aber das gleicht sie durch ihr spielfreudiges Ensemble aus. Im Mittelpunkt steht dabei der von Glen Powell gespielte Gary Johnson. „A Killer Romance“ ist die vierte Zusammenarbeit von Powell und Linklater. Er spielte in Linklaters Filmen „Fast Food Nation“, „Everybody Wants Some!!“ und „Apollo 10 ½: Eine Kindheit im Weltraumzeitalter“ mit. Im Geschäft ist der 1988 geborene Schauspieler seit über zwanzig Jahren. Seit 2003 spielte er, meistens unter dem Radar der breiten Öffentlichkeit, in zahlreichen TV-Serien und Filmen, wie „The Dark Knight rises“ (als Trader #1), „The Expendables 3“, „Ride Along: Next Level Miami“ und „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ und „Deine Juliet“, mit. Jetzt ist er, dank der Hits „Top Gun: Maverick“ und „Wo die Lüge hinfällt“ auf dem Weg zum Star. Sein nächster Film ist das Blockbuster-Spektakel „Twister“. In „A Killer Romance“ zeigt er seine Wandlungsfähigkeit und dass er ein Gespür für gute Stoffe hat.

Und Richard Linklater hat mal wieder einen richtig guten Film gedreht.

A Killer Romance (Hit Man, USA 2023)

Regie: Richard Linklater

Drehbuch: Richard Linklater, Glen Powell

LV: Skip Hollandsworth: Hit Man, 2001 (Texas Monthly, Reportage)

mit Glen Powell, Adria Arjona, Retta, Austin Amelio, Molly Bernard, Sanjay Rao

Länge: 116 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „A Killer Romance“

Metacritic über „A Killer Romance“

Rotten Tomatoes über „A Killer Romance“

Wikipedia über „A Killer Romance“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood erklärt einen eindeutigen Sieg für die Fantasie

Meine Besprechung von Richard Linklaters „Before Midnight“ (Before Midnight, USA 2013)

Meine Besprechung von Richard Linklaters „Everybody wants some!!“ (Everybody wants some!!, USA 2016)

Meine Besprechung von Richard Linklaters „Bernadette“ (Where’d you go, Bernadette, USA 2019)

Richard Linklater in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 5. Juli: Female Agents – Geheimkommando Phoenix

Juli 4, 2024

BR, 22.50

Female Agents – Geheimkommando Phoenix (Les femmes de l’ombre, Frankreich 2008)

Regie: Jean-Paul Salomé

Drehbuch: Jean-Paul Salomé, Laurent Vachaud

Frankreich, 1944: fünf Frauen sollen einen britischen Geologen, bevor er einem SS-Oberst in die Hände fällt, aus Frankreich herausschleusen.

Starbesetzter Thriller, der es bei uns, wie Salomés und Vachauds vorheriger, ebenfalls sehenswerter Abenteuerthriller „Arsène Lupin“, nur auf DVD erschien.

„Auf Ausstattung und Spannung setzendes Kriegs- und Agentendrama, das sich erfolgreich um eine Balance zwischen anspruchsvollem Unterhaltungskino und einer Würdigung der Nazi-Opfer bemüht.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Das übliche Agentenfilmgenre wird hier doppelt gebrochen: (…) Obwohl der Film am Ende pathetisch den französischen Résistance-Kämpferinnen huldigt, ist er weniger ein Kriegsdrama denn ein auf Spannung getrimmter Thriller. Das hat er durchaus mit „Operation: Walküre“ gemein.“ (Die Welt)

„it’s all played with gusto and it’s actually a more enjoyable piece of work than Paul Verhoeven’s much-praised wartime drama Black Book.“ (Guardian)

„an old-fashioned period adventure that radiates star wattage but doesn’t exactly shine in the script department. A sort of „Girls With Guns 2“ for helmer Jean-Paul Salome, pic has a slick look and exciting WWII setting that help plaster over its generic feel and generally one-note performances („Look determined!“ must have been Salome’s chief instruction).“ (Variety)

mit Sophie Marceau, Julie Depardieu, Marie Gillain, Moritz Bleibtreu, Volker Bruch

Hinweise

AlloCiné über „Female Agents“

Rotten Tomatoes über „Female Agents“

Wikipedia über „Female Agents“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Jean-Paul Salomés „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ (La daronne, Frankreich 2020) und der DVD

Meine Besprechung von Jean-Paul Salomés „Die Gewerkschafterin“ ( La Syndicaliste, Frankreich/Deutschland 2022)


Neu im Kino/Filmkritik: Yorgos Lanthimos erzählt von „Kinds of Kindness“

Juli 4, 2024

You miss a very big aspect of the human experience if you take yourself too seriously.

Yorgos Lanthimos

Yorgos Lanthimos‘ neuer Film, wieder mit Emma Stone, dürfte die Fans von „Poor Things“ nachhaltig irritieren und verstören. „Kinds of Kindness“ knüpft da eher an seinen von mir nicht gemochten „The Killing of a sacred Deer“ an.

In seiner neuen, fast dreistündigen Satire erzählt er hintereinander drei nur sehr, sehr lose, fast überhaupt nicht miteinander verbundene Geschichten. In der ersten Geschichte „The Death of R. M. F.“ tut ein offensichtlich hochrangiger Büroangestellter alles für seinen Chef. Robert lässt sich Tag und Nacht von Raymond kontrollieren, berichtet ihm über alles, auch seinen Stuhlgang und sein Sexleben, und tut alles, was sein Vorgesetzter von ihm möchte. Dabei erstrecken sich Raymonds teils bizarren Wünsche und Forderungen auch und vor allem auf sein Privatleben.

Als Robert einen tödlichen Unfall, bei dem R. M. F., der Fahrer des anderen Autos, sterben soll, nicht ausführen kann, entzieht Raymond ihm seine Gunst und alle Privilegien, wozu auch seine Wohnung und seine Frau (frag nicht, lange Geschichte) gehören. Robert will wieder seine alte Position haben.

In der zweiten Geschichte „R. M. F. Is flying“ verschwindet die Frau des Polizisten Daniel spurlos im Ozean. Entgegen aller Erwartungen wird Liz lebendig gefunden. Als sie zu ihm zurückkehrt, glaubt Daniel, dass Liz eine andere Person ist. Sie verhält sich anders und hat bestimmte Dinge, wie ihren Lieblingssong, vergessen. Daniel wird darüber zunehmend paranoid, wird suspendiert und verbringt viel Zeit mit seiner Frau in ihrem gemeinsamen Haus. Da fordert er sie auf, sich zu verletzen.

In der dritten und letzten Geschichte des Films, „R. M. F. eats a Sandwich“ suchen die ‚Arbeitskollegen‘ Emily und Andrew für eine von einem Reinheitswahn besessene Sekte nach einer Frau, die Tote wiedererwecken kann. Bis jetzt ohne Erfolg.

Als Sektenführer Omi sie auf eine neue potentielle Kandidatin ansetzt, könnten sie die Frau gefunden haben. Jedenfalls häufen sich die merkwürdigen Ereignisse. So hat Emily sie in einem Traum gesehen. Sie werden in einem Restaurant von einer Frau angesprochen, die sagt, sie wisse, wer sie seien und sie habe eine Zwillingsschwester, die die Gesuchte sein könnte.

Nachdem Emily von ihrem Ex-Mann vergewaltigt wird, wird sie als contaminierte Person aus der Sekte geworfen. Emily will, wie Robert in der ersten Geschichte, wieder in die Sekte und von Omi aufgenommen werden. Fanatisch beginnt sie die auserwählte Frau zu suchen. Und ab jetzt wird die Geschichte wirklich schräg.

Bei keiner der drei Geschichten kann eine Zusammenfassung auch nur annähernd wiedergeben, wie seltsam, irreal, absurd und voller Ideen die schwarzhumorigen Geschichten sind. Und wie gut die Schauspieler sind, die in jedem Film überzeugend in eine andere Rolle schlüpfen. Emma Stone (als Rita, Liz und Emily), Jesse Plemons (als Robert, Daniel und Andrew) und Willem Dafoe (als Raymond, George und Omi) spielen immer die Hauptrollen. Sie schlüpfen in die verschiedenen Figuren und ihre Marotten. Die kleinen Details, wie die von ihnen getragenen Kleider, sind gelungen. Kamera, Musik und Ausstattung gefallen ebenfalls.

Ich habe auch nichts gegen schräge Geschichten. So gefiel mir Lanthimos‘ ziemlich absurde Satire „The Lobster“ sehr. Aber bei „Kinds of Kindness“ lenkt der Hinweis auf die guten Schauspieler und die gute Inszenierung nur vom Grundproblem ab: der Film funkioniert nicht. Die einzelnen Geschichten sind rudimentäre Skizzen, in denen es irgendwie um Macht, Kontrolle und den Freien Willen geht. Diese Themen werden in den einzelnen Szenen immer wieder angesprochen. Aber es bleibt auf der Ebene eines teils gelungenen und teils witzigen Sketches, in dem eine Person einer anderen Person ihren Willen aufzwingt.

Die Geschichten sind so abstrakt, dass jeder hineininterpretieren, was ihm gerade gefällt. Jede dieser Geschichten ist gleichzeitig zu kurz und zu lang. Die interessanten Teile werden zu schnell abgehandelt. Für uninteressanteste, den Plot in keinster Weise voranbringende Szenen wird dann zu viel Zeit aufgewendet. Oder die Szene dauert einfach viel länger als nötig. Erklärungen gibt es keine, weil das den Raum möglicher Interpretationen einschränken würde. Entsprechend zahn- und ziellos gerät die Satire.

Kinds of Kindness“ ist länger als „The Killing of a sacred Deer“, aber genauso todsterbenslangweilig.

P. S.: Wenn der Abspann beginnt, sitzenbleiben. Es gibt noch eine Szene.

Kinds of Kindness (Kinds of Kindness, USA 2024)

Regie: Yorgos Lanthimos

Drehbuch: Yorgos Lanthimos, Efthimis Filippou

mit Emma Stone, Jesse Plemons, Willem Dafoe, Margaret Qualley, Hong Chau, Joe Alwyn, Mamoudou Athie, Hunter Schafer

Länge: 164 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Kinds of Kindness“

Metacritic über „Kinds of Kindness“

Rotten Tomatoes über „Kinds of Kindness“

Wikipedia über „Kinds of Kindness“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Yorgos Lanthimos‘ „The Killing of a sacred Deer (The Killing of a sacred Deer, Großbritannien/Irland 2017)

Meine Besprechung von Yorgos Lanthimos‘ „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ (The Favourite, USA 2018)

Meine Besprechung von Yorgos Lanthimos‘ „Poor Things“ (Poor Things, USA 2023)


Neu im Kino/Filmkritik: „MaXXXine“ erobert Hollywood

Juli 4, 2024

Maxine Minx hat es geschafft. Naja, irgendwie so halb. Sie lebt inzwischen in Hollywood, hat einen Agenten und dreht Filme. Allerdings nur Pornos und langsam – wir reden hier von 1985 – wird die Dreiunddreißigjährige zu alt für diese Filme. Außerdem möchte sie immer noch ein echter Hollywood-Star werden. Das könnte ihr mit der Hauptrolle in dem Horrorfilm „The Puritan 2“, die sie nach einem erfolgreichen Vorsprechen erhielt, gelingen.

Zur gleichen Zeit sorgt ein Serienmörder in Los Angeles für Angst und Schrecken. Wie sein Spitzname Night Stalker verrät, ist er bevorzug nachts unterwegs. Um diese Zeit ist auch Maxine unterwegs. Im Gegensatz zu anderen Frauen hat sie keine Angst vor dem Night Stalker. Eher müssen die Männer, Night Stalker hin, Night Stalker her, Angst vor ihr haben.

Genrefans kennen Maxine aus Ti Wests „X“. Das war 2022 ein wunderschön unterhaltsamer Retro-Slasher, der gelungen das „Texas Chainsaw Massacre“ mit dem Pornofilm verband. „X“ spielt 1979 auf einer Farm in Texas. Dort wollen einige Jungfilmer einen Porno drehen und so viel Geld verdienen. Sie haben allerdings nicht mit der Hausherrin Pearl gerechnet, die sie der Reihe nach umbringt. Mia Goth spielte Maxine und, auf alt geschminkt, Pearl.

Weil Ti West, Mia Goth und das gesamte Team wegen der Coronavirus-Pandemie vor der Einreise nach Australien, wo der Film gedreht wurde, in Quarantäne waren, erfanden West und Goth für Pearl eine ausführliche Biographie. Das Drehbuch gefiel den Produzenten so gut, dass sie „Pearl“ direkt nach „X“ verfilmen konnten. Sie blieben einfach etwas länger am Drehort. „Pearl“ verbindet die Technicolor-Hollywood-Dramen von Douglas Sirk mit dem „Zauberer von Oz“ und dem Slasherfilm. Die tiefgläubige, etwas junge Pearl möchte 1918 aus dem US-amerikanischen Hinterland-Farmland nach Hollywood und dort berühmt werden. Als es Probleme gibt, zückt sie das Messer und sticht zu. Auch diese KombinationSLASHHommage mehrerer Genres, wieder stilecht in der Optik dieser Genres inszeniert, überzeugte Kritik und Fans.

Mit „MaXXXine“ erzählen West und Goth jetzt, mit einem größeren Budget, die Geschichte von Maxine weiter. Vor dem Dreh hieß es, dieser Film sei das Ende einer Trilogie; wobei die drei Filme keine durchgehende Geschichte erzählen, sondern durch den Regisseur, die Hauptdarstellerin und Ähnlichkeiten in Thema, Stil und Herangehensweise miteinander verbunden sind. Sie sind also, wie die Filme von Eric Rohmer, der mit Frauen ganz andere Filme drehte und sie zu verschiedenen Zyklen zusammenfasste, eher ein Zyklus, der noch nicht abgeschlossen ist. Schon vor dem Kinostart sagte Ti West, dass er bereits an einem weiteren Film mit Maxine arbeite.

Bis dahin haben wir „MaXXXine“, der nahtlos an die beiden vorherigen Filme anknüpft. Wieder geht es um christlichen Fundamentalismus und die damit verbundene Abscheu vor Pornographie, lustvollem, vorehelichem Sex und anderen weltlichen Vergnügen. Wieder spielt Mia Goth die Hauptrolle. Sie ist, wie man damals sagte, ein echter Hingucker. Und wieder kopiert Ti West Filmstile, die während der Handlungszeit des Films populär waren. Das heißt, dass er dieses Mal förmlich im 80er-Jahre-Horrorfilm, dem damaligen Hollywoodkino, vor allem den B-Pictures, und dem Pornofilm badet. West zeigt Los Angeles und Hollywood als einen einzigen Sündenpfuhl voller Sex und Gewalt. Mit der Bibel in der Hand, rechtschaffener Empörung über den Verfall der Sitten und hysterischen Warnungen vor den allgegenwärtigen Gefahren für Jugendliche kämpften die Sittenwächter dagegen an.

MaXXXine“ ist ein Über-80er-Jahre-Thriller, der damalige Thriller, Horrorfilme, Pornos und Blockbuster kondensiert und, fast wie ein Music-Clip, wieder ausspukt. Entsprechend gut sieht alles aus. Mit einigen bekannten Schauspielern, die offensichtlich ihren Spaß haben, wenn sie ihre Figuren besonders übertrieben spielen, und einer Mia Goth, die wie die von ihr verkörperte Maxine, als der große kommende Star auftritt. Insofern kann „MaXXXine“ auch als Starvehikel gelesen werden, das die Geschichte von Mia Goth erzählt. Goth war vor ihrer Schauspielerkarriere Model.

Außerdem ist „MaXXXine“ eine Liebeserklärung an Hollywood und das Filmemachen. Selten, obwohl es zuletzt „Once upon a time in Hollywood“ und „Babylon – Rausch der Ekstase“ gab, wird in einem Film so ausführlich gezeigt, wie ein Film entsteht, selten wird in einem Film so lange über das Studiogelände durch die Kulissen gefahren und noch seltener, eigentlich nur in den „Psycho“-Filmen und Parodien, wird das „Psycho“-Haus gezeigt. Filmfans können in Ti Wests Film also einiges entdecken.

Trotzdem funktioniert „MaXXXine“ auch gut ohne eine Analyse der Metaebenen als gradliniger Über-80er-Jahre-Thriller. Er lässt uns noch einmal in die Welt eintauchen, die wir, um nur drei bekannte Beispiele zu nennen, aus Filmen wie Brian De Palmas „Blow Out – Der Tod löscht alle Spuren“ und „Der Tod kommt zweimal“ (Body Double) und Abel Ferraras „Fear City“ (der allerdings in New York spielt) kennen. Jeder kann die Liste um weitere damals entstandene blutrünstige, damals und teils heute immer noch schockierende Slasher-, Horrorfilme und Thriller ergänzen. Im Finale, das teilweise auf einem großen Grundstück spielt, das in der Nähe des legendären Hollywood-Schildes liegt, wird dann der finale Schusswechsel aus dem ersten und besten „Beverly Hills Cop“ zitiert.

MaXXXine“ ist eine verdammt gutaussehende, stilbewusste, ziemlich witzige und blutige Retro-Schlachtplatte.

MaXXXine (MaXXXine, USA 2024)

Regie: Ti West

Drehbuch: Ti West

mit Mia Goth, Elizabeth Debicki, Michelle Monaghan, Kevin Bacon, Halsey, Giancarlo Esposito, Bobby Cannavale, Moses Sumney, Lily Collins, Sophie Thatcher, Simon Prast

Länge: 105 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „MaXXXine“

Metacritic über „MaXXXine“

Rotten Tomatoes über „MaXXXine“

Wikipedia über „MaXXXine“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ti Wests „The Innkeepers“ (USA 2011)

Meine Besprechung von Ti Wests „X“ (X, USA 2022)

Meine Besprechung von Ti Wests „Pearl“ (Pearl, USA 2023)


TV-Tipp für den 4. Juli: Eine fantastische Frau

Juli 3, 2024

BR, 23.15

Eine fantastische Frau – Una Mujer Fantastica (Una Mujer Fantastica, Chile//USA/Deutschland/Spanien 2017)

Regie: Sebastián Lelio

Drehbuch: Sebastián Lelio, Gonzalo Maza

Marina ist in Orlando verliebt. Als er stirbt, muss die die Transsexuelle um einen würdevollen Abschied von ihrer großen Liebe kämpfen. Genau das will Orlandos Familie verhindern.

Fantastisches Drama, das auf der Berlinale mehrere Preise und, einige Monate später, den Oscar als bester ausländischer Film erhielt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung (mit mehreren Interviews).

mit Daniela Vega, Francisco Reyes, Luis Gnecco, Aline Küppenheim, Nicolás Saavedra, Amparo Noguera, Trinidad González, Néstor Cantillana, Alejandro Goic, Antonia Zegers

Hinweise

Moviepilot über „Eine fantastische Frau“

Metacritic über „Eine fantastische Frau“

Rotten Tomatoes über „Eine fantastische Frau“

Wikipedia über „Eine fantastische Frau“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „Eine fantastische Frau“

Meine Besprechung von Sebastián Lelios „Gloria“ (Gloria, Spanien/Chile 2012)

Meine Besprechung von Sebastiàn Lelio „Eine fantastische Frau – Una Mujer Fantastica“ (Una Mujer Fantastica, Chile//USA/Deutschland/Spanien 2017)

Meine Besprechung von Sebastián Lelios „Gloria – Das Leben wartet nicht“ (Gloria Bell, USA 2019)


Über Marc-Uwe Klings düsteren KI-Thriller „Views“

Juli 3, 2024

Spurlos verschwindet die aus Halberstadt am Harz kommende sechzehnjährige Lena Palmer. Als drei Tage nach ihrem Verschwinden im Internet ein Video auftaucht, das zeigt, wie sie von drei afrikanisch aussehenden Männern vergewaltigt wird, erhält BKA-Kommissarin Yasira Saad den Fall. Einerseits, weil sie eine gute Ermittlerin ist und sie ein gutes Team hat, andererseits weil sie eine Frau und Migrantin ist. Damit können für die Öffentlichkeit gleich einige positive Signale gesendet werden.

Aber sie und ihr Team kommen bei ihren Ermittlungen nicht weiter. Sicher, sie findet den Freund von Lena: einen siebenundzwanzigjährigen Kleindealer, der behauptet, er habe sie am Tag ihres Verschwindens nicht gesehen. Aber mehr ermitteln sie nicht.

Gleichzeitig tauchen Videos von einer sich Aktiver Heimatschutz nennenden Gruppe auf. Sie ruft zur Selbstjustiz auf. Später scheint sie solche Taten auch zu dokumentieren. Denn der entscheidende Moment, der aus einem aufrührerisch-geschmacklos-gewaltverherrlichendem Video die Dokumentation einer schweren Straftat machen würde, wird nicht gezeigt. Dennoch verfehlen die Videos, auch weil die üblichen Verdächtigen beim Anstacheln des rechts-reaktionären Volkszorns mitmachen, im Netz und auf der Straße nicht ihre Wirkung.

Da fragt Yasira sich, ob das Video von Lenas Vergewaltigung echt ist. Denn sie haben innerhalb einer Woche keine einzige erfolgsversprechende Spur gefunden. Sie konnten den Tatort nicht finden. Sie konnten die Vergewaltiger nicht finden. Aus der Bevölkerung gibt es, obwohl das Video allgemein bekannt ist, keine Hinweise auf den Tatort und die Täter.

Diese Theorie sorgt allerdings zunächst für mehr Fragen und mehr Ermittlungsansätze, die verfolgt werden müssen.

Nach Comedy (seine Känguru-Geschichten), Science-Fiction („QualityLand“) und Fantasy („Der Spurenfinder“) schreibt Marc-Uwe Kling nun einen Kriminalroman, bei dem zwei Dinge auffallen. Er ist überraschend gelungen und er ist quasi humorfrei. „Views“ ist keine schluffige Krimikomödie, in der herumgeblödelt wird, bis der Täter aufgibt, sondern ein straff erzählter düsterer Kriminalroman, der sich auf die Ermittlungen der Polizei konzentriert, verschiedene Verdächtige präsentiert, nach Motiven forscht, Spuren sucht und sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz beschäftigt. Dabei, immerhin ist „Views“ ein Krimi, stehen natürlich die Gefahren von KI im Vordergrund.

Das ist von der ersten bis zur letzten Zeile näher an Jeffery Deaver, dem Erfinder von Lincoln Rhyme, der sich in seinen Thrillern immer wieder kundig mit den Gefahren der Informationstechnologie auseinandersetzt, als an Rita Falk oder Sebastian Fitzek.

Auf knapp 270 Seiten erzählt Marc-Uwe Kling in „Views“ eine spannende Noir-Kriminalgeschichte mit glaubwürdigen Figuren und ohne Mord und Totschlag. Gleichzeitig vertieft er sich in ein brandaktuelles und für die gesamte Gesellschaft wichtiges Thema.

Sehr gelungen! In jeder Beziehung.

Marc-Uwe Kling: Views

Ullstein, 2024

272 Seiten

19,99 Euro

Hinweise

Perlentaucher über den Noir

Wikipedia über Marc-Uwe Kling

Homepage von Marc-Uwe Kling

Meine Besprechung von Dani Levys Marc-Uwe-Kling-Verfilmung „Die Känguru-Chroniken“ (Deutschland 2020) und der Vorlage(n)

Meine Besprechung von Marc-Uwe Klings „Qualityland“ (2017)

Meine Besprechung von Marc-Uwe Klings „Qualityland 2.0 – Kikis Geheimnis“ (2020)

Meine Besprechung von Marc-Uwe Klings „Die Känguru-Verschwörung“ (Deutschland 2022) (incl. des Storyboard-Comics zum Film)

Meine Besprechung von Johanna, Luise und Marc-Uwe Klings „Der Spurenfinder“ (2023)


TV-Tipp für den 3. Juli: Sherlock Holmes

Juli 2, 2024

Kabel Eins, 20.15

Sherlock Holmes (Sherlock Holmes, USA 2009)

Regie: Guy Ritchie

Drehbuch: Michael Robert Johnson, Anthony Peckham, Simon Kinberg (nach einer Geschichte von Lionel Wigram und Michael Robert Johnson)

LV: Charakter von Arthur Conan Doyle

Sherlock Holmes und Dr. Watson jagen den Ritualmörder Lord Blackwood. Anscheinend mordert der Lord nach seinem Tod weiter und greift nach der Weltherrschaft.

Guy Ritchies gelungenes Update von Sherlock Holmes mit viel Action und Humor.

Die große Sherlock-Holmes-Manie der zehner Jahre begann einige Monate nach Ritchies Film mit der grandiosen BBC-Serie „Sherlock“ (erfunden von Mark Gatiss und Steven Moffat, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman in den Hauptrollen).

2011 folgte mit „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ ein zweiter Holmes-Kinofilm von Guy Ritchie mit Robert Downey Jr. und Jude Law in den Hauptrollen.

Ein dritter Sherlock-Holmes-Film mit Downey Jr. als Meisterdetektiv ist immer noch im Gespräch.

mit Robert Downey Jr., Jude Law, Rachel McAdams, Mark Strong, Eddie Marsan, Geraldine James, James Fox, Kelly Reilly:

Wiederholung: Donnerstag, 3. Juli, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Sherlock Holmes“

Wikipedia über „Sherlock Holmes“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „King Arthur: Legend of the Sword“ (King Arthur: Legend of the Sword, USA/Australien 2017)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Aladdin“ (Aladdin, USA 2019)

Meine Bepsrechung von Guy Ritchies „The Gentlemen“ (The Gentlemen, Großbritannien/USA 2019)

Meine Kurzbesprechung von Guy Ritchies „Cash Truck“ (Wrath of Man, USA 2021)

Meine ausführliche Besprechung von Guy Ritchies „Cash Truck“ (Wrath of Man, USA 2021)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Operation Fortune“ (Operation Fortune: Ruse de guerre, USA 2022)

zu Arthur Conan Doyle und Sherlock Holmes

Homepage von Sir Arthur Conan Doyle (Erben)

Krimi-Couch über Sir Arthur Conan Doyle

Kirjasto über Sir Arthur Conan Doyle

Wikipedia über Sir Arthur Conan Doyle (deutsch, englisch)

Sherlockian.net (Einstiegsseite mit vielen Links)

Facebook-Seite der deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft

Thrilling Detective über Sherlock Holmes

Meine Besprechung Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes – Sämtliche Werke in 3 Bänden“ (Die Erzählungen I, Die Erzählungen II, Die Romane) (3 Bände im Schuber)

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles “Sherlock Holmes Geschichten”, “Sherlock Holmes Kriminalgeschichten” und “The Adventures of Sherlock Holmes” (und hier eine Auflistung der in diesen Werken enthaltenen Geschichten)

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes – Seine Abschiedsvorstellung“ (His last Bow, 1917)

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes‘ Buch der Fälle“ (The Case-Book of Sherlock Holmes, 1927)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „Das Geheimnis des weißen Bandes“ (The House of Silk, 2011)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „Der Fall Moriarty“ (Moriarty, 2014)

Meine Besprechung von Mattias Boströms „Von Mr. Holmes zu Sherlock“ (Fran Holmes till Sherlock, 2013)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Davide Fabbris (Zeichner): Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies! (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies, 2010)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Horacio Domingues/Davide Fabbris (Zeichner) „Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula“ (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Jekyll/Hyde; Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula, 2010/2011)

Meine Besprechung von „Sherlock: Ein Fall von Pink“ (A Study in Pink, GB 2010)

Meine Besprechung von „Sherlock: Eine Legende kehrt zurück – Staffel 1“ (Sherlock, GB 2010)

Meine Besprechung von “Sherlock: Eine Legende kehrt zurück -Staffel 2″ (Sherlock, GB 2012)

Meine Besprechung von „Sherlock – Staffel 3“ (Sherlock, GB 2014)

Meine Besprechung von „Sherlock: Die Braut des Grauens“ (Sherlock: The Abominable Bride, Großbritannien 2016)

Mein Hinweis auf „“Sherlock: Eine Legende kehrt zurück – Staffel 4“ (Sherlock, GB 2017)

Meine Besprechung von “Sherlock: Ein Skandal in Belgravia” (A Scandal in Belgravia, GB 2012)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Meine Besprechung von Bill Condons „Mr. Holmes“ (Mr. Holmes, Großbritannien 2015)

Sherlock Holmes in der Kriminalakte


Cover der Woche

Juli 2, 2024

Thelma & Louise


TV-Tipp für den 2. Juli: Shaun of the Dead

Juli 1, 2024

Nitro, 22.35

Shaun of the Dead (Shaun of the Dead, Großbritannien 2004)

Regie: Edgar Wright

Drehbuch: Simon Pegg, Edgar Wright

Es dauert einige Zeit, bis der lethargische Elektroverkäufer Shaun und sein arbeitsloser Kumpel Ed mitbekommen, dass gerade eine Zombie-Apokalypse die Menschheit dezimiert. Aber danach überlegen sie, was sie tun sollen, gehen in die Offensive – und zum nächste Pub.

Kultige Zombie-Horror-Splatterkomödie, die in einer gut besuchten Mitternachtvorstellung noch spaßiger als auf der heimischen Couch ist. Mit oder ohne Cornetto.

Und hier einige zeitgenössische Urteile: „Schräger Film“ (Lexikon des internationalen Films) „Sympathische Splatterkomödie“ (epd-Film) „Kinospaß für Splatterfans“ (Zitty)

mit Simon Pegg, Nick Frost, Kate Ashfield, Lucy Davis, Dylan Moran, Penelope Wilton, Bill Nighy, Martin Freeman, Rafe Spall, Chris Martin, Jonny Buckland, Edgar Wright

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Shaun of the Dead“

Wikipedia über „Shaun of the Dead“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The World’s End“ (The World’s End, Großbritannien 2013)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „Baby Driver“ (Baby Driver, USA 2017)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The Sparks Brothers“ (The Sparks Brothers, USA 2021)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „Last Night in Soho“ (Last Night in Soho, Großbritannien 2021)


„Thelma & Louise“ wieder auf der großen Leinwand

Juli 1, 2024

Am Dienstag, den 2. Juli, läuft Ridley Scotts bahnbrechendes Roadmovie „Thelma & Louise“ in einer sicher prächtig aussehenden 4K-Restaurierung im Rahmen der monatlichen „Best of Cinema“-Reihe wieder im Kino. Einige Kinos zeigen ihn auch noch in den darauffolgenden Tagen.

Die denkbar einfache Filmgeschichte dürfte bekannt sein: die brave Hausfrau Thelma (Geena Davis) und ihre Freundin, die forsche Kellnerin Louise (Susan Sarandon), brechen zu einem Wochenende ohne Männer auf. In einer Bar wird ein Mann zudringlich. Er will Thelma vergewaltigen. Louise erschießt ihn. Weil ihnen das aber niemand glauben würde, fliehen Thelma und Louise in Richtung Mexiko. Verfolgt von der Polizei.

Aber wie präzise Drehbuchautorin Callie Khouri und Regisseur Ridley Scott diese (Zufalls)verbrecher-auf-der-Flucht-Geschichte erzählen, macht den Film zu großem Kino. Die wunderschönen Landschaftsaufnahme verlangen nach der Kinoleinwand. Auch der Rest sieht, wie immer bei Ridley Scott, sehr gut aus.

Das feministische Roadmovie war 1991, neben „Das Schweigen der Lämmer“, ein Kassen- und Kritikererfolg. Inzwischen ist „Thelma & Louise“ ein Klassiker, der keinerlei Patina angesetzt hat. Bei der wiederholten Sichtung fällt auf, wie sehr er damals, vor über dreißig Jahren, seiner Zeit voraus aus; obwohl er eigentlich nur die Geschlechter veränderte und dann anstatt zwei Männer, wie „ Butch Cassidy und Sundance Kid“, oder einen Verbrecher und seine Geliebte, wie „Bonnie und Clyde“ oder „Badlands“, vor der Polizei quer durch die USA flüchten ließ. Scott kennt die Vorbilder, er zitiert sie immer wieder und macht daraus ein eigenständiges, sich auf die Tradition beziehendes und sie konsequent weiterentwickelndes Road-Movie, das heute immer noch nichts von seinem revolutionärem Geist eingebüßt hat. Das Thema das Films, die Gewalt von Männern gegen Frauen, ist auch nach #MeToo immer noch brennend aktuell.

Außerdem fällt auf, wie zügig Scott die Geschichte beginnt, wie komplex die Beziehungen zwischen den wenigen Figuren sind, wie konsequent auf jeder Ebene des Films die Entwicklung der beiden Heldinnen erzählt wird, und wie souverän Ridley Scott die Geschichte erzählt. Hier ist er unbestritten auf der Höhe seines Könnens. „Thelma & Louise“ gehört, neben „Alien“ und „Blade Runner“ zu seinen drei besten Filme. Ad hoc würde ich ihn wegen seiner fröhlichen Stimmung sogar auf den ersten Platz setzen.

Callie Khouri erhielt für ihr Drehbuch unter anderem den Oscar, einen Golden Globe und den Preis der Writers Guild of America. In ihren späteren Werken konnte sie an diesen Erfolg nicht anknüpfen.

Thelma & Louise (Thelma & Louise, USA 1991)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Callie Khouri

mit Susan Sarandon, Geena Davis, Harvey Keitel, Michael Madsen, Brad Pitt, Stephen Tobolowsky

Länge: 124 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Thelma & Louise“

Wikipedia über „Thelma & Louise“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Thelma & Louise“ (Final shooting script, 5. Juni 1990) von Callie Khouri

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ (The Martian, USA 2015)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „The Last Duel“ (The Last Duel, USA 2021)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „House of Gucci“ (House of Gucci, USA 2021)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Napoleon“ (Napoleon, USA 2023)