TV-Tipp für den 11. Dezember (+ Buchtipp „Der Bluthund“): Jack Reacher

Dezember 10, 2020

Pro7, 20.15

Jack Reacher (Jack Reacher, USA 2012)

Regie: Christopher McQuarrie

Drehbuch: Christopher McQuarrie

LV: Lee Child: One Shot, 2005 (Sniper)

Ein Scharfschütze erschießt in Pittsburgh am helllichten Tag fünf Menschen. Als Täter wird der Ex-Soldat James Barr verhaftet, der nur fordert, dass Jack Reacher geholt wird. Und Reacher, ein Ex-Militärpolizist, der immer unter dem Radar bleibt, taucht kurz darauf in Pittsburgh auf. Allerdings nicht, um Barr zu helfen.

„Jack Reacher“ ist ein guter, wenn auch unspektakulärer Thriller mit einem in jeder Beziehung angenehmen Retro-Touch, bei dem die Schauspieler, die Dialoge und altmodische Erzähltugenden im Vordergrund stehen. Entsprechend unaufgeregt inszenierte McQuarrie den Film und Tom Cruise gibt – nachdem die Fans der Romane Cruise lautstark wegen seiner Körpergröße ablehnten (immerhin ist Reacher in den Romanen fast zwei Meter und Tom Cruise ist nur 1,70 Meter) – einen überzeugenden Jack Reacher.

2016 hatte Tom Cruise in „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (Jack Reacher: Never go back) seinen zweiten und bislang letzten Auftritt als Jack Reacher.

mit Tom Cruise, Rosamund Pike, Richard Jenkins, David Oyelowo, Werner Herzog, Jai Courtney, Vladimir Sizov, Joseph Sikora , Michael Raymond-James, Alexia Fast, Josh Helman, Robert Duvall, Lee Child (Cameo als Polizist)

Wiederholung: Samstag, 12. Dezember, 23.30 Uhr (direkt nach und vorDavid Finchers Stieg-Larsson-Verfilmung „Verblendung“)

Sachdienlicher Lesehinweis

Vor wenigen Tagen erschien Lee Childs neuer Jack-Reacher-Thriller „Der Bluthund“ auf Deutsch.

In einer Kleinstadt in Wisconsin entdeckt Jack Reacher in einer Pfandleihe einen zwölf Jahre alten Abschlussring der Militärakademie West Point. Reacher will ihn der ihm vollkommen unbekannten Besitzerin zurückbringen – und, nun, es ist ein Jack-Reacher-Roman.

Das klingt nach einer Weihnachtsgeschichte im Jack-Reacher-Stil

Der Berliner Kurier meinte über den Thriller: „spannend geschrieben, dass man die 447 Seiten in einem Zug durchlesen möchte.“ – Das dürfte jetzt, coronabedingt, über die Weihnachtstage gut gelingen.

Lee Child: Der Bluthund

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2020

448 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

The Midnight Line (22 Reacher)

Bantam Press, London 2017

Hinweise

Metacritic über „Jack Reacher“

Rotten Tomatoes über „Jack Reacher“

Wikipedia über „Jack Reacher“ (deutsch, englisch)

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Gejagten“ (Never go back, 2013)

Meine Besprechung von Lee Childs „Der Ermittler – Ein Jack-Reacher-Roman“ (Night School (21 Reacher), 2016)

Meine Besprechung von Lee Childs „Der Held“ (The Hero, 2019)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Rouge Nation“ (Mission Impossible: Rouge Nation, USA 2015)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Fallout“ (Mission: Impossible – Fallout, USA 2018)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“


TV-Tipp für den 10. Dezember: The Sentinel – Wem kannst du trauen?

Dezember 9, 2020

Tele 5, 20.15

The Sentinel – Wem kannst du trauen? (The Sentinel, USA 2006)

Regie: Clark Johnson

Drehbuch: George Nolfi

LV: Gerald Petievich: The Sentinel, 2003

Aus den Reihen des Secret Service soll ein Attentat auf den Präsidenten geplant werden. Die Ermittlungen führen David Breckinridge zu seinem ehemaligem Freund Pete Garrison. Doch bevor er ihn verhaften kann, flüchtet Garrison. Garrison will auf eigene Faust den Verräter finden; falls er nicht vorher von Breckinridge erwischt wird.

Unterschätzter Thriller

Mit Michael Douglas, Kiefer Sutherland, Eva Longoria, Kim Basinger, Martin Donovan, David Rasche, Gloria Reuben, Clark Johnson

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Sentinel“

Wikipedia über „The Sentinel“ (deutsch, englisch)

Evolver: Marcus Wessel über „The Sentinel“

Homepage von Gerald Petievich


TV-Tipp für den 9. Dezember: Lost in Translation

Dezember 8, 2020

Arte, 20.15

Lost in Translation – Zwischen den Welten (Lost in Translation, USA/Japan 2003)

Regie: Sofia Coppola

Drehbuch: Sofia Coppola

Bob (Bill Murray) trifft in seinen Luxushotel Charlotte (Scarlett Johansson) und weil beide einsam in Tokio sind, verbringen sie einige Tage zusammen.

Sofia Coppolas (jaja, die Tochter von dem „Der Pate“-Regisseur) bei den Kritikern und dem Publikum erfolgreichster Film: eine wunderschöne Stillstandsbeschreibung über zwei verlorene Seelen in einer fremden Stadt.

mit Bill Murray, Scarlett Johansson, Giovanni Ribisi, Anna Faris, Furnihiro Hayashi

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Lost in Translation“

Wikipedia über „Lost in Translation“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Sofia Coppolas „The Bling Ring“ (The Bling Ring, USA 2013)


TV-Tipp für den 8. Dezember: The Revenant – Der Rückkehrer

Dezember 8, 2020

Pro7, 20.15

The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant, USA 2015)

Regie: Alejandro G. Iñárritu

Drehbuch: Mark L. Smith, Alejandro G. Iñárritu

LV („based in part on the novel“): Michael Punke: The Revenant, 2002 (Der Totgeglaubte)

1823: Als Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) in den eiskalten Rocky Mountains auf der Pelztierjagd von einem Grizzly schwer verletzt wird, lassen ihn seine Jagdgefährten zum Sterben zurück. Aber Glass stirbt nicht, sondern er beginnt sie, zuerst mehr kriechend als gehend, zu verfolgen.

Unter extrem schwierigen Bedingungen gedrehtes, visuell überwältigendes Überlebensdrama, das mit Preisen überschüttet wurde. Unter anderem drei Oscars für Leonardo DiCaprio (Hauptrolle), Alejandro G. Iñárritu (Regie) und Emmanuel Lubezki (Kamera).

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Leonardo DiCaprio, Tom Hardy, Domhnall Gleeson, Will Poulter, Forrest Goodluck, Duane Howard, Arthur Redcloud

Wiederholung: Mittwoch, 9. Dezember, 01.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „The Revenant“

Metacritic über „The Revenant“

Rotten Tomatoes über „The Revenant“

Wikipedia über „The Revenant“ (deutsch, englisch) und Hugh Glass (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „The Revenant“ (als ginge es in dem Film um Faktentreue)

Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „Biutiful“ (Biutiful, Mexiko/USA 2010)

Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ (Birdman, USA 2014)

Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant, USA 2015)


DVD-Kritik: Daniel Radcliffe macht „Guns Akimbo“

Dezember 7, 2020

Miles ist Spieleentwickler in einem dieser trendigen Start-Ups, in denen alle Mitarbeiter in einem lichtdurchfluteten Großraumbüro sitzen, und er ist der Fußabtretter für jeden, dem er begegnet. Daniel Ratcliffe, der als Harry Potter bekannt wurde und danach unter anderem in „Swiss Army Man“ eine furzende Leiche spielte, spielt diesen netten, sanften, körperliche Gewalt ablehnenden Miles, der während des Films von jedem körperlich bedrängt, geschlagen oder auf irgendeine andere Art körperlich malträtiert wird.

Als er eines Abends in seiner studentisch versifften Bude im Darknet auf das Spiel „Skizm“ stößt, äußert er sich in seinen Kommentaren despektierlich über das brutale Menschenjagdspiel. Das nächste, was er weiß, ist, dass eine Gruppe Männer, die auch in einem „Mad Max“-Film nicht negativ auffallen würden, sein Apartment stürmt, ihn zusammenschlägt und betäubt. Als er wieder wach wird, sind an seine Hände zwei Pistolen getackert. In jeder Pistole steckt ein Magazin mit fünfzig Schuss. Und er ist jetzt ein unfreiwilliger Teilnehmer an „Skizm“. Seine Gegnerin in dem Kampf ohne Regeln auf Leben und Tod ist Nix. Sie ist jung, gutaussehend, absolut gewaltgeil und bislang unbesiegt.

Kaum hat Miles das alles verarbeitet, stürmt Nix auch schon, wild um sich schießend, in sein Apartment. Durch reines Idiotenglück kann Miles entkommen. Jedenfalls vorläufig.

Guns Akimbo“ ist wahrlich kein Film für Arthaus-Fans und sanfte Gemüter, sondern eine dumm-blutige Gewaltorgie, die perfekt für das jährliche Fantasy Film Fest oder Mitternachtsvorstellungen vor einem jungen Publikum ist. Die Geschichte ist vollkommen abstrus und scheitert schon vor dem ersten Plausibilitätstest grandios. Die Brutalität ist vor allem sinnfrei. Der ab und an aufspritzende Humor grob. Eine gesellschaftliche Botschaft oder Aussage über die Welt wird noch nicht einmal im Ansatz versucht. Dafür müsste der Actionfilm eine Haltung und einen Bezug zur Gegenwart entwickeln. Beides interessiert die Macher nicht. Insofern ist „Guns Akimbo“ keine Satire, sondern nur ein gut aussehender Gewaltporno mit Zitaten und einigen Witzen, die vor allem aus der absurden Situation, in die Miles gegen seinen Willen hineingestoßen wurde, entstehen. Und Gewalt, um nicht zu sagen überbordende und exzessive Gewalt ist hier das gewählte Stilmittel.

Regisseur Jason Lei Howden („Deathgasm“) schnitt „Guns Akimbo“ im hektischen Stil von „Crank“ und, ebenfalls von Mark Neveldine und Brian Taylor, „Gamer“. In dem Actionfilm geht es, wie schon in vielen, ungleich gelungeneren Vorgängern, ebenfalls um eine tödliche Menschenjagd, die vor einem sensations- und gewaltlüsternem Millionenpublikum stattfindet.

Die sich nicht sonderlich ernst nehmende, unbeschwerst sinnfreie Gewaltorgie „Guns Akimbo“ ist in erster Linie der Film für den nächsten biergetränkten gemeinsamen Jungs-Filmabend. Gerne in dem kleinen Kino um die Ecke, das „Crank“ nicht mehr zeigen will.

Das Bonusmaterial besteht aus einem elfminütigem Featurette, in dem Radcliffe in einer Drehpause über seine Motive für die Zusage zum Film (die absurde Geschichte), die Dreharbeiten, den Regisseur und seine Schauspielkollegen (natürlich alle super in einem Superfilm eines visuell visionären und unglaublich netten Regisseurs) redet. Dazu gibt es einige Ausschnitte aus dem Film und Behind-the-Scenes-Aufnahmen.

Guns Akimbo (Guns Akimbo, USA/Deutschland/Neuseeland 2019)

Regie: Jason Lei Howden

Drehbuch: Jason Lei Howden

mit Daniel Radcliffe, Samara Weaving, Natasha Lu Bordizzo, Ned Dennehy

DVD

Leonine

Bild: 2,40:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Featurette, Trailer

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Filmportal über „Guns Akimbo“

Moviepilot über „Guns Akimbo“

Metacritic über „Guns Akimbo“

Rotten Tomatoes über „Guns Akimbo“

Wikipedia über „Guns Akimbo“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 7. Dezember: Oktober in Rimini

Dezember 7, 2020

Arte, 21.45

Oktober in Rimini (La prima notte di quite, Frankreich/Italien 1972)

Regie: Valerio Zurlini

Drehbuch: Valerio Zurlini, Enrico Medioli

Alain Delon spielt in „Oktober in Rimini“ einen verheirateten Lehrer, der am Lyzeum von Rimini einen Kollegen vertreten soll. Dort stößt er wegen seines Aussehens, seiner Ansichten und seines Umgangs auf Vorbehalte von seinen Kollegen. Da verliebt er sich in eine Schülerin.

Arte zeigt das 130-minütige Drama erstmals in der ungekürzten Fassung. 1973 lief Zurlinis Film in einer um fast vierzig Minuten gekürzten Fassung in den deutschen Kinos.

Oktober in Rimini“ ist einer von Delons unbekanntesten Filme als Star.

Formal ambitionierte und in der Zeichnung des tristen Provinzmilieus überzeugende Beschreibung der Beziehungen zwischen zwei Außenseitern. Ein melancholischer Starfilm.“ (Lexikon des internationalen Films; – über die Kinofassung)

mit Alain Delon, Lea Massari, Sonia Petrova, Alida Valli, Salvo Randone, Adalberto Maria Merli

Hinweise

Arte über den Film (bis zum 13. Dezember 2020 in der Mediathek)

Rotten Tomatoes über „Oktober in Rimini“

Wikipedia über „Oktober in Rimini“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 6. Dezember: Gesprengte Ketten

Dezember 6, 2020

Arte, 20.15

Gesprengte Ketten (The great Escapte, USA 1963)

Regie: John Sturges

Drehbuch: James Clavell, W. R. Burnett

LV: Paul Brickhill: The great escape, 1950

Starbesetzter, auf Tatsachen beruhender Weltkrieg-II-Klassiker über den Ausbruch von Kriegsgefangenen aus einem deutschen Lager.

Mit Steve McQueen, James Garner, Richard Attenborough, James Donald, Charles Bronson, Donald Pleasence, James Coburn, Hannes Messemer, David McCallum, Gordon Jackson, Jud Taylor, Hans Reiser, Harry Riebauer

Wiederholung: Dienstag, 15. Dezember, 13.45 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Gesprengte Ketten“

Wikipedia über „Gesprengte Ketten“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Sturges‘ „Die 5 Geächteten“ (Hour of the Gun, USA 1967)

John Sturges in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 5. Dezember: Haywire

Dezember 4, 2020

ZDFneo, 22.00

Haywire (Haywire, USA 2011)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Lem Dobbs

Eine Geheimagentin will herausfinden, warum ihr Chef sie umbringen will.

Klasse besetzter, grandios-kurzweiliger Old-School-Agententhriller, bei dem Mixed-Martial-Arts-Kämpferin Gina Carano auch als Schauspielerin (Drehbuch und Regie halfen) überzeugt.

mit Gina Carano, Michael Fassbender, Ewan McGregor, Bill Paxton, Channing Tatum, Antonio Banderas, Michael Douglas, Michael Angarano, Mathieu Kassovitz, Anthony Wong

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Haywire“

Wikipedia über „Haywire“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Logan Lucky“ (Logan Lucky, USA 2017) und der DVD

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Unsane: Ausgeliefert“ (Unsane, USA 2018)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 4. Dezember: Inglourious Basterds

Dezember 3, 2020

RTL II, 22.35

Inglourious Basterds (Inglourious Basterds, USA/Deutschland 2009)

Regie: Quentin Tarantino [Regie „Nation’s Pride“: Eli Roth]

Drehbuch: Quentin Tarantino (deutsche Dialoge: Tom Tykwer; französische Dialoge: Nicholas Richard)

Frankreich, 1944: Aldo Raine und seine Spezialeinheit sind zum Nazi-Skalpieren nach Europa gekommen. Die Jüdin Shosanna will den SS-Mann Hans Landa (Oscar für Christoph Waltz), der ihre Familie umbrachte, töten. In Paris, in einem Kino, treffen sie sich.

Ein feiner Kriegsfilm, den man unbedingt in der Originalfassung, in der meisterlich zwischen den verschiedenen Sprachen gewechselt wird, ansehen sollte. Außerdem wird auch im Original die meiste Zeit deutsch gesprochen.

Wahrscheinlich wird die deutsche Synchronisation gezeigt.

mit Brad Pitt, Mélanie Laurent, Eli Roth, Christoph Waltz, Michael Fassbender, Diane Kruger, Daniel Brühl, Til Schweiger, Gedeon Burkhard, Jacky Ido, B. J. Novak, Omar Doom, August Diehl, Sylvester Groth, Martin Wuttke, Mike Myers, Julie Dreyfus, Mike Myers, Rod Taylor, Sönke Möhring, Ken Duken, Christian Berkel, Ludger Pistor, Jana Pallaske, Bo Svenson, Enzo G. Castellari (als er selbst), Samuel L. Jackson (Erzähler in der Originalversion)

Hinweise

Moviepilot über „Inglourious Basterds“

Metacritic über „Inglourious Basterds“

Rotten Tomatoes über „Inglourious Basterds“

Wikipedia über „Inglourious Basterds“ (deutsch, englisch)

Collider: Interviews zum Film mit Christoph Waltz, Eli Roth, Samm Levine, B. J. Novak, Diane Kruger und Melanie Laurent

YouTube: Cannes-Pressekonferenz “Inglourious Basterds” (Teil 1, Teil 2)

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Once upon a Time in…Hollywood“ (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

 Quentin Tarantino in der Kriminalakte


„Jean-Luc Godard – Der permanente Revolutionär“ hat Geburtstag – und Bert Rebhandl schenkt ihm ein Buch

Dezember 3, 2020

Jean-Luc Godard, geboren am 3. Dezember 1930 in Paris

Regisseur von „Außer Atem“, Begründer der Nouvelle Vague

lebt seit Jahrzehnten, zusammen mit Anne-Marie Miéville, zurückgezogen und produktiv, in der Schweiz in der Kleinstadt Rolle am Genfersees

So könnte Jean-Luc Godards Leben in drei Zeilen aussehen. Nichts davon ist falsch. Nichts davon verrät, warum Godard noch heute, sechzig Jahre nachdem „Außer Atem“ seine Premiere hatte und über fünfzig Jahre nachdem er sich vom normalen Kinobetrieb abwandte, ein immer noch weithin bekannter Name ist. Mit Godard verbindet jeder irgendetwas und hat sogar ein Bild von ihm im Kopf.

Godard gehörte in den fünfziger Jahren in Paris zu einem Kreis filmbegeisterter junger Männer, die in der Filmzeitschrift „Cahiers du Cinéma“ lautstark über ihre Liebe zum Film und zu bestimmten Regisseuren schrieben und später selbst Regisseure wurden. Zu diesem Kreis gehören, neben Godard, François Truffaut, Éric Rohmer, Claude Chabrol und Jacques Rivette.

In den Sechzigern drehte Godard nach seinem umjubeltem Spielfilmdebüt „Außer Atem“ mit einem ähnlichen Arbeitstempo wie wenig später in Deutschland Rainer Werner Fassbinder. Fast jeder dieser Godard-Filme gehört noch heute zum Godard-Kanon (ich zögere, sie Klassiker zu nennen, weil ich mit solchen Worten sparsam umgehe und weil bei einigen dieser Filme der Titel und ein Image bekannter als der ganze Film sind). Bis 1968 drehte er „Der kleine Soldat“, „Eine Frau ist eine Frau“, „Die Geschichte der Nana S.“, „Die Karabinieri“, „Die Verachtung“, „Die Außenseiterbande“, „Eine verheiratete Frau“, „Lemmy Caution gegen Alpha 60“ (Alphaville), „Elf Uhr nachts“ (Pierrot le fou), „Masculin – Feminin oder: Die Kinder von Marx und Coca-Cola“, „Made in U.S.A.“, „Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß“, „Die Chinesin“, „Weekend“ und „Eins plus Eins“ (One plus One/Sympathy for the Devil).

Schon in diesen Jahren wurden seine Filme immer politischer und experimenteller. 1968, nach „Eins plus Eins“ verabschiedete er sich als Regisseur vom Kino. In den nächsten Jahren arbeitete er auch im Kollektiv. Teils verschwand sein Name hinter einer Gruppenidentität in der Anonymität. Dazu gehören die Flugblattfilme, die auf politischen Veranstaltungen gezeigt wurden. Er identifizierte sich mit den Anliegen der 68er. Gleichzeitig begann er mit der Videotechnik zu experimentieren. Außerdem arbeitete er für das Fernsehen. Zum Beispiel 1976 mit der 13-teiligen TV-Serie „Six fois deux, sur et sous la communication“ und, zwei Jahre später, mit der 12-teiligen TV-Serie „France, tour, détour, deux enfants“. Diese Arbeiten sind fast unbekannt.

Erst in den Achtzigern kehrte Godard wieder zurück ins Kino. „Rette sich, wer kann“, „Passion“, Vorname Carmen“ (seine sehr freie Version von Prosper Mérimées Novelle „Carmen“) , „Maria und Joseph“ (seine skandalumwitterte Interpretation der aus der Bibel bekannten Geschichte von Maria und Joseph von Nazaret), „Détective“ und „Nouvelle Vague“ sind seine bekanntesten Filme aus dieser Zeit. Teils spielten, wie schon bei seinen Filmen aus den Sechzigern, Stars mit. Eigentlich nie gab es eine nacherzählbare Geschichte. Es ging eher um die Idee einer Geschichte, die es ihm ermöglicht, seine Gedanken zu entfalten. Beides diente als vernachlässigbares Korsett und als willkommener Anlass, das zahlende Publikum ins Kino zu bringen, und es dort mit philosophischen Gedanken, Geistesblitzen, Assoziationen und Humor zu belästigen. Jean-Luc Godard inszenierte sich gleichzeitig als Narr und Klugscheißer, der munter mit seinem Wissen protzte.

In seinen letzten Filme, wie jüngst „Bildbuch“, versuchte der wie ein Eremit lebende Godard überhaupt nicht mehr, ein großes Publikum anzusprechen. Wer sich allerdings auf den assoziativen Strom von Bildern und Gedanken einlässt, wird immer ein, zwei Goldstücke finden. Nur der Spaß, den wir mit Jean-Paul Belmondo und Anna Karina in „Pierrot le fou“ oder mit der „Außenseiterbande“ hatten, ist in seinen experimentellen Essayfilmen verschwunden.

Filmkritiker Bert Rebhandl zeichnet in seinem pünktlich zu Godards neunzigstem Geburtstag erschienenen Biographie „Jean-Luc Godard – Der permanente Revolutionär“ Godards Leben und Schaffen chronologisch nach. Dabei gibt es drei Schwerpunkte: sein noch heute einflussreiches Werk in den sechziger Jahren, seine zwischen 1988 und 1998 entstandene mehrteilige Serie „Geschichte(n) des Kinos“ (Histoire(s) du cinéma) und sein Spätwerk; also die wenigen Filme, die er in den letzten zwanzig , dreißig Jahren veröffentlichte.

Er streift Godards Umgang mit seinen Schauspielern (oft sehr schwierig), das Zeigen nackter Frauen (ähem, das könnte, neben der intellektuellen Brillanz der Monologe und Dialoge, ein Grund für seine Beliebtheit bei jüngeren Zuschauern sein; davon abgesehen ebenfalls sehr schwierig, mit einer Tendenz zur Pornographie), seine Beziehungen zu jungen Frauen (man könnte sie übergriffig nennen) und seine, höflich formuliert, unklare Haltung zum Antisemitismus. Das alles nennt Rebhandl ohne ein Urteil zu fällen.

Auf Godards Privatleben geht er nur ein, wenn es für sein Werk und seine Selbstinszenierung eine Rolle spielt. Auf einen intellektuellen Überbau, der Godards offenes Werk in eine bestimmte Lesart zwängen würde, verzichtet Rebhandl bewusst.

So ist „Jean-Luc Godard – Der permanente Revolutionär“ eine informative Biographie, die einmal chronologisch durch Godards Werk geht und die Neugierde auf eine wiederholte (?) Sichtung von Godards unbekannteren Werken weckt. Soweit sie allgemein verfügbar sind.

Bert Rebhandl: Jean-Luc Godard – Der permanente Revolutionär

Paul Zsolnay Verlag, 2020

288 Seiten

25 Euro

 

 

Die Filme von Jean-Luc Godard (vor allem seine Spielfilme und wichtigen längeren Werke, daneben drehte er Kurzfilme, kurze und lange TV-Filme und Werbefilme unterschiedlicher Länge)

Außer Atem (À bout de souffle, 1960)

Der kleine Soldat (Le petit soldat. 1960)

Eine Frau ist eine Frau (Une femme est une femme, 1961)

Die Geschichte der Nana S. (Vivre sa vie, 1962)

Die Karabinieri (Les Carabiniers, 1962)

Die Verachtung (Le Mépris, 1963)

Die Außenseiterbande (Bande à part, 1964)

Eine verheiratete Frau (Une femme mariée, 1964)

Lemmy Caution gegen Alpha 60 (Alphaville, une étrange aventure de Lemmy Caution, 1965)

Elf Uhr nachts (Pierrot le fou, 1965)

Masculin – Feminin oder: Die Kinder von Marx und Coca-Cola (Masculin – féminin: 15 faits précis, 1966)

Made in U.S.A. (Made in U.S.A, 1966)

Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß (Deux ou trois choses que je sais d’elle, 1967)

Die Chinesin (La Chinoise, 1967)

Weekend (Week-end, 1967)

Eins plus Eins (One plus One/Sympathy for the Devil, 1968)

Die fröhliche Wissenschaft (Le Gai Savoir, 1969, TV-Film)

Alles in Butter (Tout va bien, 1972, mit Jean-Pierre Gorin)

Nummer zwei (Numéro 2, mit Anne-Marie Miéville)

Rette sich, wer kann (das Leben) (Sauve qui peut [la vie], 1980)

Passion (Passion, 1982)

Vorname Carmen (Prénom Carmen, 1983)

Maria und Joseph (Je vous salue, Marie, 1985)

Détective (Détective, 1985)

King Lear (King Lear, 1987)

Schütze deine Rechte (Soigne ta droite, 1987)

Nouvelle Vague (Nouvelle Vague, 1990)

Deutschland Neu(n) Null (Allemagne neuf zéro, 1991)

Weh mir (Hélas pour moi, 1993)

JLG/JLG – Godard über Godard (JLG/JLG – Godard par Godard, 1995)

For Ever Mozart (1996)

Geschichte(n) des Kinos (Histoire(s) du cinéma, 1988 – 1998)

Auf die Liebe (Eloge de l’amour, 2001)

Unsere Musik (Notre musique, 2004)

Film Socialisme (2010)

Adieu au langage (2014)

Bildbuch (Le Livre d’image, 2018) (bis 15. Dezember 2020 in der Arte-Mediathek)

Hinweise

Homepage von Bert Rebhandl

Rotten Tomatoes über Jean-Luc Godard

Wikipedia über Jean-Luc Godard (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Jean-Luc Godards „Außer Atem“ (À bout de souffle, Frankreich 1960)

Jean-Luc Godard in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 3. Dezember: Die Verachtung

Dezember 2, 2020

Alles Gute zum Geburtstag, Jean-Luc Godard!

RBB, 00.45

Die Verachtung (Le Mépris, Frankreich/Italien 1963)

Regie: Jean-Luc Godard

Drehbuch: Jean-Luc Godard

LV: Alberto Morovia: Il Desprezzo, 1954 (Die Verachtung)

Drehbuchautor Paul soll das Drehbuch für einen Film über die Abenteuer von Odysseus auf der Insel Capri schreiben. Dort sind, neben Paul, seine wunderschöne Frau, der Produzent, der ein Auge auf Pauls Frau Camille geworfen hat, und der Regisseur. Camille, die an Pauls Liebe zweifelt, beginnt ihn zunehmend zu verachten.

Godards anspielungs- und zitatenreiche Satire auf das Filmbusiness, gedreht mit viel Geld, Brigitte Bardot und Fritz Lang als Regisseur.

mit Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Jack Palance, Fritz Lang, Georgia Moll, Jean-Luc Godard, Raoul Coutard

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Verachtung“

Wikipedia über „Die Verachtung“ (deutschenglisch)

Meine Besprechung von Jean-Luc Godards „Außer Atem“ (À bout de souffle, Frankreich 1960)

Jean-Luc Godard und Fritz Lang in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 2. Dezember: Ein Mädchen

Dezember 1, 2020

Arte, 20.15

Ein Mädchen (Petite fille,Frankreich 2020)

Regie: Sébastien Lifshitz

Drehbuch: Sébastien Lifshitz

Spielfilmlange, hochgelobte Doku über die als Junge geborene Sasha. Seit ihrem dritten Lebensjahr lebt sie als Mädchen. Lifshitz beobachtet sie und zeigt die Versuche von ihren Eltern und Geschwistern in der Provinz Akzeptanz für Sasha zu schaffen.

Die Doku lief auf der Berlinale. Auf dem Chicago International Film Festival, dem Ghent International Film Festival und dem Seville European Film Festival erhielt „Ein Mädchen“ mehrere Preise.

Hinweise

Arte über die Doku (bis 30. Januar 2021 in der Mediathek)

Rotten Tomatoes über „Ein Mädchen“

Wikipedia über „Ein Mädchen“ (deutsch, französisch)


TV-Tipp für den 1. Dezember: Tatort: Schussfahrt

November 30, 2020

WDR, 23.40

Tatort: Schussfahrt (Deutschland 1980)

Regie: Wolfgang Staudte

Drehbuch: Peter Hemmer

Der arbeitslose Wirtschaftsmanager Wiedemann ruft die Polizei. Er habe gerade einen Einbrecher erschossen. Ein zweiter Einbrecher sei mit der Beute entkommen. Was er Kommissar Haferkamp nicht sagt, ist dass der tote Einbrecher der Liebhaber seiner Frau war.

Vorletzter Haferkamp-Tatort. Natürlich ein Tatort-Golden-Oldie.

mit Hansjörg Felmy, Willy Semmelrogge, Karin Eickelbaum, Heinz Baumann, Doris Kunstmann, Burkhard Driest, Volker Kraeft, Diana Körner

Hinweise

Tatort-Fundus über Kommissar Haferkamp

Wikipedia über „Tatort: Schussfahrt“


TV-Tipp für den 29. November: Carol

November 28, 2020

ARD, 23.35

Carol (Carol, USA/Großbritannien/Frankreich 2015)

Regie: Todd Haynes

Drehbuch: Phyllis Nagy

LV: Patricia Highsmith: The Price of Salt, 1952 (Erstveröffentlichung unter dem Pseudonym Claire Morgan; Wiederveröffentlichung unter ihrem Namen als „Carol“, deutsche Titel „Salz und sein Preis“ und „Carol oder Salz und sein Preis“)

New York, 1950: zwei Frauen verlieben sich ineinander – und verstoßen damit gegen die gesellschaftlichen Konventionen.

Gelungene, sehr stilbewusste und sensible Patricia-Highsmith-Verfilmung, die kein Kriminalfilm (was man bei Highsmith ja erwartet), sondern eine tragische Liebesgeschichte ist.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Cate Blanchett, Rooney Mara, Sarah Paulson, Carrie Brownstein, Kyle Chandler, Jake Lacy, Cory Michael Smith

Hinweise

Moviepilot über „Carol“

Metacritic über „Carol“

Rotten Tomatoes über „Carol“

Wikipedia über „Carol“ (deutsch, englisch) und über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Kirjasto über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988 )

Meine Besprechung der Patricia-Highsmith-Verfilmung “Die zwei Gesichter des Januars” (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)

Meine Besprechung von Todd Haynes‘ Patricia-Highsmith-Verfilmung „Carol“ (Carol, USA/Großbritannien/Frankreich 2015)

Meine Besprechung von Todd Haynes „Vergiftete Wahrheit“ (Dark Waters, USA 2019)

Kriminalakte über Patricia Highsmith


TV-Tipp für den 28. November: Tatort: Zwei Flugkarten nach Rio

November 27, 2020

HR, 21.40

Tatort: Zwei Flugkarten nach Rio (Deutschland 1976)

Regie: Fritz Umgelter

Drehbuch: Herbert Lichtenfeld

Das waren noch Zeiten, als ein „Tatort“ kein Such-den-Mörder-Spiel war, sondern es auch einmal mit einem Banküberfall und einer Geiselnahme beginnen konnte. Nachdem die Bankräuber ihre Geisel freilassen, bemerken sie, dass sie eine unerwartet große Beute haben. Ihre Geisel hatte gerade selbst einen Diebstahl durchgeführt. Jetzt will er seine Beute wieder haben – und Kommissar Konrad würde gerne alle Verbrecher verhaften.

Seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigter „Tatort“, der anscheinend ganz gut ist. Danach zeigt der HR um 23.10 Uhr den „Tatort“ „Acht, neun – aus!“ (Deutschland 1986, von Jürgen Roland mit Klaus Löwitsch als Polizeiwachtmeister Dietze) und um 00.40 Uhr „Oskar“ (Deutschland 2002, von Niki Stein mit Jörg Schüttauf als Kommissar Fritz Dellwo und Andrea Sawatzki als Kommissarin Charlotte Sänger in ihrem ersten Fall)

mit Klaus Höhne, Manfred Seipold, Christian Quadflieg, Heinz Werner Kraehkamp, Siegurd Fitzeck

Hinweise

ARD Mediathek: „Zwei Flugkarten nach Rio“ (bis 28. Februar 2021)

Tatort-Fundus über Kommissar Konrad

Wikipedia über „Tatort: Zwei Flugkarten nach Rio“


DVD-Kritik: „Unhinged – Außer Kontrolle“ ist der Russell Crowe

November 27, 2020

Tom Cooper (Russell Crowe) hat die Nacht benutzt, um einige Probleme mit seiner Familie endgültig und für alle Zeiten zu erledigen. Er ermordete sie und jagte das Haus in die Luft. Er ist also, ähem, in einem emotional aufgewühltem Zustand als er, in seinem Pick-Up sitzend, vor einer grünen Ampel stehend, von Rachel (Caren Pistorius) angehupt wird. Die Mutter will ihren Sohn Kyle (Gabriel Bateman) zur Schule bringen und noch einige andere Dinge erledigen, für die sie schon wieder viel zu spät dran ist.

Das ist Tom egal. Für ihn ist dieses Hupen eine weitere Provokation. Und weil er nichts mehr zu verlieren hat, kommt es für ihn auf ein, zwei, drei weitere Morde und Straftaten nicht an.

Unhinged – Außer Kontrolle“ war im Sommer in den USA der erste Spielfilm mit einem A-List-Star, der in die Kinos kam. Bei uns konkurrierte er im Juli, noch vor dem US-Kinostart, mit „Berlin Alexanderplatz“, „Undine“, „Der Fall Richard Jewell“ und den damals immer noch laufenden „Känguru-Chroniken“. Mit seinem Starttermin wird der Thriller in die Filmgeschichte eingehen.

Als Film ist er ein kleines, fieses B-Picture, das genau weiß, was es will: Knappe neunzig Minuten Angst und Schrecken verbreiten. Nebengeschichten und über das Notwendige hinausgehende Erklärungen gibt es nicht. Psychologisierungen und längliche Erklärungen auch nicht. Der von Russell Crowe hübsch diabolisch gespielte wütende Mann ist ein durchaus charismatischer Bösewicht, der einfach nur Böse sein will. Damit erinnert er an den namen- und gesichtslosen Tankwagenfahrer in Steven Spielbergs legendärem, auf einer Kurzgeschichte von Richard Matheson basierendem Thriller „Duell“. Beide Male ist der Fahrer des großen Fahrzeugs die Ausgeburt aller Urängste: ein Autofahrer, der nach einem alltäglichem Vorfall ausrastet und die Person, die ihn provozierte, unerbittlich verfolgt und terrorisiert.

Ausgehend von dieser klaren Prämisse entwickeln Autor Carl Ellsworth („Red Eye“, „Disturbia“, „The last House on the Left“ und demnächst „Gremlins 3“ [Muss das sein?]) und Regisseur Derrick Borte („The Joneses“, „London Town“, „American Dreamer“) die Geschichte flott weiter und garnieren sie mit deftigen Gewaltausbrüchen, Actionszenen und, vor allem, altmodischen Autostunts, bei denen einige Autos fotogen und ziemlich spektakulär geschrottet werden.

Damit ist „Unhinged“ ein B-Picture, wie man es heute kaum noch sieht.

Das Bonusmaterial besteht aus einem informativem, 26-minütigem Featurette über den Film und einem erschreckend misslungenem Audiokommentar. Regisseur Derrick Borte lud Brendan Galvin (Kamera), Fredrick Waff (Szenenbild) und Denise Wingate (Kostüme) für den Audiokommentar ein. Sie liefern auch einige Hintergrundinformationen zum Film und ihrer Arbeit. Aber über große Strecken schweigen sie. Hier hätte eine bessere Vorbereitung von Borte oder ein Moderator, der Fragen stellt und die Leute am Reden hält, Wunder gewirkt.

Unhinged – Außer Kontrolle (Unhinged, USA 2020)

Regie: Derrick Borte

Drehbuch: Carl Ellsworth

mit Russell Crowe, Caren Pistorius, Gabriel Bateman, Anne Leighton, Jimmi Simpson

DVD

Universum Spielfilm

Bild: 2,40:1 (16:9 anamorph)

Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Audiokommentar mit Derrick Borte, Brendan Galvin, Fredrick Waff und Denise Wingate, Featurette „This Side of Rage“, Trailer

Länge: 86 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Blu-ray und UHD-Blu-ray identisch.

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Unhinged“

Metacritic über „Unhinged“

Rotten Tomatoes über „Unhinged“

Wikipedia über „Unhinged“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 27. November: Das Osterman-Weekend

November 26, 2020

3sat, 22.25

Das Osterman-Weekend (The Osterman Weekend, USA 1983)

Regie: Sam Peckinpah

Drehbuch: Alan Sharp, Ian Masters

LV: Robert Ludlum: The Osterman Weekend, 1972 (Das Osterman-Wochende)

Der CIA nimmt an, dass die Freunde von Journalist John Tanner KGB-Spione sind. Mit Tanners Hilfe verwanzen sie für ein Wochenende sein ganzes Haus. Ab da geht alles schief. Seine Freunde wollen ihre Geheimnisse schützen, Tanner will die Wahrheit wissen und CIA-Agent Fassett spielt ein ganz eigenes Spiel.

Peckinpahs letzter Film ist ein kühler Spionagethriller, ein Verwirrspiel (deshalb kann der Film immer wieder angesehen werden. Nach einem Jahr haben Sie die konfuse Handlung schon wieder vergessen.) und eine Studie über den Verfall von Freundschaft und Vertrauen. “Das Osterman-Weekend” ist einer der schwachen Peckinpah-Filme mit einer deprimierenden Aussage.

Ulrich von Berg schrieb in “Sam Peckinpah – Ein Outlaw in Hollywood” (1987): “The Osterman Weekend ist von der ersten bis zur letzten Einstellung ein monströses Vexierspiel, in dem jeder jeden täuscht und betrügt. Keine der Figuren ist zur Identifikation tauglich, alle sind nichts als abhängige Marionetten….Die Menschen in diesem Film sind flach und eindimensional, keiner von ihnen macht eine innere Entwicklung durch, ihre Handlungsmotive sind ohne Ausnahme von Eigennutz bestimmt (Macht, Rache, Prestige, materielle Vorteile). Peckinpah interessiert sich für keinen einzigen von ihnen besonders – und das ist gut angesichts des abstrusen Drehbuchs – sondern allein für das alles Vertrauen zerfressende und alle zwischenmenschliche Beziehungen infiltrierende Geflecht aus Intrigen und Gegenintrigen. Die Atmosphäre von Hilflosigkeit und Abhängigkeit ist wichtig, nicht die Plausibilität des Plots…In Peckinpahs letztem Film unterliegen sie (die eigenen vier Wände, AdV) der totalen Kontrolle eines offensichtlich wahnsinnigen CIA-Agenten. Die stoischen Einzelgänger, die sich in allen seinen anderen Filmen gegen Reglementierung und Anpassung zur Wehr setzen, gib es hier nicht mehr. Das Bild, das Peckinpah in The Osterman Weekend von Amerika entwarf, ist die konsequente Weiterentwicklung der düsteren Zukunftsvision seiner Western, das Versprechen einer freien Gesellschaft wird als Lüge entlarvt. Ein Arrangement mit dieser Gesellschaft ist den höchst unterschiedlichen Männern in Peckinpahs zeitgenössischen Filmen unmöglich”.

Mit Rutger Hauer, John Hurt, Craig T. Nelson, Dennis Hopper, Burt Lancaster, Chris Sarandon, Meg Fosters, Helen Shaver

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Das Osterman-Weekend”

Wikipedia über “Das Osterman-Weekend” (deutsch, englisch)

Georg Seeßlen über Sam Peckinpah (der Nachruf erschien zuerst in epd Film 2/1985)

The Guardian: Rick Moody über Sam Peckinpah (9. Januar 2009)

Senses of Cinema: Gabrielle Murray über Sam Peckinpah

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs „Gefährten des Todes“ (The deadly Companions, USA 1961)

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs „Steiner – Das eiserne Kreuz“ (Cross of Iron, D/GB 1977)

Meine Besprechung von Mike Siegels Dokumentation „Sam Peckinpah: Passion & Poetry“ (D 2005)

Sam Peckinpah in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 26. November: Offenes Geheimnis

November 25, 2020

RBB, 20.15

Offenes Geheimnis (Todos lo saben, Spanien/Frankreich/Italien 2018)

Regie: Asghar Farhadi

Drehbuch: Asghar Farhadi

Zur Hochzeit ihrer jüngeren Schwester kehrt Laura wieder in ihre alte Heimat zurück. Während der Hochzeitsfeier wird ihre Tochter entführt.

„Offenes Geheimnis“ ist nicht Asghar Farhadis bester Film, aber ein Film mit Penélope Cruz und Javier Bardem ist immer sehenswert. Außerdem ist die erste Hälfte von „Offenes Geheimnis“ sehr gelungen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Penélope Cruz, Javier Bardem, Ricardo Darin, Eduard Fernández, Bárbara Lennie, Inma Cuesta, Elvira Mínguez, Ramón Barea, Carla Campra

Wiederholung: Freitag, 27. November, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Offenes Geheimnis“

Metacritic über „Offenes Geheimnis“

Rotten Tomatoes über „Offenes Geheimnis“

Wikipedia über „Offenes Geheimnis“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Asghar Farhadis „Le Passé – Das Vergangene“ (Le Passé, Frankreich 2013)

Meine Besprechung von Asghar Farhadis „The Salesman“ (Fourshande, Iran/Frankreich 2016) und der DVD

Meine Besprechung von Asghar Farhadis „Offenes Geheimnis“ (Todos lo saben, Spanien/Frankreich/Italien 2018)


TV-Tipp für den 25. November: Z for Zachariah

November 24, 2020

Tele 5, 20.15

Z for Zachariah – Das letzte Kapitel der Menschheit (Z for Zachariah, USA 2015)

Regie: Craig Zobel

Drehbuch: Nissar Modi

LV: Robert C. O’Brien: Z for Zachariah, 1974 (Z wie Zacharias)

Nach einer nuklearen Katastrophe lebt die junge Ann allein auf der malerisch in einem Tal gelegenen elterlichen Farm. Bis nacheinander zwei unterschiedliche Männer kommen.

TV-Premiere eines Zweipersonenstücks, das zu einem Dreipersonenstück wird und eher kontemplativ ist. Zobels unter seinen Möglichkeiten bleibendes SF-Drama spricht eher geduldige Zuschauer an, die damit leben können, dass einiges im Dunkeln bleibt, einiges nur angedeutet wird und potentiell interessante und wichtige Fragen und Themen nicht vertieft werden. Das gilt vor allem für die Rolle des Glaubens, Fragen des Rassismus und männliches Dominanzverhalten. Außerdem ist die Bedrohung für die letzten Menschen (es geht um Radioaktivität) ein deutlicher Hinweis auf das Alter der Buchvorlage.

Oder mit den Worten des „Lexikon des internationalen Films“: „Prominent besetzter Endzeit-Film, der sich die Voraussetzungen für spannende Grundsatzfragen und Konflikte erarbeitet, die er letztlich allerdings allzu leicht auflöst.“

mit Margot Robbie, Chiwetel Ejiofor, Chris Pine

Wiederholung: Donnerstag, 26. November, 02.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Z for Zachariah“

Wikipedia über „Z for Zachariah“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 24. November: Der Gefangene von Alcatraz

November 23, 2020

Servus TV, 22.00

Der Gefangene von Alcatraz (Birdman of Alcatraz, USA 1962)

Regie: John Frankenheimer

Drehbuch: Guy Trosper

LV: Thomas E. Gaddis: Birdman of Alcatraz, 1955 (Der Gefangene von Alcatraz)

Frankenheimer inszenierte in einem nüchternen Reportagestil die Lebensgeschichte von Robert F. Stroud, einem Doppelmörder, der sich während seiner Haftzeit charakterlich wandelte und zu einem anerkannten Vogelkundler wurde.

Im Januar 1909 erschoss er in Alaska im Streit einen Menschen, stellte sich danach und wurde zur Höchststrafe, zwölf Jahre Zuchthaus, verurteilt. Später wurde er nach Leavenworth verlegt. Dort brachte er am 26. März 1916 den Wärter Turner (über den gesagt wurde, er habe bereits zwei Häftlinge in Atlanta getötet) um. Innerhalb von vier Tagen kam ein Geschworenengericht zu dem Urteil, dass Stroud des Mordes ersten Grades schuldig sei. Er sollte erhängt werden. Aufgrund von Verfahrensfehlern war allerdings Strouds Berufung erfolgreich und das Todesurteil wurde in Lebenslänglich geändert. In den folgenden Jahren wurde Stroud zu einem zu einem anerkannten Vogelkundler. Im Dezember 1942 wurde Robert Stroud nach Alcatraz verlegt. Er starb im November 1963 im Gefängniskrankenhaus von Springfield, Missouri, im Alter von 74 Jahren.

Mit Burt Lancaster, Thelma Ritter, Karl Malden, Telly Savalas

Wiederholung: Mittwoch, 25. November, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Gefangene von Alcatraz“

Wikipedia über „Der Gefangene von Alcatraz“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Frankenheimers „Die jungen Wilden“ (The Young Savages, USA 1960)