Natürlich ist ein Film mit Colin Firth und Nicole Kidman nicht ganz schlecht und natürlich ist die Lebensgeschichte von Eric Lomax (1919 – 2012), die mit den beiden Stars verfilmt wurde, durchaus beeindruckend. In England, nachdem Lomax vor zwanzig Jahren seine Autobiographie veröffentlichte und zu einer Berühmtheit wurde, ist sie auch allgemein bekannt. Lomax war im Zweiten Weltkrieg in Asien Kriegsgefangener und, nachdem er seine Frau kennen lernte, begann er sich Jahrzehnte später seinen Kriegserlebnissen zu stellen. Und dennoch wirkt „Die Liebe seines Lebens“, was auch ein einigen Freiheiten liegt, die die Macher sich im dritten Akt nahmen, wie ein psychologisch nicht stimmig ausgedachtes Gedankenkonstrukt.
Das beginnt schon mit der ersten Begegnung des späteren Paares. Während einer Bahnfahrt lernt Patti (Nicole Kidman als das schönste Mauerblümchen Englands, über deren Vergangenheit wir absolut nichts erfahren) 1980 Eric Lomax (Colin Firth) kennen. Er ist ein sympathischer Zausel, der die Fahrpläne in- und auswendig kennt, weshalb er ihr gleich einige Tipps für Zugverbindungen und Sehenswürdigkeiten geben kann. Sie verlieben sich, sie heiraten und Patti entdeckt, dass Eric doch keine so gute Partie ist. Er hat einen Ordnungsfimmel. Sie darf bei ihm wohnen, aber sie darf – was ihr vorher überhaupt nicht aufgefallen ist – nichts verändern. Er hat, weil er seine Rechnungen nicht bezahlt, finanzielle Probleme und er hat – auch das bemerkt sie erst in der Hochzeitsnacht – Alpträume, über die er nicht reden will.
Nur langsam erfährt Patti, dass ihr Mann immer noch von einen Kriegserlebnissen verfolgt wird. Er (in den Rückblenden von Jeremy Irvine gespielt) geriet 1942 mit seinen Kameraden nach dem Fall von Singapur in japanische Kriegsgefangenschaft. Dank eines mathematischen Verständnisses findet er anhand weniger Zeichen, die alle etwas mit Zügen zu tun haben, heraus, wohin sie mit dem Zug befördert werden. Sie sollen in Thailand durch unwegsames Dschungelände eine Eisenbahnstrecke bauen. Als Gefangene sind sie billiges Arbeitsmaterial. Wenn sie nicht während des Baus sterben, sterben sie durch die Folter. Lomax wird, nachdem ein von ihm im Geheimen gebautes Radio entdeckt wird, von dem japanischen Offizier und Übersetzer Takashi Nagase gefoltert.
Als Patti herasfindet, dass Nagase immer noch lebt und in Thailand in einem Museum über den Eisenbahnbau arbeitet, macht Lomax sich auf den Weg.
Die erste Begegnung zwischen Lomax und seinem damaligem Folterer gehört dann zu den unglaubwürdigsten Szenen des ganzen Films. Denn der introvertierte Lomax wird innerhalb einer Sekunde zu einem foltergeneigtem Racheengel, der Takashi Nagase töten will. Auch wenn Firth diese Szene im schönstens „Kingsman“-Stil spielt, passt sie einfach nicht zu seinem Charakter.
Jonathan Tepliztkys „Die Liebe seines Lebens“ will mit seiner Rückblendenstrutkur, gleichzeitig ein Kriegsdrama über tapfere Engländer in der Gefangenschaft im Dschungel und ein psychologischer Liebesfilm über ein mittelaltes Paar, bei dem der Ehemann seelische Probleme hat, sein. Aber keine Geschichte packt wirklich.
Dabei hätte man die Probleme wahrscheinlich mit einigen zusätzlichen Szenen und erklärenden Sätzen beheben können.
Ein anderes Problem ist der irreführende deutsche Titel von „The Railway Man“. Denn es geht weniger um die Beziehung von Eric Lomax zu seiner Frau, sondern um seine Kriegserlebnisse (die Rückblenden machen ungefähr die Hälfte des Films aus) und wie er sie verarbeitet.
ARD, 20.15 Polizeiruf 110: Kreise(Deutschland 2015, Regie: Christian Petzold)
Drehbuch: Christian Petzold
Kommissar Hanns von Meuffels soll den Mord an der Eigentümerin einer Möbel-Manufaktur aufklären. Die Firma sollte von einem Investor übernommen werden und mit dem Eigentümerwechsel sollten 72 Arbeitsplätze wegfallen. Der Hauptverdächtige ist ihr Ex-Mann, dem die Polizei nichts nachweisen kann.
Christian Petzold, der in den vergangenen Jahren hauptsächlich für das Kino arbeitete und dessen TV-Filme immer wie Kinofilme aussahen, inszeniert seinen ersten „Polizeiruf 110“. Das verspricht einen ebenso ungewöhnlichen, wie gelungenen Krimi.
Ach ja: Petzolds Inspiration für „Kreise“ war Claude Gorettas „Ganz so schlimm ist er auch nicht“ mit einem noch jungen und schlanken Gérard Depardieu in der Hauptrolle.
mit Matthias Brandt, Barbara Auer, Justus von Dohnányi, Luise Heyer, Daniel Sträßer, Jan Messutat Wiederholungen
Eins Festival, Sonntag, 28. Juni, 21.45 Uhr und 23.45 Uhr
ARD, Dienstag, 30. Juni, 00.35 Uhr (Taggenau!) Hinweise ARD über den „Polizeiruf 110: Kreise“ Wikipedia über „Polizeiruf 110“
Als „Underdog“ 2014 in Cannes lief, waren die Juroren so begeistert, dass sie spontan die Hunde-Palme auslobten. Denn die Leistung der insgesamt 250 Hunde ist beeindruckend, vor allem in den Massenszenen, die durch das koordinierte Vorgehen der Hunde noch erschreckender wirken und etwas an das Vorgehen der Affen in den verschiedenen „Planet der Affen“-Filme erinnern. Aber dort sind es Menschen in Affenmasken oder Menschen im Motion-Capture-Verfahren und damit ein Fest für die Maskenbildner und Tricktechniker. In „Underdog“ durften sich Tiertrainer und Tiere austoben – und wir fühlen mit den Tieren.
Im Mittelpunkt steht Hagen, ein Mischlingshund. Um den vielen Hunden Herr zu werden, hatte die ungarische Regierung ein Gesetz beschlossen, nach dem Mischlinge mit einer hohen Steuer belegt werden. Für reinrassige Hunde muss dagegen keine Steuer entrichtet werden. Die Folge: viele Besitzer setzen ihre Hunde aus. Denn niemand will einen Bastard haben. Aber die dreizehnjänrige Lili liebt ihren Hund abgöttisch.
Nach einigem Ärger mit den Nachbarn und der Obrigkeit setzt ihr Vater Hagen mitten in der Stadt aus. Lili, die den Sommer bei ihrem Vater verbringen soll, beginnt Hagen auf eigene Faust zu suchen.
Zur gleichen Zeit verfolgen wir Hagen, der bislang behütet bei Lili und ihrer Mutter lebte. Jetzt muss er sich allein in Budapest durchschlagen. Er sucht Essen. Er weiß nicht, wem er vertrauen kann. Er freundet sich mit anderen Hunden an, die eine eigene Gesellschaft gegründet haben. Sie werden von Hundejägern verfolgt, die für jeden gefangenen herrenlosen Hund eine Prämie kassieren. Sie werden für Hundekämpfe abgerichtet und in Tierheimen gequält und getötet. Denn ein Mischling ist kein vollwertiger Hund.
Während die Ungarn in Kornel Mundruczos Film „Underdog“, der die Realität zuspitzt, leicht eine Parabel auf ihre Gesellschaft und ihr Verhalten gegenüber Minderheiten, wie Roma, Juden und Ausländern, sehen, sehen wir einen spannenden, leicht dystopischen Tierthriller, der mit einer eindrucksvollen Leistung der Tiertrainer aufwarten kann. Das gilt vor allem für die Massenszenen, wenn die gefangenen Mischlinge koordiniert ausbrechen und durch die leeren Straßen Budapests laufen, oder sie vor ihren Häschern fliehen, aber auch für die Szenen mit weniger Hunden. Dagegen ist ein CGI-bearbeiteter Affenaufstand eine langweilige Angelegenheit.
„Freistatt“ hat ein wichtiges Thema: die Erziehung von Kindern und Jugendlichen in Heimen in den Nachkriegsjahren bis weit in die siebziger Jahre in Westdeutschland. Erst durch die von den 68er angestoßene Diskussion über Erziehungsmethoden und die Frage von Gewalt in der Erziehung wurden die Vorgänge in den Heimen, in die Waisen und schwer erziehbare Kinder geschickt wurden, zu einem in der Gesellschaft diskutierten Thema. Heime wurden aufgelöst. Die Erziehung reformiert.
Aber auch nach einem Runden Tisch Heimerziehung, der 2010 seinen Abschlussbericht vorlegte, und eine Entschädigung versprochen wurde, warten immer noch viele ehemalige Zöglinge auf diese Entschädigung und eine Anerkennung ihres Leids. Denn die Erziehung in den Heimen bestand darin, die Jugendlichen in ein System von Befehl und Gehorsam einzufügen. Sie zu gefügigen Untertanen zu machen. Eine der härtesten Einrichtungen war Freistatt, gelegen im Landkreis Diepholz in Niedersachsen, betrieben von der Diakonie Bethel, geführt als Wirtschaftsbetrieb mit den Zöglingen als kostenlosen Arbeitskräften, die Torf stechen mussten.
Das ist der heute wohl ziemlich unbekannte historische Hintergrund von Marc Brummunds Film „Freistatt“, in dem er die Geschichte von Wolfgang (Louis Hofmann) erzählt. 1968 wird der Vierzehnjährige von seinem Stiefvater Heinz (Uwe Bohm) und seiner Mutter Ingrid (Katharina Lorenz) nach Freistatt geschickt. Dort sollen dem aufsässigem Bengel Manieren beigebracht werden.
Geleitet wird das Heim von Hausvater Brockmann (Alexander Held), der mit öliger Freundlichkeit und harter Hand die Zöglinge zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft machen will. Das geschieht nicht mit Schulunterricht, sondern mit harter Arbeit, Drohungen, Gewalt und Psychofolter.
Aus diesem Thema hätte man viel machen können. Aber Regisseur Marc Brummund und seine Co-Drehbuchautorin Nicole Armbruster haben nur die Faszination und das Erschrecken über die nur etwas über vierzig Jahre zurückliegende, uns heute vollkommen fremd erscheinende Erziehung und danach nichts mehr. Denn anstatt anhand der Geschichte von Wolfgang eine klare Position zu beziehen, liefern sie nur einen Reigen des Schreckens, den wir schon besser gesehen haben; in zahlreichen Gefängnisfilmen, aber auch in Erziehungs- und Schuldramen wie „Der junge Törless“ und „King of Devil’s island“, um zwei gelungenere Filme zu nennen, in denen das Unterdrückungssystem im Rahmen einer packenden Geschichte genau analysiert wird.
In „Freistatt“ präsentiert Brummund die auch aus anderen Filmen bekannten Szenen von Unterdrückung und Freiheitsdrang des Einzelnen, ohne dass sie hier jemals wirklich packen. Dafür ist Wolfgangs Freiheitsdrang und seine Revolte gegen das System zu diffus. Und die Szenen sind zu beliebig angeordnet. Es gibt fast nie eine direkte Verbindung von Ursache und Wirkung, von unbotmäßigem Verhalten und Strafe. Von einer folgerichtigen Eskalation der Strafen im Rahmen der Erziehung. So gibt es gerade am Anfang, wenn Wolfgang nach Freistatt kommt und die dortige, archaische Gesellschaft, die mehr mit einem Gefängnis, das mit Hilfe der Inhaftierten geführt wird, als mit einer Erziehungsanstalt zu tun hat, starke Szenen. Obwohl die einzelnen Charaktere blass und austauschbar bleiben. Später gibt es mehrere Szenen, die wohl als Metapher gedacht waren, aber im Rahmen eines realistischen Dramas abstrus wirken. Zum Beispiel wenn Wolfgang mit einem anderen Zögling in das Moor flüchtet und sie im Kreis laufen, ohne es zu bemerken.
Es gibt auch keine Verknüpfung von der damaligen Erziehung, der sich ändernden Gesellschaft, der Jugendrevolte (die sich in den Großstädten austobte, während das platte Land noch im Tiefschlaf lag) und der Gegenwart (in der wieder über geschlossene Heime für schwer erziehbare Jugendliche gesprochen wird).
„Freistatt“ ist auch ein Reigen, der trotz der genauen Datierung von Ort und Zeit seltsam aus der Zeit gefallen ist. Denn ohne den Hinweis, dass die Geschichte 1968 spielt, könnte sie auch Jahrzehnte früher spielen. Brummund sagt zwar, sie habe die Gleichzeitigkeit zwischen Studetenrevolte und der Fortschreibung eines institutionalisierten Missbrauchs in Heimen und Institutionen fasziniert, aber Faszination allein ergibt keinen guten Film. Sie muss in eine packende Geschichte übersetzt werden.
Das Ende des Films zeigt eindrücklich, dass Brummund nicht wusste, was er erzählen wollte. Ein Film sollte genau dann enden, wenn die Geschichte erzählt ist. Er sollte mit der Botschaft des Films enden. Keine Sekunde früher, aber auch keine Sekunde später. Brummund bietet drei Enden an, von denen nur das erste Ende überzeugt und zum Nachdenken anregt. Es zeigt Wolfgang am Ende seiner aus Sicht der Heimleitung erfolgreichen Erziehung: jetzt darf er am Tisch über die Neuankömmlinge bestimmen, wie einige Monate früher über ihn bestimmt wurde. Er ist ein wertvolles Mitglied der Gemeinschaft. Ein Untertan. Nach diesem Ende kommen dann noch zwei weitere Szenen, die ebenfalls die Geschichte von Wolfgang beenden, aber das vorherige Ende und auch die Filmgeschichte verraten; – wenn sie denn eine eindeutige Position gehabt hätten.
Und es ist keine gute Idee, einen Film komplett überbelichtet zu präsentieren.
Terminator 2 – Tag der Abrechnung (USA 1991, Regie: James Cameron)
Drehbuch: James Cameron, William Wisher Jr.
Genialer Plan: um John Connor, den zukünftigen Anführer der Widerstandsbewegung gegen die Roboter, zu beseitigen, schicken sie einen T-1000-Roboter in die Vergangenheit (also die Gegenwart) zurück. Er soll Connor töten. Und Connor schickt einen T-800 zurück. Den kennen wir noch aus dem ersten „Terminator“-Film, als er Connors Mutter töten sollte, aber jetzt kämpft er im Team der Guten.
Eine der wenigen gelungenen Fortsetzungen und ein Kassenknüller.
„Actionkino auf der Höhe des im Kino derzeit Möglichen, rasant, packend und innovativ.“ (Fischer Film Almanach 1992)
Debüt von Edward Furlong.
mit Arnold Schwarzenegger, Robert Patrick, Edward Furlong, Linda Hamilton, Earl Boen, S. Epatha Merkerson, Xander Berkeley
Jeder Junge hat einen Teddybären. Aber nur John hat Ted, einen Teddybären, der ihn seit seiner Kindheit begleitet und alles das tut, was Jungs gerne tun: vor der Glotze abhängen, feste und flüssige Drogen zu sich nehmen, vulgär ablästern und Unfug treiben. Dummerweise ist John schon Mitte dreißig und er und Ted denken überhaupt nicht daran, sich irgendwie zu verändern. In Seth MacFarlanes Komödie „Ted“ muss John Bennet (Mark Wahlberg) dann doch erwachsen werden. Das gelang ihm auch leidlich mit Lori (Mila Kunis), die er am Ende des Films heiratete. Mit dem Segen von Ted, der auch ein Herz aus Gold hat.
„Ted“ war, vor allem dank des fluchenden Stofftieres, das sich ganz natürlich zwischen den Menschen bewegte, ein zitatenreicher Kinohit, der im Sommer 2012 weltweit fast 550 Millionen Dollar einspielte, was natürlich nach einer Fortsetzung verlangte.
Und „Ted 2“ gehört zu den gelungenen Fortsetzungen. Vieles wird vom ersten Film übernommen (Ted, die Schauspieler, die Anspielungen, der vulgäre Seth-MacFarlane-Humor). Aber die Macher erzählen eine vollkommen andere Geschichte. Während „Ted“ eine Nummernrevue war, die sich rudimentär um das Erwachsenwerden drehte und viele popkulturelle Anspielungen (vor allem zum Film) hatte, erzählt „Ted 2“ eine richtige Geschichte, der sich die Witze und Zitate (viele, sehr viele) unterordnen.
Während Johns Ehe nicht lange hielt und er immer noch Trübsal bläst (was zu dem Running Gag führt, dass sich jede gutaussehende Frau in ihn verliebt, während er überhaupt kein Interesse hat), hat Ted Tami-Lynn (Jessica Barth), seine Kollegin aus dem Supermarkt, geheiratet. Auch in deren Ehe kriselt es inzwischen und der Ehestreit zwischen Mann und Frau, der hier von Teddy und Frau durchgeführt wird, ist schon die halbe Humor-Miete. MacFarlane unterscheidet nämlich nicht zwischen dem Stofftier und den Menschen, was jeder Szene einen surrealen Touch gibt. Außerdem kann das sehr menschliche Stofftier Dinge sagen, die kein Mensch so unverblümt sagen kann.
Ted, der seine Frau wirklich liebt, schlägt ihr als ultimative Eherettungsmethode vor, dass sie ein Kind haben sollen. Tami-Lynn ist begeistert. Nachdem sich die Suche nach einem Samenspender schwieriger als gedacht gestaltet, beschließen Ted und Tami-Lynn, dass sie ein Kind adoptieren. Dabei erfährt Ted, dass er vor den Augen des Gesetzes kein Mensch, sondern eine Sache ist, die daher nichts tun darf, was ein Mensch tut. Schnell ist er arbeitslos, hat keinen Führerschein mehr und auch sonst nichts mehr.
Zusammen mit John und der Junganwältin Samantha ‚Sam‘ L. Jackson (Amanda Seyfried), frisch von der Uni (schlecht), Cannabis-Raucherin (sehr gut) und gesegnet mit einem grandiosen Namen („Sam L. Jackson“), beginnt Ted um sein Menschsein zu kämpfen.
Dieser Kampf vor Gericht und die damit mehr oder weniger zusammenhängenden Erlebnisse des Trios halten dann den Film zusammen, der deutlich, aber nebenbei, ein wichtiges Thema behandelt. Denn die Frage, was ein Mensch ist und wem die bürgerlichen Priviliegien zustehen, beschäftigt Philosophen und Juristen schon Jahrhunderte. Und wenn Tierschützer Tieren Rechte zugestehen wollen, sollte dann nicht zuerst Ted alle bürgerlichen Rechte bekommen?
Garniert wird „Ted 2“ mit vielen Kurzauftritten bekannter Schauspieler und einem Besuch der Comic-Con in New York.
Ted 2 (Ted 2, USA 2015)
Regie: Seth MacFarlane
Drehbuch: Seth MacFarlane, Alec Sulkin, Wellesley Wild
mit Mark Wahlberg, Amanda Seyfried, Jessica Barth, Sam J. Jones, Morgan Freeman, Giovanni Ribisi, Patrick Warburton, Michael Dorn, Bill Smitrovich, John Slattery, Liam Neeson, Dennis Haysbert, Patrick Stewart (Erzähler), Seth MacFarlane (Ted im Original)
ZDFneo, 20.15 Tod einer Polizistin(Deutschland 2013, Regie: Matti Geschonneck)
Drehbuch: Magnus Vattrodt, Bernd Lange
Polizistenmörder Frank benutzt eine Anhörung zur Flucht aus dem Gefängnis. Während die Berliner Polizei nach ihm fahndet, will er sich an den Menschen rächen, die ihn damals ins Gefängnis brachten. Ganz oben auf seiner Liste ist der legendäre Kommissar Theweleit.
Spannender Krimi mit gut aufgelegten Darstellern und einigen Twists; vor allem nachdem eine junge Polizistin sich noch einmal den alten Fall ansieht.
mit Götz George, Jürgen Vogel, Rosalie Thomass, Uwe Kockisch, Uwe Preiss, Michael Schenk, Therese Hämer Hinweise Filmportal über „Tod einer Polizistin“ Wikipedia über „Tod einer Polizistin“
ARD, 20.15 Hannas Reise (Deutschland/Israel 2013)
Regie: Julia von Heinz
Drehbuch: John Quester, Julia von Heinz (frei nach Motiven von Theresa Bäuerleins Roman „Das war der gute Teil des Tages“)
Das ist jetzt nicht nett von uns, aber wir gönnen Hanna, dieser karrieregeilen BWL-Zicke, die von ihrer Mutter nur eine Bescheinigung über ein Praktikum abholen wollte, das Praktikum in Israel in einer Behinderteneinrichtung. Das wird die Schnepfe hoffentlich erden.
Ansehen lohnt sich, auch wenn die vorhersehbare Geschichte ihre Probleme hat, die ich hier ausführlicher besprochen habe.
mit Karoline Schuch, Doron Amit, Max Mauff, Lore Richter, Trystan Pütter, Lia König, Suzanne von Borsody Wiederholung: Donnerstag, 25. Juni, 00.20 Uhr (Taggenau!)
Ein neuer Tag im Paradies (USA 1998, Regie: Larry Clark)
Drehbuch: Christopher B. Landon, Stephen Chin
LV: Eddie Little: Another Day in Paradise, 1998 (Ein neuer Tag im Paradies)
Empfehlenswertes, unsentimentales, hartes und schon lange nicht mehr gezeigtes Gangster-Roadmovie und Erziehungsgeschichte mit James Woods und Melanie Griffith als Ersatz-Eltern.
Eddie Little (25. August 1955 – 20. Mai 2003) verarbeitete in seinem Debütroman „Another Day in Paradise“ autobiographische Erlebnisse. Er war ein Drogensüchtiger und Krimineller.
Mit James Woods, Melanie Griffith, Vincent Kartheiser, Natasha Gregson Wagner, James Otis, Peter Sarsgaard, Lou Diamond Phillips (Cameo)
Arte, 20.15 Saskatschewan (USA 1954, Regie: Raoul Walsh)
Drehbuch: Gil Doud
Fort Saskatchewan: die Bleichgesichter befürchten, dass die Sioux und die Cree-Indianer sich miteinander verbünden. Also muss etwas getan werden. Aber Sergeant O’Rourke zweifelt und – ach, eigentlich haben wir diese Story schon hundertmal gesehen.
„Ein Film in schönen Farben und mit der hässlichen Moral, dass es als Happy-End ausreicht, wenn man Indianer gegen Indianer hetzt.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)
Raoul Walsh über den Film: „Bei diesem Film ging alles schief. (…) Ja, die Story war wirklich uninteressant. Aber die kanadischen Landschaften waren wunderbar. Ich habe versucht, ihre ganze Schönheit einzufangen.“
Extrem selten gezeigter Western
mit Alan Ladd, Shelley Winters, Robert Douglas, Hugh O’Brian, Richard Long
Hinweise Arte über den Film Turner Classic Movies über „Saskatschewan“
Wikipedia über „Saskatschewan“ (deutsch,englisch)
Tatort: So ein Tag… (Deutschland 1982, Regie: Jürgen Roland)
Drehbuch: Uwe Erichsen, Jürgen Roland
Damals waren auch innerhalb des „Tatort“-Formats solche Einzelstücke möglich. Der selten gezeigter „Tatort“ zeigt den ganz normalen Arbeitstag eines Schutzpolizisten in einer großen Stadt. Polizeihauptmeister Rolfs erfährt, dass einige Gangster die Pelzgroßhandlung, in der seine Freundin arbeitet, überfallen wollen.
Allerdings gehört der in Frankfurt spielende Krimi „So ein Tag…“ nicht zu den besten Werken von Jürgen Roland.
Mit Klaus Löwitsch, Michael Schwarzmeier, Harald Dietl, Diana Körner, Günter Ungeheuer
Die Geschichte ist, wie bei Raymond Chandler, der als Inspiration diente, kaum nacherzählbar, labyrinthisch, voller grandioser Szenen und Sätze und wahrscheinlich bar jeder Logik. Im wesentlichen geht es darum, dass der Dude mit seinem ihm bis dahin unbekannten, stinkreichen, herrischen, querschnittgelähmten Namensvetter verwechselt wird und er in eine undurchsichtige Entführungsgeschichte hineingezogen wird.
mit Jeff Bridges, John Goodman, Julianne Moore, Steve Buscemi, David Huddleston, Philip Seymour Hoffman, Tara Reid, Philip Moon, Mark Pellegrino, Peter Stormare, Flea, John Turturro, Sam Elliott, Ben Gazzara
Als Erwachsener ist man von „Trash“ sicher etwas unterfordert. Die Story, eigentlich eine riesige Schnitzeljagd, ist zu einfach. Die Protagonisten, drei Jugendliche, fast noch Kinder, sind zu jung. Die Bösewichter, vor allem ein Polizist, sind zu böse. Aber das Zielpublikum sind Jugendliche, die einen zünftigen Abenteurer-Thriller sehen dürfen, der in einer fremden Welt spielt, die für ein jugendliches Publikum erstaunlich unverklärt und unromantisch gezeigt wird.
Raphael und Gardo suchen auf einer Müllkippe in Rio de Janeiro nach Abfall, den sie zu Geld machen können. Als sie einen Geldbeutel mit einigen Geldscheinen finden, fühlen sie sich wie die Gewinner eines Jackpots. Als kurz darauf die Polizei auftaucht und eine unglaublich hohe Summe für den Geldbeutel bietet, wissen sie, dass sie etwas viel wertvolleres gefunden haben. Sie behalten den Geldbeutel, der auch ein Blatt mit einem Code enthält.
Gemeinsam mit Rato überlegen sie, wie sie ihren Fund versilbern können.
Schnell ist ihnen der skrupellose Polizist Frederico, der den gesamten Polizeiapparat benutzt, um sie zu jagen, auf der Fährte.
Denn der von der Polizei ermordete Besitzer des Geldbeutels war ein Mann, der brisante Informationen hatte. Der Code führt, entschlüsselt, zu dem Versteck der politisch brisanten Informationen und viel Geld.
Aus dieser einfachen und bewährten Prämisse entwickelt sich eine flotte actionhaltige Hatz, in der die jugendlichen Darsteller, allesamt Laien ohne Schauspielerfahrung, im Mittelpunkt stehen. Die bekannten und erwachsenen Schauspieler, wie Martin Sheen und Rooney Mara, als ein Priester und seine Assistentin, denen die drei Jungs vertrauen, sind nur Nebencharaktere, die die internationale Verkäuflichkeit dieser Geschichte garantieren, die nicht nur wegen ihres Handlungsortes deutlich von „City of God“ (das sich an ein erwachsenes Publikum richtet) beeinflusst ist. Auch mehrere Menschen, die bei „City of God“ und den Folgewerken dabei waren, sind in „Trash“ involviert. Sie wurden engagiert, um der Geschichte ein möglichst authentisches Flair zu geben. Das gelang ihnen.
Die Regie übernahm Stephen Daldry, der bereits „Billy Elliot“ und „The Hours“ inszenierte. Das Drehbuch ist von Richard Curtis, der die Bücher für „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, „Notting Hill“, „Gefährten“ und „Alles eine Frage der Zeit“ (auch Regie) schrieb. Beide sind sicher nicht als die großen klassenkämpferischen Filmemacher oder Actionfilmer (obwohl es genug Aktion gibt) bekannt, aber ihre Namen bürgen für gute Unterhaltung, die ihr Publikum ernst nimmt; was auch auf „Trash“ zutrifft.
Curtis inszenierte den sehenswerten Jugendfilm als Dan-Brown-artige Jagd durch die Hinterhöfe, Slums, Müllhalden, Friedhöfe und Straßen von Rio als Hohelied auf die Freundschaft von Raphael, Gardo und Rato, deren Optimismus und Lebensfreude mitreisen. Trotz ihrer Armut geben sie nicht auf.
Christoph Hochhäusler ist kein Dummer. Seine bisherigen Filme, wie „Falscher Bekenner“ und „Unter dir die Stadt“, kamen bei der Kritik ziemlich gut an, er setzt sich auch theoretisch mit dem Film auseinander und er ist einer der Herausgeber der Filmzeitschrift „Revolver“.
Mit seinem neuen Spielfilm „Die Lügen der Sieger“ will er offensichtlich den aktuellen Zustand der Berliner Republik, das Geflecht von Politik, Lobbyismus, Wirtschaftsinteressen, Beratungsfirmen und Journalismus vermessen. Das steht natürlich in der Tradition klassischer Polit-Thriller wie „Die Unbestechlichen“ (über die Watergate-Affäre) und neuerer Polit-Thriller, wie „State of Play“ (die britische TV-Serie und das Hollywood-Spielfilm-Remake).
Aber auch wenn man diese Tradition ignoriert (okay, das fällt schwer. Das ist so, als ob man bei Eric Clapton und den Rolling Stones den Blues-Einfluss ignorieren würde.), ist „Die Lügen der Sieger“ ein, höflich formuliert, sehr enttäuschender Film. Gerade weil er so viel besser als viele andere deutsche Filme, vor allem die unzähligen, banalen Komödien, sein könnte. Und vielleicht bin ich deswegen auch etwas zu ungnädig.
Fabian Groys, hochgelobter Einzelgänger-Journalist in der Hauptstadtredaktion eines Nachrichtenmagazins (jaja, sieht aus und riecht wie „Der Spiegel“), recherchiert eine große Story über den schändlichen Umgang der Bundeswehr mit kriegsversehrten Veteranen. Er vermutet, dass die Regierung für die Behandlung ihrer Leiden nicht aufkommen will. Als er die Praktikantin Nadja Koltes zugeteilt bekommt, wimmelt er sie mit den Recherchen für eine Boulevard-Geschichte ab: in Gelsenkirchen sprang ein Mann in einen Löwenkäfig.
Selbstverständlich – auch wenn es einige Zeit dauert, bis die Zusammenhänge erahnbar werden – hängen diese beiden Geschichten miteinander zusammen.
Und dann geht es noch um eine Gesetzesinitiative, die verhindert werden soll, eine Recyclingfirma, die ihre Angestellten vergiftet, und, weil auch das mit den anderen Geschichten zusammenhängt, um den Einfluss einer im Hintergrund bleibenden Organisation, die man sich am Besten als eine All-inclusive-Lobby-und-Problembeseitigungsfirma vorstellt. Ach, und es geht auch, ganz allgemein um den Einfluss von Lobbyvereinen – und, letztendlich, um alles und um nichts.
Dabei gäbe jedes dieser Themen genug Stoff für einen abendfüllenden Spielfilm. Aber anstatt mit einer klaren Analyse gegen einen Missstand vorzugehen, verzettelt Hochhäusler sich und liefert eine unglaubwürdig an der Wirklichkeit vorschrammende Kolportage ab, die viel zu oft in einer nicht produktiven, sondern nur frustierenden Verwirrung endet, wie diese Szene vom Filmanfang zeigt: wir sehen einen älteren Mann (so um die Fünfzig) der offensichtlich für ein Gespräch präpariert wird. Wir wissen nicht, wer er ist. Wir wissen nicht, um was es in dem wichtigen Gespräch gehen soll. Wir wissen nicht, wer ihn trainiert – und bei seinen Coaches ist auch unklar, ob sie eine dafür engagierte Firma sind und wer welche Position inne hat. So glauben wir zunächst, entsprechend der traditionellen Rollenverteilung, dass der ältere Coach der Chef ist und die etwa gleichaltrige Frau seine Untergebene. Viel später erfahren wir, dass es umgekehrt ist.
Fast keine Frage wird in dieser geheimnisvollen Szene aufgelöst, was jetzt nicht unbedingt ein Problem wäre. Geheimnisvolle Andeutungen steigern ja bekanntlich die Spannung.
Aber weil diese Szene uns mit für die Geschichte wichtigen Charakteren bekannt machen soll (alle drei werden später wichtig), hätten die Filmemacher uns in diesen Momenten ganz klar einige Informationen liefern müssen. Nämlich wer die Charaktere sind, was sie wollen, warum wir uns mit ihnen identifizieren sollen und wer von ihnen für die weitere Geschichte wichtig ist. Aber am Ende dieser Szene wissen wir noch nicht einmal wer der Trainierte ist. Ein Lobbyist? Ein Unternehmer? Ein Politiker? Ein Schauspieler? Wir wissen auch nicht, wofür er trainiert wird.
Diese Szene ist symptomatisch für den gesamten Film: er verkompliziert alles bis zum Gehtnichtmehr. Der Skandal, den der Journalist aufklären will, wird unter einem Berg von weiteren Themen begraben, die alle wichtig sind. Aber es fehlt ein erzählerischer Fokus und damit eine sinnvolle Struktur von Plots und Subplots. Dabei ist gerade in einem Polit-Thriller die Klarheit des Denkens wichtig. Immerhin will er über Missstände aufklären, für Empörung sorgen und zum Handeln auffordern. Nichts davon gelingt „Die Lügen der Sieger“. Eher schon befördert er ein konservativ-reaktionäres Gefühl, das sagt, dass alles hoffnungslos mit allem verflochten ist, alles furchtbar undurchschaubar ist und man sowieso nichts gegen die da Oben machen kann.
Und dabei habe ich noch nichts über den Protagonisten Fabian Groys gesagt, der sich natürlich in seine junge Praktikantin (die er zunächst nicht will, weil er immer allein arbeitet) verliebt, einen Halbstarken-Porsche fährt, alleinstehend, spielsüchtig und zuckerkrank ist. Trotzdem ist er kein komplexer Charakter, sondern eine reine Reißbrett-Figur, bei der seine pompös eingeführte Spielsucht und seine ebenso pompös eingeführte Krankheit für die Haupthandlung vollkommen unwichtig sind. Am Ende, nachdem die Haupthandlung abgeschlossen ist, gibt es dann einen Anschlag auf Groys‘ Leben, der nicht die Skrupellosigkeit der Bösewichter, sondern die Unplausibilität des Drehbuchs demonstriert. Das Hollywood-Äquivalent dazu wäre – ich will ja nichts verraten – der James-Bond-Bösewicht, der erst nachdem er von Bond besiegt wurde, einen von Anfang an zum Scheitern verurteilten Angriff auf Bonds Leben startet.
Dabei hätte man aus Groys‘ Spielsucht und seiner Krankheit wirklich etwas machen können. Immerhin könnten die Bösewichter beides benutzten, um seine Recherchen schwieriger zu gestalten und sie hätten versuchen können, ihn mit seiner Spielsucht und seiner Krankheit zu erpressen.
Im Vorhof der Hölle (USA 1990, Regie: Phil Joanou)
Drehbuch: Dennis McIntyre
Terry Noonan kehrt zurück in sein altes Viertel Hell’s Kitchen und trifft sich auch gleich wieder mit seinen alten Gangsterkumpels. Was diese nicht wissen: inzwischen ist Terry bei der Polizei.
Klasse Neo-Noir-Krimi, der damals etwas unterging und, optisch und schauspielerisch brillant, in bekannten Gewässern fischt.
Mit Sean Penn, Gary Oldman, Robin Wright, John Turturro, Burgess Meredith, John C. Reilly
Catch me if you can (USA 2002, Regie: Steven Spielberg)
Drehbuch: Jeff Nathanson
LV: Frank Abagnale (mit Stan Redding): Catch me if you can: The Amazing True Story of the Youngest and Most Daring Con Man in the History of Fun and Profit, 1980 (Mein Leben auf der Flucht, Catch me if you can)
Spielberg erzählt kurzweilig die wahre Geschichte des Hochstaplers Frank Abagnale. Der Film „ist eine swingende, schwerelose Krimikomödie, die durch Tempo, Charme und Verspieltheit überzeugt.“ (Berliner Zeitung, 30. Januar 2003)
Mit Leonardo DiCaprio, Tom Hanks, Christopher Walken, Martin Sheen, Nathalie Baye, James Brolin, Jennifer Garner
Themenabend: Die Schattenmacht
Gut, der eigentliche Themenabend ist nicht sooo lang, aber dann zeigt Arte noch einige Filme, die den Abend zu einem Mega-Themenabend machten:
Arte, 20.15 (VPS 21.10) Operation Weiße Weste (Deutschland 2015) (über die Mafia in Europa)
Arte, 21.10 (VPS 20.15) Im Visier der Kartelle: Drogenkrieg in Westafrika (Deutschland 2015)
Arte, 22.00 Gesprächsrunde (megakurze Diskussion zum Themenabend)
Arte, 22.10 Drogen: Amerikans längster Krieg (USA 2012) (Eugene Jarecki über den Kampf der USA gegen Drogen und die Drogenkriminalität)
Arte, 00.00 So kommst Du ins Weiße Haus! – Eine Gebrachsanweisung (Frankreich 2012) (Revue über hundert Jahre US-amerikanischer Präsidentschaftsgeschichte)
Arte, 01.00 Kolumbiens Trauma – Verschwunden im Justizpalast(Kolumbien 2011) (über einen Militäreinsatz in Bogota 1985)
Arte, 02.20
Die Doku „Schlaganfall – Jede Minute zählt“ behandelt jetzt wirklich ein anderes Thema.
Ach ja: alle weiteren Infos hier.
Chiara ist die Geliebte des international gesuchten Geldwäschers Anthony Zimmer. Um die sie verfolgenden Polizisten abzulenken, flirtet sie im Zug nach Nizza mit dem biederen Übersetzer Francois. Der wird von den Verfolgern für Anthony Zimmer gehalten.
Locker-flockiger und extrem kurzweiliger Thriller, der ein vergessenswertes Hollywood-Remake „The Tourist“ (von Florian Henckel von Donnersmarck mit Angelina Jolie und Johnny Depp) erhielt.
Salles Werk war als bestes Debüt für einen César nominiert.
mit Yvan Attal, Sophie Marceau, Sami Frey, Daniel Olbrychski
Lord of War – Händler des Todes (USA 2005, Regie: Andrew Niccol)
Drehbuch: Andrew Niccol
There are over 550 million firearms in worldwide circulation. That’s one firearm for every twelve people on the planet. The only question is: How do we arm the other 11? (Yuri Orlov)
Einer der wenigen ansehbaren Nicolas-Cage-Filme, die der Schauspieler in diesem Jahrzehnt drehte. Dafür sammelte er in den vergangenen Jahren Razzie-Nominierungen.
In der knalligen Satire „Lord of War – Händler des Todes“ spielt er Yuri Orlov, einen Waffenhändler, der ungefähr jeden Potentaten der Nach-Kalter-Kriegs-Welt mit Waffen beliefert. Der Film erzählt in kurzen Episoden die Geschichte seines märchenhaften Aufstiegs von den Hinterhöfen Little Odessas in die Hinterhöfe der Weltpolitik. Denn mit dem illegalen Waffenhandel kann viel Geld verdient werden.
That was intentional, just to be a little subversive and make almost like a ‘how-to’ film – how to be an arms dealer – and I thought that would be a more interesting way into it than a typical story structure. (Andrew Niccol)
Dick Clement und Ian La Frenais sind zwei alte Hasen im britischen Filmgeschäft. Sie schrieben unter anderem die Drehbücher zu „Commitments“, „Wasser – Der Film“, etlichen Lovejoy-Folgen (in Deutschland nie gezeigt) und zu „Die alles zur Sau machen“ (Villain).
Mit ihrem Edgar-nominierten Film „Bank Job“ kehrten sie wieder in die frühe Siebziger und dem von ihnen mit „Villain“ mitbegründeten britischen Gangsterfilm zurück. Dieses Mal lassen sie sich von einem wahren Bankraub inspirieren. Am 11. September 1971 raubten einige Kleingauner aus der Lloyd’s Bank 500.000 Pfund (was heute sechs Millionen Euro wären). Die Zeitungen füllten ihre Spalten mit Sensationsberichten über den „Walkie-Talkie-Einbruch“. Vier Tage lang. Dann untersagte die Regierung aus Gründen der nationalen Sicherheit weitere Berichte, vier Räuber wurden verhaftet, ihren Namen wurden nie bekannt, das Strafmaß ist unbekannt, große Teile der Beute verschwunden und die Akten darüber sind bis 2054 unter Verschluss. Das Team Clement/La Frenais hat jetzt mit „Bank Job“ eine Geschichte erfunden, die die Wahrheit sein könnte.
Und Roger Donaldson hat im Retro-Look einen angenehm altmodischen Ganovenfilm über den großen Coup, gewürzt mit einer Prise Polit-Thriller, gedreht.
Mit Jason Statham, Saffron Burrows, Stephen Campbell Moore, Daniel Mays, James Faulkner, Alki David