Neu im Kino/Filmkritik: Über Hayao Miyazakis „Der Junge und der Reiher“

Januar 5, 2024

Seinen Rückzug hat Hayao Miyazaki bereits öfter angekündigt. Und hat dann einen weiteren Film gemacht. Trotzdem könnte es dieses Mal stimmen. Schließlich ist er 83 Jahre und die Produktion seines aktuellen Films hat sieben Jahre (vier Jahre länger als ursprünglich geplant) gedauert. Ein Grund war, dass für diesen Animationsfilm zugunsten von Handzeichnungen auf Computertechnik weitgehend verzichtet wurde. Natürlich verzichtet das produzierende Studio Ghibli, die weltweit erfolgreiche und bewunderte japanischen Antwort auf Walt Disney, nicht vollkommen auf Computer. Aber die klassiche Animation wird gepflegt und das sieht man in den Bildern von Hayao Miyazakis neuem Film „Der Junge und der Reiher.“

Die Geschichte spielt während des Zweiten Weltkriegs. Bei einem Luftangriff auf Tokio verliert der elfjährige Mahito seine Mutter. Er wird zu seinem Vater aufs Land geschickt. Dort kommt er in einem alten Herrenhaus, das sich auf einem riesigen Landgut befindet, unter. Für einen Jungen ist das die ideale Gegend für einsame Streifzüge an verbotene Ort und damit verbundener Abenteuer. Wenn da nicht seine alles überwältigende Trauer über den Verlust seiner geliebten Mutter und ein sprechender Graureiher, der ihn anscheinend auf Schritt und Tritt begleitet und nervt, wären.

Eines Tages entdeckt er eine verfallene Turmruine. Als er sie betritt, betritt er, wie Alice in „Alice im Wunderland“, eine andere Welt. Der Graureiher begleitet ihn als Reiseführer mit unklarer Agenda in diese Welt, in der Mahito sich mit seinen Gefühlen und Wünschen auseinandersetzen muss.

Miyazaki, der für seinen Film „Chihiros Reise ins Zauberland“ 2002 auf der Berlinale den Goldenen Bären und später auch den Oscar für den besten Animationsfilm erhielt, lässt in Mahitos Geschichte auch einige Details aus seiner Biographie einfließen. Das ist insofern ungewöhnlich, weil er das sonst nicht tut. Andererseits sind diese biographischen Details eher beliebig. So zog seine Familie während des Krieges aus der Stadt aufs Land. Sein Vater arbeitete ebenfalls in einer Fabrik, die Teile für Kampfflugzeuge herstellte. Mahito soll dem jungen Miyazaki ähneln. Allerdings wurde Miyazaki erst 1941 geboren und seine Mutter überlebte den Krieg um viele Jahre. Sie starb 1983.

Das gesagt, ändert das nichts daran, dass die Geschichte von „Der Junge und der Reiher“ persönlich und zugleich universell ist. Es geht um Trauer, Verlust und das Erwachsenwerden. Das erzählt Miyazaki ausufernd und mit vielen Anspielungen, die ohne Erklärungen wahrscheinlich nur mit der japanischen Kultur gut vertrautes Publikum versteht, in einer wunderschön gezeichneten fantastischen Welt.

In Japan, wo der Film ohne eine große Werbekampagne anlief, hatte er den besten Start eines Ghibli-Films. Auch in Frankreich und den USA war der Film in der Startwoche auf dem ersten Platz.

Und Hayao Miyazaki scheint seinen Ruhestand so zu genießen, dass er jeden Tag in sein Studio-Ghibli-Büro geht und Ideen für seinen nächsten Film aufschreibt.

Der Junge und der Reiher (Kimitachi wa Do Ikiru ka, Japan 2023)

Regie: Hayao Miyazaki

Drehbuch: Hayao Miyazaki

Länge: 124 Minuten

FSK: ab 12 Jahre (mit Eltern ab 6 Jahre – wobei ich die FSK-12 für sehr nachvollziehbar halte)

Internationaler Titel: The Boy and the Heron

–

Lektüretipp

Wer mehr über das Studio Ghibli und seine bisherigen Filme, die ausführlich vorgestellt werden, werden, sollte sich das informative Buch von Michael Leader und Jake Cunningham besorgen.

Michael Leader/Jake Cunningham: Ghibliothek – Der inoffizielle Guide zu den Filmen von Studio Ghibli

(übersetzt von Katrin Aust)

Panini, 2022

192 Seiten

30 Euro

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Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Der Junge und der Reiher“

Metacritic über „Der Junge und der Reiher“

Rotten Tomatoes über „Der Junge und der Reiher“

Wikipedia über „Der Junge und der Reiher“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 5. Januar: Basic Instinct

Januar 4, 2024

3sat, 22.25

Basic Instinct (Basic Instinct, USA 1992)

Regie: Paul Verhoeven

Drehbuch: Joe Eszterhas

San Francisco: Detective Nick Curran (Michael Douglas) soll den Mord an einem ehemaligen Rockmusiker aufklären. Die Hauptverdächtige ist Catherine Tramell (Sharon Stone), Bestsellerautorin von blutigen Sensationsthrillern. Während seiner Ermittlungen verliebt Curran sich in sie.

Der Plot ist 08/15-Noir-Ware. Aber wie Paul Verhoeven das inszeniert und wie er dabei im Rahmen eines Mainstream-Thrillers auf die Skandal- und Sensationslust des notorisch prüden US-amerikanischen Publikums spekuliert, ist große Kunst.

Damals war der Erotikthriller vor allem in den USA ein heftig umstrittener Kinohit und der Beginn einer Welle zahlreicher, bis auf wenige Ausnahmen, schlechterer Erotikthriller.

Heute ist „Basic Instinct“ ein Klassiker.

Mit Michael Douglas, Sharon Stone, George Dzundza, Denis Arndt, Jeanne Tripplehorn

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Basic Instinct“

Wikipedia über „Basic Instinct“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Paul Verhoevens „Flesh + Blood“ (Flesh + Blood, USA 1985)

Meine Besprechung von Paul Verhoevens Philippe-Djian-Verfilmung „Elle“ (Elle, Frankreich/Deutschland/Belgien 2016) und der DVD

Meine Besprechung von Paul Verhoevens „Benedetta“ (Benedetta, Frankreich 2021) und der DVD


Neu im Kino/Filmkritik: Verzichtbares „Role Play“

Januar 4, 2024

Emma Brackett (Kaley Cuoco) ist eine glücklich verheiratete Mutter von zwei Kindern und Profikillerin. Ihr Mann Dave (David Oyelowo) und ihre Kinder wissen das nicht. Sie glauben, dass Emma eine von den vielen Reisen gestresste Firmen-Beraterin ist, die auch mal den Hochzeitstag vergisst.

Die Feier soll in einem noblen Hotel in New York nachgeholt werden. Und um den Abend etwas peppiger zu gestalten, tun Emma und Dave so, als ob sie sich zufällig an der Hotelbar begegnen würden. Bevor Dave mit Emma extrem unbeholfen flirten kann, wird sie von einem älteren Mann (Bill Nighy) angesprochen. Er, Bob Kitterman (bzw. Kellerman), ist allerdings kein harmlos-nerviger Handelsreisender, sondern wie Emma ein Profikiller. Er will sie töten und so ein auf sie ausgesetztes Kopfgeld einstreichen.

Emma ist schneller. Und Bill Nighy verabschiedet sich in dem Moment aus dem Film.

Wenige Stunden später, nach einem Blick auf die Überwachungskameras und einem Gespräch mit dem Barkeeper, interessieren sich die New Yorker Polizei und höherrangige Behörden für Emma und Dave. In dem Moment ist Emma auf der Suche nach Antworten bereits in Richtung Berlin verschwunden.

Das könnte das Set-up für eine locker-flockige Actionkomödie sein, die möglicherweise auch einige ernstere Themen anspricht oder, wie Taika Waititi in seinem ebenfalls heute angelaufenem Feelgood-Sportfilm „Next Goal wins“, in einer Metaebene Genreklischees selbstironisch behandelt.

Könnte.

Denn „Role Play“, inszeniert von Thomas Vincent (u. a. einige Folgen der Serien „Bodyguard“ und „Reacher“) nach einem Drehbuch von Seth Owen (u. a. „Das Morgan Projekt“), ist ein Film, der sich nie entscheiden kann, ob er eine Komödie oder ein Thriller sein will. Unentschlossen pendelt er zwischen beiden Genres und findet niemals, oft noch nicht einmal innerhalb einer Szene, einen auch nur halbwegs einheitlichen Erzählton. Außér wir halten Witze, die nicht witzig sind und Spannungsmomente, die nicht spannend sind, für einen einheitlichen Erzählton. Die Action reicht nie über TV-Serienniveau hinaus. Und die Story ist eine vergessenswerte, wenig bis überhaupt nicht durchdachte Ansammlung vertrauter und schon lange nicht mehr ernst zu nehmender Plotelemente, über die ich hier kein weiteres Wort verlieren möchte. Das wären ja Spoiler.

Berlin und Brandenburg sind eine beliebig austauschbare Kulisse. Immerhin wurde der Film vor Ort gedreht.

Role Play (Role Play, USA/Frankreich/Deutschland 2023)

Regie: Thomas Vincent

Drehbuch: Seth Owen

mit Kaley Cuoco, David Oyelowo, Bill Nighy, Connie Nielsen, Rudi Dharmalingam

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Filmportal über „Role Play“

Moviepilot über „Role Play“

Metacritic über „Role Play“

Rotten Tomatoes über „Role Play“

Wikipedia über „Role Play“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Taika Waititis Feelgood-Sportkomödie „Next Goal wins“

Januar 4, 2024

Nach einem cholerischen Anfall während eines Spiels haben Thomas Rongens Arbeitgeber genug. Sie entlassen den Trainer. Er ist untragbar und spätestens nach einem Blick auf die Aufzeichnung von seinem jüngsten Anfall will niemand mehr den Irren einstellen. Bis auf die Nationalmannschaft von Amerikanisch-Samoa. Die im südlichen Pazifik liegende Inselgruppe ist ein Außengebiet der USA. Die Mannschaft steht auf der FIFA-Rangliste seit Ewigkeiten auf dem letzten Platz. 2001 stellten sie beim Qualifikationsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft einen desaströsen Rekord auf. Ihr Gegner Australien schoss während des Spiels 31 Tore und stellte damit den Weltrekord für den höchsten Sieg in einem Fußballländerspiel auf.

Zehn Jahre später hat sich für die Mannschaft von Amerikanisch-Samoa nichts geändert. Sie stehen immer noch auf dem letzten Platz und sie schießen immer noch keine Tore. Rongen soll das ändern. Als er die Mannschaft sieht, ist er schockiert. Es ist eine Gruppe hoffnungsloser Amateure, die begeistert spielt, aber nicht unbedingt gewinnen möchte.

Die Idee für den Film hatte Taika Waititi schon vor fast zehn Jahren als er die 2014 entstandene Doku „Next Goal wins“ sah. Sie erzählt die Geschichte der Fußballmannschaft von Amerikanisch-Samoa, ihrem Trainer Thomas Rongen und wie es ihnen gelangt, den letzten Platz auf der FIFA-Rangliste zu verlassen. Das war eine herzerwärmende Geschichte, die ein gutes Fundament für einen komischen Feelgood-Film bot. Bis es dann zu den Dreharbeiten und dem jetzt fertigen Film „Next Goal wins“ kam, vergingen einige Jahre. Waititi und sein Co-Drehbuchautor Iain Morris interessierten sich nicht für eine faktengetreue Nacherzählung des Dokumentarfilms und der wahren Geschichte; – wer sich dafür interessiert, sollte sich die spielfilmlange Doku ansehen. Sie ließen sich von der wahren Geschichte inspirieren und fantasierten munter drauflos.

Trotzdem entspricht die Figur, die auf den ersten Blick wie eine sich an den Zeitgeist anbiedernde Modernisierung wirkt, der Realität. Jaiyah Saelua ist eine Faʻafafine; ein in der samoanischen Kultur breit akzeptiertes soziales Geschlecht zwischen Mann und Frau. Sie spielte damals in der Mannschaft mit und wollte als Frau angesprochen werden. Saelua war die erste transsexuelle Spielerin in einem FIFA-Qualifikationsspiel für eine Weltmeisterschaft. Nach den im Film geschilderten Ereignissen spielte sie weiter Fußball und wurde zur FIFA-Botschafterin.

„Next Goal wins“ ist sicher Waititis konventionellster Film. Er gibt sich damit zufrieden, die Konventionen eines Feelgood-Films, in dem ein Underdog (in diesem Fall ist der Underdog eine ganze Fußballmannschaft) einen für unmöglich gehaltenen Sieg erringt, zu befolgen. Dabei ironisiert er die Klischees dieser Feelgood-Sportfilme ein wenig. Das gefällt, unterhält kurzweilig, aber auch überraschungsfrei.

Das Ergebnis ist ein zur Toleranz und Akzeptanz aufrufender, altmodischer Feelgood-Film, der tief in den Klischees über das Leben auf einer malerischen Südsee-Insel badet. Die Einwohner von Amerikanisch-Samoa sind so leger und gewitzt, dass sie dem Stinkstiefel Rongen mehr als eine Lektion erteilen. Und für einen Witz hat Waititi immer Zeit.

Next Goal wins (Next Goal wins, USA 2023)

Regie: Taika Waititi

Drehbuch: Taika Waititi, Iain Morris

mit Michael Fassbender, Oscar Kightley, Kaimana, David Fane, Rachel House, Boulah Koale, Uli Latukefu, Taika Waititi, Will Arnett, Elisabeth Moss

Länge: 105 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

–

Hinweise

Moviepilot über „Next Goal wins“

Metacritic über „Next Goal wins“

Rotten Tomatoes über „Next Goal wins“

Wikipedia über „Next Goal wins“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Next Goal wins“ (eindeutiger Punktsieg für Hollywood)

Meine Besprechung von Taika Waititi „5 Zimmer Küche Sarg“ (What we do in the Shadows, Neuseeland 2014)

Meine Besprechung von Taika Waititis „Thor: Tag der Entscheidung“ (Thor: Ragnarok, USA 2017)

Meine Besprechung von Taika Waititis „Jojo Rabbit“ (Jojo Rabbit, USA 2019)

Meine Besprechung von Taika Waititis „Thor: Love and Thunder“ (Thor: Love and Thunder, USA 2022)


Neu im Kino/Filmkritik: Sofia Coppola, „Priscilla“ und Elvis Presley

Januar 4, 2024

1959 trifft Priscilla Beaulieu in Deutschland auf einer US-Militärbasis Elvis Presley. Der 24-jährige Weltstar musste für seinen zweijährigen Militärdienst seine gut laufende Karriere als Musiker unterbrechen. Sie ist vierzehn Jahre und, wie viele Teenager, über beide Ohren verliebt in den Rockmusiker. Vor allem nachdem der an Einsamkeit und Heimweh leidende, feinfühlige und sehr höfliche Musiker sich für sie interessiert.

Ihre Eltern sind zunächst skeptisch, aber nachdem Elvis ihnen verspricht, auf Priscilla aufzupassen, darf sie ihn abends begleiten. Nach dem Ende seines Militärdienstes halten sie weiter Kontakt. 1963 zieht die siebzehnjährige Schülerin, mit dem Einverständnis ihrer Eltern, zu Elvis nach Graceland. Elvis hat ihnen versprochen, Priscilla zu heiraten, sobald sie volljährig ist. 1967 heiraten sie. Ihre 2023 verstorbene Tochter Lisa Marie Presley kommt neun Monate nach der Hochzeitsnacht auf die Welt. 1972 trennen Elvis und Priscilla Presley sich. Ein Jahr später erfolgt die Scheidung.

Das sind die historisch verbürgten, allgemein bekannten Eckpunkte, die auch den Rahmen für Sofia Coppolas neuen Film „Priscilla“ liefern. Und die sie zu einer weiteren Studie in Ennui benutzt.

Elvis hängt zwar manchmal zwischen Konzerten und Filmdrehs mit seinen Freunden in Graceland ab, aber in Coppolas Film ist er nur eine Nebenfigur. Im Zentrum steht Priscilla, die sich in Graceland langweilt, alleine ist und melancholisch aus dem Fenster starrt. Sie ist eine Quasi-Gefangene. Sie macht Hausaufgaben, während unten gefeiert wird. Sie erträgt in ihren Privatgemächern die wechselnden Launen von Elvis. Mal ist er herrisch, mal liebevoll, mal wissbegierig.

Dazu präsentiert Coppola Rocksongs, die zu Priscillas Gefühlen passen. Auch wenn die Songs erst später veröffentlicht wurden. Einige Cover-Versionen von Elvis-Presley-Songs sind auch dabei. Diesen freimütigen Umgang mit der Musik praktizierte sie erstmals in ihrem Biopic „Marie Antoinette“. In dem im 18. Jahrhundert in Versailles spielendem Historiendrama kommentieren moderne, teils bekannte Rocksongs die Handlung. Das funktioniert überraschend gut und wurde seitdem von anderen Regisseuren kopiert. Zum Beispiel zuletzt von Frauke Finsterwalder in ihrem Kaiserin-Sisi-Film „Sisi & Ich“.

In „Priscilla“ wurde ihr dieser Schritt von den Rechteinhabern der Elvis-Presley-Songs aufgezwungen. Sie verweigerten ihr die Benutzung und zwangen sie zu der jetzt zu hörenden Musikauswahl. Ihr Mann Thomas Mars und seine Indie-Rockband Phoenix waren für die Songauswahl und Teile der Filmmusik verantwortlich.

Auch sonst bewegt Sofia Coppola sich in „Priscilla“ mit vertrauten Stilmitteln auf vertrautem Terrain. Wieder, wie vor allem in „Lost in Translation“, „Somewhere“ und, mit Einschränkungen, „Die Verführten“ (The Beguiled), vermittelt sie überzeugend das Gefühl, das ihre Protagonistin in einem ereignislosen Warte- und Schwebezustand sind. Priscilla lernt Elvis als Kind kennen und verlässt ihn vierzehn Jahre später als Frau, die die Welt außerhalb ihres goldenen Käfigs nicht kennt. Dazwischen wartet sie auf ihren ständig abwesenden Mann.

Coppola inszeniert diese Ereignislosigkeit sehr gut, aber auch mit einem Hang zur gepflegten Langeweile. Die farbentsättigten Bilder gefallen, die Ausstattung ist stimmig, die Schauspieler sind gut, die Musik ist wohlig vertraut, die Story plätschert vor sich hin. Wenn Priscilla am Filmende Elvis und Graceland verlässt, passiert das weniger wegen eines bestimmten Ereignisses, sondern weil Elvis‘ Verhalten in dem Moment der berühmte letzte Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt. Es ist der Moment, in dem sie sich sagt, dass der Rest ihres Lebens anders sein soll.

Wer dagegen mehr über Priscilla Presley oder Einzelheiten über ihre Beziehung erfahren möchte, muss andere Filme und Bücher, wie Priscilla Presleys Biographie, auf der Coppolas Film lose basiert, studieren.

Priscilla (Priscilla, USA 2023)

Regie: Sofia Coppola

Drehbuch: Sofia Coppola

LV: Priscilla Presley: Elvis and Me, 1985 (Elvis und ich)

mit Cailee Spaeny, Jacob Elordi, Ari Cohen, Dagmara Domińczyk, Tim Post, Lynne Griffin

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Moviepilot über „Priscilla“

Metacritic über „Priscilla“

Rotten Tomatoes über „Priscilla“

Wikipedia über „Priscilla“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Sofia Coppolas „The Bling Ring“ (The Bling Ring, USA 2013)

 


TV-Tipp für den 4. Januar: A bigger Splash

Januar 3, 2024

3sat, 22.25

A bigger Splash (A bigger Splash, Italien/Frankreich 2015)

Regie: Luca Guadagnino

Drehbuch: David Kajganich

Die Rockmusikerin Marianne (Tilda Swinton) und ihr Freund Paul (Matthias Schoenaerts) wollen auf der italienischen Insel Pantelleria einige ruhige Tage verbringen. Als ihr Ex-Freund Harry (Ralph Fiennes) und seine Tochter Penelope (Dakota Johnson) bei ihnen auftauchen, ist in dem einsam gelegenem Haus mit der Ruhe vorbei.

Wunderschöner Sommerfilm.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tilda Swinton, Ralph Fiennes, Matthias Schoenaerts, Dakota Johnson, Aurore Clement, Elena Bucci, Lily McMenamy, Corrado Guzzanti

Hinweise

Moviepilot über „A bigger Splash“

Metacritic über „A bigger Splash“

Rotten Tomatoes über „A bigger Splash“

Wikipedia über „A bigger Splash“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „A bigger Splash“ (A bigger Splash, Italien/Frankreich 2015) und der DVD

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „Call me by your Name“ (Call me by your Name, USA 2017)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „Suspiria“ (Suspiria, Italien/USA 2018)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „Bones and All“ (Bones and All, Italien/USA 2022)


TV-Tipp für den 3. Januar: Coppelia

Januar 2, 2024

Arte, 23.05

Coppelia (Coppelia, Niederland/Belgien/Deutschland 2021)

Regie: Jeff Tudor, Steven De Beul, Ben Tesseur

Drehbuch: Jeff Tudor, Steven De Beul, Ben Tesseur

LV: Léo Delibes: Coppélia ou La Fille aux yeux d’émail, 1870 (Coppelia oder Das Mädchen mit den Glasaugen)

TV-Premiere. Swan und ihre Freunde leben in ihrem Dorf ein mediterran entspanntes Leben. Das ändert sich als Doktor Coppelius eine Schönheitsklinik errichtet und beginnt, zusammen mit seiner Muse, der überirdisch schönen Roboterfrau Coppelia, die Dorfbewohner zu verführen. Er verspricht ihnen Schönheit, sagt aber nichts über den Preis.

Als Swans Freund in die Klinik entführt wird, versucht sie ihn zu retten. Gemeinsam mit ihren Freunden entdecken sie das Geheimnis des Doktors.

Stars der internationalen Ballettszene tanzen sich durch einen weitgehend gezeichneten Stummfilm. Das Ergebnis ist herziges Märchen mit Humor, Musik und Tanz.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Michaela DePrince, Daniel Camargo, Vito Mazzeo, Darcey Bussell, Irek Mukhamedov, Corps de Ballet des Niederländischen Nationalballetts

Hinweise

Filmportal über „Coppelia“

Moviepilot über „Coppelia“

Rotten Tomatoes über „Coppelia“

Wikipedia über das Ballett „Coppelia“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jeff Tudor/Steven De Beul/Ben Tesseurs „Coppelia“ (Coppelia, Niederland/Belgien/Deutschland 2021)


TV-Tipp für den 2. Januar: The Big Lebowski

Januar 1, 2024

Kabel 1, 20.15

The Big Lebowski (The Big Lebowski, USA 1998)

Regie: Joel Coen

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

Ein echter Kultfilm.

Die Geschichte ist, wie bei Raymond Chandler, der als Inspiration diente, kaum nacherzählbar, labyrinthisch, voller grandioser Szenen und Sätze und wahrscheinlich bar jeder Logik. Im wesentlichen geht es darum, dass der Dude mit seinem ihm bis dahin unbekannten, stinkreichen, herrischen, querschnittgelähmten Namensvetter verwechselt wird und er in eine undurchsichtige Entführungsgeschichte hineingezogen wird.

mit Jeff Bridges, John Goodman, Julianne Moore, Steve Buscemi, David Huddleston, Philip Seymour Hoffman, Tara Reid, Philip Moon, Mark Pellegrino, Peter Stormare, Flea, John Turturro, Sam Elliott, Ben Gazzara

Hinweise

Homepage des Lebowski Fest

Drehbuch „The Big Lebowski“ von Joel & Ethan Coen

Rotten Tomatoes über „The Big Lebowski“

Wikipedia über „The Big Lebowski“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Meine Besprechung von Joel Coens „Macbeth“ (The Tragedy of Macbeth, USA 2021)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 1. Januar: Tatort: Reifezeugnis

Dezember 31, 2023

RBB, 22.00

Tatort: Reifezeugnis (Deutschland 1977)

Regie: Wolfgang Petersen

Drehbuch: Herbert Lichtenfeld

Gymnisiastin Sina hat ein Verhältnis mit ihrem Lehrer Fichte. Als ein Klassenkamerad davon erfährt, erpresst er sie. Sie erschlägt ihn und Kommissar Finke hat einen neuen Fall.

Die Kommissar-Finke-Tatorte von Herbert Lichtenfeld und Wolfgang Petersen erstellten in der ersten Hälfte der Siebziger eine Ethnographie der norddeutschen Provinz. Sie gehören zu den zeitlosen Tatorten, die den legendären Ruf der Reihe begründeten und auch heute noch besser als die meisten aktuellen Tatorte sind. Ihre sechste und letzte Zusammenarbeit (Lichtenfeld schrieb noch einen weiteren Finke-Tatort) ist ein spannender Psychothriller, der sich in erster Linie für die Motive von Tätern und Opfern interessiert.

Der Klassiker „Reifezeugnis“ „stellt die Lüge eines gesicherten, konfliktfreien Lebens einmal nicht durch gesellschaftliche Verhältnisse, sondern durch die Größe einer Emotion in Frage, für die im antiautoritären Lebensentwurf nicht so leicht ein Platz zu finden ist. (…)

Über sieben Jahre hinweg entwickelte die Finke-Reihe, die Lichtenfeld und Petersen als junges Team begonnen hatten, eine erstaunliche inhaltliche, aber auch formale Kontinuität. Einen nicht geringen Anteil daran hat die Musik von Nils Sustrate (…) Vor allem aber natürlich Klaus Schwarzkopf, dessen zurückhaltendes, stilles und äußerst präzises Spiel die Grundlage bietet, auf der sich die Geschichten entfalten können und damit auch die beeindruckende Star-Galerie, die darin agiert.“ (Wolfgang Struck: Kommissar Finke und die Ethnographie der Provinz, in Eike Wenzel, Hrsg.: Tatort, 2000)

Nastassja Kinski wurde mit ihrer ersten Hauptrolle als Mörderin zum Star. Danach drehte sie „Tess“, „Cat People“, „One from the heart“ und „Paris,Texas“.

mit Klaus Schwarzkopf, Rüdiger Kirchstein, Nastassja Kinski, Christian Quadflieg, Judy Winter, Marcus Boysen

Hinweise

Wikipedia über „Reifezeugnis“

Tatort-Fundus über die Finke-Tatorte

Tagespiegel: Joachim Huber über den Tatort (22. März 2017)

Meine Besprechung von Wolfgang Petersens „Die Konsequenz“ (Deutschland 1977)


TV-Tipp für den 31. Dezember: Pop around the clock

Dezember 30, 2023

3sat, 05.30

Pop around the clock

Los geht es zu nachtschlafender Zeit um 05.30 Uhr mit Carole King. Weiter geht es mit Bob Dylan (um 06.15 Uhr gibt es sein neues Werk „Shadow Kingdom – The Early Songs“), den Highwaymen (um 07.05 Uhr), Lynyrd Skynyrd (um 08.20 Uhr), Mick Fleetwood (um 09.15 Uhr), Eric Clapton (um 10.30 Uhr), Peter Gabriel (um 11.30 Uhr), Sting (um 12.45 Uhr), Céline Dion (um 14.00 Uhr), Herbert Grönemeyer (um 14.45 Uhr), Paul McCartney & Wings (um 16.45 Uhr), George Michael (um 17.45 Uhr), P!NK (um 19.00 Uhr), Tina Turner (um 20.15 Uhr), Rolling Stones (um 21.30 Uhr – natürlich sind die Stones dabei), Madonna (um 23.30 Uhr), Bryan Adams (um 01.30 Uhr), Backstreet Boys (um 02.30 Uhr), Santana (um 03.45 Uhr) und endet um 05.00 Uhr mit Rita Ora (um 05.00 Uhr).

Die Konzerte sind meist neueren Datums – Ausnahmen sind Carole King (von 1973), die Highwaymen (von 1990), Eric Clapton (von 1990/1991), Peter Gabriel (von seiner 1994er „Secret World“-Tour), Paul McCartney (mit den Wings trat er in den Siebzigern auf), Tina Turner (von 2009) und den Rolling Stones (GRRR von 2012). Diese Konzerte sind teilweise erst jetzt in der hier präsentierten Version veröffentlicht worden.

Das Programm besteht, wie gewohnt, vor allem aus alten Bekannten, die schon vor Jahrzehnten auftraten. Das gefällt, ist aber wenig aufregend. Ich würde mir da etwas mehr Experimentier- und Entdeckerfreude wünschen.

Alle Infos und die Konzerte gibt es auch hier.


TV-Tipp für den 30. Dezember: Brexit – Chronik eines Abschieds

Dezember 29, 2023

One, 18.40

Brexit – Chronik eines Abschieds (Brexit: The uncivil war, Großbritannien 2019)

Regie: Toby Haynes

Drehbuch: James Graham

Packendes satirisches, äußerst dicht und flott erzähltes Drama über die Kampagne, die dazu führte, dass die Briten am 23. Juni 2016 für den Austritt aus der Europäischen Union stimmten. Im Mittelpunkt des Films steht der skrupellose Spindoktor Dominic Cummings (Benedict Cumberbatch, grandios!), der die manipulative und vor Lügen strotzende „Vote Leave“-Kampagne zum Erfolg führte.

mit Benedict Cumberbatch, John Heffernan, Rory Kinnear, Simon Paisley Day, Lee Boardman

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Brexit – Chronik eines Abschieds“

Wikipedia über „Brexit – Chronik eines Abschieds“


Neu im Kino/Filmkritik: „Joan Baez: I am a Noise“ und eine Sängerin, Aktivistin und Schwester

Dezember 29, 2023

Wenige Tage vor ihrem Geburtstag am 9. Januar läuft Karen O’Connor, Miri Navasky und Maeve O’Boyles sehr intime Doku „Joan Baez: I am a Noise“ über das Geburtstagskind an. Die 1941 in Staten Island, New York, geborene Joan Baez wurde mit ihrem Auftritt auf dem Newport Folk Festival 1959 als Folksängerin schlagartig bekannt. Schallplattenaufnahmen, Auftritte und Ruhm folgten. Von Anfang engagierte sich die Folk- und Protestsängerin auch politisch. Sie war aktiver Teil der Gegenkultur. Sie hatte eine jahrelange Liebesbeziehung zu Bob Dylan, die später zu einer Hassliebe wurde. In den siebziger Jahren wurden ihre Schallplatten schlechter und seltener. Folk war nicht mehr die Musik, die Jugendliche hörten. Sie hörten Punk, Rap, Heavy Metal und Grunge. In den vergangenen Jahrzehnten, so ungefähr ab den neunziger Jahren, wurde sie zur Elder Statesperson der Folkmusik.

2019 verkündete sie ihren Abschied von der Live-Bühne. Diese Abschiedstour und der damit verbundene Rückblick auf Leben und Karriere ist auch der Rahmen für den Dokumentarfilm „Joan Baez: I am a Noise“. Ein zweiter Erzählstrang ist daher Baez‘ Biographie. Hier konnten die Regisseurinnen auf Baez‘ großes Archiv zugreifen. In einem dritten Erzählstrang geht es um die inneren Dämonen, Gefühle und psychischen Probleme von Joan Baez. Sie spricht offen darüber. Für den Film wurden vor allem Menschen aus Baez‘ engstem Umfeld interviewt. Auf Statements von Prominenten, die über den Einfluss von Baez auf die Kunst, ihr Leben und ihre Musik reden, wurde verzichtet.

Entstanden ist eine Doku, die sich stark – für mein Empfinden zu stark – auf das Privatleben von Joan Baez konzentriert. Sie richtet sich primär an ihre Fans, die Joan Baez auf der Kinoleinwand sehen wollen, und an die Menschen, die nichts über Joan Baez wissen und einen schnellen Überblick über ihr Leben haben wollen. Das gelingt dem Film ausgezeichnet.

Wie andere neuere Dokumentarfilme über bekannte Persönlichkeiten, bei denen die Filmemacher einen exclusiven Zugriff auf das Archiv der Persönlichkeit hatten und über mehrere Jahre Interviews mit der porträtierten Persönlichkeit, seiner Familie und seinen engsten Freunden machen konnten, ist auch „Joan Baez: I am a Noise“ keine auch nur irgendwie kritisch geartete Dokumentation. Es ist eine Heldenverehrung, die nur so weit und nur an den Punkten in die Tiefe geht, in der die porträtierte Person das möchte.

Joan Baez: I am a Noise (Joan Baez: I am a Noise, USA 2023)

Regie: Karen O’Connor, Miri Navasky, Maeve O’Boyle

Drehbuch: Karen O’Connor, Miri Navasky, Maeve O’Boyle

mit Joan Baez, Bob Dylan (Archivaufnahmen), Mimi Fariña (Archivaufnahmen), David Harris (Archivaufnahmen)

Länge: 118 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Joan Baez: I am a Noise“

Metacritic über „Joan Baez: I am a Noise“

Rotten Tomatoes über „Joan Baez: I am a Noise“

Wikipedia über „Joan Baez: I am a Noise“ und über Joan Baez (deutsch, englisch)

Homepage von Joan Baez

AllMusic über Joan Baez


TV-Tipp für den 29. Dezember: Mein großer Freund Shane

Dezember 28, 2023

3sat, 15.10

Mein großer Freund Shane (Shane, USA 1953)

Regie: George Stevens

Drehbuch: A. B. Guthrie jr., Jack Sher

LV: Jack Schaefer: Shane, 1949 (Mein großer Freund Shane)

Revolverheld Shane hilft einigen Siedlern gegen einen bösen Viehzüchter.

Ein Westernklassiker für Erwachsene mit einem mythologischen Helden. Sowohl Roman als auch Film eroberten Publikum und Kritik im Sturm.

Im Rahmen des heutigen 3sat-Thementages „Wilder Western“ zeigt der Sender viele gut abgehängte Klassiker zum erstmaligen und wiederholten Sehen. Vor „Mein großer Freund Shane“ laufen ab 09.15 Uhr die sehr selten gezeigten „Die Lederstrumpferzählungen“ (Deutsch-französisch-österreichischer TV-Vierteiler von 1969). Danach, um 17.05 Uhr läuft „Der Mann aus Laramie“ (USA 1955), um 18.45 Uhr „Der letzte Zug von Gun Hill“ (USA 1958), um 20.15 Uhr „Rio Grande“ (USA 1950), um 21.55 Uhr „Der Marshal“ (USA 1969), um 00.05 Uhr „Zwei ritten zusammen“ (USA 1961) und danach geht es in eine kleine Wiederholungsschleife mit „Der letzte Zug von Gun Hill“ und „Rio Grande“.

Mit Alan Ladd, Jean Arthur, Van Heflin, Brandon De Wilde, Jack Palance, Ben Johnson, Elisha Cook jr.

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Shane“

Wikipedia über „Mein großer Freund Shane“ (deutsch, englisch)

Filmsite: Tim Dirks über “Shane”

Western-Autor Richard S. Wheeler über „Shane“ von Jack Schaefer


Neu im Kino/Filmkritik: Die Horrorfilme „Baghead“ und „The Queen Mary“

Dezember 28, 2023

Gehen wir zuerst in den Pub und dann aufs Schiff.

In „Baghead“ erbt die Anfangszwanzigerin Iris einen heruntergekommenen Pub, in dem ihr Vater als Torwächter lebte. Im Keller lebt ein Wesen, dem ein Sack über den Kopf gestülpt wurde (daher der Namen Baghead). Mit der Hilfe dieser Kreatur kann man für zwei Minuten Kontakt zu einer toten Person aufnehmen. Falls man die zwei Minuten überschreitet, geschehen unsagbar furchtbare Dinge.

Diese Prämisse erinnert an Danny und Michael Philippous gelungeneren Horrorfilm „Talk to me“ (Talk to me, Australien 2022). Während bei ihnen die Regeln, wie die Zeitbegrenzung für den Kontakt zum dem Totenreich, eingehalten wurden, ist in Alberto Corredors „Baghead“ die Zeitbegrenzung nur ein unverbindlicher Hinweis. Der Keller, in dem das Wesen lebt, gehört zu einem riesigen, anscheinend halbwegs zentral in Berlin stehendem Backsteinhaus, das mehr nach einer alten Fabrik (die inzwischen zu einer teuren Yuppie- und Touristen-Location renoviert worden wäre) als nach einem lauschigen britischen Pub aussieht, Für Nicht-Berliner mag das nicht weiter störend sein, aber Berliner stört das schon. Außerdem ist dieses heruntergekommene Haus ist für einen Pub einfach viel zu groß. Dazu kommen sich idiotisch verhaltende Figuren. So sehen sich Iris und ihre Freundin das Video, das Iris‘ Vater vor seinem Tod aufgenommen hat und in dem er ihr alles über das Wesen im Keller erklärt, erst an, nachdem sie mit der allseits beliebten Versuch-und-Irrtum-Methode einen Mann, der ihnen dafür viel Geld angeboten hat, seine verstorbene Frau kontaktieren ließen. Die sich daraus entwickelnde Geschichte basiert auf Corredors gleichnamigem Kurzfilm von 2017, ist arg vorhersehbar und minimalistisch. Letztendlich handelt es sich um eine Vier-Personen-Stück.

„Baghead“ ist ein okayer Grusler für den sehr hungrigen Genrefan. Mehr nicht.

 

Wirklich ärgerlich ist „The Queen Mary“. Gary Shores neuer Horrorfilm spielt auf dem titelgebenden Luxus-Ozeandampfer, der 1936 in Betrieb ging und seit seiner Ausmusterung 1967 als Hotelschiff und Attraktion für Horrorfans im Hafen von Long Beach liegt. Denn auf dem Schiff starben fast fünfzig Menschen auf unnatürliche Art. Schnell hieß es, das Schiff sei verflucht. Seemannsgarn und die blühende Fantasie von Horrorfans erledigten den Rest.

Jetzt will eine Autorin den Eigentümern der „Queen Mary“ einen neuen Weg vorstellen, um das Schiff und seine Geschichte für ein jüngeres Publikum interessant zu gestalten. Während sie ihr Projekt pitcht, sehen sich ihr Mann und ihr Sohn auf dem riesigen Schiff um. Ab diesem Moment springt die Filmgeschichte zwischen unheimlichen Ereignissen in der Gegenwart und unheimlichen Ereignissen in der Vergangenheit, vor allem der blutigen Halloweennacht von 1938, hin und her. Die unheimlichen Ereignisse haben möglicherweise etwas miteinander zu tun. Oder auch nicht. Und es gibt immer wieder, mal mehr, mal weniger präzise Andeutungen auf künftige schreckliche, meist tödliche Ereignisse.

Weil es Gary Shore („Dracula untold“) nie gelingt, daraus eine kohärente Geschichte zu erzählen, ist „The Queen Mary“ das filmische Äquivalent zu einer Geisterbahnfahrt. Es gibt einige Schocks und Überraschungen, aber keine Geschichte. Es gibt auch keine Hauptfigur oder ein Thema, das die einzelnen furchtbaren Ereignisse auf dem Schiff, miteinander verbindet. Es sind nur Bilder, Motive, Szenen und Stimmungen, die teils an andere Filme erinnern. So kam für mich teilweise ein „Twin Peaks“- und „Shining“-Feeling auf. Daraus ergibt sich aber nie eine die Teile auch nur halbwegs sinnvoll miteinander verbindende Vision oder Geschichte, die mehr sein könnte als der mit einer Meta-Ebene angereicherte, illustrierte Verkauspitch der Autorin; – wobei das auch eine Interpretation ist, die nicht unbedingt stimmen muss.

Unbestritten hat Shore das gut inszeniert – und genau das macht „The Queen Mary“ zu einem ärgerlichen Film. Denn es hätte mit einem guten Drehbuch ein guter Horrorfilm werden können. So ist es nur eine beliebige Ansammlung von Horror-Topoi. Eine Geisterbahnfahrt für anspruchslose Gemüter.

Baghead (Baghead, Großbritannien/Deutschland 2023)

Regie: Alberto Corredor

Drehbuch: Christina Pamies, Bryce McGuire

mit Freya Allan, Jeremy Irvine, Ruby Barker, Peter Mullan, Anne Müller, Svenja Jung, Ned Dennehy, Felix Römer

Länge: 95 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Baghead“

Moviepilot über „Baghead“

Metacritic über „Baghead“

Rotten Tomatoes über „Baghead“

Wikipedia über „Baghead“

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The Queen Mary (Haunting of the Queen Mary, USA/Großbritannien 2023)

Regie: Gary Shore

Drehbuch: Gary Shore, Tom Vaughan, Stephen Oliver

mit Alice Eve, Joel Fry, Wil Coban, Nell Hudson, Lenny Rush, Florrie May Wilkinson, Dorian Lough, Wesley Alfvin

Länge: 125 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „The Queen Mary“

Rotten Tomatoes über „The Queen Mary“

Wikipedia über „The Queen Mary“

Meine Besprechung von Gary Shores „Dracula Untold“ (Dracula Untold, USA 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „Lola“ oder Ist ein Leben im Zweiten Weltkrieg ohne David Bowie lebenswert?

Dezember 28, 2023

2021 werden einige alte Filmrollen gefunden. Es wird vermutet, dass sie in den frühen vierziger Jahren, also während des Zweiten Weltkriegs, entstanden. Und sie zeigen Unglaubliches.

Andrew Legge erzählt erzählt in seinem beeindruckendem Spielfilmdebüt „Lola“, anhand der gefundenen Filmrollen, wie die beiden Schwester Thom und Mars Hanbury 1941 in London eine Maschine entwickeln, die sie LOLA nennen, und mit der sie das Fernsehprogramm der Zukunft sehen können. Sie hören dabei auch Musik, die es noch nicht gibt – und die sie, umarrangiert, in ihrer Gegenwart anderen Menschen präsentieren. Sie entdecken auch David Bowie, der „Space Oddity“ singt – und sie verlieben sich sofort in ihn.

Gleichzeitig greifen sie in das Kriegsgeschehen ein. Sie warnen die Bevölkerung vor deutschen Bombenabwürfen. So retten sie unzählige Leben und werden, auch wenn niemand sie kennt, zu Volkshelden.

Dass die beiden gegensätzlichen Schwestern mit ihren Eingriffen in das Kriegsgeschehen den Verlauf des Krieges und die Zukunft verändern, begreifen sie, als eines Tages David Bowie nicht mehr da ist.

Aber sie wollen nicht – ein Wunsch, den jeder Musikfan nachvollziehen kann – ohne David Bowie leben.

Legge inszenierte „Lola“ mit einem Minibudget, das er locker mit seiner dichten und stilbewussten Inszenierung, seinen Ideen und den damit verbundenen Fragen ausgleicht. So sind fast alle Bilder Found-Footage-Bilder, in denen es immer einen Grund für die Anwesenheit der Kamera geben muss. Das verändert den Aufbau jeder Szene und auch die Art des Erzählens. Gleichzeitig bearbeitet er, damit sie zur Geschichte passen, die Fernsehbilder, die die beiden Schwestern sehen und die sich immer stärker von der uns bekannten Wirklichkeit unterscheiden.

Die Idee mit den Bildern aus der Zukunft führt dazu, dass die Geschwister Thom und Mars und später auch Lieutenant Sebastian Holloway während des Zweiten Weltkriegs in einem einsam gelegenem Landhaus ein Leben führen, das eher in die freizügigen siebziger Jahre gehört. Holloway wurde, nachdem er sie entdeckt hat, ihr Verbindungsglied zum Militär. Das Militär würde LOLA gerne umfangreicher einsetzten als Thom und Mars möchten.

Gleichzeitig verändern ihre zunächst naiven Spielereien mit dem Wissen aus der Zukunft die Zukunft. Das hätte ihnen jeder, der auch nur einen Zeitreiseroman gelesen hat, sagen können. Trotzdem stellt sich die Frage, ob man eingreifen muss, um ein Unglück zu verhindern. Auch wenn dadurch – vielleicht – David Bowie und einige andere einflussreiche Künstler nie geboren werden.

Für Science-Fiction-Fans ist „Lola“ ein Pflichttermin. Fans von Filmen wie David Lynchs „Eraserhead“, Darren Aronofskys „Pi“ und Christoper Nolans „Following“ dürften ebenfalls begeistert sein.

Lola (Lola, Irland/Großbritannien 2022)

Regie: Andrew Legge

Drehbuch: Andrew Legge, Angeli Macfarlane

(nach einer Geschichte von Andrew Legge, Henrietta Ashworth und Jessica Ashworth)

mit Emma Appleton, Stefanie Martini, Rory Fleck Byrne

Länge: 79 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Moviepilot über „Lola“

Metacritic über „Lola“

Rotten Tomatoes über „Lola“

Wikipedia über „Lola“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 28. Dezember: Noah

Dezember 27, 2023

RTL II, 23.40

Noah (Noah, USA 2014)

Regie: Darren Aronofsky

Drehbuch: Darren Aronofsky, Ari Handel

Vor „mother!“ drehte Darren Aronofsky seine Version der Geschichte von Noah – als erschreckend langweiliges Bibelepos mit „Transformers“-artigen Steinmonstern.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Russell Crowe, Jennifer Connelly, Ray Winstone, Emma Watson, Sir Anthony Hopkins, Logan Lerman, Douglas Booth und – im Original – den Stimmen von Frank Langella, Mark Margolis und Nick Nolte

Hinweise

Moviepilot über „Noah“

Metacritic über „Noah“

Rotten Tomatoes über „Noah“

Wikipedia über „Noah“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys “Black Swan” (Black Swan, USA 2010)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys „Noah“ (Noah, USA 2014)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys „The Whale“ (The Whale, USA 2022) und der DVD

Darren Aronofsky in der Kriminalakte


(Wieder) Neu im Kino/Filmkritik: Zum Jahresanfang wieder im Kino: Christophe Gans‘ „Pakt der Wölfe“

Dezember 27, 2023

Während Rapid Eye Movies sich für seine monatliche „Zeitlos“-Reihe durch die unbekannteren Gefilde des asiatischen Kinos wühlt, kann Studiocanal/Arthaus für seine ebenfalls monatliche „Best of Cinema“-Reihe in seinem reichhaltigen Fundus zwischen Mainstream, Arthaus und allem, was dazwischen liegt und uns in den vergangenen Jahrzehnten schöne Kinoabende bescherte, wühlen.

Für den Januar, genaugenommen am Dienstag, den 2. Januar 2024, gibt es Christophe Gans‘ „Pakt der Wölfe“ im Director’s Cut in der 4K-Restaurierung, die 2022 in Cannes uraufgeführt wurde. Danach erschien sie auf DVD/Blu-ray und wird jetzt erstmals in unseren Kinos gezeigt.

1767 tötet in der südfranzösischen Provinz ein unbekanntes Tier Menschen. Der König schickt Grégoire de Fronsac (Samuel Le Bihan) in die Provinz, in der der Adel und die Kirche eine geschlossne Trutzburg gegen die Moderne und die sich andeutende Französische Revolution sind.

De Fronsac soll das Monster gefangen nehmen und zum Hof des Königs bringen. Während die Einheimischen glauben, dass ein Wolf die Menschen tötet, glaubt de Fronsac nicht daran.

De Fronsac ist ein Abenteurer, Frauenheld und Wissenschaftler, der an die modernen Methoden der Wissenschaft glaubt. Er ist eine Mischung aus Alexander von Humboldt, Constable Ichabod Crane (Johnny Depp) aus „Sleepy Hollow“ und Sherlock Holmes. Begleitet wird er von Mani (Mark Dacascos), einem schweigsamen Indianer mit Kung-Fu-Kenntnissen, die er an renitenten Einheimischen ausprobiert. Danach liegen sie im Matsch. Außerdem ist de Fronsacs Blutsbruder ein begnadeter Fährtenleser und Fallensteller.

Christophe Gans und Stéphane Cabel haben eine vollkommen krude Geschichte erfunden, die sie mit dem heiligen Ernst und Pathos einer wahren historischen Chronik erzählen. Das beginnt damit, dass der Aristokrat Thomas d’Apcher, der de Fronsac und Mani bei der Jagd nach der Bestie half, zwanzig Jahre später seine Erinnerungen (vulgo die Filmgeschichte) aufschreibt, während vor seiner Haustür die Fackelträger der Französischen Revolution warten, und endet mit dem Wissen, dass die Filmgeschichte von wahren Ereignissen inspiriert ist – Von 1764 bis 1767 tötete die ‚Bestie von Gévaudan‘ in der südfranzösischen Provinz über hundert Menschen. Die Bestie wurde nie gefunden. – und etliche Filmfiguren, für Historiker mehr oder weniger einfach erkennbar, auf historisch verbürgten Persönlichkeiten beruhen.

Dazwischen gibt es ein Gebräu aus Sex (in ungefähr jeder denkbaren Konstellation), Gewalt (dito), einem Kung-Fu-Indianer und einem schrecklich aussehendem Monster, das es nur auf Frauen und Kinder abgesehen hat. Jedenfalls normalerweise. Das beansprucht nie die Glaubwürdigkeit eines auch nur halbwegs historisch verbürgten, auf wahren Ereignissen basierenden Spielfilms, sondern von Anfang an die Glaubwürdigkeit einer Fantasy-Geschichte, die bei Christophe Gans nicht in Richtung Horror, sondern in Richtung Action (und Sex und Gewalt) abbiegt und sich dabei wenig um so etwas wie stilistische Geschlossenheit kümmert.

Mit dem richtigen Mindset ist seine Schauermär ein großartiger, abstrus-absurder Spaß.

Das sahen auch damalige Kritiker so:

„satte 143 Minuten fulminanten Mummenschanz in einer im besten Sinne des Wortes fantastischen Mischung aus Historienfilm, Actionreißer, Verschwörungsdrama, Western und Gruselklamotte.“ (Zitty 17/2001)

„opulente Rätselmär (…) Ein surrealistischer Kostümfilm mit rasanten Martial-Arts-Einlagen, ein Monstermärchen mit Anleihen aus Western und Eastern.“ (tip 4/2002)

„unbekümmert-dreisten Mischung aus ‚Im Namen der Rose‘ und ‚Fantomas‘, Jean-Jacques Rosseau und James Bond, aus Esoterik und Erotik entzieht sich der Film allen Kategorien seriöser Bewertung. Die Plotkonstruktion ist (…) kompletter Unsinn.“ (Claus Löser, Berliner Zeitung 14. 2. 2002)

„vor allem in der optischen Gestaltung aufwändige, düstere und weitgehend spannende Mischung aus Fantasy-, Horror- und Kriminalfilm im Gewand eines Mantel- und Degenabenteuers.“ (Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2002)

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„Pakt der Wölfe“ läuft am Dienstag, den 2. Januar 2024, im Rahmen der „Best of Cinema“-Reihe im Kino. Spätere Vorstellungen sind möglich, aber selten.

Pakt der Wölfe – Director’s Cut (Le Pacte des loups, Frankreich 2001)

Regie: Christophe Gans

Drehbuch: Stéphane Cabel, Christophe Gans

mit Samuel Le Bihan, Vincent Cassel, Émilie Dequenne, Monica Bellucci, Jérémie Renier, Mark Dacascos, Jean Yanne, Jacques Perrin, Bernard Fresson

Länge: 145 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Neugierig auf die nächsten „Best of Cinema“-Filme?

Das wären

am Dienstag, den 6. Februar: Das fünfte Element

am Dienstag, den 5. März: Donnie Darko

am Dienstag, den 2. April: Der Baader-Meinhof-Komplex

am Dienstag, den 7. Mai: The Doors

am Dienstag, den 4. Juni: Der bewegte Mann

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Hinweise

Moviepilot über „Pakt der Wölfe“

AlloCiné über „Pakt der Wölfe“

Metacritic über „Pakt der Wölfe“

Rotten Tomatoes über „Pakt der Wölfe“

Wikipedia über „Pakt der Wölfe“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Christophe Gans‘ „Die Schöne und das Biest“ (La belle et la bête, Frankreich 2013)


TV-Tipp für den 27. Dezember: mother!

Dezember 26, 2023

sixx, 00.40

mother! (mother!, USA 2017)

Regie: Darren Aronofsky

Drehbuch: Darren Aronofsky

Eine Frau lebt mit ihrem älteren Mann, einem Dichter, in einem einsam gelegenem Haus. Eines Tages klopft ein Fremder an die Tür. In den kommenden Tagen klopfen weitere Fremde an.

TV-Premiere – überfällig und leider zu mitternächtlicher Stunde versteckt bei einem Minisender. Arte hilf!

Grandios inszenierter, top besetzter, köstlich interpretationsoffener Horrorfilm.

mit Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Michelle Pfeiffer, Ed Harris, Domhnall Gleeson, Brian Gleeson, Kristen Wiig, Stephen McHattie, Laurence Leboeuf, Sarah-Jeanne Labrosse

Hinweise

Rotten Tomatoes über „mother!“

Wikipedia über „mother!“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys “Black Swan” (Black Swan, USA 2010)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys „Noah“ (Noah, USA 2014)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys „The Whale“ (The Whale, USA 2022) und der DVD

Darren Aronofsky in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 26. Dezember: The Wolf of Wall Street

Dezember 25, 2023

Vox, 23.00

The Wolf of Wall Street (The Wolf of Wall Street, USA 2013)

Regie: Martin Scorsese

Drehbuch: Terence Winter

LV: Jordan Belfort: The Wolf of Wall Street, 2007 (Der Wolf der Wall Street)

An seinem ersten Arbeitstag an der Wall Street crasht die Börse. Also zieht der nun arbeitslose, selbsternannte „Wolf of Wall Street“ Jordan Belfort 1987 eine Straße weiter und mit dem Verkauf von Pennystocks verdient er ein Vermögen.

Knapp gesagt: „GoodFellas“ und „Casino“ in der Finanzwelt, niemals langweilig und grandios von Martin Scorsese inszeniert.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung – und noch mehr im Bonusmaterial zum Film.

mit Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, Matthew McConaughey, Kyle Chandler, Rob Reiner, Jon Favreau, Jean Dujardin, Jon Bernthal

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Die Vorlage

Belfort - Der Wolf der Wall-Street - Movie-Tie-In - 4

Jordan Belfort: Der Wolf der Wall Street – Die Geschichte einer Wall-Street-Ikone

(übersetzt von Egbert Neumüller)

Goldmann Taschenbuch, 2014

640 Seiten

9,99 Euro

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Die Originalausgabe erschien 2007.

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Die deutsche Erstausgabe 2008 im Verlag Börsenmedien AG.

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Hinweise

Moviepilot über „The Wolf of Wall Street“

Metacritic über „The Wolf of Wall Street“

Rotten Tomatoes über „The Wolf of Wall Street“

Wikipedia über „The Wolf of Wall Street“ (deutsch, englisch) und über Martin Scorsese (deutsch, englisch)

Hollywood vs. Reality über „The Wolf of Wall Street“

Kriminalakte: Tonnen weitergehender Informationen über den Film

Meine Besprechung von Martin Scorseses “Hugo Cabret” (Hugo, USA 2011)

Meine Besprechung von Martin Scorseses “The Wolf of Wall Street” (The Wolf of Wall Street, USA 2013)

Meine Besprechung von Martin Scorseses „Silence“ (Silence, USA 2016)

Meine Besprechung von Martin Scorseses „Killers of the Flower Moon (Killers of the Flower Moon, USA 2023)

Martin Scorsese in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 25. Dezember: Die Karte meiner Träume

Dezember 24, 2023

Arte, 20.15

Die Karte meiner Träume (The young and prodigious T. S. Spivet, Frankreich/Kanada 2013)

Regie: Jean-Pierre Jeunet

Drehbuch: Jean-Pierre Jeunet, Guillaume Laurant

LV: Reif Larsen: The Selected Works of T. S. Spivet, 2009 (Die Karte meiner Träume)

TV-Premiere – schon lange überfällig und wahrscheinlich kann niemand erklären, warum es zehn Jahre dauerte, bis dieses Märchen von Jean-Pierre Jeunet („Die fabelhafte Welt der Amélie“) im Fernsehen gezeigt wird.

Es geht um den zehnjährigen höchstbegabten T. S. Pivet, der in Montana mit seiner herzig-schrulligen Familie auf einer einsam gelegenen Farm lebt. Als er vom Smithosian-Institut einen Preis für eine seiner Erfindungen erhalten soll, macht der Junge sich allein auf den Weg nach Washington.

Wundervoll warmherziger, humorvoller und bezaubernder Film für Kinder jeden Alters.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Kyle Catlett, Helena Bonham Carter, Judy Davis, Callum Keith Rennie, Jakob Davies, Niamh Wilson, Jakob Davies, Dominique Pinon

Wiederholung: Donnerstag, 28. Dezember, 16.05 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Die Karte meiner Träume“

Metacritic über „Die Karte meiner Träume“

Rotten Tomatoes über „Die Karte meiner Träume“

Wikipedia über „Die Karte meiner Träume“ (deutsch, englisch)

Perlentaucher über „Die Karte meiner Träume“

Meine Besprechung von Jean-Pierre Jeunets „Die Karte meiner Träume“ (The young and prodigious T. S. Spivet, Frankreich/Kanada 2013)