Der Schneider von Panama (The Tailor of Panama, USA/Irland/Großbritannien 2001)
Regie: John Boorman
Drehbuch: John le Carré, John Boorman, Andrew Davis
LV: John le Carré: The Tailor of Panama, 1996 (Der Schneider von Panama)
Für den britischen Geheimagenten Osnard ist Panama die Endstation, bis er den Nobelschneider Pendel kennen lernt und von ihm – gegen Geld – brisante Regierungsgeheimnisse (die vollkommen erfunden sind) anvertraut bekommt.
Köstliche und sehr britische Demontage der Spionagewelt. Mit Sicherheit viel näher an der Realität, als die Bond-Abenteuer. Brosnan zieht hier als Geheimagent sein Image durch den Kakao.
Mit Pierce Brosnan, Geoffrey Rush, Jamie Lee Curtis, Harold Pinter, Brendan Gleeson, Martin Ferrero, Mark Margolis, Dylan Baker, Daniel Radcliffe
Hjemsøkt, so der Originaltitel von „Haunted Child“, ist norwegisch und kann mit „Spuk“ oder „Heimsuchung“ übersetzt werden. Das ist immerhin etwas rätselhafter als der deutsche Titel, der dem geneigten Horrorfan einiges von der Geschichte verrät und ihm auch eine gute Ahnung von der Pointe vermittelt. Das muss jetzt nicht unbedingt ein Nachteil sein. Immerhin sehen wir uns einige Filme immer wieder an und gerade bei RomComs wissen wir schon bei einem Blick auf das Plakat, wie die Geschichte endet.
In „Haunted Child“ erbt Catherine nach dem Tod ihres Vaters das Elternhaus. Zu ihm hatte sie seit Ewigkeiten keinen Kontakt mehr. Ihre Mutter ist noch länger tot.
Mitten im Winter fährt sie zu dem Haus. Sie will sich das Landhaus nur kurz ansehen und so schnell wie möglich verkaufen. Aber der Makler verhält sich merkwürdig abweisend. Und auch Catherine, die ihre Kindheit und Jugend vollkommen verdrängt, verhält sich merkwürdig. Es ist, als habe das Haus einen negativen Einfluss auf sie.
Dann trifft sie ein Mädchen. Daisy behauptet, in der Nachbarshaft zu wohnen. Sie ist äußerst redefaul und betritt ungefragt Cathrines Elternhaus. Sie benimmt sich, als sei sie die Bewohnerin des Hauses und Catherine noch nicht einmal ein ungebetener Gast. Auch sonst verhält das Mädchen sich mindestens so merkwürdig, wie sich das Haus seltsam verhält. Da geht die Tür zum Keller nicht auf, Schatten bewegen sich durch das Haus (natürlich nur nach Einbruch der Dunkelheit) und es gibt ständig plötzliche überlaute Geräusche, die einen in Angst und Schrecken versetzen sollen und zuverlässig vor dem vorzeitigen Einschlafen bewahren.
„Haunted Child“ ist das Spielfimdebüt von Carl Christian Raabe. Davor war er Standfotograf bei „Headhunters“ und drehte eine Doku über den Thriller.
Autorin Maja Lunde schrieb vorher für TV-Serien Drehbücher. Außerdem, und dafür ist sie bekannter, schreibt sie Romane, wie das mit „Die Geschichte der Bienen“ beginnende und vollständig übersetzte Klimaquartett, und Kinder- und Jugendbücher, die teilweise ins Deutsche übersetzt sind. In „Haunted Child“ beschäftigt sie sich, im Stil eines Horrorfilms, mit Fragen von Schuld, Sühne und Verdrängung. Denn Catherine ist schwanger und sie möchte, ohne dass ihr sanfter und verständnisvoller Freund davon erfährt, das Baby abtreiben. Da könnte ein Besuch im Elternhaus und eine damit verbundene Konfrontation mit ihrer Kindheit dazu führen, dass sie ihre Entscheidung überdenkt.
Diese Konflikte werden im Film allerdings nur gestreift. Das liegt an dem Drehbuch und der Inszenierung, die sich mehr auf Jumpscares als auf eine psychologisch stimmig entwickelte Geschichte konzentrieren, und an Catherine-Darstellerin Synnøve Macody Lund. Sie spielt, wie in der Jo-Nesbø-Verfilmung „Headhunters“, eine kühle, unnahbare Blondine. In „Haunted Child“ sah ich nie eine Frau, die an ihrem Geisteszustand zweifelt, sondern immer eine gut aussehende Schaufensterpuppe.
So ist Raabes Film ein gut aussehender, niemals packender oder nachhaltiges Interesse weckender Geisterhorrrofilm, der als psychologischer Horrorfilm weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Dafür ist er zu verliebt in knallende Türen und laut knirschende Dielenbretter.
Haunted Child (Hjemsøkt, Norwegen 2017)
Regie: Carl Christian Raabe
Drehbuch: Maja Lunde
mit Synnøve Macody Lund, Ebba Steenstrup Såheim, Ken Vedsegaard, Jorunn Kjellsby, Robert Skjærstad
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DVD
Nameless Media/EuroVideo
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Norwegisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Wendecover, Trailer
Länge: 79 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Der Film ist auch als Blu-ray und Stream bei Amazon, Google, iTunes, Maxdome, Sky, Videoload und Vodafone verfügbar.
Einfach das Ende der Welt(Just la fin du monde, Kanada/Frankreich 2016)
Regie: Xavier Dolan
Drehbuch: Xavier Dolan
LV: Jean-Luc Lagarce: Juste la fin du monde, 1990 (Theaterstück)
Schriftsteller Louis besucht nach zwölf Jahren wieder seine Familie. Er will ihnen von seiner tödlichen Krankheit erzählen. Aber sie sind, lautstark und hochemotional, mit ihren Streitigkeiten beschäftigt.
TV-Premiere. Intensives, nichts erklärendes Drama über eine zerrüttete Familie, furios im Gefühlsüberschwang von Xavier Dolan mit internationaler Starbesetzung inszeniert.
Dolans neuester Film „Matthias & Maxime“ soll nach einigen pandemiebedingten Verschiebungen, Ende Juli anlaufen.
mit Nathalie Baye, Marion Cotillard, Gaspard Ulliel, Vincent Cassel, Léa Seydoux
Drehbuch: Christian Petzold, Harun Farocki (Mitarbeit)
LV (nach Motiven): Hubert Monteilhet: Le retour des cendres, 1961 (Der Asche entstiegen)
Deutschland, nach dem 2. Weltkrieg: die Auschwitz-Überlebende Nelly will wieder zurück zu ihrem Mann Johnny, der sie verraten haben soll. Johnny erkennt sie nicht, aber ihm fällt Nellys Ähnlichkeit zu seiner Frau auf und das will er ausnutzen, um an Nellys Vermögen zu kommen. Nelly macht, nicht ohne Hintergedanken, das Spiel mit.
Der Nebelmann (La ragazza nella nebbia, Itaien 2017)
Regie: Donato Carrisi
Drehbuch: Donato Carrisi
LV: Donato Carrisi: La ragazza nella nebbia, 2015 (Der Nebelmann)
Sonderermittler Agente Vogel wird nach Südtirol in ein einsam gelegenes Alpendorf geschickt. Dort soll er ein spurlos auf dem Weg zur Kirche verschwundenes Mädchen finden. Der Ermittler inszeniert seine Ermittlungen als großes Medienspektakel.
Anscheinend ziemlich gelungener Neo-Noir. In jedem Fall war der Film in Italien ein Erfolg und Donato Carrisi erhielt für sein Regiedebüt den prestigeträchtigen David di Donatello.
mit Toni Servillo, Alessio Boni, Lorenzo Richelmy, Jean Reno, Greta Scacchi
Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück(Captain Fantastic, USA 2016)
Regie: Matt Ross
Drehbuch: Matt Ross
Ben lebt mit seiner Frau Leslie und ihren sechs Kindern im Nordwesten der USA mitten in der Wildnis ein von der Gesellschaft abgekoppeltes autarkes Leben. Nach Leslies Suizid, bricht Ben mit seinen Kindern zu ihrer Beerdigung nach New Mexiko auf. Dort wollen sie ihren letzten Wunsch erfüllen.
Grundsympathischer Feelgood-Film ist, der ein großes Herz für gesellschaftliche Außenseiter hat.
mit Viggo Mortensen, Steve Zahn, Frank Langella, Missy Pyle, Kathryn Hahn, George McKay, Samantha Isler, Annalie Basso, Nicholas Hamilton, Shree Crocks, Charlie Shotwell, Ann Dowd, Erin Moriarty
The Nice Guys – Nett war gestern! (The Nice Guys, USA 2016)
Regie: Shane Black
Drehbuch: Shane Black, Anthony Bagarozzi
Buch zum Film: Charles Ardai: The Nice Guys, 2016
Los Angeles in den Siebzigern: Nach einem etwas ruppigen Start arbeiten Privatdetektiv Holland March (Ryan Gosling) und Schläger Jackson Healy (Russell Crowe) zusammen. Sie wollen herausfinden, was der Tod eines Pornostars mit einer vermissten jungen Frau und einem labyrinthischen politischen Ränkespielen zu tun haben.
Wundervoll-kurzweiliger Mix aus Buddymovie und Privatdetektivkrimi und eine witzige Liebeserklärung an das Genre. Kultig.
mit Russell Crowe, Ryan Gosling, Angourie Rice, Matt Bomer, Margaret Qualley, Keith David, Yaya DaCosta, Beau Knapp, Kim Basinger, Lois Smith, Murielle Telio, Gil Gerard
Don Mariano weiß von nichts (Il giorno della civetta, Italien/Frankreich 1967)
Regie: Damiano Damiani
Drehbuch: Ugo Pirro, Damiano Damiani
LV: Leonardo Sciascia: Il giorno della civetta, 1961 (Der Tag der Eule)
In Sizilien wird ein Bauunternehmer ermordet. Hauptmann Bellodi will den Fall aufklären und legt sich mit den Mächtigen der Insel an.
„Der Tag der Eule“ ist der erste der sizilianischen Romane von Sciascia, in denen er gegen die Mafia und deren Verflechtungen mit der Politik anschrieb. Seine Bücher waren die Vorlagen für einige der besten italienischen Polit-Thriller.
Damianis Verfilmung ist einer der frühen, stilbildenden Polit-Thriller in der Tradition von Costa-Gavras, Petri und Rosi. Damiani begründete unter anderem mit diesem Film seinen Ruhm.
„Sciascias extrem knappem Erzählstil entspricht in den Filmen eine vergleichsweise hastige Montage, die ein wenig von jener unerbittlichen Zwangsläufigkeit an sich hat, die sich in rasch und ohne Schnörkel inszenierten Szenenwechsel präsentiert. Sicher, die zynisch-spitzfindigen Dialoge Sciascias sind, verkürzt, doch die Filme gewinnen (…) gegenüber den Romanen an Anschaulichkeit.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm)
Mit Franco Nero, Claudia Cardinale, Lee J. Cobb, Serge Reggiani
Oktober 1987 irgendwo in der US-Provinz, oder, kurz gesagt, in Stephen-King-Land: Tonya nimmt Chris, der mitten im Schuljahr auf die Schule gekommen ist, gleich in ihre Clique auf. Abends hängen Tonya, Chris, Zack und Brett auf dem Rummelplatz ab. Später besuchen sie die Cranstons. Tonya macht Edith Cranston für den Tod ihrer jüngeren Schwester verantwortlich. Sie werfen einige Fenster ein und werden von der alten Hausbesitzerin erwischt.
Wenige Stunden später bringt sie sich um. Ihr Mann Edward lädt Tonya, Zack, Brett und Chris ein. Er sagt, seine Frau habe sie, wider alle Erwartungen, großzügig in ihrem Testament beachtet. Um an das Geld zu kommen, müssen sie nur nacheinander im Arbeitszimmer eine Minute mit ihr telefonieren. In ihrem Grab sei ein Telefon.
Zögernd, aber vom versprochenen Erbe verlockt, sind sie einverstanden. Als erstes geht Zack in das Zimmer.
Was er und seine Freunde nicht wissen, ist, dass sie mit dem Abheben des Telefonhörers ihr Todesurteil unterschreiben und, davor, mit ihren schlimmsten Ängsten, Alpträumen und Sünden konfrontiert werden.
„One last call“ ist ein mit Lin Shaye („Insidious“) und Tobin Bell („Saw“) als Ehepaar Cranston prominent besetzter kleiner Horrorfilm, der seine Geschichte ziemlich langsam und mit wenigen Wendungen erzählt. Es gab auch nur wenige Drehorte. Letztendlich spielt die Geschichte im Haus der Cranstons und in den surrealistisch inszenierten Alpträumen der vier Teenager.
Die schwarzhumorige Pointe und das Verweigern von Erklärungen erinnert etwas an die „Twilight Zone“; nur dass in dieser langlebigen und legendären TV-Serie die Geschichten in dreißig bis sechzig Minuten (mit Werbung) erzählt wurden. „One last call“-Regisseur Timothy Woodward Jr. („The final wish“) braucht neunzig Minuten, weil Edward Cranston arg ausführlich den letzten Wunsch seiner Frau erklärt und danach, nacheinander, jeder der vier Jugendlichen in das Arbeitszimmer geht. Dort sehen wir, nachdem sie Edith Cranston anrufen, welches Leid sie erfahren und welche (Tod)sünden sie in ihrem kurzen Leben begangen haben. Auch wenn es verschiedene Sünden sind, wird es schnell redundant.
Für Horrorfans ist dieser Anruf ein durchaus okayer, wenn auch nicht besonders bemerkenswerter Zeitvertreib bis es in den Kinos wieder richtig losgeht. Denn bei der Wiederöffnung der Kinos am 1. Juli sind etliche Horrorfilme, wie „Freaky“ und „Conjuring 3: Im Bann des Teufels“, am Start.
One last call(The call, USA 2020)
Regie: Timothy Woodward Jr.
Drehbuch: Patrick Stibbs
mit Lin Shaye, Tobin Bell, Chester Rushing, Erin Sanders, Mike Manning, Sloane Morgan Siegel
–
DVD
EuroVideo
Bild: 2,39:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Trailer
Länge: 93 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
–
Der Film ist als DVD, Blu-ray und digital erhältlich.
A bigger Splash (A bigger Splash, Italien/Frankreich 2015)
Regie: Luca Guadagnino
Drehbuch: David Kajganich
Die Rockmusikerin Marianne (Tilda Swinton) und ihr Freund Paul (Matthias Schoenaerts) wollen auf der italienischen Insel Pantelleria einige ruhige Tage verbringen. Als ihr Ex-Freund Harry (Ralph Fiennes) und seine Tochter Penelope (Dakota Johnson) bei ihnen auftauchen, ist in dem einsam gelegenem Haus mit der Ruhe vorbei.
Das grüne Zimmer(La chambre verte, Frankreich 1980)
Regie: François Truffaut
Drehbuch: François Truffaut, Jean Gruault (nach Motiven von Henry James, insbeosndere „The Altar of the Dead“)
Ein von Schuldgefühlen und Trauer geplagter Veteran des Ersten Weltkriegs gibt sich in dem titelgebendem grünen Zimmer vollkommen einem Totenkult, in dem die Toten wichtier als die Leben sind, hin.
Selten gezeigtes, düsteres Drama von Truffaut, das in Deutschland seine Premiere im TV hatte. Der Fischer Film Almanach nannte den Film damals „einen seiner persönlichsten und kompromißlosesten Filme“. Eine heute, mit Blick auf Truffauts Gesamtwerk, immer noch zutreffende Einschätzung.
Danach inszenierte Truffaut einen weiteren Doinel-Film („Liebe auf der Flucht“) und „Die letzte Metro“.
mit François Truffaut, Nathalie Baye, Jean Dasté, Jean-Pierre Moulin, Jane Lobre.
Flucht von Alcatraz (Escape from Alcatraz, USA 1979)
Regie: Don Siegel
Drehbuch: Richard Tuggle
LV: J. Campbell Bruce: Escape from Alcatraz, 1963
Frank Lee Morris plant das Unmögliche: eine Flucht von Alcatraz. Am 11. Juni 1962 gelingt dem Sträfling die Flucht; – jedenfalls verschwanden er und seinen beiden Mitflüchtlingen spurlos.
„Flucht von Alcatraz“ ist die fünfte und letzte Zusammenarbeit von Don Siegel und Clint Eastwood. Der auf einem wahren Fall beruhende, beklemmende und realistische Knastthriller wurde auf Alcatraz gedreht.
Danny Glover gibt hier in einer Nebenrolle als Häftling sein Filmdebüt.
Mit Clint Eastwood, Patrick McGoohan, Roberts Blossom, Jack Thibeau, Fred Ward, Paul Benjamin, Larry Hankin, Bruce M. Fischer, Frank Ronzio, Danny Glover
Vor einigen Jahren gelang es Captain Rose Corley einen Alien-Angriff abzuwehren. Inzwischen ist sie untergetaucht. Nachdem es einen neuen Angriff auf die Rest-Menschheit gibt, wird sie vom Militär gefunden und mit einem kleinen Team erfahrener Kämpfer zu Cobalt One, dem Heimatplaneten der Aliens, geschickt. Dort sollen sie, selbstverständlich unter erheblichem Zeitdruck, den überlebenswichtigen und alles entscheidenden Core Drive finden. Mit ihm kann verhindert werden, dass friedlich mit den Menschen zusammenlebende Alien-Hybride zu feindseligen Aliens werden, die dann die Rest-Menschheit auslöschen.
„Skylin3s“ ist, wie der Titel erahnen lässt, der dritte Teil der „Skylines“-Serie. Der erste Spielfilm „Skyline“ kam 2010 in die Kinos. Die Kritiker waren mäßig begeistert. Das Einspiel gut genug für „Beyond Skyline“ (2017). Wieder waren die Kritiker nicht wirklich begeistert, aber für einen dritten Teil wurde an der Kasse genug umgesetzt. Das niedrige Budget war dafür natürlich hilfreich.
Rose Corley wird wieder von Lindsey Morgan gespielt. Sie spielte sie bereits in „Beyond Skyline“. In Rückblenden taucht ihr von Frank Grillo gespielter Vater Mark Corley in dem dritten „Skyline“-Film auf. Und am Ende von „Skylin3s“ wird dann nicht nur der Sieg über die Aliens gefeiert, sondern bereits ein vierter Teil angekündigt. Denn Mark Corley lebt anscheinend noch und damit könnte „Skyline“ eine aus vier oder mehr Teilen bestehende Trilogie werden. Denn „Skylin3s“wird als „der epische Abschluss der ‚Skyline‘-Trilogie“ beworben.
Die Regie übernahm Liam O’Donnell, der bereits die Drehbücher für die ersten beiden Teile schrieb, den zweiten Film auch inszenierte und einer der Produzenten des Franchises ist.
Der Film selbst ist ein niedrig budgetierter SF-Film, der immer wie eine beliebige Folge einer austauschbaren TV-SF-Serie wirkt. Die Handlung ist vorhersehbar. Die Dialoge sind mäßig. Die Figuren sind entsprechend eindimensional geraten. Die Geschichte findet weitgehend in dunklen Räumen statt. Das sieht stylish aus und schont das Budget. Vor allem, wenn irgendwelche zotteligen Aliens im Dunkeln die menschlichen Elite-Soldaten angreifen. Und selbstverständlich ersätzen Fäuste langatmige Debatten und mögliche friedliche Konfliktlösungen.
Das Bonusmaterial fällt mit einem Audiokommentar von Liam O’Donnell, den Featurettes „Hinter den Kulissen“ (eigentlich das Making-of), „Die Visual Effects von ‚Skylin3s’“, „Die Stunts von ‚Skylin3s’“, einem Interview mit Hauptdarstellerin Lindsey Morgan und mehreren entfernten Szenen (mit einem optionalem Audiokommentar von Liam O’Donnell) erfreulich umfangreich (ohne die Audiokommentare sind es gut fünfzig Minuten) und informativ aus.
Skylin3s (Skylin3s, USA 2020)
Regie: Liam O’Donnell
Drehbuch: Liam O’Donnell (nach einer Geschichte von Matthew E. Chausse und Liam O’Donnell) (basierend auf von Joshua Cordes erfundenen Figuren)
mit Lindsey Morgan, Rhona Mitra, Alexander Siddig, James Cosmo, Jonathan Howard, Daniel Bernhardt, Yayan Ruhian
alternative Schreibweisen des Titels sind „Skylines“ und „Skyline 3“
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DVD
EuroVideo
Bild: 16:9
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial: Audiokommentar von Regisseur, Autor und Produzent Liam O’Donell, Hinter den Kulissen, Die Visual Effects von „Skylin3s“, „Die Stunts von „Skylin3s“, Interview mit Lindsey Morgan, Entfernte Szenen (optional mit Audiokommentar von Liam O’Donell), Trailer
Länge: 109 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Die DVD und Blu-ray erscheint am 17. Juni. Digital ist das Werk bereits verfügbar.
Drehbuch: Frank Armitage (Pseudonym von John Carpenter)
LV: Ray Nelson: Eight O’Clock in the Morning, 1963
Der arbeitslose Bauarbeiter Nada findet eine Sonnenbrille. Als er sie aufsetzt, sieht er, dass Aliens die Welt übernommen haben und die Menschen zu willigen Konsumenten verführt (Seltsam wenn ich eine Brille aufsetzte, entdecke ich höchstens, dass das Objekt meines Begehrens doch nicht so gut aussieht.). Jedenfalls beginnt Nada mit seinem Kumpel Frank gegen die Aliens zu Kämpfen.
„Die Klapperschlange gegen die Reagans, Thatchers und Kohls.“ (Fischer Film Almanach 1990)
Wenn nicht der Hauptdarsteller (der als Schauspieler untalentierte Wrestler Roddy Piper) wäre, wäre Carpenters subversiver und konsumkritischer SF-Thriller wesentlich überzeugender.
Trotzdem „signalisiert ‚Sie leben!‘ Carpenters erfrischende Rückkehr zu seinen ideenreichen Low-Budget-Wurzeln“ (Paul Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopadie)
mit Roddy Piper, Keith David, Meg Foster, Raymond St. Jacques
Auf Tatsachen basierendes Drama über die Mathematikerinnen, die im Raketenprogramm der NASA arbeiteten und die Astronauten zuerst in die Erdumlaufbahn und später noch weiter weg schickten.
„Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ ist ein punktgenau inszenierter Feelgood-Film über weibliche Selbstermächtigung und Selbstbewusstsein und wie es ihnen gelingt, die Männer auf den Mond zu schicken.
Der Film war unter anderem für den Oscar als bester Film des Jahres nominiert. „Moonlight“ erhielt den Preis.
Der Teufel in Blau (Devil in a blue dress, USA 1995)
Regie: Carl Franklin
Drehbuch: Carl Franklin
LV: Walter Mosley: Devil in a blue dress, 1990 (Teufel in Blau)
Los Angeles, 1948: Amateurdetektiv Easy Rawlins soll Daphne finden. Aber Daphne hat es faustdick hinter den Ohren.
Franklins gelungene Verfilmung von Mosley Debütroman. „Teufel in Blau“ ist ein Film Noir, der seine Vorbilder aus der Schwarzen Serie immer deutlich zitiert und damit immer zum gut gemachten, aber auch langweiligem Ausstattungskino tendiert.
Während Mosley in den USA regelmäßig neue Romane (auch mit Easy Rawlins) veröffentlich, sind die deutschen Verlage wieder ausgestiegen.
Am 8. Juli 2021 läuft Denzel Washingstons neuer Film, der Neo-Noir-Serienkillerthriller „The little Things“ (Regie: John Lee Hancock, nach seinem Drehbuch), bei uns an.
Mit Denzel Washington, Tom Sizemore, Jennifer Beals, Don Cheadle
Die Fürsten der Dunkelheit (Prince of Darkness, USA 1987)
Regie: John Carpenter
Drehbuch: Martin Quatermass (Pseudonym von John Carpenter)
Im Gewölbe einer seit dreißig Jahren geschlossenen Kirche in Los Angeles will Priester Loomis zusammen mit einigen Studierenden herausfinden, was das Geheimnis einer sich in einem sieben Millionen Jahre altem Behälter befindenden grünen Flüssigkeit ist. Schnell stellen sie fest, dass es sich um den Sohn Satans handelt.
Der Fischer Film Almanach war nicht begeistert: „kruden Geschichte…dominiert der schlechte Geschmack…ekelerregende Kreationen…John Carpenter…hat seinen Ruf als Kultregisseur verwirkt.“
So schlecht ist der Horrorfilm nicht. Auch wenn es sich nicht um einen der besten und bekanntesten Filme des Regisseurs handelt.
Der Film läuft im Rahmen einer kleinen John-Carpenter-Reihe.
mit Donald Pleasence Jameson Parker, Victor Wong, Lisa Blount, Dennis Dun, Susan Blanchard, Thom Bray, Alice Cooper
Als die junge, idealistische Petra Grust in den späten Siebzigern eine Stelle als Lehrerin an der Odenwaldschule erhält, ist sie begeistert. Die Odenwaldschule war damals das reformpädagogische Vorzeigeinternat. In ihr wurden Zwang und Strafen abgelehnt. Stattdessen sollte sich die Persönlichkeit frei entfalten können. Schnell bemerkt Grust, dass in der nach außen heilen Welt der Odenwaldschule nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.
Auf Tatsachen basierendes Drama, das den sexuellen Missbrauch von Kindern durch die Lehrer der Odenwaldschule behandelt. Regisseur Christoph Röhl war von 1989 bis 1991 Englisch-Tutor an der Odenwaldschule. Bereits 2010 beschäftigte er sich in dem beeindruckendem Dokumentarfilm „Und wir sind nicht die Einzigen“ mit dem Thema.
„Brillant gespieltes (Fernseh-)Drama, das mit beklemmender Eindringlichkeit die Mechanismen des Verdrängens, Verschweigens und der Einschüchterung an einer Schule zeigt, die als reformpädagogische Vorzeigeanstalt galt.“ (Lexikon des internationalen Films)
Der Film wurde in der Odenwaldschule gedreht.
mit Ulrich Tukur, Julia Jentsch, Leon Seidel, Béla Gabor Lenz, Rainer Bock, Bernd Stegemann, Christian Friedel, Lena Stolze