Drei Männer und ein Baby (Trois hommes et un couffin, Frankreich 1985)
Regie: Coline Serreau
Drehbuch: Coline Serreau
Drei eingefleischte Junggesellen leben glücklich in Paris in einer Wohngemeinschaft, in der Frauen nur als One-Night-Stand akzeptiert sind. Eines Tages finden sie vor ihrer Tür in einem Korb ein Baby; das Ergebnis einer Affäre von Jacques, das die Mutter dort einfach abgestellt hat. Und jetzt müssen die drei Chauvis sich um das Baby kümmern.
Ein Kassenhit, der natürlich ein US-Remake erhielt. Aber das Original ist natürlich – – – französischer.
„charmante Slapstickkomödie“ (Fischer Film Almanach 1987)
Mit André Dussolier, Roland Giraud, Michel Boujenah, Philippine Leroy-Beaulieu, Dominique Lavanant
Wiederholung: Mittwoch, 1. April, 01.25 Uhr (Taggenau!)
Mit „Arizona Junior“ beginnt ein laanger Abend des guten Films bei Arte. Um 21.45 Uhr geht es mit „Down by Law“ (USA 1986, Regie: Jim Jarmusch) kultig weiter und um 23.25 Uhr gibt es, als TV-Premiere, in der restaurierten Fassung den Stummfilm „Das Grabmal einer großen Liebe“ (Shiraz, Indien/Großbritannien/Deutschland 1928, Regie: Franz Osten, Musik: Anoushka Shankar). Also dranbleiben nach
Arte, 20.15
Arizona Junior (Rising Arizona, USA 1987)
Regie: Joel Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen
Ganove H. I. McDunnogh und Polizistin Ed lernen sich auf der Polizeistation kennen, weil H. I. ein ziemlich glückloser Gewohnheitsverbrecher ist und entsprechend oft bei ihr im Gefängnis landet. Sie verlieben sich. Sie wollen ein Kind. Aber sie ist unfruchtbar. H. I. hat einen genialen Plan: er entführt einfach einen von den Fünflingen des Möbelmoguls Nathan Arizona. Der Verlust wird ihm schon nicht auffallen. Denkt sich der Gauner. Aber Arizona versteht keinen Spaß. Ein gnadenloser Kopfgeldjäger verfolgt das junge Glück. Und dann sind da noch die Kumpels von H. I..
In dem Frühwerk nehmen die Coen-Brüder sich das US-Bild der heilen Familie vor und ertränken es in schwarzem Humor und absurdem Slapstick. Ein köstlicher Spaß.
mit Nicolas Cage, Holly Hunter, Trey Wilson, John Goodman, William Forsythe, Frances McDormand, M. Emmet Walsh
Der zweite Atem (Le deuxième souffle, Frankreich 1966)
Regie: Jean-Pierre Melville
Drehbuch: Jean-Pierre Melville
LV: José Giovanni: Un règlement de comptes, 1958 (später “Le deuxième souffle”, deutsch “Der zweite Atem”)
Der gerade aus dem Knast ausgebrochene Gu beteiligt sich an einem ausgeklügelten Raub. Aber danach laufen die Dinge, vor allem wegen falsch verstandener Ehrbegriffe, aus dem Ruder.
Ein weiteres Meisterwerk von Jean-Pierre Melville.
“Der beste Gangsterfilm der letzten Jahre entstand nicht in Hollywood, sondern in den Straßen von Paris.” (Sigrid Schmitt, Süddeutsche Zeitung)
“Le deuxième souffle ist Melvilles La règle du jeu. Hatte Renoir in seiner Satire eine Gesellschaft, die nur nach bestimmten Spielregeln funktionieren kann, als hohl entlarvt, weil sie sich auch dann noch an diese Regeln klammert, wenn sie sinnlos geworden sind, so führt Melville in seinem nach einem Roman von José Giovanni entstandenen Film diese Konventionen zu ihrer letzten Konsequenz. Der Mikrokosmos der Gangster, wie Renoirs Adlige und Diener Signifikat für die Gesamtgesellschaft, ist determiniert von Regeln, die notwendig zu Untergang und Tod führen.” (Hans Gerhold in Peter W. Jansen/Wolfram Schütte, Hrsg.: Jean-Pierre Melville)
Damals war es eine beliebte Übung der deutschen Verleiher, bei Melville-Filmen beherzt zur Schere zu greifen. Auch “Der zweite Atem” blieb davon nicht verschont. Über eine halbe Stunde wurde für den deutschen Kinostart 1968 aus dem Film entfernt. Arte zeigt natürlich die ungekürzte Version – und danach, um 22.40 Uhr, die einstündige Doku „Der Virtuose des Gangsterfilms – Jean-Pierre Melvill“ (Frankreich 2019).
mit Lino Ventura, Paul Meurisse, Raymond Pellegrin, Christine Fabrega, Michel Constantin, Marcel Bozzufi
Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush (Ko-Regisseur)
Drehbuch: Jared Bush, Phil Johnston, Dan Fogelman (zusätzliches Material) (Nach einer Geschichte von Byron Howard, Jared Bush, Rich Moore, Phil Johnston, Jennifer Lee, Josie Trinidad und Jim Reardon)
Als Jung-Polizistin und Karnickel Judy Hopps mit dem verbrecherischen Fuchs Nick Wilde (Hey, er ist ein Fuchs!) den spurlos verschwundenen Mr. Otterton sucht, entdecken sie ein riesiges, Zoomania bedrohendes Komplott.
Äußerst gelungener Disney-Film mit sympathischer Botschaft und unzähligen Anspielungen, die jüngere Zuschauer übersehen werden. Aber die sollten um diese Uhrzeit auch im Bett sein.
Drehbuch: James Edward Grant, Delmer Daves, Gwen Bagni Gielgud (nach ihrer Geschichte)
Comanche Todd (Richard Widmark) ist ein Halbblut, das zuletzt mehrere Weiße tötete. Sheriff Harper verhaftete ihn und will ihn, als Teil eines Siedlertrecks, nach Tucson bringen. Auf dem Weg werden sie von Indianern überfallen. Die Überlebenden hoffen jetzt, dass Todd sie lebendig aus dem feindlichen Indianerland führt.
Toller, seltenst gezeigter Western, der den Status eines unbekannten Klassikers hat.
JAMES BOND: Feuerball (Thunderball, Großbritannien 1965)
Regie: Terence Young
Drehbuch: Richard Maibaum, John Hopkins, Jack Whittingham
LV: Ian Fleming: Thunderball, 1961 (Feuerball)
Emilio Largo, Blofelds bester Mann, erpresst die britische Regierung mit der Drohung zwei Atomraketen auf westliche Großstädte abzufeuern. Anstatt zu bezahlen schickt die Regierung James Bond los – die Welt zu retten.
Bond auf den Bahamas und mit gaaaanz vielen Tauchern. Die Story zu „Feuerball“ basierte auf einem zusammen mit Kevin McClory entworfenem Filmtreatment. Nach einem Rechtsstreit durfte McClory 1983 ein Remake machen. Es hieß „Sag niemals nie“ (ebenfalls mit Connery und am Ende wieder mit gaaaanz vielen Taucher, – wegen des Copyrights)
Mit Sean Connery, Adolfo Celi, Claudine Auger, Luciana Paluzzi, Ric Van Nutter, Bernhard Lee, Martine Beswick, Desmond Llewlyn, Lois Maxwell
Fräulein Smillas Gespür für Schnee (Smilla’s Sense of Snow, Deutschland/Dänemark/Schweden 1996)
Regie: Bille August
Drehbuch: Ann Biderman
LV: Peter Høeg: Frøken Smillas fornemmelse for sne, 1992 (Fräulein Smillas Gespür für Schnee)
Für die Polizei ist der Tod des kleinen Jungen ein tragischer Unfall. Für Fräulein Smilla ist es Mord. Die Suche nach dem Mörder führt sie in die Arktis.
Erstklassig besetzte, eher durchschnittliche Literaturverfilmung. Ist halt Qualitätskino ohne Ecken und Kanten.
Mit Julia Ormond, Gabriel Byrne, Richard Harris, Vanessa Redgrave, Robert Loggia, Mario Adorf
Kiss Kiss Bang Bang (Kiss Kiss Bang Bang, USA 2005)
Regie: Shane Black
Drehbuch: Shane Black
LV: Brett Halliday: Bodies are where you find them, 1941
Zuerst stolpert Einbrecher Harry Lockhart auf seiner Flucht vor der Polizei in einen Vorsprechtermin und erhält prompt eine Filmrolle. Als er über eine Hollywood-Party stolpert, trifft er seine Jugendliebe Harmony Faith Lane und, als er zwecks Rollenstudium, mit einem knallharten PI Gay Perry (schwul) durch die Straßen Hollywoods schlendert, stolpern sie alle in einen undurchsichtigen Komplott, der direkt aus einem Film der Schwarzen Serie stammen könnte.
Köstliche Liebeserklärung an die Pulps, der natürlich nur lose auf dem Mike-Shayne-Roman basiert, aber dafür ausführlich Chandler zitiert (Zwischentitel, Voice-Over,…).
“first significant neo-noir of the twenty-first century” (Alexander Ballinger/Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)
mit Robert Downey Jr., Val Kilmer, Michelle Monaghan, Corbin Bernsen, Rockmond Dunbar
TV-Premiere des zweiten Teils der dritten „Star Wars“-Trilogie: Bösewicht Kylo Ren will immer noch die Macht haben, Rey will den Eremiten Luke Skywalker überreden, wieder für die Rebellen zu kämpfen und die Rebellen wollen verhindern dass die Bösewichter gewinnen. Im Moment kämpfen sie allerdings vor allem um ihr eigenes Überleben.
Ein ziemliches Weltraumchaos: bunt, laut und mit vielen bekannten Figuren auf der Suche nach seiner Geschichte.
Davor, um 20.15 Uhr, zeigt Pro7 die erste Folge der „Star Wars“-Serie „The Mandalorian“. Die weiteren Folgen gibt es dann gegen Geld auf der neuen Streaming-Plattform Disney+“.
mit Mark Hamill, Carrie Fisher, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Lupita Nyong’o, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Gwendoline Christie, Kelly Marie Tran, Laura Dern, Benicio Del Toro , Anthony Daniels, Jimmy Vee, Frank Oz
Kiss the Cook – So schmeckt das Leben! (Chef, USA 2014)
Regie: Jon Favreau
Drehbuch: Jon Favreau
Nachdem Starkoch Carl (Jon Favreau) gefeuert wird, macht er sich mit seinem elfjährigem Sohn und seinem Sous-Chef in einem Imbisswagen auf den Weg von Miami quer durch die Südstaaten zurück nach Los Angeles.
„Kiss the Cook“ ist ein sympathisches Feelgood-Movie, in dem etliche Stars kurze, oft prägnante Auftritte haben und man mit den drei Männern im Imbisswagen „El Jefe“ gerne seine Zeit verbringt. Nur hungrig sollte man nicht sein.
mit Jon Favreau, Emjay Anthony, Sofia Vergara, John Leguizamo, Scarlett Johansson, Oliver Platt, Bobby Cannavale, Amy Sedaris, Dustin Hoffman, Robert Downey jr.
Dalton Russell überfällt eine Wall-Street-Bank. Schnell wird sie von der Polizei umzingelt und Detective Keith Frazier beginnt mit den Verhandlungen. Spätestens als Madaline White als Unterhändlerin des Bankgründers auftaucht und sich in die Verhandlungen einmischt, weiß er, dass er es nicht mit einem normalen Banküberfall zu tun hat.
„‘Inside Man’ ist ein typischer Spike-Lee-Film, insofern er in jeder Sekunde ein bisschen mehr ist al ein reiner Genrefilm. Er macht böse Witze ebenso über den kulturellen Reichtum New Yorks wie über Post-9/11-Paranoia und War-on-Terror-Vorurteile. Er analysiert die Mechanik der Macht, verbindet sie mit gesellschaftlicher Hierarchie und bricht sie an der Politik der Hautfarben.“ (Alexandra Seitz: Inside Man, in Gunnar Landsgesell/Andreas Ungerböck, Hrsg.: Spike Lee, 2006)
Ein feiner Thriller
mit Denzel Washington, Clive Owen, Jodie Foster, Willem Dafoe, Chiwetel Ejiofor, Christopher Plummer
Anfang der Woche explodierte mein Briefkasten mit Absagen von Pressevorführungen und Verschiebungen von Kinostarts. Bei einigen wenigen Filmen wurde ein neues Startdatum genannt. Die meisten Filme sind allerdings ohne ein Startdatum verschoben wurde. Und ich würde im Moment hinter jedes Startdatum mindestens zwei Fragezeichen setzen.
D. h. Ich werde die nächsten Tage in aller Ruhe Besprechungen schreiben, die dann zum Filmstart online gehen. Dazu gehören unter anderem folgende Filme, die ich alle für mal mehr, mal weniger sehenswert halte:
Siberia (der neue Film von Abel Ferrara, lief auf der Berlinale und ist wirklich nur für ein sehr ausgewähltes Publikum)
Waves (verdammt sehenswerter Trip für den Trent Reznor und Atticus Ross die Soundkulisse schufen; es ist der neue Film von „It comes at Night“-Regisseur Trey Edward Shults, der so ziemlich das hundertprozentige Gegenteil von seinem vorherigen Film ist)
Der Fall Richard Jewell (auf einem wahren Fall basierendes, tolles Schauspielerkino von Clint Eastwood)
A quiet Place 2 (die Fortsetzung, über die ich wegen des Schweigelübdes nichts sagen darf)
Mulan (das nächste Schweigegelübde; ansonsten verrät schon der Trailer, dass es sich um eine farbenprächtige Disney-Realverfilmung handelt)
Jean Seberg: Against all Enemies (mit Kristen Stewart, vor allem in der ersten Hälfte gelungenes Biopic, das dann zu wenig Pop-Godard und zu viel Konvention ist)
Undine (der neue Film von Christian Petzold, lief auf der Berlinale)
Marie Curie – Elemente des Lebens (sehenswertes Biopic über die titelgebende Wissenschaftlerin, inszeniert von „Persepolis“-Regisseurin Marjane Satrapi)
Die Unbeugsamen (pointierte Doku über Frauen, die Abgeordnete des Bundestages waren, mit vielen Zeitzeuginnen)
Der letzte Mieter (Häuserkampf in Berlin, vollkommen unabhängig finanziert)
Vergiftete Wahrheit (ein Anwalt gegen DuPont; auf wahren Ereignisses basierendes Thrillerdrama mit „Hulk“ Mark Ruffalo als hartnäckig klagender Anwalt [Wussten die nicht, mit wem sie sich anlegen?])
Berlin Alexanderplatz (Alfred Döblins Roman, verlegt in die Gegenwart und frei interpretiert; was keine so gute Idee ist)
Der wunderbare Mr. Rogers (A beautiful day in the neighborhood) (wunderschön-herziges Biopic von „Can you ever forgive me?“-Regisseurin Marielle Heller über Fred Rogers, den man sich als eine deutsche Version von Peter Lustig vorstellen kann. Tom Hanks spielt die Hauptrolle.)
JAMES BOND: Goldfinger (Goldfinger, Großbritannien 1964)
Regie: Guy Hamilton
Drehbuch: Richard Maibaum, Paul Dehn
LV: Ian Fleming: Goldfinger, 1959
Goldfinger (Gert Fröbe) will Fort Knox ausräumen. James Bond (Sean Connery) hat etwas dagegen.
Mit „Goldfinger“ hatte sich James Bond endgültig im Kino etabliert und der Presserummel bei „Feuerball“ und „Man lebt nur zweimal“ war gigantisch. Ebenso die Zahl der mehr oder weniger missglückten Kopien in Buch und Film. Da scheint der heutige Rummel um „Harry Potter“/“Herr der Ringe“/“Krieg der Sterne“/“Matrix“/“X-Men“/“Marvel“ ein Klacks zu sein.
Mit Sean Connery, Gert Fröbe, Honor Blackman, Shirley Eaton, Harold Sakata, Bernard Lee, Lois Maxwell
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Die Vorlage
Ian Fleming: Goldfinger
(neu übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)
Madame empfiehlt sich (Elle s’en va, Frankreich 2013)
Regie: Emmanuelle Bercot
Drehbuch: Emmanuelle Bercot, Jérôme Tonnerre
Bettie (Catherine Deneuve), Besitzerin eines kurz vor der Schließung stehenden Restaurants, will an diesem Sonntag nur Zigaretten holen. Aber in der bretonischen Provinz sind alle Geschäfte geschlossen. Also fährt sie immer weiter. Auf der Suche nach…
Road-Movie, das auch und vor allem eine Liebeserklärung an Catherine Deneuve ist. Auch wenn das Lexikon des Internationalen Films mäkelt: „unentschlossene Mischung aus Komödie, Roadmovie und Selbstfindungsdrama.
mit Catherine Deneuve, Nemo Schiffman, Camille, Gérard Garouste, Claude Gensac, Paul Hamy, Mylène Demongeot, Hafsia Herzi
Alien – Die Wiedergeburt (Alien Resurrection, USA 1997)
Regie: Jean-Pierre Jeunet
Drehbuch: Joss Whedon
Vierter „Alien“-Film mit Sigourney Weaver und der letzte sehenswerte „Alien“-Film. Dieses Mal muss die zweihundert Jahre nach ihrem Tod aus ihrer DNA geklonte Ellen Ripley auf einem Forschungsraumschiff gegen die bösen Aliens kämpfen. Denn die Forscher klonten auch diese.
Der Franzose Jean-Pierre Jeunet durfte, wie die vorherigen „Alien“-Regisseure, dem Film seinen Stempel aufdrücken und so gibt es eine ziemlich abgedrehte Verbindung von Hollywood-Horror-SF-Thriller und groteskem französischem Humor der schwarzen Sorte.
„Eine überzeugende Fortsetzung der erfolgreichen ‚Alien‘-Saga.“ (Fischer Film Almanach 1998)
„Science-Fiction-Bühnenzauber der besseren Spielart, das gleichermaßen vom europäischen Autorenkino und von amerikanischer Perfektion profitiert.“ (Lexikon des internationalen Films)
Jeunet drehte davor „Delicatessen“ (Delicatessen, 1991) und „Die Stadt der verlorenen Kinder“ (La Cité des enfants perdus, 1995), danach „Die fabelhafte Welt der Amélie“ (Le Fabuleux destin d’Amélie Poulain, 2001), „Mathilde – Eine große Liebe“ (Un long dimanche de fiançailles, 2004) und „Die Karte meiner Träume“ (L’Extravagant voyage du jeune et prodigieux T.S. Spivet, 2013).
mit Sigourney Weaver, Winona Ryder, Dominique Pinon, Ron Perlman, Michael Wincott, Brad Dourif, Gary Dourdan, Dan Hedaya, Raymond Cruz
Sturm über Washington(Advise and Consent, USA 1962)
Regie: Otto Preminger
Drehbuch: Wendell Mayes
LV: Allen Drury: Advise and Consent, 1959 (Macht und Recht)
Der Präsident der USA möchte Robert Leffingwell (Henry Fonda) zum Außenminister ernennen. Davor steht allerdings eine Befragung von Senator Seb Coley (Charles Laughton in seinem letzten Filmauftritt), der Leffingwells Berufung mit allen Mitteln verhindern möchte. Zur gleichen Zeit versuchen Unterstützer von Leffingwell alles, um ihm den Posten zu verschaffen.
Anscheinend ist heute die TV-Premiere von Otto Premingers facettemreichem Drama um eine Stellenbesetzung.
„Ein packender Polit-Thriller, der über die Jahrzehnte nichts von seiner Brisanz und Aktualität verloren hat (…) Bemerkenswert an dieser Produktion, die zum Teil an Originalschauplätzen in Washington entstand, sind die darstellerischen Leistungen sämtlicher Akteure, wobei Preminger selbst die kleinsten Nebenrollen vorzüglich besetzte.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)
Danach, um 22.30 Uhr, zeigt Arte mit „Der Präsident“ (Le Président, Frankreich/Italien 1961, Regie: Henri Verneuil, nach einem Roman von Georges Simenon, mit Jean Gabin) ein weiteres Polit-Drama.
mit Henry Fonda, Charles Laughton, Don Murray, Walter Pidgeon, Peter Lawford, Gene Tierney, Lew Ayres, Burgess Meredith
The Commuter (The Commuter, USA/Großbritannien 2017)
Regie: Jaume Collet-Serra
Drehbuch: Byron Willinger, Philip de Blasi
Auf der Heimfahrt wird der gerade entlassene Versicherungsvertreter, Ex-Cop und Berufspendler Michael MacCauley von einer schönen, ihm unbekannten Frau angesprochen. Sie bietet ihm eine Menge Geld, wenn er im Zug eine Person aufspürt. Nachdem MacCauley eine Anzahlung eingesteckt hat, bemerkt er, dass er in eine Falle getappt ist. Denn wenn er jetzt nicht seinen Teil des Deals erfüllt, sterben Menschen.
TV-Premiere. Die vierte Zusammenarbeit von Jaume Collet-Serra und Liam Neeson (nach „Unknown Identity“, „Non-Stop“ und „Run all Night“) bietet gewohnt gut abgehangenes Thriller-Entertainment mit einer ordentlichen Portion Action, einer vertrauten Geschichte, die mit etlichen überraschenden Twists hochenergetisch präsentiert wird und einem beachtlichen, spielfreudigem Ensemble.
mit Liam Neeson, Vera Farmiga, Patrick Wilson, Sam Neill, Elizabeth McGovern, Jonathan Banks, Florence Pugh, Andy Nyman, Killian Scott, Shazad Latif, Roland Moller, Kobna Holdbrook-Smith, Colin McFarlane
Regie: Quentin Tarantino [Regie „Nation’s Pride“: Eli Roth]
Drehbuch: Quentin Tarantino (deutsche Dialoge: Tom Tykwer; französische Dialoge: Nicholas Richard)
Frankreich, 1944: Aldo Raine und seine Spezialeinheit sind zum Nazi-Skalpieren nach Europa gekommen. Die Jüdin Shosanna will den SS-Mann Hans Landa (Oscar für Christoph Waltz), der ihre Familie umbrachte, töten. In Paris, in einem Kino, treffen sie sich.
Ein feiner Kriegsfilm, den man unbedingt in der Originalfassung, in der meisterlich zwischen den verschiedenen Sprachen gewechselt wird, ansehen sollte. Außerdem wird auch im Original die meiste Zeit deutsch gesprochen.
Wahrscheinlich wird die deutsche Synchronisation gezeigt.
mit Brad Pitt, Mélanie Laurent, Eli Roth, Christoph Waltz, Michael Fassbender, Diane Kruger, Daniel Brühl, Til Schweiger, Gedeon Burkhard, Jacky Ido, B. J. Novak, Omar Doom, August Diehl, Sylvester Groth, Martin Wuttke, Mike Myers, Julie Dreyfus, Mike Myers, Rod Taylor, Sönke Möhring, Ken Duken, Christian Berkel, Ludger Pistor, Jana Pallaske, Bo Svenson, Enzo G. Castellari (als er selbst), Samuel L. Jackson (Erzähler in der Originalversion)
Ein Mann für gewisse Stunden (American Gigolo, USA 1980)
Regie: Paul Schrader
Drehbuch: Paul Schrader
„American Gigolo“ Julian (Richard Gere) lebt in Los Angeles als Callboy für die Damen der Oberschicht. Das ist kein Problem, bis sich eine Politkergattin in ihn verliebt und er in ein Mordkomplott hineingezogen wird.
Für Richard Gere war der an der Kinokasse erfolgreiche Film der große Durchbruch als Schauspieler und Paul Schrader, der davor unter anderem das Drehbuch für „Taxi Driver“ schrieb, hatte als Regisseur plötzlich ein ganz anderes Standing in Hollywood.
Heute ist die Charakterstudie eines einsamen Mannes ein Klassiker, der damals allerdings von der Kritik nicht so geliebt wurde: „Paul Schrader hat so gut wie alle Möglichkeiten des Themas verschenkt. (…) Das Produkt verkommt in der Kulisse.“ (Fischer Film Almanach 1981) oder „Elegant inszeniert, mit überlegenswerten Zwischentönen, aber insgesamt in der Behandlung des Themas zu oberflächlich, kommt der Film über anspruchsvollere Unterhaltung nicht hinaus.“ (Lexikon des intenationalen Films)
Dabei ist Julian doch der Prototyp eines oberflächlichen Mannes, der sich (auch berufsbedingt) durch Äußerlichkeiten definiert und der in einer Welt des schönen Scheins lebt. Und Schraders Film eine Vorschau auf die achtziger Jahre.
2007 drehte Paul Schrader mit „The Walker – Ein Freund gewisser Damen“ ein Quasi-Remake/Fortsetzung. Woody Harrelson spielt darin den eleganten Beglücker älterer Damen.
Mit Richard Gere, Lauren Hutton, Hector Elizondo, Nina von Pallandt, Bill Duke