Beginnen wir mit der Musik. Nicht, dass sie furchtbar schlecht ist. Sie ist nur furchtbar unpassend. Denn „Wenn ich bleibe“ spielt ungefähr heute. Die Protagonistin Mia Hall ist ein Teenager zwischen erster Liebe und Schulabschluss. Sie wurde also so um 1997 herum geboren.
Ihre Eltern sind in den Vierzigern. Sie wurden also in den Siebzigern geboren. Ihr Vater war als Jugendlicher und Jungerwachsener – das muss dann in den frühen Neunzigern gewesen sein – ein Rockmusiker und ihre Mutter war schon damals seine Geliebte. Nach der Geburt von Mia und ihrem jüngeren Bruder, also so um die Jahrtausendwende, änderten sie ihren Lebensstil radikal. Jetzt sind sie liebende Eltern mit bürgerlichen Berufen.
Mia ist eine begnadete Cellistin, die sich für die Julliard School beworben hat. Klassik ist also ihre Musik. Ihr Freund Adam ist dagegen Sänger einer in der Schule angesagten Rockband.
Nun: was sind die wahrscheinlichen musikalischen Referenzpunkte der Rockfraktion? Nirvana? Pearl Jam? Soundgarden? Alice in Chains? Die halbe Grunge-Bewegung? R. E. M.? Der damalige College-Rock? Punkrock vielleicht? Green Day? Social Distortion? Helmet? Metallica? Wobei die letztgenannten vielleicht zu wenig Mainstream für einen Hollywood-Film sind. Vielleicht auch Neil Young, der damals eine gloriose Rückkehr feierte?
Alles falsch. Es sind Alice Cooper und Iggy Pop. Von Cooper wird 1972er Hit „School’s Out“ zitiert und von Iggy Pop hält Mias Vater nur seine Werke vor 1977 für satisfaktionsfähig. Er meint also seine ersten „The Stooges“-Aufnahmen (wobei das ja eine Band war) und die ersten beiden Pop-Platten „The Idiot“ und „Lust for Life“. Sein 1993er-Album „American Caesar“, seine gloriose Rückkehr zur alten Form, zählt nicht.
Diese für das Alter der Charaktere falschen Referenzen bei Bands und Musikern gibt es zwar auch in anderen Filmen (so scheinen in Filmen heute Vierzigjährige ihre musikalische Sozialisation in den Siebzigern mit der Muttermilch gehabt zu haben, was sie mindestens zehn bis zwanzig Jahre älter macht), aber bei einem Film, in dem Musik für alle Charaktere ihr Lebensinhalt sein soll, sind diese falschen Referenzen noch ärgerlicher. Allerdings ist diese Schlampigkeit, die sich durch den gesamten Film zieht, auch nachvollziehbar. Denn letztendlich ist für keinen Charakter Musik wirklich wichtig. Niemand drückt hier, im Gegensatz zu „Can a Song save your Life?“, irgendetwas durch die Musik aus und sie ist auch nicht der Lebensinhalt von Mia, ihren Eltern und ihrem Freund. Sie ist ein austauschbar-beliebiges Lifestyle-Element.
Auch die Geschichte, die auf Gayle Formans 2009er Young-Adult-Roman „If I stay“ basiert, ist letztendlich nur eine 08/15-Schmonzette. Auf den ersten Blick dreht die für ein weibliches und sehr junges Publikum erzählte Geschichte sich um die Frage, ob Mia nach einem Autounfall weiterleben will. Während sie im Krankenhaus im Koma liegt, erinnert sie sich an ihr bisheriges Leben. Gleichzeitig wandelt ihr Geist durch das Krankenhaus. Türen sind ein Problem, durch Wände kann sie auch nicht gehen, aber dank irgendeiner Magie läuft niemals irgendwer in sie hinein. Jedenfalls erfährt sie auf den kalten Fluren des Krankenhauses, dass ihre Eltern und ihr Bruder bei dem Autounfall gestorben sind oder im Lauf der Nacht sterben. Sie erfährt auch, was ihre Großeltern und ihre Freunde denken und fühlen. Jedenfalls solange sie es aussprechen.
Das erinnert entfernt an Frank Capras Weihnachtsfilm „Ist das Leben nicht schön?“ mit James Stewart, der sich in dem Film umbringen möchte, weil er sein Leben für vollkommen verpfuscht hält, aber von einem Engel gezeigt bekommt, wie trist das Leben in der Stadt ohne ihn wäre.
Das ist ein Film, der genau das hat, was „Wenn ich bleibe“ fehlt: Drama. Einen echten Konflikt. In „Wenn ich bleibe“ haben wir dagegen nur einen auf spielfilmlänge aufgeplusterten Scheinkonflikt und eine gut zweistündige, erschreckend konfliktfreie Schmonzette über ein junges Mädchen, das in einer Eliteschule aufgenommen werden könnte (ob sie es geschafft hat, wird am Filmende verraten), liebevolle Eltern, die sofort von ihrem Freund begeistert sind, und liebevollen Großeltern und einen bis über beide Ohren in sie verliebten Freund hat, der sie während ihres ersten Dates natürlich in ein Klassikkonzert entführt. Kurz: sie hat das perfekte Leben, das aus dramaturgischer Sicht genauso langweilig ist, wie es klingt.
Die im Titel „Wenn ich bleibe“ angedeutete Frage wird dagegen nicht weiter thematisiert. Es geht nur um Mias Vergangenheit, die fortgeschrieben in die Zukunft, entsprechend rosig aussieht. Halt ohne ihre Eltern und ihren Bruder, aber mit ihren Großeltern, ihrem Freund und einer möglichen Karriere als Musikerin – und das klingt doch gar nicht so schlecht.
Entsprechend spannungsfrei plätschert die kitschige Heile-Welt-Klischeeparade auf ihr vorhersehbares Ende zu. Auch die Zeitsprünge machen „Wenn ich bleibe“ nicht interessanter. Sie gaukeln nur in den ersten Minuten eine nicht vorhandene Komplexität vor.
„Wenn ich bleibe“ ist höchstens für schmachtende Teenager interessant, die sich in den jugendlichen Rocksänger der soften Sorte (Jamie Blackley) verguckt haben. Aber auch Teenager haben gute Filme verdient.
Fans von Hauptdarstellerin Chloë Grace Moretz, die sie als Hit-Girl lieben, sollten dagegen einen großen Bogen um den Film machen. Denn wir sollen glauben, dass Hit-Girl sich fragt, ob sie am Leben bleiben will. No Way! Aber ab dem 9. Oktober überzeugt sie in „The Equalizer“ als Prostituierte.
Beginnen wir chronologisch mit David Finchers Gillian-Flynn-Verfilmung „Gone Girl – Das perfekte Opfer“. Der Film startet am 2. Oktober.
Weiter geht’s mit „The Drop – Bargeld“ von Michael R. Roskam (Bullhead) mit Tom Hardy, Noomi Rapace und James Gandolfini (sein letzter Spielfilm). Das Drehbuch schrieb Dennis Lehane nach seiner Kurzgeschichte „Animal Rescue“.
Für „Good People“, das US-Debüt des Dänen Henrik Ruben Genz (u. a. „Kommissarin Lund“), nach einem Drehbuch von Kelly Masterson („Tödliche Entscheidung“), basierend auf dem Roman“Im Augenblick der Angst“ (Good People, 2008) von Marcus Sakey, gibt es noch keinen deutschen Starttermin. Aber bei der Besetzung (James Franco, Kate Hudson, Tom Wilkinson, Omar Sy) müsste es doch mit dem Teufel zugehen…
Eine Gruppe von unschuldig verurteilten Elite-Soldaten, das A-Team, will seine Unschuld beweisen und verursacht dabei beträchtliche Kollateralschäden.
Die kurzweilige Kinoversion der gleichnamigen 80er-Jahre-Serie „Das A-Team“ ist natürlich in jeder Beziehung einige Nummern größer als das Original und passt sich den zeitgenössischen Sehgewohnheiten an.
Joe Carnahan, der zuvor den düsteren Cop-Thriller „Narc“ und das krachige Jungskino „Smokin’ Aces“ (läuft anschließend um 22.35 Uhr und um 02.50 Uhr) inszenierte, nahm den Job an, weil er mit seinen beiden anderen Projekten, dem Pablo-Escobar-Biopic „Killing Pablo“ und der James-Ellroy-Verfilmung „White Jazz“, nicht weiterkam. „Das A-Team“ richtet sich, wenig überraschend, vor allem an die „Smokin’ Aces“-Fans.
Ebenfalls wenig überraschend ist, dass „Das A-Team“ jahrelang in Hollywood entwickelt wurde und wahrscheinlich jeder bekannte Regisseur und Schauspieler irgendwann im Gespräch war.
Mit Liam Neeson arbeitete Joe Carnahan auch bei seinem nächsten Film „The Grey – Unter Wölfen“ zusammen.
mit Liam Neeson, Bradley Cooper, Jessica Biel, Quinton ‘Rampage’ Jackson, Sharlto Copley, Patrick Wilson, Gerald McRaney
EinsPlus, 22.15 Das fünfte Element (Frankreich 1997, Regie: Luc Besson)
Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen (nach einer Geschichte von Luc Besson)
Zukunft, Erde: Taxifahrer Korben Dallas (Bruce Willis), der noch nicht einmal sein Leben auf die Reihe bekommt, muss mal eben das Universum retten und besucht dafür auch einige ferne Planeten in weit entfernten Galaxien. Aliens und andere seltsame Wesen gibt es auch. Action und Spaß sowieso.
Quietschbuntes, vollkommen durchgeknalltes Science-Fiction-Abenteuer, das den Fans der „Guardians of the Galaxy“ gefallen dürfte.
Hier hat Luc Besson, nach „Subway“, „Nikita“, „Leon – Der Profi“, noch einmal gezeigt, was er kann: „ein Fest für die Augen“ (Annette Kilzer, Herausgeberin: Bruce Willis)
mit Bruce Willis, Gary Oldman, Ian Holm, Milla Jovovich, Chris Tucker, Luke Perry, Brion James, Lee Evans, Tricky, Mathieu Kassovitz Hinweise Rotten Tomatoes über „Das fünfte Element“
Wikipedia über „Das fünfte Element“ (deutsch,englisch)
Und dann läuft die TV-Premiere auch noch zu einer normalen Uhrzeit, während das ZDF um 00.50 Uhr das ebenfalls grandiose Südstaatendrama „The Help“ arg lieblos versendet. Immerhin ist „The Help“ produziert von Disney, starbesetzt, Oscar-prämiert, mehrfach ausgezeichnet und war ein überraschender Kassenhit in den USA.
mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Ciarán Hinds, David Dencik, Simon McBurney, Kathy Burke, Stephen Graham, Svetlana Khodchenkova, John le Carré (Komparse bei der MI6-Silvesterfeier; also genau aufpassen)
ZDF, 22.15
James Bond: GoldenEye (Großbritannien 1995, Regie: Martin Campbell)
Drehbuch: Michael France, Jeffrey Caine
LV: Charakter von Ian Fleming
Buch zum Film: John Gardner: GoldenEye, 1995 (GoldenEye)
General Ourumov (der am 1. September verstorbene Gottfried John) und Xenia (Famke Janssen), die zur Geheimorganisation „Janus“ gehören, haben sich den Zugang zu Weltraumsatelliten verschafft und damit können sie alles kontrollieren. James Bond soll das Schlimmste verhindern und bei seiner Hatz nach den Verbrechern trifft er auch auf einen alten Bekannten.
Erster Auftritt von Pierce Brosnan als Agent mit der Lizenz zum Töten. Für Bond-Fans eine etwas lang geratene, aber unterhaltsame Tour durch die bisherigen Bond-Filme. Finanziell war der Actionfilm unglaublich erfolgreich, – obwohl Brosnan der (wir reden Prä-Daniel-Craig!) in diesem Film der stilloseste Bond aller Zeiten war: unrasiert (!!) und schwitzend (!!!). DAS wäre den anderen niemals passiert.
Thriller-Autor John Gardner (u. a. ein Gegententwurf zu Bond: die Boysie-Oakes-Serie über einen sehr unheldischen Geheimagenten) schrieb ab 1981 auf Wunsch der Fleming-Erben die Abenteuer von James Bond fort und hier das Buch zum Film.
Das ZDF zeigt bis zum Jahresende siebzehn (!!!) James-Bond-Filme, unter anderem alle Pierce-Brosnan- und Daniel-Craig-Bonds. Die mit Daniel Craig laufen zum Jahresende und „Skyfall“ bildet den bondinischen Abschluss.
Dazwischen gibt es Auftritte der anderen James Bonds, also Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore und Timothy Dalton. Immer ohne Werbepausen und jedenfalls die nächsten Montage sind Bond-Tage.
Die weiteren Sendetermine sind noch nicht bekannt. Die Filme aber schon. Es sind, wohl ungefähr in der geplanten Ausstrahlungsreihenfolge: „Der Morgen stirbt nie“, „Die Welt ist nicht genug“, „Stirb an einem anderen Tag“, „James Bond 007 – jagt Dr. No“, „Der Mann mit dem goldenen Colt“, „Liebesgrüße aus Moskau“, „Man lebt nur zweimal“, „Leben und sterben lassen“, „Diamantenfieber“, „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“, „Casino Royale“, „Ein Quantum Trost“, „Sag niemals nie“, „Im Angesicht des Todes“, „Skyfall“ und „Lizenz zum Töten“.
Wer noch mehr Bond, James Bond, will: bei Cross Cult gibt es die Bond-Romane von Ian Fleming inzwischen in einer schönen Box. Der Bond-Roman „Colonel Sun“ von Robert Markham (ein Pseudonym von Sir Kingsley Amis) und der erste Bond-Roman „Kernschmelze“ von John Gardner erscheinen die Tage. Im März 2015 soll es mit den Gardner-Bonds „Der Kunstsammler“ und Eisbrecher“ weitergehen.
Mit Pierce Brosnan, Sean Bean, Izabella Scorupco, Famke Janssen (die Bond in die Zange nimmt), Judi Dench (als M bezeichnet sie ihn als „Relikt aus dem Kalten Krieg“), Gottfried John, Joe Don Baker (mal wieder dabei, inzwischen auf der Seite der Guten), Robbie Coltrane, Samantha Bond, Desmond Llewelyn, Tcheky Karyo, Michael Kitchen Wiederholung: ZDFneo, Dienstag, 16. September, 00.15 Uhr (Taggenau!) Hinweise ZDF über „GoldenEye“ (und die nächsten James-Bond-Filme) Rotten Tomatoes über „GoldenEye“
Wikipedia über „GoldenEye“ (deutsch, englisch)
ZDF, 22.15 George Gently – Der Unbestechliche: Todfreunde (Großbritannien 2012, Regie: Nicholas Renton)
Drehbuch: Peter Flannery
Erfinder: Peter Flannery
LV: Charakter von Alan Hunter
Durham, 1968: Das Organisierte Verbrechen macht sich auch in Durham breit. Inspektor George Gently konnte zwar Melvyn Rattigan hinter Gitter bringen. Aber der beschuldigt Gently der Korruption und auch in London soll Gently in illegale Geschäfte verwickelt gewesen sein. Während Gentlys Kollege Bacchus gerne dem Ruf von London folgen würde, kämpft Gently um seinen Ruf.
„Todfreunde“ ist vor allem ein Gangsterkrimi und ein leichengesättigter Thriller, in dem der Held als Verdächtiger im Mittelpunkt steht. Und wie auch in anderen Krimiserien, in denen wir plötzlich glauben sollen, dass unser ehrlicher und tadelloser Held plötzlich ein Verbrecher sein soll, funktioniert „Todfreunde“ nur bedingt, weil die wirklichen Überraschungen ausbleiben und es auch nichts zu rätseln gibt. Denn selbstverständlich sind die Anschuldigungen ein Komplott gegen ihn. Immerhin gibt es etwas Zeitkolorit und schöne Bilder von der nordenglischen Landschaft.
Der vorerst letzter neue George-Gently-Krimi ist auch der blutige Abschluss der fünften Staffel. In England wurde im Februar 2014 die sechste, aus vier Folgen bestehende Staffel mit Gently und Bacchus gezeigt. Eine siebte Staffel ist bereits für nächstes Jahr angekündigt. Für Nachschub ist also gesorgt.
Mit Martin Shaw, Lee Ingleby, Simon Hubbard, Ralph Brown, Kevin Whately, Diana Quick Wiederholung: Montag, 15. September, 00.40 Uhr (Taggenau!)
Jetzt weiß ich, warum die Ägypter Grabräuber nicht mögen.
Der Found-Footage-Murks „Katakomben“ spielt zwar nicht in Ägypten, sondern in Paris und die Heldin behauptet selbst von sich, dass sie keine Grabräuberin sei. Aber sie prescht mit einer Eleganz durch die Katakomben von Paris (laut Presseheft wurde sogar alles vor Ort gedreht, aber sie hätten das Werk genausogut in irgendeinem Hinterhofstudio drehen können), dass kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Mauern werden eingerissen, Skelette flugs zur Seite geräumt und ein riesiger Klunker, der „Stein der Weisen“, wird mit roher Gewalt aus einem Fresko entfernt. Dass bei diesem feinfühligem Vorgehen einige Decken und Gänge einstürzen ist ein akzeptabler Kollateralschaden bei der Schatzsuche. Außerdem können die jungerwachsenen Protagonisten in dem Moment eh schon nicht mehr so richtig zwischen Wahn und Wirklichkeit oder zwischen Hölle und Normalität unterscheiden.
Dabei haben die sechs Twenty-Somethings, zusammengewürfelt aus der hyperbrillanten Schatzsucherin Scarlett Marlowe (die das alles tut, um das Vermächtnis ihres toten Vaters zu vollenden, unzählige Sprachen kann, Doktortitel wie Fliegenstiche sammelt, wagemutiger als Indiana Jones und verdammt jung ist), ihrem Freund (der wegen des Todes seines kleinen Bruders eine ausgewachsene Abneigung gegen Höhlen hat), einem klaustrophobischem Dokumentarfilmer und drei Pariser Urban Explorer, die just for fun bei der Schatzsuche helfen, auf den Weg in die verbotenen Gänge der Katakomben gemacht, weil Scarlett einen unterirdischen Raum unter dem Grab von Nicolas Flamel vermutet. Flamel war Alchemist und in diesem seit Jahrhunderten nicht entdecktem Raum ist der Stein der Weisen, der jedes Metall in Gold verwandeln und das ewige Leben schenken kann. Also macht sich die zusammengewürfelte Truppe auf den Weg in die Unterwelt.
Weil sie in den Katakomben eine Abkürzung benutzen wollen, vor der sie ihr einheimischer Tourguide Papillon warnt, öffnen sie auch gleich das Tor zur Hölle und, nun, seltsame Dinge geschehen, Erinnerungen materialisieren sich und einige werden den Tag nicht überleben.
Dieses Spiel mit Wahn und Wirklichkeit hilft auch den Drehbuchautoren Drew Dowdle und John Erick Dowdle (der auch Regie führte), die auch für „Quaranäne“ und „Devil – Fahrstuhl zur Hölle“ verantwortlich sind. Denn nachdem Scarlett und die anderen das unterirdische Paris betreten haben, verabschiedet sich schnell auch die Restlogik aus „Katakomben“. Dafür sind ein verstaubtes, aber klingelndes Telefon, ein altes Klavier mit einer lädierten Taste und ein brennendes Auto mit einem schreiendem Insassen in den Katakomben (keine Ahnung, wie es dahin kam) einfach zu gute Bilder. Einige geisterhafte Figuren dürfen auch durch das Bild huschen – und es gibt eine Unzahl vollkommen absurder Momente. Wenn die Jugendlichen vor einer schon vor Jahrhunderten gestorbenen Person stehen und sich gegenseitig mehrmals versichern, dass er tot ist; wenn sie an einem Mönch vorbeischleichen und ihn dabei mit ihren Lampen anstrahlen (naja, vielleicht ist er blind, aber nicht taub), dann werden, auch ohne die Spielerei mit oben und unten (der Originaltitel ist „As above, so below“), im eh schon logikfernen Found-Footage-Genre neue Höhen der Absurdität erreicht, die sicher in einigen Mitternachtsscreenings für noch mehr Lacher sorgen als während der Pressevorführung. Denn bei dem Mitternachtsscreening kann dann jeder unbefangen seine Kommentare zum Leinwandgeschehen in den Raum brüllen.
Zu den gruseligen Dialogen (wahrscheinlich war die Regieanweisung: „Sagt einfach, was euch so einfällt.“) und der kopfschmerzförderlichen Wackel-Wackelkamera (herrje, sogar mein an Parkinson leidender Urgroßvater hat eine ruhigere Hand) sag ich jetzt nichts. Das gehört ja seit dem „Blair Witch Project“ zum gut gepflegten Found-Footage-Ton. Genauso wie Bilder, die unmöglich von einem der Charaktere aufgenommen worden sein können.
Ein Journalist wird erschlagen und Kommissar Lenz muss, sich sichtlich unwohl fühlend, in der Münchner Schickeria ermitteln.
Etwa zeitgleich mit „Kir Royal“ entstand auch dieses satirische Sittengemälde der Münchner Gesellschaft. Kein Wunder, schließlich schrieb der 2003 verstorbene Herbert Riehl-Heyse von der Süddeutschen Zeitung mit am Drehbuch.
„Schicki-Micki“ ist Teil eines „Tatort“-Abends, den der BR irreführend „Themenabend: 50 Jahre Bayerisches Fernsehen“ nennt. Um 20.15 Uhr läuft „Münchner Kindl“ (1972, der erste Auftritt von Kommissar Veigl), um 23.20 „Pension Tosca“ (1987, der einzige und extrem selten gezeigte Auftritt von Kommissar Brenner) und um 01.15 Uhr „Animals“ (1991, der erste Auftritt der Herren Batic und Leitmayr; die dürfen auch am Sonntag um 20.15 gegen den „Wüstensohn“ ermitteln).
Mit Helmut Fischer, Henner Quest, Rolf Castell, Willy Harlander, Hannelore Elsner, Erich Hallhuber, Felix von Manteuffel, Hans-Reinhard Müller
Beginnen wir mit der für Krimifans wichtigen Information: Das Drehbuch ist von Kjell Ola Dahl und Regisseur Hisham Zaman.
Genau, der Krimiautor Kjell Ola Dahl hat mitgeschrieben und das sieht man. Denn „Der Junge Siyar“ erzählt seine Ehrenmord-Geschichte als Noir-Thriller, dem der Spagat zwischen Spannung und Drama gelingt und der ein breites Publikum ansprechen will mit seiner Geschichte über den sechzehnjährigen Siyar, der im kurdischen Norden des Iraks lebt. Es ist eine ländliche Gegend, in der die Zivilisation noch nicht angekommen ist. Als ältestes Familienmitglied ist er, nach dem Tod seines Vaters, das Familienoberhaupt, das alle wichtigen Entscheidungen treffen muss. Eine betrifft die Heirat seiner älteren Schwester Nermin mit dem Sohn eines mächtigen und wohlhabenden Stammesfürsten aus dem Nachbardorf. Siyar stimmt, notgedrungen, der Hochzeit zu. Seine Schwester, die einen anderen liebt, flüchtet mit ihrem Freund nach Istanbul.
Siyar muss die Familienehre wieder herstellen; indem er seine Schwester tötet. Er, der bislang noch nie sein Dorf verlassen hat und der noch ein Kind ist, macht sich auf den Weg in eine für ihn fremde Welt.
In Istanbul lernt er das chaotische und von der Natur entfremdete Großstadtleben mit seinen Verlockungen und Gefahren kennen. Er befreundet sich mit dem Straßenmädchen Evin, das sich mit Taschendiebstählen durchschlägt. Gemeinsam machen sie sich, nachdem Siyar seine Schwester entdeckte und sie flüchten konnte, auf den Weg in die Festung Europa.
Griechenland, Berlin, Oslo und die Einöde Norwegens sind die Stationen von Siyars Verfolgungsjagd nach seiner Schwester. Geholfen wird ihm auf seiner Rachemission von Landsleuten, die ihn mit Informationen versorgen, Waffen besorgen und auch über Grenzen schmuggeln. Er wird wie ein Gegenstand, der nur für eine Aufgabe gedacht ist, weitergereicht zu seinem Ziel.
Gleichzeitig ist es eine Reise, die Siyars Werte auf die Probe stellt. Erstmals ist er auf sich alleine gestellt, er verliebt sich in Evin und er muss sich fragen, ob der Mord an seiner Schwester richtig ist.
Hisham Zaman, der selbst als Jugendlicher mit seiner Familie aus dem Irak floh, erzählt in seinem Spielfilmdebüt nach mehreren Kurzfilmen, eine einfache Geschichte mit einem zwiespältigem Protagonisten. Denn Siyar ist eigentlich ein Killer, der einen Mordauftrag ausüben soll. Dass er dann daran zu zweifeln beginnt, dass er sich mit seinem Wertesystem auseinandersetzen muss (ohne wirklich ein anderes zu haben oder, abgesehen von seiner Liebe zu Evin, angeboten zu bekommen), gibt der Geschichte einen zweiten Plot. Wobei diese Coming-of-Age-Geschichte nie Siyars ursprüngliche Mission überlagert und sie, ohne den Zuschauern große Hoffnungen auf ein positives Ende zu machen, konsequent auf ein blutiges Ende zusteuert. Insofern ist „Der Junge Siyar“ ziemlich noir und auch ziemlich realistisch. Er zeigt seine Charaktere als Opfer der Umstände und Traditionen, aus denen ein Ausbruch kaum möglich ist. Jedenfalls nicht für Siyar. Und auch nicht für seine Schwester, die vor ihm aus ihrer Heimat in den Norden Europas flüchtet.
Hisham Zaman arbeitete mit Kjell Ola Dahl bereits 2007 bei seinem Kurzfilm „Winterland“, der die Liebesgeschichte von zwei in Norwegen lebenden Kurden erzählt, zusammen. Nach „Der Junge Siyar“ war Dahl Script Consultant für Zamans neuen Film „Brev til Kongen“, der sich mit dem Leben von fünf Flüchtlingen in Oslo beschäftigt.
3sat, 22.35 The Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls (The Girlfriend Experience, USA 2009)
Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: David Levien, Brian Koppelman
Porno-Schauspielerin Sasha Grey spielt ein Luxus-Callgirl – und wer jetzt denkt, dass „The Girlfriend Experience“ viel nackte Haut zeigt, kann getrost den Fernseher auslassen. Denn Steven Soderbergh beobachtet das Leben von Chelsea: wie sie Kunden besucht, sich mit ihrem Freund unterhält und versucht über die Runden zu kommen.
Das ist weniger ein durchdachter Film oder eine zwingende Charakterstudie, sondern eine Skizze, ein Nebenwerk von Steven Soderbergh, eine Entspannungsübung und auch eine Vorstudie zu „Magic Mike“. Mehr zum Film in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Sasha Grey, Chris Santos, Philip Eytan, T. Colby Trane, Peter Zizzo, David Levien
Natürlich muss in einem Film nicht alles logisch sein. Manchmal muss man halt die Logik links liegen lassen und wenn der Rest stimmt, habe ich als alter Alfred-Hitchcock-Fan kein Problem damit. Auch eine Abfolge absurder Zufälle kann ich akzeptieren. Wenn der Rest stimmt.
In David Cronenbergs neuem Film „Maps to the Stars“ gibt es eine überschaubare Zahl absurder Zufälle, aber viel zu viele vollkommen unlogische Momente; sowohl in der Realität als auch in der Fantasie und wie beide Welten miteinander zusammenhängen. Denn „Maps to the Stars“ spielt in Hollywood. Die Traumfabrik ist natürlich Thema des Films und fast alle Charaktere haben Probleme mit der Realität. Sie haben immer wieder Visionen und Geister hängen überall herum in der Stadt der Engel. Insofern zeigt Cronenberg wieder einmal eine dystopische Welt, in der Schauspieler von ihren Alpträumen verfolgt werden und sie ein gestörtes Verhältnis zu sich und ihrem Körper haben.
So will Havanna Segrand (Julianne Moore), deren Karriere vor sich hin dümpelt, in einem Biopic unbedingt ihre Mutter, zu der sie keine gute Beziehung hatte, spielen. In ihren Tagträumen wird sie von ihrem Geist verfolgt.
Auch der dreizehnjährige Jungstar Benji Weiss (Evan Bird) sieht Geister. Denn der drogensüchtige, frisch aus der Therapie entlassene Kotzbrocken glaubt, dass alle jüngeren Schauspieler ihm die Show stehlen wollen.
Seine Eltern kümmern sich, abgesehen von seiner Karriere, nicht um ihn. Sie pflegen die Fassade des heilen Familienlebens. Benjis Mutter Cristina (Olivia Williams) managt seine Karriere und damit ihr Einkommen. Sein Vater Stafford (John Cusack) ist ein gut verdienender Selbsthilfeguru mit einer TV-Show, der seine Hollywood-Patienten mit einer Gaga-Therapie therapiert, die – immerhin sind wir in einem Cronenberg-Film – an eine Vergewaltigung, bei der das Opfer Geld dafür bezahlt, erinnert.
Ihre Tochter verleugnen sie so gut, dass anscheinend niemand etwas über sie weiß. Sie wurde einfach vor einigen Jahren aus der Familie ausradiert.
Agatha (Mia Wasikowska), die diese Tochter ist, was wir allerdings erst relativ spät im Film erfahren (bis dahin ist sie nur eine junge, schüchterne Frau mit Verbrennungen), kehrt am Filmanfang aus einer geschlossenen Anstalt (auch das erfahren wir erst sehr spät und noch später erfahren wir, warum sie dort war) vom anderen Ende des Landes in einem Greyhound-Bus nach Hollywood zurück, lässt sich von einem Chaffeur (Robert Pattinson), der natürlich in Hollywood Karriere machen möchte, in einer Nobellimousine wie ein Landei, das zum ersten Mal in Hollywood ist, durch die Stadt kutschieren, steigt dann in einem billigem Motel ab und erhält zufällig eine Arbeit bei Havanna Segrand.
Bei ihren Eltern meldet sie sich nicht. Die erfahren auch nur zufällig, dass ihre Tochter wieder zurück ist.
Gerade am Anfang sieht „Maps to the Stars“ wie eine weitere Satire auf Hollywood auf, die gelungen und mit offensichtlichen Anspielungen an Meisterwerke wie Billy Wilders „Sunset Boulevard – Boulevard der Dämmerung“, Robert Altmans „The Player“ oder David Lynchs „Mulholland Drive“ anknüpft. Schon früh bewegt Cronenberg sich allerdings von der Hollywood-Satire weg zu einem Geisterfilm. Plötzlich hängen überall Geister herum und sie erscheinen auch jedem; oft ohne dass ein direkter und konkreter Bezug zu den Taten, Wünschen und Ängsten der Person, die sie sieht, erkennbar ist. Eben diese Beliebigkeit, die eine gute Szene mehr schätzt als eine sinnvolle Gesamtkonstruktion der Geschichte, lässt das Interesse schnell erlahmen. Denn ein irgendwie nachvollziehbarer Ursache-Wirkungszusammenhang ist nicht mehr zu erkennen.
Aber das ist noch nicht die letzte Drehung in dieser Geschichte, die zunächst wie ein Ensemblefilm angelegt ist. Die verschiedenen Plots laufen, ziemlich gewollt, zu einem Porträt einer dysfunktionalen und vollkommen verkorksten Familie zusammen, das allerdings wenig interessiert, weil in dem Moment nur noch ein Anything-goes-Gefühl herrscht. Entsprechend wenig schockierend fallen dann die letzten Enthüllungen der Geheimnisse der Familie Weiss aus.
Sie bestätigen nur den Eindruck, dass Regisseur David Cronenberg und Autor Bruce Wagner („Wild Palms“) nicht wussten, was sie letztendlich erzählen wollten.
Wenn man den Film allerdings als einen surrealen Traum sieht, bei dem nichts wirklich zusammenpasst, bei dem jede Erklärung von dem nächsten Bild sabotiert wird, bei dem man sich nur auf den Augenblick konzentriert, dann entwickelt er sicher ungeahnte Qualitäten.
Auch wenn es noch zwei „Die Tribute von Panem“-Filme mit Philip Seymour Hoffman gibt, ist Anton Corbijns John-le-Carré-Verfilmung „A most wanted man“ der letzte richtige Film des am 2. Februar 2014 verstorbenen Charakterschauspielers. Denn in dem Film spielt er, der oft prägnante Nebenrollen hatte und großartige Bösewichter spielte, die Hauptrolle: den deutschen Geheimagenten Günther Bachmann, der in Hamburg eine kleine Agenteneinheit leitet. Im Film wird die Einheit nicht genauer spezifiziert. Im Roman ist es, bitte nicht Lachen, die Spezialeinheit Hintergrund des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz. Bachmann will nicht den kurzfristigen Erfolg, sondern die Hintermänner des islamistischen Terrors finden. Als Issa Karpov auftaucht, wittert er seine große Chance.
Karpov, ein über den Hafen illegal eingereister Flüchtling mit deutlichen Spuren von Folter an seinem Körper, will an das Geld von seinem Vater, einem Russen, der nach dem Ende der Sowjetunion Geschäfte mit der russischen Mafia machte und vermögend wurde. Das Geld ist bei einer auf Diskretion bedachten Privatbank.
Bachmann glaubt, dass der Halbtschetschene Karpov mit dem Geld den internationalen Terrorismus fördern will.
Auch andere Geheim- und Sicherheitsdienste und die Amerikaner glauben das. Aber die Ansichten, wie man Karpov behandeln soll, gehen auseinander und schnell erleben wir ein Karussell von Geheimdienstintrigen, in die auch eine junge, idealistische Anwältin und ein älterer Bankierssohn, verwickelt werden, während Karpov immer nur die Projektionsfläche der verschiedenen Dienste bleibt. Denn es gibt absolut keinen handfesten Beweis für die Vermutungen der Agenten.
Das alles ist bester le-Carré, der von „Lantana“-Drehbuchautor Andrew Bovell sparsam von 2008 (Prä-NSA, Prä-NSU) in die Gegenwart (Post-NSA, Post-NSU) übertragen wurde. Wahrscheinlich deshalb wirkt die Geschichte, die politischen Hintergründe und die verwandte Technik etwas anachronistisch. Die Schauspieler sind gut. Neben US-Stars wie Hoffman (dem unumstrittenem Zentrum des Films), Rachel McAdams, Willem Dafoe und Robin Wright, spielen auch deutsche Stars, wie Nina Hoss, Daniel Brühl (der zwar viel Screentime, aber nur ungefähr einen Dialogsatz hat), Rainer Bock und Martin Wuttke, mit. Die Bilder (Kamera: Benoit Delhomme) sind, wie bei Corbijn gewohnt, prächtig. Corbijn war vorher ein bekannter Fotograf und so ist auch jedes Bild von „A most wanted man“ geeignet, als Einzelbild gedruckt zu werden. Es gibt auch einen Bildband zum Film.
Aber diese Bilder von Hamburg erinnern in ihrer Stilisierung immer an das Berlin der achtziger Jahre; jedenfalls wie wir es heute von SW-Fotos kennen. Es sieht nie – obwohl ich schon länger nicht mehr in Hamburg war – wie das heutige Hamburg aus.
Außerdem irritiert in der Originalfassung, dass alle Englisch sprechen. Denn es wird eine deutsche Geschichte erzählt wird, die in Deutschland spielt mit deutschen Charakteren, die in der Realität natürlich in ihrer Landessprache sprechen würden. Bis auf die von Robin Wright gespielte CIA-Mitarbeiterin sind die Hauptcharaktere Deutsche, die in den wichtigen Rollen von US-Amerikanern gespielt werden, und alle reden immer Englisch. Deutsch wird höchstens bei der Getränkebestellung gesprochen. Das fühlt sich dann, jedenfalls für uns Deutsche, schon sehr seltsam an.
Corbijn will, wie schon in seinem vorherigen Film „The American“ (mit George Clooney), nicht thrillen. Er inszeniert deshalb diese Episode aus dem Kampf der Geheimdienste, die wie der Roman abrupt endet, in einem getragenen Tempo, in dem jeder Schauspieler seinen langsam gesprochenen Sätzen hinterherlauscht und es meist eine Kunstpause vor dem nächsten Satz gibt. Das ist als Schauspielerkino nicht ohne Reiz, aber es ist auch teilweise genauso spannend, wie Farbe beim Trocknen zuzusehen.
„A most wanted man“ ist ein Agententhriller der im Ränkespiel der Dienste konsequent jeden Thrill vermeidet und so nicht so gut ist, wie er hätte sein können.
Während der ersten Minuten hoffte ich, dass „Sex Tape“ doch eine gute Komödie werden könnte. Annie (Cameron Diaz) verfasst für ihren Blog über ihr Leben als Mutter einen Beitrag, in dem sie sich fragt, warum sie keinen Sex mehr mit ihrem Mann Jay (Jason Segel) hat. Als Frischverliebte trieben sie es vor zehn Jahren überall. Auch in der Universitätsbibliothek. Dann heirateten sie, bekamen zwei Kinder und ihr Sexualleben hörte auf zu existieren. Der letzte Sex liegt schon Ewigkeiten zurück. Sie erinnert sich noch nicht einmal an ihn.
„Bad Teacher“-Regisseur Jake Kasdan illustriert Annies Gedanken mit züchtigen, aber pointierten Bildern vom heißen Sex. Das ist ein kleines Kabinettstück, das als Kurzfilm gut für sich stehen kann.
Nach dem Vorspiel erhält Annie ein Jobangebot von Piper Brothers, einer sehr auf ihr Familien-Image achtenden Spielzeugfirma. Jay bekommt ein neues iPad. Und am Abend haben die beiden eine sturmfreie Bude. Sie wollen SEX (S! E! X!) haben. Als das nicht klappt, kommen sie auf die Idee, alle Positionen von „The Joy of Sex“ (seht doch einfach mal im Bücherschrank eurer Eltern nach) nachzustellen und sich dabei aufzunehmen, mit der Kamera in Jays neuem iPad. Gesagt, getan. Drei Stunden später haben sie alle Stellungen hinter sich.
Kurz darauf stellt Jay fest, dass das Sex-Tape zuerst in die Cloud und dann auf alle seine früheren iPads, die Jay und Annie an Freunde und Bekannte verschenkten, ging.
Weil sie nicht wollen, dass ihre Freunde und Bekannte sie nackt sehen, müssen sie alle Kopien des Videos (also alle verschenkten iPads) einsammeln.
Sie beginnen bei ihren Freunden Robby und Tess, die gerade ihre zwölfte Hochzeitsnacht feiern und einen unsympathischen Sohn, der späte noch wichtig wird, haben. Robby und Tess wollen Annie und Jake helfen. Immerhin scheint das mehr Spaß zu machen als ihr ursprüngliches Programm.
Weiter geht’s zu Hank Rosenbaum, dem sehr familienorientiertem CEO von Piper Brothers, der sich auf Annies altem iPad ihre älteren Blog-Einträge durchlesen will, um zu prüfen, ob Annie glaubwürdig die züchtigen Firmenwerte repräsentieren kann.
Gut, die Idee von dem Sex-Tape, das sich wie ein Virus verbreitet und einer verzweifelten Rückholaktion mittels Geschenke-Rückholaktion, ist nicht besonders überzeugend. Sie ist ziemlich Gaga, aber eine Komödie kann auch mit einer weit hergeholten Prämisse prächtig funktionieren. Was bei „Sex Tape“ nicht der Fall ist. Den besten Witz gibt es in den ersten Minuten. Der Rest ist nur noch eine Abfolge von meist lauen Gags mit teilweise erschreckend schlechten Dialogen, die noch nicht einmal als Parodie auf Pornofilm-Dialoge überzeugen. Garniert mit – für eine US-Komödie – erstaunlich viel nackter Haut. Aber auch Cameron Diaz‘ Rücken und Po können den Film nicht retten.
Die Filmstory ist nämlich eine lieblose Abfolge von Gags, die in ihrer Struktur an drei ungefähr zwanzigminütigen, nicht miteinander zusammenhängenden Folgen einer vergessenswerten Comedy-Serie erinnern.
Das alles ist erschreckend vorhersehbar und unwitzig. Jedenfalls wenn man mehr als eine sehr banale Klamauk-Komödie, bei der die Schauspieler ihren Spaß hatten, erwartet.
Denn alle möglichen Tiefen des Stoffs werden erfolgreich vermieden, wie die US-Sexualmoral, Bigotterie, das Vorstadtleben, der dortige Gruppendruck undsoweiter.
„Sex Tape“ ist in keiner Sekunde subversiv. Ganz im Gegensatz zu John Waters‘ „Serial Mom“.
Kabel 1, 22.10 Der Frosch mit der Maske (Deutschland/Dänemark 1959, Regie: Harald Reinl)
Drehbuch: Trygve Larsen (Pseudonym von Egon Eis), Jochen-Joachim Bartsch
LV: Edgar Wallace: The fellowship of the frog, 1925 (Der Frosch mit der Maske)
Der Frosch mit der Maske ist der Chef einer Verbrecherbande, die London in Angst und Schrecken versetzt. Inspektor Elk und Hobbydetektiv Gordon wollen ihm enttarnen.
Damit begann es: die Verfilmung eines der bekanntesten und besten Bücher von Wallace, der erste Band von Goldmanns Roten Krimis und der erste Film einer überaus erfolgreichen Filmreihe. „Der Frosch mit der Maske“ ist düsterer als die folgenden Rialto-Produktionen, aber bereits mit allen Elementen versehen, die zum Erfolg der Filme an der Kinokasse beitrugen.
Mit Siegfried Löwitz, Joachim Fuchsberger, Dieter Eppler, Carl Lange, Fritz Rasp, Eddi Arent, Ernst-Fritz Fürbringer
Der Film beginnt mit einem Flug über eine nächtliche Kleinstadt, durch die beengten, menschenleern Gassen und endet in einem Haus, in dem eine junge, wohlproportionierte Frau die Holzfenster verschließt. Es ist Walpurgisnacht, draußen wird schlimmes Geschehen und die Einwohner von Passburg bleiben lieber in ihren sicheren vier Wänden.
Das ist eine typische Argento-Kamerafahrt, bei der man den Eindruck hat, dass die normalen physikalischen Gesetze nicht gelten. Auch später gibt es noch ein, zwei Argento-Momente, aber über weite Teile spult Dario Argento einfach die bekannte Geschichte des Grafen Dracula ab, wie wir sie aus Bram Stokers Roman und den zahlreichen Verfilmungen kennen, vor allem die Stummfilme („Nosferatu“ wird sogar namentlich erwähnt) und die heute noch bekannten Horrorfilme der dreißiger bis sechziger Jahre.
Jonathan Harker kommt nach Passburg. Er soll für Graf Dracula dessen Bibliothek katalogisieren. Harker erwartet seine Frau Mina in einigen Tagen und dann kommt auch noch der Vampirjäger Van Helsing, hübsch grantig von Rutger Hauer gespielt.
Ach ja, Dracula wird von Thomas Kretschmann gespielt. Asia Argento ist auch dabei.
Die größte Änderung zur bekannten Dracula-Geschichte, in der der blutsaugende Graf von Transsylvanien nach England reist und dort einige Damen in den Hals beißt, ist, dass hier die gesamte Geschichte in Transsylvanien spielt und die Dorfoberen sich irgendwie mit dem Schlossherrn arrangiert haben, was aber keinen Einfluss auf die Geschichte hat. Es ändert auch nichts an dem allumfassenden Ich-habe-das-schon-tausendmal-gesehen-Gefühl.
Dario Argentos Film sieht von der ersten bis zur letzten Minute wie ein verspäteter Nachschlag zu den Roger-Corman-Edgar-Allan-Poe-Verfilmungen aus, der in den frühen Siebzigern gedreht wurde. Damals präsentierten die Regisseure stolz immer wieder einen nackten Busen (es gibt einige schöne Busen zu bestaunen) und die Gewalt wurde graphischer. Da bohrt sich dann schon einmal ein Pfeil durch ein Auge, ein Kopf wird abgeschlagen, fliegt und kullert fotogen durch das Bild und alles wird kräftig in blutrote Farbe getunkt.
Wenn die wenigen, schlechten CGI-Effekte nicht wären, könnte man „Dario Argentos Dracula“ für einen dieser billigen Siebziger-Jahre-Horrorfilme halten, die mit etwas nackter Haut und Gewalt die Sensationslust des Publikums befriedigten, während die Spezialeffekte nicht so toll waren, die Dialoge primär debil und die Schauspieler kopflos durch das Set stolperten, während ein Mime, dessen Karrierehöhepunkt schon vor einigen Jahrzehnten war, immerhin einen sehr überzeugenden Was-habe-ich-hier-verloren-Gesichtsausdruck hat.
Auch die Optik erinnert an die Siebziger. In den Tag-für-Nacht-Szenen ist die Nacht nie dunkler als ein bewölkter Nachmittag. Die Farben sind alle einen Tick zu grell, wie auf einem Drogentrip, bei dem das Grün der Pflanzen noch grüner ist. Es wird wenig geschnitten und die Kamera beobachtet, wie in den frühen Tagen des Tonfilms, statisch die Schauspieler.
In seinem neuesten Film kann Dario Argento nie an seine besten Werke, die vor allem in den Siebzigern entstanden, anknüpfen. Aber diese Giallos spielten auch immer in der Gegenwart und basierten nicht auf bekannten Stoffen.
„Dario Argentos Dracula“ ist kein guter Film, aber fast schon sympathisch aus der Zeit gefallen. Jedenfalls wenn man sich mal wieder einen Siebziger-Jahre-Trahs-Horrorfilm ansehen will.
Das Bonusmaterial ist erstaunlich umfangreich ausgefallen. Ein über einstündiges „Making of“, das hier „Behind the Scenes“ genannt wird, informiert über den Film. In den ersten 45 Minuten werden die Menschen hinter der Kamera (vor allem Kamera, Special-Effects, Ausstattung und Kostüme) befragt, garniert mit einigen Bildern von den Dreharbeiten. Bei dem Making-of gibt es kein Interview mit Dario Argento. Dafür gibt es eine 35-minütige Dokumentation seines Auftritts beim Slash Filmfestival am 1. Mai 2014 in Wien.
P. S.: Ich habe den Film in 2D gesehen. Das hat sicher zum heimeligen Retro-Gefühl beigetragen.
Denn Argento drehte den Film auch in 3D.
Dario Argentos Dracula (Dracula 3D, Italien 2012)
Regie: Dario Argento
Drehbuch: Dario Argento, Antonio Tentori, Stefano Piani, Enrique Cerezo
LV: Bram Stoker: Dracula, 1897 (Dracula)
mit Thomas Kretschmann, Rutger Hauer, Marta Gastini, Asia Argento, Unax Ugalde, Miriam Giovanelli, Maria Cristina Heller, Giovanni Franzoni
– DVD
Koch Media
Bild: 2,40:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Making of (genannt „Behind the Scenes“), Dario Argento beim Slash Filmfestival, Musikvideo (Simonetti Project: Kiss me Dracula), Kinotrailer (deutsch, englisch, italienisch), Fünf Teaser
Länge: 105 Minuten
FSK: ab 18 Jahre
– Hinweise
Das wirklich umfassende, teilweise etwas zu akademisch geschriebene Buch „Dario Argento – Anatomie des Angst“ (2013), herausgegeben von Michael Flintrop und Marcus Stiglegger, mit Texten von Ivo Ritzer, Dominik Graf, Oliver Nöding und Thomas Groh und einem Vorwort von Jörg Buttgereit.
Michael Flintrop/Marcus Stiglegger (Hrsg.): Dario Argento – Anatomie der Angst
Wirklich gelungene Verfilmung eines der besten Thompson-Bücher: ein Haufen Menschen geht ihren niederen Trieben (Sex, Ehebruch, Mord) nach und fühlt sich dabei von moralischen Gesetzen nicht gebunden.
Tavernier verlegte die Handlung von einem Südstaaten-Kaff nach Französisch-Westafrika, blieb aber der Seele des Buches treu.
Mit Philippe Noiret, Isabelle Huppert, Stéphane Audran, Guy Marchand
Arte, 21.50 Ohne Gitter: Das Gefängnis der Zukunft? (Frankreich 2014, Regie: Bernard Nicolas)
Drehbuch: Anne Hirsch, Bernard Nicolas
Spielfilmlange Doku über Reformansätze im Justizvollzug in Deutschland, Finnland und Frankreich. Hinweis Arte über die Doku und mit vielen weiteren Informationen zum Thema
Das gelingt nur ganz wenigen Filmen: hier in Berlin läuft „Das finstere Tal“ immer noch in ganz normalen Kinos und es gab fast keinen Tag, an dem man sich seit dem Kinostart am 13. Februar Andreas Prochaskas Alpen-Western nicht hätte ansehen können. Der Film erhielt acht deutsche Filmpreise und ist jetzt der Oscar-Kandidat von Österreich für den besten ausländischen Film.
Die Filmgeschichte könnte den Amerikanern gefallen. Schon die ersten Bilder sind reinstes Americana: ein Mann reitet in den Bergen in ein einsam gelegenes Dorf, das im Winter komplett von der Welt abgeschnitten ist. Die Bewohner beäugen ihn misstrauisch. Mit einem Sack voll Gold erkauft er sich ein Quartier für den Winter. Was die Bewohner nicht wissen, aber jeder, der schon zwei Western gesehen hat, nach den atmosphärischen Bildern weiß: der Mann will sich an den Dörflern für ein in der Vergangenheit liegendes Ereignis rächen. Die Überlebenschancen der Bösewichter tendieren gegen Null, wozu auch die gar nicht so unschuldigen Dorfbewohner zählen, wenn sie nicht schnell genug in Deckung gehen.
Dennoch lässt sich Prochaska (u. a. einige Folgen für „KDD – Kriminaldauerdienst“, die TV-Filme „Spuren des Bösen“, „Das Wunder von Kärnten“, „In 3 Tagen bist du tot“ und die Fortsetzung) viel Zeit, bis es die erste Leiche gibt: ein scheinbar unglücklicher Unfall beim Transport von Bäumen in einer Baumrutsche.
Greider (Sam Riley), so heißt der schweigsame Fremde, der behauptet, mit seiner Kamera Fotos machen zu wollen, kam aus den USA zurück in die Alpen. In Wirklichkeit will er seine Eltern rächen. Sie wurden von dem Brenner-Bauer, der seit Jahrzehnten als unumstrittener Patriarch über das abgelegene Tal herrscht, und seinen Söhnen, unterstützt vom Dorfpfarrer, vergewaltigt und getötet.
Diese Geschichte, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Alpen spielt, verweist immer wieder auf den Western. Die Cinemascope-Bilder, der konsequente Verzicht auf typisch alpenländische Attribute (es gibt keinen Sepplhut und bei den Kleidern wurde konsequent stilisiert) und die karge Landschaft mit ihren ebenso kargen Gebäuden (so steht die Kirche, ein Steingemäuer, auf einem waldlosem Hügel und sie wirkt wie eine ungastliche Trutzburg) erinnert dann an die bekannten Bilder aus US-und Italo-Western, wie Sergio Corbuccis im Schnee spielender Western „Leichen pflastern seinen Weg“. Auch Robert Altmans „McCabe & Mrs Miller“, dessen Finale ebenfalls im Schnee spielt, fällt einem ein. Und natürlich die zahllosen, konsequent ironiefreien Rachewestern der vergangenen Jahrzehnte, gerne mit Clint Eastwood in der Hauptrolle.
Das alles ist so gut, dass gerade die Kleinigkeiten umso deutlicher auffallen. So ist der Brenner-Bauer, der als kranker Herrscher, kaum noch sein Haus und Bett verlässt, als greifbarer Bösewicht kaum vorhanden. Diese Rolle des Bösewichts müssen seine Söhne übernehmen, die aber auch weitgehend austauschbare Handlanger des Bösewichts bleiben. Im Film allerdings weniger als im Roman, wo sie nur eine anonyme Masse sind.
Auch die Rolle Brenners bei der Kindererzeugung (er hat das Recht auf die erste Nacht) und die Beziehungen der Brenner-Buben zu ihren Frauen werden nur sparsam angedeutet.
In diesen Momenten hätten sich Filmemacher noch deutlicher von der Vorlage entfernen können. Denn der Film folgt dem Roman sehr genau. Thomas Willmann bedankt sich im Nachwort seines Romandebüts bei Ludwig Ganghofer und Sergio Leone, wobei der Roman für meinen Geschmack zu viel Ganghofer und zu wenig Leone hat. Denn wer den Film nicht kennt und auch nicht den Klappentext gelesen hat, liest sich im ersten Drittel durch das Porträt einer Dorfgemeinschaft und der beginnenden Liebe von Luzi zu ihrem künftigem Bräutigam. Auch nach dem ersten Todesfall nehmen die Hochzeitsvorbereitungen viel Raum ein und nach der Romanmitte gibt es eine sechzigseitige Rückblende, in der wir erfahren, was mit Greiders Mutter geschah. Im Film ist das eine kurze Montage.
Auffallend sind zwei große Änderungen. Die erste ist, dass die Filmgeschichte von Luzi erzählt wird. Im Roman gibt es dagegen einen neutralen Erzähler, der einfach, wie ein Zeitungsreporter berichtet, was geschieht. Die zweite ist, dass Greider im Roman ein Maler, im Film ein Fotograf ist. Beide Änderungen sind nachvollziehbar und gerade bei der zweiten Änderung wundert es, dass Willmann, der auch Filmjournalist ist, das nicht selbst tat. Immerhin gibt es in Western öfter Fotografen als Maler.
Auf den ersten Blick wirkt das Bonusmaterial vernachlässigbar. Drei entfallene Szenen, ein Making of und ein Audiokommentar. Aber beim Ansehen fällt auf, wie gut es ist. Das gut 45-minütige, absolut sehenswerte „Making of“ gibt einen umfassenden und werbefreien Blick in den gesamten Entstehungsprozess des Films mit Interviews mit allen Beteiligten und einigen Blicken hinter die Kulissen. Und der Audiokommentar (den Filmton hätte man etwas leiser drehen können) ist absolut hörenswert. Regisseur Andreas Prochaska lud den Filmjournalisten Christian Fuchs als Gesprächspartner ein und, auch wenn Fuchs kaum etwas sagt, hatte Prochaska damit einen Gesprächspartner, dem er alles über den Film erzählen konnte. Entsprechend informativ fällt der Audiokommentar aus.
Das finstere Tal (Österreich/Deutschland 2013)
Regie: Andreas Prochaska
Drehbuch: Martin Ambrosch, Andreas Prochaska
LV: Thomas Willmann: Das finstere Tal, 2010
mit Sam Riley, Tobias Moretti, Paula Beer, Clemens Schick, Erwin Steinhauer, Hans-Michael Rehberg, Carmen Gratl, Helmuth A. Häusler, Martin Leutgeb, Florian Brückner
– DVD
Warner Brothers/X-Edition
Bild: 2.35:1 (16:9)
Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial: Audiokommentar von Regisseur Andreas Prochaska und Filmjournalist Christian Fuchs, Making of, Entfallene Szenen, Trailer, Audiodeskription
Länge: 110 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
– Die Vorlage
Thomas Willmann: Das finstere Tal Ullstein, 2014 320 Seiten
9,99 Euro
– Erstausgabe
Liebeskind, 2010
–
Die Nacht ist jung (Frankreich 1986, Regie: Leos Carax)
Drehbuch: Leos Carax
Paris im Zeichen des Halleyschen Kometen: ein Virus tötet alle, die ohne Liebe Sex haben. Ein verliebter, aber auch infizierter Bauchredner will aus einem Hochhaus das Impfserum stehlen.
Ziemlich unbekanntes, selten gezeigtes und bei uns nicht auf DVD (es gibt eine französische DVD) erhältliches Frühwerk von Leos Carax, der danach „Die Liebenden von Pont-Neuf“ (läuft um 20.15 Uhr), „Pola X“ und „Holy Motors“ inszenierte.
„eine brillante Stilübung zu den Archetypen und Mythen des französischen und amerikanischen film noir. (…) Ein spröder, glechzeitig aber gefühl- und humorvoller Film, der Godard soviel wie den Klassikern des Genres verdankt.“ (Fischer Film Almanach 1989)
mit Michel Piccoli, Juliette Binoche, Denis Lavant, Hans Meyer, Julie Delpy, Serge Reggiani