Theodore (Joaquin Phoenix) schreibt als Ghostwriter für andere Menschen anrührende Briefe. Er selbst verbringt seine Abende, nachdem seine Freundin ihn verlassen hat, allein in seinem fast leeren Loft mit gelegentlichem Telefonsex und einem Computerspiel. Da entdeckt er eine Anzeige für ein Computerprogramm, das ihm einen virtuellen, aber persönlichen Begleiter zur Seite stellt. Leicht amüsiert – wir wissen ja alle, wie beschränkt diese menschlichen Computerstimmen sind – meldet er sich an und Samantha (im Original die Stimme von Scarlett Johansson) begrüßt ihn. Theodore beginnt sich mit ihr zu unterhalten und das lernfähige Programm wird immer mehr zu seiner Vertrauten und Freundin, mit der er über alles reden kann. Denn Samantha ist immer für ihn da, ist geduldig, humorvoll, versteht ihn und kritisiert ihn nicht. Sie ist wirklich die perfekte Freundin.
Für eingefleischte Science-Fiction-Fans ist die Idee, dass sich ein Mensch in einen Computer verliebt nicht neu und dass Theodore zunehmend seinen restlichen Kontakt zur Wirklichkeit verliert, weil er immer mehr Zeit mit Samantha verbringt, ist nicht überraschend.
Dennoch ist „Her“, der neue, mit dem Drehbuch-Oscar und etlichen weiteren wichtigen Preisen ausgezeichnete Film von Spike Jonze („Adaptation“, „Being John Malkovich“), eine sehr interessante Beschäftigung mit dem Verhältnis von Mensch zu Maschine, wie immer bessere Computerprogramme unser Leben beeinflussen und was das Wesen einer Beziehung ist. Denn Samantha ist die perfekte Partnerin. Sie ist allerdings auch eine Projektionsfläche und überhaupt nicht real.
Jonze erzählt seine Geschichte in einem leicht futuristischen Los Angeles, in dem Fußgänger sich die Stadt zurückerobert haben. Und mit diesen kleinen Veränderungen im Stadtbild, der Mode und der Technik, beweist Jonze, dass man keine Trilliarden ausgeben mus, um einen zum Nachdenken anregenden Science-Fiction-Film zu drehen. Eine gute Idee genügt.
Mit über zwei Stunden ist das Quasi-Ein-Personenstück, das vor allem in Theodores Apartment spielt, allerdings eindeutig zu lang geraten. Denn früher wäre es eine halbstündige Geschichte aus der „Twilight Zone“ gewesen.
1972 will eine junge, ehrgeizige Journalistin herausfinden, was 1957 in einem Hotelzimmer geschah. Damals wurde die Leiche einer Studentin in der Suite der erfolgreichen Entertainer Lanny Morris und Vince Collins gefunden. Die Todesursache wurde nie geklärt, aber die Freundschaft der beiden Entertainer zerbrach.
Eleganter Neo-Noir von Kritikerliebling Atom Egoyan.
„Die retrospektiv erzählte Mischung aus Film noir und 1950er-Jahre-Melodram ist als faszinierendes Spiel mit Chiffren und Symbolen konzipiert, das, inszenatorisch perfekt, auf höchst vergnügliche Weise den Widerspruch zwischen Schein und Sein demonstriert.“ (Lexikon des internationalen Films)
mit Kevin Bacon, Colin Firth, Alison Lohman, Rachel Blancard
Mal wieder: Spoilerwarnung für diesen Marvel-Film, der ein gewohnt guter Marvel-Film ist. Jedenfalls wenn einem diese Superheldenfilme gefallen. Außerdem funktioniert er auch gut als Einzelfilm und in 2D. Aber, keine Panik, es gibt auch eine 3D-Fassung.
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Ob das wirklich eine gute Idee ist, den US-Titel „Captain America: The Winter Soldier“ in den deutschen Titel „The Return of the First Avenger“ zu übersetzen und davon auszugehen, dass sich alle unter einem „Avenger“ etwas vorstellen können, bezweifle ich. Nach dem Wörterbuch ist ein „Avenger“ ein „Rächer“, nach dem inzwischen wohl bekannteren Marvel-Universum eine Gruppe Superhelden, zu denen unter anderem Captain America, Black Widow, Iron Man, Thor und Hulk gehören und Captain America der „First Avenger“ ist.
An der Kinokasse düfte wohl eh ein Ticket für den Captai-America-Film verlangt werden, der ein absolut ordentlicher, kurzweiliger Marvel-Film ist, der ungefähr alles hat, was man inzwischen von einem Marvel-Film erwartet: knackig-atemberaubende Action, gut besetzt – sogar Robert Redford ist dabei! -, einige Witze, Anspielungen auf dem größeren Marvel-Kosmos und menschliche Superhelden.
Das lieferte vor drei Jahren auch der erste „Captain America“-Film „Captain America: The First Avenger“, der während des zweiten Weltkriegs spielt und ein herrlich abgedrehtes B-Picture über größenwahnsinnige Nazis und mindestens ebenso größenwahnsinnige Wissenschaftler ist, die von dem tapferen, ultrapatriotischen Captain America in den Tod geschickt werden. Inszeniert wurde das mit viel Geld und einem so heiligen Ernst, dass es Spaß machte. Am Ende opfert Captain America sich und verbringt die nächsten Jahrzehnte im Eis im Kälteschlaf.
Jetzt, in der Gegenwart, darf Steve Rogers weiterkämpfen. Er ist immer noch der kleine, tapfere Junge mit dem großen Herzen, der immer nur für das gute Amerika und die guten amerikanischen Werte kämpfen will. Denn das Gute kann nicht besiegt werden. Inzwischen arbeitet er für S.H.I.E.L.D., eine Art Super-CIA mit Superheldenverstärkung, die die wirklich bösen Bösewichter bekämpft.
Nur sind die S.H.I.E.L.D.-Missionen nicht so moralisch einfach wie der Kampf gegen die abgrundtief bösen Nazis. So erfährt Rogers nach einer geglückten Geiselbefreiung auf einem Schiff, dass seine Gefährtin Black Widow, bürgerlich Natasha Romanoff, während er die Geiselnehmer verkloppte, noch eine zweite Mission ausführte. Als er sich darüber bei seinem Vorgesetzten Nick Fury beschwert, erklärt dieser ihm, dass die Welt nicht mehr so einfach wie früher sei, dass es jetzt Grauzonen gebe (Früher nicht?) und S.H.I.E.L.D gerade ein großes Projekt vollendet, in dem Helicarrier, die an fliegende Flugzeugträger erinnern, und in der Luft über die Sicherheit der Menschheit wachen sollen, in dem sie Verbrechen im Vorfeld verhindern. Furchterregend? Jedenfalls meint das Captain America. Aber Nick Fury und Alexander Pierce, ein die S.H.I.E.L.D-Interessen vertretender Politiker, meinen, dass man etwas Freiheit aufgeben müsse, um die Freiheit von allen zu schützen.
Gleichzeitig glaubt Nick Fury, dass S.H.I.E.L.D von Bösewichtern infiltriert wurde. Als er ihnen auf die Schliche kommt, wird ein tödlicher Anschlag auf ihn verübt.
Captain America, der die Pläne der Bösewichter gefährden könnte, wird als Verräter gejagt. Zusammen mit Black Widow will er das Komplott gegen S.H.I.E.L.D aufdecken und Furys Mörder finden.
Und dann taucht noch der in den USA titelgebende geheimnisumwitterte Winter Soldier auf, der ähnlich unbesiegbar wie Steve Rogers ist.
Diese Kämpfe mit dem Winter Soldier und mit S.H.I.E.L.D-Agent Brock Rumlow (gespielt von Frank Grillo, der hier endlich einmal in einem Blockbuster eine große Rolle hat), der seinen flüchtigen Kollegen Rogers unerbittlich verfolgt, sind dann großes Action-Kino. Auch die Verfolgungsjagd durch Washington, wenn Nick Fury entführt werden soll und die Auto-Verfolgungsjagd nach etlichen Blechschäden und Explosionen mit einem schwer verletzten Nick Fury im Krankenhaus endet oder eben der Einsatz von Captain America, Black Widow und Rumlow auf dem Frachtschiff am Filmanfang stehen dem nicht nach.
Es gibt auch hübsche Anspielungen auf die vorherigen Filme, sehr interpretierbare Hinweise auf die kommenden Filme und, gerade am Anfang, viel zu viele Charakterszenen, in denen fast endlos geredet wird, ohne dass die Geschichte sich erkennbar weiterentwickelt. Immer hin sind diese Szenen nett anzusehen.
Aber immer wenn die politische Ebene angesprochen wird, fällt der Film wie ein Soufflé in sich zusammen. Denn der Film will auch ein politisches Statement sein. Jedenfalls wird im Presseheft immer wieder betont, dass sie sich an den 70er-Jahre-Politthrillern orientierten, die eine pessimistische Weltsicht hatten und entsprechend regierungskritisch waren. Auch Sydney Pollacks „Die drei Tage des Condor“, mit Robert Redford in der Hauptrolle, wird immer wieder erwähnt.
Allerdings mäandert „The Return of the First Avenger“ positionslos zwischen den verschiedenen Positionen. Denn er will gleichzeitig ein konservatives Publikum von Sicherheitsfanatikern und ein linksliberales Publikum von Bürgerrechtlern befriedigen, was nicht funktioniert und am Ende sogar verärgert. Denn die Botschaft ist: solange die richtigen Leute es tun, ist Überwachung okay. In die Realität übersetzt – und der zweite „Captain America“-Film wird ja als Kommentar zu Snowdens NSA-Enthüllungen gesehen, obwohl die Dreharbeiten schon davor begannen – . heißt das: Die NSA darf weiter alle überwachen, weil die NSA die Guten sind. Ob das Captain America als Kämpfer für die US-amerikanischen Werte genauso sieht?
Diese Unentschlossenheit, politisch wirklich Position zu beziehen, ist nachvollziehbar. Immerhin soll der Film 170 Millionen gekostet haben, ist Teil eines großen Franchise und er soll ein weltweites Publikum ansprechen.
Diese Vorsicht wirkt sich auch auf den Umgang mit dem Protagonisten und seiner ihn kennzeichnenden Eigenschaft aus. So wie Logan in „Wolverine: Weg des Kriegers“ nur kurz seine Unsterblichkeit aufgeben wollte, so wird der Patriotismus von Steve Rogers nicht wirklich auf die Probe gestellt. Aber gerade das wäre der spannende Punkt gewesen: Was würde Captain America tun, wenn die USA sich als Hort des Bösen entpuppen? Wenn sein naiver Patriotismus gnadenlos ausgenutzt wird?
In „The Return of the First Avenger“ wird diese Frage nicht gestellt.
In den Comics werden dagegen immer wieder wesentlich hemmungsloser die Eigenschaften des Helden auf die Probe gestellt. So wird aus Batman schon mal ein Vigilant, der hemmungslos tötet. Aus Captain America könnte ein Trottel werden, der von seiner Regierung für ihre Interessen benutzt wird. Im ersten „Captain America“-Film wurde das ja in den Propagandaveranstaltungen für Kriegsanleihen, in denen Captain America als Held Kinnhaken verteilte, schon angedeutet; – wobei dieser Film in einer Parallelwelt spielte, die mit dem Zweiten Weltkrieg nichts zu tun hatte.
Auch die Beziehung zwischen Captain America und dem Winter Soldier wird deshalb nur in eine Richtung angesprochen. Captain America will den Winter Soldier, der sein Jugendfreund Bucky Barnes ist und der zu einem Werkzeug des Bösen ohne Erinnerung wurde, wieder an ihre Freundschaft und ihre amerikanischen Werte erinnern. Ihn also wieder zurück auf die Seite der Guten holen. Dabei wäre es sicher spannend gewesen, wenn Bucky versucht hätte, seinen Freund zu überzeugen, dass er inzwischen auf der falschen Seite steht, weil die von ihm verteidigten amerikanischen Werte nicht mehr existieren. Dass sein gesamtes Leben auf einer Lüge aufbaut. Aber das hätte Captain America dann wohl doch zu sehr herausgefordert und so ist „The Return of the First Avenger“ letztendlich unterhaltsam-kurzweiliges Blockbuster-Kino mit einer verqueren politischen Botschaft und einem immer wieder unnötig kompliziertem Plot. – Die Stellung von „The Return of the First Avenger“ im Marvel-Filmkosmos –
Produzent Kevin Feige, das Mastermind hinter den ganzen Marvel-Filmen erklärt, wo der neue neue Captain-America-Film im Marvel-Universum steht:
„’The Return of the First Avenger‘ gehört im Gesamtkonzept der Comicverfilmungen von Marvel Studios zur zweiten Phase. Der Film ist das Verbindungsglied zwischen den Geschichten, die in ‚Marvel’s The Avengers‘ und in ‚Avengers: Age of Ultron‘ erzählt werden, dessen Filmstart für 2015 geplant ist. Am Ende des Films verändert sich das filmische Marvel-Universum auf dramatische Weise – und das war so auch geplant. Captain America sollte verantwortlich für diese Veränderung des Marvel-Universums sein, das wollten wir unbedingt. Wenn wir dann all unsere Figuren zu Beginn von ‚Avengers: Age of Ultron‘ wiedersehen, wird sich im Vergleich zum Ende von ‚Marvel’s The Avengers‘ vieles total verändert haben. Teilweise haben ähnliche Entwicklungen bereits Tony Stark in ‚Iron Man 3‘ (2013) und Thor in ‚Thor: The Dark World‘ (Thor – The Dark Kingdom, 2013) durchgemacht. Der Hauptgrund dafür ist aber das Abenteuer, das Captain America in ‚The Return of the First Avenger‘ erlebt.“
Vox, 22.10 Einsame Entscheidung (USA 1996, Regie: Stuart Baird)
Drehbuch: Jim Thomas, John Thomas
Terroristen entführen eine Boing 747. Das Militär schleust eine Spezialeinheit, die von dem Antiterrorexperten Dr. David Grant (Kurt Russell) begleitet wird, in das Flugzeug. Dummerweise stirbt dabei deren Chef (Steven Seagal!) und der Zivilist Grant muss jetzt, bevor der Jumbo abgeschossen wird, im Alleingang die Terroristen besiegen und die Passagiere retten.
Der flotte Thriller ist das Regiedebüt von Stuart Baird, der vor allem als Editor bekannt ist. Zum Beispiel für die James-Bond-Filme „Casino Royale“ und „Skyfall“.
mit Kurt Russell, Steven Seagal, Halle Berry, John Leguizamo, Oliver Platt, David Suchet, Joe Morton, BD Wong, J. T. Walsh, Jon Huertas (sein Spielfilmdebüt, als Terrorist) Wiederholung: Freitag, 28. März, 02.40 Uhr (Taggenau!) Hinweise Rotten Tomatoes über „Einsame Entscheidung“
Wikipedia über „Einsame Entscheidung“ (deutsch, englisch)
Arte, 20.15 The Fountain – Quell des Lebens(USA 2006, Regie: Darren Aronofsky)
Drehbuch: Darren Aronofsky
Nach „Pi“ und „Requiem for a Dream“ war das ambitionierte, auf drei Zeitebenen spielende Fantasydrama „The Fountain – Quell des Lebens“ über die Suche nach dem Sinn des Lebens eine herbe Enttäuschung.
In der Gegenwart sucht ein Krebsforscher ein Heilmittel für seine kranke Frau. In der Vergangenheit sucht ein Konquistador den Baum des Lebens. In der Zukunft reist ein Astronaut zu einem Sternennebel und dem Baum des Lebens, um seiner Geliebten ein zweites Leben zu schenken.
Das war dann doch in erster Linie schön bebilderter getretener Quark. Auch wenn das Lexikon des internationalen Films“ meint: „Ein komplexer, bildstarker Versuch, das menscheitsbewegende Thema [vom Sinn des Lebens und der Fortexistenz nach dem Tod] durch die Allegorien und Symmetrien der ineinander verwobenen drei Geschichten auf sehr individuelle Weise für ein an Fantasy-Filmen geschultes Publikum aufzubereiten.“
Mit den Dramen „The Wrestler“ und „Black Swan“ versöhnte er dann wieder seine mit den Filmen beträchtlich gewachsene Fangemeinde.
Sein neuester Film, die Bibelverfilmng „Noah“ mit Russel Crowe in der Hauptrolle, läuft am 3. April an. Das ist dann, nachdem er für viele, teils sehr interessant klingende Projekte im Gespräch war, sein 3D-Big-Budget-Projekt. Die Besprechung gibt es zum Kinostart.
Mit Hugh Jackman, Rachel Weisz, Ellen Burstyn, Mark Margolis, Stephen McHattie Wiederholung: Freitag, 4. April, 01.05 Uhr (Taggenau!) Hinweise Rotten Tomatoes über „The Fountain“ Metacritic über „The Fountain“
Wikipedia über „The Fountain“ (deutsch, englisch)
The Gingerbread Man – Eine nächtliche Affäre (USA 1998, R.: Robert Altman)
Drehbuch: Clyde Hayes
LV: John Grisham (Originalstory – soweit bekannt nicht veröffentlicht)
Anwalt Rick Magruder verknallt sich in Mallory Doss und bemerkt nicht, wie sehr sie ihn für ihre Interessen benutzt.
Die erfolgloseste und – so auch meine Ansicht – die beste Grisham-Verfilmung. Altman verfilmte einen Drehbuch-Entwurf, den Grisham vor seinem Leben als Bestseller-Autor schrieb, und das Studio startete den Film – nach einem Streit mit Altman über die endgültige Fassung – fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im Gegensatz zu den erfolgreichen Grisham-Bücher und deren Verfilmungen löst der Held, natürlich ein Anwalt, nicht das Problem, sondern er ist das Problem. In dem düsteren Südstaaten-Thriller glänzen etliche Stars: Kenneth Branagh, Robert Downey Jr., Embeth Davidtz, Robert Duvall, Tom Berenger, Daryl Hannah, Famke Janssen
Dominique Marceau ist angeklagt ihren Liebhaber, einen Musikstudenten, ermordet zu haben. Der Staatsanwalt will sie vor allem wegen ihres unmoralischen Lebenswandels ins Gefängnis schicken. Ihr Verteidiger versucht dagegen das Bild einer lebenshungrigen jungen Frau zu zeichnen.
Selten gezeigtes Werk von Henri-Georges Clouzot.Seine weitaus bekannteren Krimis sind „Lohn der Angst“ und „Die Teuflischen“.
In „Die Wahrheit“ benutzt Clouzot den Gerichtssaal, um über die damalige Moral zu urteilen. Brigitte Bardot überzeugte hier auch als Schauspielerin. Der Film war für einen Oscar nominiert und erhielt einen Golden Globe (natürlich in der Kategorie „Bester ausländischer Film“). Clouzot erhielt beim Mar del Plata Film Festival den Preis als bester Regisseur.
„Ein intensiv gestalteter, schauspielerisch eindrucksvoller Film, der freilich bei der Aufdeckung der psychologisch-geistigen Ursachen für gesellschaftliche und individuelle Verirrungen auf eine eigene Grundhaltung verzichtet.“ (Lexikon des internationalen Films)
„Clouzots Film ist eine Anklage gegen ein Justizsystem, in dem der Bourgeoisie entstammende, zumeist ältere Richter über Fälle zu entscheiden hatten, zu deren Umfeld und sozialen Ursprüngen sie keinerlei Bezug hatten. (…) Der Film (…) war ein Riesenerfolg.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)
mit Brigitte Bardot, Charles Vanel, Marie-José Nat, Sami Frey, Louis Seigner, Claude Berri
Wiederholung: Freitag 4. April, 13.45 Uhr (und das bei einem Film, der FSK-18 ist)
Denn sie kennen kein Erbarmen – Der Italowestern (D 2006, R.: Hans-Jürgen Panitz, Peter Dollinger)
Drehbuch: Hans-Jürgen Panitz, Peter Dollinger
Sehr informative, spielfilmlange Doku über den Italo-Western.
Mit Franco Nero, Ferdinando Baldi, Claudia Cardinale, Pierre Brice, Sergio Corbucci, Damiano Damiani, Clint Eastwood, Alberto Grimaldi, Robert Hossein, Sergio Leone, Antonio Margheriti, Tomas Milian, Ennio Morricone, Bud Spencer, Jean-Louis Trintignant, Eli Wallach
Leichte Kost ist „Die Frau des Polizisten“ nicht. Über fast drei Stunden schildert Philip Gröning in oft quälend langen Einstellungen die Beziehung von Christine (Alexandra Finder) und Uwe (David Zimmerschied). Er ist in einer Kleinstadt Polizist, um die Dreißig. Sie ist anscheinend nur Hausfrau und Mutter. Jedenfalls sehen wir sie nie arbeiten. Wir sehen sie auch nie im Gespräch mit anderen Menschen. Uwe wird immerhin zwei-, dreimal mit Kollegen bei der Arbeit gezeigt. Aber insgesamt sind Christine, Uwe und ihre kleine Tochter Clara (die Zwillinge Pia und Chiara Kleemann) allein in ihrem Reihenhaus. Diese hochgradig künstliche Isolation dieser Familie von der restlichen Welt – denn Clara geht nicht in den Kindergarten und Eltern, Verwandte, Freunde oder Nachbarn haben Christine und Uwe nicht – ist zwar als Kunstgriff, um, je nachdem, wie man den Film interpretiert, die Isolation oder auch die übergroße Nähe der Beiden zueinander zu zeigen, gerechtfertigt. Aber weil sie während des gesamten Films in dieser Isolation leben, ist sie auch statisch. Es gibt keine Entwicklung in ihrer Beziehung zur Umwelt.
In einem Interview sagt Gröning: „Das ist eine Geschichte über Nähe, Liebe, Abhängigkeit und Angst.“ In einem Publikumsgespräch sagte er, dass es in dem Film um Nähe und nicht um häusliche Gewalt gehe.
Aber die Macher recherchierten vorher viel zum Thema „häusliche Gewalt“, sie bedanken sich im Abspann bei zahlreichen Frauenhäusern und Beraterinnen, die Werbung konzentriert sich vor allem auf dieses Thema und die Produzenten Bavaria Film, Philip Gröning Filmproduktion und 3L Filmproduktion spenden in der Startwoche von allen Vorstellungen einen Euro pro Kinokarte an die Frauenhäuser der jeweiligen Stadt.
Diese Isolation könnte daher auch die Isolation von Christine reflektieren. Denn die Opfer von häuslicher Gewalt fühlen sich oft einsam. Sie glauben, dass sie mit niemand reden können. Gröning zeigt dabei auch verschiedene Facetten einer Beziehung und die Macht- und Abhängigkeitsstrukturen. Wobei die Frau des Polizisten die traditionelle Geschlechterrolle mit Kind und Küche vollkommen übernimmt, während er der ängstliche, anscheinend von seiner Arbeit frustierte Polizist ist, der sie schlägt. Und er wechselt immer wieder, ansatzlos, zwischen wenigen Szenen, in denen er Gewalt ausübt, vielen, in denen wir die Auswirkungen von Gewalt sehen können, und Szenen reinen Glücks.
Dieses sehr offene Beziehungsdrama, das vieles nur andeutet, nichts erklärt oder analysiert, auch kaum Informationen über die Charaktere anbietet, keine Lösung und ein sehr offenes Ende anbietet, wird von Gröning in eine fast schon meditative Struktur von 59 Kapiteln, die manchmal nur wenige Sekunden lang sind, gepresst. Wahrscheinlich ergibt sich sogar, wenn man sich die Inhalte der einzelnen Kapitel genau ansieht, eine wunderschöne, von der Minimal-Musik inspirierte Struktur. Weil jede Szene mit Schwarzblenden und Zwischentiteln an- und abgekündigt wird, beansprucht allein die Bekanntgabe der Kapitel gute zwanzig Minuten. Dann gibt es noch zusammenhanglose Landschaftsaufnahmen und einen alten Mann, der so etwas wie der griechische Chor ist, allerdings kommentiert er nicht die Geschichte, sondern er bleibt stumm. Wer oder was der Mann ist, wird im Film nicht beantwortet. Auch Gröning kann – oder will – ihn nicht erklären.
Stattdessen liefert er nur ein dreistündiges, fast stummes und fast geräuschloses Diskursangebot, in das vieles, viel zu vieles hineininterpretiert werden kann und das letztendlich eine Übung im Stilwillen bleibt.
Die Frau des Polizisten (Deutschland 2013)
Regie: Philip Gröning
Drehbuch: Philip Gröning
mit Alexandra Finder, David Zimmerschied, Pia Kleemann, Chiara Kleemann, Horst Rehberg, Katharina Susewind, Lars Rudolph
Bestsellerverfilmungen, nächste Runde. „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ ist die schwarzhumorige Verfilmung von Jonas Jonassons Bestseller mit einem deutlichen Hang zum Klamauk, die mir überhaupt nicht gefallen hat, weil es letztendlich „Forrest Gump“ trifft doofe Gangster ist und der Zufall wirklich jedes Problem und jeden Konflikt ohne Zutun des Hundertjährigen erledigt.
Bevor Allan Karlsson aus dem Fenster stieg, hat er ein langes, ereignisreiches Leben gelebt. Als kleiner Junge wollte er nur Dinge in die Luft jagen. Nach dem zweiten Weltkrieg langweilte ihn das, er wurde Geheimagent und stolperte weiter durch die Weltgeschichte. Dabei erkennt er in seiner bodenlosen Naivität keinen Unterschied zwischen Franco-Faschismus und Kommunismus. Er kämpft mal auf der einen, mal auf der anderen Seite und bekommt eigentlich nichts von der Welt mit, aber der Film will uns glauben machen, dass dieser Trottel ständig den Lauf der Geschichte veränderte, dass er die treibende Kraft des zwanzigsten Jahrhunderts war.
Auch jetzt, als er nach seiner Flucht aus dem Altersheim auf einem Bahnhof auf einen Koffer aufpassen soll, mit dem Koffer zu einem noch einsameren Bahnhof fährt und dort entdeckt, dass der Koffer randvoll mit Geld gefüllt ist, stolpert er einfach in eine weitere unglaubliche Geschichte hinein. Denn der Besitzer des Koffers, ein doofer Gangster, der ihn für einen grenzdebilen Gangster befördert, der ihn wiederum einem ebenso geistig minderbemitteltem Verbrecher geben will, verfolgt ihn zum stillgelegten Bahnhof und stirbt zufällig in der Gefrierkammer. Die Leiche muss entsorgt werden und Karlsson und der Bahnhofswärter machen sich reichlich ziellos auf den Weg, nehmen dabei immer mehr seltsame Leute mit und hinterlassen nebenbei eine Spur von Leichen.
Allerdings ist der Protagonist, auch als Hans im Glück, einfach zu dumm und der Zufall übernimmt zu viel Arbeit, um sich länger für diesen Hundertjährigen und seine Zufallsbekanntschaften zu interessieren.
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann, Schweden 2013)
Regie: Felix Herngren
Drehbuch: Felix Herngren, Hans Ingemansson
LV: Jonas Jonasson: Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann, 2009 (Der Hunderjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand)
mit Robert Gustafsson, Iwar Wiklander, David Wiberg, Mia Skäringer, Jens Hultén, Alan Ford, Ralph Carlsson
Kurz und schmerzlos: „Journey to Jah“ ist eine Doku über den deutschen Reggae-Musiker Gentleman, die im Kino nichts verloren hat. Als Bonusmaterial einer CD wäre sie als Starporträt mit einigen Impressionen aus dem Musikleben in Jamaika okay. In Ausschnitten in einer Kultursendung, wie dem Arte-Musikmagazin „Tracks“, wären es einige interessante Reportagen. Aber nicht im Kino.
Denn der Film ist ein kritikloser Zusammenschnitt über Gentleman, der bei den Aufnahmen für seine neue CD und im Gespräch mit Freunden auf Jamaika und in der Schweiz beobachtet wird. Dazu gibt es Statements von Musikern, die Gentleman über den grünen Klee loben, wie Alborosie, ein aus Italien nach Jamaika ausgewanderter Reggae-Musiker und Musikkollege von Gentleman. Er erzählt auch einiges aus seinem Leben und weshalb er nach Jamaika auswanderte. Kleiner Tipp: es hat etwas mit der Musik zu tun.
Die Professorin Carolyn Cooper erzählt einiges über die jamaikanische Kultur. Es gibt Ausschnitte aus einer Vorlesung von Damian Marley, dessen Vater Bob Marley war – und, weil kein Film über Reggae ohne Bob Marley auskommen kann, ist diese universitäre Fragestunde auch im Film drin. Dann schlendern wir mit Terry Lynn, einer jungen Reggae-Sängerin, durch die Slums. Diese Mini-Dokumentationen haben alle nichts, aber auch absolut nichts mit Gentleman zu tun.
Und, wie es sich für eine Musikdokumentation gehört, gibt es noch einige Konzertausschnitte, wie den ersten Auftritt von Gentleman, eine Improvisation am Strand und Terry Lynn in Berlin.
„Journey to Jah“ ist als spielfilmlange Dokumentation einfach nur Stückwerk.
Journey to Jah (Deutschland/Schweiz 2013)
Regie: Noel Dernesch, Moritz Springer
Drehbuch: Noel Dernesch, Moritz Springer
mit Gentleman (aka Tilmann Otto), Alborosie (aka Alberto D’Ascola), Terry Lynn, Carolyn Cooper, Damian Marley
LV: Marie Brenner: The Man who know too much, 1996 (Artikel Vanity Fair)
TV-Journalist Lowell Bergman will eine Story über die miesen Geschäfte der Zigarettenindustrie landesweit ausstrahlen. Sein Kronzeuge ist Jeffrey Wigand, ehemaliger Chef der Forschungsabteilung eines Zigarettenkonzerns. Dummerweise wollen die Senderbosse und die Zigarettenindustrie die Story verhindern.
Hochspannender 157-minütiger Thriller, der einen gelungen Einblick in die Medienwelt und die Wirtschaft und ihre Strukturen liefert, getragen von einem fantastischen Ensemble.
mit Al Pacino, Russell Crowe, Christopher Plummer, Diane Venora, Philip Baker Hall, Lindsay Crouse, Debi Mazar
„Need for Speed“ basiert auf einem Videospiel und wie bei vielen Spieleverfilmungen fragte ich mich, ob Spieleverfilmungen wirklich so komplett logikentkernt sein müssen. Allerdings erreicht „Need for Speed“ hier ganz neue Qualitäten, die dazu führen, dass ich mich die ganze Zeit fragte, warum ich auch nur den Funken eines Gefühls in diese Pappkameraden investieren sollte, die sich durchgängig vollkommen idiotisch verhalten.
Also, es geht um Tobey Marshall, einen begnadeten, herzensguten Automechaniker, der in illegalen Straßenrennen Geld verdient, und der mit dem stinkreichen und daher arroganten Ex-NASCAR-Rennfahrer Dino Brewster verfeindet ist. Um seinen Schuldenberg abzubezahlen, motzt er für Dino einen Mustang Shelby auf. Das drei Millionen Dollar teure Auto wird nach England verkauft und bei einem kleinen Rennen, tagsüber auf der gut befahreren Autobahn, zwischen Dino, Tobey und Tobeys Kumpel Little Pete bringt Dino Little Pete um und haut ab. Tobey wandert in den Knast – und wir fragen uns, ob es im Staat New York keine Forensiker mehr gibt, die einen Blick auf fehlende Bremsspuren, demolierte Autos und Videoaufnahmen werfen und Zeugen befragen. Auch alle Anwälte waren nach dem Unfall anscheinend anderweitig beschäftigt.
Jedenfalls wandert Tobey als Mörder von Little Pete in den Knast. Zwei Jahre später wird er entlassen, will sich rächen, kriegt als Leihwagen den superteuren Mustang Shelby (aus Great Britain mit blonder Aufpasserin eingeflogen) und macht sich, natürlich im Auto, auf den Weg zum nächsten illegalen Autorennen, das irgendwo in der Nähe von San Francisco stattfindet. Denn die optimale Vorbereitung für ein Rennen ist nun einmal eine 48-stündige Überlandfahrt von New York nach Kalifornien.
„Need for Speed“ klont weitgehend humorfrei „Auf dem Highway ist die Hölle los“ ohne das Autorennen von Küste zu Küste und ohne die Stars, mit der „Fast & Furious“-Serie; wobei nach „Need for Speed“ sogar der grottige „The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ wie ein filmisches Meisterwerk wirkt. Immerhin sind Tobeys brave Kumpels ähnlich multiethnisch wie Doms wesentlich unterhaltsamere Gangsterposse.
Bis auf die erfrischende Mißachtung von Geld, wenn immer wieder innerhalb von Sekunden Autos, die mehrere Millionen wert sind, geschrottet oder auch mal mit einem Hubschrauber abtransportiert werden und den handgemachten Actionszenen, inclusive einiger spektakulärer Bilder von Stunts und Crashs, gibt es nichts, was die Klischeeparade „Need for Speed“ auch nur irgendwie sehenswert macht.
Ach ja, im Gegensatz zu „Alarm für Cobra 11“ wird hier sogar im 3D-Modus geschrottet.
Need for Speed (Need for Speed, USA 2013)
Regie: Scott Waugh
Drehbuch: George Gatins (nach einer Idee von George Gatins und John Gatins)
mit Aaron Paul, Dominic Cooper, Imogen Pots, Ramon Rodriguez, Michael Keaton, Rami Malek, Scott Mescudi, Dakota Johnson, Harrison Gilbertson
Hier sind wirklich alle Spoiler-Warnungen überflüssig. Denn schon der Titel gibt einen sehr eindeutigen Hinweis auf die Zahl der Überlebenden und der Trailer verrät eigentlich den Rest dieser wahren Geschichte, die es in den USA schon lange in Buchform gibt und die dort auch bekannt ist. Aber bei einem Film geht es nicht nur darum, zu wissen, wie er endet, sondern um den Weg dahin und der ist in Peter Bergs neuem Film „Lone Survivor“, im Gegensatz zu seinem unterirdischen „Battleship“, gelungen.
Mark Wahlberg spielt Marcus Luttrell, der 2005 mit seiner Navy-SEAL-Einheit in der afghanischen Provinz Kunar einen wichtigen Taliban-Kämpfer töten soll. Die vier Navy SEALs halten es für eine einfache Mission, bis sie kurz vor ihrem Ziel von drei Ziegenhirten entdeckt werden und sich fragen, ob sie sie töten sollen, weil sie das Ziel der Mission gefährden. Nach einer kurzen Diskussion lassen sie die Einheimischen, entsprechend den offiziellen Militäranweisungen, laufen, brechen gleichzeitig die Mission ab und wollen zu ihrem Abholpunkt gehen. Aber die Hirten verraten sie und schnell werden sie von einer Hundertschaft schießwütiger Taliban gejagt.
„Lone Survivor“ erzählt die klassische Geschichte von einem Mann, der von einer Horde Bösewichter gejagt wird, auf sich allein gestellt ist und überlebt. Das erinnert nicht nur wegen der Landschaft, an zahlreiche Western und auch an Walter Hills in den Sümpfen spielendem Survival-Klassiker „Die letzten Amerikaner“ (Southern Comfort, USA 1981), der auch eine Allegorie auf den Vietnam-Krieg war.
Peter Berg („Welcome to the Jungle“, „Operation: Kingdom“) erzählt diese wahre Geschichte über den Überlebenskampf von vier Männern gegen eine Übermacht Feinde, die in Wirklichkeit wohl deutlich kleiner war, auch entsprechend geradlinig mit einem schönen Blick auf die Dynamik in der prominent besetzten Armee-Einheit, – Mark Wahlberg wird von Ben Foster, Taylor Kitsch und Emilie Hirsch begleitet -, mit satter Action und halsbrecherischen Stunts, atmosphärischen Landschaftsaufnahmen und einem weitgehend austauschbaren Musikteppich, den man früher Fahrstuhlmusik und heute Ambient nennt.
Gleichzeitig zeigt „Lone Survivor“ eindrucksvoll und eher nebenbei, warum der „war on terror“ so kläglich scheiterte. Denn Luttrell und sein Team bleiben, wenn sie keine Einsätze haben, in ihrer Kaserne. Sie essen und trinken, immer aus Plastikflaschen und mit Einweggeschirr, nur ihre aus der Heimat gewohnte Nahrung. Sie haben absolut keine Ahnung von der Gegend, in der sie stationiert sind. Die Einheimischen, die sie ja eigentlich von einer Diktatur befreien und in die Demokratie führen sollen, sind ihnen egal. Die Aufträge, die sie von ihren Vorgesetzten erhalten, werden ohne kritische Nachfragen durchgeführt. Es ist einfach eine Aufgabe, die erledigt wird. Und, was das erschreckenste ist, sie können sich auch überhaupt nicht mit den Einheimischen verständigen. Luttrell kann, wenn er gegen Ende von Paschtunen aufgenommen wird, gegenüber den Einheimischen noch nicht einmal zwei Sätze sagen.
Das ist der eigentlich beeindruckende Aspekt bei diesem Survival-Thriller, der mit knackiger Action (wenn die Soldaten auf ihrer Flucht mehrmals felsige Abhänge herunterspringen, auf Steine und Bäume knallen, kann man sich vorstellen, wie schmerzhaft das ist) und atmosphärischen Landschaftsaufnahmen punktet. Gedreht wurde in New Mexico; was ich dieses Mal sehr irritierend fand, aber auf einer Meta-Ebene noch einmal die Bezugslosikigkeit der Soldaten zu ihrem Einsatzort spiegelt.
Lone Survivor (Lone Survivor, USA 2013)
Regie: Peter Berg
Drehbuch: Peter Berg
LV: Marcus Luttrell/Patrick Robinson: Lone Survivor, 2007 (Lone Survivor)
mit Mark Wahlberg, Taylor Kitsch, Emilie Hirsch, Ben Foster, Eric Bana, Ali Suliman, Alexander Ludwig
In naher Zukunft: Surrogate übernehmen die Drecksarbeit, während sie von Menschen, die nicht mehr ihre Wohnungen verlassen, gesteuert werden. Als bei einem Attentat auch der Mensch, der das Surrogat steuerte, stirbt, beginnt Agent Greer in einer Welt, in der es keine Morde (und auch keine anderen Verbrechen) mehr gibt und man nicht unterscheiden kann, ob man mit einem Menschen oder einem Surrogat redet, mit der Mördersuche.
Unter dem Deckmantel einer actionhaltigen Whodunit-Geschichte behandelt die tolle Graphic Novel „The Surrogates“ von Robert Venditti und Brett Weldele auch philosophische Fragen, wie was das Menschsein ausmacht und welche Realität wir wollen: die geschönte aus der Werbung oder die ungeschönte.
Die mit knapp neunzig Minuten (mit Abspann!) ungewöhnlich kurze Verfilmung (Hach, man möchte schon wissen, was da los war.) ist nur noch die Bruce-Willis-Version der freien Isaac-Asimov-Verfilmung „I, Robot“ aus. Also „Stirb langsam, Roboter“.
Da wäre mehr drin gewesen.
mit Bruce Willis, Radha Mitchell, Rosamund Pike, James Cromwell, Ving Rhames
Berberian Sound Studio (Großbritannien 2012, Regie: Peter Strickland)
Drehbuch: Peter Strickland
Italien 1976: Sounddesigner Gilderoy soll einen billigen Horrorfilm vertonen. Bei seiner Arbeit verliert der zartbesaitete Engländer sich in der Welt des Films.
Eine von den Kritikern geliebte Hommage an den Giallo und die Klangzauberer, die die Filme vertonten.Denn der wahre Horror spielt sich im Kopf des Betrachters ab.
Jetzt sind die TV-Serien dran. Ebenfalls durchgängig mindestens einen Blick wert.
„Twilight Zone“ ist eine der klassischen TV-Serien. Rod Serling erfand sie 1959 und seitdem erlebte sie zwei erfolgreiche Neuauflagen im TV und einen Spielfilm. Außerdem gab es einige Nachahmer. Denn das Konzept war denkbar einfach: spannende Geschichten innerhalb einer halben Stunde erzählen. Sie waren das filmische Äquivalent zu einer Kurzgeschichte. Weitere Regeln gab es nicht, aber normalerweise waren es phantastische Geschichten, Horrorgeschichten und manchmal auch Kriminalgeschichten. Gerne auch in einem lockeren Genremix. Solange die Geschichte eine gute Pointe hatte, war alles möglich. Rod Serling schrieb fast alle „unwahrscheinliche Geschichten“ aus der „fünften Dimension jenseits der menschlichen Erfahrung – eine Dimension, so gewaltig wie der Weltraum und so zeitlos wie die Ewigkeit. Es ist das Zwischenreich, wo Licht in Schatten übergeht, Wissenschaft auf Aberglaube trifft. Sie liegt zwischen den Fallgruben unserer Furcht und den lichten Gipfeln unseres Wissens. Dies ist die Dimension der Fantasie, das Reich der Dämmerung“. Neben Serling schrieben auch Charles Beaumont und Richard Matheson einige Drehbücher für die erste Staffel.
Oh, und natürlich spielten die Geschichten mit wenigen Charakteren an wenigen Orten. Denn viel Geld war für die einzelnen Geschichten nicht vorhanden. Also beschränkten die Regisseure, wie Robert Parrish, Mitchell Leisen, Jack Smight, Stuart Rosenberg, William Claxton, Ted Post und Ralph Nelson, sich darauf, die Schauspieler möglichst wenig zu stören. In der ersten Staffel sind dann auch einige bekannte Namen dabei, die damals teils am Ende, teils am Anfang ihrer Karriere waren, wie Martin Landau, Dan Duryea, Ida Lupino, Martin Balsam, Burgess Meredith, Richard Conte, Rod Taylor, Fritz Weaver, Inger Stevens, Paul Mazursky, Warren Oates, Vera Miles, Claude Akins, Kevin McCarthy, Roddy McDowall, Jack Klugman, Anne Francis und Jack Warden.
Auch aus heutiger Perspektive sind die Geschichten – auch wenn wir einige Pointen früh erahnen – flott erzählt mit einer meist überraschenden, immer gelungenen Pointe.
Die DVD-Box mit der ersten Staffel ist eine Fundgrube für filmhistorisch Interessierte. Denn neben den 36 Folgen (in vorzüglicher Bildqualität) gibt es Tonnen von Bonusmaterial, unter anderem zu jeder Folge einen Audiokommentar, weitere Gespräche, Werbematerial und etwas Kleinkram.
Was soll ich sagen: eine phantastische Serie in einer rundum gelungenen Aufmachung.
Die zweite Staffel erscheint am 20. März 2014.
The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten: Staffel 1 (The Twilight Zone, USA 1959/1960)
Erfinder: Rod Serling
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DVD
Koch Media
Bild: 1.33:1 (4:3)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: 36 Audiokommentare und episodenbezogene Audiointerviews, Isolierte Musikspuren mit Musik von Bernard Herrmann, Jerry Goldsmith, Franz Waxman und anderen, Radio-Hörspielversionen einzelner Episoden, Werbetafeln der US-Erstausstrahlungen, Promotions zu einzelnen Episoden, Originalversion der Pilotfolte „Where is everybody“, Interviews mit den Darstellern Dana Dillaway, Suzanne Lloyd, Beverly Garland, Ron Masak und dem Kamermann George T. Clemens, Ausschnitte der Emmy Awards“-Verleihung, Deutscher Originalvorspann
Im Gegensatz zur „Twilight Zone“ ist „Der Equalizer“ erstaunlich schlecht gealtert. „Der Equalizer“ war eine der prägenden Krimiserien der achtziger Jahre. In ihr spielte Edward Woodward in der Rolle seine Lebens Robert McCall, einen ehemaligen Geheimagenten, der jetzt in New York als „The Equalizer“ Menschen hilft, denen sonst niemand hilft. Er ist in einer von Gewalt und Verbrechern beherrschten New York ein altruistisches Ein-Mann-Gerechtigkeitsunternehmen mit einem Zeitungsinserat: „Gotta problem? Odds against you? Call The Equalizer“.
Aufgrund der Prämisse konnten die Macher (unter anderem Joel Surnow, der später einer der wichtigen Köpfe bei „Nikita“ und „24“ war) jede Art von Geschichte erzählen: mal hilft McCall einem Jugendlichen, der sich gegen eine Straßengang durchsetzen muss, mal einer Polizistin, die von ihren korrupten Kollegen bedroht wird, mal geht es gegen die Mafia, mal geht es um Geheimdienstintrigen, mal muss er alten Bekannten, wozu auch russische Überläufer und Profikiller gehören, helfen, und manchmal gerät er auch einfach so in einen riesigen Schlamassel und muss gehörig improvisieren. Manchmal hilft er dabei der Polizei, manchmal nicht. Manchmal hilft er seinen alten Bekannten beim Geheimdienst, manchmal nicht und McCall hat aus seiner Vergangenheit ein großes Netz sehr unterschiedlicher Freunde, die ihm manchmal helfen. Sobald ein Mensch sich in dem Sündenpuhl New York in einer ausweglosen Lage befindet, ist es ein Fall für den Equalizer, der mit allen Mitteln für Gerechtigkeit sorgt. Dabei verzichtet er nicht auf Gewalt, aber lieber setzt er seine kleinen grauen Zellen ein und überlistet die Bösewichter.
Zum Erfolg der Serie, die es auf vier Staffeln brachte, trug neben der Prämisse außerdem bei, dass viel in New York gedreht, das in „Der Equalizer“ schon in der Titelsequenz als ein Moloch des Verbrechens porträtiert wird. Naja, das war auch das kaputte New York der achtziger Jahre und nicht das heutige, friedliche, sanierte und gentrifizierte New York.
Im Zentrum der Geschichten steht dabei McCall, der von Edward Woodward herrlich ernsthaft als befehlsgewohnten Patriarchen der alten Schule spielt, der allein mit seiner Stimme alle zur Gefolgschaft bewegt; was natürlich vollkommen unglaubwürdig ist, aber Jack Bauer verfügte Jahre später über ein ähnliches Charisma. McCall ist auch immer Herr der Lage und mit seinem Jaguar fährt er selbst in die schlimmsten Slums. Dabei wird sein Auto nie geklaut, demoliert oder auch nur zerkratzt. Auch sein maßgefertigter Anzug wird nie schmutzig. Es ist halt ein wahrer Schutzengel.
Damals verbreitete die Serie einen grimmigen Realismus und war optisch das Anti-Programm zur ebenfalls sehr düsteren Krimiserie „Miami Vice“. Heute wirken die Geschichten doch arg betulich und gerade die cheesy Momente stören den angestrebten Realismus.
Die zweite Staffel ist für den 17. April angekündigt.
Der auf der Serie basierende Spielfilm (naja, wie gewohnt, sehr lose) mit Denzel Washington als Robert McCall soll in den USA am 26. September 2014 starten. Antoine Fuqua ist der Regisseur. Das Drehbuch ist von Richard Wenk. Könnte also ein guter Film werden.
The Equalizer – Der Schutzengel von New York: Staffel 1 (The Equalizer, USA 1985/1986)
Erfinder: Michael Sloan, Richard Lindheim
mit Edward Woodward (Robert McCall), Robert Lansing (Control), Steven Williams (Lieutenant Burnett), Keith Szarabajka (Mickey Kostmayer), Mark Margolis (Jimmy), William Zabka (Scott McCall)
Überhaupt nicht realistisch oder grimmig will „Death in Paradise“ sein. Wir erinnern uns: Detective Inspector Richard Poole wurde vom beschaulichen London (Hey, immerhin hat die Stadt alles, was ein typischer Brite benötigt: Regen, Nebel, Tee und einen legeren Anzugzwang) nach Saint.-Marie, eine Insel in der Karibik versetzt. Für Poole die Hölle. Das beginnt schon mit der Kleidung. So ist seine Kollegin Camille Bordey immer sommerlich gekleidet und auch seine beiden Untergebenen Fidel Best und Dwayne Myers tragen eine eher leger-luftige Uniform, die perfekt ihre Dienstauffassung spiegelt. Außerdem muss er auf all die Annehmlichkeiten eines funktionierenden Polizeiapparates verzichten. Während er in London innerhalb weniger Stunden eine DNA-Analyse hat, dauert das auf St. Marie schon einmal einige Tage oder Wochen.
Aber Poole ist auch ein Ermittler alten Schlages. Ein grandioser Beobachter mit einer ebenso guten Kombinationsgabe und die wird auch gefordert bei den vielen Mordfällen, die sich jetzt auf der Insel ereignen. Normalerweise in der britischen Gemeinschaft oder unter mehr oder weniger halbseidenen Besuchern. So wird ein Plantagenbesitzer ermordet; in einer Schönheitsklinik ertrinkt eine Patientin im Pool; auf einem Ausflugdampfer wird eine Sängerin vergiftet; eine Querschnitgelähmte wird erwürgt und eine Schatzsuche nach einem legendären Piratenschatz geht mörderisch schief.
„Death in Paradise“ ist eine witzige Crime-Comedy mit Fällen, die nach dem bewährten Agatha-Christie-Whodunit-Muster gestrickt sind. Aber während man in der ersten Staffel den Täter noch erraten konnte, gelingt das in der zweiten Staffel kaum noch. Das Sehvergnügen wird dadurch kaum gemindert.
Schade ist allerdings, dass auf der DVD nur die vom BBC bereits gekürzte internationale Fassung enthalten ist. In ihr sind die acht, im Original einstündigen Folgen nur jeweils fünfzig Minuten. Normalerweise werden Szenen gekürzt oder entfernt, die außerhalb Englands kaum verständlich oder für die Handlung unwichtig sind.
In England lief bereits die dritte, wieder aus acht Folgen bestehende Staffel.
Death in Paradise – Staffel 2 (Death in Paradise, Großbritannien 2013)
Erfinder: George Thorogood
mit Ben Miller (DI Richard Poole), Sara Martins (DS Camille Bordey), Danny John-Jules (Dwayne Myers), Gary Carr (Fidel Best), Don Warrington (Commisioner Selwyn Patterson), Elizabeth Bourgine (Catherine Bordey)
Zurück nach England. Genaugenommen in die Grafschaft Midsomer und zu den letzten Ermittlungen von Inspector Tom Barnaby, die in „Inspector Barnaby – Volume 20“ enthalten sind. Denn nach vierzehn Jahren und 81 Fällen beendete Barnaby-Darsteller John Nettles seinen Dienst. Dabei ist die Abschlussepisoden „Gesund, aber tot“ (Fit for Murder) ein schwacher Fall, bei dem nichts auf das Ende hindeutet. Barnabys Abschied aus dem Polizeidienst wirkt lieblos angepappt. Davor löste er, während eines Wellness-Urlaubs, auf den er gegen seinen erbitterten Widerstand von seiner Frau geschleppt wurde, eine Mordserie in dem Hotel. Denn unter zwei Toten ist ein Barnaby-Fall kein echter Barnaby-Fall. .
Mit „Geisterwanderung“ (The silent Land), „Mord von Meisterhand“ (Master Class), „Unter die Gürtellinie“ (The noble Art) und „Eine Schande für das Dorf“ (Not in my Backyard) sind auch die vorherigen vier Fälle in der Box enthalten.
Damit liegen jetzt alle Tom-Barnaby-Fälle auf Deutsch vor und schon für den 11. April ist die vierte und letze „Inspector Barnaby“-Collectors-Box angekündgt.
Inspector Barnaby – Volume 20
Regie: Peter Smith, Renny Rye, Richard Holthouse
Drehbücher: Peter J. Hammond, Nicholas Martin, Barry Purchese, John Wilsher, Andrew Payne
LV: Charakter von Caroline Graham
mit John Nettles (DCI Tom Barnaby), Jason Hughes (DS Ben Jones), Jane Wymark (Joyce Barnaby), Barry Jackson (Dr. Bullard), Laura Howard (Cully Barnaby)
–
DVD
Edel
Bild: 16:9 PAL
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Interviews mit John Nettles und Barry Jackson
Fast schon prophetisch mutet „Secret State“ an. Nicht wegen der Geschichte: nachdem eine Kleinstadt durch eine Explosion zerstört wurde, es 19 Tote und 94 Verletzte gab, setzt sich der Stellvertretende Premierminister Tom Dawkins (Gabriel Byrne) bei dem US-Konzern PetroFex für eine Entschädigungszahlung ein. Der Konzern möchte nicht bezahlen. Es gibt Intrigen im Parlament und die Tötung eines Terroristen wächst sich zu einer veritablen diplomatischen Krise aus. Das ist alles Standard-Polit-Thriller-Stoff, der hier mit britischer Feinfühligkeit präsentiert wird und auch einen guten Einblick in das Politikgeschäft mit einer ordentliche Portion Konzernkritik vermittelt.
Nein, viel spannender ist der Blick auf die Arbeit der Geheimdienste, wie dem GCHQ, die in der vierteiligen TV-Miniserie „Secret State“ unkontrolliert jeden abhören. Das war 2012 und damit noch vor den Enthüllungen von Edward Snowden, die sich wie die Vorlage für „Secret State“ lesen. Denn Dawkins, der nach dem Absturz eines PedroFex-Flugzeuges in dem der Premierminister mitflog, zum Premierminister wird, glaubt zunehmend, dass er als Regierungschef nicht Herr der Lage ist, sondern von Geheimdiensten, Militärs, Banken und Konzernen, die die wahre Macht in den Händen halten, gesteuert wird.
Dabei ist „Secret State“ das Update des 1982 erschienenen Thrillers „A very british Coup“ von Chris Mullin, der bereits 1988 als „A very british Coup“ verfilmt wurde. Die Geschichte ist eine Anklage gegen Konzerne, Institutionen und Strukturen, die die Demokratie aushöhlen. Damals, als Mullin den Roman schrieb, entfaltete er seine These von einem geheimen Staat vor einem anderen Hintergrund. Heute ist sie, wie die 2012-er Version zeigt, aktueller denn je und, gerade wegen ihrem hoffnungslos pessimistischen Ende, ein Aufruf zum Handeln.
„Secret State“ ist ein sehenswerter Polit-Thriller: gut erzählt, spannend, aufklärerisch.
Secret State (Secret State, Großbritannien 2012)
Regie: Ed Fraiman
Drehbuch: Robert Jones
LV: Chris Mullin: A very british Coup, 1982
mit Gabriel Byrne, Ralph Ineson, Gina McKee, Douglas Hodge, Charles Dance, Rupert Grave, Sylvestra LeTouzel
In den USA läuft schon sehr erfolgreich die vierte Staffel von „The Walking Dead“, die fünfte und sechste Staffel der Zombieserie sind schon seit langem bestellt, und ich habe die dritte Staffel immer noch nicht abgefeiert. In ihr haben Rick Grimes und die anderen Überlebenden, nachdem sie nach einem Zombie-Angriff Herschels Farm verlassen mussten, in einem leerstehendem Gefängnis ein neues Zuhause gefunden. Die Mauern und Zäune, die früher Gefangene am Ausbruch hinderten, bieten jetzt einen guten Schutz gegen die Zombies. Vor allem, nachdem sie das Gefängnis von den Zombies geräumt haben.
In der Nähe residiert der Governor, der im Lauf der aus sechzehn Folgen bestehenden Staffel zu dem großen Gegner von Rick wird. Denn der Governor ist, wie die Leser der Vorlage wissen, ein ziemlich durchgeknallter Tyrann.
Das Gefängnis, der Governor und Michonne (yeah, wir „The Walking Dead“-Fans warteten schon die ganze zweite Staffel auf sie) sind aus der Comic-Vorlage bekannt und beliebt. Aber in der TV-Serie, die sich zunehmend von der Comic-Geschichte löst, aber ihrem Geist treu bleibt, gibt es viele Ereignisse und Charaktere, die neu sind. So erfahren wir in der Serie mehr über den Weg des Governors zum Tyrannen. Über große Strecken der Staffel, die wie ein Roman eine große Geschichte erzählt, erscheint er als ein durchaus vernünftig handelndes Stadtoberhaupt.
Nachdem die erste Staffel mit sechs Folgen arg kurz geraten war und bei der zweiten Staffel in der ersten Hälfte vollkommen unklar war, in welche Richtung die Macher die Geschichte erzählen wollen, haben sie jetzt ihren Rhythmus gefunden. Die Länge ist perfekt, die Geschichte, wobei sich die Ereignisse in der Stadt und im Gefängnis über weite Strecken parallel entwickeln, ist straff erzählt und langweilt nie.
Wie bei den vorherigen Staffeln ist auch hier das Bonusmaterial wieder erfreulich umfangreich und informativ ausgefallen. Oh, und wegen der Spoiler sollte man es erst nach der Serie ansehen.
The Walking Dead – Staffel 3 (The Walking Dead, USA 2013)
Erfinder: Frank Darabont
LV: Comicserie von Robert Kirkman, Charlie Adlard und Tony Moore
mit Andrew Lincoln (Rick Grimes), Sarah Wayne Callies (Lori Grimes), Chandler Riggs (Carl Grimes), Laurie Holden (Andrea), Steven Yeun (Glenn Rhee), Norman Reedus (Daryl Dixon), Melissa McBride (Carol Peletier), Scott Wilson (Hershel Greene), Lauren Cohan (Maggie Greene), Emily Kinney (Beth Greene), David Morrissey (The Governor), Michael Rooker (Merle Dixon)
–
DVD
Entertainment One
Bild: 16:9
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: diverse Featurettes, Deleted Scenes (insgesamt 78 Minuten)
Jaja, schon wieder, aber die Uhrzeit ist unschlagbar
Arte, 20.15
Der Chef (Fr/I 1972, R.: Jean-Pierre Melville)
Drehbuch: Jean-Pierre Melville
Polizist Coleman jagt den Nachtclubbesitzer Simon, mit dem er befreundet ist und der Überfälle begeht. Zwischen den beiden Männern steht Simons Freund Cathy.
Nach „Der eiskalte Engel“ und „Vier im roten Kreis“ war „Der Chef“ die dritte Zusammenarbeit von Alain Delon und Jean-Pierre Melville und zum ersten Mal spielte Delon einen Polizisten. Aber weil es Melville in „Der Chef“ auch um die Austauschbarkeit von Gangstern und Polizisten ging, unterschied Delons Rolle sich kaum von seinen vorherigen Rollen als Gangster. Denn Melville räumt Coleman und Simon etwa gleich viel Leinwandzeit ein.
„Melvilles letzter Film (…) ist ein würdiger Abschluss im Werk eines seines Metiers und seiner Liebe zum Kino sicheren Ultra-Professionellen, der die düstersten und unheimlichsten, aber auch ästhetisch vollkommendsten und menschlichsten Filme schuf, die in Frankreich je gedreht worden sind.“ (Hans Gerhold: Un Flic in „Jean-Pierre Melville, Hanser Reihe Film 27, 1982)
„‘Un Flic’ ist vermutlich der kälteste Film Melvilles, und Alain Delon gelingt als Chef-Fahnder Edouard Coleman der Pariser Kriminalpolizei eine brillante Charakterstudie über die Einsamkeit und Isolation des professionellen Menschenjägers.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm, 1989)
Mit Alain Delon, Catherine Deneuve, Richard Crenna, Riccardo Cucciolla, Michel Conrad
The Act of Killing – Der Akt des Tötens (Dänemark/Norwegen/Großbritannien 2012, Regie: Joshua Oppenheimer, Anonymous, Christine Cynn)
Allein schon für die Idee hätte „The Act of Killing“ einen Oscar verdient. Es wurde dann nur eine Nominierung als bester Dokumentarfilm. Dafür gewann der Film etliche andere Preise, unter anderem auf der Berlinale 2012 den Preis der ökomenischen Jury und den Panorama Publikumspreis.
Denn die Idee für den Film ist so einfach, wie genial: Joshua Oppenheimer ließ Männer, die 1965/66 in Indonesien bei den Massenmorden beteiligt waren und die heute immer noch unbehelligt in Indonesien leben und stolz auf ihre Taten sind, sie vor laufender Kamera nachinszenieren.
Der so entstandene Film bietet einen erschreckenden Blick in die Banalität des Bösen und zwingt zum Nachdenken. Kein angenehmer Film.
Arte zeigt eine 95-minütige Fassung. Im deutschen Kino lief eine zweistündige Fassung. Und dann gibt es noch eine 150-minütige Fassung des Films, die auf DVD erschien.
Schon wieder stapeln sich die gesehenen Filme auf meinem Schreibtisch, einige habe ich schon vor Wochen und Monaten gesehen, aber ich kam aus verschiedenen Gründen (Okay, der Hauptgrund ist, dass ich meine Kritik nicht sofort geschrieben habe) nicht dazu, etwas über die Filme zu sagen. Dabei sind sie fast alle einen Blick wert.
Beginnen wir mit den Spielfilmen.
„Santiago, der Verdammte“ von „Detour“-Regisseur Edgar G. Ulmer wurde für ein Taschengeld gedreht und, nachdem er seinen Lauf durch die Kinos beendete, in irgendein Archiv versenkt. Jedenfalls ist die Bildqualität lausig. Auch die Story ist nicht gerade besonders glaubwürdig.
Denn der bis zum gehtnichtmehr gutherzige Bandit Santiago flüchtet nach einem Diebstahl, bei dem sein Freund tödlich verwundet wurde, in Richtung Grenze. Auf seiner Flucht begegnet er einem jungen Farmerehepaar, das sich kaum über Wasser halten kann und deren Ehe kriselt. Während sie mit ihm flüchten möchte, möchte er Santiagos Geld und Santiago benimmt sich nicht wie ein hartgesottener Bandit, sondern wie die Vulgärversion von Jesus.
Aber die Schauspieler sind mit soviel Energie bei der Sache und die von Ulmer gezeichneten Charaktere, vor allem die Hassliebe des Ehepaares und ihre Gier nach Geld, reißen mit in diesem Mysterienspiel unter südlicher Sonne, das zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, als der gute alte Wilde Westen schon Geschichte war, spielt und bei dem kein Charakter ohne Makel ist. Im Gegenteil!
Santiago, der Verdammte (The Naked Dawn, USA 1954)
Regie: Edgar G. Ulmer
Drehbuch: Nina Schneider, Herman Schneider (Pseudonym von Julian Zimet)
mit Arthur Kennedy, Betta St. John, Eugene Iglesias, Charlita, Roy Engel
Und noch ein Großer, der hier einen kleinen Film inszenierte. Die Budgetbeschränkungen und das – höflich formuliert – verwirrende Drehbuch machte er durch Stil- und Experimentierwillen wett.
Also die Story: in Frankreich während der Terrorherrschaft der Jakobiner wollen alle das titelgebende „Schwarze Buch“ haben. In ihm notierte Robespierre die künftigen prominenten Kandidaten für die Guillotine. Und weil sich alle herzlich misstrauen, aufs Kreuz legen und mit falschen Identitäten operieren, gibt es einem ziemlich verwirrenden Kampf um das Buch, bei dem das Interesse schnell erlahmt.
Denn es gibt überall Lug und Trug, Logik eher wenig und Anthony Mann inszenierte das alles in schönster Noir-Ästhetik, was dann auch die Aufnahme in die „Film Noir“-Reihe rechtfertigt. Trotzdem ist „Das schwarze Buch“ eher ein Film für Komplettisten.
Das schwarze Buch (Reign of Terror/The Black Book, USA 1949)
Regie: Anthony Mann
Drehbuch: Philip Yordan, Æneas MacKenzie
mit Robert Cummings, Richard Basehart, Arlene Dahl, Norman Lloyd
Das kann von „Zeuge gesucht“, einem Noir-Klassiker, der bei uns seit Ewigkeiten nicht mehr im TV lief, nicht gesagt werden. Denn Robert Siodmaks erster Noir, nach einem Roman von Cornell Woolrich, war gleich ein Volltreffer.
„Der hard-boiled Roman Woolrichs und Siodmaks Anleihen beim Expressionismus erweisen sich als eine geglückte Kombination.“ (Paul Werner: Film Noir)
Die Geschichte ist ein wahrer Alptraum. Jedenfalls für Scott Henderson, der als gehörnter Ehemann eine Nacht mit einer unbekannten Schönheit verbringt, die ihm ihren Namen nicht verraten will. Als er am nächsten Tag in seine Wohnung zurückkehrt, erwartet ihn die Polizei. Seine Frau wurde ermordet und natürlich ist Henderson der Hauptverdächtige. Sein Alibi, mit einer Unbekannten eine Show besucht zu haben, ist vollkommen unglaubwürdig. Vor allem nachdem die Polizei es überprüfte und niemand sich an die Schönheit erinnerte.
Nur seine Sekretärin Carol Richman glaubt ihm. Sie beginnt die titelgebende „Phantom Lady“ zu suchen – und auch den Mörder von Hendersons Frau.
Zeuge gesucht (Phantom Lady, USA 1943)
Regie: Robert Siodmak
Drehbuch: Bernard C. Schoenfeld
LV: William Irish (aka Cornell Woolrich): Phantom Lady, 1942
mit Francot Tone, Ella Raines, Alan Curtis, Aurora Miranda, Elisha Cook jr.
Ja, „Paranoia“ lief auch einige Tage im Kino. Aber nachdem er in den USA grandios floppte, sekundiert von desaströsen Kritiken, wollte der Verleih wohl nicht mehr Geld als nötig in die Kinoauswertung stecken, hofft jetzt aber auf ein erfolgreicheres Leben auf DVD. Immerhin ist die Vorlage von Bestsellerautor Joseph Finder (obwohl das in der Werbung eher verschwiegen wird), Regie führte Robert Luketic, der mit „21“ einen hübschen Gaunerfilm inszenierte, Liam Hemsworth und Amber Heard für das jüngere und Gary Oldman, Harrison Ford und Richard Dreyfuss (der kaum erwähnt wird) für das ältere Publikum sind dabei. Auch die Story wirkt auf den ersten Blick spannend: Nicholas Wyatt (Gary Oldman) schickt den jungen, ehrgeizigen Software-Programmierer Adam Cassidy (Liam Hemsworth) undercover in die Firma von seinem Konkurrenten Jock Goddard (Harrison Ford). Wyatt will so an dessen neueste Entwicklung kommen, die erstens bahnbrechend und zweitens den Markt in den kommenden Jahren bestimmen soll.
Trotzdem ist „Paranoia“ ein erschreckend unspannender Thriller bei dem die bahnbrechende Entwicklung (die eh nur der MacGuffin ist, aber ungefähr so aussieht, wie eine zehn Jahre alte Entwicklung) nie überzeugt, der Konkurrenzkampf zwischen den beiden Firmen ein Hahnenkampf zwischen den Chefs ist und wir nichts substantielles über Industriespionage erfahren.
Paranoid ist höchsten, wer glaubt, dass „Paranoia“ ein Thriller sei.
Paranoia – Riskantes Spiel (Paranoia, USA/Frankreich 2013)
Regie: Robert Luketic
Drehbuch: Jason Dean Hall, Barry Levy
LV: Joseph Finder: Paranoia, 2004 (Goldjunge, Paranoia)
mit Liam Hemsworth, Amber Heard, Gary Oldman, Harrison Ford, Josh Holloway, Julian McMahon, Richard Dreyfuss
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DVD
Studiocanal
Bild: 2,40:1 (anamorph)
Ton: Deutsch, Englisch (5.1 DD)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Featurettes, Geschnittene Szenen, Hinter den Kulissen, Trailer, Wendecover
Dagegen erscheint „Errors of the Human Body“ verdammt gut. Eron Sheean drehte mit einem überschaubarem Budget einen hübschen kleinen Thriller, der über weite Strecken wie ein Medizin-Thriller in der „Coma“-Tradition aussieht, der nicht thrillen will, und am Ende zu einem ausgewachsenem Noir wird.
Der Genetiker Geoff Burton (Michael Eklund) war ein Starforscher, der mit einer neuen Therapie seinen Sohn heilen wollte. Die Therapie schlug nicht an, sein Sohn starb und Burton ertrinkt seitdem im Selbstmitleid. Da erhält er einen Ruf an das Institut für Genetik in Dresden. Dort steht seine frühere Assistentin und Geliebte Rebekka (Karoline Herfurth) kurz vor einer bahnbrechenden Entdeckung: nämlich einem auf seinen Forschungen basierendem Regenerations-Gen, das Krankheiten heilen und das Altern verhindern kann. Burton soll ihr bei den abschließenden Arbeiten helfen. Aber es gibt auch andere Forscher an der Universität, die sich seltsam verhalten, Konkurrenten von Rebekka sind und Burton seltsame Angebote machen. Außerdem sieht Burton das winterliche Dresden mit den Augen eines Fremden, der glaubt, dass an dem Institut auch geheime Forschungen durchgeführt werden. Schlimmer noch: mit der Zeit glaubt er sogar, selbst Teil eines genetischen Experiments zu sein.
Regisseur Eron Sheean gelingt es in „Errors of the Human Body“ eine unheimliche Atmosphäre zu beschwören, indem er Dresden und das Universitätsinstitut (gedreht wurde am dortigen „Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik“) aus Burtons Perspektive filmt, der zunehmend den Kontakt zur Wirklichkeit verliert. Deshalb scheinen sich auch alle immer etwas seltsam zu benehmen. Veles deutet Sheean nur an, kann aber nach dem Genuss von einigen Medizinthrillern mühelos entschlüsselt werden. Dadurch erscheint der Film aber im Mittelteil unnötig langsam.
Aber das düstere Ende entschädigt dafür.
Genrejunkies sollten einen Blick riskieren.
Als Bonus gibt es ein sehr informatives, zwölfminütiges Interview mit Eron Sheean.
Errors of the Human Body (Errors of the Human Body,
Regie: Eron Sheean
Drehbuch: Shane Danielsen, Eron Sheean
mit Michael Eklund, Karoline Herfurth, Tómas Lemarquis, Rik Mayall, Caroline Gerdolle
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DVD
Pandastorm
Bild: 1,85:1 (16:9)
Ton: Deutsch (DTS 5.1, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bonusmaterial: Interview mit dem Regisseur, Originaltrailer
Keinen Blick muss man bei „Das Frauenhaus“ und „Die Sklavinnen“ riskieren, zwei weiteren Filmen aus der Kooperation zwischen Jess Franco und Erwin C. Dietrich in den siebziger Jahren, die mühelos das Niveau der anderen Filme der „Jess Franco Golden Goya Collection“ halten: viel nackte Haut, wenig Story, kein Anspruch.
Wobei „Die Sklavinnen“ fast eine nacherzählbare Geschichte erzählt, weil Jess Franco sich hier des Kunstkniffs bediente, einfach den größten Teil als Rückblende zu erzählen.
Der Millionär Amos Radeck entführt nach einem Gefängnisaufenthalt (der durch ihre Flucht frühzeitig beendet wurde) die Bordellbetreiberin Arminda. Radeck glaubt, dass Arminda seine Tochter entführt hat. Er lässt sie foltern und Arminda erzählt aus ihrem Leben, das in Franco-Mainier illustriert wird. Dennoch zeigt er in „Die Sklavinnen“ verhältnismäßig wenig nackte Haut.
In „Das Frauenhaus“ ist dann alles wieder beim alten. In dem Film werden dann epische Tanzszenen aus einem Nachtclub (ich würde es nicht „Striptease“ oder „Pole Dancing“ nennen) und ebenso epische Folterszenen aneinandergeklatscht. Denn der Nachtclub „Blue Rita“ ist die Fassade für eine Frauenverbrecherbande, die hochrangige Barbesucher entführt und erpresst. Sie betreiben dabei auch etwas Industriespionage und – oh Wunder! – Interpol jagt sie.
Bei diesem Werk hat Jess Franco sich etwas von trashigen Science-Fiction-Filmen inspirieren gelassen, was immerhin zu einigen absurden Bildern – nackte Frauen mit Gasmasken! – und debilen Folterszenen führt, wenn die nackten Frauen eine farbige Flüssigkeit auf ihr Opfer kippen und er aber so etwas von Sexgeil wird, dass er am liebsten die Ketten sprengen würde. In der richtigen Stimmung ist das ziemlich witzig.
Die Schauspieler sind aus den anderen Franco-Filmen bekannt. Die herrlich durchgeknallte Musik in beiden Filmen ist von Walter Baumgartner und, mal wieder, das Beste an den Filmen.
Die Sklavinnen (Schweiz 1977)
Regie: Jess Franco
Drehbuch: Erwin C. Dietrich
mit Lina Romay, Martine Stedil, Eric Falk, Peggy Markoff, Vitor Mendes
auch bekannt als „Die Sexhändler“ und „Die Verschleppten“ (waren anscheinend in der Schweiz die Video-Titel)
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DVD
Ascot Elite
Bild: 1,78:1 (16:9)
Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Bonusmaterial: Originaltrailer, Fotogalerie, Audio-Interview mit Jess Franco
Länge: 74 Minuten
FSK: ab 18 Jahre
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Das Frauenhaus (Schweiz 1977)
Regie: Jess Franco
Drehbuch: Jess Franco
mit Martine Fléty, Sarah Strasberg, Dagmar Bürger, Eric Falk
auch bekannt als „Blue Rita“
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DVD
Ascot Elite
Bild: 1,78:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Japanisch
Bonusmaterial: Originaltrailer, Fotogalerie, Featurette „Sklave im Frauenhaus“ (Interview mit Eric Falk)