TV-Tipp für den 2. Februar: Shooter

Februar 1, 2024

Pro7, 22.40

Shooter (Shooter, USA 2007)

Regie: Antoine Fuqua

Drehbuch: Jonathan Lemkin

LV: Stephen Hunter: Point of Impact, 1993 (Im Fadenkreuz der Angst; später wegen der Verfilmung als „Shooter“ veröffentlicht)

Actionhaltiger Thriller über den desillusionierten Ex-Marine-Scharfschützen Bob Lee Swagger, der als Strohmann für einen Anschlag auf ein Staatsoberhaupt herhalten soll. Er kann vor seiner Verhaftung flüchten und beginnt die wahren Täter zu jagen.

Viele tolle Actionszenen, grandiose Landschaftsaufnahmen (ein Treffen auf einem schneeweißen Berggipfel sieht schon toll aus) und eine Story, die ziemlich vorhersehbar den Konventionen des Verschwörungssthrillers folgt, machen „Shooter“ zu einem Thriller, bei dem man nicht vollkommen auf das Denken verzichten muss. Am Ende gibt es dann einige unnötige Twists.

mit Mark Wahlberg, Michael Peña, Danny Glover, Kate Mara, Elias Koteas, Rhona Mitra, Rade Sherbedgia, Ned Beatty

Wiederholung: Montag, 5. Februar, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über “Shooter”

Metacritic über “Shooter”

Rotten Tomatoes über “Shooter”

Wikipedia über “Shooter” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Training Day” (Training Day, USA 2001)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest” (Brooklyn’s Finest, USA 2009)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Olympus has fallen – Die Welt in Gefahr” (Olympus has fallen, USA 2013)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “The Equalizer” (The Equalizer, USA 2014)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Southpaw” (Southpaw, USA 2015)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas „Die glorreichen Sieben“ (The Magnificent Seven, USA 2016)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas „The Equalizer 2“ (The Equalizer 2, USA 2018)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas „The Equalizer 3 – The Final Chapter“ (The Equalizer 3, USA 2023)

Meine Besprechung von Stephen Hunters „Shooter“ (Point of Impact, 1993)


Neu im Kino/Filmkritik: Über die Charakterstudie „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“

Februar 1, 2024

Zwischen den Musicals „Mean Girls – Der Girls Club“ (letzte Woche) und „Die Farbe Lila“ (nächste Woche) und zwei Wochen vor dem Biopic „Bob Marley: One Love“ kommt diese Woche ein Musikfilm ins Kino, der eine Liebeserklärung an den Austropop und die Welt der verrauchten Tschocherl ist.

Im Mittelpunkt steht der Musiker Erich ‚Rickerl‘ Bohacek. Verkörpert wird er von Voodoo Jürgens, einem Vertreter der neuen Generation des Austropops, der in dem Film einige seiner Lieder ungeschnitten auf der Akustik-Gitarre präsentiert. Bei uns sind ja immer noch die Begründer Wolfgang Ambros, Georg Danzer, Reinhard Fendrich, Ludwig Hirsch und STS die bekanntesten und für Adrian Goigingers Film in verschiedenen Schattierungen wichtigsten Vertreter des Austropops.

Rickerl hat immer seine Gitarre und seine handgeschriebenen Texte dabei. Es sind schwarzhumorige Alltagsbeobachtungen über die Menschen, die er kennt und liebt. Er schreibt, von unüberhörbarer Sympathie getragen, von den Gescheiterten, den Randexistenzen, den Spinnern, den Verpeilten, den Jungen und den Alten, die alle im Kapitalismus nicht richtig funktionieren, weil sie lieber in der Beisln rauchen, trinken und reden.

Rickerl will zwar von seiner Musik leben. Er ist talentiert. Er hat auch einen Manager, der gerne einige seiner Songs aufnehmen würde, aber er ist unfähig, seine Karriere sorgfältig zu planen. Er kann noch nicht einmal einen der vielen Aushilfsjob, die ihm vom Amt mit milder Verzweifelung angeboten werde, länger behalten. Zu einem Gespräch mit einer Journalistin, die in seiner Beisl auftaucht, muss er gezwungen werden. Als sie ihn in ihre Radiosendung einlädt, kehrt er vor der Tür des Senders um und verbringt lieber den Tag mit seinem Sohn am See.

Seine Wohnung scheint zu sagen „Verwahrlost aber frei“ (Ambros). Ein Smartphone besitzt er nicht. Auch keinen Computer. Mit seinem Sohn, dem sechsjährigen Dominik, versteht er sich gut. Mit seiner Ex-Freundin Viki, die auch Dominiks Mutter ist, weniger. Sie hat inzwischen einen neuen Freund, den sie auch heiraten will. Für Rickerl ist ihr neuer nur ein ‚gstopfter Piefke‘.

Adrian Goiginger setzt diesem Musiker, seiner Musik und dem in ihr porträtierten Milieu ein Denkmal. „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“ ist ein liebevolles Porträt einer sich im Verschwinden befindenden Welt, die es so vielleicht nie gegeben hat, die aber höchst heimilig und liebenswert ist.

Rickerl – Musik is höchstens a Hobby (Österreich/Deutschland 2023)

Regie: Adrian Goiginger

Drehbuch: Adrian Goiginger

Musik: Voodoo Jürgens

mit Voodoo Jürgens, Ben Winkler, Agnes Hausmann, Claudius von Stolzmann, Rudi Larsen, Nicole Beutler, Patrick Seletzky, Der Nino aus Wien

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“

Moviepilot über „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“

Wikipedia über „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“

Meine Besprechung von Adrian Goigingers „Die beste aller Welten“ (Österreich/Deutschland 2017)

Meine Besprechung von Adrian Goigingers „Märzengrund“ (Österreich/Deutschland 2022)

Meine Besprechung von Adrian Goigingers „Der Fuchs“ (Deutschland/Österreich 2022)

Voodoo Jürgens live


Neu im Kino/Filmkritik: „Eine Million Minuten“ für die Vater-Tochter-Beziehung

Februar 1, 2024

Nina wünscht sich eine Million Minuten mit ihrem Papa. Dieser jettet um die Welt und versucht die Welt zu retten. Seine Frau arbeitet, wenn Haushalt und die beiden kleinen Kinder es zulassen, als Bauingenieurin im Home-Office. Ihre gemeinsame Tochter, die fünfjährige Nina, hat eine massive Entwicklungsverzägerung und Bewegungsstörungen. Sie braucht viel Zuwendung und Zeit. Aber, so werden sie von Ninas Doktor beruhigt, mit viel Liebe, Zuwendung, gemeinsam verbrachter Zeit und individueller Hilfe beim Lernen könne ihr geholfen werden.

Nachdem Nina ihm das mit der einen Million Minuten gesagt hat, beginnt Wolf Küper (Tom Schilling) nachzudenken und zu rechnen. Eine Million Minuten sind ungefähr zwei Jahre, in denen er sich um seine Tochter kümmert und, denn nur in Berlin zu bleiben wäre langweilig, sie könnten in dieser Zeit gemeinsam die Welt bereisen. Wolfs Chefin und Ben, sein Kollege und bester Freund, sind einverstanden. Mit Kurzarbeit und Home-Office kann er trotzdem ein Mitglied in ihrem kleinen Team bleiben.

Und los geht die Reise der vierköpfigen Kleinfamilie. Zuerst geht es nach Thailand und später nach Island. Beide Länder hat Nina zufällig auf dem Globus ausgewählt.

Die herzige Geschichte, die Christopher Doll in seinem Regie-Debüt erzählt (nachdem er in den vergangenen Jahren unter anderem „Traumfrauen“, „High Society“ und „Wunderschön“ produzierte), basiert auf dem Reisebuch „Eine Million Minuten“ von Wolf Küper. Im Film folgen Doll und seine vier Mit-Drehbuchautoren Monika Fässler, Tim Hebborn, Ulla Ziemann und Malte Welding nicht sklavisch der Vorlage. Sie konzentrieren sich mehr auf die Beziehung des Ehepaares und veränderten die Reiseroute. Nachdem die Küpers Thailand verlassen, reisen sie im Buch nach Australien und Neuseeland; im Film geht es nach Island.

Die Prämisse erinnert an den vor wenigen Monaten im Kino gelaufenen „Wochenendrebellen“. In diesem, ebenfalls auf einem Sachbuch basierendem Film, verspricht ein von seiner Arbeit als Vertreter gestresster Vater, seinem Sohn, einem Asperger-Autisten, dass sie an den Wochenenden gemeinsam für ihn einen Lieblingsverein suchen. Der Zehnjährige will nämlich, wie alle Jungs, einen Lieblingsfußballverein haben. Aber er nimmt nicht den Heimatverein. Er geht die Suche nach dem Lieblingsverein wissenschaftlich an. Er entwirft einen Katalog mit Kriterien und er will sich – auch wenn so ein Fußballspiel aufgrund der vielen Eindrücke und des Trubels für ihn die Hölle ist – jeden Verein bei einem Heimatspiel ansehen.

Im Gegensatz zu „Eine Million Minuten“ hat „Wochenendrebellen“ eine Prämisse („Ich will einen Verein finden.“) und ein klares Ziel (der Film ist vorbei, wenn entweder ein Verein gefunden oder das Ziel geändert wurde). Auf dem Weg dahin kommen Vater und Sohn sich näher und der Vater beginnt zu überlegen, ob er das Leben lebt, das er leben will.

In „Eine Million Minuten“ verbringt der Vater dagegen wenig Zeit mit seiner Tochter. Wir sehen nicht, wie er ihr über einen längeren Zeitraum Dinge beibringt, wie sich ihre Beziehung verändert und wie sie sich über kleine Fortschritte freuen. Doll zeigt höchstens den Anfang, wenn Nina nicht Fahrrad fahren kann, und das Ende, wenn Nina Fahrrad fahren kann.

Eine Million Minuten“ fehlt genau das, was „Wochenendrebellen“ hat. In „Eine Million Minuten“ ist die Prämisse klar, aber nicht das Ziel. Oder, anders gesagt: was passiert, wenn die Milion Minuten vorbei sind? Nimmt die Familie, wie nach einem Urlaub, wieder ihr altes Leben auf? Entsprechend ziellos plätschert der Film vor sich hin. Die Autoren und der Regisseur wissen nie, welche Episoden in den Film gehören und welche nicht. Es ist unklar, ob es um die Beziehung vom Vater zu seiner Tochter oder vom Vater zu seiner Frau geht. Es ist unklar, was er lernen soll. Und so gibt es von allem etwas und von allem zu wenig.

Dieses, eigentlich leicht zu behebende Problem haben viele deutsche Filme. Es liegt nicht an den Schauspielern oder den Drehorten. In diesem Fall wurde in Berlin, Thailand und Island gedreht. Es liegt am Drehbuch. An dem unzureichend formuliertem Ziel der Hauptfigur, an der nur unzureichend formulierten Hauptfigur und den nicht vorhandenen Konflikten. Über Wolf, seine Arbeit und wie er durch seine Arbeit die Welt sieht, erfahren wir viel zu wenig. Wir erfahren nur, dass er irgendetwas mit Umweltschutz in einer überaus netten Firma macht. Er könnte aber auch irgendeinen anderen Bürojob haben, für den er immer wieder reisen muss. Es würde nichts an der Filmgeschichte ändern. Dabei wäre die Entscheidung, ob er mehr Zeit mit seinen Kindern oder mit der Rettung der Welt für seine Kinder verbringen möchte, ein interessanter Konflikt. Dieser Konflikt würde, wenn er ausformuliert würde, auch den Handlungsorten die notwendige Würze verleihen. Da wäre zuerst der Konflikt, einerseits die Umwelt retten zu wollen und anderereseits endlos viele Flugmeilen anzusammeln. Es könnte weitergehen mit der Frage, wie an den Reisezielen die Umwelt geschützt wird. Er könnte dann immer wieder vor der Entscheidung stehen, ob er mehr über ein Umweltschutzprojekt erfahren möchte oder ob er Zeit mit seiner Tochter verbringen möchte. Ein Subthema könnte sein, wie er seinen beiden Kindern die Schönheit der Natur zeigt und sie animieren möchte, die Natur zu bewahren.

Alles das sehen wir in „Eine Million Minuten“ nicht. Es gibt nur schöne Menschen, ohne erkennbare finanzielle Probleme, in schöner Landschaft und viele Probleme, die eher Scheinprobleme sind. Dafür gibt es in Island einen überaus gutaussehenden, charismatischen und netten Naturburschen-Nachbarn, den Wolf als eine Bedrohung für seine Ehe sieht.

In Island, wo die zweite Hälfte des Films spielt, rückt die Emanzipation von Wolfs Frau Vera (Karoline Herfurth) immer mehr in den Mittelpunkt. Sie arbeitet wieder mehr als Bauingenieurin. Sie knüpft, mit der Hilfe des netten Nachbarn, Kontakt zu den Einheimischen und gemeinsam bauen sie Häuser. Währenddessen überlässt sie Wolf immer mehr die Hausarbeit.

In dieser Hälfte des Films wird vor allem Englisch gesprochen. Das mag zwar realistisch sein, ich empfand es in diesem Fall aber als überflüssig. Außerdem führt die Entscheidung dazu, dass Wolfs fünfjährige Tochter Nina plötzlich sehr gut eine Fremdsprache sprechen kann.

Am Ende ist „Eine Million Minuten“ nur ein weiterer dieser netten deutschen Feelgood-Filme, die ihr Potential nie auch nur im Ansatz ausschöpfen.

Eine Million Minuten (Deutschland 2024)

Regie: Christopher Doll

Drehbuch: Monika Fässler, Tim Hebborn, Ulla Ziemann, Malte Welding, Christopher Doll

LV: Wolf Küper: Eine Million Minuten: Wie ich meiner Tochter einen Wunsch erfüllte und wir das Glück fanden, 2016

mit Karoline Herfurth, Tom Schilling, Pola Friedrichs, Piet Levi Busch, Joachim Król, Ulrike Kriener, Hassan Akkouch, Anneke Kim Sarnau, Godehard Giese, Rúrik Gislason

Länge: 125 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Filmportal über „Eine Million Minuten“

Moviepilot über „Eine Million Minuten“

Wikipedia über „Eine Million Minuten“


Neu im Kino/Filmkritik: „Argylle“, der Schmalspur-James-Bond

Februar 1, 2024

Es hätte ein kleiner, netter Abenteuerfilm werden können. So einer, in denen die Fantasie des Autors plötzlich lebendig wird und er durch ein abstruses, ihn überforderndes Abenteuer stolpert. Nichts anspruchsvolles. Nichts, das die Welt verändert, sondern einfach nur anderthalb bis zwei Stunden Spaß.

Vorletztes Jahr erlebte Sandra Bullock in „The Lost City – Das Geheimnis der verlorenen Stadt“ so ein Abenteuer. Dieses Mal ist es Bryce Dallas Howard. Sie spielt die Bestsellerautorin Elly Conway. Sie schreibt Agententhriller, die auch gut als James-Bond-Filme funktionieren würden. Ihr Held, Agent Aubrey Argylle, sieht dann auch wie James Bond aus. Nur dass Henry Cavill diesen Argylle wie einen doof grinsenden Kleiderständer ohne Eigenschaften spielen muss. Aber, hey, Argylle ist ja kein realer Agent, sondern nur ein Fantasieagent in trashigen Pulp-Geschichten.

Als Elly auf dem Weg zu ihrer Mutter in einem Zug dem zotteligen und nervigen Aidan (Sam Rockwell) begegnet, gerät ihr wohlgeordnet-langweiliges Leben aus den Fugen. Aidan sieht wie ein Penner aus, behauptet aber, ein Geheimagent zu sein und dass sie in Lebensgefahr schwebt, weil ihre Bücher reale Ereignisse aus der Welt der Spionage beschrieben. Natürlich hält sie den Penner für einen Spinner. Noch während sie überlegt, wie sie ihn loswerden kann, wird ein Anschlag auf sie verübt und Aidan beschützt sie in einer filmwürdigen Aktion gegen einen „Bullet Train“ voller Angreifer. In dem Moment sieht sie Aidan als Argylle – und Regisseur Matthew Vaughn wechselt bruchlos zwischen Sam Rockwell und Henry Cavill.

Danach machen Aidan und Elly sich in einem Privatjet von den USA auf nach London. Dort hofft Aidan, mit Ellys Hilfe, an ein wichtiges Dokument zu kommen, bevor es in die falschen Hände fällt.

Aus der Idee hätte etwas werden können. Immerhin hat Matthew Vaughn mit „Kick-Ass“ und den drei „Kingsman“-Filmen gezeigt, dass er fantastische Welten entwerfen kann. Auch wenn in beiden Fällen die Grundlagen der Welt von Mark Millar für seine Comics erfunden wurde. Mit „X-Men: Erste Entscheidung“ drehte Vaughn den besten Film des „X-Men“-Franchise. Aber dieses Mal bleibt der Aufbau der Welt, in der der Film spielt, reichlich nebulös.

Der Spionageplot, der sich nach der Begegnung im Zug entwickelt, bleibt vollends undurchsichtig. Es geht um eine wichtige Datei, an die alle ran wollen. Warum sie wichtig ist, ist egal. Das ist sogar für einen MacGuffin arg wenig. Wer die guten, wer die bösen Agenten sind, bleibt auch unklar. Die einen kämpfen halt gegen die anderen. Und im viel zu lang geratenen Finale gibt es dann so viele Twists und damit verbundene Erklärungen über damit verbundene Doppelspiele und Manipulationen, dass sich am Ende ein Gefühl großer Egalheit einstellt.

Die Filmgeschichte bewegt sich in schönster James-Bond-Tradition rund um den Globus. Es beginnt in Griechenland mit einer CGI-Actionszene, die so schlecht ist, dass ich sie zuerst für eine Parodie auf schlechte CGI-Actionszenen hielt. Immerhin ist es eine Szene aus einem von Elly Conway geschriebenem Argylle-Abenteuer. Aber später, wenn die Filmgeschichte dann nicht mehr in der Romanwelt, sondern in der realen Welt spielt, wird es nicht besser. Weitere Stationen der Geschichte sind Colorado, London, Frankreich, die Arabische Halbinsel und die sich an einem zunächst unbekannten Ort befindende Zentrale des Bösewichts. Diese wird – immerhin ist „Argylle“ ein James-Bond-Ripp-off – am Filmende zerstört. Das geschieht eher beiläufig und erschreckend desinteressiert; – naja, auch die Zerstörung der Zentrale des Bösewichts im letzten Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ war enttäuschend. Aber im Gegensatz zu den Bond-Filmen, die immer vor Ort gedreht werden, ist „Argylle“ kein Globetrotter. Gedreht wurde in London und alles sieht immer nach Studio aus.

Die Action, die in Vaughns anderen Filmen die meist ultrabrutalen und übertriebenen Höhepunkte des Films sind, enttäuscht. Sie wirkt als ob er einen weiteren FSK-16-Film hätte drehen wollen, dann aber alles Blut entfernte. So sind auf der Tonspur Schüsse, Messerstiche und krachende Knochen zu hören, aber zu sehen ist nichts. Auf dem Hemd ist kein Blutfleck zu sehen. Wenn Glieder abgetrennt werden, spritzt kein Blut. Auch wenn wir wissen, dass nach einer solchen Aktion überall im Raum Arme, Beine, Köpfe liegen sollten, ist da nichts zu sehen. Den Rest erledigen schnelle, desorientierende Schnitte und eine meist schlampig arbeitende Spezialeffekte-Abteilung.

Und damit kämen wir zu den Schauspielern. Ein Blick auf die Besetzung verspricht ein stargarniertes Abenteuer. Aber die meisten der Stars haben nur kurze Auftritte, die manchmal sogar nur die Länge eines Cameo haben. Wer wegen Dua Lipa, John Cena, Samuel L. Jackson, Sofia Boutella oder Richard E. Grant in die Actionkomödie geht, dürfte enttäuscht werden. Sogar Henry Cavill, der den Fantasieagent Argylle spielt, ist nur wenige Minuten im Film.

Wer allerdings wegen Sam Rockwell in den Film geht, darf sich freuen. Immer wenn er im Bild ist, und er ist oft im Bild, wird es spaßig. Rockwell überzeugt restlos als durchgehend leicht unzurechnungsfähiger Geheimagent, der die von Bryce Dallas Howard unauffällig gespielte Damsel in Distress und ihre Katze beschützen muss.

Argylle“ hätte eine nette kleine Actionkomödie werden können. Es wurde ein mit 139 Minuten mindestens vierzig Minuten zu langer, überladener Mash-up bekannter und besserer Filme.

Argylle (Argylle, USA 2024)

Regie: Matthew Vaughn

Drehbuch: Jason Fuchs

mit Bryce Dallas Howard, Sam Rockwell, Bryan Cranston, Catherine O’Hara, Henry Cavill, Sofia Boutella, Dua Lipa, Ariana DeBose, John Cena, Samuel L. Jackson, Richard E. Grant

Länge: 139 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Der Schmöker aus dem Film

Im Film sehen wir öfter das Cover von Elle Conways Bestseller-Thriller „Argylle“. Es wird gesagt, es sei spannend. Aber stimmt das?

Jedenfalls erzählt der Roman eine ganz andere Geschichte. Der ultrarechte russische Milliardär Wassili Federow alias Christopher Clay will Russland wieder zu alter Größe zurückführen. Um beim Volk Eindruck zu schinden, möchte er ihm das im Zweiten Weltkrieg spurlos verschwundene Bernsteinzimmer schenken.

Um Federows Pläne zu verhindern, schickt die CIA-Direktorin ihren besten Agenten los. Argylle soll den nächsten Kalten Krieg (und den nächsten Weltkrieg) verhindern.

Zugegen, die Prämisse ist etwas umständlich. Aber so eine Schatzsuche kann locker einige Seiten füllen. Und vor dem Beginn der Schatzsuche erfahren wir erst einmal vieles aus Argylles Vergangenheit, über seine Eltern und seine Kameraden, wie Wyatt, der im Film von John Cena gespielt wird.

Nachtrag (6. 2. 24): Enttäuschend. Verzichtbar. Da bleibe ich lieber bei Richard Castle.Oder lese noch einmal einen alten James-Bond-Roman. Die sind um Klassen besser.

Elly Conway: Argylle

(übersetzt von Michael Krug)

Blanvalet, 2024

544 Seiten

18 Euro

Originalausgabe

Argylle

Bantam Press, London, 2024

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Argylle“

Metacritic über „Argylle“

Rotten Tomatoes über „Argylle“

Wikipedia über „Argylle“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Matthew Vaughns Mark-Millar-Verfilmung „Kingsman: The Secret Service“ (Kingsman: The Secret Service, USA/Großbritannien 2015)

Meine Besprechung von Matthew Vaughns „Kingsman: The Golden Circle“ (Kingsman: The Golden Circle, USA 2017)

Meine Besprechung von Matthew Vaughns „The King’s Man – The Beginning“ (The King’s Man, USA/Großbritannien 2021)


TV-Tipp für den 1. Februar: Domino – A Story of Revenge

Januar 31, 2024

Tele 5, 22.15

Domino – A Story of Revenge (Domino – A Story of Revenge, Dänemark/Frankreich/Belgien/Italien/Niederlande 2019)

Regie: Brian De Palma

Drehbuch: Petter Skavlan

Der Kopenhagener Polizist Christian Toft jagt den IS-Terroristen, der seinen Partner ermordete.

Bislang letzter Film von Brian De Palma. Ein läppischer 08/15-Thriller mit nur sehr wenigen gelungenen Momenten.

Auch De Palma gefällt der Film nicht. Die Dreharbeiten waren, so De Palma in Interviews, katastrophal. An der Endfassung war er nicht mehr beteiligt. Und er sieht den Film nicht als De-Palma-Film.

Mit Nikolaj Coster-Waldau, Carice van Houten, Guy Pearce, Eriq Ebouaney, Thomas W. Gabrielsson, Paprika Steen

Wiederholung: Freitag, 2. Februar, 23.55 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Domino“

Wikipedia über „Domino“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 31. Januar: Ein glückliches Jahr

Januar 30, 2024

Arte, 22.50

Ein glückliches Jahr (La bonne année, Frankreich/Italien 1973)

Regie: Claude Lelouch

Drehbuch: Claude Lelouch

Am Silvesterabend wird Juwelendieb Simon vorzeitig aus der Haft entlassen. Im neuen Jahr will er mit seiner früheren Geliebten Françoise wieder an alte Zeiten anknüpfen. Aber sie will nicht.

Wunderschöne Krimiromanze, die mehr Romanze als Krimi ist.

Mit Lino Ventura, Françoise Fabian, Charles Gérard, André Falcon

Hinweise

AlloCiné über „Ein glückliches Jahr“

Rotten Tomatoes über „Ein glückliches Jahr“

Wikipedia über „Ein glückliches Jahr“ (deutsch, englisch, französisch)


Cover der Woche

Januar 30, 2024

Lesetipp


Neu im Kino/Filmkritik: „Mean Girls – Der Girls Club“ singt und tanzt

Januar 30, 2024

Nach einigen Tagen „Warum soll ich die Couch für das Bett verlassen? Ich will schlafen. Ich habe keinen Hunger. Aus dem Weg, das WC ist besetzt!!!“ und übelkeitsbedingt ignorierten Fantasy Filmfest White Nights bin ich jetzt in der richtigen Stimmung für die „Mean Girls – Der Girls Club“.

Mean Girls – Der Girls Club“ ist die Verfilmung des Musicals „Mean Girls“. Dieses ist die Bühnenversion des 2004 entstandenen Spielfilms „Girls Club – Vorsicht bissig!“ (Mean Girls). Und Tina Fey, die das Drehbuch für den ursprünglichen Film und das 2017 entstandene Musical schrieb, schrieb jetzt das Drehbuch für den aktuellen Film.

Die sechzehnjährige Cady Heron ist neu an der North Shore High School. Davor lebte sie in Afrika. Ihre Mutter, einer Umweltwissenschaftlerin, unterrichtete sie. Jetzt muss Cady sich an die Zivilisation gewöhnen (das geht problemlos) und durch die alltägliche Hölle einer US-amerikanischen Schule navigieren. Dazu gehört auch die Wahl der richtigen Clique. Also ob sie zu den von Regina angefühten, nur auf den äußeren Schein bedachten „Plastics“ oder zu den Außenseitern Janis und Damian gehören will.

Es geht darum, wie Cady sich einlebt, wie sie bei den „Plastics“ aufgenommen wird, sich mit ihnen, uh, zerstreitet und in Aaron Samuels, Reginas Ex, verliebt. Daraus ergibt sich eine Ansammlung von auch aus anderen High-School-Filmen bekannten Standard-Situationen. Die Hackordnung an der Schule wird beschrieben und als gegeben hingenommen als Basis für harmlose Scherze.

Die Gesangseinlagen und ihre die Story und die Gefühle der Figuren illustrierende Inszenierung gefallen.

Die im Trailer prominent gezeigten bekannten Schauspieler, wie Jon Hamm und Tina Fey, haben im Film nur Nebenrollen, die kaum mehr als etwas größere Cameos sind. Das überrascht jetzt nicht wirklich bei einem Musical für Teenager, das nicht als Musical beworben wird.

Mean Girls – Der Girls Club“ ist durchaus spaßige, insgesamt harmlose Musical-Unterhaltung für pubertierende Mädchen, die immer an der schönen Oberfläche verharrt.

Für mich ist, wenn wir bei Musicals bleiben, die am 8. Februar startende Musical-Version von „Die Farbe Lila“ interessanter.

Mean Girls – Der Girls Club (Mean Girls, USA 2024)

Regie: Samantha Jayne, Arturo Perez Jr.

Drehbuch: Tina Fey (basierend auf ihrem Musical, basierend auf ihrem Spielfilm)

mit Angourie Rice, Auliʻi Cravalho, Reneé Rapp, Jaquel Spivey, Avantika, Bebe Wood, Christopher Briney, Jenna Fischer, Busy Philipps, Ashley Park, Jon Hamm, Tina Fey, Tim Meadows

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Mean Girls – Der Girls Club“

Metacritic über „Mean Girls – Der Girls Club“

Rotten Tomatoes über „Mean Girls – Der Girls Club“

Wikipedia über „Mean Girls – Der Girls Club“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 30. Januar: Tatort: Doppelspiel

Januar 29, 2024

WDR, 23.40

Tatort: Doppelspiel (Deutschland 1985)

Regie: Hajo Gies

Drehbuch: Christoph Fromm

Schimanski glaubt nicht, dass Jutta Starck sich umbrachte und er glaubt nicht, dass ihr Mann sie umbrachte. Bei ihren weiteren Ermittlungen stoßen er und sein Kollege Thanner auf eine dubiose Sekte mit Disco, Kampfsportschule und Reha-Zentrum für Drogenabhängige.

Schimanski – muss ich noch mehr sagen?

Vielleicht dass der spätere Regisseur Joseph Vilsmaier („Herbstmilch“, „Stalingrad“) hier der Kameramann ist und David Knopfler (Bruder von Mark Knopfler und Mitglied der „Dire Straits“) die Musik schrieb.

mit Götz George, Eberhard Feik, Chiem van Houweninge, Ulrich Matschoss, Angelika Bartsch, Drew Lucas, Franz Buchrieser, Wolf-Dietrich Sprenger

Hinweise

Wikipedia über „Tatort: Doppelspiel“

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Christoph Fromm


TV-Tipp für den 29. Januar: Straße der Versuchung

Januar 28, 2024

Arte, 22.40

Straße der Versuchung (Scarlet Street, USA 1945)

Regie: Fritz Lang

Drehbuch: Dudley Nichols

Christopher Cross (Edward G. Robinson) ist ein schüchterner, unglücklich verheirateter Buchhalter und Hobbymaler. Eines Nachts rettet er ‚Lazy Legs‘ Kitty March (Joan Bennett) vor einem Angreifer. Aus einem Gespräch voller Flunkereien, ergibt sich eine Beziehung und Cross beginnt mit dem Straßenmädchen ein neues Leben aufzubauen. Dummerweise hat Marchs Freund/Zuhälter Johnny Prince (Dan Duryea) andere Pläne.

TV-Premiere. Tiefstschwarzer Noir-Klassiker, der 1950 in Deutschland in einer um zwölf Minuten gekürzten Fassung gezeigt wurde. Erst 1982 lief im Kino die ungekürzte Fassung.

Nach „Gefährliche Begegnung“ (The Woman in the Window, USA 1944) erzählt Fritz Lang, wieder mit Edward G. Robinson und Joan Bennett (und Dan Duryea ist auch dabei), eine ähnliche Geschichte über einen braven Kleinbürger in den Fängen einer Femme Fatale.

Langs Film ist ein Remake von Jean Renoirs „Die Hündin“ (La Chienne, 1931), einer Verfilmung von Georges de la Fouchardières Roman „Die Hündin“ und André Mouezy-Eons darauf basierendem Theaterstück.

Mit Edward G. Robinson, Joan Bennett, Dan Duryea, Margaret Lindsay, Rosalind Ivan, Samule S. Hinds, Jess Barker

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Straße der Versuchung“

Wikipedia über „Straße der Versuchung“ (deutsch, englisch)

Senses of Cinema: Dan Shaw über Fritz Lang

Manhola Dargis: Making Hollywood Films Was Brutal, Even for Fritz Lang (New York Times, 21. Januar 2011)

Meine Besprechung von Fritz Langs “Du und ich” (You and me, USA 1938)

Meine Besprechung von Fritz Langs “Auch Henker sterben” (Hangman also die, USA 1943)

Meine Besprechung von Fritz Langs Graham-Greene-Verfilmung „Ministerium der Angst“ (Ministry of Fear, USA 1945)

Meine Besprechung von Astrid Johanna Ofner (Hrsg.): Fritz Lang – Eine Retrospektive der Viennale und des Österreichischen Filmmuseums (2012 – Sehr empfehlenswert!)

Fritz Lang in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Jon J Muths „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (M, 1990/2008, der Comicversion von Fritz Langs Film)


TV-Tipp für den 28. Januar: Der Mann, der niemals lebte

Januar 27, 2024

Arte, 21.50

Der Mann, der niemals lebte (Body of Lies, USA 2008)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: William Monahan

LV: David Ignatius: Body of Lies, 2007 (Der Mann, der niemals lebte)

CIA-Agent Roger Ferris fahndet im Nahen Osten nach einer islamistischen Terrorzelle. Als sie nicht weiterkommen, hecken Ferris und sein in Washington, D. C., sitzender Chef einen verwegenen Plan aus.

Okayer, schrecklich ausgewogener, realistischer Polit-Thriller, bei dem man nie den Eindruck los wird, dass hier alle unter ihren Möglichkeiten bleiben. Außerdem ist das Ende enttäuschend.

David Ignatius gefällt die Verfilmung.

mit Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Oscar Isaac

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Mann, der niemals lebte“

Wikipedia über „Der Mann, der niemals lebte“ (deutsch, englisch)

Hollywood Hills: Interview mit David Ignatius über die Verfilmung (Teil 1, Teil 2)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ (The Martian, USA 2015)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“ (All the Money in the World, USA 2017)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „The Last Duel“ (The Last Duel, USA 2021)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „House of Gucci“ (House of Gucci, USA 2021)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Napoleon“ (Napoleon, USA 2023)


TV-Tipp für den 27. Januar: Die üblichen Verdächtigen

Januar 26, 2024

ZDFneo, 23.35

Die üblichen Verdächtigen (The usual Suspects, USA 1995)

Regie: Bryan Singer

Drehbuch: Christopher McQuarrie

„Wer ist Keyser Soze?“ fragen sich einige nur scheinbar zufällig in eine Gefängniszelle eingesperrte Verbrecher und, nach einem Massaker im Hafen von San Pedro, auch ein Zollinspektor. Er lässt sich von dem einzigen Überleben erzählen, wie es zu dem Blutbad im Hafen kam.

Nach zwei Stunden gibt es die überraschende Enthüllung. Heute dürfte das Ende bekannt sein.

„Einer der intelligentesten Thriller des Jahres.“ (Fischer Film Almanach 1997)

McQuarries Drehbuch erhielt unter anderem den Edgar und den Oscar.

Mit Kevin Spacey, Chazz Palminteri, Stephen Baldwin, Gabriel Byrne, Benicio Del Toro, Kevin Pollak, Pete Postlethwaite, Suzy Amis, Giancarlo Esposito, Dan Hedaya, Paul Bartel, Louis Lombardi

Wiederholung: Sonntag, 28. Januar, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die üblichen Verdächtigen“

Wikipedia über “Die üblichen Verdächtigen” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bryan Singers „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ (X-Men: Days of Future Past, USA 2014)

Meine Besprechung von Bryan Singers „X-Men: Apocalypse“ (X-Men: Apocalypse, USA 2016)

Meine Besprechung von Bryan Singer/Dexter Fletchers „Bohemian Rhapsody“ (Bohemian Rhapsody, USA 2018)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Rouge Nation“ (Mission Impossible: Rouge Nation, USA 2015)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Fallout“ (Mission: Impossible – Fallout, USA 2018)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil eins“ (Mission: Impossible – Dead Reckoning Part One, USA 2023)


TV-Tipp für den 26. Januar: State of Play – Stand der Dinge

Januar 25, 2024

3sat, 22.25

State of Play – Der Stand der Dinge (State of Play, USA/Großbritannien 2009)

Regie: Kevin Macdonald

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)

In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.

Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief (und mal wiederholte werden könnte), ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend konnte Hollywood sich 2009 einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.

Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.

Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.

mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis

Hinweise

Rotten Tomatoes über „State of Play“

Wikipedia über „State of Play“ (deutsch, englisch)

Tony Macklin vergleicht Original und Kopie (und hält das Original für etwas besser)

Meine Besprechung von David Yates‘ TV-Serie „State of Play – Mord auf Seite Eins (State of Play, Großbritannien 2003, nach einem Buch von Paul Abbott)

Mene Besprechung von Kevin Macdonalds „Black Sea“ (Black Sea, USA/Großbritannien/Russland 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „Home Sweet Home – Wo das Böse wohnt“, da lässt du dich nicht nieder

Januar 25, 2024

Der Trailer und auch die ersten Minuten des Films zeigen es nicht. „Home Sweet Home – Wo das Böse wohnt“ ist ein One-Take-Film. Der Trailer wurde notgedrungen auf einige spannende Momente geschnitten. Beim Film sind die Einblendungen von schwarzen Tafeln mit Text vollkommen überflüssig und ärgerlich. Es sind Schnitte in einem Film, der ohne Schnitte gedreht wurde. Denn Thomas Sieben inszenierte einen technisch gelungenen One-Take-Horrorfilm mit einer überraschenden Traumsequenz im Film – und Nachbearbeitungen von Bild und Ton im Studio.

Die hochschwangere Maria (Nilam Farooq) trifft gerade im einsam gelegenen Landhaus ihres Verlobten Viktor und seiner Familie ein. Viktor (David Kross) will später eintreffen. Sein Vater (Justus von Dohnányi), ein Arzt, wohnt in der Nähe.

Wenige Minuten nach ihrer Ankunft und einem Gespräch mit dem sich merkwürdig verhaltendem Nachbarn, fällt im Haus das Licht aus. Sie fühlt sich beobachtet und entdeckt im Keller ein geheimnisvolles Zimmer.

Während sie noch versucht herauszufinden, was in dem Haus vor sich geht und welches Geheimnis Viktors Familie vor ihr verbergen will, denken gestandene Horrorfilmfans sofort an „Rosemaries Baby“. Daran ändern auch ein immer wieder kurz im Bildhintergrund auftauchender Geist und die mit der deutschen Kolonialvergangenheit verknüpfte Geschichte von Viktors Familie nichts. Dieser Teil der deutschen Geschichte ist im Horrorfilm thematisches Neuland. In „Home Sweet Home“ wird sie allerdings eher beliebig eingesetzt als krude Inspiration für eine Erklärung des Verhaltens einiger Männer und für Bilder von brennenden Hütten.

Die darum erzählte Geschichte ist dann arg vorhersehbarer Horrorstoff, – mit einer ziemlich abstrusen Erklärung.

Home Sweet Home – Wo das Böse wohnt (Deutschland 2023)

Regie: Thomas Sieben

Drehbuch: Thomas Sieben

mit Nilam Farooq, David Kross, Justus von Dohnányi, Olga von Luckwald, Fatoni, Karl Schaper, Sven Habermann

Länge: 83 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Filmportal über „Home Sweet Home“

Moviepilot über „Home Sweet Home“

Rotten Tomatoes über „Home Sweet Home“

Meine Besprechung von Thomas Siebens „Staudamm“ (Deutschland 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Alexander Paynes „The Holdovers“

Januar 25, 2024

Das Plakat und die Bilder sehen aus, als würde man einen verschollenen Film aus den frühen siebziger Jahren sehen. Einen dieser New-Hollywood-Filme, in denen schräge Charaktere, ihre Gefühle und ihr Hadern mit der Welt wichtiger als eine handlungsgetriebene Geschichte sind. Aber es ist ein neuer Film, der jetzt für fünf Oscars nominiert wurde. In den Kategorien Bester Film, Bestes Drehbuch (David Hemingson), Bester Hauptdarsteller (Paul Giamatti), Beste Nebendarstellerin (Da’Vine Joy Randolph) und Bester Schnitt (Kevin Tent) könnte er den Preis erhalten.

Ich denke zwar nicht, dass „The Holdovers“ viele Oscars, falls überhaupt welche, gewinnt. Dafür tendiert die allgemeine Stimmung zu sehr zu anderen Filmen. Vor allem natürliche zu „Oppenheimer“, Christopher Nolans Verbindung von Biopic, Arthaus und Mainstream, für die es viel Lob von Kritikern und ein begeisteres Publikum gab. Aber verdient hätte Alexander Paynes nostalgisch verklärte, Weihnachten 1970 spielende Geschichte sie schon.

Professor David Hunham (Paul Giamatti) ist ein allein auf dem Schulgelände des in Neuengland liegenden Elite-Internats Barton Academy lebender und bei seinen Schülern verhasster Lehrer für alte Geschichte. Für ihn sind die Weihnachtsferien nur eine Gelegenheit, den Schülern mehr Hausaufgaben aufzugeben. Sie haben jetzt ja zwei Wochen Zeit, die Aufgaben zu erledigen. Dieses Jahr fällt ihm die undankbare Aufgabe zu, auf die wenigen Schüler aufzupassen, die die Weihnachtsferien in der Schule verbringen müssen.

Nach einigen Tagen holt der Vater von einem der Schüler sie, mit dem Einverständnis der Eltern, ab. Nur Angus Tully (Demonic Sessa), dessen Mutter nicht erreichbar ist, muss im Internat bleiben. Zusammen mit Hunham, der Köchin Mary Lamb (Da’Vine Joy Randolph), die über ihren in Vietnam gefallenen Sohn trauert und keine Lust auf familiäre Weihnachtsfeierlichkeiten hat, und dem fast unsichtbaren, immer wieder die Wege vom Schnee befreienden Hausmeister Danny (Naheem Garcia).

Die aus einem miesepetrigen Professor, einer trauernden Köchin und einem aufsässigem Schüler bestehende Notgemeinschaft versucht nun inner- und außerhalb der Schule das Beste aus den Weihnachtstagen zu machen.

Was soll ich sagen? Die Schauspieler sind gut. Die Ausstattung, die Kamera, die Musik ebenso. Das Erzähltempo ist genau richtig. Alexander Paynes hat mal wieder, bis auf das etwas abrupte Ende, alles richtig gemacht.

The Holdovers (The Holdovers, USA 2023)

Regie: Alexander Payne

Drehbuch: David Hemingson

mit Paul Giamatti, Dominic Sessa, Da’Vine Joy Randolph, Carrie Preston, Brady Hepner, Ian Dolley, Jim Kaplan, Michael Provost, Andrew Garman, Naheem Garcia

Länge: 134 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „The Holdovers“

Metacritic über „The Holdovers“

Rotten Tomaotes über „The Holdovers“

Wikipedia über „The Holdovers“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ (The Descendants, USA 2011, mit George Clooney)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „Nebraska“ (Nebraska, USA 2013)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „Downsizing“ (Downsizing, USA 2017)

Alexander Payne in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 25. Januar: Swimming Pool

Januar 24, 2024

RBB, 20.15

Swimming Pool (Swimming Pool, Frankreich/Großbritannien 2003)

Regie: François Ozon

Drehbuch: François Ozon, Emmanuele Bernheim

Sommer in Frankreich: eine erfolgreiche britische Krimiautorin versucht in dem Landhaus ihres Verlegers ihre Schreibblockade zu überwinden. Da taucht die quirlige zwanzigjährige Tochter des Verlegers auf – und mit der Ruhe ist es vorbei. Auch mit der Schreibblockade?

Erotikthriller, der normalerweise zu nächtlicher Stunde läuft.

„Eine souveräne Fingerübung, nicht mehr, aber auch nicht weniger.“ (Michael Meyns, Zitty 17/2003)

mit Charlotte Rampling, Ludivine Sagnier, Charles Dance, Marc Fayolle

Wiederholung: Samstag, 27. Januar, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Swimming Pool“ (gefühlte Temperatur: 83 Grad)

Wikipedia über „Swimming Pool“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Francois Ozons “In ihrem Haus” (Dans la Maison, Frankreich 2012)

Meine Besprechung von Francois Ozons ”Jung & Schön” (Jeune & jolie, Frankreich 2013)

Meine Besprechung von Francois Ozons „Eine neue Freundin“ (Une nouvelle amie, Frankreich 2014)

Meine Besprechung von François Ozons „Frantz“ (Frantz, Deutschland/Frankreich 2016)

Meine Besprechung von François Ozons „Der andere Liebhaber“ (L’Amant Double, Frankreich/Belgien 2017)

Meine Besprechung von François Ozons „Gelobt sei Gott“ (Grâce à Dieu, Frankreich 2019)

Meine Besprechung von François Ozons „Alles ist gutgegangen“ (Tout s’est bien passé, Frankreich 2021)

Meine Besprechung von François Ozons „Peter von Kant“ (Peter von Kant, Frankreich 2022)

Meine Besprechung von François Ozons „Mein fabelhaftes Verbrechen“ (Mon Crime, Frankreich 2023)


Über die Fantasy-Krimi-Komödie „Der Spurenfinder“ von Johanna, Luise und Marc-Uwe Kling

Januar 24, 2024

Marc-Uwe Kling ist ein Lügner.

Jahrelang erzählte er uns, er sei ein schluffiger, erfolgloser, in den Tag hineinlebender, mit einem Känguru zusammen lebender Kleinkünstler.

Angesichts seines Outputs – unter anderem vier Känguru-Bücher, zwei Känguru-Comics, zwei Känguru-Filme, zwei Science-Fiction-Romane – war das schon länger zweifelhaft.

Jetzt erfahren wir, dass er Vater von zwölfjährigen Zwillingen (schon wieder die „zwei“) ist.

Wahrscheinlich erfahren wir demnächst, dass er nicht in Kreuzberg, sondern in Kladow in einem Reihenhaus lebt und jeden Sonntag (soviel Widerstand gegen die samstags singenden Rasenmäher muss sein) den Rasen mäht.

Doch bis dahin können wir uns mit seinem neuen Roman „Der Spurenfinder“, geschrieben von Marc-Uwe Kling, zusammen mit seinen Töchtern Johanna und Luise, beschäftigten. Es ist eine „Fantasy-Krimi-Komödie“ die einem Mittelalter-Fantasy-Land spielt. Elos von Bergen, der titelgebende Spurensucher, ist der Held. Nach zahlreichen Abenteuern, so fing er den Traummörder von Altschwanenberg und löste das Rätsel der Obelisken von Tarnok, lebt er mit seinen Kindern Ada und Naru, zwei zwölfjährige Zwillinge, in Friedhofen zusammen. Es ist ein kleiner, friedlicher, um nicht zu sagen XXXlangweiliger Ort. Das ändert sich, als der Dorfvorsteher ermordet wird und Elos von Bergen beginnt, den Mörder zu suchen. Seine beiden naseweisen Kindern helfen ihm dabei. Zuerst im Dorf. Später, nachdem sie dort nur eine Gestaltwandlerin entdeckten, machen sie sich auf den Weg nach Drachenberg. In der Kaiserstadt, was ein altmodisches Wort für Hauptstadt ist, hoffen sie den Mörder und das Motiv für den Mord zu finden. Zunächst stolpern sie allerdings in Palastintrigen und den Kampf um die Herrschaft über das Reich.

In dem Moment in dem sie Friedhofen verlassen, wird aus dem auf dem Cover angeteasertem Rätselkrimi eine altmodische Abenteuergeschichte, in der Marc-Uwe Klings bekannter Humor nur noch in homöopatischen Dosen vorkommt. Bei der Beschreibung von Friedhofen und dem Beginn der Mördersuche ist er reichlich vorhanden. Die Erlebnisse das Vater-Sohn-Tochter-Trio auf der Reise und in Drachenberg sind dann nicht mehr so witzig. Stattdessen werden in der zweiten Hälfte des Romans aus Abenteuer- und Fantasy-Geschichten bekannte Handlungselemente formelhaft aneinandergereiht. Die Gags wiederholen sich, bis sie zu nicht mehr witzigen Running Gags werden. Das macht „Der Spurenfinder“ zu Klings langweiligstem Buch.

Marc-Uwe Kling/Johanna & Luise Kling: Der Spurenfinder

(mit Illustrationen von Bernd Kissel)

Ullstein, 2023

336 Seiten

19,99 Euro

Hinweise

Wikipedia über Marc-Uwe Kling

Homepage von Marc-Uwe Kling

Meine Besprechung von Dani Levys Marc-Uwe-Kling-Verfilmung „Die Känguru-Chroniken“ (Deutschland 2020) und der Vorlage(n)

Meine Besprechung von Marc-Uwe Klings „Qualityland“ (2017)

Meine Besprechung von Marc-Uwe Klings „Qualityland 2.0 – Kikis Geheimnis“ (2020)

Meine Besprechung von Marc-Uwe Klings „Die Känguru-Verschwörung“ (Deutschland 2022) (incl. des Storyboard-Comics zum Film)


TV-Tipp für den 24. Januar: One of these days

Januar 23, 2024

Arte, 22.45

One of these days (Deutschland/USA 2020)

Regie: Bastian Günther

Drehbuch: Bastian Günther

Wer am längsten einen blauen Pick-up-Truck mit seiner Hand berührt, gewinnt ihn. In einer texanischen Kleinstadt nehmen zwanzig Menschen an dem Wettbewerb des Autohauses teil.

TV-Premiere. „rabenschwarze Milieustudie“ (Lexikon des internationalen Films)

Ältere Semester erinnern sich an Sydney Pollacks „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“ (They shoot horses, don’t they?) von 1969 und noch ältere oder noir-literarisch interessierte Menschen an Horace McCoys kurzen Noir von 1935. Die Geschichte vom Tanzwettbewerb bis zum Umfallen spielt während der Weltwirtschaftskrise. Das war jetzt eine Empfehlung für einen anderen Film und ein Buch – und die Erinnerung daran, wie wenig sich in den kapitalistischen USA änderte.

Mit Carrie Preston, Joe Cole, Callie Hernandez, Bill Callahan, Cullen Moss

Hinweise

Filmportal über „One of these days“

Rotten Tomatoes über „One of these days“

Wikipedia über „One of these days“

Meine Besprechung von Bastian Günthers „California City“ (Deutschland 2014)


Cover der Woche

Januar 23, 2024

Das Buch gibt es im Moment nur antiquarisch. Die Verfilmung lief zuletzt vor sechs Jahren im Fernsehen.


Die Oscar-Nominierungen 2024

Januar 23, 2024

Wer darf am 10. März eine der begehrten Oscar-Trophäen der Academy of Motion Picture Arts and Sciences mit nach Hause nehmen?

Auf den ersten Blick gibt es bei der jetzt veröffentlichten Liste der Oscar-Nominierungen keine großen Überraschungen. In allen Kategorien gibt es starke Nominierungen. Erfreulich sind – aus deutscher Sicht – die gute Chance, den Oscar für den besten internationalen Film zu erhalten. Drei der fünf in dieser Kategorie nominierten Filme sind ‚deutsche Filme‘: „Das Lehrerzimmer“ ist eine deutsche Produktion und wurde von Deutschland eingereicht. „Perfect Days“ wurde von Japan eingereicht. Gedreht wurde mit japanischen Schauspielern in Japan. Aber Wim Wenders führte die Regie. „The Zone of Interest“ (Kinostart: 29. Februar) wurde von Großbritannien eingereicht. Aber er schildert – beeindruckend – das Leben des Kommandanten des Vernichtungslagers Auschwitz und seiner Familie (ein deutscheres Thema gibt es nicht) und Regisseur Jonathan Glazer inszenierte den Film auf deutsch. Ich würde hier auf die perfekten Tage von Wim Wenders tippen.

Das in vielen Kategorien nominierte Drama „Oppenheimer“ dürfte etliche Oscars erhalten. Unter anderem den Oscar für den besten Film, die beste Regie, das beste Drehbuch (wobei hier die Konkurrenz sehr stark ist) und für den besten Schauspieler. „The Holdovers“ (läuft Donnerstag an) und „Poor Things“ dürften dagegen öfter Pech haben.

Aber ich irre mich öfter und am Ende sammeln „Barbie“ und „Poor Things“ die Oscars ein.

Im Rennen um die diesjährigen Oscars sind:

Best Picture

Nominees

American Fiction (Ben LeClair, Nikos Karamigios, Cord Jefferson und Jermaine Johnson, Producers)

Anatomy of a Fall (Marie-Ange Luciani und David Thion, Producers)

Barbie (David Heyman, Margot Robbie, Tom Ackerley und Robbie Brenner, Producers)

The Holdovers (Mark Johnson, Producer)

Killers of the Flower Moon (Dan Friedkin, Bradley Thomas, Martin Scorsese und Daniel Lupi, Producers)

Maestro (Bradley Cooper, Steven Spielberg, Fred Berner, Amy Durning und Kristie Macosko Krieger, Producers)

Oppenheimer (Emma Thomas, Charles Roven und Christopher Nolan, Producers)

Past Lives (David Hinojosa, Christine Vachon und Pamela Koffler, Producers)

Poor Things (Ed Guiney, Andrew Lowe, Yorgos Lanthimos und Emma Stone, Producers)

The Zone of Interest (James Wilson, Producer)

Directing

Nominees

Anatomy of a Fall (Justine Triet)

Killers of the Flower Moon (Martin Scorsese)

Oppenheimer (Christopher Nolan)

Poor Things (Yorgos Lanthimos)

The Zone of Interest (Jonathan Glazer)

Writing (Original Screenplay)

Nominees

Anatomy of a Fall (Screenplay – Justine Triet und Arthur Harari)

The Holdovers (Written by David Hemingson)

Maestro (Written by Bradley Cooper & Josh Singer)

May December (Screenplay by Samy Burch; Story by Samy Burch & Alex Mechanik

Past Lives (Written by Celine Song)

Writing (Adapted Screenplay)

Nominees

American Fiction (Written for the screen by Cord Jefferson)

Barbie (Written by Greta Gerwig & Noah Baumbach)

Oppenheimer (Written for the screen by Christopher Nolan)

Poor Things (Screenplay by Tony McNamara)

The Zone of Interest (Written by Jonathan Glazer)

International Feature Film

Nominees

Io Capitano (Italy)

Perfect Days (Japan)

Society of the Snow (Spain)

The Teachers‘ Lounge (Das Lehrerzimmer) (Germany)

The Zone of Interest (United Kingdom)

Animated Feature Film

Nominees

The Boy and the Heron (Der Junge und der Reiher) (Hayao Miyazaki und Toshio Suzuki)

Elemental (Peter Sohn und Denise Ream)

Nimona (Nick Bruno, Troy Quane, Karen Ryan und Julie Zackary)

Robot Dreams (Pablo Berger, Ibon Cormenzana, Ignasi Estapé und Sandra Tapia Díaz)

Spider-Man: Across the Spider-Verse (Kemp Powers, Justin K. Thompson, Phil Lord, Christopher Miller und Amy Pascal)

Actor in a Leading Role

Nominees

Bradley Cooper (Maestro)

Colman Domingo (Rustin)

Paul Giamatti (The Holdovers)

Cillian Murphy (Oppenheimer)

Jeffrey Wright (American Fiction)

Actor in a Supporting Role

Nominees

Sterling K. Brown (American Fiction)

Robert De Niro (Killers of the Flower Moon)

Robert Downey Jr. (Oppenheimer)

Ryan Gosling (Barbie)

Mark Ruffalo (Poor Things)

Actress in a Leading Role

Nominees

Annette Bening (Nyad)

Lily Gladstone (Killers of the Flower Moon)

Sandra Hüller (Anatomy of a Fall)

Carey Mulligan (Maestro)

Emma Stone (Poor Things)

Actress in a Supporting Role

Nominees

Emily Blunt (Oppenheimer)

Danielle Brooks (The Color Purple)

America Ferrera (Barbie)

Jodie Foster (Nyad)

Da’Vine Joy Randolph (The Holdovers)

Cinematography

Nominees

El Conde (Edward Lachman)

Killers of the Flower Moon (Rodrigo Prieto)

Maestro (Matthew Libatique)

Oppenheimer (Hoyte van Hoytema)

Poor Things (Robbie Ryan)

Costume Design

Nominees

Barbie (Jacqueline Durran)

Killers of the Flower Moon (Jacqueline West)

Napoleon (Janty Yates und Dave Crossman)

Oppenheimer (Ellen Mirojnick)

Poor Things (Holly Waddington)

Film Editing

Nominees

Anatomy of a Fall (Laurent Sénéchal)

The Holdovers (Kevin Tent)

Killers of the Flower Moon (Thelma Schoonmaker)

Oppenheimer (Jennifer Lame)

Poor Things (Yorgos Mavropsaridis)

Makeup and Hairstyling

Nominees

Golda (Karen Hartley Thomas, Suzi Battersby und Ashra Kelly-Blue)

Maestro (Kazu Hiro, Kay Georgiou und Lori McCoy-Bell)

Oppenheimer (Luisa Abel)

Poor Things (Nadia Stacey, Mark Coulier und Josh Weston)

Society of the Snow (Ana López-Puigcerver, David Martí und Montse Ribé)

Music (Original Score)

Nominees

American Fiction (Laura Karpman)

Indiana Jones and the Dial of Destiny (John Williams)

Killers of the Flower Moon (Robbie Robertson)

Oppenheimer (Ludwig Göransson)

Poor Things (Jerskin Fendrix)

Music (Original Song)

Nominees

The Fire Inside – from Flamin‘ Hot; Music and Lyric by Diane Warren

I’m Just Ken – from Barbie; Music and Lyric by Mark Ronson and Andrew Wyatt

It Never Went Away – from American Symphony; Music and Lyric by Jon Batiste and Dan Wilson

Wahzhazhe (A Song For My People) – from Killers of the Flower Moon; Music and Lyric by Scott George

What Was I Made For? – from Barbie; Music and Lyric by Billie Eilish and Finneas O’Connell

Production Design

Nominees

Barbie (Production Design: Sarah Greenwood; Set Decoration: Katie Spencer)

Killers of the Flower Moon (Production Design: Jack Fisk; Set Decoration: Adam Willis)

Napoleon (Production Design: Arthur Max; Set Decoration: Elli Griff)

Oppenheimer (Production Design: Ruth De Jong; Set Decoration: Claire Kaufman)

Poor Things (Production Design: James Price and Shona Heath; Set Decoration: Zsuzsa Mihalek)

Sound

Nominees

The Creator (Ian Voigt, Erik Aadahl, Ethan Van der Ryn, Tom Ozanich und Dean Zupancic)

Maestro (Steven A. Morrow, Richard King, Jason Ruder, Tom Ozanich und Dean Zupancic

Mission: Impossible – Dead Reckoning Part One (Chris Munro, James H. Mather, Chris Burdon und Mark Taylor)

Oppenheimer (Willie Burton, Richard King, Gary A. Rizzo und Kevin O’Connell)

The Zone of Interest (Tarn Willers und Johnnie Burn)

Visual Effects

Nominees

The Creator (Jay Cooper, Ian Comley, Andrew Roberts und Neil Corbould)

Godzilla Minus One (Takashi Yamazaki, Kiyoko Shibuya, Masaki Takahashi und Tatsuji Nojima)

Guardians of the Galaxy Vol. 3 (Stephane Ceretti, Alexis Wajsbrot, Guy Williams und Theo Bialek)

Mission: Impossible – Dead Reckoning Part One (Alex Wuttke, Simone Coco, Jeff Sutherland und Neil Corbould)

Napoleon (Charley Henley, Luc-Ewen Martin-Fenouillet, Simone Coco und Neil Corbould)

Animated Short Film

Nominees

Letter to a Pig (Tal Kantor und Amit R. Gicelter)

Ninety-Five Senses (Jerusha Hess und Jared Hess)

Our Uniform (Yegane Moghaddam)

Pachyderme (Stéphanie Clément und Marc Rius)

WAR IS OVER! Inspired by the Music of John & Yoko (Dave Mullins und Brad Booker)

Live Action Short Film

Nominees

The After (Misan Harriman und Nicky Bentham)

Invincible (Vincent René-Lortie und Samuel Caron)

Knight of Fortune (Lasse Lyskjær Noer und Christian Norlyk)

Red, White and Blue (Nazrin Choudhury und Sara McFarlane)

The Wonderful Story of Henry Sugar (Wes Anderson und Steven Rales)

Documentary Feature Film

Nominees

Bobi Wine: The People’s President (Moses Bwayo, Christopher Sharp und John Battsek)

The Eternal Memory

Four Daughters (Kaouther Ben Hania und Nadim Cheikhrouha)

To Kill a Tiger (Nisha Pahuja, Cornelia Principe und David Oppenheim)

20 Days in Mariupol (Mstyslav Chernov, Michelle Mizner und Raney Aronson-Rath)

Documentary Short Film

Nominees

The ABCs of Book Banning (Sheila Nevins und Trish Adlesic)

The Barber of Little Rock (John Hoffman und Christine Turner)

Island in Between (S. Leo Chiang und Jean Tsien)

The Last Repair Shop (Ben Proudfoot und Kris Bowers)

Nǎi Nai & Wài Pó (Sean Wang und Sam Davis)