Neu im Kino/Filmkritik: Über Denis Villeneuves Verfilmung der ersten Hälfte von Frank Herberts „Dune“

September 16, 2021

Als Warner Bros. Pictures im Dezember 2020 ankündigte, dass sie in den USA „Dune“ und weitere Blockbuster gleichzeitig im Kino und auf ihrem Streamingportal HBO Max veröffentlichen würden, war „Dune“-Regisseur Denis Villeneuve verärgert. Er befürchtete, dass dieser Schritt weitere „Dune“-Kinofilme verhindere.

Damals klang das nach dem Gefühlsausbruch eines gekränkten Regisseurs, der seine Filme lieber im Kino sieht. Heute wissen wir, dass er das auch sagte, weil er in „Dune“ nur die erste Hälfte von Frank Herberts achthundertseitigem SF-Klassiker „Dune – Der Wüstenplanet“ verfilmt hat. Sein Film endet nach hundertfünfzig Minuten einfach mitten in der Geschichte. Das Ende gibt es dann in ein, zwei Jahren und einen dritten „Dune“-Film, der auf „Der Herr des Wüstenplaneten“ (Dune Messiah, 1969) basieren soll, später. Falls es nicht dazu kommt, hat man mit „Dune“ einen halben Film gesehen. Und, ja, ich meine das genau so, wie ich es sage: „Dune“ ist wie ein „Tatort“, den man nach 45 Minuten anhält. Wobei der Vergleich mit Robert Schwentkes „Die Bestimmung – Allegiant“ (The Divergent Series: Allegiant, USA 2016) treffender wäre. Das war die erste Hälfte des zweiteiligen Finales einer vierteiligen Young-Adult-Dystopie, von der der Abschluss des Finales nie gedreht wurde. Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Auch weil bis jetzt noch nicht bekannt ist, ob es „Dune: Part Two“ geben wird.

Immerhin führt die schon lange vor dem Dreh gefällte Entscheidung, „Dune – Der Wüstenplanet“ in zwei Filmen zu erzählen, dazu, dass Villeneuve viel Zeit hat, die Geschichte zu erzählen. Nämlich, wenn der zweite Teil wieder hundertfünfzig Minuten lang ist, gut fünf Stunden. Er kann also in aller Ruhe Figuren, Konflikte und Themen einführen. Er kann, immerhin soll „Dune“ der Auftakt einer Trilogie sein, das alles so einführen, das es bereits im ersten Film Hinweise auf Entwicklungen gibt, die erst im zweiten oder dritten Film wichtig werden. Genau das scheint Villeneuve mit dem aus der Perspektive der Fremen erzähltem Prolog zu beabsichtigen. Es wird, so der erste Eindruck, nicht die Geschichte von Paul Atreides sondern die der Fremen erzählt. In den nächsten Minuten ändert sich das. Die ersten vierzig Minuten spielen auf dem Wasserplaneten Caladan, dem alten Sitz des Hauses Atreides. Die nächsten fünfzig Minuten spielen dann auf Arrakis, dem neuen Sitz des Hauses Atreides, dem Wüstenplanet. Diese neunzig Minuten sind vor allem eine Einführung der Welt, in der die Geschichte spielt und der wichtigen Figuren. Villeneuve folgt hier zwar Herberts Buch, aber er präsentiert den Protagonisten Paul Atreides (Timothée Chalamet), der schon auf Caladan Visionen von einer in der Wüste lebenden, für ihn wichtigen, jetzt aber noch unbekannten Frau hat und der der Auserwählte ist, seinen Vater Leto Atreides (Oscar Isaac), einem besonnenem Herrscher, und seine Mutter Jessica Atreides (Rebecca Ferguson), einer Bene Gesserit, und die verschiedenen Konflikte so, dass sie nachvollziehbar sind. Besonders wichtig ist der Konflikt mit dem Haus der Harkonnen. Sie sind die bisherigen Kolonialherren von Arrakis und sie wollen den Planeten wieder in ihren Besitz bringen. Auf dem Planeten gibt es das Gewürz, auch Melange oder Spice genannt. Es ist gleichzeitig eine Bewusstseinserweiternde Droge und der Treibstoff für die Raumschiffe. Deshalb ist die Herrschaft über den Wüstenplaneten eine Lizenz zum Gelddrucken.

Die Harkonnen sind die bösen Bösewichter, die als Kolonialherren despotische Unterdrücker waren. Um wieder die Herren über den Planeten zu werden, ermorden sie Leto Atreides und fast alle seine Gefolgsleute.

Paul und seine Mutter flüchten in die Wüste, wo die Fremen leben.

Ab diesem Moment wird der Film zu einer länglichen Abfolge von Episoden, die die Handlung nicht erkennbar voranbringen. Wer das Buch kennt und weiß, wie die Geschichte endet, ist hier im Vorteil. Denn nachdem Villeneuve in der ersten Hälfte des Films die Romanhandlung intelligent auf die Leinwand übertrug, klebt er nach Leto Atreides‘ Tod zu sehr an der episodenhaften Romanhandlung. Ein Thema ist nicht mehr erkennbar. Der den Roman bestimmende Konflikt mit den Harkonnen über die Herrschaft über den Wüstenplaneten verschwindet hier, wie im Roman, aus der Geschichte.

Auffallend ist in dem Moment auch das überkommene Frauenbild des 1965 erschienenen Romans, das hier bruchlos in den Film übertragen wird. Pauls Mutter Jessica Atreides, die ein Mitglied des einflussreichen Frauenordens der Bene Gesserit ist und die deshalb über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt, ist jetzt nur noch ein hilfsbedürftiges Anhängsel von Paul, der sie aus gefährlichen Situationen retten muss und gefährliche Situationen allein meistert. Und die Filmgeschichte ähnelt immer mehr „Lawrence von Arabien“ mit Paul als Retter der Fremen. Aber das ist dann die Geschichte des zweiten „Dune“-Films.

Villeneuve erzählt diese Geschichte, wie schon in seinem vorherigem Film „Blade Runner 2049“, mit teilweise enervierender, prätentiöser Langsamkeit. Natürlich sind die Bilder von dem Wüsten- und dem Wasserplaneten überwältigend. Die Präsentieraufmärsche der Soldaten sind, wie in den „Star Wars“-Filmen, zweckfrei, aber schön anzusehen. Und die Räume, durch die die Menschen gehen müssen, sind oft verschwenderisch groß. Das weckt auch immer wieder Erinnerungen an diverse Bibel-Filme; vielleicht auch weil Paul Atreides der Auserwählte, der Messias, ist,

In jedem Bild ist ein Übermaß an Respekt vor der Vorlage zu spüren. Villeneuve kürzte nicht herzhaft, setzte keine eigenen Schwerpunkte oder veränderte Perspektiven (was hätte aus „Dune“ für ein Film werden können, wenn Villeneuve die gesamte Geschichte aus der Perspektive der Fremen erzählt hätte!). Stattdessen folgt er Frank Herberts Geschichte fast schon sklavisch.

Trotz guter Momente, guter Schauspieler (teils nur in Minirollen), imposanter, für das Kino komponierter Bilder und einer guten ersten Hälfte, ist „Dune“ letztendlich ein enttäuschendes Werk. Das liegt allerdings nicht an der Vorlage, sondern an dem fehlendem Mut, die Geschichte aus den Sechzigern (wo sie mit ihrer Ideologie und ihren Bezügen steht) in die Gegenwart zu bringen und für den Film umfassend umzuarbeiten. Denn so wahnsinnig komplex, wie immer wieder behauptet wird, ist der Roman nicht.

Stattdessen gibt es eine viel zu ehrfurchtsvolle Bebilderung der ersten Hälfte des Romans.

Dune (Dune, USA 2021)

Regie: Denis Villeneuve

Drehbuch: Denis Villeneuve, Jon Spaihts, Eric Roth

LV: Frank Herbert: Dune, 1965 (Dune – Der Wüstenplanet)

mit Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Oscar Isaac, Jason Momoa, Stellan Skarsgård, Stephen McKinley Henderson, Josh Brolin, Javier Bardem, Sharon Duncan-Brewster, Chang Chen, Dave Bautista, David Dastmalchian, Zendaya, Charlotte Rampling, Babs Olusanmokun, Benjamin Clementine

Länge: 156 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage

Frank Herbert: Dune – Der Wüstenplanet

(übersetzt von Jakob Schmidt)

Heyne, 2020 (die Filmausgabe)

800 Seiten

12,99 Euro

Zum Filmstart erschien der Roman mit einem neuen Cover.

Vor dem Filmstart erschien der Roman bereits in mehreren Übersetzungen.

Originalausgabe

Dune

Chilton Books, 1965

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Dune“

Metacritic über „Dune“

Rotten Tomatoes über „Dune“

Wikipedia über „Dune“ (2021) (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Enemy“ (Enemy, Kanada/Spanien 2013)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Sicario“ (Sicario, USA 2015) und der DVD und des Soundtracks

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Arrival“ (Arrival, USA 2016)

Meine Besprechung von Frank Herberts „Dune – Der Wüstenplanet“ (Dune, 1965)


Über Frank Herberts „Dune – Der Wüstenplanet“

September 15, 2021

Anläßlich der neuen Verfilmung von Frank Herberts „Dune – Der Wüstenplanet“ habe ich jetzt den Roman gelesen. Als Teenager wer er mit achthundert Seiten eindeutig zu lang. In der gleichen Zeit konnte ich mindestens vier spannende Kriminalromane und ein Jerry-Cotton-Abenteuer lesen. Außerdem interessierten mich irgendwelche Streitigkeiten von Erbmonarchien auf irgendwelchen abgelegenen Wüstenplaneten nicht weiter. Das ging mir schon nach dem Klappentext zu sehr in Richtung Fantasy.

Trotzdem wird dieser Roman immer als Science-Fiction-Roman bezeichnet. 1966 erhielt er den Hugo Award als bester Roman. Schon seit Jahrzehnten gilt er als Science-Fiction-Klassiker und er ist ein niemals vergriffener Bestseller, der in den Sechzigern den Zeitgeist traf.

Die Geschichte dürfte allgemein bekannt sein. Jedenfalls die von dem ersten, inzwischen mehrfach verfilmten Dune-Roman dürfte bekannt sein. Denn „Dune – Der Wüstenplanet“ war der Auftakt für weitere Romane. In fünf dicken Büchern erzählte Frank Herbert die Geschichte weiter. Nach seinem Tod schrieben sein Sohn Brian und Kevin J. Anderson weitere in der Welt von Dune spielende Romane. In meiner Besprechung von „Dune – Der Wüstenplanet“ und von Denis Villeneuves Verfilmung (demnächst) ignoriere ich die weiteren Werke und damit auch die weiteren Ereignisse und Entwicklungen.

In „Dune – Der Wüstenplanet“ erzählt Frank Herbert die Geschichte von Paul Atreides, der auf dem Wüstenplaneten Arrakis zu Paul Muad’Dib, dem Anführer der Fremen, wird. Die Fremen sind das auf dem Planeten lebende Wüstenvolk. Er führt sie in einen erfolgreichen Aufstand gegen das Haus der Harkonnen, die seinen Vater ermordet und anschließend wieder die Macht über den Planeten über nommen haben. Die Harkonnen sind, kurz gesagt, böse Machthaber. Despoten halt. Arrakis ist ein wichtiger Planet, weil es nur dort das für die Raumfahrt wichtige Gewürz gibt.

Dune – Der Wüstenplanet“ erzählt eine Geschichte von zwei Herrscherhäusern, die sich bekämpfen und einem Messias. Dieser Messias ist aufgrund seiner Zeugung und Zugehörigkeit zu einem Herrscherhaus schon von Geburt an auserwählt. Durch die Art seiner Zeugung wurde er noch auserwählter. Die Geschichte spielt in einer mittelalterlichen Feudalgesellschaft. Es ist eine streng hierarchische Kastengesellschaft, in der jeder von Geburt an eine bestimmte Stellung in der Gesellschaft hat, die er nicht verlassen kann.

Und damit wären wir schon bei einem Problem des Romans. „Dune – Der Wüstenplanet“ ist kein Mittelater-Roman, kein Fantasy-Roman und auch kein in einem Paralleluniversum spielender Roman, sondern ein im elften Jahrhundert spielender Science-Fiction-Roman. Damit wirkt diese Rückkehr in eine Feudalgesellschaft mit Herzögen, Lehnswesen, einflussreichen Bünden (wie den Bene Gesserit, in der Frauen zu so etwas wie kirchliche Superkriegerinnen ausgebildet werden [nicht zu verwechseln mit der katholischen Kirch]) und einer mächtigen Handelsallianz, der MAFEA (Merkantile Allianz für Fortschritt und Entwicklung im All [nicht zu verwechseln mit der Hanse]) doch etwas merkwürdig. In jedem Fall ist es eine Rückkehr ins Mittelalter, garniert mit einigen modernen Einsprengseln, die sich vor allem darin erschöpfen, dass hier Lehnswesen immer ganze Planeten sind und es Raumschiffe gibt.

Gleichzeitig ist „Dune – Der Wüstenplanet“, wie jeder in fremden Welten und Zukünften spielender Science-Fiction-Roman ein Kind seiner Zeit. Und das waren, als Herbert den ersten Dune-Roman schrieb, die frühen sechziger Jahre. Es ist die Welt vor „Raumschiff Enterprise“ (das startete erst 1966), vor ‚1968‘, vor der Friedensbewegung, vor der Frauenbewegung und vor der Ölkrise. Es ist die Welt zwischen Dekolonialisierung – der Algerienkrieg endete 1962 – und dem Aufstieg der 1960 gegründeten OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) zu einer mächtigen Organisation, die in den nächsten Jahren den Ölpreis festlegte. Es erfordert wenig Fantasie, Arrakis mit dem Nahen Osten, das auf ihm gefundene für Gewürz (aka Melange aka Spice aka der für die Raumfahrt sehr wichtige Rohstoff, der nur auf Arrakis gefunden wird) mit Öl, die auf Arrakis lebenden Fremen mit Beduinen, die wechselnden, Arrakis ausbeutenden Herzogtümer mit Kolonialmächten und den 15-jährigen Paul Atreides mit dem aus dem Westen kommendem Befreier (als Kreuzung aus Jesus Christus und Lawrence von Arabien) gleichzusetzen.

Das ist per se kein Problem, weil jedes Buch ein Kind seiner Zeit ist. Allerdings wirkt die in „Dune – Der Wüstenplanet“ erfundene Welt mit ihren Ansichten und Regeln heute äußerst gestrig, um nicht zu sagen vorgestrig.

Ein weiteres Problem von „Dune – Der Wüstenplanet“ ist, dass Frank Herbert kein begnadeter Erzähler ist. Die ganze, doch sehr einfache Geschichte, entwickelt sich sehr zäh, humorfrei und elliptisch. Anstatt die verschiedenen Kämpfe zu zeigen, lässt Herbert lieber Menschen darüber berichten. In einem Roman, in dem auch eingefügte Zeitungsartikel, Berichte und Protokolle, wie James Ellroy in seinen Büchern zeigt, eine ganz eigene Dynamik entfalten können, kann das funktionieren. In einem Film führt das zu einer endlosen Abfolge von Monologen.

Für mich war „Dune – Der Wüstenplanet“ eine arg dröge Lektüre.

Für eine gelungene Verfilmung müsste die Geschichte umfassend umgearbeitet werden. Das geht. Immerhin ist die Geschichte von Paul Atreides nicht so wendungsreich und komplex wie eine James-Ellroy-Geschichte (ich sage nur „L. A. Confidential“). David Lynch scheitert mit seiner Verfilmung des Romans. Denis Villeneuves Verfilmung ist gelungener, aber immer noch viel zu nah an der Vorlage.

Frank Herbert: Dune – Der Wüstenplanet

(übersetzt von Jakob Schmidt)

Heyne, 2020 (die Filmausgabe)

800 Seiten

12,99 Euro

Zum Filmstart erschien der Roman mit einem neuen Cover.

Vor dem Filmstart erschien der Roman bereits in mehreren Übersetzungen.

Originalausgabe

Dune

Chilton Books, 1965

Der erste Kinofilm

Der Wüstenplanet (Dune, USA 1984)

Regie: David Lynch

Drehbuch: David Lynch

LV: Frank Herbert: Dune, 1965 (Dune – Der Wüstenplanet)

Mit Kyle MacLachlan, José Ferrer, Francesca Annis, Jürgen Prochnow, Kenneth McMillan, Silvana Mangano, Dean Stockwell, Max von Sydow, Linda Hunt, Brad Dourif, Sting, Sean Young, Richard Jordan, Sean Phillips, Freddie Jones, Patrick Stewart, Virginia Madsen

Der zweite Kinofilm

Dune (Dune, USA 2021)

Regie: Denis Villeneuve

Drehbuch: Denis Villeneuve, Jon Spaihts, Eric Roth

LV: Frank Herbert: Dune, 1965 (Dune – Der Wüstenplanet)

mit Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Oscar Isaac, Jason Momoa, Stellan Skarsgård, Stephen McKinley Henderson, Josh Brolin, Javier Bardem, Sharon Duncan-Brewster, Chang Chen, Dave Bautista, David Dastmalchian, Zendaya, Charlotte Rampling, Babs Olusanmokun, Benjamin Clementine

Hinweise

Homepage der Dune-Bücher

Wikipedia über Frank Herbert (deutsch, englisch), „Dune – Der Wüstenplanet“ (Roman) und das Dune-Franchise (deutsch, englisch)

 


Cover der Woche

September 14, 2021


TV-Tipp für den 14. September: Der Wüstenplanet

September 13, 2021

Kabel 1, 23.00

Der Wüstenplanet (Dune, USA 1984)

Regie: David Lynch

Drehbuch: David Lynch

LV: Frank Herbert: Dune, 1965 (Dune – Der Wüstenplanet)

Wenige Stunden vor dem Kinostart von Denis Villeneuves neuer Verfilmung von Frank Herberts mit dem Hugo-Award ausgezeichneten SF-Klassiker „Der Wüstenplanet“ kann heute Abend noch einmal David Lynchs mit dem Stinkers Bad Movie Award ausgezeichnete Verfilmung angesehen werden.

Die Story: in der Zukunft wird auf dem Wüstenplaneten Arrakis das für die Gesellschaft wichtige Gewürz (aka Spice) abgebaut. Jetzt soll das Haus Atreides die Gewürzförderung übernehmen. Herzog Leto Atreides fällt einer Intrige durch das Haus Harkonnen zum Opfer. Sein Sohn Paul Atreides flüchtet mit seiner Mutter in die Wüste. Dort wird er der Anführer der Fremen. Gemeinsam ziehen sie in den Kampf gegen die niederträchtigen Harkonnen.

Der Film: Als ich mir den Film vor einigen Tagen wieder ansah, war ich erstaunt, wie schlecht er ist. Lynch rafft einfach das Buch zusammen, was dazu führt, dass die Geschichte vollkommen unverständlich wird. Er inszenierte eine Armee regungslos vor der Kamera stehender sprechender Köpfe. Für eine Big-Budget-Produktion und verglichen mit den Tricks von ungefähr zeitgleich entstandenen Filmen wie „Das Imperium schlägt zurück“, „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“, „Das Ding aus einer anderen Welt“ oder „Blade Runner“ sind die Tricks atemberaubend schlecht. Sogar in einem SF-Film aus den Fünfzigern sind sie überzeugender.

Lynches „Der Wüstenplanet“ ist ein grottenschlechtes Totaldesaster. Humorfreie und prätentiöse auf jeder Ebene. Verglichen mit diesem Film ist Villeneuves Version natürlich besser. Wieviel besser sie ist, werde ich in meiner ausführlichen Besprechung erklären.

Mit Kyle MacLachlan, José Ferrer, Francesca Annis, Jürgen Prochnow, Kenneth McMillan, Silvana Mangano, Dean Stockwell, Max von Sydow, Linda Hunt, Brad Dourif, Sting, Sean Young, Richard Jordan, Sean Phillips, Freddie Jones, Patrick Stewart, Virginia Madsen

Die Vorlage, zum Filmstart mit neuem Cover

Dune Der Wuestenplanet von Frank Herbert

Frank Herbert: Dune – Der Wüstenplanet

(übersetzt von Jakob Schmidt)

Heyne, 2020

800 Seiten

12,99 Euro

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Wüstenplanet“

Wikipedia über „Der Wüstenplanet“ (deutsch, englisch)

Homepage von David Lynch

Meine Besprechung von David Lynchs „Lost Highway“ (Lost Highway, USA 1997)


Cover der Woche

August 24, 2021

Meine aktuelle Lektüre, wegen der demnächst startenden Verfilmung.


TV-Tipp für den 15. Februar: Jodorowsky’s Dune

Februar 14, 2019

Arte, 21.45

Jodorowsky’s Dune (Jodorowsky’s Dune, Frankreich/USA 2013)

Regie: Frank Pavich

Drehbuch: Frank Pavich

Bevor David Lynch Frank Herberts SF-Saga „Der Wüstenplanet“ (Dune, 1965) verfilmte, sollte Alejandro Jodorowsky das Buch verfilmen. Die Verfilmung zerschlug sich. Die Pläne wurden legendär. Die Doku zeigt, warum Jodorowskys „Dune“ einer der großen nie gedrehten Filme ist. Jedenfalls wenn man sich die Ideen, Pläne und Visionen ansieht und anhört.

Aktuell ist Denis Villeneuve mit einer Verfilmung von „Dune“ beauftragt. Die Dreharbeiten sollen im Frühling beginnen und die Liste der Stars, die mitspielen, wird immer länger. Aktuell sind Timothée Chalamet (als Paul Atreides), Rebecca Ferguson, Josh Brolin, Charlotte Rampling, Javier Bardem, Dave Bautista, Stellan Skarsgård und, zuletzt, Josh Brolin dabei. Mit Zendaya und Oscar Isaac wird verhandelt. Einen Starttermin gibt es noch nicht.

Mit Alejandro Jodorowsky, Amanda Lear, Brontis Jodorowsky, Chris Foss, Christian Vander, Devin Faraci, Drew McWeeny, Gary Kurtz, H. R. Giger, Jean-Paul Gibon, Jean-Pierre Vignau, Michel Seydoux, Nicolas Winding Refn, Richard Stanley

Hinweise

Arte über die Doku (in der Mediathek bis zum 16. März)

Rotten Tomatoes über „Jodorowsky’s Dune“

Wikipedia über „Jodorowsky’s Dune“


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