Neu im Kino/Filmkritik (kurz): „Hot Milk“ – Tochter-Mutter-Probleme unter südlicher Sonne

Juli 3, 2025

Die kellnerrnde und sich vor allem um ihre Mutter kümmernde Anthropologiestudentin Sofia Papastergiadis (Emma Mackey) fährt mit ihrer Mutter Rose (Fiona Shaw) nach Almeria. In der spanischen Küstenstadt trifft die seit Jahrzehnten in einem Rollstuhl sitzende Rose auf einen Arzt, der sie vielleicht heilen kann. Dabei ist schnell, spätestens während Roses erstem Gespräch mit dem Doktor, klar, dass Rose jederzeit aufstehen und gehen könnte. Aber sie will nicht.

Während der Tage zwischen gemietetem Apartment und Arztbesuchen trifft Sofia am Strand auf die geheimnisvolle, sexuellen Abenteuern und Gesprächen nicht abgeneigte Ingrid Bauer (Vicky Krieps).

Hot Milk“ ist der Debütfilm von Rebecca Lenkiewicz. Sie schrieb zuletzt die Drehbücher für das #MeToo-Drama „She said“ und die Wanderergeschichte „Der Salzpfad“ (Kinostart: 17. Juli).

In ihrem auf dem gleichnamigem Roman von Deborah Levy basierendem Drama geht es um die Beziehung zwischen einer selbstsüchtigen Mutter und einer Tochter, die ihr alle Wünsche erfüllt. Ob und wie sehr sie sich emanzipiert (was schon lange überfällig ist), ist dann das Thema des zähe neunzig Minuten vor sich hin plätschernden Films, der mich seltsam unberührt zurückließ.

Hot Milk (Hot Milk, Großbritannien 2025)

Regie: Rebecca Lenkiewicz

Drehbuch: Rebecca Lenkiewicz

LV: Deborah Levy: Hot Milk, 2016 (Heiße Milch)

mit Emma Mackey, Fiona Shaw, Vicky Krieps, Vincent Perez

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Hot Milk“

Metacritic über „Hot Milk“

Rotten Tomatoes über „Hot Milk“

Wikipedia über „Hot Milk“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „Hot Milk“


TV-Tipp für den 3. Juli: The Score

Juli 2, 2025

ZDFneo, 21.35

The Score (The Score, USA/Deutschland 2001)

Regie: Frank Oz

Drehbuch: Kario Salem, Lem Dobbs, Scott Marshall Smith (nach einer Geschichte von Daniel E. Taylor und Kario Salem)

Hehler Max überredet den immer allein arbeitenden Profieinbrecher Nick Wells zu einem Einbruch ins ausgezeichnet gesicherte Zolllager von Montreal. Dort ist für einige Tage ein wertvolles Königszepter. Die Pläne erhält Nick dank eines Insiders. Dummerweise will der Insider bei dem Coup nicht nur helfende Hand sein.

Drei Schauspielgiganten in einem amüsanten Caper.

“The Score” ist der letzte Film von Marlon Brando. Nach mehreren, sehr höflich formuliert, schlechten Werken, gelang ihm mit dem elegant, altmodischen “The Score” ein würdevoller Abschied.

Brando starb am 1. Juli 2004.

Mit Robert De Niro, Edward Norton, Marlon Brando, Angela Bassett, Gary Farmer, Paul Soles

Hinweise

Metacritic über “The Score”

Rotten Tomatoes über “The Score”

Wikipedia über „The Score“ (deutsch, englisch)

Cineclub unterhält sich mit Frank Oz über “The Score”


Neu im Kino/Filmkritik: „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ – welche Wiedergeburt?

Juli 2, 2025

Der Moment in dem sich meine Einstellung zu dem neuesten „Jurassic Park“-Film „Jurrassic World: Die Wiedergeburt“ von freudiger Erwartung – Drehbuch: David Koepp, Regie: Gareth Edwards, Hauptrolle: Scarlett Johansson – zu einer Mischung aus Entsetzen, gefolgt von massiver, bis zum Abspann anhaltender Enttäuschung änderte, ist schon in der ersten Minute des Films.

Siebzehn Jahre vor dem Beginn der eigentlichen Filmgeschichte betreibt InGen auf der Ile Saint-Hubert, 365 Kilometer vor der Nordostküste Südamerikas, ein hochgesichertes und geheimes Forschungslabor. Dort werden nicht nur Dinosaurier wieder zum Leben erweckt, sondern es wird auch mit Kreuzungen und Mutationen experimentiert. Einer der Mitarbeiter hat bereits seine Schutzausrüstung angelegt, die ihn wie einen Astronauten aussehen lässt. Vor der Luftschleuse stehend isst er noch schnell einen Schokoriegel, lässt die Verpackung achtlos auf den Boden des klinisch sauberen, absolut schattenfreien Raumes fallen, setzt seinen Helm auf und betritt den hochgesicherten Teil der Anlage. Die Verpackung schwebt durch den Raum, löst eine Kurzschluss aus – und die Dinos können einige Menschen töten.

In dem Moment, als er die Verpackung fallen lässt, verlor der Film bei mir jede Glaubwürdigkeit. Filme können wirklichkeitsfern sein. Menschen können durch Dummheit Katastrophen auslösen. Aber die Macher sollten sich etwas mehr Mühe beim Erfinden und Erzählen von solchen Unfällen geben. Das hier ist jede Glaubwürdigkeit über Gebühr strapazierende Schlampigkeit, die eine Scheißegal-Einstellung gegenüber dem Publikum hat.

Ab da wurde es nicht besser. In der Gegenwart und nach den Ereignissen der vorherigen „Jurassic Park“/“Jurassic World“-Filme, in denen Menschen immer wieder mit Dino-DNA herumspielen, Dino-Vergnügungsparks mit katastrophalen Folgen eröffnen und die Dinosaurier sich über der gesamten Welt ausbreiten, sind sie jetzt, fünf Jahre nach den Ereignissen des sechsten „Jurassic Park“-Films „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ (2022), fast alle gestorben. Das Klima bekam ihnen nicht. Nur in der Nähe des Äquators leben noch einige Dinosaurier.

Martin Krebs (Rupert Friend), Angestellter des Pharmakonzerns ParkerGenix, will aus Dino-DNA ein Heilmittel gegen Herzkrankheiten herstellen. Weil die Dinosaurier, deren DNA er für sein Projekt benötigt, nur auf der Ile Saint-Hubert leben, engagiert er Zora Bennett (Scarlett Johansson). Die Ex-Soldatin und ein kleines, von ihr zusammengestelltes Team sollen die DNA von drei verschiedenen Dinosauriern – einer lebt im Wasser, einer auf dem Land und einer in der Luft – beschaffen. Also machen sie sich auf den Weg zu der in einer verbotenen Zone liegenden Insel.

Zur gleichen Zeit segelt die Familie Delgado mit ihren beiden Töchtern und dem Freund der ältesten Tochter durch die gleichen Gewässer.

Beide Gruppen stranden nach eher unerfreulichen Begegnungen mit den riesigen Urviechern auf der Insel. Während die Familie kopflos durch den Insel-Urwald stolpert, suchen die anderen, öhm, Inselbesucher die Dinos, deren DNA sie benötigen. Das entwickelt sich dann, gänzlich humorfrei und ohne irgendeine Camp-Attitüde, auf dem Niveau eines schlechten Hollywood-Serials aus den dreißiger und vierziger Jahren.

Die banale Story reiht, wechselnd zwischen den beiden Handlungssträngen, einfach Aufgaben („Schieß die DNA-Entnahmespritze irgendwo auf den Dino.“) an Begegnungen mit blutrünstigen Dinosauriern, die zu teils längeren, von ihrem Ablauf vorhersehbaren und gänzlich spannungsfreien Actionszenen führen aneinander, bis etwas über zwei Stunden rum sind und der Abspann beginnen kann. Die Figuren sind dabei sogar zu uninteressant, um zu sterben. Sicher, die Dinos töten einige wenige Menschen, aber ein richtiger, erinnerungswürdiger Heldentod wird niemandem gegönnt.

Überraschend bei diesem in dieser Form hoffnungslos veraltetem Plot ist nur der Name des Drehbuchautors. David Koepp schrieb die Bücher für die ersten beiden „Jurassic Park“-Filme, den ersten „Mission: Impossible“-Film, „Spider-Man“ (2002), die Dan-Brown-Verfilmungen „Illuminati“ und „Inferno“, und, obwohl die Filme schecht sind, die letzten beiden „Indiana Jones“-Filme. Zuletzt schrieb er für Steven Soderbergh den gewitzten Agententhriller „Black Bag – Doppeltes Spiel“. Er weiß, wie man eine spannende Geschichte erzählt. In diesem Fall belässt er es bei einem Griff in seinen Zettelkasten und einer weitgehend zufälligen Aneinanderreihung von Begegnungen zwischen Menschen und Dinosauriern. Denn es ist egal, ob zuerst dem See- und dann dem Flugdinosaurier die DNA entnommen wird. Oder ob dies in umgekehrter Reihenfolge geschieht.

Gareth Edwards liefert hier seine mit Abstand schlechteste Arbeit als Regisseur. In seinen vorherigen Filmen „Monsters“ (2010), „Godzilla“ (2014), „Rogue One: A Star Wars Story“ (2016) und „The Creator“ (2023) durfte er reichlich Erfahrungen mit Monstern und Reisen in unwirtliche Gegenden machen. Hier begnügt er sich damit, die Schauspieler durch das Bild zu schieben und die Arbeit der vor Computern sitzenden Spezialeffekteteams zu koordinieren. Denn die Dinosaurier sind fast ausschließlich CGI-Dinosaurier. Das war vor über dreißig Jahren in „Jurassic Park“, dem von Steven Spielberg inszeniertem Beginn der „Jurassic Park“-Filmreihe, noch anders. Damals gab es wenige Computer- und viele praktische Effekte. Später änderte sich das Verhältnis, aber sie vermittelten immer einen Eindruck von der Größe und dem Gewicht der Dinosaurier.

Nicht so in „Jurassic World: Die Wiedergeburt“. Wenn die Dinos sich durch das Wasser bewegen oder durch irgendwelche Tümpel gehen, bewegt sich das Wasser nicht. Wenn sie über die Insel stampfen, ist nichts von ihrem Gewicht spürbar. Dass sie riesig sind, sehen wir. Die Schauspieler agieren, weitgehend lustlos, im Vordergrund des Bildes als ob sie in einem vollkommen anderen Film mitspielen.

Diese „Wiedergeburt“ ist dann doch eher eine Totgeburt.

Jurassic World: Die Wiedergeburt (Jurassic World Rebirth, USA 2025)

Regie: Gareth Edwards

Drehbuch: David Koepp (basierend auf Charakteren von Michael Crichton)

mit Scarlett Johansson, Mahershala Ali, Jonathan Bailey, Rupert Friend, Manuel Garcia-Rulfo, Ed Skrein, Audrina Miranda, Luna Blaise, David Iacono, Bechier Sylvain, Philippine Velge

Länge: 134 Minuten

FSK: ab 12 Jahre (weil wenig und unblutig gestorben wird)

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Jurassic World: Die Wiedergeburt“

Metacritic über „Jurassic World: Die Wiedergeburt“

Rotten Tomatoes über „Jurassic World: Die Wiedergeburt“

Wikipedia über „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ (deutsch, englisch)

zu Jurassic World

Meine Besprechung von Colin Trevorrows „Jurassic World“ (Jurassic World, USA 2015)

Meine Besprechung von J. A. Bayonas „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ (Jurassic World: Fallen Kingdom, USA 2018)

Meine Besprechung von Colin Trevorrows „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ (Jurassic World: Dominion, USA 2022)

zu Gareth Edwards

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Godzilla“ (Godzilla, USA 2014)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Rogue One: A Star Wars Story“ (Rogue One: A Star Wars Story, USA 2016)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „The Creator“ (The Creator, USA 2023)

zu David Koepp

Meine Besprechung von David Koepps „Mortdecai – Der Teilzeitgauner“ (Mortdecai, USA 2015)

Meine Besprechung von David Koepps „Cold Storage – Es tötet“ (Cold Storage, 2019)

 


TV-Tipp für den 2. Juli: In the Line of Fire – Die zweite Chance

Juli 1, 2025

ZDFneo, 23.10

In the Line of Fire – Die zweite Chance (In the Line of Fire, USA 1993)

Regie: Wolfgang Petersen

Drehbuch: Jeff Maguire

Buch zum Film: Max Allan Collins: In the Line of Fire, 1993 (In the Line of Fire – Die zweite Chance)

Bodyguard Frank Horrigan (Clint Eastwood) leidet immer noch darunter, dass er John F. Kennedy nicht vor dem tödlichen Schuss retten konnte. Als ein Psychopath ihn mit der Drohung konfrontiert, er werde den US-Präsidenten töten, entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen den beiden.

Wolfgang Petersens Durchbruch in Hollywood, ein Kinohit und schon lange ein Thriller-Klassiker, der schnörkellos mit guten Schauspielern eine spannende Geschichte erzählt.

Einer der besten Filme des Jahres!” (Fischer Film Almanach 1994)

mit Clint Eastwood, John Malkovich, Rene Russo, Dylan McDermott, Gary Cole, John Mahoney, Tobin Bell, John Heard, Steve Railsback

Hinweise

Rotten Tomatoes über “In the Line of Fire”

Wikipedia über “In the Line of Fire” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Wolfgang Petersens „Die Konsequenz“ (Deutschland 1977)


TV-Tipp für den 1. Juli: Local Hero

Juni 30, 2025

Biergarten oder

HR, 22.30

Local Hero (Local Hero, Großbritannien 1983)

Regie: Bill Forsyth

Drehbuch: Bill Forsyth

Ölmagnat Happer (Burt Lancaster!) schickt den Jungmanager MacIntyre wegen seines schottischen Namens nach Schottland. Dort soll er die Bewohner eines kleinen Dorfes von einer Ölraffinierie in Sichtweite überzeugen. Dummerweise stellt sich ein am Strand lebender Einsiedler quer.

Wunderschönes, damals auch an der Kinokasse sehr erfolgreiches Märchen. Denn es ist „eine nuancenreiche Komödie voller origineller Figuren, deren Schwächen nie verletzend geschildert werden, und voller wehmütiger Sehnsucht nach einem anderen Leben“ (Fischer Film Almanach 1984)

Chris Menges war der Kameramann und Mark Knopfler („Dire Straits“) schrieb die Musik.

mit Burt Lancaster, Peter Riegert, Fulton Mackay, Denis Lawson, Peter Capaldi, Norman Chancer

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Local Hero“

Wikipedia über „Local Hero“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 30. Juni: Dead for a Dollar

Juni 29, 2025

ZDF, 22.15

Dead for a Dollar (Dead for a Dollar, USA 2022)

Regie: Walter Hill

Drehbuch: Walter Hill (nach einer Geschichte von Matt Harris und Walter Hill)

TV-Premiere. New Mexico, 1897: ein Kopfgeldjäger soll die angeblich entführte Frau eines Geschäftsmannes aus Mexiko zurückholen. – Und wie schon in Richard Brooks‘ „Die gefürchteten Vier“ (The Professionals, USA 1966) sind die Dinge erstens nicht so wie sie scheinen und zweitens entwickelt sich die Geschichte anders als von dem Auftraggeber erwartet. Ein weiterer Einfluss sind die Western von Budd Boetticher; ihm widmete Walter Hill seinen neuesten Film.

Dead for a Dollar“ ist nicht schlecht, aber auch nie so gut, wie es angesichts der involvierten Personen sein sollte. Walter Hill hat schon bessere Filme gemacht.

Für Western-Fans bleibt ein top besetztes, straff inszeniertes, aber auch weitgehend vorhersehbares traditionsbewusstes Western-Abenteuer mit vertrauten Versatzstücken, die in vertrauter Weise präsentiert werden, oft hölzernen Dialogen und durchgehend nerviger Farbgebung.

mit Christoph Waltz, Willem Dafoe, Rachel Brosnahan, Warren Burke, Benjamin Bratt, Brandon Scott, Luis Chavez, Hamish Linklater

Wiederholung: Mittwoch, 2. Juli, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Dead for a Dollar“

Wikipedia über „Dead for a Dollar“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Walter Hills “Straßen in Flammen” (Streets on Fire, USA 1984)

Meine Besprechung von Walter Hills “Shoutout – Keine Gnade” (Bullet to the Head, USA 2013)

Walter Hill in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 29. Juni: Action, Sand und Endzeit: Die Mad-Max-Saga

Juni 28, 2025

Arte, 23.40

Action, Sand und Endzeit: Die Mad-Max-Saga (Frankreich 2025)

Regie: Julien Dupuy

Drehbuch: Julien Dupuy

Brandneue, knapp einstündige Doku über die an der Kinokasse enorm erfolgreichen und popkulturell unglaublich einflussreichen „Mad Max“-Filme.

Davor, um 22.05 Uhr, zeigt Arte „Mad Max“; danach, um 00.35 Uhr, „Mad Max II – Der Vollstrecker“ und am kommenden Sonntag, den 6. Juli, im Rahmen eines Tina-Turner-Abends, den dritten Mad-Max-Film „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“. Als George Miller sich 2015 wieder in die postapokalyptische Wüstenwelt von Mad Max begab, fragte niemand, ob Mel Gibson die Rolle, die Rolle, die ihn zum Star machte, wieder übernehmen würde.

Hinweise

Arte über die Doku (bis zum 26. September 2025 in der Mediathek)

Wikipedia über Mad Max (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von George Millers „Mad Max: Fury Road“ (Mad Max: Fury Road, Australien/USA 2015)

Meine Besprechung von George Millers „Three Thousand Years of Longing“ (Three Thousand Years of Longing, USA/Australien 2022)

Meine Besprechung von George Millers „Furiosa: A Mad Max Saga“ (Furiosa: A Mad Max Saga, Australien/USA 2024)

Meine Besprechung von George Miller/Mark Sexton/Nico Lathaoris/Tristan Jones/Riccardo Burchiellis „Mad Max: Fury Road“ (Mad Max: Fury Road – Max 1 – 2; Mad Max: Fury Road – Furiosa 1; Mad Max: Fury Road – Nux & Immortan Joe 1, 2015) (Comic-Vorgeschichte zum Film)


TV-Tipp für den 28. Juni: In der Nacht des 12.

Juni 27, 2025

ZDF, 23.00

In der Nacht des 12. (La nuit du 12, Frankreich/Belgien 2022)

Regie: Dominik Moll

Drehbuch: Gilles Marchand, Dominik Moll

LV: Pauline Guéna: 18.3: Une année à la PJ, 2021 (Sachbuch; eigentlich keine Verfilmung, sondern eher „lose inspiriert von einem in der Reportage geschildertem Mord“)

Am 12. Oktober 2016 wird in Saint-Jean-de-Maurienne eine junge Frau auf dem Heimweg von einer Feier mit Benzin übergossen und angesteckt. Yohan und sein Team suchen den Mörder.

TV-Premiere. Polizeithriller, der einen präzisen und nüchternen Einblick in die alltägliche Polizeiarbeit gibt.

Dabei wird, wie Moll schon am Filmanfang verrät, der Fall nicht aufgeklärt. Dieses Ende gefällt nicht jedem.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Bastien Bouillon, Bouli Lanners, Pauline Serieys, Théo Cholbi, Johann Dionnet, Thibaut Evrard, Anouk Grinberg

Hinweise

AlloCiné über „In der Nacht des 12.“

Moviepilot über „In der Nacht des 12.“

Rotten Tomaotes über „In der Nacht des 12.“

Wikipedia über „In der Nacht des 12.“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Dominik Molls „Die Verschwundene“ (Seules les bêtes, Frankreich/Deutschland 2019)

Meine Besprechung von Dominik Molls „In der Nacht des 12.“ (La nuit du 12, Frankreich/Belgien 2022)


TV-Tipp für den 27. Juni: Don Mariano weiß von nichts

Juni 26, 2025

BR, 00.40

Don Mariano weiß von nichts (Il giorno della civetta, Italien/Frankreich 1967)

Regie: Damiano Damiani

Drehbuch: Ugo Pirro, Damiano Damiani

LV: Leonardo Sciascia: Il giorno della civetta, 1961 (Der Tag der Eule)

In Sizilien wird ein Bauunternehmer ermordet. Hauptmann Bellodi will den Fall aufklären und legt sich mit den Mächtigen der Insel an.

„Der Tag der Eule“ ist der erste der sizilianischen Romane von Sciascia, in denen er gegen die Mafia und deren Verflechtungen mit der Politik anschrieb. Seine Bücher waren die Vorlagen für einige der besten italienischen Polit-Thriller.

Damianis Verfilmung ist einer der frühen, stilbildenden Polit-Thriller in der Tradition von Costa-Gavras, Petri und Rosi. Damiani begründete unter anderem mit diesem Film seinen Ruhm.

„Sciascias extrem knappem Erzählstil entspricht in den Filmen eine vergleichsweise hastige Montage, die ein wenig von jener unerbittlichen Zwangsläufigkeit an sich hat, die sich in rasch und ohne Schnörkel inszenierten Szenenwechsel präsentiert. Sicher, die zynisch-spitzfindigen Dialoge Sciascias sind, verkürzt, doch die Filme gewinnen (…) gegenüber den Romanen an Anschaulichkeit.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm)

Mit Franco Nero, Claudia Cardinale, Lee J. Cobb, Serge Reggiani

Auch bekannt als „Der Tag der Eule“

Hinweise

Wikipedia über „Don Mariano weiß von nichts“ (deutsch, englisch) und Leonardo Sciascia (deutsch, englisch, italienisch)

Krimi-Couch über Leonardo Sciascia

Amici di Leonardo Sciascia

Meine Besprechung von Damiano Damianis „Töte Amigo“ (Quien Sabe?, Italien 1966)

Mein Nachruf auf Damiano Damiani (23. Juli 1922 – 7. März 2013)

Meine Besprechung von Leonardo Sciascias „Die Affaire Moro. Ein Roman“ (L’Affaie Moro, 1978)


Neu im Kino/Filmkritik: „F1 – Der Film“ über im Kreis fahrende Männer

Juni 26, 2025

Ruben Cervantes (Javier Bardem) bittet Sonny Hayes (Brad Pitt) um Hilfe. Vor dreißig Jahren fuhren sie in der Formel 1. Ein Unfall beendete Sonnys Karriere und verschaffte ihm den hämischen Namenszusatz „Der Beste, der es niemals geschafft hat“. Seitdem schlägt Sonny sich auf anderen Rennstrecken durch’s Leben. Für ihn ist die Welt in Ordnung, solange er Rennen fahren kann.

Ruben leitet den Formel1-Rennstall APXGP, der in dieser Saison mit seinem neuen Fahrer Joshua Pearce (Damson Idris) und einem neuen Rennwagen nur durch seinen absolut schlechten Punktestand auffällt. Wenn sie in der zweiten Hälfte der Rennsaison nicht endlich Rennen gewinnen, ist Ruben am Ende der Saison seinen Job und sein Unternehmen los. Sonny soll das verhindern. Nicht als Berater, sondern als Fahrer. Er wäre damit der mit Abstand älteste Fahrer in der Formel 1.

Sonny nimmd das Angebot an. So könnte er endlich wieder in der Formel 1 fahren und, mit etwas Glück endlich die Hoffnungen, die vor dreißig Jahren in ihn gesteckt wurden, erfüllen.

Nach diesem Set up entwickelt sich Joseph Kosinskis neuer Film „F1 – Der Film“ in jeder Sekunde exakt so, wie man es erwartet und wer möchte, kann schnell die mehr oder weniger deutlich verarbeiteten aktuellen Vorbilder herunterbeten. Der altbekannte Plot kann mühelos als „’Top Gun: Maverick‘ im Formel-1-Milieu“ interpretiert werden. Beide Male zeigt ein alter Hase den Jüngeren, was in ihm steckt. Beide Male hat der alte Hase ein lockeres Verhältnis zu den Regeln. Beide Male steht er vor einer ziemlich unmöglichen Mission. Und beide Male inszenierte Kosinski, nach einem Drehbuch von Ehren Kruger, den Film. „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“, „Rush“ und die beiden mit Aufnahmen von realen Rennen punktenden Rennfahrerfilmklassiker „Grand Prix“ und „Le Mans“ sind weitere ebenso offensichtliche wie unhintergehbare Referenzfilme. Auch „F1“-Regisseur Joseph Kosinski und sein Team scheuten keine Mühen, um hochauflösende Kameras zu erfinden und so in den Rennautos zu platzieren, dass überzeugende Aufnahmen von echten Rennsituationen entstehen konnten. Teils werden im Film von Formel-1-Fahrern während echter Rennen aufgenommene Bilder verwendet. Diese Bilder sollen beim Publikum, das den Film auch im IMAX ansehen kann, das Gefühl erzeugen, in einem Formel-1-Auto über die Rennstrecke zu brettern. Das gelingt, auch wenn diese Aufnahmen, weil alles im Rausch der Geschwindigkeit verschwimmt, teils eher an Computerbilder erinnern. Bei einigen Rennen wird auch etwas zu oft geschnitten. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton gehört zu den Produzenten des Films. Er öffnete Türen, die einen umfassenden Dreh im Rahmen der echten Formel-1-Rennen erlaubten.

Aber im Gegensatz zu den schon erwähnten, auf wahren Geschichten beruhenden und nah an der Realität entlang erzählten Rennfahrerfilmen „Rush“ und „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“ kümmert sich „F1“ zugunsten des Spektakels nicht um die Hintergründe. Training und das langwierige Arbeiten am Fahrzeug, um Zehntelsekunden herauszuholen, werden galant ignoriert. Das fällt, nachdem in einer Szene angestrengt auf Computerbildschirme gestarrt wurde, wie Manna vom Himmel. Ebenso wird das Qualifying ignoriert. Irgendwann stehen die Rennautos in einer bestimmten Reihenfolge am Start. Die beiden APXGP-Fahrer stehen dann auf den letzten beiden Startpositionen, weil sie uns als das Verliererteam vorgestellt wurden. Nach dem Start provoziert und rammt Sonny die anderen Fahrer so rücksichtslos von der Strecke, dass er wahrscheinlich schon während der ersten beiden Runden gegen alle geschriebenen und ungeschriebenen Regeln verstößt. Das ist natürlich vollkommen unrealistisch, aber im Kinosessel sehr vergnüglich anzusehen. Vor allem wenn der immer noch erschreckend jugendliche Brad Pitt als sympathischer Agent des Chaos fungiert.

Dass die Formel 1 eine riesengroße kommerzielle Veranstaltung ist, findet ihren Niederschlag nur in omnipräsenten Firmenlogos und dem Hinweis im Abspann, dass es im Film Product Placement gibt.

Die Authentizität beim Dreh, Kosinskis schlackenfreie Inszenierung, die überzeugenden Schauspieler und der präzise Schnitt machen den Film trotz vorhersehbarer Geschichte, bestenfalls rudimentär gezeichneten Klischeefiguren und einer Länge von 156 Minuten, zu einem atemberaubendem, kurzweiligem und kompetent gemachtem Stück wirklichkeitsfernem Blockbuster-Kino.

F1“ ist bei den aktuellen sommerlichen Temperaturen genau der richtige Film für einen langen Besuch in einem gut gekühltem Kino.

F1 – Der Film (F1 – The Movie, USA 2025)

Regie: Joseph Kosinski

Drehbuch: Ehren Kruger (nach einer Geschichte von Joseph Kosinski und Ehren Kruger)

mit Brad Pitt, Kerry Condon, Javier Bardem, Damson Idris, Shea Whigham, Simone Ashley, Tobias Menzies, Liz Kingsman, Lewis Hamilton, Kim Bodnia

Länge: 156 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „F1 – Der Film“

Metacritic über „F1 – Der Film“

Rotten Tomatoes über „F1 – Der Film“

Wikipedia über „F1 – Der Film“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Joseph Kosinskis „Oblivion“ (Oblivion, USA 2013)

Meine Besprechung von Joseph Kosinskis „No Way Out – Gegen die Flammen“ (Only the Brave, USA 2017)

Meine Besprechung von Joseph Kosinkis „Top Gun: Maverick“ (Top Gun: Maverick, USA 2022)


Neu im Kino/Filmkritik: „M3GAN 2.0“ – ein Killer-Upgrade für den Roboter

Juni 26, 2025

Natürlich führt ein fehlgesteuerter Roboter nicht zur Abschaltung aller Roboter und natürlich ist es bei KI-Roboter unklar, ob der Fehler auf einer falschen Programmierung, unklaren Anweisungen oder einem erwachendem KI-Bewusstsein beruht. Deshalb wurde nach dem Ende des Horrorfilms „M3GAN“ auch munter weitergeforscht in der Realität und in der Filmrealität. In der jetzt im Kino anlaufenden Fortsetzung „M3GAN 2.0“ sind viele aus dem ersten Film bekannte Namen vor und hinter der Kamera, wie Regisseur Gerard Johnstone, wieder dabei. Aber sie erzählen nicht die Geschichte des ersten Films noch einmal. Stattdessen wird, wie bei den Fortsetzungen von „Terminator“ oder „Alien“, eine neue Geschichte erzählt, die in der im ersten Film etablierten Welt spielt. Bei „M3GAN 2.0“ wird aus dem Bösewicht des ersten Film eine Retterin und aus einem Horrorfilm ein Actionfilm.

In „M3GAN 2.0“ ist Amelia der Bösewicht. Sie ist eine weiterentwickelte Version von M3GAN. Während einer Mission im Nahen Osten bringt sie den Mann um, den sie hätte retten sollen. Ihre Erschaffer und deren Auftraggeber wollen das fehlgeschlagene militärische Einsatzmittel umgehend deaktivieren. Das funktioniert nicht. Amelia taucht unter und die Suche nach ihr beginnt.

Helfen soll den Verfolgern bei ihrer Jagd nach der untergetauchten KI die Erfinderin Gemma.

Und schon ist, wie in einem Privatdetketivkrimi oder einer James-Bond-Geschichte, die Prämisse ausformuliert.

Gemma ist die Wissenschaftlerin, die in „M3GAN“ die kleinmädchenhaft aussehende KI-Roboterfrau M3GAN (deren unnatürliche Tanzbewegungen damals mit der Veröffentlichung des ersten Filmtrailers zu einem Internetphänomen wurden) zusammenbaute und programmierte, ihre Nichte Cady zu beschützen. Das entwickelte sich anders, als von ihr erwartet und führte, mehr oder weniger, zu M3GANs Vernichtung.

Ein Rüstungskonzern stahl, wie der leicht verlottert aussehende FBI-Agent Sattler, Gemma erklärt, die M3GAN-Baupläne und modifizierte sie leicht zu dem tödlichen KI-Killerroboter Amelia. Dummerweise denkt Amelia seit ihrem Test im Feld nicht mehr daran Befehle zu verfolgen. Stattdessen bringt sie jetzt alle Menschen um, die etwas mit ihrer Erschaffung zu tun haben.

Die einige wilde Haken schlagende Jagd von Gemma, ihrer zwölfjährigen Nichte Cady und, in verschiedenen Körpern, M3GAN nach Amelia sorgt dann für zwei unterhaltsame Kinostunden mit einigen Witzen, vor allem wenn Mensch und Maschine aufeinander stoßen und munter chargiert wird, und etwas übertriebener Action. Denn Roboter oder von KIs gesteuerte Menschen können Bewegungen ausführen, die Menschen normalerweise so nicht machen würden. Und, wie ein nächtlicher Einbruch in Gemmas Haus zeigt, können elektrische Geräte eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung eines Hauses spielen.

Mit zwei Stunden Laufzeit ist „M3GAN 2.0“ für ein B-Picture etwas lang geraten. Da wird dann ziemlich oft durch die Gänge einer unterirdischen Anlage gerannt, Szenen über Gebühr gestreckt, durchaus witzige, die Story nicht wesentlich voranbringende Subplots eingefügt, M3GAN muss vor Publikum tanzen und die Künstlichen Intelligenzen können schwuppdiwupp ihre Wirtskörper wechseln. Diese reagieren dann anders als erwartet.

Außerdem hat „M3GAN 2.0“ nicht mehr den Überraschungseffekt des Vorgängers „M3GAN“. In dem Horrorfilm nimmt eine KI-Puppe die Anweisung, ihre Schutzbefohlene zu beschützen etwas zu wörtlich. Sie interpretiert menschliches Verhalten falsch und bringt bedrohliche Menschen und einen Hund um. Dabei sieht M3GAN immer wie ein Schulmädchen aus. Das war Horror mit etwas Kapitalismus- und Technikkritik.

M3GAN 2.0“ ist dann primär ein Actionfilm. Und, wie in „Terminator 2“, wird hier aus der bösen M3GAN des ersten Films eine gute M3GAN, die nicht mehr nur stumpf ihrer Programmierung folgt, sondern sie kreativ interpretiert und auch moralische Regeln befolgt. Fast wie ‚Hit-Girl‘ Mindy McCready.

M3GAN 2.0 (M3GAN 2.0, USA 2025)

Regie: Gerard Johnstone

Drehbuch: Gerard Johnstone (basierend auf einer Geschichte von Gerard Johnstone und Akela Cooper)

mit Amie Donald, Jenna Davis (im Original: Stimme von M3GAN), Allison Williams, Violet McGraw, Aristotle Athari, Brian Jordan Alvarez, Timm Sharp, Jen Van Epps, Ivanna Sakhno

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „M3GAN 2.0“

Metacritic über „M3GAN 2.0“

Rotten Tomatoes über „M3GAN 2.0“

Wikipedia über „M3GAN 2.0“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Gerad Jonstones „M3GAN“ (M3GAN, USA 2022)


TV-Tipp für den 26. Juni: Passages

Juni 25, 2025

BR, 23.15

Passages (Passages, Frankreich 2023)

Regie: Ira Sachs

Drehbuch: Mauricio Zacharias, Ira Sachs

Filmregisseur Tomas (Franz Rogowski) lebt seit fünfzehn Jahren mit Martin (Ben Whishaw) zusammen. Eines Tages beginnt Tomas mit Agathe (Adéle Exarchopoulos) eine Affäre – und schon beginnt das Liebesdrama.

TV-Premiere. Stellvertretend für die vielen euphorischen Besprechungen: „überzeugend gespieltes Drama über den schmalen Grat zwischen Freiheitsdrang und Egoismus“ (Lexikon des Internationalen Films)

Mit Franz Rogowski, Ben Whishaw, Adéle Exarchopoulos, Erwan Kepoa Falé, Arcadi Radeff

Hinweise

Rotten Tomates über „Passages“

Wikipedia über „Passages“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 25. Juni: Der schmale Grat

Juni 24, 2025

Kabel 1, 00.50

Der schmale Grat (The Thin Red Line, USA 1998)

Regie: Terrence Malick

Drehbuch: Terrence Malick

LV: James Jones: The Thin Red Line, 1962 (Insel der Verdammten)

1942 soll eine US-Infanterieeinheit auf der Salomonen-Insel Guadalcanal im Pazifischen Ozean einen von den Japanern besetzten, stratetgisch wichtigen Hügel einnehmen.

Kriegsfilm im Malick-Stil: definitiv kein gewöhnlicher Kriegsfilm, sondern eine epische Meditation und ein verschwenderisches Aufgebot an Stars in teilweise nur kürzesten Auftritten. Von anderen bekannten Schauspielern wurden die gefilmten Szenen nicht in den fertigen Film übernommen und andere Schauspieler, für die Malick Rollen schrieb, sagte er vor dem Dreh ab.

mit Sean Pean, Adrien Brody, Jim Caviezel, Ben Chaplin, George Clooney, John Cusack Woody Harrelson, Elias Koteas, Jared Leto, Tim Blake Nelson, Nick Nolte, John C. Reilly, John Savage, John Travolta

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der schmale Grat“

Wikipedia über „Der schmale Grat“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „To the Wonder“ (To the Wonder, USA 2012)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „Knight of Cups“ (Knight of Cups, USA 2015)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „Song to Song“ (Song to Song, USA 2017)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „Ein verborgenes Leben“ (A hidden life, Deutschland/USA 2019)

Meine Besprechung von Dominik Kamalzadeh/Michael Peklers “Terrence Malick” (2013)

Terrence Malick in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 24. Juni: Verräter wie wir

Juni 23, 2025

ZDF, 00.45

Verräter wie wir (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

Regie: Susanna White

Drehbuch: Hossein Amini

LV: John le Carré: Our Kind of Traitor, 2010 (Verräter wie wir)

Während eines Urlaubs in Marrakesch lernen der rundum harmlose Oxford-Dozent für Poesie Perry und seine Frau Gail den feierwütigen Dima, der immer von einem Hofstaat begleitet wird, kennen. Dima bittet Perry um einen Gefallen. Er soll dem MI6 einen USB-Stick mit Daten überbringen. Denn Dima, der ein Geldwäscher für die Russenmafia ist, fürchtet um sein Leben und Perry und Gail sollen ihm den Weg in die Sicherheit ebnen.

Der ruhige Thriller ist eine weitere gelungene John-le-Carré-Verfilmung.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Ewan McGregor, Stellan Skarsgård, Damian Lewis, Naomie Harris, Jeremy Northam, Khalid Abdallah, Mark Gatiss, Saskia Reeves, Alicia von Rittberg, John le Carré (sein Genehmigungs-Cameo)

Die Vorlage

John le Carré: Verräter wie wir

(übersetzt von Sabine Roth)

Ullstein, 2016 (für die Filmausgabe)

416 Seiten

9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Ullstein, 2010

Originalausgabe

Our Kind of Traitor

Viking, London, 2010

Hinweise

Moviepilot über „Verräter wie wir“

Metacritic über „Verräter wie wir“

Rotten Tomatoes über „Verräter wie wir“

Wikipedia über „Verräter wie wir“ (deutsch ,englisch)

Homepage von John le Carré

seine Romane

Meine Besprechung von John le Carrés „Schatten von gestern“ (Call for the Dead, 1961)

Meine Besprechung von John le Carrés „Ein Mord erster Klasse“ (A Murder of Quality, 1962)

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung von John le Carrés „Das Vermächtnis der Spione“ (A Legacy of Spies, 2017)

Meine Besprechung von John le Carrés „Federball“ (Agent running in the Field, 2019)

Meine Besprechung von John le Carrés „Silverview“ (Silverview, 2021)

neuere le-Carré-Verfilmungen

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) und der DVD

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

Meine Besprechung der ersten beiden Episoden von Susanne Biers „The Night Manager“ (The Night Manager, Großbritannien/USA 2016) und der gesamten Miniserie

Mein Nachruf auf John le Carré

John le Carré in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 23. Juni: Alles über Eva

Juni 22, 2025

Arte, 20.15

Alles über Eva (All about Eve, USA 1950)

Regie: Joseph L. Mankiewicz

Drehbuch: Joseph L. Mankiewicz

LV: Mary Orr: The Wisdom of Eve (1946, Kurzgeschichte)

Klassiker über überbordendes Fantum: Der Theaterstar Margo Channing (Bette Davis) nimmt Eve Harrington (Anne Baxter), die behauptet, ihr größter Fan zu sein, bei sich auf. Schnell wird Eve zu einer Gefahr für ihrer Karriere.

„‚All about Eve‘ zählt zu den bedeutendsten Filmen, die je gedreht worden sind.“ (Michael Conway/Mark Ricci: Marilyn Monroe und ihre Filme, 1980)

Gute Schauspieler, gute Dialoge, gute Geschichte und Marilyn Monroe, am Beginn ihrer Karriere, in einer kleinen Rolle. Und Arte zeigt diesen Klassiker zu einer guten Uhrzeit. Was will man mehr?

mit Bette Davis, Anne Baxter, George Sanders, Celeste Holm, Gary Merrill, Hugh Marlowe, Thelma Ritter, Marilyn Monroe

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Alles über Eva“ (99 %, „a Hollywood classic that only improves with age“)

Wikipedia über „Alles über Eva“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 22. Juni: Jackie Brown

Juni 21, 2025

Arte, 20..15

Jackie Brown (Jackie Brown, USA 1997)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

LV: Elmore Leonard: Rum Punch, Jackie Brown, 1992 (Jackie Brown)

Stewardess Jackie Brown hat Probleme mit der Polizei und dem Gangster Ordell, der sein Schwarzgeld-Konto mit Jackies Hilfe auflösen will.

Tarantinos sehr werkgetreue Huldigung von Leonard und Pam Grier: cool (Leonards Dialoge!), etwas langatmig (Warum muß jedes Lied ausgespielt werden? Warum bemüht sich Tarantino so krampfhaft, die Antithese zu Pulp Fiction zu drehen? Warum nicht 20 Minuten kürzer?) und mit Starbesetzung (Robert de Niro, Samuel L. Jackson, Bridget Fonda, Robert Foster, Michael Keaton, Chris Tucker)

Von Leonards Homepage: „When Quentin Tarantino was a kid, he stole a copy of Elmore Leonard’s The Switch and got caught. Unrepentant, he later went back to the same store and stole the book again. Elmore Leonard was a beacon, lighting the direction that he would soon take in his films. He wrote a movie directed by Tony Scott called True Romance which he said was “an Elmore Leonard novel that he didn’t write.” It certainly was an homage; it even opens in Detroit. After Reservoir Dogs came out, Elmore wrote Rum Punch which reprises the three main characters from Tarantino’s shoplifted book, The Switch. Tarantino read it and wanted to buy it but didn’t have the money. Elmore and his agent, Michael Siegel, offered to hold it for him. When he finally did acquire the book and moved forward on the Rum Punch film project, Tarantino did not contact Elmore Leonard for a long time. When he did, he confessed a reluctance to call sooner. Elmore said, “Why, because you changed the name of my book and cast Pam Grier in the lead?” No worry. Elmore was down with that. He said, “That’s Ok, just make a good movie.” And Quentin did.

Jackie Brown is Elmore Leonard on the screen. Taking nothing away from Get Shorty and Out of Sight, Tarantino’s manic absorption of Elmore’s essence comes through in a way that only he could pull off especially for a long movie. The acting, the direction, the dialog are all great. There are so many great bits, especially with Jackson, De Niro, Chris Tucker and Bridget Fonda; and then there’s Hattie Winston as Simone the Supreme. Jackie Brown is the Elmore Leonard experience.“

Anschließend, um 22.45 Uhr, zeigt Arte Tara Woods informative spielfilmlange Dokumentation „Tarantino – The Bloody Genius“ (QT8: The First Eight; 21 Years: Quentin Tarantino, USA 2019).

Wiederholung: Donnerstag, 26. Juni, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über “Jackie Brown”

Rotten Tomatoes über “Jackie Brown”

Wikipedia über “Jackie Brown” (deutsch, englisch)

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos “Django Unchained” (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Once upon a Time in…Hollywood“ (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

 


Neu im Kino/Filmkritik (kurz): „Wilhelm Tell“ und die Sache mit dem Apfel

Juni 21, 2025

Wie kam es dazu, dass Wilhelm Tell den Apfel vom Kopf seines Sohnes schießen musste? Die Antwort liefert natürlich Friedrich Schillers Theaterstück. Oder jetzt Nick Hamms Film, der Schillers Stück als Rahmen für seine Adaption bezeichnet.

Hamm veränderte einige Figuren und er ignorierte die Begrenzungen einer Theaterbühne zugunsten eines Drehs vor Ort in Südtirol und breitwandiger Kampfszenen.

Das Ergebnis ist ein okayer, traditioneller Abenteuerfilm über einen ehemaligen Kreuzritter, der 1307 in der Schweiz auf seinem Hof in der Nähe von Altdorf ein friedvolles Leben mit seiner Frau und seinem Sohn führen möchte. Aber die Umstände sind nicht so. Vor allem Gessler, der Statthalter des österreichischen Hauses Habsburg, versteht seine Aufgabe, die Unterwerfung der Schweizer, als Blankoscheck für die hemmungslose Anwendung von Gewalt und repressiver Methoden. Für ihn ist nur ein toter Schweizer ein guter Schweizer.

Wilhelm Tell (Wilhelm Tell, Großbritannien/Italien/Schweiz/USA 2024)

Regie: Nick Hamm

Drehbuch: Nick Hamm (basierend auf dem Stück von Friedrich Schiller)

mit Claes Bang, Connor Swindells, Golshifteh Farahani, Jonah Hauer-King, Ellie Bamber, Rafe Spall, Emily Beecham, Jonathan Pryce, Ben Kingsley

Länge: 134 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Wilhelm Tell“

Metacritic über „Wilhelm Tell“

Rotten Tomatoes über „Wilhelm Tell“

Wikipedia über „Wilhelm Tell“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 21. Juni: Once upon a Time in…Hollywood

Juni 20, 2025

ZDF, 23.00

Once upon a Time in…Hollywood (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

Roman zum Film: Quentin Tarantino: Once upon a Time in Hollywood, 2021 (Es war einmal in Hollywood)

Quentin Tarantions 9. Film. Einige richtige Story hat „Once upon a Time in…Hollywood“ nicht. Eigentlich geht es nur um ein entspanntes Abhängen mit TV-Schauspieler Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und seinem Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt), die glorios in ihrem Selbstmitleid ertrinken. Daltons großer Hit, die TV-Westernserie „Bounty Law“, ist schon einige Jahre her, die neuen Rollen sind klein und schlecht und der Vorschlag seines Agenten, in einem Italowestern mitzuspielen, begeistert ih nicht. Das alles spielt 1969 in Hollywood an zwei Tagen im Februar und in einer Nacht im August 1969.

„Once upon a Time in…Hollywood“ ist übervoll mit Anspielungen auf die Hollywood-Geschichte und die damalige Zeit, prächtig ausgestattetet, top besetzt und gespielt, sehr unterhaltsam, aber auch problematisch.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung (mit weiteren Clips und der Cannes-Pressekonferenz).

mit Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, Emile Hirsch, Margaret Qualley, Timothy Olyphant, Dakota Fanning, Bruce Dern, Mike Moh, Damian Lewis, Al Pacino, Rafal Zawierucha, Damon Herriman, Lena Dunham, Rumer Willis, Clu Gulager, Kurt Russell, Zoë Bell, Michael Madsen, James Remar

Hinweise

Moviepilot über „Once upon a Time in…Hollywood“

Metacritic über „Once upon a Time in…Hollywood“

Rotten Tomatoes über „Once upon a Time in…Hollywood“

Wikipedia über „Once upon a Time in…Hollywood“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood erklärt einige Anspielungen

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Once upon a Time in…Hollywood“ (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

 Quentin Tarantino in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Über den neuen Pixar-Film „Elio“

Juni 20, 2025

Dieses Mal beginne ich mit einer vielleicht überflüssigen Warnung, die zu einer Empfehlung wird: ich konnte „Elio“ in 3D in der Originalfassung sehen. Ersteres war problematisch. Die 3D-Effekte mit merkwürdig halbtransparent erscheinenden Objekten und im Vordergrund zu schnell durch das Bild huschenden Figuren störten immer wieder den Filmgenuss. Sie wirkten durchgehend falsch. Auch Kollegen, die 3D mögen, bemängelten dies anschließend. Ob das so von den Machern gewünscht war oder ob es bei der Vorführung ein technisches Probleme gab, konnten wir in dem Moment nicht herausfinden. Unabhängig davon rissen mich diese Effekte mich immer wieder aus der Filmgeschichte heraus. In der 2D-Fassung sollte dieses Problem nicht auftreten.

Und nun kommen wir zu dem Film, den ich deswegen nicht so genießen konnte, wie ich wollte.

Im Mittelpunkt steht Elio Solís. Der Elfjährige glaubt, dass es Aliens gibt und er möchte sie unbedingt kontaktieren. Genaugenommen hofft er, dass sie ihn entführen. Denn überall ist es besser als auf der Erde, wo er nach dem Tod seiner Eltern bei seiner Tante Olga lebt. Sie ist Major bei der Air Force und auf der Montez Air Base stationiert. Der Stützpunkt gehört zum Weltraumprogramm des Militärs.

Als sie in der Station ein Signal aus dem Weltraum empfangen, das anscheinend von Außerirdischen gesendet wurde, ergreift Elio die Gelegenheit und antwortet.

Die Außerirdischen hören seine Nachricht, halten ihn für den Herrscher der Welt und nehmen ihn überaus freundlich in ihre Welt, das Communiverse, auf. Dort treffen sich Vertreter aller Alien-Arten um über die Zukunft des Universums zu reden, zum Wohl aller zu Forschen und zum geselligen Miteinander. Während Elio noch beim Erkunden dieser Welt ist, wird sie von Lord Grigon besucht. Der bullige Krieger und Herrscher über den Planeten Hylurg möchte Teil des Communiverse werden. Die anderen Mitglieder lehnen das ab. Sie bevorzugen, im Gegensatz zu Grigon, friedliche Lösungen, Zusammenarbeit und Gutherzigkeit. Deshalb verfügen sie auch über keine Mittel, um gegen die Bedrohung vorzugehen.

Spontan erklärt sich der schüchterne und absolut nicht kampferfahrene Elio bereit, gegen Lord Grigon zu kämpfen.

Kurz darauf trifft er auf Grigons Sohn Glordon, der mit den Plänen seines Vaters für seine Zukunft hadert. Denn Glordon möchte kein furchtloser Krieger werden, sondern einen Freund haben.

Elio“ ist ein typischer Pixar-Film. Im Mittelpunkt steht ein Kind, das einen großen Traum hat. Es wird eine phantastische Welt präsentiert, in der es viel zu Entdecken gibt. In „Elio“ gibt es Informationen über die Möglichkeiten außerirdischen Lebens und, wie in jedem Pixar-Film, werden ernste Themen kindgerecht angesprochen, ohne sie unzulässig zu vereinfachen. In diesem Fall geht es um Einsamkeit, den Wunsch, irgendwo dazuzugehören, Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen und andere Menschen, den Umgang mit (vermeintlichen) Gegnern, Zusammenarbeit und friedliche Konflitklösungen. In Teilen kann „Elio“ sogar als gelungene Einführung in die hohe Schule der Diplomatie gesehen werden. Die Botschaft ist überaus sympathisch und zeitlos aktuell. Außerdem basiert „Elio“nicht auf schon bestehenden Werken oder setzt eine Filmreihe fort. Das ist heute, wo kein Franchise sterben darf, eine erwähnenswerte Seltenheit.

Das Ergebnis ist vielleicht nicht der beste Pixar-Film, aber es ist guter Film mit einer begrüßenswerten Botschaft und vielen witzigen Ideen.

Elio (Elio. USA 2025)

Regie: Madeline Sharafian, Domee Shi, Adrian Molina

Drehbuch: Julia Cho, Mark Hammer, Mike Jones, Jesse Andrews (Mitarbeit), Hannah Friedman (Mitarbeit) (nach einer Geschichte von Adrian Molina, Madeline Sharafian, Domee Shi, Julia Cho)

mit (im Original den Stimmen von) Yonas Kibreab, Zoe Saldaña, Remy Edgerly, Brad Garrett, Jameela Jamil, Shirley Henderson, Matthias Schweighöfer

Länge): 98 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Elio“

Metacritic über „Elio“

Rotten Tomatoes über „Elio“

Wikipedia über „Elio“

 


TV-Tipp für den 20. Juni: Tenet

Juni 19, 2025

Pro7, 20.15

Tenet (Tenet, USA 2020)

Regie: Christopher Nolan

Drehbuch: Christopher Nolan

Ein Agent ohne Namen soll den Bösewicht Sator davon abhalten, die Welt wie wir sie kennen, zu vernichten.

Christopher Nolans Version eines James-Bond-Films der Prä-Daniel-Craig-Ära, mit viel (letztendlich überflüssigem) Zeitreise-Bohei. Die Erklärungen, soweit sie überhaupt akustisch verständlich sind, langweilen. Aber die Action begeistert. Auch weil in ihr, dank Zeitreisen, gleichzeitig vorwärts und rückwärts gekämpft wird.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit John David Washington, Robert Pattinson, Kenneth Branagh, Elizabeth Debicki, Dimple Kapadia, Aaron Taylor-Johnson, Michael Caine, Martin Donovan, Fiona Dourif, Yuri Kolokolnikov, Himes Patel, Clémence Poésy

Wiederholung: Sonntag, 22. Juni, 23.50 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Tenet“

Metacritic über „Tenet“

Rotten Tomatoes über „Tenet“

Wikipedia über „Tenet“ (deutsch, englisch)

Nolan Fans (umfangreiche Homepage, auch mit den Drehbüchern zu seinen Filmen)

Meine Besprechung von Christopher Nolans „Interstellar“ (Interstellar, USA/Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Christopher Nolans „Dunkirk“ (Dunkirk, USA/Frankreich/Großbritannien 2017)

Meine Besprechung von Christopher Nolans „Tenet“ (Tenet, USA 2020)

Meine Besprechung von Christopher Nolans „Oppenheimer“ (Oppenheimer, USA 2023)